https://lavamuc.noblogs.org/
lava [muc] – libertäre Antifa

Alles Verändern, ein anarchistischer aufruf / …

https://www.crimethinc.com/tce/deutsch

 

FdA-Logo

A-Fahne

 

FAU-Fahne

Untergrund-Blättle | Online Magazin

 
www.untergrund-blättle.ch

Artikel, Reportagen und Analysen aus dem politischen und kulturellen Untergrund. Rezensionen, Essays und linke ...

Über uns – HINTER DEN SCHLAGZEILEN

hinter-den-schlagzeilen.de/ueber-uns

„Die erste Pflicht aller Journalisten müsste doch sein, nicht gegen irgendeinen Feind, sondern gegen den Krieg mobil zu machen!“,

"Anarchie ist Zeitkritik - Kulturkritik - Gesellschaftskritik!" - Zitate & Infos!

 "Wir betrachten den Staat als die Gesamtheit der politischen Kräfte einer Nation, die

durch "politische, legislative, gerichtliche, militärische und finanzielle Institutionen

usw." ihre Gestalt annehmen und in diesem Sinne ist der Staat weiter zu fassen als

die Regierung. Der Staat war von jeher, seit seinen Anfängen in der Antike (...) ein 

Instrument der Aufrechterhaltung von Ungleichheit und ein Element der Zerstörung 

der Freiheit, und dies ganz unabhängig von der vorherrschenden Produktionsweise."

Federaco Anarquista do Rio de Janeiro (FARJ)

 

"Der Staat  erweitert den politischen Bereich und funktioniert als wirtschaftlicher Erfül-

lungsgehilfe des Kapitalismus(...) Ein Staat, der eindeutig die Position der Kapitalisten

vertritt, könnte den Klassenkampf verschärfen, weshalb es aus Sicht der Kapitalisten

nichts wirkungsvolleres gibt, als ihm einen Anstrich der Neutralität zu verpassen. Man

verleiht ihm den Anschein eines unabhängigen - oder sogar autonomen - Organismus

in Beziehung zur herrschenden Klasse oder gar zum Kapitalismus selbst. (...) In der

repräsentativen Demokratie dienen die Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen

der Arbeiter dem Staat seit jeher als ein ideologisches Instrument, um diese Idee von

Neutralität, Unabhängigkeit und Autonomie vorzuheucheln. (...) (Doch) beabsichtigt

der Staat als eine mächtige Stütze des Kapitalismus seine Erhaltung, und insofern der

Kapitalismus ein System der Ausbeutung und Herrschaft ist, kann der Staat wenig mehr

tun, als die in seiner Mitte bestehenden Klassenverhältnisse aufrechtzuerhalten."

Federaco Anarquista do Rio de Janeiro FARJ)

 

 

 

Ⓐ Wir sind nun am Ende unserer Studie. Es gibt Epochen, sagten wir, die einen gründlichen Umsturz in den moralischen Begriffen verursachen. Alles, was man bis dahin für moralisch gehalten hat, erscheint in seiner tiefsten Unsittlichkeit, hier eine Landessitte, eine Tradition, hochgeehrt im allgemeinen, aber höchst unsittlich in ihrem Grundwesen, dort eine schon fertige Moral, bloß zugunsten einer gewissen Klasse eingeführt. Man wirft sie alle über Bord und ruft: Nieder mit der Moral! Und man macht es sich zur Pflicht, unmoralisch zu handeln. Ehren wir diese Epochen des erwachenden Selbstbewußtseins der rücksichtslosen Kritik. Es ist ein sicheres Zeichen, daß ein Klärungsprozeß der Gesellschaft vor sich geht. Es ist die Heranbildung einer höheren, vollkommeneren Moral. Was diese Moral sein wird, haben wir, auf das Studium der menschlichen Natur und des Tierreichs uns stützend, abzufassen gesucht und haben wir bereits ihre Grundlinien in den Ideen der Massen und der Denker beobachten können. Diese Moral wird nichts befehlen. Sie verweigert absolut, die Individuen nach einer abstrakten Idee zu modeln, gerade wie sie verweigert, es durch ein Gesetz, eine Religion, eine Regierung zu tun. Sie läßt dem Individuum seine ganze und volle Freiheit. Sie wird eine einfache Konstatierung der Tatsachen, eine Wissenschaft werden. Und diese Wissenschaft wird zu dem Menschen also sprechen: Wenn du in dir keine Kraft fühlst, wenn deine Kräfte nur so weit reichen, um ein monotones, farbloses Leben zu führen, ohne starke Eindrücke, ohne herrliche Genüsse, aber auch ohne große Schmerzen, wohlan, halte dich an die Prinzipien der Gegenseitigkeit, du wirst immerhin so viel Glück darin finden, als nur bei deinen geringen, unbedeutenden Kräften möglich ist. Fühlst du aber Lebens- und Jugendkraft in dir, willst du leben, das ganze volle übersprudelnde Leben genießen — das heißt der herrlichsten Genüsse teilhaftig werden, die nur ein menschlich Wesen wünschen kann —

--- sei edel, sei tapfer und großmütig, sei tatkräftig in allem deinen Tun. Laß das Leben sprießen um dich her, säe es aus mit vollen Händen. Vergiß nicht, daß Lügen, Heucheln, Ränkeschmieden dich nur demütigt, daß du dich dadurch von vornherein zum Schwächling stempelst. Tue es, wenn es dir gefällt, aber wisse, daß dich die Menschheit als kleinlich, als schwach, nichtssagend betrachten und danach behandeln wird. Nirgends deine Stärke fühlend, wird sie für dich nur Mitleid — nichts weiter als Mitleid empfinden, und es stünde dir wahrlich schlecht an, ihr dafür grollen zu wollen, weil du auf diese . Weise deine Tatkraft lähmst. Sei im Gegenteil stark, und siehst du einmal eine Ungerechtigkeit und hast du sie verstanden — eine Ungerechtigkeit im Leben, eine Lüge in der Wissenschaft, ein den anderen angetanes Leid — , empöre dich gegen die Ungleichheit, die Lüge, das Unrecht. Kämpfe! Das Leben ist um so großartiger, herrlicher, je lebhafter der Kampf. Dann wirst du gelebt haben, und für einige Stunden solchen Lebens gibst du gerne ein jahrelanges Vegetieren in der Fäulnis der Sümpfe. Kämpfe, um auch den anderen dieses reich sprudelnde Leben zu erringen, und sei sicher, daß du in keinem anderen Wirkungskreis derartig edle Freuden und Genüsse finden wirst. Ⓐ Dies ist alles, was dir die moralische Wissenschaft zu sagen hat. Die Wahl steht dir frei. - Prince Kropotkin - Anarchistische Moral Ⓐ

 

 lava [muc] – libertäre Antifa

 

 

Damit auch der letzte reaktionäre Vollidiot und dümmliche Links-Rechts oder Mitte-Wähler in dieser Welt endlich begreift was Anarchie tatsächlich bedeutet, denn ich bin jene endlosen sektiererischen Diskussionen satt: 


und die soziale Umgestaltung der Grundlage unseres Lebens wird voran schreiten bis sie ihre Aufgabe, die Abschaffung des Privateigentums und des Staates erfüllt hat


die Menschen verstehen nicht was "Anarchie" bedeutet, die Massen glauben allen ernstes immer noch "Anarchie sei entweder Chaos oder völlig utopisch und so etwas hätte es noch nie gegeben" - die Realität schaut genau anders herum aus, Herrschaft, Regierung gibt es erst seit relativ kurzer Zeit (gerade einmal vor 6000 Jahren in Mesopotamien nahm dies seinen Anfang, regional stark unterschiedlich doch selbst für den größten Teil Mitteleuropas sind es noch nicht einmal 1000 Jahre und für den größten Rest der Welt sind es noch nicht einmal 100 Jahre und permanent brechen Regierungen zusammen, und Menschen organisieren sich wieder frei von Herrschaft selbst - in Anarchie zu leben ist also das natürlichste was es gibt: das sollte man den Menschen irgendwie vermitteln, ich scheitere selbst ständig daran, da kaum ein Mensch Lust auf lange Erklärungen hat: doch nur ein Beispiel: ein Zitat Graeber's: 


"Also behielt ich lange Zeit meine anarchistischen Ansichten für mich. Während des Studiums fiel mir das nicht schwer. Doch als ich 1989 zu einer zweijährigen Feldforschung in Madagaskar eintraf, fand ich mich in einer kleinen Stadt (Arivomimamo) wieder, wo die örtliche Verwaltung im Grunde nicht mehr funktionierte und aus der ländlichen Umgegend der Staat völlig verschwunden war. Bemerkenswert daran war, dass ich mehr als sechs Monate brauchte, nur um das herauszufinden. Von einer autonomen Enklave war hier keine Rede. Die Leute beklagten sich die ganze Zeit über die Regierung und handelten keineswegs so, als ob sie nicht existierte. Man holte sich in den Ämtern die schriftliche Erlaubnis für das Pflanzen eines Baums oder für das Öffnen eines Grabes zur Durchführung eines Bestattungsrituals. Dass etwas Seltsames im Gange war, entdeckte ich, als ich erfuhr, dass die Beamten in diesen Behörden faktisch gezwungen waren, das Papier für solche Formulare selbst einzukaufen; von der Zentralregierung kam nichts. Schließlich erkannte ich, dass das alles nur Fassade war. Wenn man es genau nahm, zahlte niemand Steuern. In der Stadtmitte war eine Garnison der Gendarmes, aber es war unklar was sie eigentlich trieben. " "Was mich in Madagaskar vielleicht am meisten beeindruckte war die besondere Praxis dortiger Entscheidungsfindung: eine Form der Konsenssuche, die meist ohne jede formal festgelegte Struktur ablief. Jeder hatte die Macht, jederzeit mit einer einfachen Erklärung eine Krise auszulösen: Tatsächlich war ich zuerst sehr verdutzt, wenn Einzelne plötzlich meinten: "Ich stimme dem nicht zu!", auch wenn sie nie gebeten worden waren, in irgendeiner Sache zuzustimmen - was jeden verpflichtete, alles liegen und stehen zu lassen, damit der Konsens wiederhergestellt werden konnte. Es kam aufgrund der schwerwiegenden Folgen allerdings selten dazu. Aber das war die klassische anarchistische Form der Beschlussfassung: Jedem, der in den Prozess involviert ist, gesteht man die Macht zu, alles zum Erliegen zu bringen, das heißt, man lässt ihm keine Wahl: Er muss wie ein Erwachsener handeln. Damals verstand ich nicht gleich alles, was ich sah, und vieles erst im Nachhinein, als ich mich für das Direct Action Network in New York engagierte. 


[[...]] Folgendes kam dabei heraus. In den 90er Jahren, als ich mich in Bibliotheken vergrub, war die Bewegung, von der ich mir gewünscht hatte, es möge sie geben, tatsächlich entstanden. In ihrem Kern anarchistisch stand sie in äußerstem Gegensatz zur Dynamik jener endlosen sektiererischer Diskussionen, die mich in den 80ern so sehr irritiert hatten. Es war vielmehr ein Anarchismus der direkten Aktion, der sich eine Politik zu eigen gemacht hatte, die man präfigurativ nannte: das heißt mit dem Anspruch aufzutreten, dass es möglich sei, in dieser Welt so zu handeln, als wäre man bereits frei, und dies zu beweisen, indem man neue Institutionen und neue Formen von Geselligkeit schuf. Es ging um eine neue Kultur des Zuhörens und Verstehens und um den vernünftigen Umgang mit Menschen, die nicht bereit waren, Seite an Seite mit dir gegen die Institutionen der Gewalt vorzugehen. Wir mussten uns unsere eigenen autonomen Blasen schaffen, in denen wir agierten, wie Menschen in einer freien Gesellschaft agieren würden, wo Politik bedeutete, nur das zu sagen, was man wirklich meinte, und nur das zu tun, das man wirklich für richtig hielt, und wir mussten diese Blasen vor Beschädigungen schützen. Noch bemerkenswerter ist, dass es dabei auch um die Entwicklung praktischer Techniken gung. Schon bald fand ich mich regelmäßig bei den Treffen des Direct Action Network in New York ein und absolvierte zahllose Trainingsstunden in der Kunst der "Facilitation" und der Konsensfindung. Hier wurde mir plötzlich klar, dass ich Dinge erlebte, deren Zeuge ich bereits im madegassischen Alltag geworden war. Nur liefen sie hier in einer äußerst formalisierten, befangenen Version ab. Natürlich konnte es gar nicht anders sein, musste doch alles neu erfunden werden, anhand von Vorbildern, die zum Teil von Quäkern und Indianern übernommen waren oder sich der Lektüre von Büchern verdankten. Nichts davon flog uns einfach zu. Aber wenn wir schon einen Entscheidungsfindungsprozess entwickeln wollten, der in einer Gesellschaft funktionieren sollte, in der niemand die Macht hätte, andere zu irgendetwas zu zwingen, dann musste dieser Prozess offensichtliche Techniken aufweisen, wie sie von Gemeinschaften angewendet wurden, die bereits Jahrtausende auf solche Weise existierten. Wenn man sich richtig reinkniet kann der Prozess der Integration in eine anarchistische Bewegung überraschend schnell vonstatten gehen. Das erste Mal bei einer Aktion bist du ein verwirrter Außenseiter, das zweite Mal kennst du alles und jeden, beim dritten Mal gehörst du zu den Organisatoren. So war es bei mir. Als ich mit einem Freund an den A-16 Aktionen gegen den IWF in Washington teilnahm, hatten wir keine Ahnung von dem, was da wirklich abging; vier Monate später, bei den Aktionen anlässlich des Parteitags der Republikaner in Philadelphia gehörte ich zu denen, die den Medien alles erklärten; bei den Aktionen in Quebec sechs Monate danach half ich bei der allgemeinen Koordination mit. 


[[...]]  aber offen gesagt war ich der Ansicht, dass es letzten Endes wichtiger war, mich am globalen Kampf gegen die Ausbreitung des Neoliberalismus zu beteiligen, wenn neue Formen einer radikalen Demokratie entwickelt wurden. "


Selbstbewusstsein stützen, Mut machen einzugreifen, Probleme ansprechen, gegenseitige Hilfe praktizieren, flache Hierarchien als ersten Schritt organisieren, Transparenz herstellen... also Schritte in die richtige Richtung machen und anstossen und einfordern und ermutigen, je nach Situation. WOLFGANG HAUG

Logo


Interview mit Augustin Souchy - Syndikalismusforschung

www.syndikalismusforschung.info/interviewsouchy.htm

Friederike Kamann/Wolfgang Haug: Interview mit Augustin Souchy (1982) Anläßlich seines bevorstehenden 90sten Geburtstages am 28.8.82 besuchten ...

Frei-sein bedeutet ursprünglich bei Freunden sein.
Freiheit und Freund haben im Indogermaischen die-
selbe Wurzel. Die Freiheit ist im Grunde ein Be-
ziehungswort. Man fühlt sich wirklich frei erst in
einer gelingenden Beziehung, in einem beglückenden
Zusammensein mit anderen.
Die totale Vereinzelung, zu der das neoliberale Regime
führt, macht uns nicht wirklich frei. So stellt sich
heute die Frage, ob wir die Freiheit nicht neu defi-
nieren, neu erfinden müssen, um der verhängnisvollen
Dialektik der Freiheit, die diese in Zwang umschlagen
lässt, zu entkommen.
Der Neoliberalismus ist ein sehr effizientes, ja intel-
ligentes System, die Freiheit selbst auszubeuten.
Ausgebeutet wird alles, was zu Praktiken und Ausdrucks-
formen der Freiheit gehört wie Emotion, Spiel und Kom-
munikation. Es ist nicht effizient, jemand gegen seinen
Willen auszubeuten. Bei der Fremdausbeutung fällt die
Ausbeute sehr gering aus. Erst die Ausbeutung der Frei-
heit erzeugt die höchste Ausbeute.
Das neoliberale Subjekt als Unternehmer seiner selbst
ist nicht fähig zu Beziehungen zu anderen, die frei von
Zweck wären. Zwischen Unternehmern entsteht auch keine
zweckfreie Freundschaft.
Das Leistungsobjekt, das sich frei wähnt, ist in Wirk-
lichkeit ein Knecht. Es ist insofern ein absoluter Knecht,
als es ohne den Herrn sich freiwillig ausbeutet. Ihm
steht kein Herr gegenüber, der ihn zur Arbeit zwingt.
Es verabsolutiert das bloße Leben und arbeitet.
Das bloße Leben und die Arbeit sind zwei Seiten einer
Medaille.
BYUNG_CHUL HAN - Psychopolitik, Neoliberalismus und die
neuen Machttechniken - Seite 10-11


Das digitale Panoptikum macht Gebrauch von der freiwilligen Selbstenthüllung seiner Insassen. Selbstausbeutung und Selbstausleuchtung folgen derselben Logik. Jedes mal wird die Freiheit ausgebeutet. Dem digitalen Panoptikum fehlt jener Big Brother, der uns Informationen gegen unseren Willen entreißt. Vielmehr enthüllen wir uns, ja entblößen wir uns aus freien Stücken.
Byung-Chul Han


Der wahre Inhalt von OCCUPY-WALLSTREET war "NICHT"
die der Bewegung im Nachhinein angeklebte Forderung
nach höheren Löhnen, passablen Wohnungen, oder einer
großzügigeren Sozialversicherung, sondern der Abscheu
vor dem Leben, das man uns zumutet.
Der Abscheu vor einem Leben, in dem wir allein sind,
allein angesichts der Notwendigkeit jedes einzelnen
seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sich zu ernähren,
sich zu entfalten und sich zu pflegen.
Ein Abscheu vor der elenden Lebensweise des metro-
politanen Individuums - akribischer Argwohn / raffi-
nierter, smarter Skeptizismus / vergängliche, ober-
flächliche Lieben / folglich leidenschaftliche Sexu-
alisierung jeder Begegnung / danach periodische Rück-
kehr zu einer bequemen, verzweifelten Trennung / stän-
dige Ablenkung, also Unkenntnis seiner selbst, also
Angst vor sich selbst, also Angst vor dem anderen.
Das gemeinschaftliche Leben das im Zuccotti-Park an-
deutete, in Zelten, in der Kälte, im Regen, einge-
kesselt von der Polizei auf dem trostlosen Platz
Manhattans, war zweifellos nicht die voll entfaltete
vita nuova, sondern nur der Punkt, an dem die Tristesse
der metropolitanen Existenz offenkundig zu werden
beginnt. Endlich befassten wir uns zusammen mit unserer
gemeinsamen Lage, unserem gleichen Reduziertsein auf
den Rang von Ich-AGs.
Diese existenzielle Erschütterung war das pulsierende
Herz von Occupy Wall Street, solange Occupy Wall Street
frisch und lebendig war.

"Das wahre Problem für Revolutionäre ist, zur Stärkung
der lebendigen Kräfte beizutragen, an denen sie teil-
nehmen, das "Revolutionärwerden" zuzulassen, um schließ-
lich eine revolutionäre Situation herbeizuführen.
Alle die sich daran berauschen, "Radikale" und "Bürger",
"aktive Aufständische" und passive Bevölkerung dogmatisch
einader gegenüberzustellen, sperren sich gegen solche
möglichen Entwicklungen. In diesem Punkt nehmen sie die
Arbeit der Polizei vorweg.
Das Feingefühl ist in dieser Epoche als entscheidende
revolutionäre Tugend zu betrachten und nicht die ab-
strakte Radikalität. Und unter "Feingefühl" verstehen
wir hier die Kunst, das "Revolutionärwerden" zuzulassen".

Eine Bewegung lebt nur durch die Folge an Umstellungen,
die sie im Lauf der Zeit vornimmt. Folglich besteht je-
derzeit eine gewisse Diskrepanz zwischen ihrem Zustand
und ihrem Potential. Wenn sie nichts mehr umstellt und
ihr Potential nicht realisiert, stirbt sie.
Die entscheidende Tat ist jene, die dem Zustand der Be-
wegung eine Spur voraus ist und die ihr im Bruch mit
dem Status Quo den Zugang zu ihrem eigenen Potential
eröffnet. Diese Tat kann sein, etwas zu besetzen, zu
zerstören, zuzuschlagen oder auch nur die Wahrheit aus-
zusprechen; darüber entscheidet der Zustand der Bewe-
gung.
Revolutionär ist, was tatsächlich Revolutionen auslöst.
Auch wenn das erst im Nachhinein festgestellt werden
kann, ist eine gewisse Sensibilität für die Situation,
angereichert mit historischen Kenntnissen, sehr hilf-
reich, um ein Gespür dafür zu bekommen.
UNSICHTBARES KOMITEE - AN UNSERE

FREUNDE (Nautilus Flugschrift)


Theorie wird zu häufig mit verächtlichem Grinsen abgetan;
wer so handelt, entspricht (meist unbewußt) einem Herrschafts-
interesse, das Theorie in die Universitäten abschieben will, um
sie vom Alltag und vom konkreten Handlungsspielraum der
Menschen möglichst weit weg zu wissen.

Andererseits; Keine Theorie allein kann die richtige sein,
jede bringt nur die Erkenntnis heraus, auf die hin die Theorie
konstruiert wurde, Theorie sollte nicht dazu mißbraucht werden,
"Wahrheiten" festzustellen, sondern sich solchen anzunähern
um daraus Verhaltenskonsequenzen zu ziehen.
Wer eine theoretische Weltsicht verabsolutiert, handelt genauso
alltagsweltlich-borniert wie der Berufspolitiker, der den gesell-
schaftlichen Status Quo für die beste und unveränderbarste
Realität ansieht.
Und insofern stellen wir ausdrücklich fest, daß es ein Mensch
(Mann und Frau!) ist, der Texte interpretiert, dessen Bewußtsein,
dessen Horizont, dessen Fähigkeiten sich tatsächlich verändern
könnten beim Verarbeiten einer Theorie, von Thesen und Texten.
Ist das aber so, wird er/sie nun vor Entscheidungen stehen:
mache ich so weiter wie bisher oder ziehe ich ganz konkrete
Konsequenzen für mein Handeln?
Sie/er will und muß in ethisch-politischer Erfahrungsweise
seine/ihre Umwelt, sich selbst und die nun möglichen Interpretationen
einschätzen, ihre Realisierung vorbereiten und vor allem vertreten;
d.h. nicht sosehr erkären als vielmehr gegen andere verteidigen,
legitimieren.
Der theoretische Text selbst enthält natürlich keine Handlungsan-
weisung zum besseren Leben;
aber das durch Informationen und Texte veränderte Bewußtsein
(samt Unbewußtem!)
muß nun neue Handlungspläne entwerfen, wenn - ja, wenn das Ich
seine Identität nicht verleugnen will.
Das kann zu Aktivität, zu Leben führen, auch verhelfen, aber es ist
noch kein Leben. Theoretisch, ästhetisch und ethisch-politisch
machen wir Ausflüge vom täglichen Leben, mal Sekunden-, mal
jahrelang. Was wir mitbringen von solchen Exkursionen, muß sich
nun der Routine, den Nützlichkeitsanforderungen und den rollenge-
bundenen Handlungsinteressen unseres Alltags stellen.
Sinnvoll bleibt Theorie dann und eigentlich nur dann,
wenn der Mensch auch im Alltag noch ihre/seine Erfahrungsfortschritte
umsetzen kann, wenn sie /er diese Erkenntnisse in seine/ihre
Umgebung hinträgt.
Leicht wird´s niemand gemacht, und auch Fluchtangebote locken
verführerisch: Muster der Verdrängung oder konventionalisierenden
Umdeutung und nicht zuletzt auch die Schlupflöcher für Kreativität,
die die Alltagswelt bereitwillig zuläßt: von der Trivialliteratur bis
zu verschiedenen Formen museal isolierter Verehrungskunst.

