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Heleno Sana & Das Elend des Politischen

 

 

 

 

 Wer nicht das Gemeinwohl als oberstes Prinzip seines persönlichen und gesellschaftlichen Verhaltens wählt, bleibt im Stadium der Unwissenheit und der Selbstentfremdung befangen. - Das Böse, das uns weltweit auf Schritt und Tritt begegnet, steht in direktem Zusammenhang mit der in der kapitalistischen Gesellschaft herrschenden Entfremdung, ein Begriff, den ich hier als gleichbedeutend für Unwahrheit bzw. Ignoranz anführe. - Dort wo es keine Moral gibt, kann auch keine wahre Erkenntnis entstehen, es kann nur Verwirrung und Lüge geben. - Die Moral ist nicht ein Zweig der Philosophie, sondern die erste Philosophie.


 


Unter ethischem Verhalten verstehen wir nicht nur, aber vor allem die Bereitschaft, sich für ein Dasein- und Gesellschaftsmodell einzusetzen, das von vorneherein auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist, ein Ziel wiederum, das konstitutiv die Kategorie der sozialen Gerechtigkeit beinhaltet.


Selbstverwaltung in ihrem umfassendsten und tiefsten Sinn bedeutet nicht nur die Aufhebung der Klassengesellschaft, auf Weltmaßstab ist sie gleichbedeutend mit Gewaltverzicht, freiwilliger Entwaffnung und Weltfrieden. - Der Sinn einer selbstverwalteten Gesellschaft liegt ja gerade darin, dass sie die Menschen zumindest von den Fesseln der sozialen Unterdrückung befreit. - Selbstbestimmung kann nur auf dem Weg der Basisdemokratie und der Selbstbestimmung erkämpft werden. - Jedes Land muß sein Schicksal in die eigenen Hände nehmen, was natürlich nicht die internationale Solidarität ausschließt. Sie bleibt ein Grundbestandteil des Kampfes gegen den Imperialismus.

 

Nicht narzisstische und dogmatische Besserwisserei ist von Nöten, sondern ein mühsamer, langwieriger und geduldiger Lernprozess auf der Grundlage des gemeinsamen Dialogs und der gemeinsamen Suche nach dem rechten Weg.

 

Der Einsatz für das Gemeinwohl beginnt im Bereich der zwischenmenschlichen Verhältnisse. Wenn man hier versagt, wird es auch kein Gemeinwohl geben. Unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen ist der Prüfstein unseres moralischen Lernprozesses. Jemand, der nicht das spontane Bedürfnis empfindet, sich dem anderen gegenüber rücksichtsvoll zu verhalten, wird auch keine Rücksicht auf das Allgemeine nehmen und ausschließlich an sein Wohlergehen denken.


 


Was immer in der Welt geschieht, ist das Werk des Menschen, nicht das irgendeiner geheimnisvollen und allmächtigen Deus ex machina. Heleno Sana

 "Die Philosophie nicht als Denken sondern als Theater; auf vielfältigen, flüchtigen, augenblicklichen Bühnen, wo sich die Gesten, ohne sich zu sehen, Zeichen zuwerfen.

 


Sie wollen nicht wahrhaben, daß ihr Tun und Walten, ihr Tatendrang und ihre Hektik zum Quantifizierungsprozeß der bürgerlichen Ratio gehören. Auch wenn sich jeder von ihnen einbildet etwas Exklusives und Apartes zu sein:

 

Sie sind mitsamt nur eine getreue Reproduktion des herrschenden Allgemeinen, wie schon Adorno wußte: Die Welt, wie sie ist, wird zur einzigen Ideologie und die Menschen deren Bestandteil. " -


Wir befinden uns mittendrin in Huxleys "Brave New World" und in Orwells "1984", nur ohne die Conditionierung Centers und Big Brothers, die den Lenkungs- und Uniformierungsprozeß zentral dirigieren. Heleno Sana

 

Die Freiheit, auf die sie so stolz


sind, ist eine von oben konzendrierte, verwaltete und kontrollierte Freiheit, die an erster Stelle dem

 

System dient und die ihnen im Grunde nicht gehört. Denn im Besitz des Systems befinden sich nicht nur das Geld und sonstige materiellen Güter und Ressourcen, sondern auch die Freiheit.


