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Über uns – HINTER DEN SCHLAGZEILEN

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„Die erste Pflicht aller Journalisten müsste doch sein, nicht gegen irgendeinen Feind, sondern gegen den Krieg mobil zu machen!“,

Gegen Nazis - Faschismus & Rassismus!

Der strategische Feind ist der Faschismus...
der Faschismus in jedem von uns, in unseren
Köpfen und in unserem alltäglichen Verhalten,
der Faschismus veranlaßt uns Macht zu lieben,
genau das herbeizuwünschen, was uns beherrscht
und ausbeutet. Michel Foucault

 

”Viele Leute finden Sicherheit in der Masse, Glück in der Ano

 

nymität und Würde in der Routine. Sie wollen nichts besseres sein als ein Schaf unter einem Hirten, ein Soldat unter einem Hauptmann, ein Sklave unter einem Tyrannen. Die wenigen, die sich entfalten müssen, werden Hirten, Hauptmänner und Führer dieser willigen Gefolgschaft.” Ich tat reinen Gewissens und gläubigen Herzens meine Pflicht.
Adolf Eichmann, deutscher SS-Obersturmbannführer und Massenmörder (1906-1962)

- stark gekürzte Version des gleichnamigen Artikels in der Wildcat 94, die Ende März erscheint -

 

»Es dürfen keine Geheimnisse bekannt werden, die das Handeln des Staates beeinträchtigen«

Zwischenstand zum NSU-Komplex

 

Die Morde des NSU waren nur möglich, weil Teile des Staatsapparats ihnen geholfen haben. Aber wie hängen diese »Teile« zusammen? Wie hoch reicht die Befehlskette beim Vertuschen?
Das folgende baut auf den beiden Artikeln in Wildcat 92 und 93 auf und versucht, diese Fragen zu beantworten. Dazu schlagen wir den Bogen von den in der »Asyldebatte« sozialisierten Faschos, über die Verbindungen ins Söldnerwesen und die Privatisierung der Kriegführung bis zum Tiefen Staat und den Stay behind-Strukturen der NATO.

Es sind mehr als drei.

Die Nazis des NSU wurden politisch sozialisiert in der Asyldebatte Anfang der 90er Jahre, in einer Zeit, in der sie sich jede Schweinerei gegen Migranten und linke Jugendliche leisten konnten, ohne dafür vom Staat belangt zu werden. Sie merkten, sie konnten mit militanten Aktionen die Gesellschaft verändern.
Ihre organisatorischen Strukturen sind relativ klar: »freie Kameradschaften«, Thüringer Heimatschutz (THS), Blood&Honour und Ku Klux Klan. Die »Kameradschaft Jena« bestand aus Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, André Kapke, Böhnhardt, Mundlos, Zschäpe. Als im Januar 1998 in einer von Zschäpe angemieteten Garage Rohrbomben und Sprengstoff entdeckt wurden, tauchten drei unter – genau in die Strukturen hinein, die seit 1995 im VS-Informationssystem NADIS gespeichert waren. Alle sechs blieben aktiv. Holger Gerlach stellte Führerschein, Reisepass und Geburtsurkunde zur Verfügung. Kapke und Wohlleben beschafften Waffen und Pässe, organisierten das »Fest der Völker« und waren für internationale Kontakte zuständig. Wohlleben trat in die NPD ein und wurde dort stellvertretender Landesvorsitzender – er dürfte die wichtigste Figur der sechs »Kameraden« sein.
In der durchsuchten Garage fand die Polizei zwei Adressenlisten mit 35 Namen – darunter nach heutigem Kenntnisstand fünf V-Leute; zehn Telefonnummern waren aus Chemnitz, der Stadt des ersten Unterschlupfs, darunter sogar die Adresse ihres ersten Kontaktmannes dort.

V-Leute – der staatlich finanzierte Resonanzboden

Es gibt breite – ideologische und teilweise sogar organisatorische – Überlappungen zwischen Staatsapparat und rechter Szene. Ein Dutzend Ba/Wü Bullen hatten Kontakt zum NSU-Umfeld; mindestens zwei Thüringer Polizisten waren nicht aus dienstlichen Gründen im THS…
Auf diesem Resonanzboden verschwimmen individuelle Alleingänge und staatliche Strategien. Der hessische Verfassungsschützer Andreas Temme – V-Mann-Führer eines Blood&Honour-Kaders – war beim Mord an Halit Yozgat in Kassel anwesend; Alleingang eines verbeamteten Faschisten oder staatliche Unterstützung des NSU?
Im Februar 1997 hatte das BKA in einem internen Papier die V-Leute der Geheimdienste als »Brandstifter« in der Naziszene bezeichnet, die sich gegenseitig anstacheln. Staatliche Stellen haben in den 1990er-Jahren aktiv zum Aufbau, zur Verfestigung und zur Radikalisierung der jugendlichen Neonaziszene beigetragen und sie damit schlagkräftig gemacht.

Operation Rennsteig – die staatliche Lenkung

Im Juni 2012 kam heraus, dass die Zusammenarbeit mit den Nazis mit der Operation Rennsteig direkt aus dem Bundesinnenministerium gesteuert war. Sie beobachtete und bezuschusste den THS.
Aufgebaut hatte den THS als Nachfolger der Anti-Antifa Ostthüringen Tino Brandt, den der VS 1994 als 19jährigen rekrutiert hatte. Er begann 1996 mit 20 Leuten, auf seinem Höhepunkt waren von 140 Mitgliedern mindestens 40 V-Leute. Mit der Enttarnung Brandts als V-Mann 2001 stellte der THS seine Arbeit offiziell wieder ein.
Seit 1997 arbeiteten das BfV, der MAD, sowie die Thüringischen und Bayerischen Landesämter für Verfassungsschutz in der Operation Rennsteig zusammen. Gemeinsam warben sie mindestens acht Führungskader des THS als Spitzel an. Aus »operativen Gründen« wurde die Werbungsdatei nicht vorschriftsmäßig geführt, und manche V-Leute wurden gar nicht eingetragen. Trotzdem schredderte am 12. November 2011 ein Referatsleiter im BfV Akten über V-Leute beim THS – einen Tag, nachdem die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen hatte. Offensichtlich war er nicht gründlich genug, denn auf Weisung des Bundesinnenministeriums (!) wurden wenige Tage danach nochmal Akten geschreddert, Computerdateien manipuliert und Handydaten von V-Leuten mit Kontakt zum NSU gelöscht.

Escortdienste in den Untergrund

Die erste Verteidigungslinie »wir haben nichts gewusst«, war nicht lange zu halten. Aber spätestens im Spätsommer 2012 brach auch die zweite Verteidigungslinie, und es wurde deutlich, dass der Staatsschutz aktiv mitgemischt hatte. Im September flog auf, dass auch Thomas Starke aus Chemnitz von 2000 bis 2011 V-Mann des LKA Berlin war. Starke war in den 90er Jahren ein Führungskader von Blood&Honour. Nach eigener Aussage war er zwischen 1996 und 1997 mit Zschäpe liiert. Er soll dem NSU Ende der neunziger Jahre Sprengstoff besorgt haben. Das BfV hat Daten über ihn gelöscht und die Löschung vordatiert.
Ende Februar platzte eine weitere Bombe: Thomas Richter war seit 1994 als V-Mann für das BfV tätig. Er wurde mit 180 000 Euro bezahlt und erst im November 2012 abgeschaltet. Richter war einer der führenden Neonazis Sachsen-Anhalts, Führungskader von Blood & Honour, eines von rund 20 Mitgliedern der European White Knights of the Ku Klux Klan und hatte 2002 das Nazi-Fanzine Der Weisse Wolf mit »Vielen Dank an den NSU« eingeleitet. Auch sein Name stand auf der Adressenliste von Mundlos.
So wird klar, warum diese Adressenliste nicht »ausgewertet« werden durfte und soviel geschreddert werden musste, obwohl das mehrere Köpfe kostete und den Skandal ausweitete: Der Staatsschutz versuchte, alle Akten zu seinen Verbindungsstrukturen rund um den NSU zu vernichten.

Transformation der Stay behind-Strukturen

Spätestens seit den Enthüllungen Ende 1990 ist bekannt, dass sich die NATO bewaffnete, faschistische Gruppen als Eingreifreserve hält. Im Falle einer militärischen Besetzung durch die Rote Armee sollten sie als Guerilla hinter der Front kämpfen; zuvor sollten sie präventiv einen kommunistischen Wahlsieg oder gesellschaftliche Umwälzungen verhindern.
Diese Strukturen haben in den 70er und 80er Jahren ihren Charakter verändert (in Italien wurden sie Gladio genannt und mischten von 1969 bis 1980 aktiv bei etwas mit, das sie als »Bürgerkrieg« empfinden mussten). In den 90er Jahren änderten sie ihre Ausrichtung erneut, nun war der Islamismus der Hauptfeind.
Auch beim NSU gibt es Hinweise zu Verbindungen ins internationale Söldnerwesen, und es kam heraus, dass der MAD seit 1995 zumindest sehr nahe dran war. Beim Mord in Heilbronn waren amerikanische Geheimdienstler in der Nähe, NATO-Stellen könnten ihre Finger im Spiel haben…

Geheimdienste und Nazis im Krieg

Kritiker, die den VS abschaffen wollen, bezeichnen ihn gern als »Relikt des Kalten Kriegs«. Sie vergessen, dass sich die BRD seit Mitte der 90er Jahre durchgängig im Krieg befindet und Geheimdienste dabei bedeutender werden. Es funktioniert nicht, gegen Nazis kämpfen zu wollen und die Kriege der BRD zu unterstützen (wie es z.B. die Chefin der Antonio Amadeu-Stiftung tut); die Nazis sind in diesen Kriegen fett geworden!
Vor allem seit den Bundeswehr-Einsätzen in Jugoslawien und Afghanistan kommt den Geheimdiensten die Aufgabe zu, das Gebiet der BRD gegen Angriffe aller Art zu sichern, die innenpolitische Opposition (gegen den Krieg) in Schach zu halten, die Bundeswehrsoldaten zu kontrollieren. Das schließt auch nachrichtendienstliches Vorgehen gegen Kriegsgegner, Infiltrieren von islamistischen Gruppen und die Zusammenarbeit mit neofaschistischen Söldnern und Bundeswehrsoldaten ein.

