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Theorien zum Thema Geld

 
Auf der Suche nach dem verborgenen Selbst
(Michael Danner)
Mit der Verallgemeinerung der Geldbeziehungen,
der kapitalistischen Ökonomie lösen die Subjekte
sich immer stärker aus ihren natürlichen und
geschichtlich gewordenen sozialen Zusammenhängen
heraus, vereinzeln sich zu privaten, autonomen
Marktsubjekten und indem sie, jeder für sich,
gleichgültig gegen alle anderen in allseitger
Konkurrenz ihrem privaten Interesse des Gelder-
werbs nachgehen, geraten sie immer tiefer in die
Fesseln eines ihnen allen entgegengesetzen gesell-
schaftlichen Funktionszusammenhangs.
Die Individuen werden in der Reproduktion ihrer
natürlichen und sozialen Existenz, in ihrem Zusammen-
hang mit den Anderen immer abhängiger von der Ver-
mittlung durch das Geld.
Nur noch die Luft zum Atmen steht den Individuen un-
mittelbar zur Verfügung, fast alles andere, das für
die Erhaltung der eigenen Physis, für den Stoffwechsel
mit der äußeren Natur notwendig ist ist, wie auch die
Aufrechterhaltung der mitmenschlichen Existenz, der
sozialen Beziehungen erfordern einen immer dichteren
Zahlungsverkehr, die Zirkulation von Geld.
Diese wechselseitige Abhängigkeit ausgedrückt in der
beständigen Notwendigkeit des Austauschs und in dem
Tauschwert als allseitigem Vermittler.
Die Ökonomen drücken das so aus:
Jeder verfolgt sein Privatinteresse und nur sein Pri-
vatinteresse; und dient dadurch, ohne es zu wollen
und zu wissen, den Privatinteressen aller, den all-
gemeinen Interessen (dies ist der ideologische Schein,
mit dem die gesellschaftliche Wirklichkeit verhüllt
wird;)
Lüftet man jedoch diesen harmonistischen Schleier,
zeigt sich, dass "vielmehr eine allgemeine Negation
aus diesem bellum contra omnes resultiert", dass
"jeder wechselseitig die Geltendmachung des Interesses
der anderen hemmt".
Die vereinzelten, gegeneinander gleichgültigen, monadisch
in sich eingeschlossenen Subjekte wähnen sich dabei in
der Gewissheit, sie würden durch die erfolgreiche An-
eignung "der gesellschaftlichen Macht", also des Geldes
ihr besonderes Ich, ihre einzelne Indivdiualität gegen-
über den anderen geltend machen, verwirklichen; sie wie-
gen sich in der Illusion ihrer eigenen Einzigartigkeit
und individuellen Freiheit;
so erscheint  ihnen dies, und dieser Schein wird kräftig
geschürt, dahinter bleibt ihnen jedoch verborgen, dass
sie mit der "gesellschaftlichen Macht", die sie in Form
des Geldes "in der Tasche mit sich" tragen, ihre wirk-
liche Individualität und Freiheit immer stärker allsei-
tig negieren, den gesellschaftlichen Funktionszusammen-
hang, die Vermittlungen immer mehr bis tief in die Kapil-
laren ihrer Seele, ihrer Wahrnehmungen und Empfindungen,
ihrer Gedanken, kurz:
ihres Bewußtseins verinnerlichen und sich selbst zu Funk-
tionsträgern, zu Objekten eines außer ihnen existierenden
Zwangszusammenhangs herabwürdigen.
Sie sehen nicht. dass sie diesen gesellschaftlichen Zusam-
menhang in sich selbst zum beherrschenden Moment ihres
Fühlens, Denkens und Handelns ausbilden, in ihrem Bewusst-
sein stellt sich die Wirklichkeit so dar, als würde der
gesellschaftliche Zusammenhang unabhängig von ihnen, unab-
hängig von ihrem Denken und Handeln existieren und ihre
Anpassung bzw. Selbstunterwerfung erscheint ihnen als Ver-
wirklichung ihrer indivdiuellen Freiheit, als gelungene
Biografiegestaltung als Stärkung ihres narzisstischen Ichs.
Je mehr sie sich innerlich zu Funktionsträgern erniedrigen,
desto selbtverliebter wiegen sie sich in der Illusion ei-
nes mächtigen, unvergleichlichen Ichs.
MICHAEL DANNER
Aus dem Buch Selbstorganisation...
Transformationsprozesse von Arbeit und sozialem Widerstand
im neoliberalen Kapitalismus.
Seite 99-100
Über den Autor:
Michael Danner hat Ökonomie in München und Bremen studiert.
Von 2000 bis 2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni-
versität Bremen, zurzeit wissenschaflticher Mitarbeiter bei
SEARI, gefördert durch den Europäischen Sozialfond.
Er forscht und schreibt über den Zusammenhang von Ökonomie
und Wissenschaft, außerdem arbeitet er an einer Hermeneutik
des individuellen Bewußtseins und neurologischer Erkrankungen.

 

Bedingungsloses Grundeinkommen – Mut zur Transformation

mutzurtransformation.com/
Im Sommer 2014 erscheint das Heft: Das Thema ist komplex und dennoch ist der Grundgedanke simpel: Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle.

 

Sacred Economics (Deutsch) – Einleitung | Sacred ...

sacred-economics.com/read-online/sacred-economics-deutsch-einleitung/
“Die Heilige Ökonomie” beschreibt dieses neue Geld und die damit ..... Ökonomie der Verbundenheit Wie das ... 2011 Sacred Economics | Charles Eisenstein

 Geld der Schlüssel für die Erfüllung aller Bedürfnisse und Sehnsüchte?
Geld das universelle Mittel, wird zu einem universellen Ziel.
Genauso wie das Paradies, der technologischen Utopien, oder der
Endsieg im Kampf gegen das Böse wird Geld zu einem Gott,
der unersättliche Opfer fordert.
Auf der Jagd nach Geld geraten all die kleinen oder nicht-quanti-
fizierbaren Handlungen und Beziehungen, die das Leben wahrhaft
reich machen, aus dem Blickfeld, weil sie in Zahlen nicht auszu-
drücken sind.
Wenn Geld das Ziel ist, kommt alles unter die Räder, was nicht
in Geldbegriffe übersetzt werden kann.
Ähnliches bewirkt der Krieg, natürlich, oder jede andere Kampagne,
bei der es um ein großes einheitliches Ziel geht. Charles Eisenenstein - Aus dem Buch: - Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich.

Charles Eisenstein: Geld & Zeitenwende - YouTube

► 25:18► 25:18
www.youtube.com/watch?v=5AZzBM8FVqo
15.01.2012 - Hochgeladen von matrixwissen .
In diesem Vortrag spricht Autor Charles Eisenstein über Aspekte von Geld, die den meisten Menschen ...
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ESM-Diktatur: Die Republik verteidigen. Das ist unsere Aufgabe.


>>Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem ESM-Urteil heute die letzten Zweifel beseitigt: Der Putsch der Nomenklatura gegen das eigene Volk, gegen den eigenen Staat hat innerhalb der Nomenklatura keine Opposition.


Die Begrenzung der ESM-Haftung auf 190 Mrd. Euro ist soviel wert, wie das No-Bailout-Gebot unter den Eurozonen-Staaten oder das Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB: Nichts. Die angebliche Begrenzung auf 190 Mrd. ist erstens unmittelbar irrelevant (denn die 190 Mrd. kann man ja erst mal verpulvern) und zweitens nur das Opium fürs Volk, damit dieses nicht auf die Barrikaden geht (Frage am Rande: Mit wieviel Mrd. fing das noch mal in Griechenland an? Einmalig und nie wieder? 10, 15 Mrd.? Wo stehen wir heute?)


Das BVerfG hat die Struktur eines diktatorischen Gouverneursrats als grundgesetzkonform erklärt – das ist das Entscheidende, das ist, was nie hätte passieren dürfen. ...

 

(...)Wer angesichts dieser Lage den Widerstand aufgibt, den kann man verstehen. Was da auf uns, den demokratischen Widerstand zukommt, macht Angst.


Doch wir können, wenn wir die Kraft dazu finden, unsere Angst in Stärke wandeln. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, was die Situation ist, und zugleich wissen, was richtig ist und wofür wir stehen, dann können wir bestehen:


Wir müssen der zunehmenden Gewalt unsere zunehmende Friedfertigkeit entgegensetzen.


Wir müssen der zunehmenden Rechtsbeugung unser zunehmendes Verlangen nach Recht entgegensetzen.


Wir müssen der zunehmenden Unmenschlichkeit unsere zunehmende Mitmenschlichkeit entgegensetzen.


Wir müssen der zunehmenden Enteignung und Schuldversklavung unseren zunehmenden Respekt für die Arbeitsleistung und das Vermögen anderer entgegensetzen.


Und vor allem:


Wir müssen der zunehmenden Entdemokratisierung unser zunehmendes Verlangen nach direkter Demokratie entgegensetzen.


Und wir sagen hier ganz klar: Wer in dieser Phase daran denkt, mit Gewalt gegen die Diktatur vorzugehen, schadet dem Widerstand, schadet der Demokratie, schadet der Republik und fördert die Diktatur der Euro-Wahnsinnigen. Der Weg des Widerstands ist der Weg der Demokratie, des friedlichen Protests, des Verlangens nach Mitmenschlichkeit. So, und nur so, werden wir die Diktatur überwinden.<<


* komplett -> http://eurodemostuttgart.wordpress.com/2012/09/12/die-republik-verteidigen-das-ist-unsere-aufgabe/

 

 

 Hier gleich ein Link:

  • Vermögensverteilung in Deutschland

Mitmachen


Quelle: Vermögensteuer jetzt!

 

 

 "Es gibt keinen heimtückischeren und sichereren Weg, das Fundament der Gesellschaft zu zerstören, als ihre Währungen zu entwerten", schreibt George Orwell in "1984" und genau das ist es, was unser modernes Geldsystem durch Zinsen und Inflation bewirkt.

 

 Thema Grundeinkommen: - Grundeinkommen? Ich als Anarchist würde da noch extremere Forderungen an den gierigen Reichtum stellen. Ich will meine Bodenrente! - Bodenrente? - Yes! Wie die Luft zum Atmen, steht doch in Wirklichkeit jedem Erdenbürger & Mitmenschen sein rechtmäßiger und gleicher Bodenanteil zu. Da man nicht jedem Menschen rein flächenmäßig seinen Boden zuteilen könnte, fordere ich vom skrupellosen Reichtum und seinen Handlangern, unseren verantwortlichen Politikern/innen meinen Bodenanteil in Form einer Bodenrente zurück!
Freiheit - Gleichheit - Grundeinkommen » Netzwerk Grundeinkommen
Grundsätzliches, Aktuelles, Politisches zum Bedingungslosen Grundeinkommen. Netzwerk Grundeinkommen – nationaler Zweig des Basic Income Earth Network BIEN.
www.grundeinkommen.de/

 

 

 INWO.de :: Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung e. V.

Die INWO organisiert Tagungen und Seminare, fördert die Forschung und Erwachsenen- und Jugendbildung und publiziert auf dem Gebiet Wirtschaft und Bodenrecht ...

www.inwo.de/

 

 

 

  Wir können die Probleme nicht mit den Denkmustern lösen, die zu Ihnen geführt haben." (Albert Einstein)

 

 

 Wie eine Spinne webt das Geld das gesellschaftliche Leben und Netz. Und wo die klebrigen Fäden ausliegen, wird alles äußerlich

und gleichgültig. Statt einfach nur ein zweckdienliches Mittel zu


sein, gewinnt das Geld eine seltsame Macht über uns. Indem wir nach dem Geld streben, wie nach kaum etwas anderen, verlieren wir den Sinn für die feinen sozialen Unterschiede, die individuellen Qualitäten, für das Seltene und Flüchtige, für den Moment, für die Nähe usw.

Das Leben erscheint völlig versachlicht so sehr, daß alles außer dem Geld an Bedeutung verliert. Wo das Geld die Unterschiede einebnet, werden alle Menschen Brüder im Kommerz.

Sie werden sich ähnlicher und charakterlos.

Je charakterloser die Gesellschaft durch das Geld, umso leichter kommen die Menschen miteinander klar. Das Geld hat die Menschen gleichgeschaltet. Aber sie zahlen einen hohen sozialen Preis dafür.

Mein Leben ist umzingelt von Dingen, die mir eigentlich fremd sind.

Die Psychen der modernen Menschen sind angefüllt mit symbolischen Werten.

Materielle Symbole.(Handys, Autos, Schmuck, Statussymbole)

Es gibt kaum andere Werte als Geld und Ware.

Selbst Liebesbeziehungen definieren sich meistens über Gespräche über Kredite, Schulden und Geld.

Die Bedeutung der Gefühle im öffentlichen Leben schwindet immer mehr. Was für mich persönlich zählt, ist fast nur noch was in der Gesellschaft allgemein zählt. - und das bemisst sich am Geldwert.

Georg Simmel

 

Eine bedeutende Organisation, die zu einem zentralen Thema A sagt, aber sich standhaft weigert B zu tun, ist die Kirche. Das Zinsverbot der Bibel gilt, aber sowohl die katholische , als auch die evangelische Kirche haben keine Hemmungen, ihr Geld zinsbringend anzulegen & damit von der weiteren Umverteilung von arm zu reich zu profitieren. Und nicht nur das: Sie weigern sich sogar, ihre Gelder bei weniger profitorientierten Banken zu deponieren.

Die Kirchen sind sich der Mittäterschaft sehr wohl bewußt, der Kontrast zwischen Wort & Tat ist aber extrem krass.

Heutzutage ist der Mammonismus die stärkste Form des Götzendienstes, das blinde Vertrauen in das Geld als jener Macht, die uns gutes Leben, Sicherheit, Erfolg & Status verleiht, eine Macht in der sich all unsere Wünsche verdichten & uns geradezu religiöse Kraft gibt.

Warum liest man nie von kriminellen Gewinnen?

Wenn es darum geht, den Tanz um das goldene Kalb, wenigstens in der Kirche zu unterbinden, den Verkaufsstand mitten im Kirchenraum aufzuheben, oder die Pensionskassengelder anders anzulegen, lehnt die scheinheilige Kirche das ab.

Die Kirche sollte stattdessen zum Bekennen Ihrer eigenen Sünden und Schuld aufrufen!

Anstatt nur Anträge zu schreiben, zu stellen & zu diskutieren & scheinheilig von der Kanzel herab zu predigen, sollte die Kirchenväter selbst mit der Tempelreinigung endlich beginnen! - Sie geht auf die biblische Episode zurück, nach der Jesus die Händler & Geldwechsler, aus dem Tempel in Jerusalem vertrieb.

Bei einer Tempelreinigung der neuen Art steht ein Banker während des Gottesdienstes auf & fordert im Mittelgang schweigend aber hartnäckig von einem Bettler seinen Tribut. Dann erscheint Jesus & vertreibt den Banker in langsamen Bewegungen aus der Kirche. Unterwegs verliert der Banker sein Geld, über die die Kirchgänger am Ende des Gottesdienstes schreiten müssen:

So könnte ein Gottesdienst heute aussehen, stattdessen wird weiter antiker, unzeitgemäßer Kram gepredigt!

Quelle: Zeitpunkt-Magazin (Etwas gekürzt.)

 

 

 

 


 Polizeigewalt in Stuttgart!
Die Kritik an der Polizeigewalt im Rahmen der Stuttgart 21-Proteste ist groß. Jetzt übten auch Polizisten
im Hamburger Abendblatt Kritik an ihren KollegInnen. So wird ein Polizeikommisar aus Mannheim
zitiert, man habe in Stuttgart "ein Exempel statuiert, Macht demonstriert, ganz sicher auch schon mit
Blick auf den nächsten Castor-Transport". Ein Einsatzpolizist bestätigte zudem die Annahme, es habe
ein gezielter Einsatz von Provokateuren stattgefunden: "Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos
verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren,
unter die Demonstranten schleusen", wird der Polizist zitiert. "Sie werfen auf Befehl Steine oder
Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann. (www.fau.org)

 

 Reiche zahlen keine Steuern. Das bischen Geld, dass sie mehr oder weniger freiwillig dem Finanzamt zukommen lassen, kann vernachlässigt werden. Mal ganz abgesehen von den unzähligen Milliarden, die ihnen der Staat nach einer "Finanzkrise" in den A., in die Tasche schiebt.
Arme zahlen hauptsächlich indirekte Steuern.
Reiche zahlen keine Steuern.
Wer zahlt eigentlich Steuern?
Der Depp. Der gutmütige Depp, der noch an den Wert einer Gemeinschaft glaubt, und sich seiner Verpflichtung nicht entziehen will. Der zahlt Steuern.
Der Depp ist meist bürgerlich.
Der Depp wählt CDU/CSU/Grüne/SPD, weniger FDP, kaum PDS.
Der Depp demonstriert gegen Stuttgart 21.
Der Depp unterstützt alternative Energien.
Der Depp liebt Natur.
Der Depp weiß, dass der Klimawandel durch Menschen verursacht wird.
Der Depp arbeitet fleißig.
Der Depp zieht oft Kinder groß.
Der Depp ist Demokrat.
...
Ein Depp wie du und ich.
Einer muss den Staat ja tragen. (Quelle - Der Freitag)

 

 „Das Problem scheint mir partiell darin zu liegen, das in einer modernen kapitalistischen Gesellschaft für die Beschäftigung der Menschen ja nicht wirklich gesorgt wird, sondern das Beschäftigung nur ein zufälliges Produkt der Profitinteressen einzelner großer Konzerne ist.
Es gibt von Seiten der Konzerne keine Form von Ausgleich dafür, so das also vom Steuerzahler, - und der Steuerzahler ist eben im wesentlichen nicht die kleine Gruppe der Konzerne, sondern die große Menge der erwerbstätigen Bevölkerung – das vom Steuerzahler die Sozialleistungen aufgebracht werden müssen, damit nicht ein immer größer werdender Teil der Gesamtbevölkerung durchs soziale Netz fällt und völlig pauperisiert.“

(Hans G. Helms, Autor und Sozial Wissenschaftler, 1992)

 
 

 

 "Lebt in vollen Zügen. Feiert. Lasst es krachen. Ignoriert alle Vorsorge- und Anlage-Angebote!"

 


Diese Kolumne wendet sich speziell an jüngere Leser. Was ist die beste Altersvorsorge? Diese Frage geht jeden jungen Menschen an. Ich bin der Einzige, der euch diese Frage wirklich ehrlich beantwortet.

Als ich selber jung war, schrieben die Zeitungen das Gleiche wie heute, die Politiker sagten auch schon das Gleiche: »Man muss vorsorgen! Die staatliche Rente reicht nicht!« Ich schloss also eine Zusatzversicherung ab. Jeden Monat floss Geld in die Versicherung. Ich habe getan, was die Politiker verlangten. Ich dachte: »Wenn ich gaga werde und nicht mehr schreiben kann – kein Problem.« In jedem Jahr schickte die Versicherung einen Brief, in dem stand, wie viel Geld ich eines Tages bekommen würde. Das war ein total schöner Brief jedes Jahr.

Auf einer Party traf ich unlängst einen Herrn, der gerade in den Ruhestand gegangen war. Er hatte die gleiche Versicherung. Er sagte: »Die Summe, die in dem Brief steht, können Sie vergessen.« Es würde ein Haufen Krankenkassenbeiträge von der Summe abgezogen werden. Ich fragte, wieso, ich zahle doch jeden Monat für die Krankenkasse, von dem Rest, der übrig ist, spare ich was fürs Alter – wo ist da die Logik? Der Herr sagte, es sei nicht logisch, es hänge damit zusammen, dass der Staat Geld brauche. Bei seiner Suche nach Geld habe der Staat festgestellt, dass einige Menschen, auf Anraten des Staates, für ihr Alter etwas gespart hätten. Davon würde er sich jetzt ein Stück abschneiden. Ich sagte: »Als ich den Vertrag abgeschlossen habe, hat keiner was davon erzählt.« Der Herr sagte: »Klar. Das haben die ja erst kürzlich eingeführt.« Ich sagte, man kann doch in einem laufenden Vertrag während der Laufzeit nicht die Spielregeln ändern, das ist sittenwidrig. Der Staat aber ist in seiner Geldnot so verzweifelt, dass er auf Sitten keine Rücksicht nehmen kann.

Wenn ich die Summe verjubelt oder versteckt hätte, statt vorzusorgen, wäre nichts abgezogen worden. Versteht ihr? Es ist Betrug. Hinter dem ganzen Vorsorge-Gerede steckt ein gigantischer Betrug. Sie wollen, dass wir unser Geld irgendwohin bringen, wo sie es unter Kontrolle haben, dort nehmen sie es uns dann ab. Riester, Rürup, Lebensversicherung, daran verdienen die Versicherungen und der Staat, für dich selbst, mein Freund, bleibt fast nichts übrig.

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Hier mein Rat an die Jugend.

