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lava [muc] – libertäre Antifa

Alles Verändern, ein anarchistischer aufruf / …

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A-Fahne

 

FAU-Fahne

 

Der Staat & das globale Kapital sind NICHT REFORMIERBAR. Datei:Sf head.jpg

        Sich dem Parlamentarismus, der repräsentativen Politik,
 der Weltbank,
dem IWF, den Konzernen, dem Neoliberalismus & Kapitalismus
 zu widersetzen, bedeutet für uns, für die soziale

Vergesellschaftung
 der Ressourcen des Planeten zu kämpfen, für den Umweltschutz,
 für die Selbstbestimmung & die
 generalisierte Selbstverwaltung.
Die Globalisierung kann nicht regiert werden, der Kapitalismus,
diese gefräßige Lebenszerstörungsmaschine, kann nicht mit
 einigen Sozialstaats-Almosen "berichtigt" werden,
 womöglich noch zum Nutzen der Armen in den reichen Ländern.
Die Welt, die wir wollen, für die wir auf die Straße gehen,
bezieht ihre Legitimation nicht aus den Gesetzen & den Abkommen,
 sie hat viel mehr ihre Wurzeln in der Fähigkeit
 zur Selbstverwaltung & Selbstbestimmung. Ohne Barrieren,
 ohne Grenzen, ohne Staaten.
 Eine Welt um in ihr solidarisch zu leben, nicht ein Territorium
der Kontrolle, des Raubbaus, der Unterwerfung
den Interessen weniger.
Eine sehr viel konkretere Utopie, als die, Freiheit mit Demokratie
 zu verbinden.
Der Staat & das globale Kapital erzeugen Finanzkrisen, Ausbeutung,
 Armut,
Umweltzerstörung, Unterdrückung, Krieg, Gefängnisse, Rassismus.
Der Staat & das globale Kapital sind NICHT REFORMIERBAR.
Das Leben & die Freiheit von über sechs Milliarden Menschen
 sind nicht
 mit den Herren der Welt verhandelbar, sie müssen vielmehr in die
Hände eines jeden zurückgegeben werden,
 ob Kind, Mann oder Frau.
"Herr von nichts, Diener von Niemand, sich aufmachen,
die Zukunft zu erkämpfen.

Gelesen in einer etwas älteren Augabe,
 des leider nicht mehr existierenden SCHWARZEN FADEN`s.

 

Direktdemokratie

"Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt
die Produktionsmittel in Staatseigentum.
Aber damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit
hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze
auf, und damit auch den Staat als Staat. (...) Das Ein-
greifen einer Staatsgewalt in gesellschaftliche Verhält-
nisse wird auf einem Gebiete nach dem anderen überflüssig
und schläft dann von selbst ein.
An die Stelle der Regierung über Personen tritt die Ver-
waltung von Sachen und die Leitung von Produktionspro-
zessen.
Der Staat wird nicht >abgeschafft<, er stirbt ab."
Engels 1878

Den Kapitalismus überwinden? Wie soll das gehen?

... Art des Auswegs? Von André Gorz Die Frage nach dem Weg aus dem Kapitalismus war nie so ... Rotpunktverlag   André Gorz (* 9. Februar 1923 in Wien als Gerhart Hirsch ; † 22. ... Sartres existentialistischer Variante des Marxismus, brach Gorz mit Sartre nach dem Pariser Mai 1968. André Gorz wandte sich der ...

Ich möchte die  Frage stellen, ob wir nicht das faszinierende
 Beispiel der athenischen Polis
wiederentdecken sollten, die, trotz ihrer vielen Unzulänglichkeiten,
 in größerem Umfang
institutionelle Beispiele für eine befreite Gesellschaft aufzubieten
 hat als die, mit denen
wir heute vertraut sind. Daß die athenische Demokratie auf einer
"souveränen Versammlung...,
die jedem Bürger offenstand", beruhte und wenigstens vierzig Mal
im Jahr zusammenkam;
daß sie bewußt "amatuerhaft" und antibürokratisch war und von einem
rotierenden Rat
der 500 geleitet wurde, dessen Vorsitzender druch das Los für nur
 einen Tag bestimmt
wurde, und der Rat selbst durch das Los und durch Wahl beschickt wurde.
Murray Bookchin - Hierarchie & Herrschaft - Seite 111

 Von allen Tyrannen ist eine Tyrannei, die aufrichtig das Beste
für ihre Opfer will, vielleicht die repressivste. Es ist viel-
leicht besser, unter Räuberbaronen zu leben als unter moralischen
Wichtigtuern. Die Grausamkeit des Räuberbarons schläft vielleicht
auch manchmal, seine Habgier ist vielleicht auch einmal befriedigt,
aber diejenigen, die uns zu unserem eigenen Besten quälen, werden
uns endlos quälen, denn sie tun es im Einverständnis mit ihrem
eigenen Gewissen. C.S.LEWIS

 Die Mauer...
Wenn Sie vor einer Mauer stehen, nützt es nichts,
mit dem Kopf dagegenzurennen, in der Hoffnung sie
würde nachgeben. Wenn Sie wollen, das sie weicht,
müssen Sie das anders anstellen. Doch bis dahin
sollten Sie zur Kenntnis nehmen, dass die Mauer da
ist und weh tut. Cornelius Castoriadis

 

 Der Staat sagt:

Das Gemeinsame gehört dir nicht, trotz der Tatsache,

dass du es gemacht hast, es gemeinsam hergestellt hast

und es gemeinsam erfunden und organisiert hast.

Die staatliche Freigabe des Gemeinguts, das heißt dessen,

was wir alle produziert haben und das uns gehört,

findet unter dem Namen Verwaltung, Delegation und Repräsentation

statt...die unerbittliche Schönheit des öffentlichen Pragmatismus.

Aus diesem Grund ist der Kommunismus der Feind des Sozialismus,

denn der Sozialismus ist die klassische Form dieses zweiten

Modells der Entfremdung der proletarischen Kraft (potenza),

die auch eine verfälschte Organisation der Herstellung

von deren Subjektivität verlangt.

Die Perversionen des realen Sozialismus haben ein Jahrhundert

des Klassenkampfes neutralisiert und die Illusion der Geschichts-

philosophie vertrieben,

Es ist interessant zu sehen, dass der "reale Sozialismus", obwohl

er massive Prozesse der Kollektivierung initiierte, niemals die

Disziplinen der Herrschaft, seien sie juristisch, politisch oder

Teil der Humanwissenschaften infrage stellte.

Die institutionelle Struktur des Sozialismus und ihre politischen

Polaritäten wurden von einer Ideologie produziert, die willkürlich

 privat und öffentlich einader entgegenstellte - während diese,

Rousseau folgend, einander überlappen - und rechtfertigte eine

herrschende Klasse, die behauptete, eine selbstgewählte "Avantgarde"

zu sein, während ihre Herrschaftsfunktionen jene der kapitalistischen

Elite reproduzierten!

Gegen den Staat zu sein bedeutete zuallererst, den Wunsch und die

Fähigkeit auszudrücken, das ganze System der Produktion, inklusive

der Arbeitsteilung und die Akkumulation und Neuverteilung des

Reichtums in einer radikal demokratischen Weise verwalten zu

können - als eine "Demokratie" aller.

Antonio Negri

...ich sag´s ja. Gar nicht mal so weit weg von uns Anarchos, dieser

Kommunist. G.F.

 

Anarchistische Direktdemokratie

 DREI PFEILE
Brennen euch nicht
drei Pfeile in euerm Fleische?
Ruhe, Ordnung, Disziplin--
für wen?...
War nicht Noske
Geist von euerm Geist?
Ihr wollt ja weiter hungern,
ihr wollt ja Ruhe und Ordnung!!!
Eure glitzernde Pfeile
sind keine Pfeile---
es sind Grundpfeiler
des heutigen Systems:
Ruhe, Ordnung, Disziplin.
Eure Disziplin gegen die Revolution
gefällt dem Kapitalisten.
Ihr seid die Stützen dieses Systems!!
Partei - Gewerkschaft - Reichsbanner:
Drei Pfeiler!!!
Zitiert aus: ANARCHISTEN GEGEN HITLER

Individualität und Autonomie als "Wahlstimmvieh" - im repräsentativen & neoliberalen Staatskapitalismus?

 

Eine der wichtigsten Theorien der repräsentativen Staatsraison ist der Liberalismus.

Er hat als irreduzibles Grundelement das selbstbestimmte Individuum definiert, welches

im Moment höchster Souveränität seinen autonomen Willen dadurch ausübt, dass es sich

in der Wahlkabine zwischen verschiedenen Optionen entscheidet.


Diese individualistische Vison wird in unserer Gesellschaft sehr ernst genommen,

belohnt diese doch diejenigen, die als souveräne Ichs ihr Eigeninteresse möglichst

rücksichtslos maximieren. Von solchen Menschen heißt es, sie genössen Freiheiten -

wozu auch die Freiheit von jeglicher Beschränkung ihres Gewinnstrebens zählt.

Freiheit mündet ja überhaupt im ideologischen Denken der USA meist in einen heroischen

Individualismus, in Unabhängigkeit und Autonomie, nicht zu vergessen das freie

Unternehmertum.


In Wirklichkeit ist dieses hochgelobte autonome Individuum nichts weiter als eine Fiktion.

Denn die Bindungen an die Gesellschaft erlauben niemanden Autonomie oder Unabhängikeit,

weder im Bereich des Privaten noch in dem des Gemeinschaftslebens. Freiheit kann sich auch

nicht ausschließlich  über Autonomie oder Unabhängigkeit definieren - zwei eigentlich

negative Auffassungen einer "Freiheit von etwas", eines Frei-Seins der Person anstelle

 einer Freiheit der Gesellschaft, Autonomie stärkt die gesellschaftliche und politische

Freiheit des Einzelnen gerade nicht, sondern untergräbt sie.