Hier mit reflektierenden und sensibilisiertem Bewußtsein die Folgen
der Erfahrung mit Texten, Bildern etc. praktisch werden zu lassen,
verlangt Engagement und Mut zum Handeln...
(SCHWARZER FADEN - Editorial  Nr.22)


Ich bin allen drei großen anarchistischen Zeitungen
dieses Landes zensiert. - Die GRASWURZELREVOLUTION
hat einen klaren Chefredakteur, den sie dafür be-
zahlen und Spenden einwerben, um dem ein besseres
Honorar zu zahlen, da er sonst lukrativere Jobs
annehmen würde. Dass in ihren Statúten ein jähr-
liches Rotationsvefahren steht - Scheiss drauf!
Das Papier ist soviel wert wie ein Grünenprogramm.
Überall geht es um Macht, Kontrolle und vor allem
um Geld.
Politische Aktionen laufen, um damit Geld zu schöpfen.
Politische Bewegung ist auf Landes- und Bundesebene
Kapitalismus pur.
Was also nötig ist, ist eine Organisierung von Unten,
ist Unabhängigkeit, Selbstorganisierung und das Nieder-
ringen der Hierarchien im eigenen Umfeld.
Jörg Bergstedt von der PROJEKTWERKSTATT SAASEN
Zitiert im subversiven "Underdog-Magazin" auf Seite 33.
http://www.underdog-fanzine.de/

Underdog Fanzine - Underdog Fanzine

www.underdog-fanzine.de/



 

"Wurzel allen Übels" Ein anarchistisches Gedicht von Dian the Saint

Es lebte einst das Adelspack, vollgefressen, fett und satt
auf Kosten seiner Untertanen, angeblich auch in Gottes Namen
Herrscher, Popen und Durchlauchte, die schon damals keiner brauchte
versicherten durch Mord und List, dem Volke, dass es nötig ist
dass sie die Menschen überwachten, und im Ernstfall für sie dachten
"Wir schützen euch vor bösen Feinden", sagten sie, und was sie meinten
war, dass sie das selbe wollten, wie die, vor den' sie schützen sollten
Und was sie wollten war nicht wenig, vom Landvogt bis hinauf zum König
machten sie gar fette Beute, durch Ausbeutung der armen Leute

Das Volk indes, so schwach wie dumm, erduldete das lange stumm
zahlte Steuern, ließ sich knechten, und tat für seine Herren fechten
verbeugte sich vor Witzgestalten, um diese davon abzuhalten
mehr zu rauben, als sie raubten, wenn sie sich ernstgenommen glaubten
Die Alten lehrten es den Jungen, oder wurden gleich gezwungen
die Jungen an den Staat zu geben, als Leihpfand für ein bessres Leben
Und wäre nicht ein Krieg gekommen, und hätt den Adel mitgenommen
sie würden heute noch wie Bienen, fleißig ihrem Kaiser dienen

Wenn sich im Menschenhirn nichts rührt, braucht es 'nen Führer, der es führt
drum dauerte es auch nicht lang, bis der nächste Adel kam
Er gab sich, anders als die Ahnen, nun volksnah und trug neue Fahnen
doch sein Geschwätz war altbekannt: Opfert euch für euer Land
und hört auf die, die oben stehen, dann wird es euch bald besser gehen
Der Mob, noch immer nicht gescheiter, vertraute diesen Worten heiter
glaubte, wer immerzu von Pflicht, Disziplin und Ordnung spricht
wie es einst schon die Väter taten, der kann dem deutschen Volk nicht schaden

Da Zwang, das lernt man schon als Kind, vor allem den Gezwungnen dient
und die, die streng und herzlos scheinen, es ja nur gut mit einem meinen
So reihten sich bald immer mehr, ein ins strenge Nazi-Heer
bis selbst die, dies besser wussten, mit ihnen mitmarschieren mussten
und wer sich noch dagegen wehrte, verzweifelt an den Fesseln zerrte
den schimpfte man erst Volksverräter, und erschlug ihn wenig später
ohne dass die Lemmingschar, in deren Namen dies geschah
dran dachte, Widerstand zu leisten. Stattdessen fügten sich die meisten
marschierten stolz von Sieg zu Sieg, hinein in den totalen Krieg
Und erst, als auch der dümmste Schütze, gesehen hat, dass es nichts nützte
im Bombenhagel zu krepieren, oder in Russland zu erfrieren
legten sie die Waffen nieder und sangen wieder Friedenslieder

Die Freiheit hat das Land ereilt, und wenn es auch noch war geteilt
so hatten alle doch im Sinn, dass es nun endlich aufwärts ging
bestimmten Männer, die bestimmten, für all die Stummen, Tauben, Blinden
die auf einmal "Wähler" hießen, und all zu viel beim Alten ließen
Noch immer schlägt die Polizei, in Notwehr manchen Mensch entzwei
Noch immer schießt das Militär, Feinde tot und schafft noch mehr
Noch immer gibt's ne Oberschicht, hat deren Stimme mehr Gewicht
als die der arbeitenden Herden, die immer noch beschissen werden
Doch abgefüllt mit Brot und Spiele, erdulden dieses Leben viele
bis auch die Spiele und das Brot, gestrichen werden in der Not
Dann schreien sie nach alten Zeiten, nach Adel, Kaiser, Obrigkeiten
und dem, der besser als sein Ruf, weil er die Autobahnen schuf

So lang Menschen nach Reichtum gieren, Neid und Eifersucht verspüren
so lang sie trotten mit den Massen, und and're für sich denken lassen
so lang die Schafe nicht begreifen, dass alle Hirten sie bescheissen
so lange wird das weitergehen, wird nichts dauerhaft bestehen
Denn jeder Umsturz bringt als Lohn, nur Ruf nach neuer Rebellion
Sie wälzen um, was grad nicht passt, und dann, in eigennütz'ger Hast
bauen sie sich eine Welt, die wieder andern nicht gefällt

Das wird noch tausend Mal passieren, wenn sie nicht endlich mal kapieren
dass Ausweispflicht und Uniformen, Krieg, Bürokratie und Normen
Steuern, Zwang und all der Mist, die Wurzel allen Übels ist
Einst vom Adel eingeführt, hat seither niemand dran gerührt
So leben wir im Grund noch heute, nach den Ideen dieser Leute
die doch schon damals keiner brauchte, Herrscher, Popen und Durchlauchte
Man warf die Wichser über Bord, doch ihre Lügen lebten fort

Bis heute fällt's den meisten schwer, zu glauben dass es möglich wär
ein Leben ohne die zu führen, die einen führ'n und kontrollieren
Ein später Lohn für die, die logen, und skrupellos ihr Volk betrogen
noch immer basiert uns're Welt, auf deren krankem Menschenbild
wonach die Freiheit nur durch Zwang, aufrechterhalten werden kann
und der, der dies nennt "Tyrannei", bloß ein verrückter Träumer sei "




Staatskritik - Gesellschaftskritik - Kulturkritik - Parlamentarismuskritik!

Wir als radikale Linke tragen keine Anliegen vor.
Wir wollen das kapitalistische Ausbeutungsregime,
das automatische Subjekt nicht zähmen, Banken in
die Schranken weisen oder Kapitalertrags- oder Erb-
schaftssteuern erhöhen.
Wir wollen auch nicht mit CDU, SPD, Grünen und wie
sie alle heißen über eine bessere Umverteilung von
Kapital reden, geschweige denn mit den rot-kotzgrünen
Hartz IV-Erfindern eine Koalition eingehen.
Auch wollen wir nicht von den genannten Charakter-
masken angehört oder von ihnen ernst genommen werden.
Wir wollen sie und ihre Staatsmacht hinwegfegen, ob
sie uns nun ernst nehmen oder nicht, spielt dabei
keine Rolle.
Wenn wir stark genug sind, werden die uns schneller
ernst nehmen als ihnen lieb ist, da muss sich nie-
mand Sorgen machen.
Es geht uns nicht darum, brav die andere Wange hin-
zuhalten oder nach Regeln zu spielen, die diejenigen
aufgestellt haben, die dem ideelen Gesamtkapitalisten
dienen.
Wenn die LINKSPARTEI und ATTAC das zum Ziel haben,
können sie das tun, wenn dabei eine Verbesserung für
die Geschundenen herauskommt, können sie sich unserer
Unterstützung sicher sein.
Aber nochmal:
Das ist nicht unser Kampf.
Alles was den Verdammten dieser Erde hilft, ist soli-
darisch zu unterstützen. Wenn die LINKSPARTEI dabei
einen Beitrag leisten kann und will, ist sie zu unter-
stützen. Wenn sie tatsächlich auch das Austeritäts-
regime der deutschen Bundesregierung durchbrechen könnte,
wäre das zu unterstützen.
Aber das ist nicht unser Kampf und als Kampftruppe für
krude neokeynesianische Kapitalismuskritiksimulationen
dürfen sich Anarchisten und radikale, antiautoritäre
Linke nie und nimmer verheizen oder auch nur zusammen-
trommeln lassen.
Noch weniger darf man sich in eine Situation begeben,
in der man nur noch den Sündenbock dafür gibt, dass die
mit dicken Backen vorgetragenen "Anliegen" der braven
Attac- und Linkspartei-ReformistInnen angeblich wegen
der ach so kriminellen Riots untergehen würde.
Wir wollen eine Welt ohne Warenfetisch, ohne Banken,
Wettbewerb und Wertakkumulation.
Wir nennen die verschiedenen Ideen, die wir haben
Anarchismus, Kommunismus, oder Sozialismus.
Wir geben unseren Ideen keine neuen Namen, verschleiern
sie nicht durch blumige Umschreibungen oder postmodernen
Buchstabenmüll und ganz bestimmt werfen wir sie nicht
über Bord.
Wir wollen die kapitalistisch verwaltete Welt in einer
sozialen Revolution in eine demokratische, kooperative,
antiautoritäre, befreite Gesellschaft transformieren,
in der alle Menschen an der gesellschaftlichen notwendi-
gen Arbeit ebenso beteiligt werden wie an dem dabei pro-
duzierten gesellschaftlichen Reichtum.
Das wollen wir so weit wie möglich ohne Gewaltanwendung
erreichen, aber wir werden und können uns nicht an die
Regeln derer halten, gegen die wir kämpfen.
NICOLAI HAGENDORN
Auszüge seines Kommentars zu BLOCKUPY 2015
Graswurzelrevolution Nr. 398 April 2015 Seite 15


Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft

Der Mut ist nichts...Das Vertrauen in seinen eigenen Mut ist alles...Die Initiative zu haben, trägt dazu bei.

">Wen liebst du am meisten, rätselhafter Mensch,
sprich? Deinen Vater, deine Mutter, deine Schwester
oder deinen Bruder?<
>Ich hab werder Vater noch Mutter, weder Schwester
noch Bruder.<
>Deine Freunde?<
>Du bedienst dich da eines Wortes, dessen Bedeutung
mir bis heute unbekannt geblieben ist.< >Dein Vater-
land?<
>Ich weiß nicht, auf welchem Breitengrad es liegt.<
>Die Schönheit?<
>Wie gerne liebte ich sie, die göttliche, unsterbliche.<
>Das Gold?<
>Ich hasse es, wie du Gott hasstest.<
<Was liebst du denn, seltsamer Fremdling?<
>Ich liebe die Wolken...die ziehenden Wol-
ken...dort...dort in der Ferne...die wunderbaren
Wolken!<"
CHARLES BAUDELAIRE
Ist der "rätselhafte Mann" nicht das Porträt eines Internet-
Freaks? Allein vor seinem Bildschirm, hat er weder Vater
noch Mutter, weder Vaterland noch Gott - alles, was er
braucht, ist eine digitale "Fakebook-Wolke", mit der sein
Internetgerät verbunden ist. SLAVOJ ZIZEK


Der neue Archivar kündigt an, daß er sich mit nichts anderem

beschäftigen will

als mit Aussagen. Frei beweglich wird er sich in einer Art von

Diagonalen einrichten,

die sichtbar macht, was bislang weder zu sehen noch zu hören war,

eben genau die Aussagen.
Im Bereich der Aussagen gibt es weder Mögliches noch Virituelles;

alles ist hier real, und jede Realität ist manifest: das allein zählt,

was formuliert worden ist, da, in dem und dem Moment,

mit bestimmten Lücken und weißen Stellen.
Gilles Deleuze über Michel Foucault


An dem Tag, an dem sich die bürgerliche Gesellschaft
 von der Vormundschaft und den Zwängen des Staates
befreit haben wird, wenn die Macht des Staates schließ-
lich  von dieser bürgerlichen Gesellschaft aufgesogen
sein wird jene  bürgerliche Gesellschaft, von der ich
ihnen zu zeigen versuchte, wie sie in der Form und
der Analyse der gouvernementalen Vernunft entstand -,
wird zugleich die Zeit, wenn nicht der Geschichte, so
doch zumindest der Politik, die Zeit des Staates beendet
sein.
Nun werden sich Gegenbewegungen entwickeln, Forderungen
in der Form einer Gegenbewegung, die folgenden Sinn haben:
Es muß einen Moment geben, wo die Bevölkerung, da sie mit
allen Bindungen des Gehorsams bricht, tatsächlich das Recht
haben wird, und zwar nicht in juristischen Begriffen,
sondern in Begriffen von wesentlichen und Grundrechten,
alle Bindungen des Gehorsams, die sie zum Staat unter-
halten kann, abzubrechen, und künftig zu sagen, indem sie
sich gegen ihn erhebt:
Das ist mein Gesetz, das Gesetz meiner eigenen Forderungen,
das Gesetz meiner Natur als Bevölkerung, das Gesetz meiner
Grundbedürfnisse, das diese Regeln des Gehorsams ersetzen
soll. Folglich eine Eschatologie, die die Form des unbeding-
ten Rechts auf den Umsturz, den Aufruhr, auf den Abbruch
aller Gehorsamsbeziehungen, das Recht auf die Revolution
annehmen wird. MICHEL FOUCAULT



...und "Was geschieht nach dem Tod?"
oder wenn man es bevorzugt,
"Welches ist die wahre Religion?"
und auf die folgende Antwort geschlossen
(es ist völlig verrückt, aber ich liebe diesen Wahn):
ALLES IST WAHR, ES HÄNGT NUR VON UNSERER SICHTWEISE AB.
Wenn man Christ ist, kommt man vors jüngste Gericht;
wenn man Buddhist ist, geht man ins Nirwana;
wenn man Muslim ist, gelang man ins Paradies der 70
Jungfrauen."Die man unaufhörlich beglücken kann,
nacheinander oder gleichzeitig.
Und wenn sie Heide sind, wenn sie ODIN oder wen auch
immer anbeten, dann gehen sie nach Walhall.
Wo sie es unaufhörlich mit den Walküren treiben.
Der Atheist aber wird vernichtet.
Slavoj Zizek


Kopfschüttelnd werden  künftige Historiker festellen,
 (wenn denn Geschichtsschreiberlinge überlebt haben...)
das die Gesellschaften des ausgehenden zweiten und zum
Beginn des dritten Jahrtausends die Verschuldung ihrer
florierenden Wirtschaften bis zum Zusammenbruch stei-
gerten. - Zugunsten weniger Gewinner wurden große Grup-
pen in den Gesellschaften vom Erfolg ausgeschlossen.
Ganze Staaten wurden durch ein ausbeuterisches System
des Welthandels zerstört.
Doch auch die vermeintlichen Sieger zerbrachen an der
ungerechten Verteilung der angehäuften Reichtümer.
Spannend, aber sicherlich grausam wäre es, zu wissen,
wie diese Hochphase der menschlichen Zivilisation endete?
Werden künftige Naturforscher, die vielleicht überlebt
haben...der hemmungslosen Ausbeutung der lebensnotwen-
digen Güter, wie sauberes Wasser oder reine Luft, den
Untergang zuschreiben?
Werden Sie feststellen, dass die Erwärmung der Atmosphäre,
die Unfruchtbarkeit der Ackerböden und die Plünderung der
Meere große Teile der Menschheit dahinraffte?
Werden kommende Generationen von einem finalen Krieg er-
zählen, der mit Atomwaffen geführt wurde, im Irrglauben
damit die angehäuften Reichtümer vor der Vernichtung zu
bewahren?
Oder wird von einem schrittweisen Niedergang die Rede sein,
in dessen Verlauf immer mehr Regionen in Bürgerkriegen ver-
sanken, in denen sich Banden und Paramilitärs, Drogenkar-
telle und Mafia, oder fundamentalistische, islamistische
Gotteskrieger, wie die Terrormilitärs des IS (Islamischer-
Staat) bekriegten?
Dies dürften die wahrscheinlichsten Szenarien sein, in de-
nen ein großartiges, aber größenwahnsinniges Kapitel Mensch-
heitsgeschichte zu Ende ging.
Wir alle nehmen die Verschärfung der Widersprüche wahr.
Ob bei den unlösbaren Umweltproblemen, einem Welthandel, der
immer mehr Menschen in die Armut treibt, zunehmender Gewalt
oder der Bedrohung durch Krankheiten und der Ausbreitung von
Seuchen. Wir spüren die Ausweglosigkeit. Wir fühlen, dass die
Suche nach einem Superstar, die Beobachtung von Menschen in
einem Container, oder die endlosen Talkrunden nur unsere Angst
vor der Zukunft vernebeln sollen. Doch all diesen endzeitlichen
Krisensymptomen zum Trotz finden sich kaum Menschen, die über
einen Weg aus der zerstörerischen Spirale nachdenken.
(Quelle: Das Buch - Eine egoistische Gesellschaft? - Leben
zwischen Individualismus und Solidarität.)


<DÄMO-GRATIE

Die Fahne gerät in übelste Land-Striche
und unser Gebrabbel bringt die Revolution
zum Schweigen.
In den Zentren päppeln wir die zynischste PROstitution
hoch.
Die unvermeidlichen Revolten metzeln wir
nieder.
Auf in die mürben gepfefferten Länder!
Schmiert den Riesen=Moloch der Industrie und der ARMee.

Wir sehen uns wieder: hier oder weiß der Teufel WO!
REKRUTEN aus reiner Gut-Willigkeit
werden wir eine blutrünstige Philosophie vertreten -
BLINDGÄNGER der Wissen=Schaft -
ERHECHLER des Wohls=Stands:
ZERFETZEN soll es die Welt hinter uns.

Das ist der wahre Fort=Schritt. A V A N T I  M=Marsch!>

(Arthur Rimbaud)


Der Machtlose denkt anders als der Mächtige,
er denkt auch gefährlich,
wenn der Mächtige ihm Zeit zum Denken läßt.
Besser ist es, wenn der Mächtige dem Macht-
losen einige Süßigkeiten hinwirft.
Schokolade ist besser als Brot.
Wer keine Macht hat, braucht viele Süßigkeiten.
MAX NETTLAU


"In unserer Gesellschaft scheint es eine allgemeine Regel zu geben, dass man um so schlechter bezahlt wird, je offensichtlicher die eigene Arbeit anderen Menschen nutzt."

David Graeber


Gebrauchsanweisung für die Wirklichkeit:

http://www.allesaufnull.net/

Autonomie bedeutet, allen Privelegien, allen Gefälligkeiten
und allen Manipulationen zu widerstehen. Eine wirklich freie
Gesellschaft wird nur aus autonomen Menschen entstehen.
Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Der Zweck muss in den
Mitteln anwesend sein.
Wir sind auch nicht mittellos. Vielleicht ohne Kapital, aber
nicht mittellos. Wir müssen strategisch denken.
Der Exodus ist kein Weitsprung, bei dem wir mti einem Satz
in der anderen Welt landen. Stowassers schöne Erkenntnis:
Wir brauchen Übergangslösungen.
Konsumverweigerung ist nur der kleinste, einfachste Schritt.
Auch die gefeierte Vernetzung ist nur eine Aufwärmübung,
eine Selbstverständlichkeit.
Der große Schritt ist, parallele Strukturen aufzubauen.
Quartiersräte in den Städten gründen. Know-how entwenden
und verschenken. Produktionskibbuzim errichten.
Das Geld aus dem Alltag drängen.
Kapital wo nötig, zusammenkratzen und teilen.
Alles dokumentieren und verbreiten. Jede Lücke besetzen, die
sich auftut. Der erste Schritt wird sein:
Sich nicht bestechen lassen.
Der Kapitalismus wird sowieso ein Ende haben wie jede andere
Epoche auch. Dann lieber morgen als übermorgen.
Wir haben nichts zu verlieren als unsere Angst vor dem Scheitern.
Wenn wir die verlieren sind wir unbestechlich.
Und wir können sie verlieren, wenn wir erst mal merken, dass
es überhaupt ein Wir gibt. Das Leben ist gerade kein Marathon-
lauf, den jeder für sich runterreißen muss, mit dem er sich
und anderen etwas beweisen will.
Es gibt nichts zu beweisen.
Wir sind schon frei, nicht erst am Tag X, wenn sich unsere ver-
meintlichen Investitionen auszahlen sollen, die uns einen faulen
Kompromiss nach dem anderen eingehen lassen. Wir müssen unseren
Arsch hochbekommen und losgehen.
Kompromisse waren gestern.
Wir sind die Vielen, und wir können den neuen Beat anschlagen,
der alle Macht pulverisieren wird. Wir, die Multitude. Wir werden
uns erkennen, wenn wir es endlich zulassen, wenn wir unser lau-
warmes Leben hinter uns lassen und es denen gleichtun, die brannten
und niemals froren.
Let´s burn.