Lebt in vollen Zügen. Feiert. Lasst es krachen. Ignoriert – das ist das Wichtigste! – alle Vorsorge- und Anlage-Angebote. Eine überdurchschnittliche Rente wird euch sowieso weggenommen, in 30 Jahren wird der Staat noch viel klammer sein als heute. Verlasst euch auf die staatliche Grundsicherung. Wenn ihr im Alter nichts habt, radikal nichts, seid endlich mal ihr auf der Gewinnerseite – der Staat gibt euch was! Kauft rechtzeitig alle Sachen, die ihr im Alter brauchen könnt und die haltbar sind, Kleidung, Möbel, Weinkeller, Cognac, Bücher, Musikanlage, das werden sie euch nicht wegnehmen, weil der Verwaltungsaufwand zu groß ist. Besorgt euch zum Obst- und Gemüseanbau einen Garten, und zwar über einen Strohmann, sonst wird das Obst von der Grundsicherung abgezogen. Spart heimlich Geld, tut es ins Kopfkissen. Dort kriegt ihr zwar keine Zinsen, aber es wird nicht versteuert, keinerlei Abzüge, glaubt mir, at the end of the day fahrt ihr mit einem Kopfkissen besser als mit Banken und Versicherungen. Ich habe gelesen, dass allein im letzten Jahr 20 Prozent der Berufstätigen ihre Vorsorge reduziert oder gekündigt haben, es werden immer mehr. Es ist eine Massenbewegung. (Quelle - Martenstein-Zeitmagazin)

 

 

Das ist meiner Meinung nach ein Gesellschaftsproblem, das offensichtlich auch ein Zeitproblem ist. - Wie sollen Menschen die schon extrem "System- ablehnende! Meinungen entwicklelt haben politisch Gleichgesinnte, vor allem in kleineren Städten finden? - In Großstädten mag es vielleicht schon Anlaufstellen und Treffpunkte für Anarchisten, Autonome, Alternative, Kulturkreative und Andersdenkende bzw. Anderslebende geben. Meine Mitmenschen sind wegen der wenigen Zeit, die Ihnen das kapitalistische, neoliberale System lässt, offensichtlich kaum in der Lage sich zu Organisieren. Erstens werden sie von der Regierungs- und Medienmaschine zu funktionierenden Automaten und Ja-Sagern gehirngewaschen, die Wenigen, die sich dann tatsächlich noch dem System entgegenstellen, sind dann teilweise so verstreut, daß nur das Internet bleibt. Und überhaupt es fehlen öffentliche, konsumfreie, autonome Zonen, wo sich Menschen begegnen und austauschen können, ohne Konsumieren zu müssen. Konsumfreie Zonen wo ein Miteinander stattfinden kann, ohne Zwänge!
 



Reichtum

Wenn du dich heute richtig reich fühlen möchtest,

dann zähle all das zusammen, was sich für Geld nicht kaufen lässt.

unbekannter Verfasser

 

 

Die glänzenden Erfolge der staatlichen Erziehung des deutschen Volkes

Das deutsche Volk, so wie es heute dasteht, ist in der Staatskirche, Staatsschule, Staatsuniversität – lauter Vorschulen der Kaserne – dressiert worden. Alles, was wir heute an diesem deutschen Volk bewundern können, muss als ein Erzeugnis der staatlichen Erziehungskunst angesehen werden. Und zu bewundern finden wir gar Vieles. Die Unterwürfigkeit gegenüber den Vorgesetzten, das entsprechend barsche Benehmen gegenüber den Untergebenen, der Kadavergehorsam, die Disziplin, der Korpsgeist, der Parteigeist, die Standesehe, die erstaunliche Einseitigkeit und Phantasielosigkeit (Produkt der einheitlichen Schule), die Lasterhaftigkeit, die aus der Phantasielosigkeit erwächst, die erschreckende Bedürfnislosigkeit in wissenschaftlicher Beziehung, der hierzu gehörende Autoritätsglaube, der Mangel an Individualität, die Heuchelei, die ungeheure Feigheit des Individuums, über die schon Bismarck klagte und die nur durch den Heldenmut übertroffen wird, womit wir stets von den Spitzen unserer Behörden auf die phänomenalen Erfolge der militärischen Erziehung hingewiesen werden. (Das hier Gesagte gilt natürlich für alle Völker, die den Staatskultus betreiben.)

In welche Gefahr ein Volk geraten kann, wenn es systematisch zur Heuchelei, Ehrlosigkeit, Feigheit, mit anderen Worten zum Autoritätsglauben erzogen wird, das haben uns die Katastrophe von 1914 und die Inflation gezeigt. Von den 100 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, die bis dahin die Internationale verherrlicht hatten, muckte nur Karl Liebknecht, von den 10 Millionen Mann, die ausgehoben und in den sicheren Tod getrieben wurden, wagte nicht einer die Frage zu stellen, welchen Sinn dieser Krieg denn habe, und kaum ein paar Dutzend von den 10.000.000 Mann wagten es, getreu ihrer christlichen Einstellung, dem Hauptmann die Mordwerkzeuge vor die Füße zu werfen. Zehn Millionen Mann waren in den Staatskirchen von Staatspfaffen in die Lehre des Christentums eingeweiht worden, 10 Millionen Mann nannten sich öffentlich Christen, bezahlten sogar dafür, 10 Millionen Mann gaben 1914 zu erkennen, dass sie ihr Leben lang geheuchelt hatten. Ehrlos, feige, gemein.

Zu einem albanischen Regiment, das von einem preußischen Hauptmann dressiert werden sollte und aus lauter Analphabeten bestand, schlug einer aus der Reihe den Hauptmann, der ihn etwas unsanft berührt hatte, gleich vor versammelter Mannschaft nieder. Wenn wir in unseren 3000 Regimenten nur je einen solchen Kerl gehabt hätten, der Krieg wäre an der Empörung der Regimenter gleich von Anfang an zusammengebrochen.

Das deutsche Volk ist in die unsägliche Schmach gestürzt worden, weil die staatliche Erziehung den Typus des selbständig denkenden Menschen ausgerottet hat, statt ihn zu fördern. Es wird wohl kaum jemand in der Welt behaupten, dass das deutsche Volk unfähig sei, diesen Typus in der für die Sicherheit des Volkes nötigen Anzahl zu zeugen und zu gebären. Daran liegt es gewiss nicht. Aber die, die geboren werden, werden frühzeitig gekrümmt, nach dem Grundsatz: „Was ein Häkchen werden soll, krümme man beizeiten.“ Und die wenigen, die dann solchen pädagogischen Kunststücken entgehen, wandern als Anarchisten ins Gefängnis oder fliehen, angeekelt, ins Ausland. Und wenn es dann, wie 1914, zum Klappen kommt, dann folgt das Volk blindlings irgendeinem Narren, den die Gnade Gottes an die Spitze gestellt hat. Zwei Millionen Tote allein in Deutschland, 4 Millionen Verwundete, 132 Milliarden Goldmark an Reparationen, Zertrümmerung des wirtschaftlichen Apparates, allgemeine Verarmung, das sind die Erfolge der staatlichen Erziehungskunst, die das Individuum tötet und nichts anderes übrig lässt als Masse, Masse im Reichstag, Masse im Beamtenapparat, Masse bei den Richtern, Masse bei den Wissenschaftlern, Künstlern, Lehrern, Pfaffen, Masse, Masse.

„An den Früchten werdet ihr sie erkennen!“ Wie war es mit der Inflation? Hier treten die glänzenden Erfolge des staatlichen Bildungsmonopols ins volle Sonnenlicht. War es im Heerwesen individuelle Feigheit, die uns ins Unglück stürzte, so handelt es sich hier direkt um Massenblödsinn, Stumpfsinn, unglaubliche Gefühlsrohheit, Gedankenlosigkeit, Hilflosigkeit. Wie eine Herde Schafe, der der Wolf den Leithammel gewürgt hat, und die nun nicht mehr den Weg zum Stall findet, so benahm sich das auf den Staatsinstituten dressierte deutsche Volk. Jeder sah, dass die deutsche Währung von Narren geführt wurde, und wer es nicht sah, der spürte es wenigstens. Und trotzdem duldete das Volk zehn volle Jahre die Luderwirtschaft, ließ sich die Spargelder eskamotieren und unterwarf sich, ohne zu murren, den blödsinnigen wirtschaftlichen Verordnungen. … Alle erwarten von „Oben“ die Rettungsaktion. Der Autoritätsglaube saß so tief verankert, dass jeder ausgelacht wurde, der es versuchte, dem Volk Verständnis für die Währungsfrage beizubringen. Dafür seien ja die Herren Professoren an den Universitäten da! Wenn diese schwiegen, so sei dies der beste Beweis, dass alles in Ordnung sei in der Verwaltung unseres Geldwesens. Der Bürgersmann, der Arbeiter, der Demokrat, der Sozialdemokrat sei da für die Arbeit. Man könne von ihm nicht verlangen, dass er es besser wisse als die von ihm bestellten und bezahlten Behörden.

Unausrottbarer Autoritätsglaube. Noch heute erwartet das Volk alles Heil von der „Regierung“. Es lehnt es glatt ab, durch Studium der öffentlichen Angelegenheiten eine Kontrolle über die öffentlichen Angelegenheiten auszuüben. Schacht (Anmerkung: Hjalmar Schacht, von 1923 bis 1930 und 1933 bis 1939 deutscher Reichsbankpräsident und von 1934 bis 1937 Reichswirtschaftsminister) z. B. macht, was er will. Er treibt Tausende und Tausende von Kaufleuten in den Bankrott, er liefert bewusst zwei Millionen Mann dem Elend der Arbeitslosigkeit aus, er lässt das Volk völlig im Unklaren über seine künftige Politik. Macht nichts. Man gehorcht, keiner muckt. Wie auf dem Kasernenhof. Die staatlichen Erziehungsinstitute haben dafür gesorgt, dass niemand muckt. Wenn diesen Instituten als Ideal der Erziehung der Bürger mit beschränktem Untertanenverstand vorschwebte, dann wahrhaftig, hat man dort mit bewundernswertem Erfolg gearbeitet. Ausrottung des kritischen Sinnes, Ausrottung des Wissenstriebes, des Dranges nach Erkenntnis, des Bedürfnisses nach wissenschaftlicher Klarheit. Es gab eine Zeit, wo die Bürger evangelischer Konfession den Katholiken vorwarfen, dass sie den Verstand durch das Gemüt ersetzten. Wenn es aber einen Unterschied hier gibt, so ist er gewiss nicht auf dem hier erwähnten Gebiet zu finden.

„An den Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Eben sprachen wir vom Untertanenverstand. – Wie steht es mit dem Untertanengemüt? Auch hier wieder zeigte uns die Inflation, wie wenig die staatlichen Institute davon übrig gelassen haben. Das deutsche Volk weiß, wie es mit denen steht, die dem Staat das für ihr Alter, für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit mit oft unsäglicher Mühe gesparte Geld anvertraut hatten. Man weiß es, denn man liest es alle Tage in den Zeitungen, dass die Greise, die Witwen, die Kranken aus Not sich erhängen und vergiften. Tatenlos, wohl nur wegen absoluter Gefühllosigkeit schaut das Volk diesen Ereignissen zu. Und während hier das schreckliche Elend herrscht, ist der Reichstag gewillt, den Fürsten riesige Vermögen in den Rachen zu werfen, und von den 40 Millionen Wählern, die zum Volksbegehr aufgerufen wurden, fanden sich nur 12 Millionen, also knapp ein Drittel, bereit, die dreisten, rohen, gefühllosen Forderungen der Fürsten zurückzuweisen. Zwölf von 40 Millionen, von je drei nur einer! Kann man sich eine größere Rohheit vorstellen?

Von je drei Mann sind in Deutschland zwei Mann bereit, zuzusehen, wie die Greise, denen die Fürsten und ihre Lakaien den Sparschatz unterschlugen, aus Not sich erhängen, während den fahnenflüchtigen Fürsten das Geld zur Bestreitung protzenhaften Luxus’ ausgehändigt wird! Das sind wahrhaftig glänzende Erfolge staatlicher Erziehungskunst. „Staat, du stinkendes Ungeheuer, geh mir aus dem Weg.“

Silvio Gesell, 1926

 

 

 Hier in Frankreich herrscht gegenwärtig    die grösste Ruhe.
Nur ein leiser, monotoner Tropfenhall. Das sind die Zinsen, die
fortlaufend hinabträufeln in die Kapitalien, welche beständig
anschwellen; man hört ordentlich, wie sie wachsen, die Reichtümer
der Reichen. Dazwischen das leise Schluchzen der Armut.
Manchmal klirrt etwas wie ein Messer, das gewetzt wird.
(Heinrich Heine 1842)

Seit CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP beschlossen haben das Renteniveau auf 43% zu senken können wir uns auf unsere Rente freuen. Insbesondere da sie auch noch den Niedriglohnbereich schön ausgebaut haben

 

 [WELT OHNE KRIEG]

 


 

Wichtige Zahlen zum Thema:


Vermögensverteilung in Deutschland:


50 % der Bevölkerung haben 0,1 % des Vermögens.


40 % der Bevölkerung haben 41,2 % des Vermögens.


10 % Prozent der Bevölkerung haben 58,8 des Vermögens.


Börsenverlust in den letzten 12 Monaten: 26 000 Milliarden $.


Rückgang der Marktkapitalisierung an allen Börsen laut FAZ,9,10.2008 "Eine gigantische Geldvernichtung."


Jährlich nötig zur Bekämpfung des Welthungers: 25 Milliarden $


Diese Summe würde ausreichen, um Anbauflächen und Nahrungsmittelproduktion in Mangelgebieten


bereitzustellen. Jacques Diouf, Generalsekretät der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft. FAO


Jährlicher Verlust durch Urwaldrodung: 2.000-5.000 Milliarden $.


Unter Einbeziehung des Wegfalls natürlicher Dienstleistungen der Wälder wie Trinkwasserproduktion,


Luftreinigung und CO2-Aufnahme. TEEB-Studie, im Auftrag der EU-Kommission.


Nötige Planeten im Jahr 2030: 2


Der Living Planet Report 2008 des WWF berücksichtigt mehr Faktoren denn je, um den "Fußabdruck" der


Menschheit mit den vorhandenen Reserven zu vergleichen. Die Menschheit verbraucht bereits seit einigen Jahren mehr Ressorcen, als das Ökosystem erzeugt. Das funktioniert nur auf Kosten der immer schneller


schwindenden Substanz.


Wirtschaftlich betrachtet führt das zu steigenden Preisen und sinkendem Investitionswert - also zu einer


Situation, die in der kapitalistischen Ideologie nicht existieren kann. Quelle -

FAU-IAA :: die andere Gewerkschaft - Anarchosyndikalismus im Web

 
 

 

 Forderungen: Die Abschaffung des IWF und der WTO, die Bekämpfung der Steuerparadiese und der Rating-Agenturen und die Unabhängigkeit der Zentralbanken, die Schließung der Agrar-Rohstoffbörse von Chigago, das Verbot von Patenten auf lebende Organismen und genmanipulierte Organismen, bedingungslosen Schuldenerlass für die Länder der Dritten Welt. Einführung der Tobinsteuer und staatliche Kontrolle von Unternehmensfusionen, Gründung eines UNO-Sicherheitsrates für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, Einforderung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte und deren Überführung in das nationale Recht.


Die brüderliche und solidarische, freiere und gerechtere Zivilgesellschaft, die auf einem von allen Beutejägern befreiten Planeten entstehen wird - sie ist im Werden begriffen.


Am Morgen des 14.Juli 1789 belagerten zwei Abteilungen der Bürgermiliz die Bastille, die königliche Zwingburg im Herzen von Paris. Mit ihren 25 Meter breiten Wassergräben und ihren 30 Meter hohen Mauern trotzte sie dem Anstrum des Volkes. Aus dem ganzen Faubourg Saint-Antoine strömten Handwerker herbei. Und nun beschafften die Bürger fünf Geschütze, die vor dem Tor der Festung in Stellung gebracht wurden.


Der Befehlshaber der Festung, Marquis de Launay, kapitulierte. Er ließ die Zugbrücke herab. Das Volk stürmte über die Brücke, befreite die Gefangenen, massakrierte den Marquis und zerstörte die Festung. Wer hätte die Folgen ahnen können?


Walt Whitman schrieb diesen Vers: "He awoke at dawn and went into the rising sun...limping" (er erwachte in der Morgendämmerung und ging der Sonne entgegen...hinkend).


Millionen von Menschen überall auf der Welt erwachen jetzt.


Sie nehmen die Privatisierung der Welt nicht hin. Sie haben beschlossen, sich zu organisieren, für eine andere Welt zu kämpfen. Der gewaltige Zug der Aufständischen hat sich in Bewegung gesetzt. Er schreitet voran. Ins Ungewisse, hinkend. Die Befreiung der Freiheit im Menschen ist sein Horizont. Die Legitimität der Bewegung ist unbestreitbar. Sie spricht im Namen der Millionen Opfer, die in Jahrhunderten gefallen sind. Das unsichtbare Heer der Märtyrer begleitet sie.


Gilles Perrault beschreibt sie so: "Dieses unübersehbare Heer der Opfer, deportiert von Afrika nach Amerika, zerfetzt in den Schützengräben eines wahnsinnigen Krieges, lebendig verbrannt vom Napalm, zu Tode gefoltert in den Kerkern der Wachhunde des Kapitals, füsiliert am Mur des Fédérés, füsiliertt in Fourmies, füsiliert in Sétif, zu Hunderttausenden hingemetztelt in Indonensien, praktisch ausgerottet wie die Indianer Amerikas, massenhaft ermordet in China, zur Sicherung des freien Opiumhandels...Sie alle haben die Fackel der REVOLTE des in seiner Würde gekränkten Menschen weitergereicht in die Hände der Lebenden. In die bald ermüdenden Hände jener Kinder der Dritten Welt, welche die Unterernährung, Tag für Tag, zu Zehntausenden tötet, in die abgemagerten  Hände der Völker, dazu verurteilt, die Zinsen für eine Schuld zu zahlen, deren Kapital ihre Führungsmarionetten ihnen gestohlen haben, in die zitternden Hände jener immer zahlreicher werdenden Ausgegrenzten, die an den Rändern des Wohlstands vegetieren müssen (...). Hände von einer tragischen Schwäche, und fürs erste noch unvereinigt. Aber sie können nicht anders, als sich eines Tages zu vereinen. Und an diesem Tag wird die Fackel, die sie tragen, einen Brand entfachen, die die alte Welt in Schutt und Asche legen wird." Quelle - Jean Ziegler - DIE NEUEN HERRSCHER DER WELT und ihre globalen Widersacher)

 

 

 

 

 

 Bis zum entgültigen Zusammenbruch der Sowjetunion im August 1991 lebten fast ein Drittel der Menschheit unter dem korrupten System des Staatskapitalismus, das sich fälschlicherweise kommunistisch nannte.
 
An Geld mangelt es nie, wenn man damit auf die große Erlösung mit großen Erlösen spekulieren kann. Der Kapitalismus ist schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts in einer Endlosschleife von Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, Überproduktion, Kapitalvernichtung, Naturzerstörung, Kulturzerstörung, imperialer Selbstermächtigung, Weltordnungskrieg und wieder von vorn. Und so könnte das auch wieder weitergehn – allerdings mit immer weniger Lebenssubstanz und immer weniger Natur und einer zunehmenden Barbarisierung der menschlichen Kulturen. (W.Pfreundschuh)

 

 

Wir waren es gewöhnt, in einer Welt der Lügen zu leben, darum wurden die Verbrecher immer sicherer und frecher!


Sie haben UNS mit nahezu allem ausgeplündert und betrogen, was man sich nur vorstellen kann.


 


Wir leben in einer verlogenen Welt, in einer verlogenen Zeit, haben eine verlogene Währung, die von verlogenen Banken gedruckt und ausgegeben wird. Dieses Währungssystem ist ein Schuld-Zins-Knecht-System und kein richtiges Geld! Es ist nur ein Zahlungsversprechen, was JEDERZEIT verfallen kann. Alle 60 Jahre MUSS es Crashen und eine neue verlogene Währung ausgegeben werden, damit das “Spiel” von neuem beginnen kann – wieder 60 Jahre lang! Früher wusste man:


Ging es auf die 60 Jahre zu, wird es Krieg geben, der Krieg wurde zum entschulden genutzt. Heute hat man andere “Instrumente”! In dieser verlogenen Welt, arbeiten rund um die Uhr verlogene Politiker, im Verein und Hand in Hand, mit verlogenen Wissenschaftlern. Man hat verlogene Institutionen zugelassen, die sich das Vertrauern der Bürger erschlichen, um sie um ihr hart verdientes Geld zu bringen. Alles was wir zu Wissen glauben, fast alles – ist FALSCH! (Steven Black)

 

 

 

 

 Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum

Was das BIP wachsen lässt.
   

- Nukleare Sprengköpfe und andere Waffen

- Krieg

- Gefängnisse

- Luftverschmutzung

- Ausgaben für die Staatsbürokratie

- Zerstörung der Natur

- Verbrauch endlicher Ressourcen

- langwierige Krankenbehandlungen

- Permanente Einnahme von Medikamenten

- Autos mit hohem Benzinverbrauch

- Konsum legaler Drogen, Werbung für diese und Entzugskuren von ihnen

- Konsum auf Pump

 

 

Was das BIP nicht anzeigt.
    

- Gerechtigkeit/ die Verteilung des Reichtums

- Zufriedenheit

- Maß der Selbstverwirklichung

- Qualität der Bildung

- Freundschaft

- Liebe

- Gesundheit

- seelisches Wohlbefinden

- Genuss von Natur

- ehrenamtliche Tätigkeiten

- spirituelle Erfüllung

Vermögensverteilung in Deutschland:

50 % der Bevölkerung haben 0,1 % des Vermögens.

40 % der Bevölkerung haben 41,2 % des Vermögens.

10 % Prozent der Bevölkerung haben 58,8 des Vermögens.

 

 

 Wie und bei wem verschuldet sich der Staat?
Regierung, Staat und auch der Bürger selbst können kein Geld von der Zentralbank anfordern, was bedeutet, dass jeglicher zusätzlicher Geldbedarf – z.B. um Investitionen des Staates in Infrastruktur, Schulen oder Universitäten zu gewährleisten – immer über einen Kredit und die Vergabe über eine private Geschäftsbank erfolgen muss. Oder anders ausgedrückt: Neues Geld kommt immer nur in Form von neuen Schulden in den Kreislauf, für die Zinsen bezahlt werden müssen. Braucht der Staat nun Geld, beschafft die “Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH” mit Sitz in Frankfurt/Main Geld am Markt, bei den privaten Geschäftsbanken. Im Gegenzug erhält die Bank z.B. Staatsanleihen, die handelbar sind.