Transformation des Rassismus

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre startete die CDU mit der »Asyldebatte« den Versuch, das Recht auf Asyl im Grundgesetz abzuschaffen – schon damals war das flankiert von Nazi-Anschlägen. Nach der Wende kulminierte diese »Debatte« im August 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Keine vier Monate danach, am 6. Dezember 1992 einigen sich SPD und CDU auf den sogenannten »Asylkompromiss«, die faktische Abschaffung des Rechts auf Asyl. Am selben Tag findet die erste Lichterketten-Demo statt (400 000 in München).
Der neue »Zero-Tolerance«-Innenminister Kanther kämpft nicht mehr gegen Zuwanderer an sich, sondern gegen »Zwangsprostitution und Menschenhandel«, oder wie die Nazis sagen »gegen kriminelle Ausländer«, oder wie der nächste Innenminister Schily sagte »gegen Parallelgesellschaften«. Öffentlich kulminierte diese Phase im »Aufstand der Anständigen« von Kanzler Schröder (Oktober 2000).
Seit Beginn der globalen Krise verschärft die sogenannte Sarrazin-Debatte die Tonart und bringt den Rassismus auf den Punkt »gegen Kopftuchmädchen, HartzIV-Empfänger und faule Griechen«. Dieser Sozialdarwinismus ist der ideologische Überbau zu den Hartzgesetzen. »Der Rassismus,, mit dem wir es heute zu tun haben, ist ein kühl kalkulierter Rassismus … ein Erzeugnis des Staates. … (er ist) vor allem eine staatliche Logik und keine Leidenschaft des Volkes. Diese Staatslogik wird in erster Linie nicht von irgendwelchen rückständigen sozialen Gruppen getragen, sondern zu einem Großteil von der intellektuellen Elite.« (Jacques Rancière in einem Vortrag von 2010; zitiert nach ak  555 vom 19. November 2010) – Außer ihnen selber hält wohl niemand die Antideutschen für eine intellektuelle Elite. Aber faktisch waren sie Teil der staatlichen Strategie, sie propagierten Bombenkriege gegen die Menschen in Asien und Afrika, und beteiligten sich mit ihrem Kampf gegen Multi-Kulti ganz konkret am Kampf von Schily und Sarrazin »gegen die Parallelgesellschaften in unserer Mitte«.

Strategie der Spannung

Spätestens seit Schily 1998 Kanther als Innenminister ablöste, wurde die Bekämpfung ungewollter Zuwanderung und die Auflösung der »Parallelgesellschaften in unserer Mitte« zu zwei Hauptaufgaben des Staatsschutzes. Während das Schröderregime verbal eine zuwanderungsfreundliche Politik betrieb und 2000 das Staatsbürgerschaftsrecht reformierte, drückte Schily drastische Verschärfungen gegen MigrantInnen sowie gewaltige »Sicherheitspakete« durch. Der 11. September 2001 »bestätigte« diese Frontstellung, die polizeiliche, militärische und geheimdienstliche Überwachung der Gesellschaft wurde massiv verschärft.
In dieser historischen Konstellation verband die NSU-Mordserie vier Elemente:

die Morde selber terrorisierten die Angehörigen und die Communities;
die aggdieressiven polizeilichen Ermittlungen schüchterten sie ein und demütigten sie;
die Medienhetze (»Dönermorde«, gegen die »Blumenmafia«, die »Kurdenmafia« usw.) setzte genauestens Schilys Vorgaben um;
die BOA Bosporus nutzte die Morde zur größten Rasterfahndung und elektronischen Durchleuchtung von Migranten-Communities in der Geschichte der BRD. Sie wertete über 20 Millionen Funkzellendatensätze aus, ordnete sie 13 842 Personen zu und glich das mit Geldüberweisungen, Hotelbuchungen, Mietwagennutzungen usw. ab. – Laut Auskunft des Innenministeriums waren diese Daten im Oktober 2012 noch immer gespeichert.

Eine »Strategie der Spannung« ist (fünftens) besonders effektiv, wenn es ihr gelingt, den Feind, den sie bekämpft, auch zu schaffen. Der Terror samt politisch/polizeilich/medialem Begleitprogramm führte dazu, dass sich Migrantencommunities abkapselten. Viele berichten, dass sie sich seit dem Auffliegen des NSU zum ersten Mal als »Türken« sehen.

Kontinuitäten I: »operative Kerne« und Kontrolle von oben

Der »tiefe Staat« hat ‘33 und ’45 in den Repressionsorganen überlebt. Nach 1945 machten die Geheimdienste, Polizei- und Verwaltungsapparate im wesentlichen mit demselben Personal weiter; der BND und die Stay behind-Strukturen wurden komplett mit alten Nazis aufgebaut.
Dieser »tiefe Staat« wurde nie angetastet und hat alle Skandale überdauert. Entsprechend arrogant treten seine Akteure vor die Untersuchungsausschüsse »was wollt IHR denn? Hat doch alles funktioniert!«. Vorneweg Schäuble, der BKA-Chef Ziercke, der hessische Ministerpräsident Bouffier… Aber auch weniger bekannte, operativ sicherlich wichtigere Figuren: wie August Hanning, Klaus Dieter Fritsche (»Es dürfen keine Geheimnisse bekannt werden, die das Handeln des Staates beeinträchtigen könnten.«), Peter-Jörg Nocken, Thomas Sippel (von 1987 bis 2000 beim BfV, von 1999 bis 2000 am NATO Defence College in Rom, danach Präsident des Thüringer VS) und andere.
Diese Leute sehen sich als Elite, die ihr Handeln nicht rechtfertigen muss, weder sozial noch den Parlamenten gegenüber. Für sie steht der Feind links – und die Aufrüstung der Rechten ist eins der besten Mittel dagegen.

Korruption, Privatisierung – neues Akkumulationsregime

Dass einige Personen (Bouffier, Schäuble…) sowohl vor Ausschüssen zu Spendenaffären wie auch jetzt zum NSU aussagen mussten, wirft ein Licht auf mögliche Zusammenhänge.
Mit der Deregulierung der Finanzmärkte, der Privatisierung von Infrastruktur, Altersvorsorge usw. entstanden Milliardenvermögen. Maschmeyer ist ein bekanntes Beispiel, sein »Hannover-System« wurde beim Rücktritt von Wulff ein Stück weit bekannt (Korruption/Erpressung, Überwachungsstaat und Mafiastrukturen). Das wachsende Bedürfnis nach »Sicherheit« wird von einem boomenden Security-Gewerbe befriedigt, in dem rechtsradikale Rocker und organisierte Nazis Arbeit finden. Die Verquickung von organisierten Neonazis, Wachdiensten und Faschos beim Bund zeigt den Zusammenhang zwischen Waffen- und Sprengstoffdiebstählen bei der Bundeswehr und der Bewaffnung der rechten Szene.

LIHOP oder MIHOP

Der Verfassungsschutz wusste vor dem sogenannten Abtauchen, was sie machten, und hatte mindestens die ersten drei Jahre danach Kontakte zu ihnen, unterstützte sie und schützte sie vor Entdeckung. Es kann sein, dass die Kontakte danach kurzzeitig abrissen, aber man hatte Tipps von V-Leuten, wo das Trio zu finden war.
Seit 2003 (nach vier Morden) wird es zunehmend schwieriger, die Sache unter dem Teppich zu halten; Hinweise von eigenen Ermittlern und von außen häufen sich (z.B. gab der italienische Geheimdienst im März 2003 dem VS Hinweise auf ein Netzwerk europäischer Nazis, die Morde an Immigranten vorbereiteten). In der Vertuschung dieser Informationen sieht Hajo Funke den »Kern der Sicherheitskatastrophe«. Das ist die denkbar vorsichtigste Interpretation, »surprise«: Der VS wurde überrascht von den Morden, tat dann aber alles, um es zu vertuschen – und ermöglichte so die weiteren Morde.
Die mindeste Variante ist LIHOP: Sie hätten die Morde verhindern können, aber sie ließen es geschehen, weil es politisch in den Kram passte. Die Abwägung ob LIHOP oder MIHOP ist politisch nicht entscheidend. Ein direkter Mordbefehl durch staatliche Stellen wird sich nicht finden; denn ein solcher wurde nie gegeben. Es ist gerade der Vorteil von faschistischen Reservegruppen, von Privatisierung des Kriegs, von Mafia, dass diese Strukturen Dinge tun können, die der Staat in direkter Befehlskette nicht tun kann.