Indem die Autonomie die gegenseitigen Abhängigkeiten und das Beziehungsnetz zerreißt,

zerstört sie die gesamte bürgerliche und gesellschaftliche Grundlage der Freiheit

und stellt somit deren finale Negation dar.


Es erscheint paradox:

Die Individualität gewinnt - anders als der Individualismus - ihr Fleisch und Blut

nicht in der Unabhängigkeit, sondern in der gesellschaftlichen Interdependenz.

Schließlich handelt jeder einzelne im Kontext der solidarischen Unterstützung durch

die Gemeinschaft. So schreibt Max Horkheimer:


Die am höchsten geschätzten persönlichen Qualitäten, wie Unabhängigkeit, Wille zur Freiheit,

Sympathie und der Sinn für Gerechtigkeit, sind ebenso gesellschaftliche wie individuelle

Tugenden. das vollentwickelte Individuum ist die Vollendung einer vollentwickelten

Gesellschaft. Die Emanzipation des Individuums ist keine Emanzipation von der Gesellschaft,

sondern die Erlösung der Gesellschaft von der Atomisierung, die in Perioden der

Kollektivierung und Massenkultur ihren Höhepunkt erreichen kann.)


Das aktive, gereifte Bürgerwesen, dessen eine direkte Demokratie bedarf, hat gerade von

einer derartig atomisierten Gesellschaft absolut nichts zu erwarten.

Wie wir wissen, weist die moderne Massengesellschaft den Bürgern nur die Rollen

"Stimmbürger" und "Steuerzahler" zu.

Staat und Kapitalismus vermitteln dem Citoyen keine Fähigkeiten, sondern wirken infanti-

lisierend. Der Staat als selbsternannter Paterfamilias, managt das politische Leben der

Menschen als ihr Sachverwalter  und angeblich zu ihrem eigenen Besten.

So aber nimmt die Abhängigkeit und Unterordnung kein Ende.

Der Kapitalismus wiederum kennt keine Hemmungen in seinem Bestreben, aus ihnen hilflos-

unersättliche Konsumenten zu machen, die statt nach der Macht nur noch nach Schnäppchen

greifen.


Es ist diese passive Unterwerfung der Bürger unter die vom Staat gesetzten Bedingungen,

die sich gegenüber mächtigen Einzelnen oder Institutionen schutzlos jeglicher Manipulation

aussetzt.

Massenhafte Stimmabgabe im Schutz der Wahlkabine ist nur der schwache Abglanz eines aktiven

politischen Lebens. Quasi als Marktanalyse werden die persönlichen Urteile über die

Kandidaten registriert, tabelliert, quantifiziert und schließlich ausgewertet, doch nur

mit dem Ziel einer effektiven Strategie für die Vermarktung der nächsten Kandidatenrunde.


Es hat zwar Vorschläge für mehr Demokratie und größere Bürgerbewegung gegeben, etwa die

Forderung, das Refenderum - also die Abstimmung über eine bestimmte Streitfrage - zu

"demokratisieren". Doch bei Referenden stehen die Optionen schon vorher fest;

weder kollektive Vorschläge noch eine breitere Palette von Optionen dürfen ausgearbeitet

werden. Es ist nicht besser als bei der Wahl von Kandidaten:


In einem Massenreferendum degeneriert die politische Partizipation zum bloßen Registrieren

von Präferenzen, degenerieren die Citoyens zu Konsumenten, die großen Ideale zu privaten

Geschmacksrichtungen, die poltischen Ideen zu Prozentzahlen.


Nichts entspricht dem liberalen Ideal, des selbstbestimmten autonomen Individuums,

also des Menschen, der Herr seiner selbst und seines Umfeldes ist, weniger als der passive

Konsument staatspaternalistischer Optionen, wie er uns im wirklichen Leben gegenüber-

tritt. Gleichwohl wird die Ideologie der Massengesellschaft unserer Tage vor allem

vom Ideal der Autonomie bestimmt - einer Gesellschaft, die so sehr unter dem Staat,

der Verstädterung, der Hierarchie und dem Kapitalismus leidet.

Eine solche Ideologie ist nicht einmal Betrug - sie ist ein schlechter Witz.

Janet Biehl - SCHWARZER FADEN  (Nr.65)

Datei:Sf head.jpg

(Die Überschrift des Textes ist von mir.) G.F.

 Improve Yourself

 

 Die Erschaffung des Bürgerwesens

(von JANET BIEHL)

 

Das Leben als Citoyen


Für uns Liberäre Kommunalisten liegt das Endziel der politischen Existenz

der Menschen  eben nicht in passiver Abhängigkeit von einem elitären Staat.

Auf sie wartet, so glauben wir, eine aktivere Lebensweise, schon weil ihre

Eigenschaften sie als soziale Wesen ausweisen. Die Menschen besitzen Ver-

nunft, sie leben in Abhängigkeit voneinander, und sie bedürfen der Soli-

darität.


Die psychologische und moralische Grundlage des Lebens als Citoyen kann

vor allem in dieser gegenseitigen Abhängigkeit und Solidarität gesehen

werden, und dies gilt auch für die Wiederherstellung des Reichs der wahren

Politik und der direkten kommunalen Demokratie.


Wenn wir eine libertär-kommunalistische Gesellschaftsordnung errichten

wollen, müssen wir die Beziehungen innerhalb der Gesellschaft verändern.

An die Stelle von Staat, verstädterung, Hierarchie und Kapitalismus

müssen wir kooperative Institutionen einer direkten Demokratie, eines

Reichs der kommunalistischen Politik setzen. Der Erfolg dieser Bemühungen

wird aber auch von den charakterlichen Qualitäten derjenigen abhängen,

die diese Gesellschaft aufbauen.


Diese Qualitäten dürfen in unserer neuen Gesellschaft nicht diejenigen

sein, die den passiven Steuerzahler und Stimmbürger kennzeichnen.

Denn die innovativen Akteure im Reich der Politik werden Charakterzüge

entwickeln, die von Stärke, Bürgertugend und Verantwortung für das Ganze

bestimmt sind, und solche Züge sind heutzutage nicht vorhanden oder

werden jedenfalls nicht gerade hervorgekehrt. Sie aber sind es, die den

gereiften, zur demokratischen Teilhabe am politischen Leben befähigten

Citoyen kennzeichnen.


Die wichtigsten Tugenden sind Solidarität und Vernunft, hängt doch die

Existenz der gesamten Gemeinschaft davon ab, ob es ihr gelingt, ihre

Zukunft auf die Solidarität und Rationalität jedes Einzelnen zu bauen.


Wie auch immer man den Bürger definieren mag - stets muß er dem Gemein-

wohl, also der Solidarität verpflichtet sein. Ganz im Gegensatz zu dem

heute verbreiteten Zynismus wird den reifen und aktiven Citoyens klar

sein, dass ihre politische Gemeinschaft ohne aktive Unterstützung und

Teilnahme nicht überdauern kann.

Sie wissen, dass sie ihrer Gemeinschaft gewisse Pflichten schulden,

und kommen diesen in dem Bewusstsein nach, dass dies für alle gilt.

Ihnen ist auch klar, dass allein ihr gemeinsames Bemühen, ihre gemein-

same Verantwortung die Gemeinschaft überhaupt ermöglichen.


Eine direkte Demokratie bedarf aber auch unbedingt der - heute so ge-

schmähten - Vernunft. Logisches Denken ist lebenswichtig, wenn die

Bürger abwägen wollen, wie die Gemeinschaft mit einem gegebenen Problem

am besten fertig werden kann. Bei Beratungen über eine Streitfrage ist

konstruktive Vernunft besser als emotionsgeladene Parteinahme aus dem

Bauch heraus. Gerade um trotz persönlicher Animositäten, wie sie unter

Menschen ja durchaus vorkommen können, grundsätzlich großherzige

Fairness walten zu lassen, bedarf es der Vernunft. Man könnte ja mit

dem Versuch rechnen, das Privateigentum und den profithungrigen

Unternehmergeist wiederzubeleben. In einem solchen Fall, bei dem die

Leute noch dazu intensiven emotionalen Apellen an ihr Eigeninteresse

ausgesetzt sein werden, Kann ihnen einzig ihre Vernunft sagen, warum

sie hier nicht nachgeben dürfen. Sie werden überhaupt nur dank ihrer

Vernunft stark genug sein, das Gemeinwohl zu bewahren, und sie müssen

ebenso über Vernunft verfügen wie über Charaktere und Persönlichkeiten.


Das soll natürlich nicht heißen, dass die Menschen sich unter dem Libertären

Kommunalismus nur noch aufopfern und dem Kollektiv unterordnen müssen.

Vielmehr hätten alle ihren jeweils persönlichen Lebensbereich -

Familie, Freunde, Arbeitskollegen. Überhaupt werden in der bereicherten

kommunalistischen Gemeinschaft die persönlichen Beziehungen unter den

Menschen viel tiefer sein als heute, da sich selbst Nachbarn kaum noch

kennen und der Einzelne im Notfall nicht mehr auf Großfamilie und

Gemeinschaft, sondern nur noch auf seine isolierte Kernfamilie zählen

kann. Gerade die gegenseitgen Abhängigkeiten erzwingen ein ausgewo-

genes Geben und Nehmen unter den Menschen. Alle gemeinsam sind Teil

eines kühnen Experiments und verlassen sich in dieser Verantwortung

auch aufeinander, Verlässlichkeit aber schafft Vertrauen.

Individualität und Gemeinschaft entstehen in einem Prozess gegen-

seitiger Wechselwirkung. Von den Entscheidungen der Bürger im

kommnalen Bereich hängt  auch ihr gesellschaftliches Umfeld ab.

Das Politische wertet das Private auf, und das Private bereichert

die Politik - eine wechselseitige Stärkung des Individuum und des

Kollektivs, nicht die Unterordnung des einen unter das andere.