 


Sie sind es allein dadurch, daß sie es ohne große Bauchschmerzen fertigbringen, im Zustand der permanenten Verdinglichung zu existieren. Und sie können mit dieser Zumutung nur leben, weil sie sich daran gewöhnt haben. Freiheit mit Konsumfreiheit gleichzusetzen. Wären sie innerlich frei, würden sie sich weigern, zu einem Konsumknecht herabgewürdigt zu werden, würden versuchen, sich für andere, sinnvollere, tiefere Daseinsoptionen einzusetzen, würden nicht die Internalisierung der Herrschaft, sondern die Revolte wählen.

 

 


Gerade weil sie sich restlos von den Fetischen und Götzen des Systems vereinnahmen lassen, bedarf es keiner Peitsche mehr, um sie unter Kontrolle zu halten. Warum Gewalt anwenden, wenn man durch mentale Manipulation die Möglichkeit hat, die Triebstruktur des Menschen schon "ab ovo" fehlzuleiten? Dort, wo die Individuen durch Selbstrepression ihre wahren Bedürfnisse zurückstellen und solche wählen, die dem System genehm sind, wird Repression in herkömmlichem Sinn überflüssig.

 

Ihre Passivität legt, die Vermutung nahe, daß sie sogar heilfroh sind, an der Leine geführt zu werden, froh, daß alles friedlich verläuft und daß es im Gegensatz zu anderen turbulenten und rohen Zeiten keine dramatischen Konfrontationen mehr zwischen Herrschern und Beherrschten gibt.

 

 


Ich gehe zurecht oder zu unrecht davon aus, daß dort, wo ein auf Selbstentfremdung beruhendes Glücksmodell dominiert, irgendwann alles schiefgehen muß. Die geschichtliche Erfahrung lehrt uns immer wieder, daß Menschen, die sich mit billiger und sinnloser Unterhaltung abspeisen lassen, auch für weniger harmlose Dinge mobilisierbar und bereit sind, als Kanonenfutter für Militarisnus, Rassismus, Vaterländerei und ideologischen oder religiösen Fanatismus zu dienen.

 

Es ist die alltägliche Banalität - so meine ich-, aus der die Banalität des Bösen hervorgeht. Ohne die aktive Beteiligung oder zumindest stille Duldung der großen Menschenmenge, die aus Prinzip Ja und Amen zu allem sagen, hätte das Böse keine Chance sich durchzusetzen.




Sie sind freilich die ersten, die sich beklagen, wenn das Kollektiv von einer Katastrophe heimgesucht wird, die ersten, die sich beeilen, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Verantwortlich sind immer die anderen, genauer: die Führer und Machtapparate, denen man vor der Katastrophe entweder zugejubelt oder sie toleriert hat. Diese selbstzufriedenen, harmlosen und unschuldigen Menschen, die nichts anderes tun, als sich mit allem zu arrangieren, sind weiterhin da, und weiterhin sind sie die zuverlässigsten und ergebensten Verbündeten des Systems. Heleno Sana

 

 

    Jede Kunst und jede Kultur, die sich mit der Macht arrangiert, verwandelt sich in Diener einer Ideologie, einerlei ob dies im Namen des sozialistischen Realismus oder des bürgerlichen Pluralismus geschieht. Beide Haltungen beruhen auf Kriecherei vor der herrschenden Klasse. Ideologisierte Kultur und Kunst betreibt man nicht nur, wenn man einer Ideologie oder einem Machtsystem "expressis verbis" hofiert, die ein ausdrückliches Treuebekenntnis vom Künstler und Kulturschaffenden verlangen, wie es bei den gestürzten Regimen Osteuropas de
r Fall war. Man betreibt sie auch, wenn der Künstler und der Dichter, aus welchen Gründen auch immer, die Widersprüche des Systems schweigend hinnehmen oder gar rechtfertigen. Die Kulturschaffenden werden auch dann zu Claqueueren, wenn sie nicht mit den Händen klatschen und sich in ihre goldene "splendid isolation" zurückziehen. Es genügt ein gleichgültiges oder zynisches Lächeln.