Verfassungsschutzisierung der intellektuellen und Ohnmacht der praxisorientierten Linken

Uns ist erst bei der Recherche zu diesem Artikel klar geworden, wie viele Leute, die sich für Linksradikale und Antifas halten, sich in den letzten Jahren »diskursiv« mit dem Verfassungsschutz eingelassen haben. Die Aufdeckung der staatlichen Verwicklungen in den NSU-Terror macht klar, dass diese intellektuellen Linken nicht nur analytisch und politisch aufs völlig falsche Pferd gesetzt haben – sondern damit zum Teil der »Extremismusprävention« geworden sind. Das zuzugeben, wäre allerdings mit einem hohen Schämfaktor verbunden und hätte letztlich auch finanzielle Konsequenzen, also hält man lieber das Maul. Wir würden solche Leute gerne rechts liegen lassen, aber sie verfügen in der linken Szene über mediale Macht und ideologischen Einfluss.
Die praktisch orientierten Antifas würden sich nie und nimmer vom Staatsschutz als V-Leute anwerben lassen. Viele meinen aber, den Staat mit ihren Recherchen und Öffentlichskeitsarbeit zwingen zu können, gegen Nazis vorzugehen – und merken oft nicht, dass sie dabei (politisch) selbst benutzt werden. Führt der NSU-Skandal nun zu einem Umdenken und einer genaueren Frontstellung?
Es gibt auch einen theoretischen Grund, dass Staatskritik zum blinden Fleck geworden ist. Die (Antifa-)Linke redet meist nicht mehr von Faschismus, sondern von Rassismus und Antisemitismus. Und beim allseits beliebten Schlagwort vom »Rassismus in der Mitte der Gesellschaft« kann sich jede/r selber aussuchen, was darunter zu verstehen sei. Das reicht nicht aus als Analyse. Man kann nicht gegen Faschismus kämpfen, und den Staat außen vor lassen! Und genausowenig kann man gegen Faschismus kämpfen, und den Kapitalismus außen vor lassen. Wer gegen ethnischen Rassismus in allen seinen Schattierungen zu kämpfen versucht, aber die Dimension des sozialen Rassismus weglässt, bleibt im besten Fall zahnlos, im schlimmsten Fall wird er zum Erfüllungsgehilfen des Staatsrassismus. Rancière kommt in der oben zitierten Rede zu dem Schluss, dass die »linke« Kritik, indem sie von »derselben Spielanordnung« wie die Rechte ausgeht (» Rassismus sei eine Leidenschaft des Volkes«, gegen die der Staat mit immer härteren Gesetzen durchgreifen muss), eine »neue Form des Rassismus« konstruiert: »Staatsrassismus und intellektueller ’linker‘ Rassismus«.

Wir müssen selber Hand anlegen.

Untersuchungsausschüsse sind mit ihrer Reinigungsfunktion systemstabilisierend, indem sie auch heftigste politische Skandale nicht zur Bedrohung des Systems werden lassen. Ungewöhnlich ist diesmal, dass die Untersuchungsausschüsse neue Wahrheiten über den Staat zutage fördern. Trotz Geheimhaltungspflicht dringen immer wieder Informationen und Details an die Öffentlichkeit, mit denen wir uns selber ein Bild machen können. Können wir damit die Linke, die noch immer nicht die Tragweite ausspricht, zu einem reality check zwingen? Die Chancen sind gar nicht so schlecht.
Wahrscheinlich haben die Untersuchungsausschüsse ihre beste Zeit hinter sich; im Verhalten der Mitglieder macht sich der nahende Wahlkampf bemerkbar, und mit dem Prozess in München und dem Gemache um das NPD-Verbot sollen die Koordinaten wieder auf Staat und Recht eingenordet werden. Der Prozess soll das politische Konstrukt von der einzelnen Zelle mit einer Handvoll Unterstützer zementieren und die Einsicht vergessen machen, dass der NSU zwar ohne die NPD denkbar ist, »nicht aber ohne die finanzielle, logistische und geheimdienstliche Unterstützung des Verfassungsschutzes.« (Wolf Wetzel)
Der Strafprozess in München könnte für den Staat riskant werden, wenn eine schlaue Verteidigung die Rolle der V-Leute in den Vordergrund stellt. Und »das Ausland« wird ihn sehr aufmerksam beobachten. Medienguerilla-Aktionen könnten »deutliche Akzente« in der internationalen Öffentlichkeit (türkisches Fernsehen!) setzen. Aber nicht alle Terrains eignen sich gleich gut zum Kämpfen. Wichtiger sind Demos und Flugis, Veranstaltungen mit Migrantengruppen und direkte Kontakte.
Der Verfassungsschutz geht zur Zeit auf Propagandatour und versorgt die »Zivilgesellschaft« mit den Bedrohungsszenarien von »Extremismus«, »Islamismus« und »Salafismus«, die sein Fortbestehen rechtfertigen sollen. Das sollten wir nicht unwidersprochen lassen. Auf keinen Fall sollten wir die Gelegenheit auslassen, die Blamage der Geheimdienste und der Polizei zu einer Legimitationskrise des Staates zu machen.
Das ist umso nötiger, als dieser Staat bereits wieder zündelt…

Kontinuitäten II: Neues Zündeln…

Bereits kurz nach der Aufdeckung des NSU hetzte Innenminister Friedrich wieder gegen »Integrationsverweigerer«. Aktuell wird eine neue Hetze gegen »Armutszuwanderung« hochgezogen – und Antifas, die sich Faschoaufmärschen wirklich in den Weg stellen, werden kriminalisiert und teilweise hammerhart verknackt.
Die aktuelle Konstellation gegen Roma in NRW ist der Situation in Ostdeutschland Anfang der 90er verdammt ähnlich: »Minister Friedrich will gegen Armutszuwanderung vorgehen«, »Überfüllung«, »Müll«, »es stinkt«, »Polizei ist überfordert«. Innenminister Friedrich spricht von »Ansturm auf den deutschen Sozialstaat«, von »Sprengsatz« und »Flächenbrand«; ihm ist dabei völlig egal, ob die Zahlen stimmen! Die meisten Leute aus Rumänien und Bulgarien malochen hier, nur 11 606 (!) sind aktuell arbeitslos gemeldet. Aber am 1. Januar 2014 würde auch für Leute aus Bulgarien und Rumänien die volle Freizügigkeit in der EU gelten – und hier müssen abschreckende Tatsachen geschaffen werden. Und zwar wieder auf die deutsche Art! Der französische Staat hatte im Spätsommer 2012 Romalager brutalst räumen lassen – im Gegensatz dazu wird bei uns wieder über Bande gespielt: »überforderte Anwohner«, Pro-NRW und militante Nazis.


LINKS
Literatur
Zeitungsartikel von Andreas Förster (FR und Freitag) Thomas Moser (Kontext Wochenzeitung), René Heilig (Neues Deutschland) und Claudia Wangerin (junge Welt); diverse Berichte aus den Untersuchungsausschüssen; empfehlenswert ist die Website von Hajo Funke: http://hajofunke.wordpress.com
Daniele Ganser: NATO-Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung. Zürich 2008; 24.95 €
»Made in Thüringen? Nazi-Terror und Verfassungsschutz-Skandal«, VSA-Verlag 2012 224 Seiten Nur noch als eBook für 9,99 € erhältlich.
Ein wichtiges Buch, das den Kenntnisstand im Frühjahr 2012 zusammenfasst.
Ein Artikel von Bodo Ramelow »Staatsgeheimnisse um NSU« in: junge Welt vom 9. Januar 2013 stellt eine ganz gute Zusammenfassung des Wissenstands von Anfang Januar dar.
Abkürzungen
VS = Verfassungsschutz
BfV = Bundesamt für Verfassungsschutz
MAD = Militärischer Abschirmdienst
BND = Bundesnachrichtendienst
LIHOP = Let it happen on Purpose; die Geheimdienste wussten von den Anschlägen vorher und haben sie zugelassen
MIHOP = Make it happen on Purpose; die Geheimdienste haben die Anschläge aktiv geplant und veranlasst
NSU = Nationalsozialistischer Untergrund

AntifaschistInnen zum Staat

    Der Staat ist die Herrschaftsform der kapitalistischen Produktionsweise. Ökonomische Notwendigkeiten der bürgerlichen Gesellschaft schaffen bestimmte Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Diese Aufgabe kann nur vom Staat übernommen werden. Dazu braucht es einen von der Gesellschaft getrennten Bereich der parlamentarischen Politik. Dies macht deutlich, dass es sich um eine gesellschaftliche Trennung von Ökonomie und Politik handelt: Der Staat schafft die Form der Ökonomie, aus der Anforderungen entstehen, denen die Politik mit ihren Massnahmen genügen muss.

    Der Staat garantiert als oberste Prinzipien: "Freiheit", "Gleichheit" und "Privateigentum".

    Diese "Freiheit" heisst, seine eigenen, privaten Interessen gegen die anderen Menschen zu verfolgen. Erfolge, aber auch Misserfolge sind in die Verantwortung der Individuen gestellt.

    Diese "Gleichheit" bedeutet die systematische Benachteiligung derjenigen, die mangels geeigneter Produktions- und Finanzmittel in der Konkurrenz des Marktes, der Freien und Gleichen, unterliegen.Und genau in dieser Hinsicht ist der Staat immer "Klassenstaat": nicht durch die ungerechte Bevorzugung der Einen (=Reichen), sondern gerade durch die gerechte Gleichbehandlung der Einen und der Anderen (=Armen), nachdem er sie auf die freie Konkurrenz und ihre Folgen festgelegt hat. Und gerade die idealisierte Chancengleichheit reproduziert dann die ungleichen Startbedingungen, zum Beispiel das Erbrecht oder die ungleiche Verteilung von "sozialem Kapital".

    Die Sicherung des "Privateigentums" bedeutet, dass man andere vom Gebrauch der eigenen Ware und Produktionsfaktoren ausschliessen kann. Somit werden Waren nur produziert, um sie zu monopolisieren und seine Mitmenschen zu Gegenleistungen erpressen zu können. Dies ist staatlich garantiertes Recht - mit sehr unangenehmen Auswirkungen für diejenigen, die auf die hergestellten Waren angewiesen sind, zum Beispiel Patente in der Pharmaindustrie.