Im antiken Athen gab es zahllose Differenzen unter den Menschen.

doch in einem waren sich alle einig: Das Leben als Bürger empfanden

sie keineswegs als Last, als aufgezwungene Selbstverleugnung, sondern als

die authentischste Art der Selbstverwirklichung. Nach ihrer Überzeugung

war der Mensch von Natur aus ein politisches Wesen und für die aktive

Mitwirkung in der Politik geschaffen. Wer seine Privatinteressen über

das Gemeinwohl stellte, erregte allgemeine Missbilligung.

Diese kollektive Pflicht- und Verantwortungsbewußtsein wiederum konnte

sich auf ein kollektives Solidaritätsgefühl wie auch auf eine tragende

Rolle der Vernunft stützen. Noch nach mehr als zweitausend Jahren

sollte die Erste Internationale dieses Lebensgefühl in die Losung fassen:

"Keine Rechte ohne Pflichten, keine Pflichten ohne Rechte" - eine, die

auch für Marxisten und Sozialanarchisten eine der ethischen Grundlagen

ihres revolutionären Sozialismus bildete.

 

Paideia


Während die Autorität des Staates auf der Unterstellung beruht, "Bürger"

seien von Natur aus unfähig und unvernünftig, also unreif, dass sie ihre

Angelegenheiten von professionellen Köpfen regeln lassen müssen, geht der

Libertäre Kommunalismus gerade vom Gegenteil aus. Für ihn trägt jeder

Bürger ein Vernunft- und Kompetenzpotential in sich, das ihn zur direkten

Teilhabe am politischen Leben befähigt. Ebenso wird jedem Bürger zugetraut,

dass er, einmal darin geschult und geübt, über alles verhandeln, in Ruhe

zu einer Entscheidung gelangen und diese verantwortlich umsetzen kann.

Für den Libertären Kommunalismus ist die Politik zu wichtig, um sie den

Profis zu überlassen. Sie muss vielmehr ein Feld für Laien sein, eben für

jedermann und jederfrau.


Wie ich schon sagte, war diese Orientierung am Laien in der athenischen Polis

durchgängig. Amtsinhaber wurden fast ausnahmslos nicht gewählt, sondern

durch Losentscheid bestimmt. Dieses Zufallsprinzip beruhte auf der Über-

zeugung, dass jeder Bürger für fast jedes Amt die nötige politische Kom-

petenz mitbringen würde.


Gemäß dieser Politik von und für Laien haben also die Bürger ein so hohes

Niveau an politischer Reife erlangt, dass sie unmöglich einer "Spezialisten-

elite" die Regeirungsverantwortung übertragen können. Nur: Die Gewohnheiten

und Tugenden, die ein Citoyen dafür benötigt, sind im menschlichen Geist

nicht ex ovo vorhanden, sondern müssen wie jedes andere zivilisierte

Verhalten sorgfältig antrainiert werden. Manches davon lernen Kinder in

der Familie. Den Kleinen bringt man bei, das zum Nehmen, auch das Geben

 und das Teilen gehören; die Älteren

lernen Selbstvertrauen und kritisches Denken. Doch ein Großteil der spezi-

fischen Bürgertugenden und -kompetenzen muss ganz gezielt in einem speziel-

len politischen und charakterlichen Bildungsprozess vermittelt werden.


Für diesen Formierungsprozess - die Herausbildung der für das Leben als Bür-

ger benötigen menschlichen und ethischen Eigenschaften - hatten die Athener

den Begriff paideia geprägt. Es waren Eigenschaften, die nicht nur ethische

Überzeugungen umfassten, sondern auch eine reife Identifikation mit der Ge-

meinschaft und ihren Werten ebenso wie ein Verantwortungsgefühl für diese

Gemeinschaft.


Die paideia vermittelte den vernunftgesteuerten, zurückhaltenden Anstand,

dessen es bedarf, damit Bürgerversammlungen geordnet, tolerant, funktions-

fähig und kreativ ablaufen können. Es ist eben dieser Prozess der "Zivilisierung"

(civis = Bürger), der aus einer beliebigen Menge von ihr jeweiliges

Eigeninteresse verfolgenden Individuen ein diskussionsfähiges, rationales,

ethisches Gemeinwesen macht.


Wie - und wo - läuft paideia ab? Da ein quasi akademischer Schulunterricht

nicht ausreicht und die Massenmedien sie nicht etwa fördern, sondern allenfalls

hintertreiben können, kann nur das Reich der Politk selbst die Stätte sein,

wo Geist und Charakter der Bürgerinnen und Bürger gebildet werden können.

Zu Citoyens werden die Menschen, indem sie an einer demokratischen Politk

teilhaben - in einer Welt der Diskussionen und Interaktionen, aus der Wissen,

Übung, Erfahrung und Vernunft erwachsen. Erst indem sie selbst Entscheidungen

fällen, bilden sich Bürger - als Individuen und als politische Wesen - heraus

; citoyen wird man nur durch eigenes politisches Handeln. Somit ist die Politik

die Schule der Politik.


Doch als Citoyen zu leben, sollte nicht nur ein Bildungsgut sein, sondern

eine Kunst - das ist das Fernziel. Ästhetische Mittel, Institutionen - alles

kann eingesetzt werden, um die verborgenen Fähigkeiten der Menschen sicht-

bare Wirklichkeit werden zu lassen. Das  Leben in der Gesellschaft und Politk

muss ganz bewusst so ausgestaltet werden, dass die Menschen einen Sinn für

die Vielgestaltigkeit des Lebens entwickeln und dennoch, wenn nötig, über

die daraus resultierenden Differenzen leidenschaftlich streiten können.

Gesellschaftsfähigkeit und Interpendenz drücken sich dann in Kooperation

und Bürgerverantwortung aus.

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Der Bürger von heute


Es wird zu den wichtigsten Aufgaben der jetzt entstehenden libertär-kommu-

nalistischen Bewegung gehören, die ethischen Bürgertradtitonen wieder zum

Leben zu erwecken, sie wachsen zu lassen und für die Behandlung öffentlicher

Angelegenheiten einen Raum zu schaffen, in dem sie den Menschen wie mit der

Muttermilch eingeflößt werden. Gewiss eine gewaltige Aufgabe, denkt man an

den Wertverlust und Egoismus, die unsere Zeit prägen. Vielen Menschen sind

die Tugenden und Verhaltensweisen eines Citoyen fremd geworden. Es herrscht

ein allgemeiner Zynismus über "die Politik", und wer meint, man solle doch

vielleicht das Gemeinwohl dem Eigeninteresse - oder gar den Interessen der

Familie - voranstellen, wird kaum mehr als Spott ernten.


Misstrauen gegenüber jeglicher "Politik", ja feindselige Ablehnung sind tief

verwurzelt.


Doch schaut man genauer hin, dann gilt diese allgemeine Ablehnung weniger der

Politik als vielmehr dem staat. Diese Verweigerungshaltung ist aber legitim

und gesund, vertritt doch der Staat nur eine Herrschergruppe, also gerade

nicht das Gemeinwohl.


Leider werden Politk und Staatsraison von vielen als Einheit gesehen und

infolgedessen vergiftet die Ablehnung des Staates die Einstellung zur Politik.

So verabscheuen die Menschen ausgerechnet das, wodurch sie Macht erlangen

könnten, was ihnen Gemeinschaft statt Anomie bietet und ihre schwache Position

in der Gesellschaft stärken könnte.


Gleichwohl trügt der erste Eindruck.

Die Hürden, die einer Wiederbelebeung bürgerlicher Ethik entgegenstehen,

müssen nicht unüberwindlich sein. Denn es gibt etwas, das gerade für den Prozess

einer Stärkung der Bürgermacht und der Errichtung einer libertär-kommunalistischen

Gesellschaft  Rückenwind erhoffen lässt. Ich meine den weitverbeiteten Hunger

nach Lebenssinn, der hierdurch gestillt werden könnte.

Diese Menschen, deren Leben scheinbar zwecklos und auf sich gestellt dahintreibt,

sähen wieder ein Ziel jenseits der reinen Selbstbefriedigung vor Augen.

Sie könnten ihre Stärken, ihre Talente mobilisieren und wüchsen so in unge-

ahntem Maße über sich selbst hinaus. Und ihren Kindern würde der Erfolg der Be-

wegung eine bessere Gesellschaft bescheren, ein schöpferisches, solidarisches

Leben anstelle von Angst, Passivität und Resignation.


Daher muss die Bewegung mehr tun, als nur sich in einer Wahlplattform der Ver-

städterung und dem Nationalstaat entgegen zu stellen. Sie muss ein ethisches

Ideal anbieten - ein Ideal, das über eine Verurteilung der gegenwärtigen Miss-

stände hinaus die Bürgertugenden ins Licht rückt; das anstelle der  Entleerung

und Trivialität ihres Lebens den Menschen Solidarität und Freiheit und -

ebenso wie im letzten Jahrhundet die großen sozialistischen Manifeste - die

Forderung nach materiellen und moralischen Veränderungen sowie nach einem für

beide geltenden Ethos vorbringt.


Die paideia und somit die Ausformung des Citoyen sind fortdauernde integrale

Elemente der libertär-kommunalistischen Bewegung, angefangen von der Arbeits-

gruppe über die Bürgerversammlung bis zur schließlichen Föderation.

Schon in den ersten Diskussionsgruppen und Vortragsreihen muss dieser Prozess

einsetzen, um sich fortzusetzen, wo immer Menschen zusammenkommen, ob  in

Kneipengesprächen oder am Familientisch. Vor allem aber muss er in der Bewegung

selbst und in ihren Versammlungen stattfinden. Dort können politisch ungeschulte

Menschen lernen, ihre Meinung in Gegenwart ihrer Nachbarn offen auszu-

sprechen und rational darüber zu debattieren. Auf den Bürgerversammlungen, wo

politische Fragen in Verantwortung und Solidarität behandelt werden, nimmt

die paideia, wenn auch formaler geregelt, ihren Fortgang.