Warum leiht sich der Staat Geld bei privaten Banken, wenn er das Geld genauso zinsfrei selbst schöpfen könnte?
Wenn der Staat das Geld schöpft, sei die Währung schnell nichts mehr wert, so das Argument der Gegner. Befürworter argumentieren: Warum soll der Staat Anleihen herausgeben können, aber keine Währung? Beides sind Zahlungsversprechen.
Das eine mästet den Wucherer, das andere nützt dem Volk. (schrieb Thomas Edison in der New York Times). Wenn eine von der Regierung herausgegebene Währung wertlos wäre, wären es die Anleihen ebenso. Es ginge auch anders. Der Bund könnte eine Währung emittieren, für die sich niemand verschulden müsste. In der heutigen Geldordnung macht es hingegen keinen Sinn, wenn der Staat Schulden abbaut und Kredite zurückzahlt. Dieses Geld würde aus dem Geldumlauf verschwinden - es gäbe kein Geld mehr. Oder anders gesagt: Existierte keine Verschuldung, würde auch kein Geld existieren.

Ist nachhaltiges Wirtschaften mit einem Geldsystem, das auf eine dauerhaft exponentiell wachsende Geld- und Schuldenmenge angewiesen ist, um
nicht zu kollabieren, überhaupt möglich? Warum stellt kein Politiker diese Frage? Niemand traut sich an die Wurzeln des Übels.

Quelle:    
Bankgeheimnis Geldschöpfung
...Bankgeheimnis GeldschöpfungBankgeheimnis ...

 

 

 

 

 Die grundsäztliche Akzeptanz von Konkurrenz und Profitprinzip eb

enso wie die politizistische Oberflächenhuberei haben offenbar die Kultur einer reflekrierten Kritik der politischen Ökonomie derart ruiniert , daß sogar die primitivsten Denkfiguren der bürgerlichen ökonomischen Ideologie in den linken Diskurs eingemeindet worden sind. Robert Kurz

 „Armer Mann und reicher Mann / standen da und sah’n sich an. / Und der Arme sagte bleich: / Wär’ ich nicht arm, wärst du nicht reich.“ Bertolt Brecht

 
Wohlstand ist, wenn man mit Geld, das man nicht hat, Dinge kauft, die man nicht braucht, um damit Leute zu beeindrucken, die man nicht mag.
Alexander von Humboldt

 

 Was wäre, wenn wir in einer Gesellschaft lebten, in der nicht Banker, sondern Lehrer, Krankenschwestern usw. mit finanziellen Belohnungen überschüttet würden? Was wäre, wenn wir ein Finanzsystem hätten, das Fairness belohnt statt Gier? Das ist Ihnen zu utopisch?"

Wer ohne Geld auf die Welt kommt, läuft sein Leben lang im Hamsterrad. Und vor lauter „Streß“ in unserer „schnelllebigen Zeit“ hat er nicht einmal die Zeit, um darüber nachzudenken.
Wer moralisch und ethisch einwandfrei ist, wer der Gesellschaft Nutzen stiftet und arbeitet, der kann der Zinsfalle kaum entkommen. Wer hingegen andere Menschen belügt und betrügt und ihnen geschickt das Geld abjagt, der kassiert Boni, Abfindungen, Provisionen, Diäten, Pensionen, Yachten, Schlösser, Dienstwagen und so weiter, ganz ohne Fleiß, nur durch den Verkauf des eigenen Gewissens und der Menschen, die einem vertraut haben. Diese Negativ-Selektion führt logisch und konsequent zum Zerfall der Gesellschaft.

„Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh.“ (Henry Ford, 1863 - 1947).

 

 
 
 

 Von der Volksherrschaft des Kapitals
zur demokratischen Erwirtschaftung des gesellschaftlichen Reichtums

 Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass das Geld auf dem Finanzmarkt immer wieder die Wirtschaft in eine Fiktion des Wertwachstums treibt, weil sie Geld zu verwerten sucht, das nur beschränkt anwendbar ist. Das Geld saugt dort, wo es nicht verwertbar ist, wo es also kein wirkliches Mehrprodukt schafft, alle Werte auf, die es auch durch nichts Wirkliches ersetzen kann. Das Geld, das die Banken auf den Markt werfen und um das die Aktienmärkte kämpfen, zergeht immer wieder in immer größere Blasen, welche zunächst die Krisen des Finanzmarkts und dann auch die reale Wirtschaft, Betriebe und Arbeitsplätze niedermachen. Und das Zerstörte verbleibt als ungeheuere Schuldenlast des Staates, welche seine Bürger zu tragen haben, die gerade noch die Werte für das Geld erzeugen mussten, bevor es sich in erneuerte Schuld auflöste. Das Kapital betreibt diesen Unsinn schon sein über 200 Jahren und verschärft ihn zu immer größeren Verwertungslöchern. Da hinein gestopft werden muss dann wieder realer Wert, also menschliche Arbeit, die nichts anderes zu bringen hat, als die Löcher des Finanzmarktes wieder zu flicken.

Auf der anderen Seite hat sich gezeigt, dass die Politik nicht mehr in der Lage ist, diesen Entwertungskreislauf wirklich aufzufangen. Die Mittel, die hierfür früher noch tauglich waren, vor allem die Eroberung von wirtschaftlichem Einfluss auf andere Märkte und Länder durch Kriege und anschließender Marktentwicklung auf verbrannter Erde, sind immer weniger tauglich, die Marktentwicklung für das Kapital sicher zu stellen. Die Politik ist nun auch für alle sichtbar in einem Dilemma. Nur schwer kann sie die Hintergründe verbergen, auch wenn sie sich nur angebliche Fehlleistungen der Banken oder Manager in den Vordergrund stellt. Nein, sie haben nicht falsch funktioniert. Die Banken mussten Kredite verschleudern, um ihr ungedecktes Geld loszuwerden. Und die Manager mussten in Geld schwimmen, um der Wirklichkeit ihrer Taten entzogen zu bleiben. Betrug, Korruption, Insolvenzverschleppung, Lohndumping, Betriebsschließungen usw. waren zur Selbstrettung nötig um privat zu sichern, was gesellschaftlich sowieso schon wertlos war. Ja, es war pure Notwehr der Klasse der Geldbesitzer gegen die Entwertungstendenz ihrer Wirtschaft.

Und so ähnlich funktioniert auch die Selbstrettung des bürgerlichen Staates, die Notwehr der Politik gegen ihre eigene Überflüssigkeit. Aber sie ist noch weit grotesker, als die der Wirtschaft. Das Strecken der derzeitigen Krise auf 20 Jahre Staatsverschuldung ist schon von der Rückzahlung her eine Illusion, wäre die ganze Wirtschaftsleistung 20 Jahre dazu gezwungen, einen Berg von 1,6 Billionen Euro abzutragen. Bislang in relativ guten Zeiten war man schon glücklich, wenn alleine die Neuverschuldung sich reduzieren ließ. Aber Geld funktioniert auf dem Finanzmarkt eben anders: Es wird durch Banken geschöpft und durch Banken vertan und durch National- und Länderbanken vergeben und kreditiert. Es handelt sich bei dem Geld, das in der sachbezogenen Wirtschaft zirkuliert, bei dem Geld also, das noch wirklich als Zahlungsmittel auftritt, gerade noch um ca. 3-5 % der vorhandenen Werte. Die anderen Werte bestehen nur noch aus Verpflichtungen durch Schuldverhältnisse, sei es in Form von Wertpapieren, Devisen, Staatsschulden oder Kredite. Aber das ist alles nicht so schlimm, wenn man weiß, dass es letztlich ja des Bürgers Pflicht ist, das Allgemeine zu erhalten und also sich auch der übergroßen Schuld pflichtschuldigst zu beugen. Die einfache Vorstellung eines besseren Lebens hat auch schon mal ganze Volkswirtschaften vom Übel der Gegenwart erlöst und mit dem Heil einer großen Zukunft, mit der Fiktion von Größe und Weltmacht versorgt. So lässt sich auch im Abgrund leben. Es genügt vielleicht schon, wenn die Westerwelle noch weiter in den Osten schwappen kann. Arbeitsloigkeit und Niedergang ist man dort ja längst gewohnt.

Die Verschuldungsspiralen der Nationalwirtschaft  können auf Dauer weder durch Ökonomie noch durch Politik aufgehalten werden. Alleine die Zinsen für die Staatsverschuldung von derzeit ca. 74 Milliarden Euro pro Jahr fressen alles auf, was erwirtschaftet werden könnte – mal ganz zu schweigen davon, dass die Tilgung nicht von denen getragen wird, die sie verursacht haben, sondern von den Bürgern, die nichts anderes einsetzen können, als ihr Leben und ihre Kraft. Die Politik kann die Probleme nicht mehr lösen, sondern diese nur in immer engerer Logik forttreiben, weil sie nicht mehr auf den Punkt kommen kann, wo sich das System wieder auf Null stellen lässt. Die alten Mechanismen versagen. Die Illussion ist ungemein teuer.

Ein dritter Weltkrieg lohnt sich nicht mehr wirklich, auch wenn permanente Kriege die Deckungskrisen der Wirtschaft und Politik in der Waage halten müssen. Es ist inzwischen schon vielen  ganz normalen Nationalökonomen und Politkern klar, dass die Wirtschaft sich innerhalb des bestehenden Systems nicht mehr erholen kann. Nur die herrschende Politik und das herrschende Kapital wollen das grausame Spiel noch weitertreiben, weil sie eben davon leben. Die anderen müssen mit einer versteinerten Welt zurecht kommen. Hoffnungslosigkeit, Depressionen und Aggressionen machen sich breit, wenn die Beteiligung an der gesellschaftlichen Entwicklung keine Zukunftsperspektive mehr ist.

Den Preis zahlen die Menschen. Die einen durch ihre Arbeit, die anderen mit der Armut, in sie sie geraten, wenn sie aus den Arbeitsverhältnissen herausfallen oder schon draußen sind. Allein schon das Vorhaben der sogenannten Steuerreform wird die Länder und Kommunen schwer belasten. In Niedersachsen spricht man schon vom Kollaps der Landespolitik. Das konkrete Sozialverhältnis in den Städten und Gemeinden wird immer mehr Armut zu bewältigen haben, weil immer mehr Armut und immer weniger Sozialgeld durch die Zerschlagung der Arbeitsstätten oder Arbeitsplätze da sein wird. Und wer die soziale Entwicklung unter solchen Bedingungen kennt, der weiß auch, dass sich hier der gesellschaftliche Niedergang in der Verwahrlosung von großen Teilen der Bevölkerung forttreibt und reaktionäre Erregungen in Gang setzt. Die sozialen Probleme werden auch die politischen zu Platzen bringen.

Die ökonomische Form der bürgerlichen Gesellschaft hat die politische Form ihrer Repräsentanz voll im Griff. Die bürgerliche Gesellschaft, die Gesellschaft, die sich durch versammelte Meinungen in ihren Parlamenten repräsentiert sehen will und sich durch Gütertausch ökonomisch erhält, ist längst am Ende. Der Kapitalismus in der jetzigen Form aber noch lange nicht. Der Verschuldungskapitalismus könnte noch einige Zeit so weiterlaufen, wenn dem Verbrauch von Menschen, Natur und Kultur nicht endlich durch die Menschen selbst ein Ende gesetzt werden kann. - Doch wie kann dies gehen?     Wolfram Pfreundschuh
 

 

 

 

 Leute, die Party machen, sind besser als diejenigen, die in irgendwelche Rohstofffonds investieren und damit die Welt in den Untergang treiben. Man muss das Geld zirkulieren lassen. Das Geld ist kein echter Wert, das Leben schon.

 

 Das zur Bankenrettung bereitgestellte Kapital erreichte die unvorstellbare Summe von 500 Milliarden Euro. Allein bei der Hypo Real Estate Bank fehlten 102 Milliarden, dann noch einmal 40 Milliarden und kürzlich wurden Papiere der Hypo Real Estate Bank im Wert von 200 Milliarden Euro in eine sogenannte Bad-Bank ausgelagert. Wie es weitergeht, steht in den Sternen, zur Rechenschaft gezogen wurde niemand.

Seit dieser unter der Bezeichnung „Internationale Finanzkrise“ laufenden verbrecherischen und desaströsen Finanzmanipulationen rechnet man in Regierungskreisen nur noch mit Milliarden. Der europäische Rettungsschirm für die Gemeinschaftswährung beträgt sogar 750 Milliarden Euro. Die Bevölkerung wird zur Kasse gebeten, die Spekulanten haben sich saniert, machen weiter und baden sich in satten Gehältern, Bonuszahlungen, Abfindungen oder Renten.


Zwei weitere Zahlen sollten nicht verschwiegen werden, nachdem nun wieder überall zu hören ist, die DDR sei vor ihrer Übernahme durch die reiche BRD schon bankrott gewesen. Es sind noch unvorstellbarere Zahlen als die für die Rettung der Banken und des Euro: Die Staatsverschuldung in Deutschland beläuft sich zurzeit auf die Summe von rund 1.800 Milliarden Euro, das sind also 1,8 Billionen. Und die Staatsverschuldung der USA beträgt sogar mehr als 13,6 Billionen Dollar.

Für sozial Schwache, für Kultur und Bildung ist kein Geld da, die Zahl der Leiharbeiter und Hartz-IV-Empfänger wächst. Zugleich hören wir, dass die Finanzspekulationen weitergehen, dass zum Beispiel Manager der heruntergewirtschafteten und staatlich gestützten Banken nach wie vor Gehälter in zum Teil zweistelliger Millionenhöhe erhalten. Die verstaatlichte Hypo Real Estate Bank verteilt 25 Millionen als Boni an ihre Mitarbeiter, sie zahlt Jahresgehälter von jährlich 500.000 Euro und bewilligt Rentenansprüche für kurzfristige Vorstandstätigkeiten von monatlich 20.000 Euro.

(Quelle -  Nachdenkseiten!)

 

 

 

 Du gibst nur etwas, wenn Du dich selber gibst. Und der Augenblick wird immer der heutige Tag
sein und nicht die Zeit deiner Erben.
Oft sagt ihr: "Ich möchte wohl geben, aber nur dem, der es verdient." Reden die Bäume in
eurem Garten etwa so oder die Herden auf eurer Weide? Sie geben, um zu leben, denn geizen
heißt sterben.
Also seht euch nicht in dem Augenblick, in dem ihr etwas teilt, als großzügige Menschen.
Denn in Wahrheit teilt das Leben und lässt teilhaben, und die Menschen sind nichts als
Zeugen ihrer eigenen Existenz. Paulo Coelho

 

 Im Buddhismus gibt es ein Gebot, das lautet: Schlage keinen Profit aus dem Leiden anderer. Unsere sinnentleerte und machtorientierte Religion hier hat dieses Gebot nicht. Es ist ein sehr wichtiges Gebot, geradezu ein ethischer Grundsatz, der immer wichtiger wird, je mehr die Welt vernetzt wird. Hier sehe ich auch die größte Gefahr für unser System, denn ich vermute, der nächste “Hitler” kommt nicht mehr als Politiker. In einer Zeit, in der die Politiker mehr und mehr zu Vasallen der Wirtschaftsbosse und Atlaten der Einschaltquoten verkommen, besteht die Gefahr, daß er als Wirtschaftsboss und teleintelligente Marionette  von einem dieser globalen Multi-Fusions-Konzerne in Erscheinung tritt. (Hernry Commonwood)

 

 

 

 "Faßt man die gesamte Zeit zusammen, die in allen Berufssparten und Sphären mittelbar oder unmittelbar der Geld/Tauschlogik "geopfert" wird, kommt man auf gute 80 % bis 85 % der insgesamt gesellschaftlich "verausgabten" Zeit. Niemals zuvor hat der Homo Sapiens derartig viel Zeit benötigt, um über einen absurden Umweg, verbunden mit gravierenden Folgen fur Psyche, Gesundheit und Natur, seine Produkte konsumieren zu dürfen (Welch eine Ironie! Die Geldwirtschaft kann ihre Umwege nicht mehr bezahlten. Dem Geld geht das Geld aus)."

 

 

 

 

 krisis

krisis. Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft ... Die H

intergründe der Krise und ihre Auswirkungen auf die Bankbeschäftigten Weiterlesen » ...

Warum am Platzen der Finanzblase nicht die “Gier der Banker” Schuld ist und es keine Rückkehr zum “Rheinischen Kapitalismus” geben kann


Eine neue Dolchstoßlegende macht die Runde: „unsere Wirtschaft“ soll der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen sein. Gefüttert durch das billige Geld der US-Zentralbank und unterstützt durch unverantwortliche Politiker hätten sie die Welt an den Rand des Abgrunds geführt, während „die Ehrlichen mal wieder die Dummen“ seien.


Nichts ist sachlich so falsch und ideologisch so gemeingefährlich wie diese auf allen Kanälen der öffentlichen Meinung verbreitete Vorstellung. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die ungeheure Aufblähung der Finanzmärkte ist nicht Ursache der Misere, sondern war selber schon ein Ausweichmanöver vor der fundamentalen Krise, mit der die kapitalistische Gesellschaft bereits seit den 1970er Jahren zu kämpfen hat. Damals endete mit dem Nachkriegsboom eine lange Periode selbsttragenden realwirtschaftlichen Wachstums, das die Ausweitung und Verallgemeinerung der industriellen Produktionsweise auf neue Sektoren wie etwa die Autoherstellung zur Grundlage hatte. Zur Produktion der Massenwaren waren in den 1950er und 60er Jahren Massen an zusätzlichen Arbeitskräften erforderlich, die dadurch in Lohn und Brot standen und sich eben deswegen die Massenwaren auch leisten konnten. Seitdem hat die flächendeckende Rationalisierung in den Kernsektoren der Weltmarktproduktion, die immer mehr Arbeitskräfte durch automatisierte Prozesse ersetzt, diesen Mechanismus zerstört und damit die Voraussetzung für einen von der Realwirtschaft angetriebenen Boom. Die klassische kapitalistische Krise ist von der fundamentalen Krise der Arbeit abgelöst worden.

Entwertete Arbeitskraft – „überflüssige“ Menschen


Es gehört zu den verrückten Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise, dass der ungeheure Produktivitätssprung durch die „mikroelektronische Revolution“ nicht etwa ein gutes Leben für alle ermöglicht hat. Im Gegenteil: Die Arbeit wurde verdichtet, das Arbeitstempo beschleunigt und der Leistungsdruck erhöht; weltweit müssen sich immer mehr Menschen zu den schlimmsten Bedingungen verkaufen, weil ihre Arbeitskraft gemessen am gültigen Produktivitätsniveau immer weiter entwertet wird.


Zu den Widersprüchen des Kapitalismus gehört aber auch, dass er sich damit die eigenen Grundlagen entzieht. Denn eine Gesellschaft, die auf der Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft beruht, stößt an ihre strukturellen Grenzen, wenn sie diese Arbeitskraft in wachsendem Maße überflüssig macht. Die weltwirtschaftliche Dynamik wird schon seit über dreißig Jahren nur noch durch eine immer größere Aufblähung von Spekulation und Kredit („Fiktives Kapital“) in Gang gehalten. Das Kapital wich an die Finanzmärkte aus, weil die Realwirtschaft keine ausreichenden Anlagemöglichkeiten mehr bot. Die Staaten verschuldeten sich, um ihre Haushalte zu decken und immer mehr Menschen finanzierten ihren Konsum direkt oder indirekt auf Pump. Auf diese Weise wurde die Finanzsphäre zur „Basisindustrie“ des Weltmarkts und zum Motor des kapitalistischen Wachstums. Die viel gepriesene Realwirtschaft ist also nicht durch die Finanzsphäre „erdrückt“ worden. Im Gegenteil: sie konnte nur noch als deren Anhängsel erblühen. Das „chinesische Wirtschaftswunder“ und der „Exportweltmeister Deutschland“ wären ohne den riesigen globalen Verschuldungskreislauf der letzten Jahrzehnte mit den USA im Zentrum nicht möglich gewesen.

Notstandsverwaltung und Stagflation


Die Grenzen dieses Krisenaufschubs sind nun erreicht. Grund zur Freude ist das nicht. Die Folgen werden dramatisch sein. Denn nun entlädt sich das gesamte aufgestaute Krisen und Entwertungspotential der letzten dreißig Jahre mit voller Wucht. Die Politik hat allenfalls Einfluss auf das Tempo und den Verlauf dieses Prozesses. Grundsätzlich aufhalten kann sie ihn nicht. Entweder die billionenschweren „Rettungspakete“ verpuffen und die Krise schlägt mit katastrophalen Folgen auf die „Realwirtschaft“ durch. Oder sie „greifen“ noch einmal und exorbitant steigende Staatsverschuldung wäre das Ergebnis, gefolgt vom nächsten, noch größeren Krisenschub in naher Zukunft. Die Rückkehr der „Stagflation“ – der Gleichzeitigkeit von chronischer Rezession und galoppierender Inflation – auf weit höherem Niveau als in den 1970er Jahren, zeichnet sich jetzt schon ab.


Sind schon in den letzten Jahrzehnten die Lohneinkommen massiv gedrückt, die Arbeitsbedingungen prekarisiert und große Teile des öffentlichen Sektors privatisiert worden, so wird nun ein ungeahnt großer und weiter wachsender Teil der Menschheit schlicht für „überflüssig“ erklärt werden. Die vielbeschworene „neue Rolle des Staates“ wird mitnichten in der Wiederherstellung eines „Rheinischen Kapitalismus“ der 60er Jahre mit Vollbeschäftigung und wachsendem Wohlstand bestehen, sondern darin, den sozialen, rassistischen und nationalistischen Ausschluss zu organisieren und zu verwalten. Die Rückkehr der „Regulation“ und des „Staatskapitalismus“ ist nur noch in der Gestalt einer autoritären und repressiven Notstandsverwaltung denkbar.