Niels Boeing - ALLES AUF NULL


Es besteht Grund zu  der Annahme, daß es den Kapitalismus
in ungefähr einer Generation nicht mehr geben wird:
aus dem einfachen Grund, dass es unmöglich ist
(worauf  bereits viele hingewiesen haben),
eine Maschine des immerwährenden Wachstums auf einem end-
lichen Planeten kontinuierlich am Laufen zu halten.
DAVID GRAEBER


Es ist ein System, daß die Menschen zur Einsamkeit, zur Angst,
zur Hoffnungslosigkeit und zu Beklemmungen verurteilt. Es zerstört
die solidarischen Beziehungen zwischen den Menschen.
Es zwingt uns, die anderen als Feinde zu betrachten.
Es überzeugt uns, daß das Leben eine Rennbahn ist, auf der es
wenige Gewinner und viele Verlierer gibt.
Es ist ein System, das die Seele vergiftet.
Eduardo Galeano


Wir sind einfach nur menschlich heißt es immer wieder,
um unsere gegenwärtigen Verhaltsweisen zu entschuldigen.
Aber unsere "Menschlichkeit" ist wesentlich geprägt von
der Entfremdung und der Kontrolle der wir unterliegen.
Dem Anarchismus zufolge  sähe unsere Menschlichkeit ganz
anders aus, wenn unsere gesellschaftlichen Beziehungen
nicht hierarchisch aufgebaut wären.
Auch wenn sich der Anarchismus einer ungemein schwierigen
Aufgabe annimmt, lässt er sich auf den Balanceakt zwischen
dem Individuum und der Gesellschaft ein und wendet sich
damit der entscheidenden Frage zu: Wie können Menschen ihr
Leben so organisieren, um sich individuell so stark wie
möglich zu entfalten und gleichzeitig ihr größtmögliches
kollekives Potential zu verwirklichen?
Der Anarchismus weiß, dass diese Spannung ein inhärenter,
kreativer und anregender Teil der menschlichen Existenz ist.
Er betont, das nicht alle Menschen gleich sind.
Nicht alle Menschen brauchen, hoffen und wünschen dasselbe.
Im Idealfall macht das Streben des Anarchismus nach einer
freien Gesellschaft freier Individuen deutlich, woraus
produktive und harmonische Vielfalt besteht: nämlich daraus,
Wege zu finden, um trotz aller Differenzen miteinander leben
und individuelle Eigenheiten entfalten zu können.
Anarchist_Innen schaffen Möglichkeiten eines menschlichen
und partizipatorischen Miteinanders.
Sie verleugnen keineswegs dass die Spannung zwischen indivi-
dueller und gesellschaftlicher Freiheit immer bestehen wird.
Sie gestehen, dass es nie einfach sein wird, das richtige
Gleichgewicht zu finden. Aber es ist genau diese Anstrengung,
die den Kern des Anarchismus ausmacht.
Anarchismus besteht dort wo die Schönheit des Lebens in ihrer
vollendeten und unabhängigen Form spürbar wird.
Manchmal kann es sich dabei nur  um Momente handeln. Andere
Male um mehr.
Zu Erfahrungen des Anarchismus kann es auf allen gesellschaft-
lichen Ebenen kommen. Am häufigsten erleben wir sie jedoch in
kleinen Projekten, in denen Menschen in persönlichem Kontakt
kollektive Entscheidungen treffen (wichtige genauso wie triviale).
In der herrschenden gesellschaftlichen Ordnung lernen Menschen
nicht, Entscheidungen auf diese Art zu treffen.
Einer der Hauptgründe dafür ist, dass dies die herrschende Ordnung
und ihre Hierarchien infrage stellen würden.
Wir sind  daher auf entsprechende Entscheidungsprozesse nicht vor-
bereitet und haben mit Basisdemokratie unsere Schwierigkeiten.
Funktionierende Räte zu etablieren, ist harte Arbeit.
Sie wirft schwierige Fragen auf, etwa wie wir mit problematischem
Verhalten umgehen, ohne auf Prinzipien der Strafe zurückzugreifen.
Doch nur wenn wir diese Herausforderungen annehmen, können wir
uns die Grundlagen kollektiver Selbstverwaltung und egalitärer
Machtverteilung erarbeiten.
Wenn alles gut läuft, dann lernen wir, welche Versprechen wir
einander geben und welche Abkommen wir halten können.
Wir lernen, wie es sich ohne Staat, Kapitalismus und andere Formen
von Unterdrückung leben lässt. Es soll deutlich werden, daß der Anarchismus als
kompromißlose Philosophie der Freiheit davon ausgeht,
dass Menschen und die Gesellschaften, die sie formen,
besser - und immer noch besser werden können. CINDY MILSTEIN - DER ANARCHUSMUS UNS SEINE IDEALE



"Unsichtbares Komitee"
Es ist nicht die Ökonomie,
die in der Krise ist,
die Ökonomie ist die Krise;
es ist nicht die Arbeit,
die fehlt,
es ist die Arbeit,
die überflüssig ist;
nach reiflicher Überlegung
ist es nicht die Krise,
sondern das Wachstum,
das uns deprimiert.
(Der kommende Aufstand)


Achtet auf den Fluss eurer Kommunikation; haltet stets
die Bedürfnisse des Einzelnen und des Ganzen im Blick;
pflegt eure Dankbarkeit gegenüber dem Leben und der Erde
sowie den Respekt gegenüber der Einzigartigkeit und Ver-
schiedenheit sämtlicher Wesen; seht zu, dass eure Gruppen
alle Clanfunktionen abdecken, und verteilt die notwen-
digen sozialen Aufgaben mit größtem Bedacht unter euch
allen auf. -  Gemeinschaft gelingt mit Menschen die bereit sind,
dem Andersein zu begegnen, die Differenzen aus-
halten können, die mit sich selbst und mit den
anderen verbunden sind - und die anderen frei lassen.
Green Anarchy Collective


Wir leben in einer Konsumgesellschaft, und Konsumgesellschaften
haben nichts Revolutionäres an sich. Wir lassen uns einnebeln,
vereinnahmen und einfangen. Was  heute zählt ist, ist das Materielle,
und weil das Materielle durch die Krise, die wir derzeit erleben,
nicht mehr so einfach zu haben ist, tritt die Empörung seitens
derjenigen Gruppierungen auf, die so nicht weitermachen wollen,
wie die Konsumgesellschaft es ihnen aufdrängt.
Dadurch wächst die Empörung.
Die Marktkräfte, die uns regieren haben, solange sie nicht in einen
Strudel der Krise geraten, außerdem genügend Kraft, um die Armut
niedrig zu halten, und es gelingt ihnen sogar, immer noch etwas
dazuzutun, damit alles immer noch ein bißchen besser aussieht.
Dieses System geriet jedoch mit der Krise 2008 mehr und mehr
aus den Fugen.
Wir erleben derzeit einen höchst kritischen Moment nicht nur be-
zogen auf die Frage der Gerechtigkeit, sondern auch im Hinblick
auf den Zustand der Natur.
Ja, wir befinden uns in großer Gefahr.
Deshalb ist die Empörung für die Jugend das natürliche.
Mit dem Büchlein "EMPÖRT EUCH!" treffe ich auf enorm große
Zustimmung. Keiner hat mir entgegnet: Es nützt doch nichts.
Was soll man sich empören?
Wir können doch so weiterleben wie bisher.
Solche Töne hört man nicht mehr.
Wir leben nicht länger in einer unwidersprochenen, akzeptierten
Gesellschaft, sondern in einer bekämpften.
STEPHANE HESSEL - DER GEIST DER EMPÖRUNG in einem
Gespräch wenige Monate vor seinem Tod in der Europäischen -
Kulturzeitung LETTRE INTERNATIONAL


Unsere abendländische Kulturgeschichte ist eng verbunden mit der Definition von Aristoteles, der die sinnliche Wahrnehmung (aisthesis, sensus) und die geistige Wahrnehmung (noesis, intellectus) als einer Art des „einsichtigen Erfassens“ unterschied.


Der strategische Feind ist der Faschismus...
der Faschismus in jedem von uns, in unseren
Köpfen und in unserem alltäglichen Verhalten,
der Faschismus veranlaßt uns Macht zu lieben,
genau das herbeizuwünschen, was uns beherrscht
und ausbeutet. Michel Foucault


"Als der Faschismus an die Macht kam, waren die meisten weder theoretisch noch praktisch darauf vorbereitet. Sie konnten einfach nicht glauben, dass der Mensch einen solchen Hang zum Bösen, eine solche Missachtung der Rechte der Schwachen und ein solches Verlangen nach Unterwerfung bekunden konnte. Nur wenige hatten das unterirdische Grollen vor dem Ausbruch des Vulkans bemerkt" (Fromm 1984, 15).



Biologisch gesehen, ist der Mensch ein mäßig geselliges,
nicht völlig soziales Lebewesen - ein Geschöpf, das eher
einem Wolf ähnelt, als einer Biene, oder einer Ameise.
In ihrer ursprünglichen Form hatten menschliche Gesell-
schaften keine Ähnlichkeit mit einem Bienenkorb, oder
einem Ameisenhaufen; sie waren bloß Rudel. (...)
So sehr, sie sich auch bemühen, die Menschen können kei-
nen sozialen Organismus schaffen, sondern nur eine Or-
ganisation. Bei dem Versuch einen Organismus zu schaffen,
werden sie bloß einen totalitären Despotismus zuwege
bringen. Zuviel Organisation und totalitäre Staaten gehen
Hand in Hand. ALDOUS HUXLEY



Ich denke, dass erst der Zusammenbruch der Finanzmärkte
und der absehbare Ruin der Industrienationen die Möglichkeit
für eine naturgemäße Zukunft öffnet, indem sich die Globali-
sierung von selbst entflicht. Die Globalisierung ist nicht Zukunft,
sondern schon Vergangenheit.
Das Unmenschliche ist doch der Wahn, der Mensch könne sich
aus der Natur ausnehmen, sich über sie stellen und sie aus der
Distanz beherrschen, statt sie zu erkennen, indem er sie am
eigenen Leib erfährt. Dieser Wahn hat nahe an die Vernichtung
der uns bekannten Lebensverhältnisse auf der Erde geführt.
Die Umkehr wird nicht zur Vernichtung der Menschheit führen,
aber sie wird wohl eine deutliche Dezimierung einleiten.
Wir können immer nur ansatzweise erkennen, so wie der Kanu-
fahrer bis zur nächsten Biegung sieht. Wir müssen uns dem
Fluss des Lebens anvertrauen.
Die Natur liebt es, sich zu verbergen. Aber diese Tendenz zum
Verbergen offenbart uns gerade, was sie ist...
Reinhard Falter


Artikel: Lernen und Lassen – Der Dienst am Flussgott
Der Philosoph Reinhard Falter formuliert unbequeme Thesen: Demokratie, die nur zur Vergrößerung des Geldsacks beitrage, sei naturfeindlich. ­Naturschutz sei keine Sache von…

„Bevor unsere weißen Brüder kamen, um 'zivilisierte Menschen'
 aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse.
 Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher.
Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben.

Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel,
und deshalb gab es bei uns keine Diebe.
 Wenn jemand so arm war, daß er kein Pferd besaß,
kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt.
Wir waren viel zu unzivilisiert,
 um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen.

Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können.
 Wir kannten kein Geld,
von daher wurde der Wert eines Menschen
 nicht nach seinem Reichtum gemessen.
Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze,
keine Rechtsanwälte und keine Politiker,
daher konnten wir einander nicht betrügen.

Es stand wirklich 'schlecht um uns', bevor die Weißen kamen,
 und ich kann es mir nicht erklären,
 wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten,
die - wie man sagt -
für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind."

John Fire Lame Deer, Sioux-Lakota


"Wenn wir wieder in die Wälder gehen, werden wir
zittern vor Kälte und Furcht.
Doch wir werden Dinge erleben,
so dass wir uns selbst nicht mehr kennen;
kühles wahres Leben wird sich auf uns stürzen,
und Leidenschaft wird unseren Körper mit Kraft erfüllen,
Mit neuer Kraft werden wir aufstampen,
und alles Alte wird abfallen.
Wir werden lachen, und Gesetze werden sich kräuseln
wie verbranntes Papier."
(D.H.LAWRENCE)



Der Rest kommt nur von uns selbst: Das Gefühl ist in unserem Innern in uns ist die wahre Freiheit und draußen ist nichts als Leere oder Hindernisse bei der Suche nach Klarheit. Da die Gesellschaft nur einen Rivalen fürchtet: den Menschen den seltenen Menschen der nur macht was er will und wann er will der freie Mensch der Mensch der außerhalb des Räderwerks bleiben will und der bereit ist mit Einsamkeit oder Armut zu bezahlen ein inneres Zeichen dem er einen größeren Wert gibt der Mensch der in sich das Wunder der Existenz trägt der Mensch in Alice im Wunderland der unfähig ist nach einer absurden und entfremdeten Logik zu produzieren und zu konsumieren.

Zitat aus dem Buch - DAS LEBEN ÄNDERN, DIE WELT VERÄNDERN! - 1968 Dokumente & Berichte
http://geroldflock-photography.jimdo.com/


Protest ist, wenn ich sage, das und das passt mir nicht.
Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass das, was mir
nicht passt, nicht länger geschieht.
Protest ist, wenn ich sage, ich mache nicht mehr mit.
Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, dass alle anderen
auch nicht mehr mitmachen; ULRIKE MARIE MEINHOF


Dieses Mal wollen wir den Text Unser größter gemeinsamer Nenner (hier als Broschüre) zur Diskussion stellen.

“In unseren Augen ist kein Projekt (Mensch, Lebenszusammenhang) revolutionär, das das Verhältnis der Geschlechter nicht radikal in Frage stellt.”

 

“Für uns ist sowohl in dem Begriff Anarchie Frauenbefreiung enthalten als auch im Begriff Feminismus Herrschaftsfreiheit. Trotzdem muss dieser feministische Ansatz in libertären
Zusammenhängen stärker berücksichtigt werden und in feministischen Zusammenhängen die Herrschaftsfreiheit.”

“Keine Bewegung kann sich revolutionär nennen, bzw. eine herrschaftsfreie Gesellschaft entwickeln, die nicht alle Formen der Unterdrückung beachtet und bekämpft.”

Wir stellen jeden zweiten Freitag im Monat einen Text zur Diskussion. Diese Diskussionen stellen einen Versuch dar, eine anarchistische Debatte in Gang zu setzen.Wir wollen weder Expert_innen, noch Konsument_innen. Kommt bitte vorbereitet, lest den Text und macht euch dazu Gedanken (evtl. Notizen). Wir wollen unsere Ideen und Vorstellungen teilen und diskutieren um unsere Kritik zu schärfen.



Aristoteles unterscheidet drei Lebensweisen, zwischen denen ein
freier Mann wählen kann. Die höchste Lebensform ist der "bios theo-
retikos", ein Leben, das sich der Kontemplation widmet. Der Herr als
freier Mann kommt, da er die Arbeit ganz dem Knecht überläßt, mit
dem Widerstand der Dinge nicht direkt in Berührung. Diese Freiheit
befähigt ihn zu einer ganz anderen, nicht von der Arbeit, d.h. vom Be-
arbeiten und Beherrschen bestimmten Beziehung zur Welt. Das kon-
templative Verhältns zu den Dingen setzt eine Freiheit von der Arbeit
voraus. Es unterbricht die Zeit, die Arbeit ist. Göttlich ist Aristoteles
zufolge die "vita contemplativa", da sie von jedem Zwang und Interesse
befreit ist. BYUNG_CHUL HAN - DUFT DER ZEIT - Seite 96.



Hoffnung zu haben in schlechten Zeiten ist nicht
einfach törichte Romantik. Es gründet in der Tatsache,
dass die menschliche Geschichte eine Geschichte nicht
nur der Grausamkeit, sondern auch von Mitgefühl, Op-
ferbereitschaft, Mut, Freundlichkeit ist.

Was wir an dieser komplexen Geschichte als wichtig
betrachten wollen, hat einen großen Einfluss auf unser
Leben. Wenn wir nur das Schlimmste sehen, zerstört das
unsere Fähigkeit, etwas zu tun. Wenn wir uns an die Zei-
ten und Orte - und es gibt so viele davon - erinnern, wo
Menschen sich wundervoll verhalten haben, gibt uns das
die Energie zu handeln, und zumindest die Möglichkeit,
diese aus dem Gleichgewicht geratene Welt auf einen
anderen Weg zu bringen.

Und wenn wir tatsächlich, auf wie unbedeutende Art
auch immer, handeln, müssen wir nicht auf irgendeine
große utopische Zukunft warten. Die Zukunft ist eine un-
endliche Aufeinanderfolge von Gegenwarten, und heute
so zu leben, wie menschliche Wesen unserer Meinung
nach leben sollten, all dem zum Trotz, was um uns herum
schlecht ist, ist schon in sich ein wunderbarer Sieg.
HOWARD ZINN

"Da - so Hayek - nur diese Gesellschaft in der Lage ist, eine Wirtschaft zu organisieren, die das Überleben der Menschen sichern kann, ist Unterwerfung unter die allgemeinen Verhaltensregeln letztlich die Bedingung für die biologische Existenz des Menschen. Dies rechtfertigt Zwangsmaßnahmen der Regierung zur Durchsetzung dieser Regeln. Auch wenn diese Zwangsmaßnahmen des Staates hierauf beschränkt sein sollen, was vordergründig auf sehr eingeschränkte Kompetenzen des Staates und auf viel Freiheit schließen ließe, so ist dieser schlanke Staat tatsächlich ein zutiefst autoritärer Staat. Es überrascht deswegen nicht, wenn die von Hayek so benannte liberale Gesellschaftsordnung das Leitbild der gegenwärtig führenden rechtsextremen Parteien darstellt" (Schui 1996, 119 f.).

Eine Welt muss umgestürzt werden, aber jede Träne, die geflossen ist,
obwohl sie abgewischt werden könnte, ist eine Anklage, und ein zu
wichtigem Tun eilender Mensch, der aus roher Unachtsamkeit einen Wurm
zertritt, begeht ein Verbrechen. (Rosa Luxemburg)

Der Schrei - Im Anfang war der Schrei.

Wir schreien. Wenn wir schreiben oder lesen,

vergessen wir schnell, dass im Anfang nicht

das Wort ist, sondern der SCHREI.

Angesichts der Verstümmelung des menschlichen

 Lebens durch den Kapitalismus, ein Schrei

der Trauer, ein Schrei des Entsetzens,

 ein Schrei des Zorns, ein Schrei der Verweigerung:

 NEIN.

Nein ist das Subjekt der Revolution,

 die zum Ausbruch bereite Antriebskraft

gesellschaftlicher Veränderung. NEIN zur Unter-

drückung. NEIN zur stumpfsinnigen, gefährlichen

Zerstörung durch das Kapital. Dieses NEIN

ist ein Fest, eine Explosion neuen Lebens ein

Experimentieren mit neuen Formen gesellschaftlicher

Organisation. John Holloway

 

  Von ihren Regierungsbüros und Vorstandsetagen,

 auf jedem Kanal und von jedem Börsenparkett wiederholen die


neoliberalen Führer, die Krise sei schwer und unsere Lage verzweifelt.

 Wir befänden uns auf der Titanic,


erklären sie uns, und wenn wir uns vor dem Untergang retten wollten,

müssten wir einsehen, dass sich die Lage


der Verschuldeten, Vernetzten, Verwahrten und Vertretenen weiter

verschlechtern müsse. Mit anderen Worten


wollen sie uns weismachen, dass es uns besser geht, wenn es uns

schlechter geht! Wie sollten wir angesichts


dieser Erpressung nicht aufstehen und die Empörung hinausschreien,

die in uns kocht? (Antonio Negri-Michael Hardt) Wofür wir kämpfen?

Neue Schubladen und alte Schachteln


Ja, WIR Menschen haben sie gerne,

UNSERE Schubladen und Schachteln.

WIR sind immer so froh, wenn WIR auf UNSEREN Wegen

Dinge vorfinden, die UNS neu erSCH€INen und WIR sie

 am besten sofort in eine dieser Schachteln packen können.

Denn nichts fordert UNS mehr heraus, als eine Sache,

die WIR nicht in irgendeine Schublade zuordnen können.

Ein Ding, das ungeordnet und Schubladen-Schachtel-Resistent

 herumliegt und WIR UNS UNSERE Zehen und Nasen daran stoßen.


WIR schrecken selbst davor nicht zurück, die Dinge von

 Anderen in diese Schubladen und Schachteln stecken zu wollen,

weil es ja so viel besser für UNS und ALLE ANDEREN ist!


So haben WIR beschlossen!

Wenn die Anderen schon IHRE Dinge nicht in Schachteln

stecken wollen,

dann müssen WIR es eben für die Anderen tun.

Zu IHREM Besten!

Denn WIR haben ja schließlich den "Großen Überblick"!

WIR sehen ja schließlich das "Ganze Bild"!

Das ganze Ausmaß der Schubladen und Schachteln.

Und nichts stört UNS so sehr, wie eine leere Schachtel,

eine ungefüllte Schublade eine vernachlässigte Box!

Nichts hindert UNS so sehr, wie ein Ding, das unzugeordnet

vor unserer Nase herumliegt und in keine der Schachteln,

Schubladen und Boxen passt.

Weil ES zu neu ist. Weil ES vorher so noch nie da war.

Weil ja noch nicht einmal passende Schubladen und Schachteln,

 geschweige denn DIN-Norm-Gerechte BOXEN dafür gab und gibt!


Am einfachsten ist es da, wenn WIR dieses Ding einfach

ignorieren und UNS darauf einigen, daß es dieses Ding gar

 nicht gibt (später werde ich erläutern was WIR meinen)!

Last UNS doch lieber nur die Dinge betrachten, die in

Schachteln passen,

die UNSERE Schubladen füllen können und auf denen

WIR dann ein Etikett,

ein Label kleben können, auf dem steht:

A wie Angst, B wie Beziehung, C wie Charakter, ......

V wie Vergebung, W wie Wut, X wie X-Mal übersehen,

 Z wie Zorn.

Jaaaaaaaaa, damit können WIR arbeiten, damit haben WIR

UNSEREN Frieden.

So können wir UNS in den Schachteln und den Schubladen,

 den Boxen und den Karteikarten für Zwischenmenschliches

wiederfinden, nachdem WIR UNS SELBST verloren haben,

zwischen all den NEUEN DINGEN die überall herumliegen!

Diese Stolperfallen ohne Schubladen-Label,

diese Herausforderungen ohne Schachtel-Norm,

 diese Hindernisse ohne Box-Format!


Ich will euch etwas sagen.

Das NEUE ist so NEU weil es NEU ist!

Daß wir es noch nicht einmal sehen würden,

 selbst wenn es auf unserer Nase sitzen würde.

Es ist so neu, daß es in keine Schublade,

 keine Schachtel und keine Box passt.

Weder in alte Schachteln, noch in NEUE Schachteln.

Es passt in keine BOX mehr hinein.

Das ist das NEUE daran!

Wir (Ich und Ich und Ich und Du und Du und Du)

 werden alte Schachteln da hin tun, wo sie hingehören.