Da nun diese Erziehung zum Citoyen im direkten Kontakt unter den Menschen

abläuft, wird sie Interaktion und Vertrauen zur Folge haben, also die Solidarität,

ohne die eine Bürgergesellschaft nicht existieren kann.

Indem die Menschen ernsthaft, nicht nur gelegentlich, einbezogen werden,

entwickeln sie ein Gefühl für ihre Abhängigkeit untereinander; Kooperation

entsteht, Vorurteile und Engstirnigkeit verschwinden. Als Bürgerinnen und Bürger

werden die Menschen lernen oder sich erinnern, was zwischenmenschliche Loyalität

bedeutet. Indem sie für den erfolg ihrer Sache arbeiten, wächst ihr Mut und

weitet sich ihr Geist.


In dem Maße, wie die Gemeindeversammlungen immer mehr Bürger anziehen, wie ihnen

immer mehr Macht zuwächst und sie immer weitere Verbreitung genießen, wird sich

diese - partizipatorisch unterstützte - paideia intensivieren. Und doch ist all

dies erst der Anfang. Der Kampf für eine Neugestaltung der Gesellschaft bildet

und stärkt alle, die sich dafür engagieren.

Wenn er vorüber ist, werden selbst diejenigen, die von Anfang an dabei waren,

politisch gereift sein.

Von JANET BIEHL - Die POLITISCHE PRAXIS DER SOZIALÖKOLOGIE (SChwarzer Faden Nr.65)

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 Improve Yourself

 

 

 Duale Macht _Gewalt als revolutionäres Mittel - Ja oder Nein?


Der Libertäre Kommunalismus ist ein unablässiger Kampf, in dem es nicht um

Reperaturen an den vorhandenen Unterdrückungsmechansismen, sondern um

die Errichtung radikal emanzipativer Bürgerinstitutionen geht.

Dieser kampf gegen den Staat muss vom ersten Tage an geführt werden und

darf niemals nachlassen.

Gerade mit der Forderung nach kommunalen Föderationen, nach Kommnalisierung

des Eigentums und einer Politik der direkten Demokratie stebt die Bewegung

nicht nach reformistischen Scheinsiegen, sondern will eine komplette Neugestaltung

der Gesellschaft.

Ihr Fernziel, die "COMMUNE DER COMMUNEN", kann sie nur erreichen, indem sie

tagtäglich daran arbeitet, eine direkt-demokratische Dualmacht- als GEGENMACHT

zum Staat -aufzubauen.


Bei der Macht kommt es nicht darauf an, ob sie überhaupt existiert,

sondern wer sie hat.

Das aber bedeutet für die libertär-kommunalistische Bewegung;

Ebenso wie in der Vergangenheit der Nationalstaat die Macht

auf Kosten der Unabhängigkeit und Freiheit der Gemeinden erobert

hat, können die neuen förderierten Kommunen jedwede Macht nur auf

Kosten des Nationalstaats erringen.

Entweder stärken also die förderierten Kommunen ihre eigene Macht

und schmälern die des Staates, oder dieser behält und stärkt seine Macht

und schmälert die Macht der förderierten Kommunen.


Wenn im Laufe der Zeit die Bewegung für einen Wandel anschwillt,

werden immer mehr Kommunen sich demokratisieren und Föderationen

bilden.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, da die vereinte Stärke der vielen Kommunen

für den Staat eine Bedrohung darstellt.

Dass die heutigen Machtstrukturen die Existenz einer Föderation demokratisierter

Kommunen - mit ihrer demokratischen Politik, ihrer selbstbewussten Bürgerschaft

und ihrer kommunalisierten Wirtschaft - tolerieren werden, ist kaum anzunehmen.

Vielmehr wird der Staat den Kapitalismus und seine eigene Macht verteidigen

wollen.

Also muss die Bewegung, will sie nicht auf Gnade oder Ungnade dem Staat

ausgeliefert sein, eine Bürgerwehr zur Verteidigung der von ihr verkörperten

Volksmacht aufstellen. Mehr noch:

Wenn es der Bewegung mit ihrer Opposition zum Staat ernst ist, muss sie versuchen,

dem Staat sein wichtigstes Instrument zu entwinden:

Das bewaffnete Gewaltmonopol.

150 Jahre lang war es in der sozialistischen Bewegung unbestritten, dass eine

bewaffnete Volks- oder Bürgermiliz notwendig sei.

Jede der verschiedenen Sozialistischen Internationalen stellte die Forderung auf,

eine Miliz an die Stelle der Armee und der Polizei zu setzen.

Auch den Anarchisten und Syndikalisten erschien seinerzeit die Bewaffnung des

Volkes als conditio sine qua non einer freien Gesellschaft.

Wer heute eine schlüssige radikale Position einnehmen will und dabei die Forderung

nach Bewaffnung des Volkes fallen lässt, sorgt dadurch für die Fortexistenz des Staates.

Der Libertäre Kommunalismus wird also in der Tradition der sozialistischen und

anarchistischen Bewegungen dafür eintreten, die staatlichen Heere und Polizeikräfte

irgendwann durch eine Bürgermiliz, oder Bürgerwehr zu ersetzen.

Die Befehlsgewalt über die Bürgerwehr muss allein bei den Bürgerversammlungen

liegen.

Sie selbst ist eine demokratische Institution, ihre Offiziere werden gewählt.

Je größer und zahlreicher nun die kommunalen Föderationen werden, desto mehr

wächst auch ihre latente Macht und somit ihre Fähigkeit, eine Gegenmacht

zum Staat darzustellen.

Indem sie von diesem Potential Gebrauch machen, entwickeln sich natürlich

Spannungen zwischen ihnen und der Staatsmacht.

Diese Spannungen diese potentielle Gegenmacht, müssen aber von den Bürgern

als etwas Positives angesehen werden.

Den Bürgern muss bewußt werden, dass hier im eigentlichen Sinn wieder der uralte

historische Konflikt zwischen Gemeinde und Staat ausbricht, dass es zwischen Staat

und Föderation keine Harmonie geben kann.

Dieser Machtzuwachs der kommunalen Föderation versetzt sie schließlich in die Rolle

einer Dualen Macht, von der dann die Forderung nach voller Macht für das Volk

ausgeht.

In diesem Augenblick wird die soziale und politische Lage instabil.

Es kommt wahrscheinlich früher oder später zu einer Konfrontation über die Frage,

wer die Macht haben soll - die kommunale Föderation oder der Staat.

Entweder geht die Macht an das Volk und seine Kommunen über, oder aber

sie verbleibt beim Staat und den Praktikern der Staatsraison.

Am Ende werden die Föderationen vermutlich mit militanten Mitteln versuchen,

ihre eigenen Strukturen an die Stelle des Staates zu setzen.

Es ist zu hoffen, dass bis dahin die libertär-kommunalistische Bewegung die Mehrzahl

der Menschen für sich und für ihr Gesellschaftsmodell gewonnen, also die

staatlichen Institutionen gewissermaßen "ausgehöhlt" hat.

Ist die Autorität des Staates erst einmal in den Augen der Menschen delegitimiert,

dann kann sie hoffentlich auch ohne große Schwierigkeiten beseitigt werden.

Paris erlebte es im Jahre 1789, und St.Petersburg 1917, wie die Staatsautorität

angesichts einer revolutionären Konfrontation zusammenbrach.

Jede dieser allmächtig erscheinenden Monarchien war in Wirklichkeit so bar jeder

Macht, dass sie unter dem Ansturm des revolutionären Volkes einfach zerbröckelte.

Entscheidend dafür war jedoch, dass in beiden Fällen das Militär - d.h. die einfachen

Soldaten - sich der Revolutionsbewegung anschlossen.

Was in der Vergangenheit möglich war, kann erneut geschehen, vor allem wenn

eine effektive, bewusste, inspirierte revolutionäre Bewegung am Werk ist.

In der Zeit des Aufbaus der Dualmacht dürfen die Spannungen zwischen den

Föderationen und dem Nationalstaat weder nachlassen noch übertüncht werden.

Die libertär-kommunalistische Bewegung muss diesen Dissens, die Oppositon

zum Nationalstaat, vielmehr ausdrücklich betonen und verschärfen

(eine waghalsige Abenteuerpolitik darf dabei natürlich nicht betrieben werden).

Andernfalls wird aus der kommunalen Föderation keine Gegenmacht,

sondern sie endet als Staatsorgan, zum Beispiel als parlamentarische Partei.

Es ist wirklich sehr wichtig, dass das Spannungsverhältnis zwischen der Föderation

und dem Nationalstaat bestehen bleibt.


Dem Libertären Kommunalismus befiehlt sein Lebensgesetz, gegen den Staat zu kämpfen,

ihm die Macht zu entreißen und ihn so letzlich zum Verschwinden zu bringen.

Nur wenn dieses Spannungsverhältnis im praktischen Handeln kompromisslos

deutlich gemacht wird, kann die Bewegung ihren Sinn und ihre radikale Identität

bewahren.

Alles andere ist eine Verfälschung des Libertären Kommunalismus und somit eine

Gefährdung seiner Identität. Menschen, die darauf aus sind, sollten sich lieber einer der

etablierten Parteien anschließen.

Nachdruck aus: Janet Biehl: Der libertäre Kommunalismus. (Trotzdem-Verlag)

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 Libertär-sozialistische Parlamentarismuskritik. Ein Kommentar zur Bundestagswahl 2013
Bernd Drücke in Graswurzelrevolution (29.08.2013)


Am 28. November 2010 saß ich als Redakteur der Graswurzelrevolution u.a. mit Hans-Christian Ströbele von den Grünen und Uwe Hiksch von der LINKEN auf dem Abschlusspodium des Antikriegskongresses in der Technischen Universität Berlin. Dort ging es heiß her, auch weil sich ein Mensch aus dem Publikum ereiferte. Er habe im Internet recherchiert und dabei entdeckt, „dass Herr Drücke zum Wahlboykott aufgerufen hat!“.