Kunst ist Subversion, Infragestellung der Realität, nuß vom Ziel getragen werden, die Entfremdung, das Elend, den Schmerz und die Destruktion zu enthüllen. Eine Kunst, die im Augenblick des schöpferischen Aktes diese Erscheinungen beiseite schiebt, ist keine Kunst, sondern Ästhetisierung der waltenden Häßlichkeit. Wahre Kunst bedeutet den Versuch, das Menschliche immer wieder in Erinnerung zu bringen, sie ist schon deshalb Widerstand gegen das Unmenschliche und zugleich Offenbarung neuer Daseinsalternativen und utopischer Sehnsüchte. Nur wenn sie sich dieses Telos zu eigen macht, erfüllt sie eine befreiende Funktion,stellt sie sich gegen die von der instrumentellen Vernunft herbeigeführte Brutalisierung des Lebens.

Kunst ist Transzendenz in ästhetischer Gestalt, und sie ist Transzendenz, weil sie die Darstellung und das Sichtbarmachen des Schönen, Wahren und Gerechten im umfassenden Sinn zur Aufgabe hat.

Das heißt aber keineswegs, daß sie erbaulich und positiv sein muß. Das Gegenteil ist der Fall. Sie muß auch den Mut zur Negation haben und sich nicht scheuen, das Schreckliche mit aller Kraft zum Ausdruck zu bringen. Ja, in einer entfremdeten Welt wie der unseren kann echte Kunst nur Verneinung der entfremdeten Wirklichkeit sein; sie ist gezwungen, sich mit dem Häßlichen immer wieder auseinanderzusetzen. Letztendlich geht es um die Entmythologisierung jeder Form von falschem Bewußtsein und institutionalisiertem Schein.

Gewiß, Literatur und Kunst sind nicht militant in herkömmlichem, ideologischem Sinn, aber das heißt nicht, daß sie desengagiert sein müssen. Jede große, wahre Kunst und Literatur geht von einer konkreten Weltanschauung aus, und genauso wenig wie es so etwas wie eine wertfreie Wissenschaft gibt, genauso wenig gibt es eine wertfreie Kultur.  (Heleno Sana)

 

 

 

Für die meisten Menschen der Konsumgesellschaft erschöpft sich der Sinn ihres persönlichen Schicksals darin, sich einen möglichst lukrativen und bequemen Status innerhalb des Systems zu verschaffen. Eine solche reflexartige und unkritische Übernahme der waltenden Werte gehört zur gängigen Haltung des Einzelnen, ebenso wie die ihr zugrunde liegende Ansicht, daß Selbstverwirklichung nur unter den vom System diktierten Spielregeln möglich ist.


Die Dressierbarkeit des Menschen ist in diesem demokratischen Europa sehr groß geworden; Menschen, welche leicht lernen, leicht sich fügen, sind die Regel: das Herdentier, sogar höchst intelligent, ist präpariert.


Das ist es, was das System immer gewollt hat: saturierte und stumm gewordene Sklaven, die außer dem täglichen Quantum an Konsum und Kitsch nichts verlangen. Heleno Sana

 

 KRIEG!

"Die Bourgeoisie wäre sich nicht treu geblieben, wenn sie aus dem Krieg nicht eine Quelle von Profit gemacht hätte. Denn Krieg ist nicht nur Zerstörung, sondern auch Geschäft; deshalb stecken hinter allen Kriegen in mehr oder weniger großem Ausmaß die Interessen und Lobbies der Rüstungskonzerne. Nicht nur Krieg, sondern die bloße Existenz von Armeen setzt Waffenproduktion voraus. Aber die Kapitalisten brauchen den Krieg nicht nur, um Profite zu erzielen. Dies anzunehmen hieße ihr Motivationsspektrum zu verharmlosen und zu unterschätzen. Sie brauchen ihn auch und an erster Stelle, um ihre Herrschaft notfalls mit Waffengewalt zu sichern und auszudehnen.

 

Der von der neoliberalen Schule mit allen möglichen Mitteln forcierte Globalisierungsprozess schließt auch und a priori die restlose Ausplünderung der Natur auf einer immer höher werdenden Stufenleiter ein. Der Kapitalismus hat der Natur den Krieg erklärt, und um diesen von ihm aus Profitgier und Willen zur Macht entfesselten Krieg zu gewinnen, nimmt er eiskalt die allmähliche, aber sichere Vernichtung des Kosmos, des menschlichen Habitats und das Ende der gesamten Zivilisation in Kauf. "

Die Gefahr des Krieges sowohl in intensiver wie extensiver Hinsicht hat stark zugenommen. Neben den unzähligen bewaffneten Auseinandersetzungen konventioneller Art, die Jahr für Jahr in den Ländern der Dritten Welt stattfinden, ist die ganze Menschheit potentiell von Kriegen planetaren Ausmaßes bedroht.