 Auf den Müllhaufen der Geschichte.

Egal ob da "Bedingungslose Liebe-Agenda" drauf steht oder

"Andis böse Wut"!

Egal ob in dieser Schachtel "Nur mit dieser Therapie werden

 WIR Heile-Agenda" drin steckt,

oder es sich um eine

"WIR-SIND-ALLE-EINS-LOVE&JOY-HAPPINESS-FOR-ALL-Agenda-BOX"

 handelt.


Und das ist neu!


Alles andere ist "ALTER WEIN in NEUEN SCHLÄUCHEN"!


WIR haben tausende von Jahren um Heilung gebeten,

 haben gebettelt und gefleht um Erlösung und Befreiung

 von der Tyrannei, von den Ketten,

 von den Beschränkungen der Existenz!

WIR sind auf den Knien herum gerutscht,

 gekleidet in Asche und Sack und haben verzweifelt

 die Hände gefaltet zum Schwur, zum Eid, zum Gelübde

und zum Versprechen, dabei zu sein und dafür einzustehen,

wenn das NEUE kommt.

Haben Litanei für Litanei, Paternoster für Paternoster

herunter gebetet und herunter geleiert, erfleht,

die ERLÖSUNG möge kommen!

Der WAHRE MESSIAS und HEILAND möge erscheinen.


Und?


Hier bin ICH!

Hier sind WIR!

Die NEUEN!

Und passen in keine von EUREN Schachteln!


Peinlich, nicht wahr?


Anthamak,

Leuchtturm von Gibraltar

ALS-ob:

Diese gesamten, angesammelten bürgerlichen, „spiesserischen“ Halb-und Gesamt-UN-wahrheiten, die auch in der LINKEN oder „alternativen“ oder sonstwie nicht heterogenen „Szene“ kolportiert, angesammelt, verstümmelt, halbherzig angewandt und oftmals nur als sporadische Ausflüchte eher beherzigt werden, gehen mir mittlerweile periodisch immer mal wieder enorm auf das "Gemüt" oder den "schon vorhandenen (?) Geist!

Also dieses angeschwemmte, wiederholte, vertraute, bekannte Gerede auch von angeblich „zu allen Veränderungen bereiten“ Personen, die dann doch unbedingt ein „neues Auto, ein E-Bike, ein EI-Phone, .etc.“ kaufen „müssen“, (unbedingt Sonntags "den" Tatort nicht verpassn wollen, ist ja soo wichtig,..!) weiterhin viel Tier-Fleisch konsumieren, sich wenig ökologisch verhalten, den ganzen Konsum-Wirrwar sogar manchmal „stolz“, weiter bewundern und latent mittragen, dabei freudig mitmachen (ja wegen der Kinder, weisst du, ..?) und nur davon REDEN, in Ihren behüteten und oft „begüterten“ Kreisen, das man/frau möglichst alles „ganz anders“ machen sollte, etc.

Aber vorher sollte jede/ r „vernünftig“ mitarbeiten, sich ein Vermögen erschuften, um dann, danach, etwas zu verändern mit diesem angeblich „ehrlich“ erworben Geld in permanenter Untertanenhaltung und devoter Mitarbeit an fremden Verwertungs-Interessen erworben, (die deren Macht enorm ausweiten, Tag für Tag, ..) als wenn diese Einübung in das etablierte Bürgertum nicht schon genügend zerstören und verschütten würde, als wenn sich manche Leute aus diesen etablierten, für sie klaren „Lebensverhältnissen“ überhaupt noch „danach“ lösen wollten oder sie verlassen könnten, würden, ...etc. ??

Mir scheint das bei einigen/ vielen eher ein permanente Hinhaltestrategie zu sein, so ähnlich wie in den 70ern, als „alle“ angeblich „links“ „Revoluzzer“ und ähnliches waren, aber danach und im Nachhinein, die bürgerlich bequeme „Heimat“ und das standartisierte Leben wieder gesucht, zu vertrauten Mustern zurückgekehrt sind, ..

Ach Ja?
Brent-Yves Debecker

Bei einer Suche nach Sinnlichkeit und nach emotionalen Alternativen
zur Entfremdung und Leere, darf nicht der Blick für die entscheidende
Rolle der Vernunft verloren gehen oder diese im Namen einer Bekämpfung
der Wissenschaft und Mechanisierung der Gesellschaft abgelehnt werden.
Es bedarf einer  rationalen politischen Analyse, wie sie von der SOZIALEN
ÖKOLOGIE & dem "Libertären Kommunalismus" angeboten wird;
eine Analyse, die festhält, daß sowohl ökologische Störungen wie unsere
gegenwärtige Vereinzelung und Entfremdung, gesellschaftliche wie kulturelle
Ursachen haben.
So wichtig Gefühle und Sinnlichkeit auch sind, wir würden sie mit dem
Verlust der rationalen politischen Handlungsfähigkeit zu teuer bezahlen.
Eine mystische Tendenz, die unseren Phantasien nachgibt und uns feinsinnig
zu Gefangenen einer Warengesellschaft macht, könnte uns letzlich, trotz
gutgemeinter Absichten, unserer individuellen Freiheit ebenso berauben
wie unserer gesellschaftspolitischen Aktivität. JANET BIEHL
 

Er glaubt in einer freien Gesellschaft, einer wahren Demokratie zu leben, wo "Meinungsvielfalt herrscht. Schließlich kann er an jeder Ecke wo es Zeitungen gibt sehen, wieviele täglich verkauft werden. Und auch, wenn es viele Zeitungen gibt erkennt er nicht das ihre Ansichten gar nicht so verschieden sind. Denn alle wichtigen Meinungsbildenden Medien sind streng zentralisiert, und agieren gemeinschaftlich unter der Regie von gerade mal 5 Konzernen, die eine weltweite Kontrolle von Meinungen ermöglicht. Es ist eine tägliche Flut von sich anscheinend widersprechenden Ansichten-höchstens drei - dies erzeugt ein Dickicht "Globaler Einheit".. unsichtbar und subtil. Würde er sich erinnern, das keine zwei Meinungen von Einzelpersonen gleich sind, würde er realisieren das es sich bei den öffentlich verkauften Zeitungen und Magazinen-den Massenblättern, um eine gut organisierte Methode handelt um das Denken zu kontrollieren. "Es steht ja in der Zeitung, also muss es wahr sein.." kann er überall hören. Wenige erkennen, das die vorgegebenen Ansichten auf eine bestimmte AGENDA hin, einer Weisungsrichtung der Wirtschafts- Politik handelt, um die Menschen zu gängeln-und einem "Tunnelblick" unterzuordnen.Nicht Individualität, sondern UNIFORMITÄT ist erwünscht. (Steven Black)

STOP TERROR - STOP-TERRORISMTag gegen den Terrorismus

Gesucht werden die Entführer von Ländern. Gesucht werden die Würger von Löhnen und die Vernichter von Arbeitsplätzen. Gesucht werden die Vergewaltiger der Erde, die Vergifter des Wassers und die Räuber der Luft. Gesucht werden die Händler der Angst. (Eduardo Galeano) GESUCHT WERDEN DIE  PARLAMENTARIER DES VERRATS UND  DER LÜGE! - Gesucht werden die Zocker der  Aktienbörsen! - Gesucht werden die Banker des Betrugs! - Gesucht wird die skrupellose Kanzlerin und  Waffenverkäuferin von Deutschland! G.F.

 

 

 "Die Eile anzukommen"
An einem Morgen des Jahres 2007 bot ein Geiger in einer U-Bahn-
station in Washington ein Konzert dar.
Neben einem Mülleimer an die Wand gelehnt spielte der Musiker,
der eher wie ein  einfacher Bursche aus dem Viertel wirkte,
eine Dreiviertelstunde lang Werke von Schubert und anderen
Klassikern.
Eintausendeinhundert Menschen liefen vorbei, ohne in ihrem
eiligen Gang innezuhalten. Sieben blieben etwas länger stehen
als einen Augenblick. Niemand applaudierte. Es gab Kinder, die
bleiben wollten, doch ihre Mütter zogen sie weiter.
Niemand wusste, das dies Joshua Bell war, einer der bekann-
testen und beliebtesten  Solisten der Welt.
Die Zeitung The Washington Post hatte dieses Konzert organi-
siert. Es war ihre Art zu fragen:
"Haben Sie Zeit für die Schönheit?"
Eduardo Galeano - Kinder der Tage - Seite 21.

 

 

 

 

 

 Von (Bille Klein) ...die allgemeine unzufriedenheit -> in meinen augen rührt das daher, das du deine geniessende freizeit in den meisten fällen mit deinem erworbenen geld teuer bezahlst (z.b. fitness, yoga, bastelkurse,kegeln, urlaube, oder teuere seminare auf ökohöfen ect -je nach interessen eben) .. du reisst dir den arsch auf, träumst abends im bett davon am nächsten tag einfach mal tief durch atmen zu können und ein klein bisschen das leben geniessen dürfen.. möglicherweise blätterst du dann am nächsten tag - beschwingt von dem wunsch- im onlineangebot herum, bei wem du dein geld für deinen genuss los werden kannst.. kaum einer kommt doch heute noch auf die idee, lebensgefühl und lebensfreude mit menschen in seinem direkten umfeld zu leben.. drum ist ja auch das angebot für kraftschenkende momente so gross auf dem markt ..gibt doch alles käuflich zu erwerben - auch dein vermeintliches "glück" .. unterm strich spürt man nach dem erwerb von glück/genuss im innersten, das es eben doch nicht so tiefgreifend glücklich gemacht hat ! .. und eben auch die erkenntnis, das neben all dem schimmer,glimmer, geld und konsum der bittere beigeschmack von nicht gelebtem lebensgefühl bleibt ..
und gemeinschaft - tja das ist halt auch nicht so einfach zu leben ! .. da machen die meisten eben auch den fehler, ständig die anderen in der gemeinschaft zu kritisieren und vergessen dabei gänzlich, das selbstkritik auch dringend notwendig ist in einer gemeinschaft .. wir sind doch meist so sehr auf unserem selbstdarstellungstripp - besonders in den gemeinschaften- das wir gar nicht bemerken, woher viele der kleinen problemchen rühren.. wir selbst sind das problem in ganz vielen fällen ..wir selbst mit unserer erwartungshaltung, unserem verklärtem bild von gemeinschaft, unserer ungestillten sehnsucht- der endlich leben eingehaucht werden soll.. da könnt ich jetzt noch mehr schreiben ..aber mir fehlt schon wieder die zeit .. bis dann - habt einen schönen tag !

 http://geroldflock-photography.jimdo.com/city-slickaz/

 

 Leider sind viele von uns so verletzt,
dass wir lieber nichts mit anderen zu
tun haben und nicht mit ihnen teilen
wollen.
Wir verkriechen uns eher noch tiefer
in die Höhle der Getrenntheit und geben
uns der Illusionen von Unabhängigkeit hin -
so lange, bis sie zerbröselt. Wenn die
Krisen konvergieren und es immer mehr
Menschen so ergeht, wird das Verlangen
nach dem Wiedererstarken von Gemeinschaft wachsen.

www.scorpio-verlag.de/Buecher/.../Oekonomie-der-Verbundenheit.html
Ökonomie der Verbundenheit. Wie das Geld die Welt an den Abgrund führte – und sie dennoch jetzt retten kann. Mit einem Vorwort von Margrit Kennedy.

Charles Eisenstein

ÖKONOMIE DER VERBUNDENHEIT

Seite 53

 

Mir reichts, Völkerrechtsariensingendes Amerika.

Du hörst die gesamte Welt ab wie Orwell es sich nicht hätte träumen lassen.
Du bist das einzige Land der Welt, das jemals Atomwaffen gegen Menschen einsetzte.
Du betreibst ein Imperium, das die Welt umspannt, mit über 900 Militärbasen.
Du benutzt Uranmunition, chemische Kampfstoffe, Clusterbomben und rüstest auf schmutzige Atombomben um.
Du folterst, wirfst Menschen ohne Gerichtsbeschluss in Geheimgefängnisse.
Du schickst völkerrechtswidrig Killerdrohnen in andere Länder (Über 3000 Tote bisher).
Du tötest ungenau und nimmst galoppierende zivile Verluste in Kauf.
Du hattest riesige Unregelmäßigkeiten im Ablauf Deiner "demokratischen Wahlen".

Bei William Blum, einem Schriftsteller u. Kritiker, der wegen seiner Opposition zum Vietnamkrieg das State Department verliess, können Sie die Auflistung der
Staaten finden, in denen die USA seit 1949 durch einen Sturz oder den versuchten Umsturz der Regierung ihren Machtbereich zu vergrößern suchten... häufig mit massenhaft Toten in Folge. Man KANN diese Aktivitäten nicht ignorieren.


34 mal wurde das Manöver "Feindliche Übernahme" bereits erfolgreich durchgeführt -
in 22 weiteren Fällen blieb es beim Versuch, oder er dauert noch an.

Man höre auf, mir die Zeit mit derart verblödeter Heuchelei zu stehlen. (Peter Jüriens)

Zeit des Zorns?

 Von welcher Qualität ist der Widerstand?
Wie viel wissen die Widerstehenden von der Geschichte sozialer Kämpfe

und von dem zerstörerischen Potential des Kapitalismus?

Haben sie das Wellental der Bewegung, die Ruhe vor dem nächsten Sturm,

die Zeit ohne täglichen Aktionismus genutzt,

um klüger zu werden?

Um die Entwicklung der Gesellschaft genau zu beobachten?

Neues zu entwerfen?
Sich im besten Sinne rücksichtslos und erkenntnisfördernd miteinander

zu streiten? Jutta Ditfurth

ZEIT DES ZORNS

Seite 225

 

Empört Euch! Stephane HesselDas Pamphlet "Empört Euch!" des ehemaligen Resistance-Kämpfers

Stephane Hessel ist wohlfeil, weil es nicht konkrtet benennt,

worüber man sich genau empören sollte und was man dabei in die

Waagschale zu werfen hätte. Unter Marketinggesichtspunkten war

das Büchlein, das für drei Euro an den Kassen der Buchhandlungen

wie Postkarten oder Kalendersprüche feilgeboten wurde, ein

genialer Coup: Von dem Ding wurden weltweit 4 Millionen Exemplare

verkauft; entsprechend gab es kurzzeitig eine Kaskade von Nach-

ahmungen durch alle möglichen Verlage.(Harald Welzer)

 

Die "Linke" hat Technologie, Produktion, Organisation, Darstellung und Stellvertretung, Entfremdung, Autoritarismus, Moralität oder Fortschritt nie radikal in Frage gestellt.

Und immer noch hat sie zur Ökologie, zur Autonomie oder zum Individuellen nichts Sinnvolles zu sagen. Der Ausdruck "links" ist generell und eine grobe Umschreibung aller sozialistischen Tendenzen (Sozialdemokratie bis Liberalismus, Maoismus bis Stalinismus), welche die Massen in einem "progressistischeren" Programm "resozialisieren" möchten, und das oft mit Ansätzen, die zur Bildung einer falschen "Einheit" oder von politischen Parteien Zwang und Manipulierung vorsehen.

 

 Furchtbar die Enttäuschung, wenn die Menschen erkennen

oder zu erkennen glauben, daß sie einer Illusion zum

Opfer gefallen sind, daß das Alte stärker war als das

Neue, daß die "Tatsachen" gegen sie und nicht für sie

sind, daß ihre Zeit, die neue, noch nicht gekommen ist.

Es ist dann nicht nur so schlecht wie vorher, sondern

viel schlechter; denn sie haben allerhand geopfert für

ihre Pläne, was ihnen jetzt fehlt, sie haben sich vor-

gewagt und werden jetzt überfallen, das Alte rächt sich

an ihnen.(...) Die Anstrengung folgt die Erschöpfung,

der vielleicht übertriebenen Hoffnung, die vielleicht

übertriebene Hoffnungslosigkeit.

Die nicht in den Sumpf Zurückgefallenen fallen in Schlim-

meres; die die Aktivität für ihre Ideale nicht einge-

büßt haben, verwenden sie nun gegen diesselbe!

Kein Reaktionär ist unerbittlicher als der gescheiterte

Neuerer, kein Elefant ein grausamerer Feind der wilden

Elefanten als der gezähmte Elefant. (Bertolt Brecht)

 

 

 

 Wir dürfen den Philistern das Recht, in unser Leben einzugreifen,
nicht zugestehen. Mir ist es mein Leben lang so gegangen, und
noch heute werde ich jeden Augenblick von den Gleichgeschalteten
und dogmatisch Festgelegten mit Haß und Ohrfeigen beehrt, bald
mehr salbungsvoll, bald mehr bestialisch-gemein, bald von katho-
lischer, bald von protestantischer, bald von kommunistischer
oder anderer Seite. Man kanns nicht ändern, aber man darf den
Minderwertigen nicht Recht geben.
Herzlich wünscht Gutes
HERMANN HESSE
Die Antwort bist Du selbst. - Briefe an junge Menschen - Seite 364.

 

 

 Cybertribe-VisionenDer Kampf um die Träume


Die Grundlage einer freien Gesellschaftsordnung bildet der Traum eines

Lebens, das auf zwischenmenschlicher Wärme und Liebe basiert, auf der

Möglichkeit einer unabhängigen Entwicklung und auf Werten wie Solidarität,

Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Die Verwirklichung dieses

Traumes setzt den Widerstand gegen den vorherrschenden Prozeß der

Zerstörung von Mensch und Natur voraus. Ein Weg, in den unterschiedlichste

Einflüsse eingehen können, ist die Entwicklung gemeinschaftlicher Strukturen

im Rahmen gegenkultureller Freiräume, die im Idealfall eine Verbindung

von innerer und äußerer Veränderung ermöglichen.


Der Kampf um dei Träume bzw. der kampf um die Bedürfnisse und das Be-

wußtsein der Menschen ist allgegenwärtig. Er wird auf der gesellschaftlichen

Ebene genauso geführt wie im Innern jeder und jedes Einzelnen. Die Struktur

der bestehenden westlichen Gesellschaftssysteme basiert auf verschiedenen

Herrrschafts- und Manipulationsmechanismen, die wechselwirkend ineinander

übergreifen und gleichermaßen den zwischenmenschlichen privaten Bereich

wie auch den öffentlichen Bereich bestimmen.


Ein großer Teil der Bevölkerung ist subjektiv in das bestehende System

integriert, übernimmt weitgehend die vorgegebenen Denk- und Handlungs-

muster und ist zumeist gleichzeitig überzeugt, frei und unabhängig zu sein.

Gegenwärtig kommt es vor allem über die Massenmedien bzw. über die

Bewußtseinsindustrie zu einer Kontrolle der Willensbildung und der Wahr-

nehmung, die sich im Zuge der technischen Entwicklungen und der

politischen Gleichschaltung noch weiter verschärfen wird. Gerade der

scheinbar unpolitische Unterhaltungsbereich nimmt eine herausragende

Funktion ein. Durch ihn werden in einer zumeist äußerst subtilen Weise

systemtragende Einstellungen weitertragen, wie zum Beispiel, der Konsum-

zwang, das Leistungsprinzip oder sexistische Haltungen, auch wenn dies

vielfach von den Beteiligten nicht beabsichtigt wird und die Erwirtschaftung

von Profit im Vordergrund steht. Deutlich wird dabei, daß es keine kulturellen

Erzeugnisse ohne gesellschaftliche Funktion, ohne politische Tendenz gibt.

Am einflußreichsten sind vielfach gerade die Filme, Fernsehshows und

Musikstücke, die vorgeben keine tiefere Aussage zu besitzen.


Unterdrückte und unbefriedigte Bedürfnisse, sei es nach zwischenmensch-

licher Wärme, nach einer freien Sexualität, nach selbstbestimmter Entfaltung

oder nach einem gewissen Wohlstand, werden in die Traumwelten der Me-

dienstars projiziert, in denen es scheinbar möglich ist, alle Wünsche zu

verwirklichen. Unterschwellig wird vermittelt, daß es möglich ist, durch den

Besitz eines bestimmten Produktes den Träumen näher zu kommen, während

es dabei tatsächlich zu einer Ablenkung von den eigentlichen Problemen

und deren Ursachen kommt. Dementsprechend ist auch der Geschmack kein-

eswegs ein Ergebnis einer unabhängigen Entscheidung, sondern vielmehr in

einem wesentlichen Ausmaße die Folge gezielter künstlicher Beeinflussungen.

 

Selbst Menschen, die in weit von den Metropolen entfernten Gebieten le-

ben, können über das Fernsehen erreicht und beeinflusst werden. Die welt-

weit ausgestrahlten us-amarikanischen TV-Serien werden dabei genauso wie

die internationalen Musikhits aus den Vermarktungsabteilungen der multi-

nationalen Konzerne zu Symbolen eines modernen Imperialismus. Dieser

nutzt verstärkt die popläre Kultur und die Medien zur Erhaltung bzw. zur

Ausweitung seiner Macht und trägt über den Prozeß der weltweiten Gleichschal-

tung zur Zerstörung eigenständiger Kulturformen bei. Gleichzeitig werden aber

auch rebellische Grundhaltungen, wie sie in der Musik insbesondere im Zusam-

menhang mit Jugendbewegungen immer wieder auftreten, in ihrer Hauptströmung

durch den riesigen Verwertungsapparat der Konzerne entschärft und kommerzi-

ell verwertet. Die Geschichte der populären Musik ist von solchen Entwicklun-

gen geprägt, sie lassen sich im Zusammenhang mit dem Rock-´Roll genau-

so aufzeigen wie am Beispiel der Punk-Musik oder der Techno-Kultur.


Der Personenkult um die Medienstars, deren Einfluß insbesondere auf

Jugendliche teilweise größer ist als der von Eltern, LehrerInnen oder

PolitikerInnen, läßt sich auf autoritäte Charakterstrukturen zurückführen.

Die Wurzeln liegen in einer Erziehung, die von frühester Kindheit an eine

freie Entfaltung verhindert und auf der Unterordnung gegenüber Autoritäten

in fast allen Lebensbereichen basiert. Aus dieser Entwicklung heraus entsteht

eine Persönlichkeitsstruktur, welche eine Orientierung an Führern,

imaginären Göttern oder Stars sucht, die bis zur völligen Unterwerfung reichen

kann. Die eigenen unterdrückten Bedürfnisse werden auf die Leitfiguren

übertragen und deren Werteordnung übernommen.


Doch so sehr auch die Mechanismen der Manipulation bzw. die Verinner-

lichung der Unterdrückung fortgeschritten sind, ein letztes Stück innerer

Lebendigkeit, das Bedürfniss nach freier Entfaltung und Selbstbestimmung

wird immer gegeben sein. Ob sich dieses Bedürfnis entwickeln kann und zu

einer bewußten Haltung wird, liegt im wesentlichen an jeder Person selbst.