    All dies, und vieles mehr, kann nur geändert werden, wenn vom Staat Abschied genommen wird. Und zum Aufbau einer neuen gerechteren Gesellschaftsform braucht es grundsätzliche Veränderungen:

    Die Demokratie als Repräsentativdemokratie muss abgelehnt werden, da dies die Verwaltung einer Mehrheit durch eine Minderheit bedeutet, also die Herrschaft von gewählten RepräsentantInnen, die im Parlament Entscheidungen treffen. Es braucht eine Basisdemokratie! Sie muss als die Möglichkeit und Macht der Menschen, sämtliche Entscheidungen selbst zu treffen, gesehen werden. Direkte Demokratie, die unmittelbare Selbstbestimmung. Direktdemokratie bedeutet, dass sich die Menschen - ohne Eliten zu bilden - selbst organisieren. Dazu sind partizipatorische Strukturen notwendig, die den Menschen ein hohes Maß an Autonomie ermöglichen und ihnen die Möglichkeit geben, an allen Entscheidungen, die sie betreffen, teilzunehmen. Also: Partizipatorische Basisdemokratie, alle Betroffenen entscheiden über alles, das sie betrifft! Es braucht aber dennoch organisatorische Gemeinschaften, in denen basisdemokratische Entscheidungen getroffen werden. Doch die Delegierten sollten keinen Spielraum zur selbständigen Entscheidung bekommen, sondern Kommunikationsschnittstellen zwischen organisatorischen Einheiten oder Interessengruppen sein. Sie können keine Entscheidungen treffen, müssen immer Rücksprache mit ihren Basen halten und können jederzeit abgewählt werden: imperatives Mandat!

    Was Macht macht, macht uns krank!

    Für Gerechtigkeit, Basisdemokratie und Selbstbestimmung!

 

FASCHISMUS:

Im Faschismus sehnen sich die Massen danach, daß einige die Macht ausüben; sie sehnen sich nach Machthabern, die nicht mit ihnen verschmelzen, da die Macht ja gegen sie und zu ihrem Nachteil ausgeübt wird: bis zu ihrem Tod, ihrer Opferung, ihrem Massaker. Und dennoch sehnen sie sich nach dieser Macht. Michel Foucault

"Jede kapitalistische Nation in der Periode des Imperalismus trägt in sich den Keim des Faschismus." Paul M. Sweezy

Die politische Gewalt, wie sie vor allem von den neofaschisischen, rechtsradikalen und rassistischen Schlägerbandn verübt wird, ist nur ein Teil der Gewaltflut, die über die Konsumgesellschaft hereingebrochen ist. Der neue Faschismus ist ja, genau wie der Faschismus der Zwischenkriegszeit, das Resultat einer allgemein gewordenen Entmenschlichung und Menschenverachtung der bürgerlichen Gesellschaft.

Nicht nur die faschistische Bestie war schon ein Produkt der Vermassung und der Gleichschaltung.
Nationalsozialismus - Gegen das Vergessen - Zeitpunkte - OPPIS WORLD
Nationalsozialismus - Gegen das Vergessen. Diese Seiten sollen Wissen über den Nationalsozialismus vermitteln und Zusammenhänge erklären.
www.oppisworld.de/zeit/national

 

Die Flugblätter der "Weißen Rose".

Erstes Flugblatt

Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique «regieren» zu lassen.

Ist es nicht so, daß sich jeder ehrliche Deutsche heute seiner Regierung schämt, und wer von uns ahnt das Ausmaß der Schmach, die über uns und unsere Kinder kommen wird, wenn einst der Schleier von unseren Augen gefallen ist und die grauenvollsten und jegliches Maß unendlich überschreitenden Verbrechen ans Tageslicht treten?

Wenn das deutsche Volk schon so in seinem tiefsten Wesen korrumpiert und zerfallen ist, daß es, ohne eine Hand zu regen, im leichtsinnigen Vertrauen auf eine fragwürdige Gesetzmäßigkeit der Geschichte das Höchste, das ein Mensch besitzt und das ihn über jede andere Kreatur erhöht, nämlich den freien Willen, preisgibt, die Freiheit das Menschen preisgibt, selbst mir einzugreifen in das Rad der Geschichte und es seiner vernünftigen Entscheidung unterzuordnen - wenn die Deutschen, so jeder Individualität bar, schon so sehr zur besitzlosen und feigen Masse geworden sind, dann, ja dann verdienen sie den Untergang.

Goethe spricht von den Deutschen als einem tragischen Volke, gleich dem der Juden und Griechen, aber heute hat es eher den Anschein, als sei es eine seichte, willenlose Herde von Mitläufern, denen das Mark aus dem Innersten gesogen und die nun ihres Kerns beraubt, bereit sind, sich in den Untergang hetzen zu lassen. Es scheint so - aber es ist nicht so; vielmehr hat man in langsamer, trügerischer, systematischer Vergewaltigung jeden einzelnen in ein geistiges Gefängnis gesteckt, und erst als er darin gefesselt lag, wurde er sich das Verhängnisses bewußt.

Wenige nur erkannten das drohende Verderben, und der Lohn für ihr heroisches Mahnen war der Tod.

Über das Schicksal dieser Menschen wird noch zu reden sein. Wenn jeder wartet, bis der andere anfängt, werden die Boten der rächenden Nemesis unaufhaltsam näher und näher rücken, dann wird auch das letzte Opfer sinnlos in den Rachen des unersättlichen Dämons geworfen sein.

Daher muß jeder einzelne seiner Verantwortung als Mitglied der christlichen und abendländischen Kultur bewußt in dieser letzten Stunde sich wehren, soviel er kann, arbeiten wider die Geißel der Menschheit, wider den Faschismus und jedes ihm ähnliche System des absoluten Staates.

Leistet passiven Widerstand - Widerstand -, wo immer Ihr auch seid, verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind, gleich Köln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo für die Hybris eines Untermenschen verblutet ist.

Vergeßt nicht, daß ein jedes Volk diejenige Regierung verdient, die es erträgt!

Zweites Flugblatt

Man kann sich mit dem Nationalsozialismus geistig nicht auseinandersetzen, weil er ungeistig ist. Es ist falsch, wenn man von einer nationalistischen Weltanschauung spricht, denn wenn es diese gäbe, müßte man versuchen, sie mit geistigen Mitteln zu beweisen oder zu bekämpfen - die Wirklichkeit aber bietet uns ein völlig anderes Bild:

Schon in ihrem ersten Keim war diese Bewegung auf den Betrug des Mitmenschen angewiesen, schon damals war sie im Innersten verfault und konnte sich nur durch die stete Lüge retten. Schreibt doch Hitler selbst in einer frühen Auflage «seines» Buches (ein Buch, das in dem übelsten Deutsch geschrieben worden ist, das ich je gelesen habe; dennoch ist es von dem Volke der Dichter und Denker zur Bibel erhoben worden):

"Man glaubt nicht, wie man ein Volk betrügen muß, um es zu regieren"

Wenn sich nun am Anfang dieses Krebsgeschwür des deutschen Volkes noch nicht allzusehr bemerkbar gemacht hatte, so nur deshalb, weil noch gute Kräfte genug am Werk waren, es zurückzuhalten. Wie es aber größer und größer wurde und schließlich mittels einer letzten gemeinen Korruption zur Macht kam, das Geschwür gleichsam aufbrach und den ganzen Körper besudelte, versteckte sich die Mehrzahl der früheren Gegner, flüchtete die deutsche Intelligenz in ein Kellerloch, um dort als Nachtschattengewächs, dem Licht und der Sonne verborgen, allmählich zu ersticken.

 

Jetzt kommt es darauf an, sich gegenseitig wiederzufinden, aufzuklären von Mensch zu Mensch, immer daran zu denken und sich keine Ruhe zu geben, bis auch der Letzte von der äußersten Notwendigkeit seines Kämpfens wider dieses System überzeugt ist.

Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn <es in der Luft liegt>, wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden. Ein Ende mit Schrecken ist immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende.

Es ist uns nicht gegeben, ein endgültiges Urteil über den Sinn unserer Geschichte zu fällen. Aber wenn dieseKatastrophe uns zum Heile dienen soll, so doch nur dadurch:

durch das Leid gereinigt zu werden, aus der tiefsten Nacht heraus das Licht zu ersehnen, sich aufzuraffen und endlich mitzuhelfen, das Joch abzuschütteltn, das die Welt bedrückt.

Nicht über die Judenfrage wollen wir in diesem Blatte schreiben, keine Verteidigungsrede verfassen - nein, nur als Beispiel wollen wir die Tatsache kurz anführen, die Tatsache, daß seit der Eroberung Polens dreihunderttausend Juden in diesem Land auf bestialische Art ermordet worden sind. Hier sehen wir das fürchterlichste Verbrechen an der Würde des Menschen, ein Verbrechen, dem sich kein ähnliches in der ganzen Menschengeschichte an die Seite stellen kann. Auch die Juden sind doch Menschen - man mag sich zur Judenfrage stellen, wie man will -, und an Menschen wurde solches verübt. Vielleicht sagt jemand, die Juden hätten ein solches Schicksal verdient; die Behauptung wäre eine ungeheure Anmaßung; aber angenommen, es sagte jemand dies, wie stellt er sich dann zu der Tatsache, daß die gesamte polnische adelige Jugend vernichtet worden ist (gebe Gott, daß sie es noch nicht ist!)? Auf welche Art, fragen Sie, ist solches geschehen? Alle männlichen Sprößlinge aus adeligen Geschlechtern zwischen 15 und 20 Jahren wurden in Konzentrationslager nach Deutschland zur Zwangsarbeit, alle Mädchen gleichen Alters nach Norwegen in die Bordelle der SS verschleppt! Wozu wir dies Ihnen alles erzählen, da Sie es schon selber wissen, wenn nicht diese, so andere gleich schwere Verbrechen des fürchterlichen Untermenschentums? Weil hier eine Frage berührt wird, die uns alle zutiefst angeht und allen zu denken geben muß.

Warum verhält sich das deutsche Volk angesichts all dieser scheußlichsten menschenunwürdigsten Verbrechen so apathisch? Kaum irgend jemand macht sich Gedanken darüber. Die Tatsache wird als solche hingenommen und ad acta gelegt. Und wieder schläft das deutsche Volk in seinem stumpfen, blöden Schlaf weiter und gibt diesen faschistischen Verbrechern Mut und Gelegenheit, weiterzuwüten - und diese tun es.