Offensichtlich ist es auch in grünen und linksparteinahen Kreisen immer noch ein Skandal, wenn jemand sein Selbstbestimmungsrecht nicht an ei­ne Partei abtreten will. Dabei planen laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa mindestens 30 Prozent der Wahlberechtigten, sich nicht an der Bundestagswahl 2013 zu beteiligen: „Damit droht erst­mals eine Wahlbetei­ligung von unter 70 Prozent, und damit die niedrigste seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland.“1

Wenn das Ergebnis der Bun­destagswahl am späten Abend des 22. September verkündet wird, werden die Nichtwäh­lerInnen in der Statistik wieder nicht berücksichtigt. Die „Partei der Nichtwäh­ler“ ist „die stärkste der Parteien“, findet in den Medien aber kaum Gehör. Harald Welzers wahlkritischer Essay „Das Ende des kleineren Übels. Warum ich nicht mehr wähle“ im SPIEGEL vom 27. Mai 2013 war ein einmaliger Tabubruch in einem Leitmedium und sorgte u.a. in der Springerpres­se entsprechend für Empörung.

Wie bei jeder Wahl, werden auch bei der Bundestagswahl 2013 wieder alle Parteien und Massenmedien ihre Enttäuschung über die geringe Wahlbeteiligung bekunden.

Dabei ist es aus meiner Sicht erfreulich, dass so viele Menschen erkannt haben, dass sie für die ParteistrategInnen jeglicher Couleur in erster Linie als Stimmvieh von Interesse sind.

Problematisch ist, dass viele Menschen resigniert haben, anstatt sich in den sozialen Bewegungen zu engagieren und nach basisdemokratischen Alternativen zum pseudodemo­kratischen Parlamentarismus zu suchen.



„unverantwortlich“?

Ich muss mir oft Vorwürfe anhören, dass ich „unverantwortlich“ handle, weil ich mein Kreuzchen nicht wenigstens für das – aus Sicht der Kriti­kerInnen – kleinere Übel (die Linkspartei?) mache. Dabei hat sich das vermeintlich kleinere Übel in der Vergangenheit im­mer wieder als das größere erwiesen.



Unverantwortlich:

Jede Partei ist auf Machterhalt fixiert. Selbst als „pazifistisch“ auftretende Parteien wandeln sich zu Kriegsparteien, wenn sie ihr Ziel der Machtbeteili­gung erreichen und diese durch ein Festhalten an pazifistischen Positionen gefährdet wäre.

Das zeigt das Beispiel der Grünen. Die sind in den Achtzigern unter dem Motto „basisdemokratisch, gewaltfrei, ökologisch, sozial“ angetreten. Noch im Bundestagswahlkampf 1998 forderten sie „keine Auslandseinsätze der Bundeswehr“.

Kaum an der Regierung, sorgten sie für das Gegenteil. Was keine CDU-Regierung ohne Massenproteste hätte durchsetzen können, gelang der rot-grünen Koalition. Unter dem die Shoa relativierenden Motto „Wir müssen ein zweites Au­schwitz verhindern“ setzten Fischer und Co. 1999 den NATO-Angriffskrieg gegen Jugoslawien durch.

Hätte damals eine CDU-Regierung den ersten deutschen Bombereinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg befohlen, wären vermutlich Hunderttau­sende auf die Straße gegangen. So aber waren es nur wenige, denn viele hatten zuvor ihr Kreuz­chen bei einer der nun kriegführenden Parteien gemacht. Gegen „ihre“ Regierung wollten sie nicht demonstrieren, oder sie gingen sogar der rot-grünen Kriegspropaganda auf den Leim. Ähnlich verhält es sich mit dem Afghanistan-Krieg. Und den „Hartz IV“-Gesetzen. Hätte eine CDU-geführte Regierung versucht, den als „Agenda 2010“ verkauften Sozialkahl­schlag durchzusetzen, wären wohl auch die traditionell SPD-nahen Gewerkschaften auf die Straße gegangen.

Es kam an­ders. Schröder, Stein­brück, Trittin und Co. konnten die Umverteilung von unten nach oben durchsetzen, weil die rot-grünen WählerIn­nen nicht gegen „ihre“ Regierung agieren wollten.



Je mehr die Menschen glauben, desto leichter lassen sie sich regieren

Der Glaube an das parlamentarische System kann katastrophale Folgen haben. Erinnert sei hier an die „legale“ Machtübernahme durch die NSDAP 1933. Nicht zuletzt, weil die Nazis damals durch eine Wahl als legitimiert galten, war der Widerstand gegen das Naziregime vergleichsweise klein.

Im März 1920 konnte der faschistische Kapp-Putsch in Deutschland durch einen von Sozial­demokratIn­nen, Sozia­listInnen, Anarchosyndika­listInnen, Kommunis­tInnen und DemokratInnen organisierten Generalstreik nach fünf Tagen erfolgreich gestoppt werden.

Trotz dieser Erfahrung riefen die Gewerkschaften und linken Parteien 1933 nicht zum Generalstreik auf, weil in ihren Augen Hitler durch die Wahl legitimiert war.

Anders lief es drei Jahre später in Spanien. Hier war es eine in großen Teilen in der anarchosyndikalistischen CNT organisierte Bevölkerung, die den von Hitler und Mussolini unterstützten Franco-Putschisten bis 1939 erbitterten Widerstand entgegensetzte und 1936 einen „kurzen Sommer der Anarchie“ verwirklichen konnte.



Wunsch auf Teilhabe an der Staatsgewalt

Die Teilnahme an einer Parlamentswahl „ist notwendig getragen von dem Wunsch auf Teilhabe an der Staatsgewalt und ist damit die Beteiligung an dem Versuch, die eigene politische Meinung per Gesetz, Macht und letztlich per Gewalt den Andersdenkenden aufzuzwingen. Mit dem Bekenntnis grundsätzlichen Gewaltverzichts sind auch die Wahlen in einer repräsentativen Demokratie nicht zu vereinbaren. Wer Macht und Herrschaft über Menschen überwinden will, wird nicht um diese Macht kämpfen, sondern auf sie verzichten“, so bringt es Ullrich Hahn vom Internationalen Versöhnungsbund auf den Punkt.

Die parlamentarische Demokratie ist womöglich die beste aller möglichen Regierungsformen, „die anarchistische Parlamentarismuskritik richtet sich jedoch gegen die Zumutung, überhaupt regiert zu werden“.2

Es geht mir nicht um eine alternative Regierung, sondern um Alternativen zur Regierung. Ziel ist ein selbstbestimmtes Leben für alle.



Fazit:

Anstatt auf Parteien zu hoffen, sollten wir gemeinsam Druck von unten machen. Gegen jede Regierung, gegen jeden Krieg, gegen Atompo­litik, Militarisierung, Waffenhandel, Sozialkahl­schlag, Rassismus, Sexismus, Gendreck und andere Verbrechen an der Menschheit. Für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft.



Bernd Drücke



Anmerkungen:

1 www.prosiebensat1.com/media/3714356/wähler%20und%20 nichtw%C3%A4hler%20zu%20beginn%20des% 20wahljahres%202013 %20in%20deutschland190213.pdf

2 Sonderheft der Graswurzelrevolution: „Wer wählt, hat die eigene Stimme bereits abgegeben!“ Zur Kritik des Parlamentarismus. Siehe Kasten auf Seite 3


http://www.linksnet.de/de/artikel/29564


Direkte gewaltfreie Aktion zur Bundestagswahl

„Das in Deutschland dominierende Verständnis von Demokratie, welches sich auf die Abgabe der Stimme und der Zuschauerrolle bei Polit-Talkshows beschränkt, finden wir im höchsten Maße problematisch. Aus diesem Grund haben wir uns erlaubt rote Kasper- und Clownsnasen auf die Gesichter der Wahlplakate aller Parteien zu kleben. Mit dieser direkten, gewaltfreien Aktion möchten wir auf kreative Art auf unsere Kritik hinweisen.“

Mehr Infos: http://kaspertheater.noblogs.org/



Rainald Grebe: „Der Kandidat“, http://www.youtube.com/watch?v=w6SVGwDFxY8





Artikel aus Graswurzelrevolution Nr. 381, September 2013, www.graswurzel.net

 Nicht nur eine besondere Regierungsform
oder Parteiherrschaft bewirkt Totalitarismus,
sondern auch ein besonderes Produktions- und
Verteilungssystem, das sich mit einem "Pluralismus"
von Parteien, Zeitungen, ausgleichenden Mächten
etc. durchaus verträgt.
HERBERT MARCUSE

Direkte Aktion

 VOLK: Und welche Arbeit leistet ihr in unserer Gesellschaft?
PRIVELEGIERTE KLASSE: Keine; wir sind nicht zum Arbeiten geboren.
VOLK: Wie habt ihr dann diese Reichtümer erworben?
PRIVELEGIERTE KLASSE: Indem wir uns die Mühe machen, euch zu regieren.
VOLK: Wie! Nennt ihr das regieren? Wir plagen uns und ihr lasst es euch wohl ergehen!
Wir schaffen, und ihr prasst! Reichtum geht von uns aus, und ihr verleibt ihn euch ein.
Ihr privelegierten Menschen! Ihr Klasse, die ihr nicht das Volk seid: Gründet eure
eigene Nation und regiert euch selbst. (Constantin Francois Volney)

 

 

 

Demokratie beruht auf der Annahme, dass Menschen vernünftige Wesen sind, die Argumente abwägen können und sich nicht einfach manipulieren lassen. Studien haben diese Annahme leider nicht bestätigt.

 Es wird glaube ich langsam Zeit - den Begriff DIREKTDEMOKRATIE aus anarchistischer Sicht zu definieren.

Auch wenn ich hier in diesem Bereich alle direktdemokratischen Ansichten zur Diskussion stelle.