 

Die Bourgeoisie propagiert formell den Frieden, reell hat sie immer wieder den Krieg praktiziert. Heleno Sana


 


 


Kaum zu bezweifeln ist, dass in einer rational und human organisierten Gesellschaftsordnung die Menschen rücksichtsvoller und friedlicher miteinander umgehen werden als in einem System, das, wie der Kapitalismus, wesensmäßig inhuman und irrational ist. Wir sagen nicht, das der Kapitalismus schuld an allen Konflikten der Welt ist; ebenso wenig, dass die Aufhebung der kapitalistischen Ordnung automatisch zu einer Weltidylle führen würde. Wir sagen lediglich, dass die strukturelle Gewalt, die dem Kapitalismus innewohnt, unvermeidlich zu einer immanenten, nie aufhörenden Erzeugung sowohl von zwischenmenschlicher wie gesellschaftlicher Aggressivität führt. Heleno Sana

 

 

 Das Ende der Gemütlichkeit. - Nicht der schönen, neuen Weltordnung, die uns die Mächtigen in bunten Farben ausmalen, gehen wir entgegen; was uns vielmehr erwartet, ist ein riesiges, in solchem Ausmaß nie dagewesenes Weltchaos. Nicht der Morgenröte eines weltgeschichtlichen Neubeginns wohnen wir derzeit bei, sondern den letzten Atemzügen eines untergehenden Zeitalters. Und die Weltherren sind nicht Schutzengel, die die Menschheit retten sollen, sondern apokalyptische Reiter, Boten der Finsternis und des Verfalls, Bankrotteure eines sich im Konkurszustand befindlichen Planeten. Mehr denn je könnten wir mit Nietzsche sagen:...diese Welt, inder wir leben, ist ein Irrtum.

 

 

Die westliche Zivilisation hat sich trotz ihrer imponierenden Produktions- und Konsumziffern als ein kolossales, nicht wieder gutzumachendes Fiasko erwiesen. Man kann eine Zeitlang Bilanzen frisieren und falsche Buchführung betreiben, aber langfristig wird der Betrug selbst dem naivsten Wirtschaftsprüfer auffallen. Nicht Freiheit, nicht Gerechtigkeit, nicht Menschlichketi und sonstige von der Moderne verkündete Ideale haben sich durchgesetzt, sondern ihr genaues Gegenteil. Schöner und menschenwürdiger sollte die Welt werden, häßlicher und erbarmungsloser ist sie geworden. Die Kriege, die Gewalt, das Elend sollten für immer verschwinden, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten versichert. Längst wissen wir, daß sich dies alles nur vermehrt hat.

Untergehende Zivilisationen und Systeme pflegen sich von der weltgeschichtlichen Bühne mit Mord und Totschlag zu verabschieden. Die nationalen und regionalen Kriege, die im Herzen Europas und in anderen Erdteilen ausbrechen, die Massaker an wehrlosen Minderheiten und die Jagd auf arme Flüchtlinge sind nur die Vorboten eines sich anbahnenden Weltbrands. Die Supermoderne wird zusehends zur Superkatastrophe, der Weltgeist Hegels stirbt tagtäglich inmitten eines makabren Finales von Drogensucht, Kriminalität, Gewalt, Korruption, Zynismus, Verelendung, Entfremdung, Rassismus, Seuchen, ökologischem Kollaps und allgemeiner Zerstörung - Barbarei in Gestalt von Saturiertheit und Dekadenz.

 

Das System scheint nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren, es kann nur zugrunde gehen. Wir alle sind Schiffbrüchige einer Zivilisation, die im Begriff ist, das Schicksal der Titanic in kosmischem Ausmaß zu erleben, auch wenn die Steuermänner von der Kommandobrücke aus den Passagieren einreden wollen, sie hätten alles im Griff. Insgeheim herrscht schon die Moral des "Rette sich, wer kann". Deshalb das Unbehagen, das sich überall breitmacht, die Angst, die die Menschen zunehmend ergreift.