Sollte dies ein Zeichen dafür sein, daß die Deutschen in ihren primitivsten menschlichen Gefühlen verroht sind, daß keine Saite in ihnen schrill aufschreit im Angesicht solcher Taten, daß sie in einen tödlichen Schlaf versunken sind, aus dem es kein Erwachen mehr gibt, nie, niemals? Es scheint so und ist es bestimmt, wenn der Deutsche nicht endlich aus dieser Dumpfheit auffährt, wenn er nicht protestiert, wo immer er nur kann, gegen diese Verbrecherclique, wenn er mit diesen Hunderttausenden von Opfern nicht mitleidet. Und nicht nur Mitleid muß er empfinden, nein, noch viel mehr: Mitschuld.

Denn er gibt durch sein apathisches Verhalten diesen dunklen Menschen erst die Möglichkeit, so zu handeln, er erleidet diese «Regierung», die eine so unendliche Schuld auf sich geladen hat, ja, er ist doch selbst schuld daran, daß sie überhaupt entstehen konnte! Ein jeder will sich von einer solchen Mitschuld freisprechen, ein jeder tut es und schläft dann wieder mit ruhigstem, besten Gewissen. Aber er kann sich nicht freisprechen, ein jeder ist schuldig, schuldig, schuldig!

Doch ist es noch nicht zu spät, diese abscheulichste aller Mißgeburten von Regierungen aus der Welt schaffen, um nicht noch mehr Schuld auf sich zu laden. Jetzt, da uns in den letzten Jahren die Augen vollkommen geöffnet worden sind, da wir wissen, mit wem wir es zu tun haben, jetzt ist es allerhöchste Zeit, diese braune Horde auszurotten. Bis zum Ausbruch des Krieges war der größte Teil des deutschen Volkes geblendet, die Nationalsozialisten zeigten sich nicht in ihrer Gestalt, doch jetzt, da man sie erkannt hat, muß es die einzige und höchste Pflicht, ja heiligste Pflicht eines jeden Deutschen sein, diese Bestien zu vertilgen.

«Der, des Verwaltung unauffällig ist, des Volk ist froh. Der, des Verwaltung aufdringlich ist, des Volk ist gebrochen.

Elend, ach, ist es, worauf Glück sich aufbaut. Glück, ach, verschleiert nur Elend. Wo soll das hinaus? Das Ende ist nicht abzusehen. Das Geordnete verkehrt sich in Unordnung, das Gute verkehrt sich in Schlechtes.

Das Volk gerät in Verwirrung. Ist es nicht so, täglich, seit langem?

Daher ist der Hohe Mensch rechteckig, aber er stößt nicht an, er ist kantig, aber verletzt nicht, er ist aufrecht, aber nicht schroff. Er ist klar, aber will nicht glänzen.» Lao-tse

«Wer unternimmt, das Reich zu beherrschen und es nach seiner Willkür zu gestalten; ich sehe ihn sein Ziel nicht erreichen; das ist alles.»

«Das Reich ist ein lebendiger Organismus; es kann nicht gemacht werden, wahrlich! Wer daran machen will, verdirbt es, wer sich seiner bemächtigen will, verliert es.»

Daher:

«Von den Wesen gehen manche voraus, andere folgen ihnen, manche atmen warm, manche kalt, manche sind stark, manche schwach, manche erlangen Fülle, andere unterliegen.»

«Der Hohe Mensch daher läßt ab von Übertriebenheit, läßt ab von Überhebung, läßt ab von Übergriffen» Lao-tse

Wir bitten, diese Schrift mit möglichst vielen Durchschlägen abzuschreiben und weiterzuverteilen.

Drittes Flugblatt

«Salus publica suprema lex»

Alle idealen Staatsformen sind Utopien. Ein Staat kann nicht rein theoretisch konstruiert werden, sondern er muß ebenso wachsen, reifen wie der einzelne Mensch. Aber es ist nicht zu vergessen, daß am Anfang einer jeden Kultur die Vorform des Staates vorhanden war. Die Familie ist so alt wie die Menschen selbst, und aus diesem anfänglichen Zusammensein hat sich der vernunftbegabte Mensch einen Staat geschaffen, dessen Grund die Gerechtigkeit und dessen höchstes Gesetz das Wohl aller sein soll. Der Staat soll eine Analogie der göttlichen Ordnung darstellen, und die höchste aller Utopien, die civitas Dei, ist das Vorbild, dem er sich letzten Endes nähern soll.

Wir wollen hier nicht urteilen über die verschiedenen möglichen Staatsformen, die Demokratie, die konstitutionelle Monarchie, das Königtum usw. Nur eines will eindeutig und klar herausgehoben werden:

jeder einzelne Mensch hat einen Anspruch auf einen brauchbaren und gerechten Staat, der die Freiheit der einzelnen als auch das Wohl der Gesamtheit sichert.

Denn der Mensch soll durch Gottes Willen frei und unabhängig im Zusammenleben und Zusammenwirken der staatlichen Gemeinschaft sein natürlicher Ziel, sein irdisches Glück in Selbständigkeit und Selbsttätigkeit zu erreichen suchen.

Unser heutiger >Staat< aber ist die Diktatur des Bösen.

«Das wissen wir schon lange», höre ich Dich einwenden, «und wir haben es nicht nötig, daß uns dies hier noch einmal vorgehalten wird.»

Aber, frage ich Dich, wenn Ihr das wißt, warum regt Ihr Euch nicht, warum duldet Ihr, das diesen Gewalthaber Schritt für Schritt offen und im verborgenen eine Domäne Eures Rechts nach der anderen rauben, bis eines Tages nichts, aber auch gar nichts übrigbleiben wird als ein mechanisiertes Staatsgetriebe, kommandiert von Verbrechern und Säufern?

Ist Euer Geist schon so sehr der Vergewaltigung unterlegen, daß Ihr vergeßt, das es nicht nur Euer Recht, sondern Eure sittliche Pflicht ist, dieses System zu beseitigen? Wenn aber ein Mensch nicht mehr die Kraft aufbringt, sein Recht zu fordern, dann muß er mit absoluter Notwendigkeit untergehen.

Wir würden es verdienen, in aller Welt verstreut zu werden wie der Staub vor dem Winde, wenn wir uns in dieser zwölften Stunde nicht aufrafften und endlich den Mut aufbrächten, der uns seither gefehlt hat. Verbergt nicht Eure Feigheit unter dem Mantel der Klugheit. Denn mit jedem Tag, da Ihr noch zögert, da Ihr dieser Ausgeburt der Hölle nicht widersteht, wächst Eure Schuld gleich einer parabolischen Kurve höher und immer höher.

Viele, vielleicht die meisten Leser dieser Blätter sind sich darüber nicht klar, wie sie einen Widerstand ausüben sollen. Sie sehen keine Möglichkeiten. Wir wollen versuchen, ihnen zu zeigen, daß ein jeder in der Lage ist, etwas beizutragen zum Sturz dieses Systems. Nicht durch individualistische Gegnerschaft, in der Art verbitterter Einsiedler, wird es möglich werden, den Boden für einen Sturz dieser «Regierung» reif zu machen oder gar den Umsturz möglichst bald herbeizuführen, sondern nur durch die Zusammenarbeit vieler überzeugter, tatkräftiger Menschen, Menschen, die sich einig sind, mit welchen Mitteln sie ihr Ziel erreichen können. Wir haben keine reiche Auswahl an solchen Mitteln, nur ein einziges steht uns zur Verfügung - der passive Widerstand.

Der Sinn und das Ziel des passiven Widerstandes ist, den Nationalsozialismus zu Fall zu bringen, und in diesem Kampf ist vor keinem Weg, vor keiner Tat zurückzuschrecken, mögen sie auf Gebieten liegen, auf welchen sie auch wollen. An allen Stellen muß der Nationalsozialismus angegriffen werden, an denen er nur angreifbar ist. Ein Ende muß diesem Unstaat möglichst bald bereitet werden - ein Sieg des faschistischen Deutschland in diesem Kriege hätte unabsehbare, fürchterliche Folgen. Nicht der militärische Sieg über den Bolschewismus darf die erste Sorge für jeden Deutschen sein, sondern die Niederlage der Nationalsozialisten. Dies muß unbedingt an erster Stelle stehen. Die größere Notwendigkeit dieser letzten Forderung werden wir Ihnen in einem unserer nächsten Blätter beweisen.

Und jetzt muß sich ein jeder entschiedene Gegner des Nationalsozialismus die Frage vorlegen:

Wie kann es gegen den gegenwärtigen «Staat» am wirksamsten ankämpfen, wie ihm die empfindlichsten Schläge beibringen?

Durch den passiven Widerstand - zweifellos.

Es ist klar, daß wir unmöglich für jeden einzelnen Richtlinien für sein Verhalten geben können, nur allgemein andeuten können wir, den Weg zur Verwirklichung muß jeder selber finden.

Sabotage in den Rüstungs- und kriegswichtigen Betrieben, Sabotage in allen Versammlungen, Kundgebungen, Festlichkeiten, Organisationen, die durch die nationalsozialistische Partei ins Leben gerufen werden. Verhinderung des reibungslosen Ablaufs der Kriegsmaschine (einer Maschine, die nur für einen Krieg arbeitet, der allein um die Rettung und Erhaltung der nationalsozialistischen Partei und Diktatur geht).

Sabotage auf allen wissenschaftlichen und geistigen Gebieten, die für eine Fortführung des gegenwärtigen Krieges tätig sind - sei es Universitäten, Hochschulen, Laboratorien, Forschungsanstalten, technischen Büros.

Sabotage in allen Veranstaltungen kultureller Art, die das >Ansehen< der Faschisten im Volke heben könnten.