 Eine anarchistische Direktdemokratie ist von daher nicht gleichzusetzen mit "plebiszitärer" Demokratie (Volksbegehren, Volksabstimmung usw.), die sich darin erschöpft, daß eine Mehrheit über eine Minderheit entscheidet. Überhaupt kann in einer anarchistischen Direktdemokratie niemand zur Einhaltung eines Beschlusses gezwungen werden. Auch dann nicht, wenn er/sie einem Beschluss erst zugestimmt hat. Hier wirkt das Prinzip der "freien Vereinbarung". Wer meint, daß Beschlüsse gefaßt oder geändert werden müßten, kann jeder zeit in zeitlicher Absprache mit den Anderen eine neue Zusammenkunft herbeiführen. Die direkte Zusammenkunft ist denkbar im Rahmen regelmäßiger und/oder spontaner Volksversammlungen, Hausversammlungen, Betriebsversammlungen usw.

 

 

Anarchie als Direktdemokratie bedeutet, daß sich die Menschen - ohne Eliten zu bilden - selbst organisieren. Der Begriff der Direktdemokratie macht deutlich, daß es dem Anarchismus keinesfalls um Chaos oder Unordnung geht. Direktdemokratie bedeutet abder den politischen Bruch mit dem Parlamentarismus, dem Staat, dem Milität, den Reichen usw. Sie zeigt die revolutionären Perspektiven des Anarchismus auf und ist für die Kennzeichnung anarchistischer Orientierungen geeignet. Andererseits hilft der Begriff der Direktdemokratie, zwischen den Bedingungen der Gegenwart und einer anarchistischen Zukunft vorstellungsmäßig zu vermitteln.

In einer anarchistischen direktdemokratischen Gesellschaft hat niemand Macht über amdere Menschen, hier wird ein gleichberechtigter Umgang aller Menschen verwirklicht. Der Begriff der Dirketdemokratie ist nur vorläufig, bis sich daraus unter besseren Bedingungen eine noch freiheitlichere Vorstellung entwicklet (sozusagen "Direktdemokratie plus x").

Diese Arbeit ist gedacht als eine (von sicher vielen Möglichkeiten der) Einführung in den Gegenstand der Anarchie und als Teil einer politischen Debatte, in der sich jede(r) eigene Gedanken machen kann. Das Anarchistische lässt genügend Freiraum für jede(n), sich die Art und Weise seiner praktischen Verwirklichung selbst zu überlegen. Der politische Diskurs ist frei. Es gibt keine heiligen Lehrsätze, kein allumfassendes politisches Lehrstück. Damit entledigt sich der Anarchismus der Tradition politischer Dohmen. Viele Fragen bleiben offen, auch die Frage nach der besten "Technik der Direktdemokratie".

Anarchismus ist ein Aufruf zur direktdemokratischen Selbstregulierung aller Menschen. Im Versuch sich gesellschaftlich umzusetzen, kennzeichnen den Anarchismus zwei Merkmale: einerseits das Streben nach Selbstverwaltung, andererseits Antistaatlichkeit. Beide Aspekte sind eng miteinander verwoben und zielen auf eine Revolutionierung der gesellschaftlichen Basis ab. Diese Revolutionierung bedeutet, daß wir uns die die Wirklichkeit aneignen. Sie bedeutet, daß wir unsere Kompetenz von den Eliten zurückgewinnen. Denn nur weil man das so gewohnt ist, und weil Politik und Wirtschaft als sehr kompliziert erscheinen, sind viele Menschen bereit, Eliten und Parteien zu akzeptieren, die dann Entscheidungskompetenz auf sich vereinigen. Daß z.B. die Politik so kompliziert erscheint, ist aber ein Eindruck, der auch eine Folge der politischen Hierarchien ist. Hier wird gesellschaftliches Wissen von der Allgemeinheit abgezogen und in die Hände Weniger gelegt. In diese Hände legen wir die Verantwortung für unsere Angelgenheiten, wir geben also Selbstverantwortung ab. Wir werden entmündigt und lernen, uns selbst wieterhin zu entmündigen, indem wir akzeptieren, daß sich die Politik von uns entfernt. Die Gedanken aber nicht in den Schoß zu legen, sondern eigenverantwortlich an der Gestaltung der Politik teilzunehmen, ist Voraussetzung für das Funktionieren einer direktdemokratischen anarchistischen Gesellschaft.


Das Streben nach Direktdemokratie umfaßt alle Bezirke gesellschaftlichen Lebens, den ökonomischen, wie auch den politischen Bereich.  Im Bereich der Güterproduktion, der Dienstleistungen und der Betriebsverwaltung sollen alle Hierarchien durch Selbstverwaltung der Arbeitenden ersetzt werden. Dasselbe gilt auf allen Entscheidungsgebeiten, die man heute als staatlich umschreiben würde. Hier soll die Bevölkerung jederzeit über ihre Angelgenheiten  selbst bestimmen. Anarchie ist ein Dritter Weg. Ökonomisch ist sie ein Dritter Weg gegenüber den beiden Wirtschaftsextremen Kapitalismus und Kommunismus. Auf der politischen Ebene ist sie ein Dritter Weg gegenüber diktatorischen und  parlamentarisch-,demokratischen Staatssystemen.

Das Zusammenleben beruht auf Gleichheit statt Hierarchie, Selbstbestimmung statt Autorität, gegenseitige Hilfe statt Konkurrenz, freier Vereinbarung statt Befehlsprinzip.

 

Insbesondere ist auch die Industrie ein Ort, wo Menschen tagtäglich entmündigt werden, indem sie wie Roboter zu funktionieren haben. Wer sich gegen Hierarchien wendet, muß sich auch gegen ökonomische Formen der Unterdrückung wenden.

Der Gedanke der Direktdemokratie ist untrennbar verbunden mit der Ebende der Basisgemeinschaften, d.h. der untersten Ebene der Gesellschaft (demos = das Volk) im Gegensatz zu gesellschaftlichen Eliten) Das direktdemokratische Verfahren bestimmt sich als Prinzip der Koordination und der Entscheidungsfindung durch freie Vereinbarung. Diese freie Vereinbarung findet durch Zusammenkunft und direkter Übereinkunft aller von einer Entscheidung betroffenen Personen statt. Direktdemokratie beinhaltet im wesentlichen das Recht aller, an sämtlichen Entscheidungen mitzuwirken, die sie betreffen.

Zur Gestaltung der gesellschaftlichen und damit der eigenen Lebensbedingungen hat (jede(r) das Recht, sich Gruppen anzuschließen oder mit anderen eine neue Gruppe zu bilden und sich in alle sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen einzumischen, die sie oder ihn betreffen.Jede Gruppe oder Gemeinschaft kann tätig werden, ohne daß es der Bestätigung durch Außenstehende bedarf, es sei denn, diese werden von den Aktivitäten direkt oder indirekt betroffen.  usw.

Dies sind nicht vollständige Textauszüge aus dem Buch von Ralf Burnicki - ANARCHIE ALS DIREKTDEMOKRATIE. Syndikat A

 

 

 “Du sollst den Glauben an die Menschheit nicht verlieren. Die Menschheit ist ein Ozean; auch wenn ein paar Tropfen des Ozeans schmutzig sind, so wird davon nicht der ganze Ozean schmutzig.“

Mahatma Gandhi

 

 Der Zins ist der Krebs des Finanzsystems. Alle Anstrengungen, die Staatsverschuldung abzubauen oder auch nur zu stoppen scheitern nicht nur an der Eigendynamik der Exponentialkurve, sondern auch an der Böswilligkeit der mächtigen Profiteure und an der Schwäche der Volksvertreter, die sich ihnen ausgeliefert haben. Verschuldung verleiht dem Geld – und damit denen, die es besitzen – eine überproportionale Bedeutung, die für das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb einer Gesellschaft tödlich ist. Wer in einer Situation, wo Geld an allen Ecken und Enden fehlt, über ausreichende Liquidität verfügt, bestimmt die Gesetze des Handelns. Er kann dem Bittsteller – also uns allen – seine Bedingungen aufzwingen. Sobald man aufhört für die Demokratie zu kämpfen, ist sie weg.

 

 Graswurzelrevolution

 Staat? - Gesellschaft? - Zeit? - Arbeit? - Politischer Kampf?


Die Arbeit schafft das Kapital & den Kapitalismus, eine Welt, die im Zeichen der Arbeit geschaffen ist. Arbeit ist grausam, sie entmenschlicht, sie ist gerade das Gegenteil der BEWUSSTEN LEBENSTÄTIGKEIT, die die potentielle Grundlage unseres Menschseins ist, aber sie ist noch mehr als nur das. DIE ARBEIT IST EINE SPINNE, DIE EIN FEINES NETZ GESELLSCHAFTLICHER BEZIEHUNGEN WEBT. Indem wir arbeiten, bauen wir um uns herum ein vielblödiges Zuchthaus.  Das macht es so schwierig, vom Kapital wegzulaufen, nicht mehr zu dienen und den Tyrannen in sich zusammensinken zu lassen. Der Begriff des Abstrakten erinnert uns daran. Die Arbeit, die wir in der Fabrik, im Büro, an der Universität verrichten, ist nicht nur eine Plackerei, sondern eine Spinnarbeit, ein Prozess, in dem wir uns selbst in unserer eigenen Falle festsetzen. Aber der Begriff der abstrakten Arbeit erinnert uns auch noch an etwas anderes: dass dies nur eine Seite des Doppelcharakters des Tätigseins ist, und dass die andere Seite, noch im Dunkeln, unserer harrt.