Der zerstörende Charakter der gegenwärtigen Entwicklungen, denen gleicher-

maßen Mensch und Natur zum Opfer fallen, ist trotz der vielfältigen Ebenen

der Verschleierung dermaßen offensichtlich, daß niemand behaupten kann,

er oder sie habe nichts gewußt. Entsprechend kann sich der Verantwortung

bzw. gegebenfalls der aus der Passivität und der Teilnahme folgenden

Mitschuld niemand entziehen. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, also

keine wirkliche befreite Form der Existenz unter den Bedingungen eines zer-

störenden Systems, stellte Adorno einmal fest. Die Möglichkeit und die

Notwendigkeit einer Annäherung aber besteht. (Wolfgang Sterneck)

(Aus dem Buch - DER KAMPF UM DIE TRÄUME) - Seite 16 - 17.

 

STERNECK.NET - Kultur und Veränderung - Culture and Change

www.sterneck.net/
Sterneck.net eröffnet einen Freiraum, der die Lust auf Leben mit kritischer Analyse und den Visionen konkreter Utopien verbindet. * CULTURE AND CHANGE

 

 

 Hypothese:

Wirklich anders Versuchen nur Leute mit Phantasie zu leben, die etwas wagen, anecken, anders leben, auch den Mut besitzen was abzugeben, aufzugeben zu verlieren, und sich nicht permanent durch von aussen kommende Vorgaben übernatürlich und untertänigst belehren lassen, ::

Im Endeffekt wird die "Kirche" von vielen LINKEn als Feind angesehen, aber was sie ebenso anbeten und real leben, woran sie kleben, ist der" GELD GOTT" weil sie es gar nicht anders kennen, ...!

 

 Wir werden Gedichte in Fabriken vortragen, Konzerte auf der Strasse geben, Sex in Feldern und Bibliotheken haben, kostenlose Picknicks in Supermärkten und Flohmärkte auf Autobahnen.

Wir müssen natürlich auch neue Auffassungen von Zeit einführen und neue Arten zu reisen. Versuch mal ohne Uhr zu leben, ohne dass du dein Leben der hektischen Welt angleichst. Versuch mal eine lange Reise zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu machen, so dass du alles von deinem Startpunkt bis zu deinem vorläufigen Ziel erleben kannst ohne durch eine Scheibe darauf zu blicken.

Mach dich auf Entdeckung in deiner Nachbarschaft, besteige Häuserdächer, schau um die hintersten Ecken deiner Umgebung, die du noch nie bemerkt hast. Du wirst begeistert sein wieviel Abenteuer da draussen auf dich warten!

 

 

 Wir machen den Kapitalismus.
Wenn der Kapitalismus heute existiert, dann nicht deswegen,
weil er im achzehnten oder neunzehnten Jahrhundert erschaffen
wurde, sondern weil er erschaffen wurde, weil wir ihn heute
erschaffen. Wenn wir ihn morgen nicht erschaffen, wird er
morgen nicht existieren.
Wir neigen sehr häufig dazu, andere dafür verantwortlich zu
machen - die Imperalisten, die Amerikaner, Bush, die Kapitalisten
- aber wenn wir sie dafür verantwortlich machen, dann stellen wir
uns in der Rolle der Opfer dar und wenn wir Opfer sind, dann sind
wir unfähig die Dinge zu ändern: wir müssen jemand darum bitten,
es für uns zu tun. Aber es sind nicht sie, die den Kapitalismus
erschaffen, wir sind es, die ihn erschaffen.
Und wenn wir die Kraft haben, ihn zu erschaffen, dann haben wir
auch die Kraft aufzuhören, ihn zu erschaffen.
Nur wenn wir uns unserer Verantwortung bewusst werden, vermögen
wir auch unsere Stärke zu verspüren.
Die Frage der Revolution ist folglich nicht: Wie zerstören wir
den Kapitalismus? , sondern, Wie hören wir auf, den Kapitalismus
zu erschaffen?  
Dies löst die Probleme nicht, aber es ermöglicht uns eine andere
Form des Nachdenkens über die Veränderung der Welt.
Zuerst einmal verändert es die Zeit. Die Frage dreht sich nicht
um den Aufbau für die Revolution in der Zukunft (die Schaffung
von Bündnissen), sondern darum, wie hier und jetzt gehandelt
werden kann, um den Kapitalismus zu zerbrechen, um jetzt aufzu-
hören, ihn zu erschaffen.
Zum zweiten konzentriert es unsere Aufmerksamkeit auf die ver-
weigerung. Es gilt jetzt, keine Zeit zu verlieren.
Wir müssen verweigern und alles unternehmen, damit diese Ver-
weigerung effektiv wird.  JOHN HOLLOWAY

 

 

 

„Es ist ein Paradoxon, das wir heute in unserer Fähigkeit,

 menschliches Handeln mit Hilfe von Werkzeugen umzusetzen,

 ein ehedem unvorstellbares Niveau erreicht haben,

und das es trotzdem gerade unsere Epoche ist,

 in der es nicht mehr gelingt, sich eine mit einfachen Werkzeugen

ausgestattete Gesellschaft vorzustellen, in der der Mensch

 seine Ziele durch die Betätigung einer unter seiner

 persönlichen Kontrolle gestellten Energie erreichen könnte.


Unsere Träume sind standardisiert, unsere Vorstellungen sind

industrialisiert, unsere Phantasie ist programmiert.

Wir können uns nur noch an die Logik der Massenproduktion angepasste,

sozialisierte Gewohnheiten vorstellen.

Wir haben die Kraft verloren uns selbst auszusagen, ..“


(Ivan Illich, in „Selbstbegrenzung“, 1974, S. 39)

 

 "Aus kleinen Missverständnissen gegenüber der Wirklichkeit zimmern wir uns Glaubensvorstellungen und Hoffnungen zurecht und leben von den Brotrinden, die wir Kuchen nennen, wie arme Kinder, die Glücklichsein spielen."

Fernando Pessoa (Das Buch der Unruhe)

 

 „Erfolg“ oder was dafür gehalten wird – (bsonders unter dem Aspekt monetärer Kompensation für stillhaltende „überzeugende“ Zuarbeit) haben nicht unbedingt die „Besten“, (wie immer gerne vollmundig beschworen,..) sondern die, welche faktisch, untertänigst ergeben, vorgegebenen Zielen und Entscheidungen, ohne zu zögern und zu widersprechen, (also undemokratisch) zuarbeiten und sie alternativlos durchzusetzen helfen, in jedem Bereich der Gesellschaft oder der angeblichen „Gemeinschaft“.

Besonders „erfolgreich“ wäre da beispielsweise die hervorragende, technische Umsetzung und Qualität der Vernichtung Andersdenkender im III Reich zu benennen und andere Großtaten, in denen besonders „Deutsch-Reich“ aka „Ger-Money“ vorderste Plätze „siegreich“ erobert hat!

John Speed. - "visiting the fresher sides of Ger-Money"

 


Die Polizei als politischer Feind

Zur Wahrheit gehört auch, dass die Polizei ein politischer Akteur ist. Sie sollte das eigentlich nicht sein,

es ist nicht so vorgesehen in der deutschen Gewaltenteilung. Sie sollte bestehende Gesetze sichern. Sie tut

mehr. Sie verfügt über den Notstand. Im Vorfeld der Demonstration hat sie ein "Gefahrengebiet" erlassen. Die

Polizei darf in so einem Gebiet verdachtsunabhängig kontrollieren, Platzverweise erteilen, Menschen in

Gewahrsam nehmen. Nochmal: Die Polizei selbst gibt sich diese Rechte. Kein Gericht.

Indem die Polizei in personam des notorischen Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft

(DPolG), immer wieder Demonstranten - sei es in Hamburg, sei es bei Protesten gegen Castor-Transporte - als

Chaoten diffamiert, bringt sie sich automatisch in eine Gegenposition. Politische Neutralität? Fehlanzeige.

Das führt dazu, dass die linke Bewegung die Polizei als einen Feind wahrnimmt.

 


 

 »In unserem schwärzesten Nihilismus habe ich immer nur Wege zu seiner Überwindung gesucht, aus instinktiver Treue zum Licht, in dem ich geboren wurde, und in dem die Menschen gelernt haben, selbst noch im Leid das Leben willkommen zu heißen.« Albert Camus

 

 

 

Beschämend für Innenminister und Kanzlerin

Konstantin WeckerKonstantin Wecker empört sich über die Weigerung der Regierung, Edward Snowden Asyl zu gewähren. “Denn wer aufrecht geht, ist in jedem System nur historisch hoch angesehen.”

Liebe Freunde,
dass sich der Innenminister und die Kanzlerin so vehement weigern, Snowden Asyl zu gewähren, obwohl über die Hälfte der deutschen Bevölkerung dies gut heißen würden, ist einfach nur beschämend. Beschämend, weil mittlerweile fast jedem vernünftigen Menschen klar geworden ist, dass hier ein tapferer Mensch von einem gnadenlosen, nahezu diktatorischen System gejagt wird, ein Mensch, der das tat, was jeder tun sollte: seinem Gewissen folgen.
Beschämend vor allem, weil uns doch unsere eigene Geschichte gelehrt hat, wer die wirklichen Helden in unserer Vergangenheit waren. Eben nicht die obrigkeitstrunkenen Befehlsempfänger, sondern die Aufrechten, das System boykottierenden Widerstandskämpfer.
In meinem Lied für die ” weiße Rose” habe ich die Zeilen geschrieben:
” …denn die aufrecht gehen, sind in jedem System
nur historisch hoch angesehen…”
Frau Merkel, Herr Friedrich, geben Sie sich einen Ruck. Handeln Sie wie Menschen, nicht wie dumpfe Befehlsempfänger.
Hannah Arendt schreibt über einen bestimmten Typ von Mensch, dessen sich die Nazis für ihre teuflischen Pläne zuverlässig bedienen konnten. Dieser Typ ist der gewöhnliche Familienvater, der “treusorgende Hausvater”, dem die Sicherheit seines Privatlebens über alles geht:
“Es hatte sich herausgestellt,dass er durchaus bereit war, um der Pension, der Lebensversicherung, der gesicherten Existenz von Frau und Kindern willen Gesinnung, Ehre und menschliche Würde preiszugeben.”
Alois Prinz schreibt in seiner Biographie über die große Philosophin:
“Was diesen -Typus für Hannah Arendt vor allem kennzeichnet, ist seine totale Gleichgültigkeit gegenüber der Frage, wie eine allen gemeinsame Welt aussehen und wie sie überdauern soll.”
Snowden hat sich um diese allen gemeinsame Welt verdient gemacht.
Sie Frau Merkel, und Sie Herr Friedrich ganz bestimmt nicht.

http://m.youtube.com/watch?v=7hvR5Mp2JQo

 

 

Ich genieße einige meiner Freundschaften, in denen wir meist
nur reden, aber nettes Beisammensein, Feiern, Essen und Reden
sind nichts, worauf man eine Gemeinschaft aufbaut. In echten Gemein-
schaften hängen die Menschen voneinander ab. Sie sind dazu ge-
zwungen, miteinander klarzukommen, denn sie brauchen einander.
Sie müssen lernen, mit den Fehlern aller zurechtzukommen. Akzep-
tanz ist entscheidend für das Überleben einer jeden Person. Dies steht
in scharfen Kontrast zu den meisten sogenannten "Online-Netzwer-
ken", bei denen das Verlassen einer Gemeinschaft so einfach ist, wie
auf die Löschtaste zu tippen.
CHARLES EISENSTEIN - Die Renaissance der Menschheit - Seite 3o1/302

 

 

 

 Wie ich sehe, sind bei Ihnen diese Verlockungen nicht in der Gestalt
politischer Programme & Scheinideale erschienen, dazu sind Sie schon
zu sehr Person geworden.
Aber Sie neigen dazu, sich den kleineren, mehr idealistischen Gemein-
schaften hinzugeben; den Vegetariern, Siedlern, Lebensreformern usw.
(...) Auch sie bedeuten für junge Menschen Ihrer Art eine Gefahr, nämlich
auch diese kleineren & idealeren Gemeinschaften wollen Sie vor der Zeit
formen & abstempeln, erziehen & einreihen, (...), aber Sie sollen je & je
daran denken, daß Ihr voller Menschenwert erst dann erreicht ist & wirk-
sam werden kann, wenn Sie sich wirklich so weit zu einer Persönlich-
keit, einem Charakter entwickelt haben, als Ihnen möglich ist.
Sie sollen also die Ideale & Ziele solcher Gemeinschaften & ihrer Führer
niemals gleich ernst nehmen wie ihr eigenes Werden und (...) Ihre
Person erst dann unterordnen, wenn sie den Ihnen möglichen Grad von
Menschwerdung erreicht haben.
Dieser Vorgang ist bei jedem anders, weil jeder von uns über eine andere
Mitgift von Talenten oder, naturwissenschaftlich gesagt, über einen
anderen genetischen Code verfügt.
Dieses unverwechselbare Potential gilt es auch ins Berufsleben einzu-
bringen & nicht locker zu lassen, bis ein geeignetes Tätigkeitsfeld für
Sie gefunden ist.
Denn wirklichen Fortschritt gibt es immer nur da, wo der Mensch das tut,
wozu er da ist, was seine Art von ihm fordert, was er darum gut & gerne
tut. Ein Mensch dem es im Leben wohl ist & der sich in Harmonie mit
der Welt fühlt, ist für die Welt bekömmlicher als ein mißvergnügter Streber.
Sagen Sie Ja zu sich, zu Ihrer Absonderung, ihren Gefühlen, Ihrem
Schicksal!
Es gibt keinen anderen Weg. Wohin er führt, weiß ich nicht, aber er führt
ins Leben, in die Wirklichkeit, ins Brennende & Notwendige (...)
Ihm entgehen durch Verrat am eigenen Schicksal & Sinn, durch Anschluß
an die "Normalen", das können Sie nicht. Es würde nicht lange gelingen
& größere Verzweiflung bringen als die jetzige.
Leben Sie den Drang Ihres Herzens nach. Es ist der beste Weg.
Was gut & was schlecht ist, weiß ich nicht, es ist mir immer zweifel-
hafter geworden. Gut ist der Mensch, wenn zwischen seinen Anlagen
& seinem bewußten Leben Harmonie herrscht, andernfalls kann er böse
& gefährlich werden.
Ziel eines sinnvollen Lebens, ist es, den Ruf dieser inneren Stimmen zu
hören & ihm möglichst zu folgen, (...) das Leben möglichst der Gestalt
anzunähern, die als Ahnung in uns vorgezeichnet ist.
(HERMANN HESSE - Brief an einen Studenten.)
Aus dem Buch - DIE ANTWORT BIST DU SELBST - Briefe an junge Men-
schen.

Ich bin, antwortete Hesse 1951 einem selbstmordgefährdeten Schüler,
mein Leben lang ein Verfechter des Einzelnen, der Persönlichkeit
gewesen & glaube nicht daran, daß es Allgemeingesetze gibt, mit
denen dem Einzelnen gedient wäre.
Die Gesetze sind im Gegenteil auch nicht für die Einzelnen da,
sondern für die Vielen, für die Herden, Völker & Kollektive.
Die wirklichen Persönlichkeiten haben es auf Erden schwerer,
aber auch schöner, sie genießen nicht den Schutz der Herde, aber die
Freuden der eigenen Phantasie & müssen, wenn sie die Jugendjahre
überstehen, eine sehr große Verantwortung tragen.

Es ist der Konformitätsdruck der großen Vereinfacher mit ihren ideologischen,
parteipolitischen, konfessionellen oder materiellen Versprechungen, der
die Jugend seit jeher bedrängt, ihren eigenen Weg zu früh aufzugeben.
Der ärgste Feind & Verderber der Menschheit ist der aus Denkfaulheit
& Ruhebedürfnis kommende Drang nach dem Kollektiv, nach Gemein-
schaften mit absolut fester Dogmatik, sei diese religiös oder politisch.

Wer in der Jugend, also im verletzbaren Alter, erlebt hat, die vorprogrammierte
Ausbildung in Schulen & Handwerksbetrieben aufzugeben, um sich statt
dessen autodidaktisch auf eigene Faust weiterzubilden, der ist zeitlebens
gezeichnet von einem Minderwertigkeitsgefühl gegenüber den sogenannten
Normalen & Anpassungsfähigeren.
Ein Minderwertigkeitsgefühl, das  es wettzumachen gilt durch doppelte
Leistung, die das Außenseitertum rechtfertigt gegenüber dem, was gemeinhin
für lebenstüchtig & erstrebenswert gilt.
Es ist das Antriebsfeder für fast alle ungewöhnlichen Unternehmungen
& Errungenschaften, seien es nun wissenschaftliche, wirtschaftliche, oder
kulturelle.
HERMANN HESSE

Calw plant für das Hesse-Jahr 2012

Und so darf man wohl Hesses gesamtes Lebenswerk als einen lebenslangen
Versuch begreifen, die Verletzungen aus der Kindheit & frühen Jugend zu
kompensieren & sein Unvermögen, sich gleichschalten zu lassen, zu recht-
fertigen durch alternative Leistungen.

 

Arbeit
Sich jenseits und gegen die Arbeit zu organisieren,
aus dem Regime der Mobilisierung kollektiv zu desertieren,
die Existenz einer Lebenskraft und einer Disziplin
in der Demobilisierung selbst zum Ausdruck zu bringen,
ist ein Verbrechen,, das eine Gesellschaft in Bedrängnis
nicht bereit ist, uns zu verzeihen;
es ist tatsächlich die einzige Art, sie zu überleben.
Unsichtbares Komitee

 

 

Zeit.
Der Anspruch der Kommune ist, so viel Zeit wie möglich
für alle zu befreien. Dieser Anspruch wird nicht allein,
nicht hauptsächlich in der Zahl von Stunden gerechnet, die
von jeder Lohnausbeutung unberührt sind.
Die befreite Zeit versetzt uns in Ferien.
Die vakante Zeit, die tote Zeit, die Zeit der Leere und der
Angst vor der Leere, das ist Arbeitszeit.
Von nun an gibt es keine Zeit mehr,
die zu füllen ist,
sondern eine Freisetzung von Energie,
die keine Zeit mehr begrenzt;
Linien, die sich abzeichnen, die schärfer werden,
denen wir nach Belieben folgen können,
bis zum Ende,
bis wir sehen,
wie sie andere kreuzen.
Unsichtbares Komitee

 

Die Oberen haben gesiegt...

Die Fetzen fliegen nicht mehr, die Oberen

haben gesiegt. Das Leichentuch wird über

die Gesellschaft gebreitet, damit man nicht

sieht, daß die Unteren im Todeskampf lie-

gen. Sie sind nicht tot, man braucht sie

noch zwecks Ausbeutung, aber sie können

nicht mehr kämpfen, und dafür werden

sie von den Siegern auch noch verachtet.

DAS IST; WAS DIE MATERIELLEN vERHÄLTNISSE

anlangt, grausam. Im Bereich der Kultur

wirkt das komisch. Die einzige geistige

Frage, die das Establishment beschäftigt,

lautet: Wie kann man die geknechteten

Menschen so verblöden, daß sie nie wieder

eine geistige Regung von sich geben? In

der Art allerdings, wie das Establishment

die Leute vertrottelt, gibt es die eigene

Trottelhaftigkeit preis. Das ist selbst

dan zum Lachen, wenn es nichts mehr zu la-

chen gibt.

Wer Kapitalismus sagt, dem wird unter-

stellt, er sei gegen den Kapitalismus, es sei

denn, er betont das Gegenteil. Die Folge

der Heuchelei ist Scheinkritik. Das ist die

Kloake, aus der die Kapitalismuskritik ent-

steigen muß. Das solche Kritik das Ziel

hat, das bestehende System zu stürzen,

weil es sich entgültig als unbrauchbar, un-

menschlich, unproduktiv und verbreche-

risch erwiesen hat, wird vergesssen. Man

bleibt lieber in der Kloake stecken und

rät dem Kapitalismus, sich zu bessern.

Das ist der Stand heutiger Kapitalismus-

kritik. Ein herrlicher Zustand: Ein System

ist am Ende, es wird nur noch von seinen

Kritikern am Leben erhalten.