Sabotage in allen Zweigen der bildenden Künste, die nur im geringsten im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus stehen und ihm dienen.

Sabotage in allem Schrifttum, allen Zeitungen, die im Solde der >Regierung< stehen, für ihre Ideen, für die Verbreitung der braunen Lüge kämpfen.

Opfert nicht einen Pfennig bei Straßensammlungen (auch wenn sie unter dem Deckmantel wohltätiger Zwecke durchgeführt werden). Denn dies ist nur eine Tarnung. In Wirklichkeit kommt das Ergebnis weder dem Roten Kreuz noch den Notleidenden zugute. Die Regierung braucht das Geld nicht, ist auf diese Sammlungen finanziell nicht angewiesen - die Druckmaschinen laufen ja ununterbrochen und stellen jede beliebige Menge von Papiergeld her. Das Volk muß aber dauernd in Spannung gehalten werden, nie darf der Druck der Kandare nachlassen! Gebt nichts für die Metall-, Spinnstoff- und andere Sammlungen. Sucht alle Bekannten auch aus den unteren Volksschichten von der Sinnlosigkeit einer Fortführung, von der Aussichtslosigkeit dieses Krieges, von der geistigen und wirtschaftlichen Versklavung durch den Nationalsozialismus, von der Zerstörung aller sittlichen und religiösen Werte zu überzeugen und zum passiven Widerstand zu veranlassen!

Aristoteles, >Über die Politik<:

»...ferner gehört es« (zum Wesen der Tyrannis), »dahin zu streben, daß ja nichts verborgen bleibe, was irgendein Untertan spricht oder tut, sondern überall Späher ihn belauschen, ... ferner alle Welt miteinander zu verhetzen und Freunde mit Freunden zu verfeinden und das Volk mit den Vornehmen und die Reichen unter sich. Sodann gehört es zu solchen tyrannischen Maßregeln, die Untertanen arm zu machen, damit die Leibwache besoldet werden kann, und sie, mit der Sorge um ihren täglichen Erwerb beschäftigt, keine Zeit und Muße haben, Verschwörungen anzustiften. ... Ferner aber auch solche hohe Einkommensteuern, wie die in Syrakus auferlegten, denn unter Dionysios hatten die Bürger dieses Staates in fünf Jahren glücklich ihr ganzes Vermögen in Steuern ausgegeben. Und auch beständige Kriege zu erregen, ist der Tyrann geneigt...«

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Viertes Flugblatt

Es ist eine alte Weisheit, die man Kindern immer wieder aufs neue predigt, daß wer nicht hören will, fühlen muß. Ein kluges Kind wird sich aber die Finger nur einmal am heißen Ofen verbrennen.

In den vergangenen Wochen hatte Hitler sowohl in Afrika, als auch in Rußland Erfolge zu verzeichnen.

Die Folge davon war, daß der Optimismus auf der einen, die Bestürzung und der Pessimismus auf der anderen Seite des Volkes mit einer der deutschen Trägheit unvergleichlichen Schnelligkeit anstieg. Allenthalben hörte man unter den Gegnern Hitlers, also unter dem besseren Teil des Volkes, Klagerufe, Worte der Enttäuschung und der Entmutigung, die nicht selten in dem Ausruf endigten:

"Sollte nun Hitler doch... ?"

Indessen ist der deutsche Angriff auf Ägypten zum Stillstand gekommen, Rommel muß in einer gefährlich exponierten Lage verharren - aber noch geht der Vormarsch im Osten weiter. Dieser scheinbare Erfolg ist unter den grauenhaftesten Opfern erkauft worden, so daß er schon nicht mehr als vorteilhaft bezeichnet werden kann. Wir warnen daher vor jedem Optimismus.

Wer hat die Toten gezählt, Hitler oder Goebbels - wohl keiner von beiden. Täglich fallen in Rußland Tausende. Es ist die Zeit der Ernte, und der Schnitter fährt mit vollem Zug in die reife Saat. Die Trauer kehrt ein in die Hütten der Heimat, und niemand ist da, der die Tränen der Mütter trocknet. Hitler aber belügt die, deren teuerstes Gut er geraubt und in den sinnlosen Tod getrieben hat. Jedes Wort, das aus Hitlers Munde kommt, ist Lüge: Wenn er Frieden sagt, meint er den Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan. Sein Mund ist der stinkende Rachen der Hölle und seine Macht ist im Grunde verworfen.

Wohl muß man mit rationalen Mitteln den Kampf wider den nationalsozialistischen Terrorstaat führen; wer aber heute noch an der realen Existenz der dämonischen Mächte zweifelt, hat den metaphysischen Hintergrund dieses Krieges bei weitem nicht begriffen. Hinter dem konkreten, hinter dem sinnlich Wahrnehmbaren, hinter allen sachlichen logischen Überlegungen, steht das Irrationale, d.i. der Kampf wider den Dämon, wider den Boten des Antichrists. Überall und zu allen Zeiten haben die Dämonen im Dunkeln gelauert auf die Stunde, da der Mensch schwach wird, da er seine ihm von Gott auf Freiheit gegründete Stellung im ordo eigenmächtig verläßt, da er dem Druck des Bösen nachgibt, sich von den Mächten höherer Ordnung loslöst und so, nachdem er den ersten Schritt freiwillig getan, zum zweiten und dritten und immer mehr getrieben wird mit rasend steigender Geschwindigkeit - überall und zu allen Zeiten der höchsten Not sind Menschen aufgestanden, Propheten, Heilige, die ihre Freiheit gewahrt hatten, die auf den Einzigen Gott hinwiesen und mit seiner Hilfe das Volk zur Umkehr mahnten. Wohl ist der Mensch frei, aber er ist wehrlos wider das Böse ohne den wahren Gott, er ist wie ein Schiff ohne Ruder, dem Sturme preisgegeben, wie ein Säugling ohne Mutter, wie eine Wolke, die sich auflöst.

Gibt es, so frage ich Dich, der Du ein Christ bist, gibt es in diesem Ringen um die Erhaltung Deiner höchsten Güter ein Zögern, ein Spiel mit Intrigen, ein Hinausschieben der Entscheidung in der Hoffnung, daß ein anderer die Waffen erhebt, um Dich zu verteidigen? Hat Dir nicht Gott selbst die Kraft und den Mut gegeben zu kämpfen? Wir müssen das Böse dort angreifen, wo es am mächtigsten ist, und es ist am mächtigsten in der Macht Hitlers.

"Ich wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, daß sie keinen Tröster haben konnten.Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das eben hatten..." (Sprüche)

Novalis: "Wahrhafte Anarchie ist das Zeugungselement der Religion. Aus der Vernichtung alles Positiven hebt sie ihr glorreiches Haupt als neue Weltstifterin empor ... Wenn Europa wieder erwachen wollte, wenn ein Staat der Staaten, eine politische Wissenschaftslehre uns bevorstände! Sollte etwa die Hierarchie...das Prinzip des Staatenvereins sein?... Es wird solange Blut über Europa strömen, bis die Nationen ihren fürchterlichen Wahnsinn gewahr werden, der sie im Kreis herumtreibt, und von heiliger Musik getroffen und besänftigt, zu ehemaligen Altären in bunter Vermischung treten, Werke des Friedens vornehmen und ein großes Friedensfest auf den rauchenden Walstätten mit heißen Tränen gefeiert wird. Nur die Religion kann Europa wieder aufwecken und das Völkerrecht sichern und die Christenheit mit neuer Herrlichkeit sichtbar auf Erden in ihr friedenstiftendes Amt installieren."

Wir weisen eindrücklich darauf hin, daß die Weiße Rose nicht im Solde einer ausländischen Macht steht. Obgleich wir wissen, daß die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muß, suchen wir eine Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her zu erreichen. Dieser Wiedergeburt muß aber die klare Erkenntnis aller Schuld, die das deutsche Volk auf sich geladen hat, und ein rücksichtsloser Kampf gegen Hitler und seine allzuvielen Helfershelfer, Parteimitglieder, Quislinge usw. vorausgehen. Mit aller Brutalität muß die Kluft zwischen dem besseren Teil des Volkes und allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt, aufgerissen werden. Für Hitler und seine Anhänger gibt es auf dieser Erde keine Strafe, die ihren Taten gerecht wäre.

Aber aus Liebe zu kommenden Generationen muß nach Beendigung des Krieges ein Exempel statuiert werden, daß niemand auch nur die geringste Lust je verspüren sollte, Ähnliches aufs neue zu versuchen. Vergeßt auch nicht die kleinen Schurken dieses Systems, merkt Euch die Namen, auf daß keiner entkomme! Es soll ihnen nicht gelingen, in letzter Minute noch nach all diesen Scheußlichkeiten die Fahne zu wechseln und so zu tun, als ob nichts gewesen wäre!

Zu Ihrer Beruhigung möchten wir noch hinzufügen, daß die Adressen der Leser der Weißen Rose nirgendwo schriftlich niedergelegt sind. Die Adressen sind willkürlich Adressbüchern entnommen.

Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose läßt Euch keine Ruhe!

Bitte vervielfältigen und weitersenden!

Fünftes Flugblatt

Aufruf an alle Deutsche!

Der Krieg geht seinem sicheren Ende entgegen. Wie im Jahre 1918 versucht die deutsche Regierung, alle Aufmerksamkeit auf die wachsende U-Bootgefahr zu lenken, während im Osten die Armeen unaufhörlich zurückströmen, im Westen die Invasion erwartet wird. Die Rüstung Amerikas hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, aber heute schon übertrifft sie alles in der Geschichte seither Dagewesene. Mit mathematischer Sicherheit führt Hitler das deutsche Volk in den Abgrund. Hitler kann den Krieg nicht gewinnen, nur noch verlängern! Seine und seiner Helfer Schuld hat jedes Maß unendlich überschritten. Die gerechte Strafe rückt näher und näher!