Die Welt ist zu reich für den Kapitalismus


Die aktuelle Finanzmarktkrise markiert den Wendepunkt in der Epoche des fiktiven Kapitals und damit erreicht die fundamentale Krise des Kapitalismus, die sich schon in den 1970er Jahren abzeichnete eine neue Stufe. Diese Krise ist nicht nur die eines spezifischen „angelsächsischen Systems“ des „Neoliberalismus“, wie unter Mobilisierung antiamerikanischer Affekte mit teils deutlich antisemitischem Einschlag überall behauptet wird. Vielmehr zeigt sich nun, dass die Welt für die armselige kapitalistische Produktionsweise längst zu reich ist; dass die Gesellschaft auseinanderbrechen, verwildern und in Elend, Gewalt und Irrationalismus versinken muss, wenn es nicht gelingt, diese zu überwinden.


Nicht die „Spekulanten“ und die Finanzmärkte sind das Problem, sondern der Widersinn einer Gesellschaft, die Reichtum nur als Abfallprodukt gelingender realer oder fiktiver Kapitalverwertung produziert. Eine Rückkehr zu einem scheinbar soliden, auf dem Einsatz von Massenheeren der Arbeit gegründeten Kapitalismus ist weder möglich noch erstrebenswert.


Jedes Opfer, das nun abverlangt wird, um die (selbst)zerstörerische Dynamik dieser widersinnigen Produktions- und Lebensweise weiter in Gang zu halten, ist ein Hohn auf das gute Leben, das längst möglich wäre: in einer Gesellschaft jenseits von Warenproduktion, Geld und Staat. Die Krise stellt die Systemfrage. Es kommt drauf an, sie zu beantworten.


Gruppe Krisis


Die Verbreitung dieses Textes ist ausdrücklich erwünscht.

 

 

 

 

 

 Die Weltwirtschaftskrise von 1929 hatte aber interessanterweise ein paar Parallelen, die sich deutlich zu erkennen sind. So waren zum Beispiel damals schon die Einzelwirtschaften und Finanzen sehr eng mit einander verwoben.

Der Aktienmarkt war 1929 stark überbewertet und brach nach kleineren Zuckungen am 24. Oktober 1929 zusammen. Unmengen Gelder wurden aus dem Ausland abgezogen und flossen in die USA zurück. Vergle heute: Lehman Brothers zog vor dem Zusammenbruch auch noch schnell die letzte Liqudität aus dem Ausland ab. Manche Bank spendete sogar: z.B. die KfW-Bank... DANKE! Durch diesen Kreditabzug traten in vielen Staaten der Welt wirtschaftliche Krisen auf, die zu Massenarbeitslosigeit, einem starken Rückgang des Welthandels und sehr protektionitischen Maßnahmen der einzelnen Staaten führte. Von dem Sozailabbau, der die Politik stark radikalisierte und im Nationalsozialismus führte, ganz zu schweigen. Allerdings darf man den damaligen Sozialstaat nicht mit unserem heutigen übersatten Angebot vergleichen. Ein wenig mehr Wertschätzung für die Leistungsträger (das sind ja nicht zwangsläufig immer die Banker...) dieses heutigen Systems wäre schon nicht schlecht.

Überproduktion und Überangebot, was zu fallenden Preisen führte, werden heute als Ursachen für die Weltwirtschaftskrise 1929 genannt. Der Zusammenbruch der Börse war der Start in die lang andauernde Krise. Menschen hatten Kredite, ja ihr ganzes Vermögen, in Aktien investiert, um am Wohlstand teilhaben zu können. Panikartig verkauften die ihre Papiere und rissen die Börse in den Abgrund. Der Dow Jones Index fiel in zwei Tagen, am schwarzen Donnerstag und am schwarzen Freitag, um zusammen 24,4%. Da dieser Absturz für viele sehr überraschend kam, liefen die Schockwellen der Depression schnell durch die Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt. Der Zusammenbruch von heute ist ja schon länger erwartet worden, aber die Gier war wohl heute vergleichbar groß. Und da wahnsinnig viel Geld im Umlauf war, wurde die Geldmenge des Dollars um 30% in vier Jahren von 1929 ab reduziert. Was den Dollar zwar wieder wertvoller machte, aber die Krise nach Meinung vieler Ökonomen verschärfte.

Durch den Zusammenbruch der Banken fehlte es vielen Banken an Geld für Kredite, um Neuinvestionen und laufende Kosten zu bezahlen. Dadurch sank die Produktion erheblich, in den USA um 50%. Die Arbeitslosigkeit stieg erst verspätet an, dann allerdings in Deutschland von 1929 mit 1,4 Millionen auf 1932 mit über 6 Millionen. Das waren immerhin 16,3% der deutschen Bevölkerung. Nun ist die heutige Produktivität des einzelnen heute allerdings erheblich größer, sodass wir eine solche Zahl bestimmt verkraften könnten.

Und während ich mich so mit dem Thema beschäftige, verläßt mich irgendwie die Lust, hier weiter zu machen. Das Thema macht einfach depressiv... Ich glaube, ich geh mal schnell mein Geld aus.

 
 

 

 

 Die Banken verdienen gut an ihrer eigenen Rettung

Die parteifreie Kandidatin zur Bundestagswahl, Monika Herz, beantwortet eine Wählerfrage zur Finanzpolitik.

Wenn der Staat Schulden machen muss, weil er die erforderlichen Maßnahmen nicht aus dem normalen Staatshaushalt abdecken kann, dann kann er nicht einfach Geld drucken. Dieses Privileg ist der Notenbank vorbehalten. Lt. ZDF leiht der Staat zu 97 % Geld bei Banken und Investmentfonds und zu 3 % bei uns Bürgern über Bundesschatzbriefe.


Demnach leiht sich der Staat das Geld, das er zur Rettung der Banken verwendet, bei den Banken selbst und zahlt es dann mit Zinsen zurück. Das heißt nach den Gesetzen der Logik, die Banken verdienen gut daran, dass sie gerettet werden müssen. Ist das nicht eine clevere Geschäftsidee!


Wie geht das?

Ich hab das mal vom Prinzip her so gelernt: Jemand stellt eine Kreditanfrage an die Bank. Die Bank sagt: Ja, du bist vertrauenswürdig. Ich möchte dir gerne einen Kredit geben. Die Bank schaut nach und sieht: Oh verdammt, ich bin ja selber pleite. Daraufhin geht sie zur Landesbank und sagt: Ich bräuchte da einen Kredit. Die Landesbank sagt: Ja gerne. Schaut nach und sieht: Huch, ich hab ja selber gar kein Geld mehr! Daraufhin geht sie zur Bundesbank und hält die Hand auf. Die Bundesbank lässt von der Europäischen Zentralbank Geld drucken und gibt es der Landesbank. Diese reicht es weiter an die Hausbank. Und die reicht es weiter an den ursprünglichen Kreditanfrager.


Im Prinzip läuft es mit den Staatsschulden ähnlich, nur dass der Staat wohl nicht in den unteren Banketagen das Geld leihen wird, sondern eher auf einer höheren Etage. Wie genau die Geldschöpfung vonstatten geht, darüber werden wir allerdings nicht informiert.


Der Staat, also wir, gilt natürlich als absolut vertrauenswürdiger Kreditnehmer. Es gibt ja die ca. 80 Millionen Bürger, die als Bürgen für die Zinszahlungen geradestehen.


Es heißt, dass der Staat noch nie Schulden zurückgezahlt hat. Wenn Rückzahlungen fällig werden, springt gerne immer eine Bank ein, um die Schulden zu "kaufen". Wir zahlen "nur" die Zinsen. Diese betrugen im Jahr 2007 40 Milliarden 500 Millionen. Allein die Verwaltungskosten für diesen Zinsetat betrugen 68 Millionen. (Quelle: www.bundesfinanzministerium.de ). Das ist der zweitgrößte Posten im Staatshaushalt.


Wenn Sie sich tiefer mit dem Thema Zinssystem, Geldschöpfung und Spekulation und tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise informieren möchten, empfehle ich Ihnen hier ein Interview mit Bernd Senf. www.berndsenf.de

Es ist nun 10.38. Wenn ich die Zahl aufschreiben will, die auf der Zinsenuhr steht, krieg ich ein Problem. Die Zahl bewegt sich so schnell, dass ich nicht recht mitkomme mit dem Schreiben. Pro Sekunde werden es 4.439 Euro mehr. Pro Sekunde! Aber nicht etwa, weil wir begonnen hätten, unsere Schulden zurückzuzahlen, sondern weil der Zins die Summe ständig in die Höhe treibt. In 10 Sekunden sind das 44. 390 Euro. In 20 Sekunden 88.780 Euro. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Mangel. Wenn wir aufhören würden, Zinsen für die Staatsverschuldung zu bezahlen, könnten wir stattdessen alle 20 Sekunden jenen Kindern 88.780 Euro zur Behebung des Mangels zur Verfügung stellen. Wie finden Sie das?


Es ist 10.44. Die Zinsuhr sagt: 1.612.950.120…. In der Zeit, in der ich Ihre Frage beantwortet habe, hätten wir mehr als 6 Millionen Euro für sinnvollere Aufgaben verwenden können!

 

http://www.abgeordnetenwatch.de/monika_herz-180-25377.html#questions

 

 

 

 Dass Geld nicht unbedingt reich macht, ist vom Standpunkt der Kultur unmittelbar einleuchtend. Auch kann eine Vielfalt von Konsumgegenständen eher kulturelle Armut darstellen, als dass sie Reichtum bedeuten muss. Der Reichtum an Verfügungsmacht ist also durchaus kompatibel zur Armut der Verfügung, zur Einfalt ihres wirklichen Vermögens. Wer sein ganzes Geld ausgibt, nur um es in seiner gesellschaftlichen Kultur auszuhalten, der ist nicht reich, weil er viel Geld ausgeben kann, sondern arm, weil er es ausgeben muss. Er mag über alle Produkte verfügen können. In Wahrheit jedoch verfügen die über ihn, wenn er darin kein Bedürfnis nach den Menschen erkennen kann, die sie erzeugt haben. Eine klassenlose Gesellschaft kann nur bestehen, wo Menschen ihre Bedürfnisse auf ihre Produkte frei beziehen können, unabhängig von einer gesellschaftlichen Verfügungsmacht, wenn sie wechselseitig wirkliches Verlangen nach dem haben, was sie sind und was sie erzeugen.   (Quelle - www.kulturkritik.net)

 

 

 


Ziel des neoliberalen Projekts ist es, die „Dritte Welt“ in die Erste zu tragen und ein globales Feudalsystem zu errichten. Überschuldete Haushalte sind kein Zufall. Sie entsprechen der Logik des Systems und werden inszeniert. Denn nicht solvente, sondern zahlungsunfähige Schuldner verhalten sich gefügig gegenüber den Wünschen machthungriger Gläubiger. Griechenland war erst der Anfang. Was heute dort geschieht, kann morgen auch bei uns geschehen. Der Artikel teilweise nicht mehr auf dem aktuellen Stand, enthält aber Gedanken und Anregungen grundsätzlicher Art. (Roland Rottenfußer)


Nun hat es also auch eine „klassische“ europäische Nation getroffen. Und weder die Schweiz noch die reichen EU-Staaten sollten sich der Illusion hingeben, sie würden für immer von einer Entwicklung wie in Griechenland verschont bleiben. Griechenland ist ein Bild dessen, was ihnen in der Zukunft widerfahren könnte. Staatsbankrotte sind die natürliche Folge einer Entwicklung, die über Jahrzehnte zu beobachten war und die in der Natur des Zinssystems angelegt ist. „Wir haben versucht, auf der Schussfahrt zu wenden“ sang Herbert Grönemeyer über den Krebstod seiner Frau. Der Zins ist der Krebs des Finanzsystems. Alle Anstrengungen, die Staatsverschuldung abzubauen oder auch nur zu stoppen scheitern nicht nur an der Eigendynamik der Exponentialkurve, sondern auch an der Böswilligkeit der mächtigen Profiteure und an der Schwäche der Volksvertreter, die sich ihnen ausgeliefert haben.


Verschuldung verleiht dem Geld – und damit denen, die es besitzen – eine überproportionale Bedeutung, die für das Gleichgewicht der Kräfte innerhalb einer Gesellschaft tödlich ist. Wer in einer Situation, wo Geld an allen Ecken und Enden fehlt, über ausreichende Liquidität verfügt, bestimmt die Gesetze des Handelns. Er kann dem Bittsteller – also uns allen – seine Bedingungen aufzwingen. Wie man am Beispiel vieler Länder der Dritten Welt und jetzt am Beispiel Griechenlands gesehen hat, läuft es immer auf das gleiche hinaus: „Wir retten euch, aber nur unter ganz bestimmten Bedingungen: Privatisierung, Deregulierung, Sozialabbau.“ Und niemand sollte meinen, die Mächtigen würden plötzlich von Mitleid ergriffen werden und davor zurückscheuen, uns, die „europäischen Kulturnationen“ platt zu machen. Raubtiere kennen eine Beißhemmung, der so genannte Raubtierkapitalismus nicht.


Hungern für den Schuldendienst


Afrika hat längst erlebt, was den europäischen Ländern blühen könnte. Der 1999 verstorbene Präsident von Tansania, Julius Nyerere, sagte: „Müssen wir weiter unsere Kinder verhungern lassen, nur damit wir unsere Schulden zurückzahlen können?“ (Quelle: Jean Ziegler, „Die neuen Herrscher der Welt“.) Genau das ist es aber, was die Gläubiger der ärmsten Länder bis heute von diesen verlangen. Speerspitze der neuen globalen Feudalherren ist der Internationale Währungsfond (IWF). Der frühere Ministerpräsident Hama Amadou von Niger sagte: „Vor dem IWF gibt es kein Entrinnen! Das ist der neue Kolonialherr“. Ist ein afrikanischer Staat Pleite, so schildert es Jean Ziegler in seinem Buch, müssen seine Minister als Bittsteller auf den Fluren des IWF-Büros warten. Geld gibt es immer nur gegen eine „Absichtserklärung“, von Ziegler als „Erpressungswerkzeug“ bezeichnet. Die Absichtserklärung enthält immer die gleichen Reformvorschläge: „Steuerdisziplin, Haushaltskürzungen, Privatisierung der nationalen Industrien und Ressourcen, Liquidierung der öffentlichen Dienste.“ Wie sollte man auch einer finanziellen Misere Herr werden, wenn nicht durch radikales Sparen? Meistens knicken die bedrängten Regierungen dann ein – und belasten ihre Ärmsten und Normalverdiener.


Schauen wir uns in diesem Zusammenhang an, welche Forderungen die EU jetzt gegenüber Griechenland erhoben hat. Immer geht es um tiefe Einschnitte ins soziale Netz und bei den Gehältern von Staatsbediensteten. „Wir denken schon, dass zusätzliche Maßnahmen von Griechenland erforderlich sind“, sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. Und er fügte hinzu, Griechenland müsse sich an dem messen lassen, was den ebenfalls hoch verschuldeten Ländern Lettland und Irland schon abverlangt wurde. Die Iren etwa senkten das Kindergeld um 10 Prozent, das Arbeitslosengeld um 4 Prozent, die Gehälter beim Öffentlichen Dienst gar um 15 Prozent (Quelle: Welt online). Im Übrigen spielte die Erpressung Irlands durch die EU auch eine wesentliche Rolle, als die Mehrheit der Iren im zweiten Referendum den Vertrag von Lissabon annahm. Mehr Hilfe für das finanziell klamme Irland gab es nur gegen Fügsamkeit gegenüber den Forderungen der Mehrheits-Europäer. Auch die Demokratie nahm auf diese Weise Schaden – ein Präzedenzfall, der den neoliberalen Scharfmachern Lust auf noch mehr Demokratieabbau machen könnte. Ist doch das einzige nennenswerte Hindernis für den neoliberalen Raubzug das lästige Volk, nach dem der schöne Begriff „Demokratie“ bekanntlich benannt ist.


Geldknappheit als „strategischer Hebel“


So war der Generalstreik der Griechen gegen die Sozialkürzungen sicher eine eindrucksvolle Demonstration von Widerstand. (In Deutschland, in dem Generalstreiks gleich vorsorglich verboten wurden, wären wir froh um ein solch machtvolles Aufflammen des Volkszorns.) Dennoch wird der Streik im Ergebnis wohl nichts bewirken können. Ministerpräsident Papandreou sagte schlicht, er habe für die Forderungen Verständnis, es gebe aber nun mal „kein Geld“. Man sieht, dass Geldknappheit der Dreh- und Angelpunkt ist, wenn es darum geht, den Volkswillen zu brechen. Selbst wenn eine überwältigende Mehrheit gegen Sozialabbau ist, man kann ja leider Gottes nur das Geld ausgeben, was man hat. Die Tatsache, dass monströse Milliardenvermögen noch immer in den Händen der reichsten 10 Prozent gebunkert sind, wird natürlich verschwiegen, wenn man die „Alternativlosigkeit von Reformen“ unterstreichen will.


Was den Griechen blühen könnte, sollten sie dem „Druck der Straße“ nachgeben, machte die Ratingagentur S&P deutlich. Sie drohte, wenn der Aufstand der Massen das anvisierte radikale Sparprogramm zu Fall brächte, müsse man die Kreditwürdigkeit des Landes noch niedriger einstufen – schlechter als das ohnehin schon bedrohliche „BBB+“. Das könnte bedeuten, dass Griechenland entweder gar keine Kredite mehr bekommt oder zu erheblich höheren Zinsen. Anders ausgedrückt: Wem es schlecht geht, der wird, statt Hilfe zu bekommen, noch weiter geschröpft. Im Zusammenhang mit dem fortschreitenden Demokratieabbaus bedeutet dieser Vorfall auch: Institutionen ohne demokratische Legitimation – etwa dubiose „Ratingagenturen“, IWF oder Weltbank – üben zunehmend Macht aus über demokratisch gewählte. Kommt es dann zu einer direkten Willenskundgebung des „Souveräns“ und läuft diese den Absichten der transnationalen Feudalherren zuwider, so rennt dieser Impuls gegen eine Mauer von Arroganz und inszenierten Sachzwängen.


Das neoliberale Projekt steht vor dem Ziel


Um es noch mal ganz deutlich zu sagen: Die Überschuldung der Völker ist nicht die Folge eines „Versagens“ der Politik und der internationalen Finanzwelt. Versagen würde ja beinhalten, dass jemand ein gestecktes Ziel, z.B. einen ausgeglichenen Staatshaushalt, nicht erreicht hat. Ich behaupte aber, dass bestimmte globale Mächte nie etwas anderes beabsichtigt haben als die Verwandlung selbstbewusster Völker in demütige „Working-Poor“Gesellschaften, die ihrer fortschreitenden Entrechtung mit einem resignierten „Hauptsache, ich habe überhaupt Arbeit“ zunicken. Statt von „Versagen“ zu sprechen müsste man also sagen: Das neoliberale Projekt seit den frühen 80er-Jahren war ein voller Erfolg. Ziel dieses Projekts war es von Anfang an, die Dritte Welt in die Erste zu tragen (Ansätze dazu gibt es jetzt in Griechenland). Endziel ist die Schaffung eines globalen Feudalsystems – Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, finanzielle Privilegien einer mächtigen Minderheit, Absicherung der Beute durch einen autoritären Überwachungsstaat.


Es sind diesbezüglich immer noch zu viele Illusionen im Umlauf – z.B. die Annahme, auf eine Phase neoliberaler Finsternis müsse naturgemäß ein neuer Morgen der Gerechtigkeit folgen. Manche träumen von einem neuen 1968 und machen dies an Studentenprotesten fest oder an der Tatsache, dass in Bayern jetzt nach langer Alleinherrschaft der CSU die FDP mitregiert. Ich will nicht behaupten, dass ein solcher Aufbruch zum Besseren ausgeschlossen wäre. Ich warne nur davor, sich diese Wende zu leicht vorzustellen. Man muss nur die Grafik einer Exponentialkurve betrachten, um zu ahnen, dass wir auf eine Eskalation zusteuern. Der Kapitalismus (vor allem das Zinssystem, das sein Wesen ausmacht) funktioniert nicht wie die sanften Zyklen der Natur – eher nach dem Prinzip zyklischer Totalzusammenbrüche.


Die „Schock-Strategie“ wirkt


Katastrophen beinhalten jedoch – wie wir bei Naomi Klein nachlesen können – nicht unbedingt die Hoffnung darauf, dass die herrschende Kaste aus Scham über ihr Versagen von der Macht zurücktritt. Vielmehr bieten gerade Zusammenbrüche den Mächtigen eine perfekte Gelegenheit, noch perfidere Systeme der Unterdrückung und der Ausbeutung zu installieren. In ihrem Buch „Die Schock-Strategie“ schrieb Naomi Klein: „Krisen sind in gewisser Weise demokratiefreie Zonen – Unterbrechungen der normalen Politik, wenn die Notwendigkeit für Einverständnis und Einvernehmen anscheinend suspendiert ist.“ Deshalb ist es aus Sicht des neoliberalen Projekts auch wichtig, den Menschen über ihre medialen Sprachrohre immer wieder einzubläuen: „Es ist Krise. Dies ist eine Ausnahmesituation, in der außergewöhnliche Maßnahmen notwendig sind.“ Selbst wenn die meisten Menschen heute nicht anders leben als 2007, muss jeder in die Lage versetzt werden, dieses Mantra im Schlaf herzubeten.


Was ich beschrieben habe, sind natürlich „Worst-case-Szenarien“. Man könnte sich auch hoffnungsvolleres ausdenken: Bestimmte Staaten lösen sich aus dem europäischen und atlantischen Bindungen heraus und experimentieren – wie in Südamerika – mit einem „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“. Das Gezeter unter den Etablierten ist groß, und der erste Staat der ausschert, wird sich Schikanen und internationale Isolation gefallen lassen müssen. Einem „Dominoeffekt“ folgend, werden allerdings immer mehr Staaten mit dem neuen Geist experimentieren, die EU und der transatlantische kapitalistische Machtblock werden zerfallen. Bestandteile dieses Neue Sozialismus könnten sein: Rücknahme jeglicher Privatisierung von Gemeingütern (Wasser, Energie, Bahn). Bodenreform mit dem Ziel, den Grundbesitz auf ein gesundes Maß zu begrenzen. Obergrenzen für Preise bei lebenswichtigen Gütern und Untergrenze für Löhne, damit verbunden auch ein „Kaufkraftschub“. Drastische Besteuerung von Übervermögen. Im Zusammenhang mit allen genannten Maßnahmen finanzielle Gesundung der Staatshaushalte und mehr Handlungsspielraum für den Staat, der allen Menschen zugute kommt.