Der Staat sagt zu uns, einfach schon dadurch, dass es ihn gibt, "Ich bin die Kraft, die die Gesellschaft im Innersten zusammenhält, Ich bin der Mittelpunkt, Ich bin die Bestimmung der Gesellschaft. Du willst die Gesellschaft verändern? Dann mußt Du Dich auf MICH konzentrieren, MICH mußt du erobern! DOCH DER STAAT LÜGT. Was die Gesellschaft wirklich im Innersten zusammenhält und ihren Kurs bestimmt, liegt hinter Staat und Wirtschaft verborgen: es ist die Art und Weise, in der unser Alltagshandeln  organisiert ist, die Unterordnung unseres Tätigseins unter das Diktat der abstrakten Arbeit, also Wert, Geld Profit. Diese Abstraktion ist es schließlich, der der Staat seine Existenz verdankt. Wir wollen die Gesellschaft verändern? Dann müssen wir die Unterordnung unseres Tätigseins unter die abstrakte Arbeit beenden, wir müssen anders handeln.


Wir entäußern unsere Vermögen, unsere Macht freilich noch auf viele andere Weisen, wenn wir anderen Macht über uns geben - Ärzten, Klempnern, Geliebten, Freunden und so weiter, hier aber konzentrieren wir uns auf den Staat.


Eines der subtilsten und doch stärksten Elemente des Netzes, das wir spinnen, um un darin selbst gefangen zu setzen, ist die Zeit. Abstrakte Arbeit bringt abstrakte Zeit hervor, abstrakte Arbeit produziert die Uhr. - Jegliches Herrschaftssystem muss sich auf das Andauern der Zeit verlassen können, auf die Annahme nämlich, dass etwas, das in diesem Moment existiert, auch im nächsten Moment noch existieren wird. Der Herr nimmt an, dass er morgen herrschen wird, weil er gestern schon herrschte.

Wir lassen unseren Blick schweifen. Wir sehen die Politiker und die Kapitalisten. Wir sehen ihre großen Gebäude und ihre Polizei und ihre Armeen. Wir sehen eine Welt von großer Komplexität und Korruption. Wir wissen, sie ist ungerecht, gewalttätig, zerstörerisch und wir wollen, dass sie sich ändert. Aber wir nehmen an, dass sie auch morgen noch da sein wird. Und morgen. Und morgen.

Die Uhr macht uns taub: taub gegen die katastrophalen Gefahren, taub vor allem aber gegen die Möglichkeit, dass wir selbst die Dinge radikal ändern könnten.

Uhrenzeit ist die Zeit unserer Hilflosigkeit, unserer Unterordnung unter Dinge. Es ist die Zeit nicht des Lebens, sondern des Überlebens, des sich Durchschlagens, die Zeit des Stumpfsinns.

Uhrenzeit ist die Zeit einer nicht von uns kontrollierten Welt, einer Welt, die auf unsere Leidenschaften nicht antwortet. Sie ist eine außer uns befindliche Zeit. Sie ist historische Zeit, aber die Zeit einer außer uns befindlichen Geschichte, die Geschichte einer uns fremden Welt.

Dies ist die Zeit des Lustaufschubs.  Die Uhrenzeit ist aber vor allem die Zeit des Opfer Jetzt, gemessener Arbeit, Arbeit, an der es nichts zu genießen gibt, eben weil sie von der Uhr gemessen wird. Die aufgeschobene Uhr ist jenseits der Uhr, jenseits des Regenbogens. Die ist die Zeit der in die Zukunft verschobenen Revolution: eine logische Absurdität, denn der Begriff dieser Zukunftsrevolution setzt den der abstrakten Zeit, die abstrakte Zeit der abstrakten Arbeit, voraus.


Wir schaffen eine Gesellschaft die auf unserer eigenen Ausbeutung beruht. Die von uns geschaffene Welt dreht sich um die Ausbeutung der Arbeit durch das Kapital.Die Abstraktion des Tätigseins zu Arbeit wird erst dann über alle Bereiche der Gesellschaft hinweg verallgemeinert, wenn die ARBEITSKRAFT selbst zur WARE geworden ist. Was dem Kapitalismus problematisch ist, ist dann nicht etwa die Arbeit, sondern dass die Arbeit in Ketten geht, dass ihr nicht erlaubt wird, sich voll zu entfalten. Die Revolution soll dazu da sein, die Arbeit von ihren Ketten zu befreien. Politischer Kampf ist, ist der Kampf, um die Übernahme der Staatsgewalt, mit deren Hilfe dann die Produktionsmittel zu sozialisieren und die Lohnarbeit abzuschaffen seien. (John Holloway)

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 Was stellt sich tatsächlich der Einführung der Freiheit, Gleichheit & Brüderlichkeit unter uns entgegen? Der Ehrgeiz, d.h. das Verlangen, das Volk zu beherrschen, zu regieren. - Wo steckt der Ehrgeiz? - In den Parteien, d.h. in denen, welche das Volk zu beherrschen & zu regieren wünschen. - Worin schöpft eine Partei den Grund ihrer Existenz? - In der Sicherheit, wenn sie siegreich ist, zu ihrem Nutzen, die nationalen Freiheiten und Steuern mit Beschlag belegen zu können, d.h. in der Möglichkeit, sich der Autorität über alles zu bemächtigen & sich so dem Volk & den rivalisierenden Parteien aufzuzwingen.
Wie kann sich eine Partei aufzwingen? - Indem sich sich der Verwaltung (administration) bemächtigt. Was ist die Administration? - Sie ist etwas gewisses Abstraktes, Unbestimmtes, Unlogisches, Widerspruchsvolles, Dunkles, Unbegreifliches, Willkürliches, Absurdes, Ungeheuerliches. Etwas das nicht von Herzen kommt, da es trocken & gefühllos ist, noch von der Wissenschaft, da sich niemand darin auskennt. Ein Werkzeug ohne Form, Ausdruck & Proportionen. Ein unheilvoller & feiger Mythus, dessen Kultus eine Million ebenso unverschämter wie fanatischer Geistlicher beschäftigt. Etwas Blindes, das alles sieht, etwas Taubes, das alles hört, impotent & allvermögend, unwägbar & alles erdrückend, unsichtbar & alles erfüllend, ungreifbar & alles berührend, unfaßbar & alles packend, unverletzlich & alles verletzend. Ein leuchtender Nebelschwaden, der Donner, Blitz & Erstickung enthält...Das ist die Regierung! Anselme Bellegarrigue Portal Anarchismus

 
 

D.h. unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit & im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet zu werden; schließlich beim geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, mißhandelt, zu Bodengeschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt,füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten & obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden: Das ist die Regierung, da ist die Gerechtigkeit, das ist ihre Moral..." Pierre Joseph Proudhon

 

 

 

 

 Das Monopol Gewalt auszuüben mit dem Ziel, eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe zur herrschenden zu machen oder sie an der Macht zu halten. Daraus resultiert das usurpierte Recht, sachliche oder Geldmittel(Steuern) zur Erhaltung dieses Apparates den Unterworfenen abzunötigen. Der Staat ist der offene oder gebändigte Kriegszustand gegen die Gesellschaft.(...)Wenn nun Gesellschaftsmitglieder ihren Willen auf dem Wege des Ungehorsams gegen den Staat kundtun, so ist das eine Zurücknahme von durch den Staat usurpierten Entscheidungskompetenzen durch die Gesellschaft. (Lou Marin)

Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

(Johann Wolfgang von Goethe)

 

 "Der Journalist und Rechtsextremismus-Experte Anton Maegerle schätzt Schachtschneider als einen „Grenzgänger zwischen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus“ ein, als jemanden, „der sich sehr bewusst in diesen Kreisen tummelt“. Der Staatsrechtler habe etwa bei diversen Burschenschaften, bei der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich, beim neurechten Studienzentrum Weikersheim und bei de

r Bürgerbewegung „Pro Köln“ referiert, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Eine Zeitlang war Schachtschneider Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Bund freier Bürger“ (BFB).

Im September 2005 trat er bei einer Anhörung im sächsischen Landtag als Sachverständiger der NPD auf. Weitere Interviews habe Schachtschneider dem „eindeutig rechtsextremen“ Monatsmagazin Die Aula und der österreichischen Zeitschrift Zur Zeit gegeben, sagt Maegerle. Eines von Schachtschneiders Interviews kursierte im Internet zudem unter NPD-Sympathisanten, doch auf Anfrage distanzierte sich der 71-Jährige davon."(Alex Haar)

http://www.cicero.de/berliner-republik/schachtschneider-bundesverfassungsgericht-rettungspaket-euro-rebell-karlsruhe/42894?seite=2

 

 

Karl Albrecht Schachtschneider – Psiram
psiram.com
Karl Albrecht Schachtschneider(geb. 11. Juli 1940, Hütten bei Gellin), emeritierter Professor für Öffentliches Recht an der Rechts- und
 

 

 

 Manipulation zu Schuld und Sühne


Die Manipulation beginnt im Alltag der zwischenmenschlichen Beziehungen. Anderen wird ein schlechtes Gewissen gemacht durch die Fiktion, sie seien an etwas schuld und müßten einen Ausgleich schaffen. Auch im Wirtschaftsleben gibt es perfide Tricks, um finanzielle Vorteile zu erringen. Wir sind konditioniert, programmiert und reagieren emotional; wir funktionieren dank unseres Stammhirnes, auch Reptiliengehirn genannt, berechenbar. Wer sich dem entzieht, wird gemobbt, bis er wieder klein bei gibt. Menschen, die ihrem Bewußtsein folgen, brauchen das alles nicht. Sie sind schuldenfreie Außenseiter. Daher wird das Erwachen Einzelner mit großer Energie behindert. Die Ergüsse des Verstandes verschleiern alles so kompliziert, daß ein Leben für die Schuldsklaven nicht ausreicht, um sich aus der Schuldfalle herauszuwinden. (H.K.)