MICHAEL SCHARANG - "Junge Welt" 28/29 September

2013, Nr. 226 Interview

 

 Ich glaube das eines der Probleme der zeitgenössischen Anarchisten
darin besteht, daß sie zu sehr auf ihre lokalen und poltischen
Ghettos beschränkt bleiben.
Sie sind entweder gefangen vom "klassischen Anarchismus" oder
vom "Protest-Anarchismus". In diesem Gefangensein scheint mir das
Hauptproblem des zeitgenössischen Anarchismus zu liegen, es kommt
keine wirkliche "Politik" aus dieser Bewegung, d.h. sie greifen
ausserhalb ihres eigenen Milieus nicht wirklich politisch ein.
Mit Eingreifen meine ich Handlungen die sich darauf konzentrieren
Machtsituationen wirklich zu verändern, damit meine ich Handlungen,
die darüber hinausgehen, vor einem Gebäude einer zu verändernden
Institution zu demonstrieren.
Oder ich meine die Arbeit mit normalen Leuten, in Wohn- oder
 Produktionskooperativen oder erzieherischen Bereichen auf lokaler
Ebene. Allgemeiner: alles was auf lokaler Ebene für eine Einfluß-
nahme der Bürger offen und erreichbar ist, sollte von AnarchistInnen
konstruktiv genutzt werden, um die Grenzen der Teilhabe und Mit-
sprache immer weiter auszudehnen.
Immer in die Richtung von Selbstorganisation und Selbstverwaltung.
Das berührt dann irgendwann auch die Struktur der Stadtverwaltung
und deren Art der Entscheidungsfindung.
Wenn wir dies nicht tun und in unseren Cafes und kleinen verrauchten
Zentren unter uns bleiben und über die nächste Demonstration
diskutieren, drehen wir uns im Kreis und warten auf die Revolution.
Man kann aber nicht auf die Revolution warten, man muß vielmehr
täglich konstruktiv für die Veränderung arbeiten.
Und das ist auch  meine Haltung zur gegenwärtigen anarchistischen
Bewegung:
Die Praxis vieler Anarchisten heute ist kontraproduktiv, sie
rennen gegen eine Wand, sie gehen nicht weiter, sie verharren
in der Negation, sind anti, anti, anti-...-all das ist wichtig,
aber du mußt auch sagen können, wofür du bist!
Du mußt auch in der Lage sein, die konstruktive Seite des Anarchismus
aufzuzeigen.
In dieser Hinsicht ist in meinen Augen der wichtigste zeitgenössische
Denker, der für eine heutige anarchistische Politikfähigkeit
Hinweise in die richtige Richtung gibt MURRAY BOOKCHIN.
(Auszüge, Zitate  und Gedanken aus einem Interviev von Wolfgang Haug &
Andi Ries mit DIMITRI ROUSSOPOULOS
dem Verleger von "Black Rose Books" gelesen in (SCHWARZER FADEN 1/1996)

 

 

 Kunst und Utopie.
Die Chance, Freiheit und Utopie wahrzunehmen, ist fast die Pflicht
der Kunst heute, um der Verengung der Phantasie und die Umstrukturierung
der Gefühle mit Brüchen zu konfrontieren, die Ausdruck einer Welt sind,
die auch sein könnte.
In diesem Sinne ist Kunst stets Verwandlung des vorgefundenen Materials.
Desto entwicklelter die Ebene der Überhöhung/Übertreibung(Verfremdung)
desto geringer ist ihr konservatives Element.
Die Überhöhung ist ein Mittel, um die Wirklichkeit bis an die Grenze
von Täuschung und Trugbild künstlerisch neu zu produzieren, -
deren scheinbare Objektivität und die statischen Gesetzmäßigkeiten,
die sich nur als Wirklichkeit ausgeben, zu entlarven.
Wirksam arbeitet sie mit vermeintlicher Sinnestäuschung.
Die Übertreibung macht nicht Halt vor den Grenzen der Unberechenbarkeit
- der Ratlosigkeit - der Irritation.
Im Gegenteil, sie entwickelt Haltungen in vielfältiger Weise für anders,
um dem Knast der Eindimensionalität ein Schnippchen zu schlagen.
Die Übehöhung als Methode vertraut oder verstößt in einer Zeit maßloser
Überreizung der Sinne den künstlerischen Schein, sie entwickelt ein
Verhältnis zu Elementen individueller oder kollektiver Rebellion in
der Kunst.
Sie verarbeitet Erfahrungen oder verwirft sie.
Das Experiment findet nicht im luftleeren Raum (Elfenbeinturm) statt,
sondern korrespondiert ständig mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit,
um sie im gleichen Moment wieder verlassen zu können.
Die Verbindung von Kunst und Utopie beruht wesentlich auf dem weiten
Spielraum der eigenständig entstandenen Assoziationen im Verhältnis
Künstler/Publikum zu der ungeheuren Mnege an künstlerischen Möglichkeiten,
die die Welt der Wirklichkeit um Vieles übertrifft.
Überhöhung bezeichnet Vorgänge detalliert; setzt der Willkür und
Beliebigkeit eine Haltung und damit den Weg der produktiven Aneignung
des Materials entgegen.
Der Zuwachs des Materials durch Vision bestimmt die Qualität des
künstlerischen Produkts. Das Maß ist die die Bildung neuer Wirklichkeiten,
die dem Abbild - der Nachahmung - entgegensteht
In der Überhöhung wächst die Wirklichkeit.
Die Harmonisierung der Welt durch bloße Nachahmung vergrößert die
Geschwindigkeit des Vernichtungsprozesses von Bewegung und Experiment.
Den tödlichen Generalisierungen fällt die Überhöhung als Methode
zum Opfer, sie erzwingen die Trennung von Kunst ihrer fiktiven Elemente,
werden beschreibende Ästehtik, entgestalten die Kunst und liquidieren
ihren verwandelnden Charakter.

Die Reduktion auf Nachahmung und Illustration des vorgefundenen Materials
als Gegensatz zur Verwandlung ist konservativ. Sie unterscheidet sich
wesentlich von der Überhöhung durch die Vereitelung sozialkritischer
Intentionen. Ihre Mittel sind bedingungsloses Einverständnis und nicht
Konfrontation, Brüche oder Distanz.
Die Nachahmung strebt der Ganzheit entgegen, harmonisiert Wirklichkeit
und mystifiziert das Verhältnis von Kunst und Realität.
Eine Begegnung von Kunst und Politik findet jedoch statt, wenn ein
Mit- und Gegeneinander in einer ständigen Überprüfung des Verhältnisses
möglich ist. Das Verhältnis beider zueinander ist bestimmt durch die
Gleichzeitigkeit der Vorgänge, die der Eigenbewegung der Kunst in
Zusammenhang mit den zu verändernden Verhältnissen bringt.
Dinge der Innen- und Aussenwelt werden beobachtet, montiert, verwandelt,
in die Zukunft projiziert und in die Gegenwart zurückgeworfen.
Der ambivalente Charakter von Kunst und Politik wird, wenn er zu einem
eindeutigen Verhältnis gezwungen sein sollte, den Graben zwischen
Aufbruch und aufrührerischem Drang nach kultureller Zerstörung gegen
die Identifikation zu Gunsten des Letzteren verschieben.
Die ausgegrenzte Seite wird dem Irrtum einer neuen Ordnung und
der Macht der Zwänge über die Utopie mit der Möglichkeit einer freien
selbstbestimmten Wirklichkeit begegnen. Nun wird die Kunst nicht mehr
zur Harmonisierung der Wirklichkeit beitragen, sondern sie kann die
Menschen als ständiger innerer und äußerer Unruheherd auf dem steinigen
Weg in die Freiheit begleiten.

Datei:Sf head.jpg Herby Sachs (in SCHWARZER FADEN Nr.27 - 1/88 Seite 51.)
http://geroldflock-photography.jimdo.com/die-anderen-welten-die-welten-dazwischen-die-welt-hinter-den-spiegeln/

 

 

 

 Nicht nur eine besondere Regierungsform
oder Parteiherrschaft bewirkt Totalitarismus,
sondern auch ein besonderes Produktions- und
Verteilungssystem, das sich mit einem "Pluralismus"
von Parteien, Zeitungen, ausgleichenden Mächten
etc. durchaus verträgt.
HERBERT MARCUSE

 

 

 

 Als das Wort an die Macht verschachert und die
Freiheit schon im Denken hintertrieben,
und damit jegliche Kommunikation zerstört wurde.
Die Sprache wurde zu einem toten Terrain, indem
kein orginärer Gedanke mehr sich regte, zu einem
trostlosen Exhibitionsgelände der auf Hochtouren
laufenden ideologischen Apparate, welche mit
ihren Schlagworten, Slogans, Parolen, Direktiven,
Verdikten, Kommandos und Verdammungen den Einzelnen
das nutzlose Denken abnehmen und sie im geistlosen,
stumpfen Mitmachen drillen wollten.
Mittels dieser rituell-autoritären Sprache schrieben
die herrschenden Eliten fest, was Recht und Unrecht,
was wahr und falsch wahr, unterbanden Einspruch
und Dissens, funktionierten Rede zu einer monolgoischen
Kundgebung um, in der nach Freiheit geschrien wurde
und Manipulation gemeint war.
GEORGE ORWELL

 

 Warum wir keine Signale von Außerirdischen empfangen?
1967 präsentierten die Astronomen Josef Schklowski & Carl Sagan eine ernüchternde Lösung
für das Fermi-Paradoxon. Wenn auch nur jeder 250 000. Stern von einem bewohnbaren  Planeten
umkreist wird, dann so berechneten sie, gäbe es in der Milchstrasse potentiell eine Million
extraterrestrische Zivilisationen. Die Tatsache, dass wir keinerlei Spuren von ihnen haben,
könne, so die beiden Astronomen, nur bedeuten, dass fortgeschrittene Zivilisationen sich stets
selbst zerstörten. Und zwar müsse das jeweils innerhalb von 100 Jahren nach der Erfindung von
Atomwaffen geschehen, andernfalls nämlich hätten die Außerirdischen genügend Zeit gehabt,
den Kosmos mit Signalen zu füllen, die wir auffangen könnten.
Wenn wir dieses Argument auf unseren eigenen Planeten anwenden, dann spräche alles für eine
Weltendämmerung im Jahre 2045, dem 100.Jahrestag der Bomben über Hiroshima und Nagasaki.
IAN MORRIS - WER REGIERT DIE WELT? - Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden?
Ich fand das Buch erst ab Seite 573 (WORST-CASE-SZENARIO) so richtig interessant.
Obwohl der Historiker die Geschichte ziemlich interessant wiedergibt, haben mich seine und die
von anderen Wissenschaftlern warnenden Zukunftsprognosen, am Buchende doch am meisten
zum Nachdenken gebracht und die Signale der Außerirdischen die uns nie erreicht haben?
Nun ja. - Klimawandel, Hungersnöte, Staatszerfälle, Wanderbewegungen und Seuchen könnten
die Ausserirdischen ja auch noch ganz ohne Atom-Krieg ausgerottet haben. - Wenn wir uns also auch
als Außerirdische definieren, die für irgendwelche Planetenbewohner die gaaanz weiiiit weeeg, auf Signale von uns
hoffen und warten, dann müßten wir uns ziemlich beeilen, daß unsere Signale da ankommen.
Ja. Da hilft anscheinend nur noch  Lachen auf den Schock, sonst würde ich mir wegen dem Ernst der Zukunfstaussichten wahrscheinlich in die Hose machen.... G.F.

 

Menschen haben als einzige Lebewesen die Fähigkeit, sich selbst zu beurteilen oder dies zumindest zu versuchen. Indem sie sich von sich selbst distanzieren, kann es ihnen gelingen, ihre Situation wie aus der Vogelperspektive zu betrachten. Es wird dadurch möglich, größere Zusammenhänge zu sehen und, vor allem, sich selbst nicht mehr für das Zentrum der Welt zu halten. Wird nicht die gesamte Situation gesehen, ist ein Steckenbleiben in eigenen Verstrickungen unumgänglich, und die eigene Position wird geschwächt.

Je besser es gelingt, den Blick für das gesamte Problem zu öffnen, um so besser wird es möglich, zu entscheiden, ob es notwendig ist, sich zu wehren. Mitunter ist Kampf der falsche Weg, da sich so Probleme nur verstärken und der Schaden größer wird. Umgekehrt wurde nicht selten in der Geschichte der Menschheit den negativen Kräften zu spät oder zu wenig Widerstand entgegengesetzt. Eine falsche Form der Duldsamkeit, hinter der sich ein Mangel an Mut verbirgt, hält destruktive Zustände aufrecht. Bei der Analyse der Situation sollten möglichst viele Meinungen zusammengetragen werden, um zu verhindern, daß eine eigene Verstrickung stattfindet.

Wenn deutlich ist, daß sich wehren notwendig ist - im wahren Sinn des Wortes-, dann ist es wichtig:

In Kauf zu nehmen, daß die Situation sich noch weiter  verschlimmert;

Ständig an der eigenen Unabhängigkeit zu arbeiten und sich nicht von den Auseinandersetzungen in der Lebensfreude irritieren zu lassen;

Den Menschen nicht verändern zu wollen (weil das nicht geht!);

Keine Rache nehmen zu wollen.

Es ist richtig, für eine Sache, die es sich lohnt, einzutreten.(Heinz-Peter Röhr)

 

O ja! Die Deutschen wissen sehr genau, was für ein schmutziges Spiel die Politiker im Auftrag der Finanzoligarchie mit den Menschen in Griechenland spielen. Sie wissen sehr genau, dass Kinder aus den Krankenhäusern evakuiert werden müssen,
weil es keine Medikamente mehr gibt! Sie wissen, dass die Dialyse - Patienten sterben, weil es keine Behandlung mehr gibt! Und der letzte deutsche Stammtisch-Prolet muss es begriffen haben, dass die Milliarden der Steuerzahler nicht für die Menschen in Griechenland bestimmt sind, sondern für die Zinsrechnungen der internationalen Banken. Diesesmal kommen die Deutschen mit ihrer Ausrede nicht mehr durch: "Wir haben das ja alles nicht gewusst!" Wie oft habe ich diese Lügen in meinem Elternhaus nach 1945 hören müssen! Nicht noch einmal! Nie wieder!
... so sieht's mal aus.
 

 

Keine Macht für Niemand!

 Stefan Meretz schreibt in einer ND-Kolumne: „Die Sozialarbeiterin Bronnie Ware hat ein Buch über die fünf Dinge geschrieben, die Sterbende am meisten bereuen.(...)

"Bronnie Ware benennt den ersten der fünf Punkte:

»Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht das, was andere von mir erwarteten.« Es geht also um Fremdbestimmung. Hier wird sie in Form der Erwartungen anderer ausgedrückt. Wer sind diese anderen, und woher kommen die Erwartungen? Warum fehlte, subjektiv erlebt, der Mut, den eigenen Bedürfnissen zu folgen? Bin nicht auch ich der Andere für die Anderen?

Die nächste Tatsache, die die Sterbenden bereuen, identifiziert den dahinter stehenden Strukturzusammenhang sehr genau: »Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.« Die Arbeit erscheint im Rückblick oft als das, was sie mitten im Leben nicht sein darf: eine knechtende, zwanghafte Tätigkeit.“ (ND 11.11.2013)"

Streetart (11)

"Politische Sprache ist dazu geschaffen, Lügen wahrhaftig und Mord respektabel klingen zu lassen und dem bloßen Wind einen Anschein von Festigkeit zu verleihen." (George Orwell)

 


 

 

 "In Erwägung, dass wir hungrig bleiben

Wenn wir dulden, dass ihr uns bestehlt

Wollen wir mal feststellen, dass nur Fensterscheiben

Uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt."

Bertolt Brecht

 

 
Streetart (25)

 „Auf einmal: grenzenlose Freiheit auf allen Ebenen, des Reisens, der Kommunikation, des Handelns. Und das soll Zufall sein? Zweifellos sind wir damit in ein neues Zeitalter eingetreten. Willkommen im Paradies: im neunten Kreis der Hölle! Wi

r glauben jetzt, wir könnten tun und lassen, was wir wollen, weil sie wollen, dass wir das jetzt glauben! Über jeden Rechner, jedes Modem Nachrichten abschicken und abfangen. Spiele mit Millionen Mitspielern spielen. Menschen kennenlernen u

nd dabei total ehrlich sein. Oder total verlogen. Und trotzdem nicht zurückgewiesen werden. Musik hören. Filme sehen. Bücher lesen. Ein Archiv in der Tasche tragen, ein gigantisches, multimediales Tagebuch. Die Welt erkunden, ohne das Zimmer zu verlassen. Niemals die Orientierung verlieren. Immer erreichbar sein. Überall Freunde haben. Und wissen, wo sie sich mit wem gerade aufhalten. Das alles ist doch nichts weiter als eine permanente Simulation von Realität.

Damit will ich nicht sagen, dass es das nicht gibt. Oder geben könnte. Aber das, kostet dich eine Menge Geld und sehr viel Zeit, vielleicht dein ganzes Leben. Du meinst, ständig auf dem Laufenden sein zu müssen, aktualisierst deine Software, tauschst deine alte Hardware gegen eine neue, leistungsfähigere aus und bist trotzdem immer einen Tick zu langsam. Andrerseits: Wer nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke. Wer aussteigt, ist raus. Und deshalb loggst du dich immer wieder ein. Du registrierst dich und gibst deine Daten preis, du surfst und hinterlässt Spuren, du benutzt das Netz, und plötzlich, ohne es zu merken, hängst du selbst mittendrin. So wird es sein.

Die Wahrheit ist, dass wir uns mit dem Internet wieder versklaven lassen, nur viel subtiler und umfassender als zuvor. Mehr Demokratie, mehr Freiheit! Dass ich nicht lache. Wer profitiert denn davon? Du? Ich? Die Gesellschaft? Oder das Kapital, die Macht? … Du wirst doch schon nervös, wenn du fünf Tage deine Mails nicht gecheckt hast.“

 

(Ian Brandt: Gegen die Welt)

 
Streetart (29)
 
Die Schwäche aller linken Parteien ist ihre Unfähigkeit, etwas Wahres über die unmittelbare Zukunft zu sagen. Wenn man in der Opposition ist und sich Gefolgschaft für ein neues wirtschaftliches oder politisches Programm gewinnen will, muß
man die Unzufriedenheit der Leute schüren, und das geschieht fast unweigerlich, indem man ihnen sagt, es werde ihnen besser gehen, wenn das neue Programm einmal in Kraft gesetzt ist. Was man ihnen wahrscheinlich nicht sagt, ist, daß sie vermutlich die Verbesserungen nicht sogleich spüren werden, sondern erst nach sagen wir zwanzig Jahren. George Orwell

 

 

 
Streetart (18)

 Boykott der System-Medien
Um einen Medienkonzern zu besitzen, benötigt man enorme Mengen an Kapital. Die heutige Pressefreiheit ist die Freiheit einiger Multimilliardäre, ihre Weltanschauung zu verbreiten und das Volk zu lenken. Von oben herab wird durch hierarchische Strukturen gesteuert, worüber und wie in Fernsehen, Radio und Presse zu berichten ist. Die Antwort heißt: Alles abschalten, abmelden, nebenbei noch Kosten sparen und sich nur noch über das Internet informieren!

 

Streetart (16)Ich bin ja nun kein Bildzeitungsleser aber das habe ich gestern gesehen und davon möchte ich mich distanzieren denn da sind wir wieder bei dem Artikel von vorher . Vielleicht hätten die Eltern dieser Kinder und Jugendlichen mit einander ein Baumhaus bauen können damit sie nicht aus Langeweile irgendwo Bushaltestellen beschmieren oder sich ins Koma saufen . Das meinte ich mit Prävention,das wäre Vorsorge und Fürsorge gewesen. Aber leider gibt es da die rechtliche Pflicht.Ich scheiß auf die Bildzeitung und auf den der das geschrieben hat aber wenn es überhaupt eine Bezeichnung für diese Generation gibt dann heißt sie Generation von der Leyen oder Generation Merkel oder bei uns hier in Bad Reichenhall ,Generation Landratsamt BGL denn selbst Bushido ist ein Opfer dieser staatlich anerkannten Gewalttäter die sich den Decknamen Politiker zu gelegt haben damit sie auf höchster Ebene morden und Kriege führen können.Seit vorsichtig ihr da oben denn irgendwann werden sie sich nicht mehr gegenseitig erschlagen sondern erkennen wer für ihre Armut und Dummheit verantwortlich ist und dann bräuchtet ihr alle Baumhäuser damit ihr euch verstecken könnt. Hans Söllner

Streetart (22)

 

Wenn sich die Welt selbst zerstört, dann fängt es so an:
Die Menschen werden zuerst treulos gegen die Heimat,
treulos gegen die Vorfahren, treulos gegen das Vaterland:
 sie werden dann treulos gegen die guten Sitten,
gegen den Nächsten, gegen Frauen und gegen Kinder.
 - Ernst Moritz Arndt (1769-1860)
Wie Recht der Mann doch hatte.

 

Streetart (28)
 

 Alter schützt vor Torheit nicht. Jugend natürlich auch nicht.

Wer den Begriff Altersdiskriminierung hört, denkt zumeist an das gesetzliche Renteneintrittsalter und an die müßige Jobsuche in den Jahren davor.
Wer den Begriff Altersdiskriminierung hört, denkt selten an Diskriminierung im eigentlichen Sinne, nicht an wahrhaftige Ungerechtigkeit oder mangelnde Chancengleichheit, denn verschiedene Altersstufen durchläuft jeder Mensch.
Wer den Begriff Altersdiskriminierung hört, bringt sich damit im Regelfall nicht gleich in Verbindung, fühlt sich nicht angesprochen, geht weiter.

Die Altersdiskriminierung ist für mich in vieler Hinsicht absoluter Rekordhalter in Sachen Diskriminierung, wie ich gerne im Folgenden erläutern würde.
-Die Altersdiskriminierung funktioniert in jede Richtung, richtet sich gegen jeden Menschen und keiner ist davon frei, sie hin und wieder, mal mehr, mal weniger bewusst, an den Tag zu legen.
-Die Altersdiskriminierung ist die am wenigsten erforschte und diskutierte Art der Diskriminierung; außerdem endet die Begrifflichkeit nicht auf "ismus". (Im Englischen gibt es den Begriff ageism)
-Die Altersdiskriminierung ist die am tiefsten im deutschen Gesetz verankerte Art der Diskriminierung (Trennung von Erwachsenen- und Jugendstrafrecht, Jugendschutzgesetz, div. Einschränkungen der Freiheiten von Rentnern insb. ihr Wirtschaften betreffend)

Für die meisten Menschen ist es immanent, gegeben und hinnehmbar, dass jedes Alter seine Vorzüge hat, jedoch behauptete ich, dass das Unterscheiden von Altersgruppen für jeden nur Nachteile hat.
Allzu oft wird vergessen, dass es auch für den reichsten, männlichsten Weißen zwei Altersgrenzen -eine oben, eine unten- für seine Professur gibt.
Als Teenager wird man nicht ernst genommen, als altersschwacher Mensch genauso wenig und in der Zeit dazwischen muss man ernstzunehmend sein.

Chancengleichheit?
-Wer hier in Deutschland vor Beginn seines 19. Lebensjahrs stirbt, hat nie einen Porno sehen dürfen, ist unverheiratet, ist nie Auto gefahren und durfte kaum einmal für sich selbst Verantwortung übernehmen.
-Wer vor seinem 66. Lebensjahrs abtritt, konnte nicht einmal in seinem Leben bei voller gesellschaftlicher Toleranz die Füße hochlegen.

Die Jugend ist aufsässig und egoistisch?
Sophie Scholl
Der alte Mensch ist per se senil?
Noam Chomsky
Erwachsene haben ein höheres Bewusstsein für Moral?
Adolf Hitler
Für gute Politik braucht es auch Lebenserfahrung?
Mercedes Nit

Danke für Eure Aufmerksamkeit.(Mercedes Nit)

Streetart (3)

 

 


 Das Leben dringt in mich mit seiner Hässlichkeit, erfüllt mich mit Wut über seine Ungerechtigkeit, sein organisiertes Unrecht, demütigt mich mit mit meiner Unfähigkeit mich zu widersetzen, mich wirksam zu erheben, mich gegen unsere ständige Erniedrigung zu verteidigen. Wäre ich noch einmal zwanzig, würde ich von den Berggipfeln herab be...ginnen, als Partisanin. Räuberin. Piratin, würde denen die Augen öffnen, die sich ohne Protest in ihr Schicksal ergeben, wie auch denen, die sich blind stellen. Nein, meine Revolution würde sich nicht gegen das Establishment und sein System richten, sondern gegen all jene, die es ertragen. (Lily Zografou- Griechische Schriftstellerin)

 

 

 

Streetart (36)

Es tut mir leid aber ich möchte nun mal kein Herrscher der Welt sein, denn das liegt mir nicht.

 

Ich möchte weder herrschen, noch irgendwen erobern, sondern jedem Menschen helfen, wo immer ich kann.

 

Den Juden, den Heiden, den Farbigen, den Weißen.

 

Jeder Mensch sollte dem anderen helfen, nur so verbessern wir die Welt.

 

Wir sollten am Glück des andern teilhaben und nicht einander verabscheuen.

 

Haß und Verachtung bringen uns niemals näher.

 

Auf dieser Welt ist Patz genug für jeden, und Mutter Erde ist reich genug, um jeden von uns satt zu machen.