Schluss mit unbegrenzten Zinszahlungen!


Die wichtigste Maßnahme, die zu ergreifen wäre, betrifft jedoch die Staatsverschuldung. Wie alle konkreten Taten muss sie im Denken vorbereitet werden und verlangt ein gewisses Maß an Mut: Wir müssen uns von der Schuldentilgungslüge verabschieden, ebenso wie wir uns von der Vollbeschäftigungslüge trennen müssen. Die Staatsschulden in der gegenwärtigen Höhe können nicht mehr zurückgezahlt werden, also sollte man den arbeitenden Menschen auch kein schlechtes Gewissen deswegen einreden. Diese sind durch ihre kollektive Zahlungsunfähigkeit lediglich Vollstrecker einer historischen Notwendigkeit geworden. Die Forderung, dass die Steuerzahler geliehenes Geld an Privat-Gläubiger zurückzahlen sollte, ist im Prinzip legitim; die Forderung, wir sollten über Generationen ein Vielfaches an Zins und Zinseszins berappen, so lange, bis uns die Luft zum Atmen ausgeht, ist allerdings nicht nur illusorisch, sie ist auch ethisch verwerflich. Wir brauchen endlich ein Insolvenzverfahren für den Staat, einen geordneten Zahlungsstopp nach dem Grundsatz: Schuldentilgung ja, Zinszahlung ab einem gewissen Umfang nein!


Natürlich erfolgten die Vereinbarungen mit Gläubigern über Tilgung und Zins nach geltendem Recht, mit dem man nicht leichtfertig umgehen sollte. Wir müssen aber bedenken, dass der Punkt, an dem Schulden nicht mehr rückzahlbar sind, an dem also streng genommen Recht gebrochen werden muss, ohnehin kommen wird. Die Frage ist nur: Wann wagen wir es, den ohnehin notwendigen Zahlungsstopp durchzusetzen? Tun wir es jetzt, solange es uns noch leidlich gut geht, oder warten wir ab, bis das Sozialstaatsgebot der Verfassung, bis das Recht auf Leben, bis alle Gebote der Menschlichkeit gebrochen worden sind? Nehmen wir also aus Angst, Tilgungsvereinbarungen zu verletzen, massive Verletzungen der Menschenwürde in Kauf?


Die inszenierte Schuldenfalle


Eskalierende, unumkehrbare Staatsverschuldung ist der „strategische Hebel“ (Albrecht Müller) des neoliberalen Projekts. Die Handlungsunfähigkeit der Staaten wiederum rührt von einem andauernden Aderlass her, vom Abfließen seiner finanziellen Ressourcen in die Hände von wenigen Großvermögensbesitzern. Auf rätselhafte Weise kommen wir nie aus der „Schuldenfalle“ heraus. Scheint irgendwo am Horizont Erleichterung in Sicht zu sein, „zwingt“ eine noch größere Krise, ein noch größerer Finanzbedarf den Staat zu immer unverantwortlicheren Anleihen bei unser aller Zukunft. Profiteure sind stets die Groß-Gläubiger, die sich damit das Erstzugriffsrecht auf einen wachsenden Anteil der Arbeitserträge künftiger Generationen sichern. Zweifellos erfüllen dauerhaft überschuldete Völker den Traum vieler Gläubiger von einer unversiegbar sprudelnden Geldquelle – und von wachsender Macht über die Schicksale dieser Völker. Nicht der solvente Schuldner ist für solche Gläubiger rentabel, sondern der hoffnungslos überschuldete, denn er bringt ihnen über die Jahre ein Vielfaches der ursprünglich geschuldeten Summe ein. Ist es da nicht wahrscheinlich, dass Überschuldung auch bewusst inszeniert wird?


In mehreren Zeitungen wurde berichtet, dass der US-Finanzriese Goldman Sachs Griechenland dabei geholfen habe, das wahre Ausmaß seiner Verschuldung mit Finanztricks zu verschleiern bzw. die Schulden „in die Zukunft zu verschieben“. Europäische Regierungen (und Mainstream-Medien) geben sich nun empört über diesen „Betrug“. Kritische Autoren wie Simon Johnson und Albrecht Müller hegen allerdings Zweifel daran, ob Europa an den Vorfällen ganz unschuldig war. „Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass die Verantwortlichen bei der Europäischen Kommission, bei den einzelnen Ländern und bei der Europäischen Zentralbank EZB nicht um den Zustand wussten.“ (Müller). Was bedeutet es aber, wenn Zentralbank und europäische Regierungen von den Finanztricks wussten, Griechenland aber in die Falle laufen ließen, um sich dann hinterher lauthals zu beschweren und auf strenge Sozialkürzungen zu pochen? Solche Zusammenhänge sind ohne Insiderwissen schwer zu durchschauen.


Die Griechen sparen, Banker verdienen


Als sicher kann gelten, dass diverse Bankhäuser dabei sind, an der Griechenlandkrise massiv zu verdienen. Laut „New York Times“ schließen internationale Finanzhäuser derzeit Wetten auf eine griechische Staatspleite ab. „Spiegel online“ schrieb dazu Ende Februar: „Das hoch verschuldete Land im Süden Europas droht laut ‚New York Times’ durch einen massiven Angriff von Spekulanten in den Ruin getrieben zu werden. Bezeichnenderweise seien an den Spekulationen vor allem jene Banken beteiligt, die Griechenlands Haushalt andererseits stabilisieren, indem sie dem Staat seine Anleihen abkaufen. Mit anderen Worten: Die Banken sind an der hohen Verschuldung Griechenlands beteiligt – und wetten nun auf eine Pleite des Staats.“ Zu den genannten Bankhäusern gehören laut „New York Times“ auch die UBS und die Deutsche Bank. Im Fall einer Staatspleite würden diejenigen profitieren, die Versicherungen auf Kreditausfälle abgeschlossen hätten. “Es ist, als kaufe man eine Feuerschutzversicherung für das Haus des Nachbarn. Sie schaffen einen Anreiz, das Haus abzubrennen”, interpretiert der Banker Philip Gisdakis den Vorgang.


Wie in Max Frischs Stück „Biedermann und die Brandstifter“ scheinen die biederen europäischen Völker jedoch wild entschlossen, die Zündler, die sich in ihrem Haus breit gemacht haben, für anständige Leute halten – selbst dann noch, wenn diese fast überdeutlich zu verstehen geben: „Ja, wir sind Brandstifter“. Es fragt sich, wann wir den Mut haben werden, die Brandstifter nicht nur als solche zu benennen, sondern ihnen endlich auch die

 

Brandfackeln zu entreißen.

 

 

 

Wegen ihrer Großzügigkeit gegenüber den Banken muss die Bundesregierung im kommenden Jahr 86 Mrd. Euro Schulden machen, statt sechs Mrd., wie es vor der Krise geplant war. Gleichzeitig konnten sich die deutschen Banken bei der Europäischen Zentralbank EZB mit billigen Krediten in Höhe von 442 Mrd. Euro versorgen, für die sie nur ein lächerliches Prozent Zinsen zahlen müssen.

Die Regierung hat Milliarden in das Bankensystem gepumpt und die Staatsverschuldung derart hochgeschraubt, dass die Bevölkerung auf Jahrzehnte hinaus wird zahlen müssen. Dennoch musste die Regierung kürzlich zugeben, dass die Banken nicht bereit seien, ihren Teil des Handels zu erfüllen, die Kreditvergabe zu lockern und der Wirtschaft und der Industrie ausreichend Kredite zur Verfügung zu stellen.

Aber anstatt den Unternehmen Investitionen zu ermöglichen und Kredite zu niedrigen Zinsen zu vergeben, ziehen die Banken es vor, ihre Bilanzen zu sanieren, indem sie mit sicheren Staatsanleihen handeln und exorbitant hohe Zinsen für Kredite und Überziehungszinsen bei Girokonten kassieren.

Die Deutsche Bank konnte so für das erste Quartal 2009 doppelt so hohe Profite, als von Marktanalysten erwartet, ausweisen. Ein großer Teil ihrer Umsatzsteigerung ergab sich aus dem Handel mit Staatsanleihen, der durch das Bankenrettungsprogramm und durch die Konjunkturprogramme möglich geworden war.

(Quelle - World Socialist Web Site)

 

 

 

 STAATSVERSCHULDUNG - Die uferlos steigende Staatsverschuldung & die permanente Inflationierung der Währung wird irgendwann im finanziellen Ruin - (STAATSBANKROTT), des betreffenden Landes enden. - Aber die Gewißheit, daß sich diese Ereignisse um zwei oder drei Generationen hinauszögern lassen, genügt der politischen Kaste als Motiv, das makabre Spiel bedenkenlos weiterzutreiben...

Wenn Staatsschulden einmal bis zu einem gewissen Grad angehäuft sind, so lässt sich, glaube ich, kaum ein einziges Beispiel für ihre richtige und vollständige Bezahlung anführen. Adam Smith, 1776

"Es leuchtet ein, wo mit der Anleihe nicht gleichzeitig eine Steuererhöhung stattfindet, kann der Zins der gemachten Anleihe  nur noch durch neue Anleihen gedeckt werden." Lorenz von Stein, 1960

"nichts ist richtiger, as das jeder Saat, der immerfort borgt, der nie die vorher gemachten Schulden abzahlt, endlich untergehen muß." Karl August von Stunensee, 1800

So pünktlich und zuverlässig die staatlichen Schuldenmacher auch über Jahre und Jahrzehnte hinweg die Zinsen zahlen mögen; An irgendeiner Stelle pLatzt einmal der immer weiter aufgeblasene Schuldenballon, mit oder ohne Revolution und Bürgerkrieg. Und was dann die Gläubiger noch zurückerhalten, bzw. was durch die letzte Notbremse des Staates, nämlich die inflationäre Entwertung des Geldes und damit aller Ansprüche, von ihren ganzen Ersparnissen noch übrig bleibt, wissen wir aus der Geschichte.

"Der Anstieg der STAATSVERSCHULDUNG ist aus mehreren Gründen bedenklich. Erstens bewirkt eine Ausweitung der Staatsnachfrage grundsätzlich eine Zurückdrängung privater Investitionen bedingt durch steigende Zinssätze. Zweitens sinkt die Flexibilität der Haushaltspolitik, da ein immer größerer Teil für Zinszahlungen und Tilgung aufgebracht werden muss. Und drittes ist der Staat wegen der zunehmenden Verschuldung gezwungen, an seiner an Wachstum orientierten Politik festzuhalten, um den Schuldenberg mit wachsenden Steueraufkommen zu bewältigen. Wirtschaftswachstum ist jedoch mit schwer wiegenden Folgen für die UMWELT verbunden. Durch Wirtschaftswachstum werden erhebliche ökologische Folgekosten produziert, die die Mehreinnahmen überkompensieren können und gleichzeitig zu irreparablen UMWELTSCHÄDEN führen." Helmut Creutz

 

 

 

 

 

Wovon wir alle leben

Eine Allmende ist kein Schlaraffenland, das leergefressen wird, sondern eher ein Picknick, zu dem alle etwas mitbringen.


von Silke Helfrich - Ein Artikel aus dem Oya-Magazin!


Gemeingüter – was soll das sein? In jüngster Zeit wird die Vokabel oft zitiert, aber nur wenige wissen damit etwas anzufangen. Mit dem Begriff sind kaum Geschichten und Bilder verknüpft. Dabei sind die Gemeingüter das, wovon wir alle leben. Oft bemerken wir sie erst, wenn ihr Schwinden die Existenz ­bedroht: wenn das Wasser versiegt, das Klima kollabiert oder uns der Zugang zu Wissen verwehrt bleibt.


Im Dezember 2009 starrte die Welt auf Kopenhagen wie das Kaninchen auf die Schlange. In der dänischen Hauptstadt kamen jene zusammen, die behaupten, unsere Interessen als Bürgerinnen und Bewohner dieser Erde zu vertreten. Es sollte um ein völkerrechtlich bindendes Abkommen mit quantifizierbaren Zielen für die Reduktion von Treibhausgasen gehen. Die sozialen Bewegungen mobilisierten, die Wissenschaftler und Nichtregierungsorganisationen analysierten, die Sicherheitskräfte observierten, und die Politiker debattierten. Doch nach dem Spektakel herrschte Katerstimmung. Die Kurzsichtigkeit, mit der auf der Weltklimakonferenz Überlebensfragen verhandelt wurden, bot Anlass zum Verzweifeln. Gemessen an der dramatischen Bedrohung durch die Übernutzung des wichtigsten globalen Gemeinguts, der Atmosphäre, kam das Versagen der multilateralen Verhandlungsstrukturen einer politischen Bankrotterklärung gleich. Die »Vertretung« unserer Interessen funktionierte in Kopenhagen nicht. Der Schutz der Atmosphäre ebenso wenig. Nur bestimmte Lobbyisten – und die Hoteliers der Stadt – ließen die Sektkorken knallen.


Das Ergebnis war vorhersagbar. »Es gibt kein internationales Regierungshandeln, das die Ressourcen der Menschheit effizient verwalten und schützen würde«, so die ernüchternde Diagnose von James Quilligan, seit Jahrzehnten als Commons-Experte in der internationalen Politikberatung tätig. Tatsächlich trug staatliches Handeln auf internationaler Ebene nur selten zum Gemeingüterschutz bei. Mitunter wird auf das Montrealer Protokoll von 1987 verwiesen, ein »­Meilenstein des Umweltrechts« zum Schutz der Ozonschicht. Das multilaterale Abkommen hat erheblich zur Reduzierung und schließlich zur vollständigen Abschaffung der Emission chlor- und bromhaltiger Chemikalien wie FCKW beigetragen. Das ist ein seltener Erfolg.


Im Kontext von Kopenhagen aber wurde die führende Gemeinguttheoretikerin Elinor Ostrom, seit Oktober 2009 Wirtschaftsnobelpreisträgerin, nicht müde, eine zentrale Erkenntnis ihrer Forschung in Erinnerung zu bringen: »Es reicht nicht aus, Regeln von oben zu setzen.« Zudem zeigen Ostrom und mit ihr Generationen von Gemein­güterforschern, dass sowohl der Staat als auch der Markt, aber auch Gemeinschaften im Umgang mit Gemeingütern einmal erfolgreich sind und ein anderes Mal scheitern. Gleich, welche These man zu bestätigen sucht, man wird immer großartige Beispiele zitieren können und zugleich von Misserfolgsgeschichten zu berichten wissen. Dadurch wird klar: Wir dürfen uns weder auf einzelne Akteure verlassen noch auf bestimmte Eigentumsformen, noch gibt es leicht kopierbare Institutionen und Regelwerke. Was in Deutschland geeignet ist, den Wald naturnah zu pflegen, wirkt in Brasilien in der Regel deplaziert. Stattdessen muss es gelingen, den Menschen die Möglichkeit zu geben, »ihre eigenen Regeln zu gestalten«, meint Ostrom. Nur dann entwickelt sich Vertrauen als grund­legende Bedingung für Kooperation.


Es gibt keine Gemeingüter ohne gemeinsames Tun

Die Über- oder Unternutzung kollektiver Ressourcen ist weder dadurch zu lösen, dass wir endliche Ressourcen mit einem Preisschild versehen, noch dadurch, dass wir Ressourcen, die sich durch ihren Gebrauch mehren, wie Sprache, Wissen oder Code, künstlich verknappen. Wir können, das zeigt Kopenhagen, diese Fragen ebensowenig den Regierungen überlassen. Der Grund ist einfach: Wie andere Akteure auch ziehen Nationalstaaten im internationalen Konkurrenzkampf ökonomische und politische Macht aus dem Zugriff auf diese Ressourcen. Warum sollten sie darauf verzichten? Zu Hause – etwa wenn es um die Sauberkeit der deutschen Flüsse geht – übernehmen einzelne Verwaltungen durchaus bemerkenswert Verantwortung für nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung. Sobald sich jedoch die Möglichkeit eröffnet, Verluste auf andere abzuwälzen und den Umweltraum der Asiatinnen oder Afrikaner zu plündern, präsentiert sich selbst eine bundesdeutsche Regierung in des Kaisers neuen Kleidern. Da wird mit nacktem Finger auf andere gezeigt: »China ist schuld!« Der Soziologe Bernd Hamm zieht aus der traurigen Bilanz die Konsequenz: »Vergessen wir Kopenhagen!« Es gibt Gründe, mit solch harschem Urteil zu sympathisieren.


Verordnete Maßnahmen sind ineffizient, »weil sich die Menschen nicht mit ihnen identifizieren«, sagt Elinor Ostrom. Zudem verlangte dies einen Staat, der willens und in der Lage wäre, eine gemeinwohl­orientierte Ressourcenpolitik zu betreiben. Dies ist in wenigen Ländern der Fall. Vielerorts regieren Korruption, massiver Lobbyismus oder Wachstumsfetischismus.


Es ist klar, was zu tun ist und wie es zu tun ist. Statt Geld, Energie, Hirn und Talente weiterhin in Sackgassenverhandlungen zu investieren, kann all dies direkt und von jedermann in dezentrale Energiegewinnung, in die Wiederbelebung des öffentlichen Nahverkehrs oder in ein Unterrichtsfach »Gemeingüter: Zukunft ist nicht (ver-)handelbar« investiert werden. Zudem könnten wir einmal wöchentlich auf Nachrichten über Konkurrenz und Katastrophen verzichten und stattdessen darüber sprechen, was Menschen miteinander gelingt, wenn sie Energieressourcen in ihre Communities zurückholen, wenn sie lebenswerte und beziehungsreiche Wohn- und Arbeitsorte schaffen oder gemeinwohlorientierte Lösungen für Bildung und Kultur entwickeln.


Es ist eine große Bewegung im Gang. Sie ist vielfältiger, als im Kontext der Klimaverhandlungen bereits sichtbar wurde. Doch diese Bewegung hat das Problem eines Neugeborenen. Sie hat sich noch nicht selbst entdeckt, und ihr fehlt die programmatische Grundlage. Dennoch ist sie da. »Das eigentlich Erstaunliche«, so Bernd Hamm, »sind die Menschen. Für viele wird das Versagen der Politiker gerade neuen Ansporn bringen. Sie, wir, werden unbeeindruckt weiter diesem Weg folgen, wir werden Häuser dämmen und Bahn fahren, wir werden […] Bürgersolarkraftwerke bauen, wir werden unseren Kommunen Beschlüsse für erneuerbare Energien abringen, wir werden …«


Trotz allem scheint es wenig sinnvoll, das Kind mit dem Bad auszuschütten. Vergesst Kopenhagen nicht ganz! Wir brauchen beides. Eine starke Bewegung, die weniger verhandlungsfixiert ist, aber auch multilaterale und von den nationalen Interessen unabhängige Strukturen. Sie müssen effektiv auf den Schutz der Gemeingüter ausgerichtet sein und die zahllosen Initiativen der Menschen vor Ort direkt stärken. Das Ergebnis von Kopenhagen erinnert daran, wie dringend das Nachdenken über Gemeingüter in die Mitte der Gesellschaft zurückgeholt werden muss. Hier können wir neu aushandeln, wie der Zugriff, die Nutzung und die Kontrolle von Gemeingütern gestaltet werden sollen. Peter Linebaugh, ein bedeutender Commons-Historiker der Gegenwart, nennt diesen Prozess des Gestaltens Common­ing. Linebaugh hat recht, wenn er meint, es gäbe keine Gemeingüter ohne Commoning, ohne gemeinsames Tun.


Was sind Gemeingüter?

Gemeingüter gehören nicht einem Einzelnen, aber auch nicht niemandem. Es sind all jene Dinge, die einer bestimmten Gruppe »gemein« sind. Gemein bedeutete ursprünglich »mehreren abwechselnd zukommend«, später dann: »mehreren in gleicher Art gehörig«, woraus sich »gemeinsam« und »gemeinschaftlich« entwickelt hat. Gemeingüter sind vielfältig in ihrer Erscheinung und Funktion. Sie sichern unsere Grundversorgung mit Nahrung, Energie und Medizin. Sie sind Essenz der Umweltleistungen, die wir zur Wasseraufbereitung, Sauerstoffreproduktion und CO2-Absorption nutzen. Wir brauchen sie als Datenbank für Wissen und Informationen sowie als Quellen der Innovation und Kreativität: Kunst, Kultur, das Internet, Wikipedia oder freie Software basieren darauf, dass Menschen miteinander teilen und weiterentwickeln, was sie vorfinden oder von vorangegangenen Generationen übernehmen. Ohne Gemeingüter gibt es keine Fortbewegung und keine Kommunikation – denken wir an die Verkehrswege, die Sprache oder das elek­tromagnetische Spektrum.

Im Kern des Begriffs aber steht, dass Gemeingüter der sozialen Bindung dienen. Sozialer Zusammenhalt entsteht immer dann, wenn wir uns über den Zugang, die Nutzung und Kontrolle dieser kollektiven Dinge verständigen und wenn wir sie reproduzieren. Gemeingüter fügen sich demnach aus drei Grundbausteinen:

1: Die Ressourcen selbst. Wasser und Boden, Code und Wissen, Algorithmen und Kulturtechniken, die Zeit, die Stille und die Atmosphäre sind Gemein- oder »Allmend«-Ressourcen. Jeder Mensch hat grundsätzlich die gleiche Berechtigung, sie zu nutzen. Eine Person – ein Anteil, statt: Ein Dollar – ein Anteil!

2: Die Menschen, die diese Ressourcen in Anspruch nehmen. Gemeingüter sind ohne konkret handelnde Menschen in ihren sozialen Umgebungen nicht denkbar.