Was aber tut das deutsche Volk? Es sieht nicht und es hört nicht. Blindlings folgt es seinen Verführern ins Verderben. Sieg um jeden Preis, haben sie auf ihre Fahne geschrieben. Ich kämpfe bis zum letzten Mann, sagt Hitler - indes ist der Krieg bereits verloren.

Deutsche! Wollt Ihr und Eure Kinder dasselbe Schicksal erleiden, das den Juden widerfahren ist? Wollt Ihr mit dem gleichen Maße gemessen werden, wie Eure Verführer? Sollen wir auf ewig das von aller Welt gehaßte und ausgestoßene Volk sein? Nein! Darum trennt Euch von dem nationalsozialistischen Untermenschentum! Beweist durch die Tat, daß Ihr anders denkt! Ein neuer Befreiungskrieg bricht an. Der bessere Teil des Volkes kämpft auf unserer Seite. Zerreißt den Mantel der Gleichgültigkeit, den Ihr um Euer Herz gelegt! Entscheidet Euch, eh' es zu spät ist! Glaubt nicht der nationalsozialistischen Propaganda, die Euch den Bolschewistenschreck in die Glieder gejagt hat! Glaubt nicht, daß Deutschlands Heil mit dem Sieg des Nationalsozialismus auf Gedeih und Verderben verbunden sei! Ein Verbrechertum kann keinen deutschen Sieg erringen. Trennt Euch rechtzeitig von allem, was mit dem Nationalsozialismus zusammenhängt! Nachher wird ein schreckliches, aber gerechtes Gericht kommen über die, so sich feig und unentschlossen verborgen hielten.

Was lehrt uns der Ausgang dieses Krieges, der nie ein nationaler war? Der imperialistische Machtgedanke muß, von welcher Seite er auch kommen möge, für alle Zeit unschädlich gemacht werden. Ein einseitiger preußischer Militarismus darf nie mehr zur Macht gelangen. Nur in großzügiger Zusammenarbeit der europäischen Völker kann der Boden geschaffen werden, auf welchem ein neuer Aufbau möglich sein wird. Jede zentralistische Gewalt, wie sie der preußische Staat in Deutschland und Europa auszuüben versucht hat, muß im Keime erstickt werden.

Das kommende Deutschland kann nur föderalistisch sein. Nur eine gesunde föderalistische Staatenordnung vermag heute noch das geschwächte Europa mit neuem Leben zu erfüllen. Die Arbeiterschaft muß durch einen vernünftigen Sozialismus aus ihrem Zustand niedrigster Sklaverei befreit werden. Das Truggebilde der autarken Wirtschaft muß in Europa verschwinden. Jedes Volk, jeder einzelne hat ein Recht auf die Güter der Welt! Freiheit der Rede, Freiheit des Bekenntnisses, Schutz des einzelnen Bürgers vor der Willkür verbrecherischer Gewaltstaaten, das sind die Grundlagen des neuen Europa.

Unterstützt die Widerstandsbewegung, verbreitet die Flugblätter!

Sechstes und letztes Flugblatt

Kommilitoninnen! Kommilitonen!

Erschüttert steht unser Volk vor dem Untergang der Männer von Stalingrad. Dreihundertdreißigtausend deutsche Männer hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. Führer wir danken dir!

Es gärt im deutschen Volk: Wollen wir weiter einem Dilettanten das Schicksal unserer Armeen anvertrauen? Wollen wir den niedrigsten Machtinstinkten einer Parteiclique den Rest unserer deutschen Jugend opfern? Nimmermehr! Der Tag der Abrechnung ist gekommen, der Abrechnung der deutschen Jugend mit der verabscheuungswürdigen Tyrannis, die unser Volk erduldet hat. Im Namen des ganzen deutschen Volkes fordern wir vom Staat Adolf Hitlers die persönliche Freiheit, das kostbarste Gut der Deutschen zurück , um das er uns in der erbärmlichsten Weise betrogen. In einem Staat rücksichtsloser Knebelung jeder freien Meinungsäußerung sind wir aufgewachsen. HJ, SA und SS haben uns in den fruchtbarsten Bildungsjahren unseres Lebens zu uniformieren, zu revolutionieren, zu narkotisieren versucht...

Der deutsche Name bleibt für immer geschändet, wenn nicht die deutsche Jugend endlich aufsteht, rächt und sühnt zugleich, ihre Peiniger zerschmettert und ein neues geistiges Europa aufrichtet. Studentinnen! Studenten! Auf uns sieht das deutsche Volk! Von uns erwartet es, wie 1813 die Brechung des Napoleonischen, 1943 die Brechung des nationalsozialistischen Terrors aus der Macht des Geistes. Beresina und Stalingrad flammen im Osten auf, die Toten von Stalingrad beschwören uns!

Frisch auf mein Volk, die Flammenzeichen rauchen!

Unser Volk steht im Aufbruch gegen die Verknechtung Europas durch den Nationalsozialismus, im neuen gläubigen Durchbruch von Freiheit und Ehre.

 

Der Kandidat

Er ist mein nicht zu verdrängender, von mir aus gesehen, unfreiwilliger Favorit, mein Kandidat wie eine Pille vom Arzt verordnet. Ich kann nichts dafür. Er schon.
Meine Partei hat ihn dafür gewählt und in das Rennen geschickt. Und so rennt er nun, mal so, mal anders, wird hier fotografiert, dort gefilmt, mal darf er einfach so redend erscheinen vor uns, mal soll er dem Reporter antworten, dann darf er mal die Hände schütteln, die Menschen anlachen, auf Podien mit Mikrophon auf seine Einsätze warten und was halt so getrieben wird in einem Wahlkampf in dem es um alles geht, wie es ja jedes Mal um alles geht, das Land, die Welt, die Wirtschaft, das Wetter.
Er tut mir leid, vor allem hätte ich ihn nicht ausgewählt. Das taten andere, Medienmenschen, wie auf Knopfdruck präsentierten sie ihn, der eigentlich schon weg vom Fenster war, jedenfalls von erstrebenswerten Ämtern, der rumreisen durfte und in Hotels übernachten auf Kosten anderer, Reden halten vor Gutbetuchten, die ihn nicht nur gut bezahlten sondern auch herzlich applaudierten zu seinen Worten und an den von ihm so erhofften, richtigen Stellen auch lachten.
Mächtige Männer und ein paar wenige mächtige Frauen, Banker, Industriekapitäne (mit und ohne Patent für die hohe See). Und er glaubte ihnen ihre Sympathie und Achtung für ihn, glaubte den Geldflüssen auf seinem Konto, fühlte sich als ehemaliger Minister des reichen, kleinen Landes ihnen fast ebenbürtig, aufgenommen im Kreis der klug und richtig Handelnden, der Erfolgreichen und Schönen. Glaubte er.
So ließen es die Medienmenschen die Menschen des Landes ebenso glauben und so stieg er auf einer Sympathiewelle plötzlich höher und höher, bis seine, also auch meine Partei, nicht mehr anders konnte, als ihn zu ihrem, meinem Kandidaten zu küren.
Er hat das Pech gehabt, dass irgendwann in grauer Vorzeit ihm mal Menschen zugehört haben und gelacht und dafür Stimmen gegeben haben. Seitdem redet er so, dass er immer auf Punkte kommt, egal bei welchem Thema. Lachen muss bei seinen Vorträgen sein. Er ist dabei nie wirklich witzig, eher hämisch, sarkastisch, versucht den Lacher dort zu setzen, wo sich alle in einem, seinem Boot fühlen, schlauer, gewitzter und mehr auf dem Punkt als die anderen Redner, Politiker, dekorierten oder selbst ernannten Schlauköpfe im Lande. Neben dem Gelächter überbrachten ihm die Köpfe der Zuhörer daher jedes Mal auch ein kräftiges Nicken der Köpfe ein. Und so zieht er nun durch die Lande und versucht zu punkten, zielt auf Gelächter und Kopfnicken und plötzlich, nun wo er der Kandidat ist, der laut Medienmenschen der einzige, beste und denkbare Kandidat sei für die große alte Partei, erntet er selber Häme und statt Kopfnicken Kopfschütteln, wird wie ein Runnig Gag durch die Medien gescheucht, karikiert, verlacht, nach unten getreten.
Vielleicht hatte er vergessen die schönen Geschichten und Märchen seiner Kinderzeit, oder sie sind ihm nie vorgelesen worden, er wirkt auch nicht wie einer, der Märchen mag. gibt sich anti märchenhaft, obwohl er dabei doch nur wie ein Märchenonkel alter Schule rüber kommt. Ja, die Märchen in denen die Mächtigen, die Könige sich Hofnarren hielten, ahnungslos wohl war er selber einer geworden, von Einladung zu Einladung mehr, war begeisterter Besserwisser geworden mit originellen Ausdrücken und Satzwendungen, hatte sich an den Höfen gesonnt und wäre besser dabei geblieben, als sich als Narr auf den Weg zu machen Kalif zu werden anstelle der Kalifin.
Bei alledem ist er nicht dumm und hat durchaus Substanz in seinem Denken und Handeln. Aber es nützt ihm nichts, da er es nicht dabei belässt, Sache und Inhalte wirken zu lassen. Er wirkt getrieben, zu sehr nach den Big Points schielend, als dass man ihm seine Kompetenz und Fähigkeit zum Kalifen noch abnehmen mag oder kann.
Vor allem da die Medienmenschen nur auf Ausrutscher, Gags und Zoten bei ihm warten und alles andere von ihm mit Missachtung und Schweigen strafen. Sie geben ihm keine Chance, da der Unterhaltungswert seiner Show-Einlagen angeblich die Leser mehr interessiert, andere meinen zu interessieren hat, als seine ernsthaften Bemühungen, seine Sicht auf unser Land, die Erde, die Wirtschaft und das Wetter, seine Pläne damit, seine Lösungen.
Und so zieht der Wahlkampf über das Land wie ein Gewitter mit Wetterleuchten in der Ferne, gelegentlichen Wolkenbrüchen, aber ohne Blitz und Donner wie es sich für ein richtiges Sommergewitter gehört und im Herbst soll gewählt werden, wenn die Blätter fallen und die Gewitter seltener sind.
Und die, die vorher schrieben, sprachen, kommentierten „nur der kann es!“, die werden schreiben, sprechen, kommentieren: „Der konnte es nicht, war der falsche Mann“. Und er wird wieder zu Hause sein, sich die Wunden lecken und auf die Einladungen warten. Vielleicht geht er noch selber als Gewitter in die Medien, beschimpft diese und seine Partei, klagt über Dolchstöße, Unfairness gegen und Hängenlassen des Kandidaten. Vielleicht werden sie es noch schreiben, in Filmchen zeigen, kommentieren, vielleicht mit ein wenig schlechtem Gewissen aber dann steht schon wieder Weihnachten vor der Tür und es warten andere Geschenke auf sie.
Nein, mein Kandidat ist mein Kandidat nicht, weil ich genau das vorher gesehen habe, mir gar nichts anderes vorstellen konnte, wenn ich ihm auch gewünscht hätte, und mir und meiner Partei, er möge es schaffen, sich anders zeigen, umkrempeln sich selber, bevor er es mit dem Land versucht, ja gehofft hatte ich. Blieb mir ja auch nichts anderes übrig.
Ich bin jetzt auch nicht enttäuscht von ihm. Er kann ja nicht wirklich was dafür. Er ist wie er ist, mein Kandidat und die Medienmenschen sind wie sie sind und die Mächtigen, die das Schauspiel mit bezahlen und arrangieren und vielleicht auch mal dirigieren sind auch wie sie sind und nichts ist überraschend oder sonderlich ausgefallen. Eben nur dumm gelaufen und der Zufall lacht sich kaputt über unsere Naivität an ihn zu glauben.