 

Das Leben kann ja so erfreulich und wunderbar sein.

 

Wir müssen es nur wieder zu leben lernen.

 

Die Habgier hat das Gute im Menschen verschüttet und Mißgunst hat die Seelen vergiftet und uns im Paradeschritt zu Verderb und Blutschuld geführt.

 

Wir haben die Geschwindigkeit entwickelt aber innerlich sind wir stehen geblieben.

 

Wir lassen Maschinen für uns arbeiten und sie denken auch für uns.

 

Die Klugheit hat uns hochmütig werden lassen, und unser Wissen kalt und hart.

 

Wir sprechen zu viel und fühlen zu wenig.

 

Aber zuerst kommt die Menschlichkeit und dann erst die Maschinen.

 

Vor Klugheit und Wissen kommt Toleranz und Güte.

 

Ohne Menschlichkeit und Nächstenliebe ist unser Dasein nicht lebenswert.

 

Aeroplane und Radio haben uns einander näher gebracht.

 

Diese Erfindungen haben eine Brücke geschlagen, von Mensch zu Mensch.

 

Die erfordern eine allumfassende Brüderlichkeit, damit wir alle Eins werden.

 

Millionen Menschen auf der Welt können im Augenblick meine Stimme hören.

 

Millionen verzweifelter Menschen, Opfer eines Systems, das es sich zur Aufgabe gemacht hat Unschuldige zu quälen, und in Ketten zu legen.

 

Allen denen die mich jetzt hören rufe ich zu : Ihr dürft nicht verzagen!

 

Auch das bittere Leid das über uns gekommen ist, ist vergänglich.

 

Die Männer, die heute die Menschlichkeit mit Füssen treten werden nicht immer da sein.

 

Ihre Grausamkeit stirbt mit ihnen, und auch ihr Hass.

 

Die Freiheit, die sie den Menschen genommen haben, wird ihnen dann zurückgegeben werden. Auch wenn es Blut und Tränen kostet, für die Freiheit ist kein Opfer zu groß.

 

Soldaten vertraut euch nicht Barbaren an, Unmenschen die euch verachten, und denen euer Leben nichts wert ist, ihr seid für sie nur Sklaven.

 

Ihr habt das zu tun, das zu glauben, das zu fühlen.

 

Ihr werdert gedrillt, gefüttert, wie Vieh behandelt, und seid nichts weiter als Kanonenfutter.

 

Ihr seid viel zu schade für diese verehrten Subjekte.

 

Diese Maschinenmenschen, mit Maschinenköpfen, und Maschinenherzen.

 

Ihr seid keine Roboter, ihr seid keine Tiere, ihr seid Menschen!

 

Erwahrt euch die Menschlichkeit in euren Herzen und hasst nicht, nur wer nicht geliebt wird hasst, nur wer nicht geliebt wird.

 

Soldaten kämpft nicht für die Sklaverei, kämpft für die Freiheit.

 

Im siebzehnten Kapitel des Evangelisten Lukas steht : Gott wohnt in jedem Menschen.

 

Also nicht nur in einem oder in einer Gruppe von Menschen.

 

Vergesst nie, Gott liegt in euch allen, und ihr als Volk habt allein die Macht.

 

Die Macht Kanonen zu fabrizieren, aber auch die Macht Glück zu spenden.

 

Ihr als Volk habt es in der Hand, dieses Leben einmalig kostbar zu machen, es mit wunderbarem Freiheitsgeist zu durchdringen.

 

Daher im Namen der Demokratie : Laßt und diese Macht nutzen! Laßt uns zusammen stehen!

 

Laßt uns kämpfen für eine neue Welt, für eine anständige Welt!

 

Die jedermann gleiche Chancen gibt, die der Jugend eine Zukunft und den Alten Sicherheit gewährt.

 

Versprochen haben die Unterdrücker das auch, deshalb konnten sie die Macht ergreifen.

 

Das war Lüge, wie überhaupt alles, was sie euch versprachen, diese Verbrecher.

 

Diktatoren wollen die Freiheit nur für sich, das Volk soll versklavt bleiben.

 

Laßt uns diese Ketten sprengen! Laßt uns kämpfen für eine beseere Welt!

 

Laßt uns kämpfen für die Freiheit in der Welt, das ist ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nieder mit der Unterdrückung, dem Hass und der Intoleranz!

 

Laßt uns kämpfen für eine Welt der Sauberkeit.

 

In der die Vernunft siegt, in der uns Fortschritt und Wissenschaft allen zum Segen reichen. Kameraden, im Namen der Demokratie : Dafür laßt uns streiten!

 


Charlie Chaplin

 

 

 

 


     

       

   

Streetart (12)
 

 Der Arbeiter arbeitet,

Das statische Schicksal der Arbeiter wird als unbewegliche Konstante beschrieben, darin vielschichtig, wie bekümmert zur Kenntnis genommen. Verwahrlosung, Trunk und Spielsucht sind die Folgen eines verirrten Lebens, ohne echte Perspektiven und Ziele, konstatieren die hoch dotierten Dozenten und schauen dabei bekümmert von ihren Pulten.

Sie möchten den einfachen Menschen doch das Heil bringen und denken sich in wohltemperierten Sälen der Universitäten und der gut finanzierten Forschungsinstitute wichtige und hilfreiche Szenarien aus, wie man den Werktätigen angemessen zu Hilfe eilen könnte.
Die Arbeitsplätze ergonomisch optimieren, besseres Licht, drei Pausen am Tag und monatliche Rücksprache mit dem Gewerkschaftsvertreter, das müsste die Lage doch erheblich zu verbessern helfen!

Die wichtigen Arbeitgeber Interessen dagegen, dürfen jedoch immer nur kleinlaut zitiert und weder kommentiert noch analysiert werden. Wertfreier Kommentar ist daher immer Unterstützung der darin nicht kritisierten und „herrschenden“ Interessenlagen, also klammheimliche PR für Vewertungsmuster und dadurch Akzeptanz und Ausweitung derselben.

Der in seiner fast ausweglosen Situation gefangene, unmündig, ohne Mitsprache an die Maschinen gekettete Arbeiter, ist ein nicht zu leugnender Faktor, aber wen interessiert er wirklich?
Sorgen wir dafür, das sein Arbeits-Käfig sauber gehalten wird und schön beleuchtet ist, das er wohlklingend Signale zu Arbeitsbeginn und -ende empfängt und das er sich freut, 40 Jahre treu und anständig seinem Job als Fabrikgefangener nachzugehen.

Ob derzeit erwirtschaftete Rentenbeiträge für ein „Leben danach“ ausreichen, das können die emeritierten Experten nicht mehr zusagen, denn in ihrem ausdifferenzierten, wohlmeinenden Herrschaftsdenken sind andere, niedere Menschen, nur noch Zahlenexempel und Ziffern auf Bewertungsbögen, „die kleinen Nummern“, statisch-statistisches Material, etwas das sich aber lohnt, immer wieder in wichtigen Vorträgen, als Grundlage herangezogen zu werden.

John Speed - "Worfair"

Streetart

 

 

 

 Sich wieder und wieder (und für immer) anpassen. Sich den gegebenen Tatsachen, den wirtschaftlichen Sachzwängen, den Konsequenzen dieser Sachzwänge anpassen, als ob die Konjunktur an sich schicksalhaft wäre, die Geschichte abgeschlossen und die Epoche entgültig erstarrt. Sich der MARKTWIRTSCHAFT anpassen, das meint eigentlich: der SPEKULATIONSWIRTSCHAFT. Sich den Folgen der Arbeitslosigkeit anpassen, das bedeutet übersetzt: ihrer schamlosen Ausbeutung. Sich der Globalisierung anpassen heißt mit anderen Worten: der ultraliberalen Politik, die sie steuert. Sich der WETTBEWERBSFÄHIGKEIT anpassen bedeutet: der Opferung aller mit dem Ziel einen Ausbeuter den Sieg über einen anderen Ausbeuter davontragen zu lassen, beide Spieler desselben Spiels. Sich dem Kampf gegen die öffentlichen Defizite anpassen bedeutet: der systematischen Zerstörung der wesentlichen Infrastrukturen und sozialen Errungenschaften. Sich den geradezu aufrührerischen wirtschaftlichen Deregulierungen anpassen, Elementen einer reaktionären und regressiven Revolution - die sich aber in aller Ruhe, mit offizieller Duldung, wenn nicht sogar Ermunterung ausgebreitet haben, während sie doch jegliches Gesetz aufheben, das der spekulativen WILLKÜR Grenzen setzt; während sie doch ungestraft gegen Gesetze vestoßen, welche geschaffen waren, um die Ungerechtigkeit in Schranken zu halten und ohne die die Tyrannei triumphiert. Sich dem Zynismus der zulässigen mafiosen Verhaltensweisen anpassen, die schon mehr als vertraut geworden sind: nämlich traditionell. Sich so der Produktionsverlagerung, der Kapitalflucht, den Steueroasen, der Deregulierung, den menschenverachtenden Fusionen, der kriminellen Spekulation anpassen, die hingenommen werden, als ob sie Naturgesetzen gehorchten, gegem die sich aufzulehnen nutzlos wäre. Sich selbstverständlich der Arroganz der Dummheit, ihren göttlichen Hoheitsrechten anpassen...
Sich in Wahrheit jenem dumpfen Klima der Repression anpassen, in dem man nur kämpfen kann, wenn man auf das verzichtet, wofür man kämpft, auf das, was an dessen Ursprung steht und was sich durch einen Taschenspielertrick zum allgemeinen Ziel gewandelt zu haben scheint, zum Hauptpostulat, das im Hintergrund bleibt, aber implizit als wünschenswert und legitim gilt - auf jeden Fall aber als unumgänglich. Dann bleibt nur noch, die Antworten hinzunehmen, die uns von jenen, die sich weigern, Fragen zuzulassen, eingehämmert werden.
Sich der Diktatur des Profits anpassen.
VIVIANE FORRESTER - Die Diktatur des Profits___Seite 27 - 28 

 

 

 

Art & Nature (25)

 

 

Anarchie 3.0

www.anarchie-drei-null.de/

Nicht bitter werden! Der Mensch  ist nicht gut und nicht böse, er  folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes. Je nachdem die Verhältnisse sind, benimmt er sich anständig oder unanständig; Macht wird immer mißbraucht: darum soll man nicht versuchen, die Menschen zu bessern, sondern soll die Verhältnisse ändern, soll Macht ausrotten. Und das ist möglich. Es muß und wird immer Führerschaft geben, aber  es hat  in  vielleicht hunderttausend  Jahren menschlicher Geschichte  keine Herrschaft gegeben; die gibt es erst seit etwa fünftausend Jahren, und die wird es sicherlich keine fünfhundert Jahre mehr geben. Also: nicht bitter werden!

Franz Oppenheimer (1) [Mehr →]

 

 In der Ära "ANGELA MERKEL" ist offensichtlich, daß die mörderische CDU-Politikerin
 die seit Veröffentlichung von Rüstungsexportberichten mit Abstand höchste Zahl
an künftigen Toten und Verstümmelten durch deutsche Export- und Lizenzwaffen
zu verantworten hat. - Die Bundeskanzlerin  geht für die Profitinteressen,
 der Deutschen Rüstungsindustrie skrupelos und ohne jegliche Menschlichkeit
 über Leichenberge. - Diese Bundeskanzlerin und Todesverkäuferin,ist ein Monster
 und gehört
 nicht nur abgewählt, sondern in lebenslange Einzelhaft zum Schutz der
Menschheit.

 

 

 "Das Eigentum an Land und Häusern ist heute etwa so rechtmäßig wie seinerzeit das Eigentum an Sklaven. Ein Teil der Gesellschaft verfügt nach reinem Profitinteresse über die Lebensgrundlagen aller anderen. Legt das nicht den befreienden Gedanken nahe, jeder Mensch habe ein unveräußerliches Recht auf einen Anteil an der Erde, wie an der Luft zum Atmen? Stimmen Sie zu, dass Eigentum an Grund und Boden - soweit man diese nicht selbst bewohnt und bearbeitet - unrechtmäßig ist?

Gerade die Sensiblen und Schöpferischen werden von den gesellschaftlichen Strukturen heute nicht etwa begünstigt, sondern mehr und mehr benachteiligt, ja ausgestoßen.
Die Natur ist nicht der Feind. Man kann gut mit ihr leben. Der Feind, der Not und Leid bringt, ist fast immer der andere Mensch. Die Ausbeutung des Menschen verspricht naturgemäß den größten Profit - ein Maximum an Gewinn pro Zeiteinheit. Deshalb streben sowohl der Einzelne als auch die Gruppen nach Macht über andere Einzelne und Gruppen.
Das Wachstum des Kapitals erfordert Ausbeutung! Wirklicher Wertzuwachs unseres Besitzes ist nicht in Eile erreichbar - also müssen Werte angeeignet werden, die uns eigentlich nicht gehören. Sie wissen, was sich da vor allem anbietet: "

Peter Kafka

 "Der Arbeiter wird um so ärmer, je mehr Reichtum er produziert, je mehr seine Produktion an Macht und Umfang zunimmt. Der Arbeiter wird eine um so wohlfeilere Ware, je mehr Waren er schafft. Mit der Verwertung der Sachenwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu. Die Arbeit produziert nicht nur Waren; sie produziert sich selbst und den Arbeiter als eine Ware, und zwar in dem Verhältnis, in welchem sie überhaupt Waren produziert."

"Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Haus. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen. "

K.Marx (Ökonomisch-philosophische Manuskripte )

 

 

 

 Da ich gestern auf der Antifaschistischen-NSU-KOMPLEX - Demo in München war, hab ich hier einige meiner Fotos von der Demo gepostet. - Darunter dann noch ein Text von Wildcat, den ich persönlich am Besten zu diesem Thema finde. Wildcat hat dazu am Schluss auch noch einige Links.

http://geroldflock-photography.jimdo.com/antifaschismus/

 

Startseite - anarchy-photography-geroldflock - Jimdo

geroldflock-photography.jimdo.com/
Ja. Es geht hier um meine Fotos. - Aber ohne das was "mensch" kritische Distanz zu dieser komischen Komödie, die sich Kapitalismus & Politik schimpft, kann ...
 
 
 

 

„Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“ (Bertolt Brecht)

 

 

  Wenn Ihr hier drauf klickt, kommt Ihr zu meinem Flick`r - Portfolio.

KONKURRENTEN: Als fünfzig Millionen Jahre später, die ersten Ameisen erschienen, hatten sie Schwierigkeiten, sich zu halten. Als entfernte Abkömmlinge einer wilden und einsamen Wespe, hatten sie weder mächtige Mandibeln noch einen Stachel. Sie waren klein und schwächlich, aber nicht dumm, und sie begriffen schnell, daß es für sie von Nutzen war, die Termiten nachzuahmen. Sie mußten sich zusammenschließen.
Sie schufen ihre Dörfer; sie erbauten plumpe Städte. Die Termiten wurden bald unruhig wegen dieser Konkurrenz. Ihrer Meinung nach war auf der Erde nur für eine Art von sozial lebenden Insekten Platz.
Fortan war Krieg angesagt. Überall auf der Welt, auf den Inseln, auf Bäumen und Bergen, kämpften die Armeen der Termitenstädte gegen die jungen Ameisen der Ameisenstädte.
Das hatte es im Reich der Tiere noch nie gegeben. Millionen von Mandibeln, die Seite an Seite nicht der Ernährung wegen metzelten, sondern zu "politischen" Zwecken!
Anfangs gewannen die erfahreneren Termiten sämtliche Schlachten. Aber die Ameisen paßten sich an. Sie kopierten die Waffen der Termiten und erfanden neue. Die weltweiten Kriege zwischen Termiten und Ameisen entfachten zwanzig Millionen Jahre lang den Planeten. Schließlich erlangten die Ameisen einen entscheidenden Vorteil, als sie die Waffe des Säurestrahls entdeckten.
Die Schlachten zwischen den beiden Arten dauern bis heute an, aber selten nur tragen die Einheiten der Legionen den Sieg davon.
Edmund Wells
Enzyklopädie des relativen und absoluten Wissens
Aus dem Buch - BERNHARD WERBER - DIE AMEISEN (Roman)

 
Wer die Revolution will, muss sie auch organisieren."
(Rudolf Augstein)

Ich suche gleich oder zumindest ähnlich gesinnte Menschen aus dem Großraum Eichstätt (wobei die Betonung auf Großraum liegt).
Meine Intention ist es, einen regelmäßig
en Stammtisch ins Leben zu rufen. Dort können wir die vielfältigen Themen, die uns beschäftigen mit anderen diskutieren und zusammen Lösungsmöglichkeiten besprechen und umsetzen.

Bei Interesse bitte melden!

Der Staat ist keine gesichtslose Organisation. Der Staat, das sind wir alle zusammen und wenn wir in der Welt eine Änderung bewirken wollen, dann wird es Zeit, dass wir uns selbst ändern. Die Revolution muss in den Herzen und Köpfen der Menschen beginnen.

Ich bin dazu bereit. Wer noch?

 

 

 Von allen Tyranneien ist eine Tyrannei, die aufrichtig das Beste für ihre Opfer will, vielleicht die repressivste. Es ist vielleicht besser, unter Räuberbaronen zu leben als unter moralischen Wichtigtuern. Die Grausamkeit des Räuberbarons schläft vielleicht auch manchmal, seine Habgier ist vielleicht auch einmal befriedigt; aber diejenigen, die uns zu unserem eigenen Besten quälen, werden uns endlos quälen, denn sie tun es im Einverständnis mit ihrem eigenen Gewissen. Julian Assange

 

 Das anarchische Element, der Ort des Widerstands ist heute das Internet. Allerdings: Da dort jeder und jede irgendeinen Quatsch als "Nachricht" einstellen kann, ist es mindestens ebenso schwierig wie in den konventionellen Medien, Relevantes von Irrelevantem, Aufhebenswertes von Belanglosem, Richtiges von Falschem zu unterscheiden. Wir haben also nicht nur das Problem des sog. "digital divide", also des sozial ungleich verteilten Zugangs zu diesem Medium, sondern auch die Schwierigkeit der Internetnutzer zu entscheiden, was sie aus dem Meer der Belanglosigkeiten für wahr halten sollen. Es gibt nur zwei Wege, dieses Dilemma zu überwinden: Entweder man verbringt unendlich viel Zeit mit der Nachrichtenanalyse - oder man verlässt sich auf ein gänzlich antiquiertes Prinzip des Informationsaustauschs: Vertrauen in die Quelle. In jedem Fall kostet das Informieren über die Geschehnisse der Welt heute viel Zeit und viel Geld. Das können sich die meisten nicht leisten. Das bleibt den Nachrichtenabteilungen der grossen Unternehmen und der Politiker überlassen, die ja tatsächlich Informationen über wirkliche Ereignisse suchen und für ihre Entscheidungen brauchen. Dafür gibt es mannigfach kleine, spezialisierte Nachrichtenmedien, die sich an ein genau definiertes Publikum richten, z.B. die zahlreichen Börsenbriefe - aber auch, auf der Linken, z.B. den Informationsbrief Weltwirtschaft und Entwicklung (12). Informieren ist zu einem eigenen Beruf geworden, zu einem Privileg, das sich nur wenige leisten können. Wir leben, das ist nicht mehr zu übersehen, in einer manipulierten Gesellschaft. George Orwell hat sie 1948 vorhergesehen und beschrieben. Er hatte erschreckend recht. (Quelle - Peter Hamm)

 

 

 Denn der Wille, Dagegen zu sein, bedarf in Wahrheit eines Körpers, der vollkommen unfähig ist, sich zu Unterwerfen; eines Körpers, der unfähig ist, sich an familiäres Leben anzupassen, an Fabrikdisziplin, an die Regulierungen des trationellen Sexuallebens usw. (Sollten Sie bemerken, dass Ihr Körper sich diesen "Normalen" Lebensweisen verweigert, so verzweifeln Sie nicht - verwirklichen Sie Ihre Gabe! Doch der neue Körper, muss nicht nur radikal ungeeignet für die Normalisierung sein, sondern auch in der Lage, neues Leben zu schaffen. (Aus Negri/Hardt: Empire)

 

 Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace
Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch,

Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.

Wir besitzen keine gewählte Regierung, und wir werden wohl auch nie eine bekommen - und so wende ich mich mit keiner größeren Autorität an Euch als der, mit der die Freiheit selber spricht. Ich erkläre den globalen sozialen Raum, den wir errichten, als gänzlich unabhängig von der Tyrannei, die Ihr über uns auszuüben anstrebt. Ihr habt hier kein moralisches Recht zu regieren noch besitzt Ihr Methoden, es zu erzwingen, die wir zu befürchten hätten.

Regierungen leiten Ihre gerechte Macht von der Zustimmung der Regierten ab. Unsere habt Ihr nicht erbeten, geschweige denn erhalten. Wir haben Euch nicht eingeladen. Ihr kennt weder uns noch unsere Welt. Der Cyberspace liegt nicht innerhalb Eurer Hoheitsgebiete. Glaubt nicht, Ihr könntet ihn gestalten, als wäre er ein öffentliches Projekt. Ihr könnt es nicht. Der Cyberspace ist ein natürliches Gebilde und wächst durch unsere kollektiven Handlungen.

Ihr habt Euch nicht an unseren großartigen und verbindenden Auseinandersetzungen beteiligt, und Ihr habt auch nicht den Reichtum unserer Marktplätze hervorgebracht. Ihr kennt weder unsere Kultur noch unsere Ethik oder die ungeschriebenen Regeln, die unsere Gesellschaft besser ordnen als dies irgendeine Eurer Bestimmungen vermöchte.

Ihr sprecht von Problemen, die wir haben, aber die nur Ihr lösen könnt. Das dient Eurer Invasion in unser Reich als Legitimation. Viele dieser Probleme existieren gar nicht. Ob es sich aber um echte oder um nur scheinbare Konflikte handelt - wir werden sie lokalisieren und mit unseren Mitteln angehen. Wir schreiben unseren eigenen Gesellschaftsvertrag. Unsere Regierungsweise wird sich in Übereinstimmung mit den Bedingungen unserer Welt entwickeln, nicht Eurer. Unsere Welt ist anders.

Der Cyberspace besteht aus Beziehungen, Transaktionen und dem Denken selbst, positioniert wie eine stehende Welle im Netz der Kommunikation. Unsere Welt ist überall und nirgends, und sie ist nicht dort, wo Körper leben.

Wir erschaffen eine Welt, die alle betreten können ohne Bevorzugung oder Vorurteil bezüglich Rasse, Wohlstand, militärischer Macht und Herkunft.

Wir erschaffen eine Welt, in der jeder Einzelnen an jedem Ort seine oder ihre Überzeugungen ausdrücken darf, wie individuell sie auch sind, ohne Angst davor, im Schweigen der Konformität aufgehen zu müssen.