3: Die Regeln und Normen, nach denen die Ressourcen verwaltet werden. Wenn ich Wasser oder Boden nutze, mindert dies die Möglichkeiten des Gebrauchs durch andere. Teile ich hingegen Wissen oder Informationen, mehre ich die Nutzungsmöglichkeiten dieses Wissens für alle und auch für mich. Der jeweils sinnvolle Umgang mit Gemeingütern ist unter anderem von der konkreten Ressource abhängig: Ist sie endlich oder nicht? Lässt sie sich problemlos vervielfältigen, oder sind der Vervielfältigung Grenzen gesetzt? Die Regeln sind unterschiedlich, doch gemeinsam ist ihnen, dass sie von den Nutzern selbst bestimmt werden sollten. Sie entstehen aus dem direkten Bezug auf Verhaltens­einstellungen, Fertigkeiten und Werten.


Die Leistungen der Gemeingüter sind vielfach weder Bestandteil des Bruttoinlandsprodukts, noch machen sie den Wachstumsindika­toren in den Nachrichten Konkurrenz. Stattdessen werden sie erst dann wahrgenommen, wenn sie verschwinden: Wenn Saatgut nicht mehr von der Ernte einbehalten und im Folgezyklus ausgesät werden darf. Wenn Orte des Verweilens in den Städten zu Orten des Konsumzwangs geworden sind. Wenn – wie für 2048 vorausgesagt – alle kommerziell nutzbaren Fischbestände kollabiert sein werden. Wenn das Klima kippt und der Zugang zu Wissen unter Verschluss gerät, was zu überhöhten Preisen für lebenswichtige Medikamente oder für wissenschaftliche Artikel führt.

Elinor Ostrom hat unzählige Gemeingütersysteme weltweit durchkämmt und ist überzeugt: Die jeweiligen Nutzer wissen in der Regel selbst am besten, was zu tun ist. Zu den Voraussetzungen, damit sie erfolgreich zusammenwirken können, gehört der bewusst gelebte Beziehungsreichtum des einzelnen Menschen zu Orten, Ressourcen und den anderen. Überschaubare Systemgrenzen sind hilfreich. Sie ermöglichen direkte Kommunikation und klare Strukturen. Regeln und Entscheidungen müssen allen Betroffenen einleuchten, was in überschaubaren Gemengelagen eher möglich ist als in globalen Klimaverhandlungen. Auch stabiles Wissen über die langfristige Entwicklung der jeweiligen Ressourcen sowie Monitoringverfahren und Sanktionen gehören zu erfolgreichem Gemeingutmanagement. Wem im Umgang mit Gemeingütern welches Gewicht und welche Entschei­dungsbefugnis zukommt, basiert in der Regel auf eingebrachten Leistungen und Reputation. Wer sich als Trittbrettfahrer entpuppt, mit dem wird man weniger gern zusammenarbeiten. Wer als verlässlich gilt, der hat einen entscheidenden – oft auch materiellen – Vorteil. Insider wissen, wem man vertrauen kann, Einsteiger können dieses Wissen nutzen. Das System als Ganzes profitiert.


Verschiedene Gemeingüter, ähnliche Logiken

Wären Internet und Wikipedia in ihrer fortdauernden Entstehung den Regeln des Markts und nicht jenen der Gemeingüter unterworfen, würden sie heute kaum die Fülle an Innovationen und Informationen bieten, die jedem Menschen offenstehen. Doch das Internet ist als Gemeingut entstanden. 1989 schrieb Tim Berners-Lee die Seitenbeschreibungssprache HTML und das entsprechende Internetprotokoll http. Berners-Lee wollte, dass die Ergebnisse von allen frei weiterentwickelt und genutzt werden können. Die gemeinsamen Ressourcen sind der Code und das Wissen über die Netzarchitektur. Die Gemeinschaft sind all jene, die Code und Wissen weiterentwickeln, sowie jene, die die Regeln des Netzes pflegen: Netzneutralität etwa oder dass das World Wide Web Consortium nur patentfreie Standards zulässt. Kein Markt und kein Staat haben dies gewährleistet, sondern die Internet Community selbst. Grundbedingung für die Entfaltung des Internets als Gemeingut waren die Idee des Teilens und der Verzicht auf Kontrolle über andere. Aber nicht nur in der digitalen Welt sind gemeingutreproduzierende Spielregeln möglich.

Im November 2009 titelte die Berner Zeitung: »Grindelwald ist nobelpreisverdächtig«. Sie ermöglichte der kleinen Schweizer ­Gemeinde einen großen Auftritt. Der Ort erhielt seinen Namen zu Recht, denn »Grindelwald« geht zurück auf grintil, Riegel, und walt, Wald. Tatsächlich wird der Ausbeutung der Grindelwalder Flur seit Jahrhunderten ein einfacher Riegel vorgeschoben. Die von der überwältigenden Kulisse der Eiger-Nordwand geprägte Kulturlandschaft erhielt ihr Gesicht nach Regeln, die 1404 im Taleinungsbrief festgeschrieben wurden, der ersten schriftlichen Alpverfassung überhaupt. Der Brief legt fest, wie die privatrechtlich organisierten Alpkorpo­ra­tionen die Übernutzung der Alp verhindern. Dabei belegen die Bestim­mungen, wie ökologisch und beitragsorientiert die Grindel­walder Bauern schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts dachten:


Nur Tiere, die man winters in den Höfen füttern konnte, durften auf die Alp. Das Futterangebot im Winter bestimmte die Anzahl der Sommerweiderechte auf dem Gemeingut. Den Landbesitzern im Tal wurden die »Kuhrechte« nach Besitzgröße zugeteilt. Diese Rechte sind bis heute nicht an die Person, sondern an den Bodenbesitz gebunden. Und sie sind nach außen unverkäuflich. Jedes Jahr sind die Bergler zum »Tagwannen« – zur Alppflege – verpflichtet. Je mehr Kuhrechte, desto mehr Leistungen sind für die Gemeinschaft zu erbringen.


Dieses System hat die Übernutzung der Weiden verhindert, den Ausverkauf des Lands und die Konzentration des Landbesitzes erschwert sowie die Kultur der Alpwirtschaft gepflegt. Freilich sind die Bergschaften mit neuen Problemen konfrontiert. So verbringen heute immer weniger Kühe den Sommer auf den Bergweiden. Unternutzung ist offensichtlicher als Übernutzung. Doch das Ringen um den Erhalt des Systems lohnt sich, denn es bleibt ökologisch, sozial und ökonomisch sinnvoll, Milch und Käse auch künftig dort zu produzieren.


Gemeingüter verbinden Weltsichten

Klassische Indikatoren wie Wachstum oder das Bruttoinlandsprodukt sagen nichts darüber aus, ob sie der gemeinwohlorientierten Nutzung der Gemeingüter oder ihrer Zerstörung zuzuschreiben sind. Sie befinden sich mitunter auch dann im Aufwärtstrend, wenn Lebenswichtiges vernichtet wird. Daher fällt das von der Bun­desregierung im Dezember 2009 beschlossene »Wachstums­beschleunigungsgesetz« aus der Zeit. Wir brauchen nicht mehr von der Lebensqualität der Menschen weitgehend entkoppeltes Wachstum! Wir brauchen ein Potpourri an Ideen, wie Wohlstand auch dann erreichbar ist, wenn der Kuchen nicht mehr wächst.


In einer Situation, in der sich sowohl das Vertrauen auf staatliche Planung als auch auf die »unsichtbare Hand« des Markts als Illusion erwiesen haben, ist es naheliegend, die Dynamik der Gemeingüter zum zentralen Paradigma unseres Handelns zu machen. Das bedeutet auch, möglichst viel von jenen Dingen, die für ein würdevolles Leben nötig sind, jenseits des Verwertungsdrucks des Markts zu entwickeln, was Menschen auf neue Weise zueinander in Beziehung setzt: Zentral sind hier die Bezugnahme auf Kenntnisse, Bedürfnisse und Wünsche der Menschen und nicht Managerentscheidungen darüber, was auf dem globalisierten Markt noch platziert werden könnte.


Eine auf Gemeingütern basierende Wirtschaft – nennen wir sie nach Yochai Benkler vorläufig »Gemeine Peer-Produktion« (engl. commons based peer production) – steht für die Fokussierung auf den gemeinsamen Nutzen, der auch für den Einzelnen als gewinnbringend erfah­ren wird, gleich ob die Peers freie Software produzieren oder eine Enzyklopädie, ob sie Pflegeleistungen erbringen, Fahrräder, Lebensmittel oder Medizin herstellen. Unabhängig davon, ob der Begriff sich durchsetzt, geht es um eine künftige Ökonomie des Teilens und der Beteiligung, um faire Nutzung von Ressourcen für den Gewinn an Lebensqualität statt für die Akkumulation von Gütern. Das ist geldeffizienter als das, was wir bislang tun: In guten Zeiten errichten wir Mega-Infrastrukturen für Warenproduktion und -transport. In schlechten Zeiten privatisieren wir diese Strukturen oder bürden sie als Schuldschein den kommenden Generationen auf.


Gemeingüter als gemeinsame politische Plattform?

Gemeingüter bieten sich als Basis einer strategischen Plattform zum Umbau der Gesellschaft an, weil sie in allen gesellschaftlichen Bereichen vorkommen, in der sozialen, natürlichen, kulturellen und digitalen Sphäre. Der Ansatz ermöglicht eine gemeinsame Reflexion vielfältiger Praxen, in der die ökologische, die kulturelle und die soziale Dimension in organischer Weise verbunden sind.


Vermag eine moderne Commons-Debatte das lebensbejahende Prinzip der Vielfalt in den Mittelpunkt zu rücken? Vermag sie, Brücken zwischen Weltsichten zu schlagen und der großen und vielfältigen Bewegung zu einem Ich-Bewusstsein zu verhelfen? Wird es gelingen, kooperativem Handeln entscheidende Impulse zu geben? Schließlich findet Kooperation nicht dort statt, wo Stress und Konkurrenzdruck existieren, sondern dort, wo Stressoren abgebaut werden. Was kann die Wiederbelebung der Gemeingüter dazu beitragen?


Zu den Grundüberzeugungen der Debatte gehören das Vertrauen auf die schöpferischen Potenziale der Menschen und die Idee der Interrelationalität, des Aufeinander-Angewiesenseins: »Ich brauche die anderen, und die anderen brauchen mich.« Es gibt keine Notwendigkeit, die kollektiven über die individuellen Interessen zu stellen oder umgekehrt. Der Fokus auf Gemeingüter entpolarisiert. Er aktiviert eher die wichtigsten Motive politischen Handelns. Was in konservativer Sicht als Bewahrung der Schöpfung erscheint, lässt sich in linker Tradition als Verteidigung des Kollektivbesitzes gegen private Aneignung verstehen. Das ermöglicht (bündnis-)politisch neue Verbindungen in ansonsten wenig verknüpften Milieus.


Neue Technologien ermöglichen neue Kooperationsformen

Die Geschichte der Menschheit kennt drei große produktive Revolutionen. Vor über 5000 Jahren, mit dem Entstehen der Stadtstaaten, begann man, Menschen zur Schaffung von »Mehrwert« zu zwingen. Dieser Mehrwert stand der herrschenden Klasse zur Verteilung zur Verfügung. Die zweite Revolution setzte vor etwa 500 Jahren ein. Sie milderte den Zwang durch die Möglichkeit, dass Menschen ihre Produkte austauschten und Dinge zunehmend aus eigenem Antrieb herstellten. Die dritte produktive Revolution begann gestern. Vor einem Vierteljahrhundert. Sie versetzt den einzelnen in die Lage, in Netzwerken Dinge zu schaffen, die allen zur Nutzung zur Verfügung stehen, und zwar aus sich selbst heraus, weil sie eine Enzyklopädie, ein Betriebssystem oder ein Fahrzeug produzieren wollen. So wird – auf Augenhöhe – Zusammenarbeit auch zwischen Tausenden möglich. Es entstehen Artefakte von einer Komplexität, die auch großen Unternehmen enorme logistische und konzeptionelle Schwierigkeiten bereiten würden. Diese »Gemeine Peer-Produktion« hat Harvardprofessor Yochai Benkler in seinem Buch »The Wealth of Networks« als äußerst produktive Form beschrieben, Wissen und Code zu produzieren. Aber hilft uns dies im Umgang mit materiellen Dingen? Schließlich ist Wissen, anders als Materielles, beliebig reproduzierbar. Peter Lingemann und Lisa Paus bringen die Brücke zwischen beiden Sphären in ihrem Artikel »Weg von der Ressourcenfrage« in der taz vom 2. September 2006 auf den Punkt. In der Herstellung all dessen, was wir essen und trinken, anziehen und abnutzen, macht Wissensproduktion den Löwenanteil aus.


»Auch beim normalen Gebrauchsgut, etwa einem Hühnerei, ist entscheidend, durch welches Konzept man zu einem gesunden Hühnerei kommt; der Wert von Dotter, Eiweiß und Kalk ist dagegen eher gering. Der Anteil des Wissens an der gesamten Wertschöpfung beträgt heute bereits etwa 70 Prozent. Alle Waren verwandeln sich latent in Wissensprodukte. Wissen ist beliebig verfügbar, wird nicht weniger. Überfluss ist in der tradierten Markttheorie jedoch nicht vorgesehen.«


Da ist es also, das Füllhorn, in der es keine Mangelwirtschaft, sondern Überfluss gibt. Überfluss an menschlicher Kreativität, an beliebig reproduzierbaren Ideen und Konzepten, auf die Communities beliebig zugreifen können.


Gemeingut oder nicht? Ein großer Unterschied für Recht und Politik

Die Commons werfen ein neues Licht auf Altes. So ist es ein Unterschied, ob ich die Atmosphäre als Gemeingut sehe oder als Handelsware, und es ist ein Unterschied, ob Gewässer als Gemeingut begriffen werden oder nicht. Ersteres hätte so mancher ostdeutschen Kommune harte Auseinandersetzungen um die Privatisierung der Seen oder die Verbarrikadierung des Wannsee-Uferwegs erspart. Ein Gewässer als Gemeingut zu bestimmen, heißt, die Nutzungsrechte der Commoners, z. B. den Zugang zum See, zu privilegieren und sie nicht als beliebig transferierbare Nutzungsrechte an Einzelne zu übergeben. Wenn aber Gemeingüter nicht mehr gedacht werden, schwinden sie irgendwann aus der Realität. Wenn der öffentlichen Aufmerksamkeit entgeht, dass Gewässer Gemeingut sind, gibt es an der Ostsee bald Verhältnisse wie am zauberhaften Binnensee Coatepeque in El Salvador. Dort sind die Mauern der Grundstückeseigner so hoch, dass der See von der öffentlichen Straße aus nicht mehr erspäht werden kann.


Oder nehmen wir die Saatgutzüchtung. Sie ist komplex, aufwendig und teuer. Eine neue Sorte auf den Markt zu bringen, kostet in Deutschland derzeit an die 80 000 Euro über eine Entwicklungszeit von etwa zehn Jahren. Die regionale Vielfalt von Saatgut als Gemeingut ist unabdingbar, wenn wir angesichts des Klimawandels die Ernährung sichern wollen. Würde die Gesellschaft dies anerkennen, so würde der Staat die Steuermittel nicht weiter in Hybridentwicklung stecken, sondern in die Züchtung regional angepasster Sorten mit guten agronomischen Eigenschaften. Das Thema dem Markt zu überlassen, führt jedenfalls zu einem rasanten Verlust der Sortenvielfalt. Saatgut indessen als Gemeingut zu verstehen, heißt: Vielfalt und Selbstbestimmung erhalten und Ernährung sichern.


Es gibt eine Alternative

Gemeingüter, das bedeutet dreierlei: einen anderen Prozess des Produzierens – Gemeine Peer-Produktion, Care Economy, Formen des solidarischen Wirtschaftens und vieles mehr –, eine neue Form des Regierens und Regulierens – Selbstorganisation und Co-Governance – und eine Wiederauflage der Eigentumsdebatte. Hier wird die Vorstellung vom unantastbaren Privateigentumsanspruch auf Gemeinressourcen aufgeweicht. Es geht dabei nicht um ein Entweder-Oder, nicht um Privateigentum – Ja oder Nein? Es geht darum, Anspruchsrechte auf Gemeinressourcen so zu gestalten, dass eben der Zugang zum See grundsätzlich für alle erhalten bleibt. So wie der Zugang zu sauberer Luft, zu Parks, Wissen und Code. Das heißt auch, dass dieser Zugang mit Regeln und Auflagen verbunden sein kann, oft sogar verbunden sein muss. Eigentumsrechte wären demnach an zwei Bedingungen zu messen: Gemeingüter dürfen nicht in ihrem Bestand zerstört oder verbraucht werden. Und kein Anspruchsberechtigter darf von Zugang und Nutzung ausgeschlossen sein.


Die politische Ökonomie der Gegenwart kombiniert die Vorstellung von einer unendlichen Fülle natürlicher Ressourcen, an denen sich Marktakteure schadlos halten, mit dem Aberglauben, dass Innovation nur dann geschehe, wenn der Zugang zu Wissen und Kultur künstlich verknappt werde, etwa durch Kopierschutzmechanismen und die Ausweitung sogenannter intellektueller Eigentumsrechte auf immer kleinere Bausteine des Wissens und des Lebens. Doch in der Realität sorgt gerade freie, dezentrale und in Netzwerken organisierte Kooperation für Innovationsschübe. Unsere politische Ökonomie muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Das gelingt, wenn wir uns auf die Gemeingüter besinnen und eine Plattform entwickeln, die Orientierung für das Reprogrammieren der politischen Ökonomie bietet. Wir müssen uns Grenzen setzen und natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen, aber mit Ideen verschwenderisch umgehen.


Wir können eine politische Ökonomie auf den Weg bringen, die von Gemeingütern ausgeht und sie für die Zukunft weiterentwickelt; eine politische Ökonomie, die der Vielfalt der Ressourcen, der Unterschiedlichkeit der Communities und dem unerschöpflichen Reservoir erfolgreicher Management- und Organisationsformen gerecht wird; eine politische Ökonomie, die die Gelingensprinzipien für erfolgreiche Gemeingüter herausschält und erstarrte Glaubenssätze auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgt.


Spannende Ansätze dafür gibt es in allen Bereichen: in der unabhängigen ökologischen Saatgutforschung, in der Bewegung für freie Soft- und Hardware, im Kampf dafür, dass Erdöl wie in den Urwäldern Ecuadors im Boden bleibt, oder im Bemühen darum, die Versorgung mit Wasser, Wärme und Strom in überschaubare Strukturen zu lenken. Überall gibt es Gemeinschaften und wegweisende unternehmerische Bündnisse, gelegentlich sogar unterstützt von der Politik. Der Staat muss seine treuhänderische Funktion für Gemeingüter ernstnehmen. Er muss soziale Innovation fördern und Ressourcenkonflikte im Interesse der Allgemeinheit lösen. Der Staat sollte seine Legitimität aus der Verteidigung der Gemeinressourcen ziehen, statt aus dem Zugriff auf diese Dinge. Es gibt eine Alternative!

 

 

 

Wer die gesellschaftlich tragenden, ökonomischen Strukturen nicht begreift, die dahinter stecken (Staat und Gesellschaft) , für den haben Arbeit und Profit nichts miteinander zu tun und ein guter Arbeiter, der dank der äusserst wichtigen Automatisierung der Prozesse, danach etwa keinen oder nur noch „schlechte“ Jobs hat, der ist daran selber "Schuld" oder ist das "Schicksal"??

Aber der Technikfortschritt bleibt ungemein wichtig, (neue LCD Armaturen in der S Klasse) ist wertvoll und bringt „uns alle“ erheblich weiter, auch wenn Menschen sowie echte Arbeitsmöglichkeiten dabei auf der Strecke bleiben. Hauptsache man hat sich im erbitterten Konkurrenzkampf „daneben“ durchgesetzt und sich einen der wenigen noch freien Plätze „solidarisch“ erkämpft!?

Wer die ausgeweiteten, herrschenden ökonomischen Verwertungs-Verhältnisse nicht bewertet, kritisiert und analysiert, vertritt damit automatisch die Interessen der Verwerter,. Aber das ist vielen ja nicht mehr bewusst, denn so ist es doch „schon immer“, wertfrei- tolerant gnädig den Kapitalinteressen ausweglos und devot, wie untertänigst, zu zu arbeiten?

 

 Von der Logik des Habenwollens zur Geste des Gebens


von Lara Mallien erschienen in 03/2010  Oya-Magazin


Die Frage nach dem »guten Leben« ist ein Grundmotiv von Oya. Wer aber mit dieser Frage dem Thema »Wirtschaft« auf den Leib rückt, fällt in ein schwarzes Loch. Paradigmatisch geht es im ­gegenwärtigen Wirtschaftssystem um den Eigennutz, dem das gute Leben für alle folgen soll. Da sich dieses nur für wenige ­einstellt, muss das Paradigma falsch sein. Wie aber könnte eine Ökonomie des »guten Lebens« aussehen?


Setzt Grenzen! Dämmt die Spekulation ein, besteuert endlich Finanz­transaktionen. Etabliert strengere Umwelt- und Ethikstandards! – So ist es überall zu hören und zu lesen, wenn kritisch über Wirtschaft diskutiert wird. Aus der Logik des Systems erscheinen diese Regulierungen und Standards überfällig. »Nur ein begrenzter Markt ist ein guter Markt«, resümiert der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann in seinem erhellenden neuen Buch »System Error. Warum der freie Markt zur Unfreiheit führt«. Nein, nein, »nur die wettbewerbliche Marktwirtschaft schafft persönliche Freiheit«, hält der Ökonom Carl Christian von Weizsäcker in einer Diskussion mit Thielemann in der »ZEIT« dagegen. So dreht sich die Diskussion im Kreis. Was kann Oya hier beitragen?