 

 

ANTIFASCHISTISCHE DEMONSTRATION ANLÄSSLICH DES „NSU-PROZESS“ IN MÜNCHEN
nsuprozess.blogsport.de
Wie das Münchner aida-Archiv meldet, planen Neonazis aus dem Spektrum des „Freien Netz Süd“ (FNS) am kommenden Samstag, den 30.03.2013 von 16 bis 18 Uhr eine Kundgebung in München, wie zeitgleich in vielen anderen bayrischen Städten. Wir rufen

 

Antifa-Logo

 

Refugees Welcome

 

 

 "Wenn sie eine symbolische Besitzerschaft mit den Konzernen haben, was wahrscheinlich der Fall sein wird, dann nennt man das Faschismus."    - Ron Paul -
Hitler konnte seine Vernichtungskriege im weitgehenden Einvernehmen oder zumindest mit Duldung beider christlicher Konfessionen durchführen.

 Ist unser moralisches Gewissen bei alldem eine Hilfe?Sophie Scholl, Dietrich von Bonhoeffer, Graf Stauffenberg, sie haben sich aus Gewissensgründen der Nazi-Ideologie verweigert. Auch in Russland gab es solche Märtyrer unter Stalin und in Kambodscha unter Pol Pot. Gut, das es sie gab. Aber das Gewissen ist so eine Sache: Den einen sagt es dies, den anderen das. Hatten denn in Deutschland zur Nazizeit nur einige der Pfarrer und Bischöfe ein Gewissen? Manche von ihnen unterstützten Hitlers Rassismus mit Begeisterung, ging hier doch endlich jemand mit Tatkraft gegen die Juden vor! Anderen war das Nazitum peinlich, viele schwiegen, nur wenige wagten ein gewisses Maß an Widerstand. Einen Aufstand gab es nicht. Hätte nicht das ganze christliche Deutschland, das sich einer Religion der Nächstenliebe verpflichtet glaubt, gegen die Naziideologie aufbegehren müssen? Alles verpufft, die ganze Liebe des Heilands umsonst. Rassismus und Arroganz waren stärker als alle Moral, die vermeintlich Schwachen (Juden, Zigeuner, Behinderte) wurden vernichtet. (Quelle - Wolf Schneider - Connection Magazin 12/08/09)

Ich persönlich denke, daß die Möglichkeit des Entstehens von Faschismus bestimmt auch etwas mit der Passivität und der  Ignoranz vieler meiner Mitmenschen zu tun hat. Der Versuch der Moderne vom Leben nur das Positive zu erwarten ist gefährlich. Heutzutage haben die meisten schon Scheuklappen auf und sehen Negatives absichtlich nicht mehr. Kapitalismus trägt sicher den Keim des Faschismus in sich. Alles der Obrigkeit, den korrupten Parlamentariern, den Konzernherren, der Oligarchie usw. regeln zu lassen...und ansonsten als Bürger stur seinen eigenen Erfolg anzustreben ist im Grunde schon faschistisch! (Gerold Flock)

 

 

 Martin Luther King:

Brief an einen antizionistischen Freund

 

"... Du erklärst, mein Freund, dass Du kein Judenhasser, sondern bloß "Antizionist" bist. Und ich sage, lasse die Wahrheit von hohen Berggipfeln erklingen, lasse sie in allen Tälern der grünen Erde Gottes wiederhallen: Wenn Menschen Zionismus kritisieren, meinen sie Juden – dies ist Gottes eigene Wahrheit.

Antisemitismus, der Hass auf das jüdische Volk, war und bleibt ein dunkler Fleck auf der Seele der Menschheit. In dieser Hinsicht sind wir einer Meinung. Und Du sollst wissen: Antizionismus ist dem Wesen nach antisemitisch und wird es immer sein.

Warum? Du weißt, dass Zionismus nichts Geringeres, als der Traum und das Ideal des in sein eigenes Land zurückkehrenden jüdischen Volkes ist. Das jüdische Volk, lehrt uns die Heilige Schrift, lebte einst glücklich in einem blühenden Staat im Heiligen Land. Von dort ist es von Römischen Tyrannen vertrieben worden, von den gleichen Römern, die Unseren Herrn grausam ermordet haben. Vertrieben aus seiner Heimat, sein Land in Schutt und Asche gelegt, gezwungen, durch die ganze Welt zu wandern, litt das jüdische Volk unter der Knute jeden Tyrannen, der gerade über es herrschte.

Das Volk der Schwarzen, mein Freund, weiß, was es bedeutet, die Qualen der Tyrannei von Herrschern, die wir nicht gewählt haben, zu ertragen. Unsere Brüder in Afrika haben um die Anerkennung und Verwirklichung unseren natürlichen Rechts, in Frieden unter unserer eigenen Souveränität in unserem eigenen Lande zu leben, gefleht, um sie gebeten, sie gefordert – nach ihr VERLANGT.

Wie einfach sollte es doch jedem, der dieses unveräußerliche Recht aller Menschen schätzt, fallen, das Recht des jüdischen Volkes, in seinem alten Land Israel zu leben, zu verstehen und zu unterstützen. Alle wohlwollenden Menschen jubeln über die Verwirklichung des Versprechen Gottes, Sein Volk in Freude zurückkehren zu lassen, um sein geplündertes Land wiederaufzubauen. Dies ist Zionismus, nicht mehr und nicht weniger.

Und was ist Antizionismus? Die Verweigerung dem jüdischen Volke eines Grundrechts, das wir mit Recht für die Völker Afrikas verlangen und allen anderen Völkern der Welt zugestehen. Die Diskriminierung von Juden, mein Freund, weil sie Juden sind. Kurz gesagt, es ist Antisemitismus.

Der Antisemit freut sich über jede Gelegenheit, seiner Bosheit freien Lauf zu lassen. In der westlichen Welt ist es mit der Zeit aus der Mode gekommen, sich zum Hass auf Juden offen zu bekennen. Der Antisemit muss deshalb ständig nach neuen Formen und Zuhörerschaften für sein Gift suchen. Wie sehr er diese neuen Maskerade genießt! Er hasst keine Juden, er ist bloß "Antizionist"!

Mein Freund, ich beschuldige Dich nicht des absichtlichen Antisemitismus. Ich weiß, dass Du, genau so wie ich, eine aufrichtige Liebe für Wahrheit und Gerechtigkeit und eine Abscheu gegen Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung empfindest. Aber ich weiß, dass Du – wie manche andere – in Deinem Glauben, zugleich "Antizionist" sein und den Grundsätzen, die Du und ich teilen, treu bleiben zu können, fehlgeleitet bist. Lass meine Worte in den Tiefen Deiner Seele wiederhallen: Wenn die Menschen Zionismus kritisieren, meinen sie Juden – Du sollst hier keinen Fehler machen."

 

(Quelle: www.projectonesoul.com/durban_king.htm , Nach: M.L. King Jr., "Letter to an Anti-Zionist Friend", Saturday Review XLVII (Aug. 1967), p. 76. Nachgedruckt in: M.L. King Jr., This I Believe: Selections from the Writings of Dr. Martin Luther King Jr. (New York, 1971), pp. 234-235.)

 

[http://www.judentum.net/usa/king.htm]

 

 

 

Der Rechtspopulismus des J?rgen Elsässer
www.trend.infopartisan.net
Seit 2009 gibt es die Volksinitiative gegen das Finanzkapital“.Boss dieser Vereinigung ist der umtriebige ex- Linke Jürgen Elsässer. Elsässer war einst Mitglied im „ Kommunistischen Bund“, um Anfang der neunziger Jahre zum Chefideologen der „Antideutschen“ zu ...
 
 
 
Karl Albrecht Schachtschneider – Psiram
psiram.com
Karl Albrecht Schachtschneider(geb. 11. Juli 1940, Hütten bei Gellin), emeritierter Professor für Öffentliches Recht an der Rechts- und