Eure Rechtsvorstellungen von Eigentum, Redefreiheit, Persönlichkeit, Freizügigkeit und Kontext treffen auf uns nicht zu. Sie alle basieren auf der Gegenständlichkeit der materiellen Welt. Es gibt im Cyberspace keine Materie.

Unsere persönlichen Identitäten haben keine Körper, so daß wir im Gegensatz zu Euch nicht durch physische Gewalt reglementiert werden können. Wir glauben daran, daß unsere Regierungsweise sich aus der Ethik, dem aufgeklärten Selbstinteresse und dem Gemeinschaftswohl eigenständig entwickeln wird. Unsere Identitäten werden möglicherweise über die Zuständigkeitsbereiche vieler Eurer Rechtssprechungen verteilt sein. Das einzige Gesetz, das alle unsere entstehenden Kulturen grundsätzlch anerkennen werden, ist die Goldene Regel. Wir hoffen, auf dieser Basis in der Lage zu sein, für jeden einzelnen Fall eine angemessene Lösung zu finden. Auf keinen Fall werden wir Lösungen akzeptieren, die Ihr uns aufzudrängen versucht.

In den Vereinigten Staaten habt Ihr mit dem "Telecommunications Reform Act" gerade ein Gesetz geschaffen, das Eure eigene Verfassung herabwürdigt und die Träume von Jefferson, Washington, Mill, Madison, Tocqueville und Brandeis beleidigt. Diese Träume müssen nun in uns wiedergeboren werden.

Ihr erschreckt Euch vor Euren eigenen Kindern, weil sie Eingeborene einer Welt sind, in der Ihr stets Einwanderer bleiben werdet. Weil Ihr sie fürchtet, übertragt Ihr auf Eure Bürokratien die elterliche Verantwortung, die Ihr zu feige seid, selber auszüben. In unserer Welt sind alle Gefühle und Ausdrucksformen der Humanität Teile einer umfassenden und weltumspannenden Konversation der Bits. Wir können die Luft, die uns erstickt, von der nicht trennen, die unsere Flügel emporhebt.

In China, Deutschland, Frankreich, Rußland, Singapur, Italien und den USA versucht Ihr, den Virus der Freiheit abzuwehren, indem Ihr Wachposten an den Grenzen des Cyberspace postiert. Sie werden die Seuche für eine Weile eindämmen können, aber sie werden ohnmächtig sein in einer Welt, die schon bald von digitalen Medien umspannt sein wird.

Eure in steigendem Maße obsolet werdenden Informationsindustrien möchten sich selbst am Leben erhalten, indem sie - in Amerika und anderswo - Gesetze vorschlagen, die noch die Rede selbst weltweit als Besitz definieren. Diese Gesetze würden Ideen als nur ein weiteres industrielles Produkt erklären, nicht ehrenhafter als Rohmetall. In unserer Welt darf alles, was der menschliche Geist erschafft, kostenfrei unendlich reproduziert und distribuiert werden. Die globale Übermittlung von Gedanken ist nicht länger auf Eure Fabriken angewiesen.

Die zunehmenden feindlichen und kolonialen Maßnahmen versetzen uns in die Lage früherer Verteidiger von Freiheit und Selbstbestimmung, die die Autoritäten ferner und unwissender Mächte zurückweisen mußten. Wir müssen unser virtuelles Selbst Eurer Souveränität gegenüber als immun erklären, selbst wenn unsere Körper weiterhin Euren Regeln unterliegen. Wir werden uns über den gesamten Planeten ausbreiten, auf daß keiner unsere Gedanken mehr einsperren kann.

Wir werden im Cyberspace eine Zivilisation des Geistes erschaffen. Möge sie humaner und gerechter sein als die Welt, die Eure Regierungen bislang errichteten.

John P

 

 

 

 Text: Jens Kastner

 

Im deutschsprachigen Raum ist der Postanarchismus weitgehend unbekannt. Oder unbeliebt. Bernd Drücke, koordinierender Redakteur der größten anarchistischen Monatszeitung Deutschlands, graswurzelrevolution, hielt den Begriff 2007 noch „für problematisch.“ Das erste, woran man dabei denke, witzelte er im Interview mit der Wochenzeitung Jungle World, seien „vielleicht Anarchisten, die sich bei der Telekom organisiert haben.“ Die Herausgeberinnen des Buches „Post-Anarchism. A Reader“ hingegen meinen, der Postanarchismus sei in den Debatten radikaler Intellektueller der letzten zehn Jahre von großer Wichtigkeit gewesen. Das Präfix „Post“ beschreibt bei diesem wie bei anderen Begriffen neben Kontinuitäten immer auch Brüche. Das macht ihn umstritten und für AnarchistInnen ohne Vorsilbe wie Drücke eben lästig. Dabei ist auch der Postanarchismus wie seine arbeiterbewegten Vorläufer im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wie der Neoanarchismus um 1968 ein Phänomen zwischen Theorieproduktion und sozialer Bewegung.


So wie der Anarchismus als radikalisierende Synthese von Liberalismus und Sozialismus in der Theorie entstand, wurde auch der Postanarchismus etwa aus der Frage entwickelt, ob die politische Theorie des Poststrukturalismus anarchistisch sei. Gestellt hatte sie der US-amerikanische Philosoph Todd May bereits 1989 in einem Aufsatz, der sich jetzt auch im Reader befindet. Seine Antwort lautete Ja. Der Poststrukturalismus sei im Grunde noch anarchistischer als der traditionelle, an der Aufklärung orientierte Anarchismus, denn er nehme dessen zentrale Botschaft weitaus ernster: „the refusal of representation by political or conceptual means in order to achieve self-determination [...].“ (44) Die Verknüpfungen, die von May und Saul Newman, ebenfalls im Band, zwischen dem Anarchismus und Jacques Lacan, Michel Foucault, Gilles Deleuze und Jean-Francois Lyotard hergestellt wurden, waren sicherlich wegweisend. Dass sich aber die Bezeichnungen „poststrukturalistischer“ oder „postmoderner Anarchismus“ nicht durchsetzen konnten, ist dennoch konsequent. Denn der Anarchismus, darauf weist Tadzio Mueller in seinem Beitrag hin, war immer schon nicht allein Gedachtes und Geschriebenes, sondern neben Theorie auch Praxis. Gleiches gilt für den Postanarchismus.


So wie der Anarchismus aus sozialen Kämpfen heraus entstanden ist, so haben sich auch postanarchistische Strömungen in sozialen Bewegungen entwickelt. Einer der wichtigsten Kontexte war in dieser Hinsicht in den letzten fünfzehn Jahren die Globalisierungskritik. Über die Ausmaße der gegenseitigen Bezugnahmen allerdings gehen die Meinungen auch innerhalb des Buches weit auseinander: Während Herausgeber Süreyyya Evren den (Post-)Anarchismus etwas überschwänglich als „defining orientation of prominent activist networks“ (2) beschreibt, hält Sandra Jeppesen diesen Zusammenhang überhaupt für überinterpretiert: Anarchismus heute sei nicht auf die globalisierungskritische Bewegung zu beschränken, spiele in dieser keine zentrale Rolle und sei ohnehin nicht aus ihr entstanden. Anarchistische Kritik ziele weder auf die Beteiligung an Entscheidungsprozessen etwa bei Freihandelsverträgen oder Maßnahmen des IWF, noch ginge es um Forderung an staatliche Instanzen. Zentraler Angelpunkt anarchistischer Praxis sei heute wie damals die „direkte Aktion“, und diese sei schließlich „not a form of protest, it is a way of life.“ (156)

Richard J.F. Day nennt dies „politics of the act“ im Gegensatz zu „politics of demand“ (107). Day allerdings sieht solche Politiken – wie schon in seinem Buch „Gramsci is dead“ (2005) – durchaus innerhalb der Kämpfe gegen die neoliberale Ideologie und für globale Gerechtigkeit am Werk. Er beschreibt sie als „non-hegemonic struggles“ (113). Diese zielten nicht darauf, neue Hegemonien zu erringen, sondern der gegenwärtigen neoliberal-kapitalistischen Dominanz andere, auf einer „logic of affinity“ beruhenden Beziehungen entgegenzusetzen. Diese Idee geht nicht zuletzt auf Gustav Landauer (1870–1919) zurück. Der Räte-Anarchist hatte den Staat als Verhältnis beschrieben, das weniger frontal zu bekämpfen, als vielmehr vor allem durch andere Beziehungen zu untergraben bzw. zu ersetzen sei.


Während Day sonst, wie Newman und May, zu denjenigen gehört, die für den Traditionsanarchismus starken Erneuerungsbedarf anmelden, zeigt das Anknüpfen an Landauer aber auch, wie fließend die Grenzen zwischen altem und neuestem Anarchismus tatsächlich sind. Zum Postanarchismus gehört schließlich auch die Re-Lektüre der Klassiker. Im Band liest Hilton Bertalan die Schriften von Emma Goldman (1869–1940) neu und stellt fest: Sie griff nicht auf Vorstellungen der Natur des Menschen zurück, zielte nicht auf die Befreiung eines universellen Selbst und weitete die Analyse der Herrschaft von Klassen- auf Geschlechter- und Alltagsbeziehungen aus. War also schon Goldman Postanarchistin? In mancherlei Hinsicht nahm sie damit tatsächlich dem Denken von Michel Foucault, Judith Butler und Gloria Anzaldúa einiges vorweg. Die Begeisterung über die visionären Gedanken der anarchistischen Vordenkerin wird allerdings dadurch getrübt, dass der Autor kein Wort zu den Unterschieden verliert, die offenkundig zwischen Goldman und den verglichenen, poststrukturalistischen Ansätzen bestehen. Diese Differenzen zu erwähnen, wäre nicht nur aus Gründen wissenschaftlicher Redlichkeit, sondern auch dafür wichtig, wesentliche Desiderata der anarchistischen Diskussion benennen und schließlich bearbeiten zu können. Historisierendes und genealogisches Denken (wie bei Foucault) findet sich nämlich im Anarchismus ebenso wenig wie ein theoretisches Verständnis performativer sozialer Effekte (wie bei Butler) und eine systematische Konzeptualisierung der Verknüpfung von Geschlechterhierarchien und ethnischer Klassifizierung (wie bei Anzaldúa).


Um die Verbindung solcher Fragen mit einer antiautoritären, libertären Perspektive geht es postanarchistischem Denken und Handeln schließlich auch. Der Band dokumentiert insofern vor allem zweierlei: dass aus den Reihen der viel geschmähten Libertären zeitgemäße und bewegungsnahe Theorieproduktion hervorgeht und dass diese sich, entgegen der anti-postmodernen Haltung in der graswurzelrevolution oder auch unter prominenten Anarchisten wie Noam Chomsky, durchaus mit poststrukturalistischen Ansätzen verträgt.

 

 

 

 

 Im Jahre1994 sprang in Laguna Beach, Südkalifornien, ein Hirsch aus dem Wald. Der Hirsch lief durch die Straßen und prallte gegen die Autos, sprang dann über einen Zaun und durch ein Küchenfenster, lief in ein Hotel und raste, rot vom eigenen Blut, an den verblüfften Gästen der Restaurants am Strand vorbei. Dann stürzte er sich ins Meer. Die Polizei zog ihn mit Seilen aus dem Wasser, wo er schließlich verblutete.

Er ist einfach durchgedreht, erklärten die Polizisten.

Ein Jahr später stahl in San Diego, ebenfalls in Südkalifornien, ein Vietnamkriegsveteran einen Panzer aus einem Waffenlager. Mit dem Panzer walzte er vierzig Autos platt, brachte ein paar Brücken zum Einsturz und raste auf alles zu, was sich ihm in den Weg stellte, während ihn die Polizei mit Streifenwagen verfolgte. Als er an einer Böschung hängenblieb, stürmte die Polizei den Panzer, öffnete die Luke und erschoss den Mann, der einmal Soldat gewesen war. Die Fernsehzuschauer konnten das Spektakel live miterleben.

Er ist einfach durchgedreht, erklärten die Polizisten.

Tiere und Menschen können also, wenn sie momentan überlastet, gestresst oder durch frühere Erlebnisse traumatisiert sind  durchdrehen? G.F.

 

 

 

 Die Faust? -

Ist eine Abwandlung des Anarcho-Symbols des schwarzen Kreuzes mit Faust, das Symbol der Anarchistischen Organisation zur Eliminierung aller Gefängnisse, welches seinen Ursprung im Russland des Zarenreiches hatte.

Symbolik der Faust: "Einheit - viele schwache Finger können sich vereinen, um eine starke Faust zu bilden" (in diesem Sinne wird das Symbol der Faust auch von anderen politischen Organisationen verwendet).

 

 

 Der Neoliberalismus als eine neue kapitalistische Formation bedeutet kein Abschied vom Sozialstaat, sondern nur ein Umbau, der eine Ökonomisierung des Sozialen bedeutet, d.h. auch daß der Staatsrassismus nicht mit dem Neoliberalismus verschwinden wird, sondern ebenfalls eine neue Dimension erreichen wird. Eine Frage wird sein, wie sich die Entwicklung der Gentechnologie auf die Privatisierung der Versicherungstechnologien auswirken wird: „Die fortschreitende Entschlüsselung des Genoms produziert immer mehr genetische Dispositionen, Mutationen und Krankheitsrisiken“ (Lemke 2000, 237).
Sozialstaat und Rassismus

 

 

 

 

 
Ein Anthropologe schlug Kindern eines afrikanischen Stammes ein Spiel vor. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumes und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen
sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genaßen ihre Leckereien. Als er sie fragte, warum sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie:. Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?

Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet: "Ich bin weil wir sind".
 

 

 

 

 

"Ich glaube, es ist die Rolle des Künstlers,
sich an den sozialen Kämpfen seiner/ ihrer Zeit zu beteiligen,
alle Fragen rund um die Menschheit
und was ihn/sie sonst noch umgibt
auf ehrliche und mutige Art zu porträtieren
so, dass Fehler sic
h nicht wiederholen,
und vor allem, dass die Leinwände durch die Zeit hinweg
jene Lehren und Wahrheiten festhalten,
die niemals vergessen werden (sollten).
Das ist es, woran ich glaube."

***
"I believe it is the role of the artist to be engaged
in the social struggles of his/her time
and to portray in a true and courageous way
all issues concerning mankind and all that surrounds him/her,
so that mistakes are not repeated, and above all
for the canvas to hold the lessons and truths,
that will (should) never be forgotten.
This is what I believe. “

***
"Acredito ser papel do artista, estar engajado
nas lutas sociais do seu tempo e retratar de
forma verdadeira e corajosa todas as questões
do homem e de tudo aquilo que o cerca, para
que erros não sejam repetidos e principalmente
para que as telas guardem em seu conteúdo ao
longo do tempo, lições e verdades que jamais
serão esquecidas, é nisto que acredito."

Joao Evangelista Souza , Curitiba, Brazil
Plastic Artist | Maler | Artista Plástico
 

 


KosmA:

DER BLICK AUS DEM ALL

- Die veränderte Wahrnehmung von Astronauten und Kosmonauten -

”Am ersten Tag deutete jeder auf sein Land. Am dritten oder vierten Tag zeigt jeder auf seinen Kontinent. Ab dem fünften Tag achteten wir auch nicht mehr auf die Kontinente. Wir sahen nur noch die Erde als den ganzen Planeten.”

(Ben Salman Al Saud)

”Nach acht Flugtagen erkannte ich, daß der Mensch die Höhe vor allem braucht, um die Erde, die so vieles durchlitten hat, besser zu verstehen und manches zu erkennen, was aus der Nähe nich wahrgenommen werden kann. Nicht allein, um von ihrer Schönheit in Bann gezogen zu werden, sondern auch um zu einem Verantwortungsgefühl zu finden, daß nichts, was wir tun, die Natur auch nur im geringsten Maße schädigen darf.” (Pham Tuan)

”Man sieht wie am Horizont zunächst Lichtstrahlen in seltsamen kontrastierenden Farben aufsteigen. Danach werden auch die Wolken farbig. Sie bekommen eine rosa Tönung, und ihre gleichfalls rosa-farbenen Gipfel sehen irgendwie wie Zauberpferde aus.”
(Aleksandr Wolkow)

”Was mich am meisten erstaunte, war die Stille. Eine unvorstellbare Stille, wie sie auf der Erde niemals vorkommt. Eine Stille - so tief und vollständig, daß man den eigenen Körper zu hören beginnt. Wie das Herz kämpft und die Adern pulsieren; man vernimmt sogar das Rauschen von Muskelbewegungen. Und am Himmel gab es mehr Sterne, als ich mir hatte jemals vorstellen können. Der absolut schwarze Himmel wurde vom Widerschein der Sonne leicht erhellt.”
(Aleksej Leonow)

”Jedesmal, wenn du das Raumschiff in Drehung versetzt, kannst du die Sonne herunterkommen sehen. Dann siehst du wie der Mond erscheint. So schafft man in den Fenstern des Raumschiffs diese ständige Parade von Dunkelheit und Sternen auf der einen Seite: Und dann läuft die Erde durchs Gesichtsfeld, dann die Sonne, dann der Mond. Danach kommt wieder der von Sternen übersäte Himmel. Das hat etwas Unheimliches. Mit einem Male wird dir bewußt, daß du dich im tiefen Weltraum befindest, daß Planeten einfach bloß Planeten sind, und daß du mit nichts mehr wirklich verbunden bist. Du schwebst durch diese tiefe schwarze Leere.”
(Edgar Mitchell)

”Worauf schaust du? Durch was schaust du? Du kannst es das Universum nennen, aber es ist die Unendlichkeit des Raumes und die Unendlichkeit der Zeit.”
(Eugene Cernan)

”Während des Fluges im Kosmos ändert sich die Psyche. Wenn du die Sonne, die Sterne und unseren Planeten ansiehst, gewinnst du mehr Lebensfreude, wirst milder, bekommst eine innige Beziehung zu allem Lebendigen und entwickelst ein gütigeres und duldsameres Verhältnis zu deinen Mitmenschen.”
(Boris Wolynow)

”Die Oberfläche des Ozeans erschien uns zuerst vollkommen einförmig, aber nach einem halben Monat begannen wir nach charakteristischen Tönungen die verschiedenen Meere und sogar Teile von Ozeanen zu unterscheiden. Mit Erstaunen entdeckten wir, daß wir während des Fluges neu lernen mußten, nicht nur hinzuschauen, sondern auch wahrzunehmen. Zunächst entgehen dem Auge die feinen Farbnuancen, aber nach und nach schärft sich gewissermaßen das Sehvermögen, das Erkennen von Farben wird reicher, und dann erschließt sich den Augen der ganze Planet in seiner unbeschreiblichen Schönheit.”
(Wladimir Ljachow)

”Nachdem eine orangefarbene Wolke, die sich in Folge eines Sandsturms über der Sahara gebildet hatte, von Luftströmungen bis zu den Philippinen getrieben worden war, wo sie als Regen nieder ging, habe ich begriffen, daß wir alle im gleichen Boot sitzen”
(Wladimir Kowalenok)

”Wir blicken zum Himmel auf und er scheint unendlich zu sein. Wir atmen, ohne uns dessen bewußt zu sein - wie sich alles vollzieht, was von Natur aus geschieht. Ohne nachzudenken reden wir immer von der Luftschicht. Aber dann setzt du dich in ein Raumschiff und binnen zehn Minuten stößt du durch die Luftschicht, hinter der das Nichts ist. Leere, Kälte, Dunkelheit. Der endlose blaue Ozean des Himmels, der uns das Atmen ermöglicht und vor abgründiger Weite und Tod schützt, hat sich als ganz zartes Häutchen erwiesen. Wie verhängnisvoll ist es, diese zarte Schutzhülle des Lebens auch nur im geringsten zu schädigen.”
(Wladimir Schatalow)


Zitate aus: Der Heimatplanet. Frankfurt am Main, 1988.

Der "wilde Indianer" entspringt der Logik der sich entwickelnden bürgerlichen Gesellschaft. "Zur Legitimation äußerer Expansion wie innerer Ungleichheit braucht sie den Indianer als unzivilisierten Nomaden. Er soll für diejenigen, die sie zu tragen haben, die Kosten des Fortschritts erträglich erscheinen lassen. Freiheit unter dem Zwang der Herrschaft und Wohlstand unter dem Diktat der Ausbeutung bedürfen des Menetekels des Wilden, um den unteren Klassen verständlich werden zu können. Als Tröstung und Drohung in einem hält dessen Zerrbild ihnen vor Augen, was die Verweigerung der Zivilisation zur Folge hätte - Elend und Untergang" (Hund 1999, 44).


"Was man nicht sehen kann, dass muss man definieren.
Dafür, dass solches Vorgehen auf Verständnis trifft, bürgt die Verfassung der Klassengesellschaft. Die herrschenden Klassen sind ihrer ökonomischen, politischen und sozialen Interessen wegen ohnehin nicht nur zu intellektuellen Schandtaten bereit. Doch auch große Teile der Unterschichten sind willens, der rassistischen Logik zu folgen. Sie bietet ihnen die Möglichkeit, ihre eigene soziale Herabminderung zu relativieren" (Hund 1999, 118 f.).


Zu Mérimés Stück Carmen schreibt Hund: "Mit ihrer Figur wird die Anfälligkeit der bürgerlichen Intelligenz für die Verlockungen der Revolution angesprochen und gleichzeitig auf den tödlichen Ausgang für jene hingewiesen, die ihnen nicht widerstehen. Freiheit, die sich nicht fügen will, erscheint als Eigenschaft einer fremden Rasse. Bürgerliche Freiheit gibt es nur im Rahmen von äußerer Ordnung und innerer Selbstbeherrschung. Ungehemmte Freiheit führt zum Untergang" (Hund 1999, 79).


"Indem ihnen [den Juden, A.L.] die Laster des Kapitalismus aufgebürdet werden, bleibt dieser als System der Tugend zurück. Mitmal resultieren seine Verwerfungen nicht aus den eigenen strukturellen Bedingungen, sondern sollen ihm genaugenommen fremd sein, Folge tückischer Infiltration von Interessen und Verhaltensweisen, die nicht kapitalistischer Ökonomie, sonder jüdischer Rasse entspringen" (Hund 1999, 57 f.).

"Das Einzige, was sich lohnt aufzurichten, ist die mensch-
liche Seele. Ich meine jetzt >Seele< im umfassenden Sinn.
Ich meine nicht nur das Gefühlsmäßige, sondern auch die
Erkenntniskräfte, die Fähigkeit des Denkens, der Intui-
tion, der Inspiration, das Ichbewusstsein, die Willenskraft.
Das sind ja alles Dinge, die sehr stark geschädigt sind in
unserer Zeit. Die müssen gerettet werden. Dann ist alles
andere sowieso gerettet." Joseph Beuys