Wir haben eine ganz einfache Frage gestellt: Wie gestaltet sich eine Art des Wirtschaftens, die man nicht mit aller Kraft eingrenzen und regulieren muss, um Schaden abzuwenden, sondern die aus sich selbst heraus das »gute Leben« im Sinn von »Right Livelihood« fördert? Adam Smith, der mit seinem Werk »Der Wohlstand der Nationen« aus dem Jahr 1776 als Begründer der modernen Wirtschaftstheorie gilt, dachte auch an ein gutes Leben. Seine Formel: Wenn jeder nach seinem Eigennutz trachtet, entsteht der größte Wohlstand für alle. Weil es aber im Wettbewerb der Eigennutz-Maxi­mierer Verlierer gibt, ist eben nur ein begrenzter Markt ein guter Markt. – Aber ist nur ein begrenzter Mensch ein guter Mensch?

Wir haben eine Reihe von Autorinnen und Autoren eingeladen, mit uns zu diesen Fragen Grundlagenforschung zu betreiben. Ihre Beiträge sind noch nicht das Ergebnis einer Diskussion der Beteiligten untereinander. Aber schon ihre Zusammenschau ist spannend. Aus dem reichhaltigen Stoff, der uns bisher erreicht hat, haben wir für Sie einige wichtige Passagen ausgewählt.


Fähigkeiten, Bedürfnisse und Freiheit

Adelheid Biesecker, emeritierte Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bremen, weist auf den ­Fähigkeitenansatz von Martha Nussbaum hin: »Gutes Leben wird von ihr verstanden als ein Leben, in dem die Menschen in der Lage sind, ihre Fähigkeiten zur Gestaltung ihres eigenen Lebens zu entwickeln. In dem sie fähig sind: ein lebenswertes Leben in normaler Länge und in guter Gesundheit und körperlicher Unversehrtheit und mit Rücksicht auf die Natur zu führen und die Sinne und die Phantasie zu gebrauchen; Beziehungen zu anderen einzugehen und im sozialen Zusammenhang zu leben, zu lachen, zu spielen; eine ­eigene Vorstellung vom Guten zu entwickeln und kritisch über die eigene Lebensplanung nachzudenken; durch politische Partizipation das eigene Umfeld mitzugestalten. Gutes Leben ist, so verstanden, geprägt durch Selbständigkeit, Sicherheit und Freiheit.«


Freiheit – dieser Spur folgt Andreas Weber als Philosoph und Biologe: »Zunächst ist der Mensch ein Lebewesen; aus dem Netz der anderen Lebewesen (der Natur) hervorgegangen, ein biologisches Subjekt wie sie. Ein solches sucht eine Balance zwischen zwei Ex­tremen: dem der Freiheit, sich zu verwirklichen, und dem der Notwendigkeit von Bindungen, die es eingehen muss, um in Ganzheit existieren zu können. Ein Organismus (schon der einfachste) hat die Freiheit, zu handeln, aber ist auf die Materie angewiesen, aus der er besteht (Bindung), von der er sich ernähren muss.


Das ›gute Leben‹ wird möglich, wenn die Notwendigkeit des Angewiesenseins zur Freiheit wird. Wenn also die Bindungen dazu dienen, die eigene Freiheit nicht einzuschränken, sondern zu fördern. In diesem Augenblick wird aus der Notwendigkeit ein Spiel. Man könnte also sagen: Das gute Leben ist ein Spiel. Ein Spiel aber ist niemals die Gier nach Effizienz, sondern lustvolle Verschwendung. Man könnte sagen: Das ›gute Leben‹ ist Verschwendung.«


Beim Begriff »Verschwendung« zuckt das politisch korrekte ökologische Bewusstsein zusammen. Die Menschheit ist derart verschwenderisch mit den Ressourcen dieses Planeten umgegangen – das gilt es doch einzugrenzen! Noch einmal Andreas Weber:


»Knappheit ist ein Mythos: Der Mythos einer Zivilisation, die nicht begreifen will, dass in der Natur Substanz sich durch Teilen vermehrt. Nichts Wesentliches ist von Natur aus knapp. Luft ist nicht knapp. Wasser ist nicht knapp. Noch immer ist auch Nahrung, baute man sie richtig (ökologisch) an und verteilte sie gerecht, nicht knapp. Zeit ist nicht knapp. Gemeinschaft ist nicht knapp. Ein Ökosystem steigert von selbst seine Tiefe, Vielfalt, Bedeutung, Stabilität zum Wohle aller. Dabei werden die Ressourcen nicht gehortet, sondern verprasst: Natürliche Wirtschaft ist eine Ökonomie der maßlosen Verschwendung. Damit sich der Bestand auch nur erhält, legt ein Kabeljauweibchen mehrere Millionen Eier in die dunkle Nordsee, nach mehreren Stunden Liebesspiels mit dem Männchen: Auch das ist Verschwendung. Verschwendung heißt, auszuteilen ohne einen Hintergedanken. So leben von den unfassbar vielen Eiern und Spermien des Kabeljaus wiederum unzählige andere Wesen des Meeres, die sich von den Fortpflanzungsprodukten nähren wie von einem gnädigen Geschenk.«


Die Lust, zu Geben

Nicht Verschwendungssucht im Sinn von unbegrenztem Nehmen ist hier gemeint, sondern die Lust am verschwenderischen Geben! Es sind vor allem Frauen, die auf einen verborgenen Teil von Wirtschaft hinweisen, in dem das Geben der Dreh- und Angelpunkt ist. »Dazu gehört die Arbeit von Genevieve Vaughan, der texanisch-italienischen Sprachphilosophin«, schreibt Veronika Bennholdt-Thomsen, Sozialanthropologin und langjährige Pionierin der Subsistenz-Perspektive. »Sie setzt dem Tauschparadigma das Paradigma der Gabe entgegen. Das Muster, das dem menschlichen Wirtschaften zugrunde liegt, ist die Gabe, die keine Gegengabe voraussetzt. Gaben werden gegeben, weil Bedürfnisse befriedigt werden sollen, und werden in diesem Sinn weitergegeben und nicht zurückgegeben. Ausgangspunkt, konkret und als Handlungsmuster, ist das mütterliche Geben an das Kind. Wobei die Mutter nicht aus weiblich angeborener Heiligkeit heraus handelt, sondern ganz profan so handeln muss, sonst würde das Kind nicht überleben und gäbe es keine Menschheit. Zu eben diesem wirtschaftlichen Handeln sind wir, so Genevieve Vaughan, auch heutzutage gesellschaftlich fähig.«


So sieht es auch die Philosophin und Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth: »Niemand lebt vom Geld. Stattdessen ­leben wir von den Lebens-Mitteln, die von der Erde kommen, und wir leben durch gute Beziehungen. Die Natur und die Mütter schenken das, was das Leben ermöglicht, deshalb spreche ich von einer ›Ökonomie des Schenkens‹. Die Geschenke, die in unserer Gesellschaft kursieren, kommen wesentlich aus der Arbeit der Frauen. Sie schenken Leben und arbeiten zwanzig Jahre lang, bis das Wesen, dem sie das Leben geschenkt haben, groß geworden ist. Laut einem UNO-Bericht werden zwei Drittel der Arbeit auf der Erde von den Frauen geleistet. Deshalb gibt es die Ökonomie des Schenkens bereits. Darüber hinaus existiert ein reicher Strom von (unfreiwilligen) Geschenken von Menschen, die in großen Wirtschaftsbetrieben arbeiten und den Mehrwert ihrer Arbeit nicht erhalten, sondern weitergeben.«


»Am Anfang steht die Sorge für sich und die Ihren – aber wer sind die?«, fragt die Volkswirtin und Historikerin Friederike Habermann (siehe Porträt Seite 34.) »Das wird sicher in jeder historischen, kulturellen Situation etwas anderes bedeuten. Als ethisches Ziel ist wohl zu benennen, niemanden von dieser Sorge völlig auszuschließen. Die 80-jährige Doña Elvira aus Oaxaca in Mexiko definiert es umgekehrt: Wer am comida, an den Mahlzeiten teilhat, wird als zugehörig empfunden. Bei ihr sind das nicht nur die Familie und das unmittelbare soziale Netzwerk, sondern auch die Tiere und sogar die Vorfahren, die Erde und das Wasser.«


Aus einer solchen Haltung ergibt sich ein »Vorsorgendes Wirtschaften«, meint Adelheid Biesecker, die den feministisch-ökonomischen Diskurs zur Care-Ökonomie, der auf die Sorgebeziehung zwischen Menschen fokussiert, sehr befördert hat. »Sorgen nimmt die Bedürfnisse aller Beteiligten zum Ausgangspunkt, es ist ein Prinzip, das auch asymmetrische Beziehungen in die Ökonomie integriert. Solche Asymmetrien bestehen häufig in Sorgebeziehungen, in denen die Umsorgten abhängig sind von den sorgenden Menschen. Aus dem Sorgen um die Zukunft entsteht die Vorsorge in der Gegenwart. In der modernen kapitalistischen Ökonomie gilt jedoch diese Care-Ökonomie nicht als Wirtschaft. Hier zählt nur das, was am Markt Geld bringt – möglichst viel Geld.«


»Eine Zeitbudgetstudie des Bundesamts für Statistik zeigt, dass nur etwa ein Drittel des täglichen Zeitaufwands als bezahlte Arbeit ›wirtschaftlich‹ verausgabt werden, während fast zwei Drittel für ›nicht-wirtschaftliche‹, also unbezahlte Tätigkeiten anfallen,« schreibt der Informatiker und Experte für freie Software Stefan Meretz. »In diesen zwei Dritteln unserer Zeit liegen wir jedoch nicht auf der faulen Haut, sondern kümmern uns um die Dinge, die ›wirtschaftlich‹ nicht erledigt werden: Essen heranschaffen und zubereiten, Kinder versorgen, Haushalt betreiben, freiwillige Aufgaben übernehmen etc.


Wir stellen fest, dass die Gesellschaft in zwei Sphären gespalten ist. In der einen herrscht die harte Logik des Geldes. Die Zeitspar­logik bestimmt den Arbeitsalltag. In der anderen Sphäre gilt geradezu das Gegenteil, eine Art Zeitverausgabungslogik. Gut ist es, Zeit zu haben für familiale und andere Aktivitäten. Wer jemals versucht hat, das Einschlafen von Kindern unter ein Regime des Zeitsparens zu stellen, kann nachvollziehen, was ich meine.


Wer nun denkt, Wirtschaft habe es doch seit dem griechischen Haushalt, dem oikos, immer gegeben, der irrt, wenn er die moderne auf eine antike Form rückprojiziert. ›Wirtschaft‹ ist eine moderne Erfindung, ihre Entbettung aus der Gesellschaft, die ›Transformation der natürlichen und menschlichen Substanz der Gesellschaft in Waren‹ (Polanyi), setzte sich erst mit dem Kapitalismus durch.«


Wirtschaft als separate Sphäre?

Jetzt sind wir bei der Diskussion um die »Entbettung« der Wirtschaft angekommen. Darin liegt die Gefahr einer zu vereinfachten Sichtweise, auf die der Philosoph Julio Lambing, der sich im European Business Council for Sustainable Energy engagiert, hinweist: »Gemäß einer weit verbreiteten Auffassung wohnt dem modernen Markt ein nicht zu bremsendes Eigenleben inne: nur der Preis zählt. Menschen, die praktisch in der Wirtschaft aktiv sind, erleben aber in ihrem Geschäftsalltag, dass dieses Bild nicht der Realtiät entspricht: Auf den Märkten der modernen Gesellschaft, sei es beim Friseur, in der Großmarkthalle oder bei Handelsgeschäften im Wert von mehreren Millionen Euro wird nicht nur nach dem Preis entschieden. Marktbeziehungen sind den komplexen Wirkungen von Vergangenheit, Kultur, Religion, Gewohnheiten, Moden und Ideologien der sozialen Kollektive ausgesetzt, in denen sie stattfinden: Freundschaften, Traditionen, Familienbindungen, Loyalitäten, Idealbilder des kaufmänischen Handelns, aber auch gesellschaftliche und kulturelle Feindbilder, Abneigungen und Vorurteile sind als Motivationen nicht zu unterschätzen.«


Das unterstreicht die Notwendigkeit, auf allen Ebenen anzusetzen: auf der Ebene des Bewusstseinswandels hin zu einer Neuorientierung auf »unsere natürlichen, kulturellen und sozialen Gemeingüter und die Bedeutung von Gemeinschaften als Grund­bedingung eines guten Lebens«, schreibt Julio Lambing. Und in Hinblick auf die Ebene der Form: »Die heutige Wirtschaftsform verfügt weder über Anreize noch über ihr inhärente Mechanismen, das gemeinsame Wohl, das Gedeihen aller gemeinsamen Güter in den Vollzug des wirtschaftlichen Handelns einzubeziehen«.


In Hinblick auf neue Formen gibt es spannende Vorschläge einer auf Gemeingüter zielenden Wirtschaftsweise, wie sie insbesondere in den Beiträgen der ersten Ausgabe von Oya angeklungen sind. Damit rückt der zum fürsorgenden und vorsorgenden Aspekt von Wirtschaft komplementäre Pol, nämlich Erfindergeist und ­Kreativität, in unseren Fokus.


Kreativität und Erfindungsgeist

Wird der Mensch nur erfinderisch, weil er auf dem Markt erfolgreich sein will? Das wäre ein höchst pessimistisches Menschenbild, argumentieren diejenigen, die mit dem Prinzip der »gemeingüterbasierten Peer-Produktion«, der produktiven Zusammenarbeit selbstbestimmter Menschen experimentieren, die nicht das Geldverdienen als Zweck der Arbeit betrachten (siehe auch Seite 32). »Statt die eigenen Fähigkeiten in Quantitäten ummünzen zu müssen, wird aus einem Bedürfnis heraus aktiv gehandelt«, erklärt Friederike Habermann.


»Kann man so produzieren, dass für alle genug da ist? Dass alle nutzen können, was sie brauchen, wenn sie es brauchen? Geht das im Rahmen der 1,8 Hektar Biokapazität, die jeder und jedem im Schnitt zur Verfügung stehen?« fragt sich der Informatiker Christian Siefkes. »Wenn man es richtig anstellt, ja. Dabei kann ich angeregt werden durch produktive Bedürfnisse: Ich mache etwas, weil ich es gerne tue. Oder durch konsumptive Bedürfnisse: Ich trage zu der Produktion eines Guts bei, das ich selber haben möchte. Es geht um die Bedürfnisse, nicht um einen abstrakten Zweck wie die Kapitalverwertung. Peer-Produktion funktioniert gerade deshalb, weil sich die Leute gegenseitig bei der Befriedigung ihrer Bedürfnisse unterstützen, was für alle Beteiligten von Vorteil ist.«


Ein spielerisches, utopisches Beispiel, um das konkreter zu machen: Ein kleines Team möchte Windräder zur lokalen Energie-Erzeugung herstellen. Die Ressourcen dafür kommen aus gemeinschaftlich verwalteten Gütern, die Baupläne aus einer freien Wissendatenbank. Aus Spaß an der Sache und weil man sie überall nützlich einsetzen kann, entstehen so viele Windräder, dass man eine ganze Region damit versorgt. In dieser Region werden nun von einigen anderen mit großem Vergnügen Kartoffeln angebaut, so viele, dass es genug für alle gibt. Die Windradbauer brauchen also nicht zu hungern. Und so weiter. Geld? – bräuchte man in so einer Region vielleicht nur ganz am Rand, um spezielle Werkstoffe, die von weiter her kommen, z. B. Metalle, anzuschaffen.


Reine Phantasie? Nein. Der Hof, der freiwillig Kartoffeln anbaut und in seiner Region verteilt, liegt in der Nähe von Berlin. Die Windrad-Bauer (die sich heute allerdings Teile vom Schrottplatz suchen müssen) und ihre offene Werkstatt gibt es in Hamburg (siehe Seite 48). Vereinzelte Sonderfälle? Nein, es gibt eben Millionen von Menschen, die ihre Kinder versorgen, die alte Menschen und Kranke pflegen und durch freiwilliges Engagement die Gesellschaft aufrechterhalten. All diese Menschen sind, bei Licht betrachtet, Experten für Schenk-Ökonomie oder einer Ökonomie des Gebens oder einer Ökonomie des freiwilligen Beitragens.


Dieses Beispiel ist ohne Rücksicht auf die zum Teil fundamentalen Unterschiede im Menschen- und Weltbild der matriarchal geprägten Subsistenz-Perspektive, der Care-Economy und der Peer-Economy skizziert und nichts als eine skizzenhafte Collage. Es soll auch gar nicht mehr sein als ein interessantes Schillern, das vielleicht dazu animiert, tiefer einzutauchen, nachzufragen, ob Wirtschaften auch jenseits des Tausch-Paradigmas denkbar ist.


Es geht nicht nur ums Tauschen!

Was soll das heißen, »Wirtschaft ohne Tausch«? Veronika Bennholdt-Thomsen schreibt: »Kern unser aller Mittäterschaft ist das Gelddenken. Das Geld selbst ist nur der geronnene, vergegenständlichte Ausdruck eines Denk- und Handlungsmusters: dem des Tauschs. Das Tauschmuster lautet (lateinisch): do ut des, ich gebe dir, damit du mir gibst – und nicht etwa: Ich gebe dir, weil du Hunger hast, weil du frierst, weil du unglücklich bist. Der Tausch verbindet die Menschen nicht, sondern trennt sie voneinander.«


Andreas Weber: »Wenn Knappheit nicht existiert, kann Tausch kein Grundbedürfnis sein. Wir brauchen also darauf keine Wirtschaft zu gründen; wir dürfen es gar nicht. Vielleicht kann man ein Prinzip ›gemeinschaftliches Gedeihen‹ formulieren, zu dem gehört, dass im Sinn der Autonomie-Bezogenheit-Dualität höchste Priorität sowohl der Gemeinschaft wie dem Einzelnen eingeräumt wird. In meinen Augen ist das beste Kriterium für ökonomische Entscheidungen die Frage, ob sie die Fülle des Lebens vergrößern.«


Und der Soziologe Franz Nahrada: »Der archimedische Punkt, um in das Thema Wirtschaft hineinzukommen, ist die fundamentale Unterscheidung zwischen Tausch und Austausch. Austausch ist die allgemeinere, grundlegendere Beziehung, die besagt, dass Menschen in ihrem Zusammenleben aufeinander angewiesen und beständig miteinander und füreinander tätig sind. Der gesamte Lebensprozess des Menschen ist von Anfang an eingebettet in einen sozialen Schutz- und Entfaltungsraum, in dem verschiedene Formen der Organisation von Gesellschaftlichkeit in einem sekun­dären Evolutionsprozess miteinander konkurrieren oder sich miteinander verbinden, koexistieren oder amalgamieren. Tausch auf der anderen Seite ist eine sehr spezifische, von elementaren Formen wie der familiären Versorgungswirtschaft abgehobene Art und Weise, Austausch zu pflegen. Der Tausch erfordert eine ganze Welt von Rahmenbedingungen, die den ursprünglichen sozialen Kontext ersetzen und einen neuen, auf Gleich-gültigkeit im doppelten Wortsinn aufbauenden Verkehr der Menschen miteinander überhaupt erst möglich machen. Durch die Verallgemeinerung des Tauschprozesses entfaltet sich zugleich eine Eigendynamik, die den Tausch der Unwahrheit überführt und Realität zerstört.«


Kreuzungsversuche

Wie lässt sich in dieser Richtung weiterforschen? Die wichtigste Übung: »Nicht ideologisch werden«, erklärt Silke Helfrich, die das Buch »Wem gehört die Welt?« über Gemeingüter herausgegeben hat. »Wir sind es gewohnt, in diesen Spaltungen zu denken: hier Tausch und Wettbewerb, dort Kooperation und Fülle – und nicht jenseits dieser Spaltungen. Paradoxerweise bringt das Stärkenwollen des einen Pols auch immer die Gegenseite in Stellung, macht sie stark. Wir könnten nun, statt ins andere Extrem zu fallen, die Gegensätze auflösen und neu in Beziehung setzen. Es geht darum, die Dominanz des einen Pols aufzubrechen und das Geld, den Tausch auf dem Markt und die Konkurrenz gewissermaßen zu marginalisieren, so dass Reputation, Austausch und Kooperation ihre Potenziale entfalten können. Wir müssen das Geld gar nicht verbannen, aber wir können es marginalisieren.«


Ein solcher Ansatz geht noch weiter als ein reformiertes Geldsystem. Christian Siefkes warnt: »Ansätze zur Geldreform basieren auf der Annahme, dass es möglich sein müsste, ein Geldsystem einzurichten, das die negativen Eigenschaften des kapitalistischen Geldes vermeidet. Hergeleitet wird das von der historischen Tatsache, dass es in vielen Gesellschaften Geld gab, ohne dass diese Gesellschaften kapitalistisch waren – allerdings wird dabei verkannt, dass Geld hier nur eine untergeordnete Rolle spielte. Die meisten notwendigen Dinge wurden auf andere Weise hergestellt und aufgeteilt, beispielsweise in Subsistenzproduktion.«


»Es liegt nahe, dass eine Ökonomie jenseits des Tauschens zunächst primär auf einer lokalen Ebene erprobt werden kann«, meint Franz Nahrada zur Frage nach der praktischen Umsetzbarkeit. »Was können wir besser, wenn wir es selber in die Hand nehmen? Über welche Gemeingüter verfügen wir? Wie sehen Kreisläufe der gegenseitigen Unterstützung aus? Es geht dabei um ganz unspektakuläre Anfänge, egal, ob man ein eigenes Fernsehen machen will, einen Gemeinschaftsgarten, ein Wasser-, Sonnen- oder Hackschnitzelkraftwerk oder Gemeinschaftswerkstätten. Das verbindet sich wiederum mit überregionalen Netzwerken des Wissens und Könnens. Wir müssen es aber auch politisch verstehen, die herrschenden und dominanten Marktkräfte für unsere Sache einzunehmen. Wir brauchen eine politische Partei, oder besser noch: einsichtsvolle Sympathisanten in allen politischen Parteien und in der Verwaltung, die dafür sorgen, dass der Staat zum Partner einer sich selbst erhaltenden und handlungsfähigen Zivilgesellschaft wird.«


Julio Lambing denkt als Brückenbauer: »Für den Aufbau einer Wirtschaft, in der Schenken und Geben wichtiger sind als Übervorteilen und die Konzentration auf den Eigennutz, werden wir unsere Methoden ausbauen müssen, um Inseln einer anderen Wirtschaftsweise gegen wirtschaftlichen Druck und die Verführung zum permanenten Geschäftemachen abzuschotten. Neben solchen Reinformen werden aber auch viele Mischlinge, die zumindest teilweise marktwirtschaftlich arbeiten, unsere Unterstützung benötigen. Wir werden zudem weiterhin Rahmenbedingungen des bestehenden Marktsystems ändern müssen. Und wir werden uns mit großen, profitorientierten Konzernen für Veränderungen verbünden müssen und uns dabei die Hände dreckig machen. Die Geschichte lehrt, dass politische oder gesellschaftliche Umwälzungen oft erst durch ein Bündnis des Neuen mit einer Gruppe der alten Kräfte möglich wurden. Wichtig ist aber, daß wir immer wieder innehalten und nachdenken.« Zum Beispiel so, wie Andreas Weber über eine Wiese nachsinnt: »Wenn ich aber an die brusthohen Gräser auf den Wiesen hinter meinem Haus denke, die in der Nacht leise vibrieren, dann ist all das eine Gabe ohne Gegengabe, ein Schenken ohne Blick in die Zukunft, eine weggegebene Fülle, von der nur ein winziger Bruchteil (vielleicht 0,02 Prozent der so produzierten Samen) etwas nützt und etwas einbringt, weil er anderswo neues Gras und neue Wiesen sät. Doch dass die Wiese überhaupt stabil weiterexistieren kann, ist ja dieser unmöglichen Verschwendung zu danken, die alle nährt, die wiederum mit ihrem Tun dazu beitragen, dass die Wiese bestehenbleibt. Ökologisch ist es notwendig, dass Wiesen begrast (oder gemäht) werden, damit sie sich erhalten. Sie müssen verschwendet sein, um zu prosperieren.«


Eine schöne Aufgabe im Sommer: Legen wir uns in eine Wiese mit brusthohem Gras, betrachten wir die Vögel des Himmels, die nicht säen und ernten, und lernen wir etwas über gute Ökonomie.