 

 Verantwortlichkeit kann sich nie auf Abstraktionen wie den Staat beziehen. Abstraktionen wie Staat, Volk oder Nation sind keine Lebenszusammenhänge, sondern totalitäre Apparate bzw. Ideologien. Verantwortlichkeit ist nicht knechtische Unterordnung. Wer sich einem Staat, seinem Volk oder seiner Nation verpflichtet, übernimmt keine Verantwortung für einen Lebenszusammenhang, sondern unterwirft sich einer abstrakten Macht. An die Stelle von Verantwortlichkeit treten die chauvinistischen, widerlichen und hasserfüllten Identitäten von Patriotismus, Nationalismus und Faschismus. (Gabriel Kuhn - Jenseits von Staat und Individuum)

 

Antifa-Logo

 

 2 Politiker nach der Diätenerhöhung...

"Wir haben unterlassen, was wir hätten tun sollen... und wir haben getan, was wir nicht hätten tun dürfen.


 
„Einige der größten Männer in den USA, zugange in Handel und Herstellung, haben Angst vor etwas. Sie wissen, dass es eine Macht gibt, so organisiert, subtil, aufmerksam, verzweigt und allumfassend, dass sie besser nur flüstern, wenn sie ihre Stimme gegen sie richteten.“
(Woodrow Wilson, ehemaliger Präsident der USA)



 Vor Gericht: Der Kern der Sache!
Ich habe im Laufe der Zeit in Dutzenden von Gerichtssälen gesessen, manchmal als Angeklagter,
doch meistens als Zeuge in Prozessen gegen andere. Ich habe dabei viel gelernt.
Der Gerichtssaal ist ein Beispiel für die Tatsache, dass in unserer Gesellschaft,
die oberflächlich betrachtet im weitesten Sinne liberal und demokratisch sein mag,
die Klassenzimmer, Arbeitsplätze, die Führungsetagen der Unternehmen, die Gefängnisse
und Militärkasernen offenkundig undemokratischer Natur sind und von einer Person
oder einer winzigen Machtelite dominiert werden. (Howard Zinn

 

Der Rechtspopulismus des J?rgen Elsässer
www.trend.infopartisan.net
Seit 2009 gibt es die Volksinitiative gegen das Finanzkapital“.Boss dieser Vereinigung ist der umtriebige ex- Linke Jürgen Elsässer. Elsässer war einst Mitglied im „ Kommunistischen Bund“, um Anfang der neunziger Jahre zum Chefideologen der „Antideutschen“ zu ...

 

 

 Was zunächst von zentraler Bedeutung scheint, ist, sich den Individualisierungs- und Kontrollmechanismen des Staates zu entziehen. Das heißt etwa, A.S.Neill zu folgen und staatliche Bildungseinrichtungen als das zu erkennen, was sie sind, nämlich Indoktrinierungsapparate, und nach Ausbildungswegen abseits dieser Institutionen zu suchen. Es heißt weiterhin, Kreavität, Orginalität und Mut zur kritischen Intervention in jeder Lebenslage zu fördern. Es heißt, sich nach Möglichkeit abstrakten nationalstaatlichen Pflichten wie dem Wehrdienst zu entziehen. Es heißt, Widerstandsstrategien zu entwickeln gegen überwachungsstaatliche Praktiken wie Volkszählungen, Hausdurchsuchungen, Meldepflichten, Bürokratiedespotismen. Es heißt, in sozialen Konflikt- oder Problemfällen nicht sofort zu Polizei, Rechtsanwalt oder Behörde zu rennen, sondern Umgang mit solchen Situationen abseits staatlicher Interventionen zu lernen.

Die Herrschaftsnetze, die Kapitalismus und Staat gesponnen haben, sind wahrhaftig eng.

Es kommt darauf an, ein entsprechendes solidarisches Handeln im Alltag zu entwickeln. So scheint es durchaus von politischer Relevanz zu sein, typisch bourgeoises Alltagsverhalten, das immer auch auf Kosten anderer geht, abzubauen. Wir brauchen keine genervten Stresshaufen, die alle anschnauzen, die ihnen über den Weg laufen; keine ungeduldigen Kunden, die im Laden die Oma, die beim Zahlen mal etwas länger braucht, mit bitterbösen Blicken strafen; keine nervös hupenden Autofahrer; keine Wichtigtuer, die es nicht aushalten, nicht im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen; keine Quatschköpfe, die meinen, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben; und keine Angeber, die die besten Linken sein wollen.

Wer nett zu seinen Freunden ist, aber nicht einmal hinhört, wenn der Nachbar in der U-Bahn als "Kanake" angepöbelt wird, dessen "Nettigkeit" wird von dem verhöhnt, was nur als Naivität oder Rassismus gedeutet werden kann. Auch wenn Rassismus dabei schlimmer ist als Naivität, ist beides unentschuldbar, weil es das mit Füßen tritt, was unmittelbar zur Solidarität gehört: das Empfinden individueller Verantwortlichkeit für die soziokulturellen und ökologischen Lebenszusammenhänge, in denen wir existieren. Solidarität nur im Familienkreis gilt nicht. Solidarität kennt keine Grenzen. (Gabriel Kuhn - Jenseits von Staat und Individuum)

Verantwortlichkeit kann sich nie auf Abstraktionen wie den Staat beziehen. Abstraktionen wie Staat, Volk oder Nation sind keine Lebenszusammenhänge, sondern totalitäre Apparate bzw. Ideologien. Verantwortlichkeit ist nicht knechtische Unterordnung. Wer sich einem Staat, seinem Volk oder seiner Nation verpflichtet, übernimmt keine Verantwortung für einen Lebenszusammenhang, sondern unterwirft sich einer abstrakten Macht. An die Stelle von Verantwortlichkeit treten die chauvinistischen, widerlichen und hasserfüllten Identitäten von Patriotismus, Nationalismus und Faschismus. (Gabriel Kuhn - Jenseits von Staat und Individuum)

 

 BEFREIT EUCH MENSCHEN 
UTOPIE IST MACHBAR !!!

Eine neue friedliche Welt ist möglich, wenn WIR jetzt unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen und so gestalten, wie es ALLEN MENSCHEN, den Tieren und der Umwelt dient.

Es braucht eine neue menschliche und menschenwürdige Verfassung, die die Menschenrechte endlich für alle Menschen real macht, und das nicht nur auf dem Papier.

Das könnte in Deutschland mit einem überarbeiteten Grundgesetz geschehen, mit globalem Friedensvertrag, ¬sofortigem Rüstungsstop und einem ganz neuen Wirtschaftssystem, das nicht nur einigen wenigen sondern allen Menschen dient, die internationalen Resourcen sinnvoll nutzt und die Umwelt schont.

Diese neue Verfassung steht über allen bisher vorhandenen Gesetzen, Verordnungen, Verträgen etc.

Verfassungszielkonforme Organisationen, Vereine und lebensfreundliche Strukturen benennen dann ihre Vertretungen zur Mitwirkung im „Komitee zur Ausarbeitung, Inkraftsetzung und konsequenten Umsetzung dieser neuen Friedensgesetze“.

Dieses oder ein anderes Komitee überwacht anschließend die praktische Umsetzung der Friedenswirtschaft. Polizei und Militär dienen dem Schutz von Menschen und Natur sowie als Katastrophenschutz. Alles soll so gestaltet werden, daß es in der Zukunft dann nur noch Gewinner und keine Verlierer mehr gibt.

Es sind gute brauchbare Lösungsvorschläge zu allen Problemen vorhanden. Sie brauchen nur endlich die rechtliche Grundlage, die neue Verfassung. Damit wird gleichzeitig die Souverenität und solidarische Zusammenarbeit aller Völker vorbereitet.

Alle Menschen sind berechtigt und aufgerufen, konstruktive Verbesserungsvorschläge für die Zukunft einzubringen bzw. sich aktiv mit ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten dafür einzusetzen.
Das neue Gesetz wird in jeder Sprache in der Informationswelt frei verfügbar sein und im Volksentscheid darüber abgestimmt.

Das Leben hat einen Wert, den wir nicht in Geld bemessen, denn es ist unbezahlbar. 
Es ist dann für alle Menschen lebenswert und dieses gilt es als höchstes Gut zu schützen. 
Die Menschheit hat in ihrer Geschichte genügend Leid und Angst erlebt und unzählige Opfer gebracht. 

Das muß jetzt endlich ein Ende haben. Alle sollen angemessen dafür entschädigt werden, und ab dem Inkrafttreten der neuen Verfassung soll ein menschenwürdiges Leben für alle Menschen selbstverständlich werden.

Wir, die Unterstützer_innen dieser zukunftsweisenden Grundgedanken, sind bereit, diese mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu verwirklichen und werden ein neues Miteinander im Einklang mit MUT (Mensch, Umwelt, Tier), entsprechend den neuen Friedensgesetzen, leben und vorleben.

LOVE-EVOLUTION-FOR-HUMAN-RIGHTS-AND-GLOBAL-FREEDOM

JA, ich kleiner Rebell Guido Wander habe das Recht, den Widerstand aufrecht zu halten, bis WIR endlich souverän unseren eigenen STAAT, in einem solidarischen EUROPA Gestalt geben und mit einer vorbildlich menschlichen Verfassung eine positive Zukunft für Umwelt, Mensch und Tier schaffen.
Es grüsst in menschlicher Hochachtung, 
der kleine Rebell, 
Guido aus dem Hause Wander

 

 

Nicht bitter werden! Der Mensch  ist nicht gut und nicht böse, er  folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes. Je nachdem die Verhältnisse sind, benimmt er sich anständig oder unanständig; Macht wird immer mißbraucht: darum soll man nicht versuchen, die Menschen zu bessern, sondern soll die Verhältnisse ändern, soll Macht ausrotten. Und das ist möglich. Es muß und wird immer Führerschaft geben, aber  es hat  in  vielleicht hunderttausend  Jahren menschlicher Geschichte  keine Herrschaft gegeben; die gibt es erst seit etwa fünftausend Jahren, und die wird es sicherlich keine fünfhundert Jahre mehr geben. Also: nicht bitter werden!

Franz Oppenheimer (1) [Mehr →]