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„Die erste Pflicht aller Journalisten müsste doch sein, nicht gegen irgendeinen Feind, sondern gegen den Krieg mobil zu machen!“,

Arbeiten - Was wirklich fehlt?

Was wirklich fehlt, ist Arbeiten, das frei von den Zwängen
des Arbeiten-Müssens, um Lohn für Konsum zu erhalten.
Was wirklich fehlt, ist Arbeiten, das ermöglicht, selbst-
bestimmt, lebensfreundlich und naturgemäß zu arbeiten.
Was wirklich fehlt, ist die Gestaltung des Arbeitens frei
von einer individuell-vertraglichen Symmetrie-Fiktion,
so daß die qualitative Ungleichheit der Arbeitenden
schöpferisch werden kann und die Ungleichheit im Verhält-
nis zwischen den Arbeitenden einerseits sowie den Ar-
beitenden und der natürlichen Mitwelt andererseits zur
Grundlage gemacht wird. Was wirklich fehlt, ist vorsorgendes
Arbeiten.
Vorsorge betont:
-die Asymmetrie;
-die Einheit von Produktion und Reproduktion, d.h. die Ein-
heit von Erwerbsarbeit und Versorgungsarbeit mit letzterer
als Ausgangspunkt;
-die Einheit  von montärer, sozialer und physischer Ökonomie
mit dem Vorrang der Physis.
Vorsorgendes Arbeiten heißt somit selbstbestimmtes, die ge-
sellschaftliche Entwicklung gestaltendes und die natürlichen
Evolutionsbedingungen erhaltendes Arbeiten.
Es ist Arbeiten für Lebensbedürfnisse im Sinne des qualitativen
Erhalts und Gestaltens individueller, sozialer und natürlicher
Lebensbedingungen. Vorsorgendes Arbeiten ist kooperativ, außer-
dem bezieht es sorgendes Arbeiten mit ein.
Es geht um eine Ökonomie des Erhaltens, nicht um eine Ökonomie
des Erwerbs. Sorgendes Arbeiten folgt nicht den Regeln der be-
stehenden ökonomischen Rationalität, sondern Regeln einer Prak-
tischen, moralgeleitenden Vernunft.
Es bezieht zukünftige Generationen mit ein.
Heute entstehen schon vielfältige Formen neuen vorsorgenden
Arbeitens. Dazu gehören z.B. Häuser der Eigenarbeit, ökologische
Landwirtschaft, ökologische Produzenten-Konsumenten-Kooperativen,
lokale Tauschringe, Gemeinschaftsprojekte wie das Car-Sharing,
Freiwilligenarbeit in Non-Profit-Organisationen..
Solche "sozialen Organisationen" sind z.B. die Öko-Bank, oder
die Bürgerschaftsbank für Sozialwirtschaft.
Dieses Arbeiten das wirklich fehlt, kann zunächst einfach dadurch
gefördert werden, daß die bestehenden sorgenden Arbeiten gesell-
schaftlich anerkannt werden, indem sie gesellschaftlich wert-
geschätzt werden. Das bedingt z.B. die sozialversicherungsrechtliche
Absicherung dieser Arbeiten sowie ein BürgerInneneinkommen.
Insgesamt bedingt eine solche Entwicklung vorsorgendes Arbeitens
die Trennung von Arbeit und Einkommen, denn sonst ist aus der
engen ökonomischen Rationalität kein Entrinnen.
Damit geht es sowohl um die Entwicklung vielfältiger Formen von
Einkommmen. Das heißt, es geht um einen neuen Gesellschaftsvertrag,
der allen BürgerInnen ein leben-ermöglichendes Einkommen garan-
tiert, das nicht an die konkret geleistete Arbeit gekoppelt ist
Der individuelle Arbeitsvertrag wird in diesem neuen Gesellschafts-
vertrag aufgehoben. Welche Arbeit wer und wie und wann leistet,
hat mit dieser Einkommensgarantie nichts zu tun.
Die Gestaltung vorsorgenden Arbeitens erfolgt nicht über Lohn-
zahlungen, sondern über gesellschaftliche Bewertungsprozesse.
Eine solche Entwicklung führt hin zu einem plurastischen Arbeits-
modell, in dem es viele verschiedene Arten des Arbeitens gibt,
die alle gesellschaftlich gleichermaßen anerkannt sind.
Arbeiten wird so zum Handeln, zur Mitgestaltung von Gesellschaft.
Handeln ist ein andauernder Prozess. Er ist ergebnisoffen.
Und: Es spielt sich zwischen Menschen ab sowie zwischen Menschen
und der natürlichen Mitwelt. In diesem Prozeß ist jede und jeder
gleich wichtig.
Das Handeln bedarf einer Pluralität, in der zwar alle dasselbe sind,
nämlich Menschen, aber dies auf die merkwürdige Art und Weise, daß
keiner dieser Menschen je einem anderen gleicht, der einmal gelebt
hat oder lebt oder leben wird.
Adelheid Bisecker/ Uta v. Winterfeld