 

 

 

 

 Gemeinsam mehr erreichen

Genossenschaften als Teil einer solidarischen Wirtschaft


von Elisabeth Voß erschienen in 03/2010 - Oya-Magazin


Je mehr die gewinnorientierte Wirtschaftsweise an ­Legitimation verliert, desto stärker rücken Genossenschaften ins öffentliche Bewusstsein


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Bei ihrer Entstehung vor über 160 Jahren galten Genossenschaften als »Kinder der Not«. Sie organisierten für ihre Mitglieder das Lebensnotwendige, das am Markt entweder überhaupt nicht, in schlechter Qualität oder nicht zu akzeptablen Preisen erhältlich war. Denn mit der industriellen Revolution hatte sich der kapitalistische Warenmarkt herausgebildet und das Leben von Grund auf verändert. Während die Menschen auf dem Land ihre Nahrungsmittel selbst herstellen konnten, entstand mit der städtischen Arbeiterklasse eine wachsende gesellschaftliche Gruppe von Menschen, die darauf angewiesen waren, ihre Lebensmittel am Markt zu erwerben. Wo dieser Markt versagte, wurde wirtschaftliche Selbsthilfe lebensnotwendig.


Die genossenschaftliche Geschichtsschreibung verzeichnet als erste Konsumgenossenschaft die »redlichen Pioniere von Rochdale« in Großbritannien. Es waren Weberinnen und Weber, denen in den Krämerläden nur Brot angeboten wurde, das mit Gips versetzt war. Der Kaffee war mit Sand gestreckt, auch das Gewicht der verkauften Waren stimmte häufig nicht. Aus dieser Notsituation her­aus gründeten 28 Weberinnen und Weber im Jahr 1844 eine Genossenschaft. In ihrem eigenen Laden verkauften sie an die Mitglieder korrekt abgewogene Lebensmittel in guter Qualität. In den folgenden Jahren entstanden auch in Deutschland genossenschaftliche Zusammenschlüsse. Arbeiter und Arbeiterinnen, Handwerker und Handwerkerinnen gründeten 1850 im sächsischen Eilenburg eine erste Konsumgenossenschaft, die »Lebensmittel-Association«, die sehr schnell viele hundert Mitglieder gewinnen konnte. Die Händler und Händlerinnen leisteten erbitterten Widerstand gegen die genossenschaftliche Konkurrenz und boykottierten Hersteller und Großhändler, die auch Konsumvereine belieferten. Die Genossenschaften wehrten sich wiederum, indem sie 1894 eine Großeinkaufsgenossenschaft gründeten.


Geschichte und Renaissance einer Bewegung

Der genossenschaftliche Grundgedanke »gemeinsam mehr erreichen« wurde überall dort umgesetzt, wo Einzelpersonen oder kleine Unternehmen auf sich allein gestellt am kapitalistischen Markt zu unterliegen drohten. Mit Wohnungsbaugenossenschaften schufen sich Arbeiterinnen und Arbeiter menschenwürdigen Wohnraum, Handwerkerinnen und Handwerker gründeten Einkaufsgenossenschaften zum Erwerb besserer und günstigerer Rohstoffe, Landwirtinnen und Landwirte schlossen sich zur Weiterverarbeitung und zum gemeinsamen Verkauf ihrer Produkte zusammen.


Neben der SPD und den Gewerkschaften entwickelten sich Genossenschaften Anfang des 20. Jahrhunderts zur »Dritten Säule der Arbeiterbewegung«. Nach weitgehender Zerschlagung oder Gleichschaltung im Faschismus entstanden nach dem Krieg in Ost- und Westdeutschland jeweils eigene Genossenschaftsformen. Im Westen erlebte der Genossenschaftsgedanke nach 1968 eine Renaissance in der Alternativ­bewegung. Produktion und Konsum sollten ohne Ausbeutung, ohne Hierarchien und ohne Entfremdung gestaltet werden. In den entstehenden selbstverwalteten Betrieben und Projekten spielte die Art der Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung oft eine wichtigere Rolle als das wirtschaftliche Ergebnis. Die Produkte der Arbeit sollten für die Gesellschaft nützlich sein, Herstellung und Gebrauch sollten die Umwelt nicht belasten und den Menschen in der sogenannten Dritten Welt keinen Schaden zufügen.


Den Genossenschaftsverbänden waren diese alternativen Unternehmen allerdings fremd. Nicht selten wurden ihnen Steine in der Weg gelegt, so dass sie auf andere Rechtsformen auswichen, denn die Mitgliedschaft in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband ist verpflichtend. Heute sind die Verbände alternativen und politisch motivierten Unternehmungen gegenüber viel offener.


Demokratie und Selbstverwaltung

Was ist nun das Besondere an Genossenschaften? Zunächst ist eine Genossen­schaft eine demokratische Unternehmensform: Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe der eingebrachten finanziellen Einlage. Während die basisdemo­kratische Rechtsform des Vereins – egal ob gemeinnützig oder nicht – ideellen Zwecken dient, geht es bei Genossenschaften um wirtschaftliche Selbsthilfe in Selbstverwaltung.


Jedoch sind viele der alten Großgenossenschaften, zum Beispiel Volksbanken oder Wohnungsbaugenossenschaften, heute bürokratisch und zentralistisch geworden. Von Selbstverwaltung ist nicht mehr viel zu spüren. Die Mitglieder an der Basis resignieren und ziehen sich aus dem genossenschaftlichen Leben zurück. Damit entsteht ein Teufelskreis, denn passive Mitglieder ermöglichen Vorstand und Aufsichtsrat, unangefochten ihre Interessen umzusetzen.


Die Erfahrungen in kleineren, selbstverwalteten Betrieben zeigen, dass die gleichberechtigte Zusammenarbeit in vordergründig hierarchiefreien Strukturen auch Probleme mit sich bringt. Ohne formalisierte Leitungsstrukturen entstehen leicht informelle Hier­archien, die umso mehr Macht entfalten, je weniger greifbar sie sind. Fehlende formale Regeln führen häufig dazu, dass sich diejenigen mit den stärksten Ellenbogen durchsetzen. Und auch die schönsten Regeln nützen nichts, wenn es keine legitimierte Instanz gibt, die verantwortlich dafür ist, die Einhaltung dieser Regeln zu überwachen und Regelverstöße gegebenenfalls zu sanktionieren.


Unabhängig von der Organisationsstruktur und Rechtsform gelingen Demokratie und Selbstverwaltung nur dort, wo eine ausreichende Anzahl an Menschen aktiv ihre eigenen Belange vertritt.


Gemeinsamer Nutzen statt Gewinn

Der Zweck einer Genossenschaft ist die Förderung der wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Belange ihrer Mitglieder. Das ist im Genossenschaftsgesetz festgelegt. Genossenschaftliches Wirtschaften ist darauf ausgerichtet, konkrete menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Auch Genossenschaften müssen ihre Kosten decken und Gewinne für Rücklagen und Investitionen erwirtschaften. Aber diese Gewinnerzielung ist nicht das Motiv und der Antrieb ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Diese Orientierung auf den Mitgliedernutzen statt auf den Gewinn unterscheidet Genossenschaften grundlegend von anderen Unternehmensformen.


Aber welcher konkrete Nutzen lässt sich gemeinsam erzielen? Die historischen Weber waren dabei, sich als Klasse zu formieren, und standen vor vergleichsweise einfachen Problemstellungen. In der heutigen komplexen Welt gibt es diese Eindeutigkeiten kaum noch. Genossenschaftliche Unternehmensgründungen erfordern zuerst eine Klarheit darüber, was ich gemeinsam mit anderen Menschen organisieren möchte. Denn eine Genossenschaft ergibt nur Sinn, wenn sie auf einem realen Bedarf basiert, wenn ich etwas brauche, das ich nur mit anderen gemeinsam verwirklichen kann. Beispiele dafür sind die in großer Zahl entstehenden Wohnprojekte und Baugemeinschaften. Ihnen liegt meistens nicht die Wohnungsnot zugrunde, sondern der Wunsch nach gemeinschaftlichem Wohnen. Oder ich möchte etwas anbieten, das ich richtig gut kann, aber es gelingt mir nicht, am Markt zu landen. Häufig haben Menschen, die in ihrem Fachgebiet hervorragende Arbeit leisten, kein Interesse, sich mit Finanzierung oder Marketing zu befassen. Dem trägt der Trend zur Bürogemeinschaft mit gemeinsamem Service Rechnung ebenso wie der Zusammenschluss in einer Unternehmenskooperation. Auch hier bietet sich die Rechtsform der Genossenschaft an, aber es sind auch andere Rechtsformen denkbar.


Ein weiterer Ausgangspunkt für eine Genossenschaftsgründung kann die Frage sein: In welchem Bereich meines privaten oder geschäftlichen Lebens komme ich an Grenzen, die ich nur gemeinsam mit anderen überwinden kann? Oder: Welche Grundwerte oder politischen Überzeugungen möchte ich mit wirtschaftlichen Mitteln umsetzen? Beispiele sind Energiegenossenschaften, Freie Schulen oder Faire Handelsunternehmen.


Hier entstehen Schnittmengen zum Social Entrepreneurship, wie es von Nobelpreisträger Muhammad Yunus mit Mikrokrediten oder von Günter Faltin mit der von ihm begründeten Teekampagne praktiziert wird. Bei diesen Sozialunternehmen haben wir es meist mit einzelnen starken Gründungspersönlichkeiten zu tun, nicht mit Kollektivgründungen. Jedoch stehen auch am Beginn genossenschaftlicher Unternehmungen häufig starke Persönlichkeiten, denn die Fähigkeit, Selbsthilfe und Kooperation in einer Gruppe zu initiieren, haben nur wenige.


Für eine Genossenschaftsgründung sind Fachwissen und soziale Kompetenz erforderlich – beides ist wesentlich abhängig vom Zugang zu Ressourcen, insbesondere zum Wissen über Unternehmensgründungen und zu Finanzierungsquellen. Neben dem Kapital für Investitionen spielt auch das soziale Kapital eine wichtige Rolle, also all die Beziehungen zu potentiellen Mitgliedern und zum unterstützenden Umfeld einer Gründungsinitiative. Im Vorfeld jeder gemeinsamen wirtschaftlichen Tätigkeit muss geklärt werden: Wer sind die Beteiligten, was wollen sie miteinander wirtschaftlich tun, auf welchem Markt bewegen sie sich, und wer sind die Kundinnen und Kunden, welche Investitionen sind erforderlich, und wie sollen sie finanziert werden? Daraus ergibt sich die Entscheidung, mit welcher Rechtsform sich das gemeinsame Vorhaben am besten realisieren lässt. Bei dieser Abwägung sollte die Genossenschaft nicht vergessen werden, auch wenn sie nicht in jedem Fall die richtige Form ist. Zu ihren Vorteilen gehört neben der basisdemokratischen Gestaltbarkeit, dass der Ein- und Ausstieg von Mitgliedern relativ problemlos und ohne notarielle Beurkundung möglich ist. Eine Besonderheit ist auch, dass ein eventueller Gewinn entsprechend dem Umsatz, den ein Mitglied mit der Genossenschaft getätigt hat, steuerfrei als Rückvergütung ausgezahlt werden kann.


Die unbekannte Rechtsform

Liegen Genossenschaften im Trend? Bei der Anmeldung eines Gewerbes für eine Genossenschaft kann es immer noch vorkommen, dass es ganz erstaunt heißt: »Eine Genossenschaft? Was ist denn das? So etwas hatten wir hier ja noch nie.« Und beim Kreditantrag in der Bank wird schon mal gefragt: »Warum können Sie denn keine richtige Firma gründen?« Vielleicht ändert sich das in zwei Jahren, denn 2012 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Sie würdigen damit deren Bedeutung für die Reduzierung von Armut sowie Schaffung von Arbeitsplätzen und für soziale Integration.


Sind Genossenschaften, ebenso wie bürgerschaftliches Engagement oder karitatives Ehrenamt, ein Teil des Kitts, der den Kapitalismus noch eine Weile zusammenhält? Beinhalten sie vielleicht auch ein Transformationspotenzial, so dass sie nach und nach die profitorientierte Wirtschaftsweise ersetzen könnten? In jedem Fall kann genossenschaftliches Wirtschaften die konkreten Lebensbedingungen von Menschen verbessern, und das ist angesichts der heutigen Problemlagen schon sehr viel. Als Teil einer Solidarischen Ökonomie, wie sie heute weltweit entsteht, tragen Genossenschaften zum Erfahrungsschatz bei, der für eine bessere Welt unabdingbar gebraucht wird. Denn das Neue entsteht nicht aus dem Nichts, sondern wächst bereits im Alten heran. In diesem Sinne ist jede Keimform eines anderen Wirtschaftens wertvoll und notwendig.

 

 

 

   Arbeit und Konsum beziehen sich aufeinander nicht durch die Menschen, sondern durch einen Widerspruch ihrer Verhältnisse auf dem Warenmarkt. Geld ist Ausdruck einer Verkehrung der menschlichen Lebensverhältnisse zu einer Gesellschaftsmacht der Lebensbedingungen, welche die Menschen dazu zwingt, nicht für ihre Bedürfnisse und Entwicklungen zu arbeiten, sondern für Geld, das sie je nach ihrem Vermögen entweder durch Arbeit zum Lebensunterhalt erwerben müssen, oder das sie besitzen und anlegen, um es durch die Arbeit anderer Menschen zu verwerten, indem sie also durch die Macht der Preisbildung, durch die Verfügung über deren Existenznot zu ihrem persönlichen Profit zu machen. Darin realisiert sich eine Mehrarbeit, welche die arbeitende Bevölkerung unbezahlt verrichten, bzw. ihre Arbeit insgesamt unterwertig preisgeben muss, weil sie der Existenzmacht des Geldes zu folgen hat. Dies macht das Klassenverhältnis aus, das vom Verhältnis des Geldes untrennbar ist, weil es aus ihm hervorgeht. Es macht die Reichen immer reicher, weil sie sich aus dem entwickeln, was sie durch solche Macht den Menschen an Leistungen für sich abringen können, was sie also der gesellschaftlichen Arbeit enteignen, privatisieren und in eigenen Geldbestände sichern. Für sie ist es der Ertrag ihres Risikos beim Einsatz von Geld, für die anderen ist es pure Not, die sie bewältigen müssen - und die wird umso größer, je isolierter und abhängiger sie von dieser Gesellschaftsmacht sind.

 

 

 

 Indem er seinen angehäuften Reichtum dem öffentlichen Wohl zukommen lasse, negiere der Kapitalist sich als bloße Personifikation des Kapitals und dessen reproduktiver Zirkulation - sein Leben bekomme Bedeutung, die über expandierende Reproduktion als Selbstzweck hinausgehe. Außerdem vollziehe der Kapitalist dadurch den Schritt vom Eros zum Thymos, von der perversen, erotischen Logik der Akkumulation zu öffentlicher Anerkennung und Ansehen. Das Ergebnis, ist tatsächlich, daß Figuren wie Soros oder Gates zu Personifikationen der inhärenten Selbstnegation des kapitalistischen Prozesses erhoben werden; deren wohltätiges Wirken - ihre immense Spenden für das Gemeinwohl - ist nicht nur einfach eine persönliche Idiosynkrasie. Es ist, ob ernst gemeint oder heuchlerisch, der logische Schlußpunkt der kapitalistischen Zirkulation, der streng ökonomisch betrachtet notwendig ist, da er es dem kapitalistischen System erlaubt, seine Krise zu verschieben. Er stellt das Gleichgewicht wieder her - eine Art Umverteilung des Reichtums zugunsten der wirklich Bedürftigen -, ohne in eine gefähliche Falle zu geraten: die destruktive Logik des Ressentiments und der staatlichen Zwangsumverteilung, die letztlich nur zum allgemeinen Elend führen kann. Sie entgeht auch, so möchte man hinzufügen, der anderen Art der Wiederherstellung eines gewissen Gleichgewichts und der Durchsetzung des Thymos durch souveräne Verausgabung: dem Krieg...Diese Paradox deutet auf ein trauriges Dilemma hin, vor dem wir stehen: Der heutige Kapitalismus kann sich nicht aus eigener Kraft reproduzieren. Er braucht außerökonomische Almosen, um den Kreislauf der gesellschaftlichen Reproduktion aufrechtzuerhalten. Slavoj Zizek

 

 Wer Geld hat verriegelt mehr und mehr sein gesamtes Leben hinter verschlossenen Türen. Statt medienlastige Veranstaltungen zu besuchen, arrangiert man private Konzerte, Modenschauen und Kunstaustellungen in den eigenen vier Wänden. Man geht nach Geschäftsschluss einkaufen und prüft seine Nachbarn (und potentielle Freunde) gründlich auf die richtigen Umgangsformen und das nötige Kleingeld. So entsteht eine globale Klasse mit - beispielsweise - einem indischen Pass, einem Schloß in Schottland, einer Zweitwohnung in New York und einer Privatinsel in der Karibik; das Paradoxe daran ist, daß die Mitglieder dieser globalen Klasse privat dinieren, privat einkaufen, privat Kunst betrachten - alles ist privat. Sie schaffen sich ihre eigene Lebenswelt, um ihr hermeneutisches Problem zu lösen; Todd Millay erklärt: Reiche Familien können nicht einfach Leute zu sich einladen und erwarten, daß sie verstehen, wie es ist, 300 Millionen Dollar zu haben. Slavoj Zizek

 

 

 

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 DAS KARTELL DER KASSIERER - "Wer den Gebührenschneidern der Banken entkam, den Verlockungen der Absahner auf dem grauen Markt widerstand & den Strukis der Versicherer die Tür wies, darf sich gratulieren. Gewonnen hat er damit aber noch lange nicht. Das gierigste Mitglied im Kartell der Kassierer wird ihn auf jeden Fall erwischen: der Staat. Gegen die Räuber in den Parlamenten & in der öffentlichen Verwaltung nehmen sich selbst die Herren der Allianz & der Deutschen Bank wie Zwerge aus." - Blasenartig steigen aus dem Lobbysumpf immer wieder neue Steuerskandale auf, die von der Komplizenschaft zwischen Politikern, Bürokraten & dem großen Kapital künden. Günter Ogger

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 SELBSTBEDIENUNGSLADEN - Der von Beamten & Angestellten des öffentlichen Dienstes beherrschte & von vielen Parlamentarieren in Stadt, Land & Bund auf Touren gehaltene "Selbstbedienungsladen" namens "STAAT" betrachtet seine Bürger als lästige Störfaktoren deren Nützlichkeit sich allein an der Höhe ihrer Steuerzahlungen bemißt.


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 Wären Internet und Wikipedia in ihrer fortdauernden Entstehung den Regeln des Markts und nicht jenen der Gemeingüter unterworfen, würden sie heute kaum die Fülle an Innovationen und Informationen bieten, die jedem Menschen offenstehen. Doch das Internet ist als Gemeingut entstanden. 1989 schrieb Tim Berners-Lee die Seitenbeschreibungssprache HTML und das entsprechende Internetprotokoll http. Berners-Lee wollte, dass die Ergebnisse von allen frei weiterentwickelt und genutzt werden können. Die gemeinsamen Ressourcen sind der Code und das Wissen über die Netzarchitektur. Die Gemeinschaft sind all jene, die Code und Wissen weiterentwickeln, sowie jene, die die Regeln des Netzes pflegen: Netzneutralität etwa oder dass das World Wide Web Consortium nur patentfreie Standards zulässt. Kein Markt und kein Staat haben dies gewährleistet, sondern die Internet Community selbst. Grundbedingung für die Entfaltung des Internets als Gemeingut waren die Idee des Teilens und der Verzicht auf Kontrolle über andere. Aber nicht nur in der digitalen Welt sind gemeingutreproduzierende Spielregeln möglich.

Streetart (15)