Die Menschheit befreite sich von der Tyrannei totalitärer Ideologien, um unter die Tyrannei einer mißbrauchten und falschen Freiheit zu geraten. Es waltet wieder das Gesetz der Willkür und der Unterdrückung, und was sich als Geist der Freiheit gebärdet, ist im Grunde der Vormarsch der Konterrevolution in Richtung auf einen neuen Faschismus. Und wie schon einmal in den zwanziger und dreißiger Jahren überall dieselbe Feigheit, dasslebe "appeasement", dieselbe Bereitschaft, sich der Macht zu beugen und ihr zu dienen.

 

Nie wurde soviel verdrängt, soviel geschwiegen, gelogen und betrogen. "Was ist Ungerechtigkeit?" fragte Carlyle. Seine lapidare Antwort: "Ein anderer Name für Unordnung". Die Aussage gilt weiterhin, und deshalb ist jedes Wort der Mächtigen über eine neue Weltordnung eine Lüge. Wie können Politiker, die es nicht geschafft haben, ihre hauseigenen Probleme in Ordnung zu bringen, die Unverfrorenheit besitzen, sich als Weltlenker aufzuspielen?

Es gibt nur eine Logik, und die Logik der Ungerechtigkeit besteht darin, Zwietracht, Mißstände, Konflikte und Kriege zu erzeugen. Die "brave new world", die man uns vorgaukeln will, kann nur in einer Götterdämmerung enden, denn das, was aus dem Bösen geboren wurde, muß auch einen bösen Ausgang nehmen. Und auch die Kumpanen von heute, die sich zu einer Art Syndikat zusammengetan haben, um die Welt unter sich aufzuteilen und auszubeuten, werden eines Tages wieder zu Feinden werden und die Pistolen, die sie jetzt noch versteckt tragen, von neuem ziehen. Deshalb rüsten sie alle weiter, trotz Freundschaftsbeteuerungen.

Man kann unter diesen Voraussetzungen Geschäfte machen und die Menschen korrumpieren, aber nicht eine tragfähige und sinnvolle Weltordnung herbeiführen. Die Welt ist mehr als ein Warenlager, die Kunst des Staatswesens mehr als die Führung eies Konzerns. Und gerade weil die heutigen Politiker nichts anderes als Befehlsempfänger der großen Interessenverbände und des Big Business sind, werden sie es nicht schaffen, die Probleme der Menschheit zu bewältigen. Die Antike brachte große Staatsmänner und Philosophen hervor, das Mittelalter fromme Mystiker und Theologen, die Renaissance Universalmenschen unser Zeitalter vor allem Krämerseelen, wie schon Rousseau erkannte: "Die antiken Politiker sprachen unentwegt von Sitten und von Tugend, die unseren sprechen nur von Geld und Kommerz."

 

Was sich jetzt vor unseren Augen abspielt, ist der Bankrott der aus dem bürgerlichen Wertesytem hervorgegangenen instrumentellen Vernunft. Der Versuch, das menschliche Dasein auf Kommerz, Kalkül und Konsum zu reduzieren, ist weitgehend geglückt, und die Menschheit ist hoffnungslos gescheitert, auch wenn die Höflinge und Söldner des Systems weiterhin von gewonnenen Schlachten berichten. Hobbes, der erste Theoretiker des bürgerlichen Staates, hatte sich eingebildet, man könne ein Gemeinwesen auf der Grundlage des Egoismus und des Genusses gründen und ewig aufrechterhalten.

Jetzt wissen wir, daß die friedliche und segensreiche Ordnung, die er mit seinem Leviathan zu sichern trachtete, den Krieg aller gegen alle entfesselt hat, den er überwinden wollte. Nicht die Wilden haben sich als Feinde der Menschheit erwiesen, wie Hobbes meinte, sondern die Zivilisierten, die Träger und Gestalter des bürgerlichen Zeitalters.

 

Der institutionalisierte Herrschaftsprozeß, der das System organisiert hat, kann keine Weltordnung zustande bringen, weil die Fundamente, auf die sich diese Ordnung stützen soll, selbst der Inbegriff der Unordnung sind. Die Sieger von heute, die hochmütig und schadenfroh den Untergang des real existierenden Sozialismus und die Auflösung der Sowjetunion bejubeln, ahnen kaum, daß auf sie ein ähnliches Schicksal wartet. Auch sie sich eines Tages für ihre Untaten verantworten müssen. Man kann nicht ewig die Menschen schinden, belügen, demütigen und ihre Würde mit Füßen treten. Irgendwann bestätigt sich immer, was Babeuf schrieb: "Die Gerechtigkeit des Volkes vollzieht sich nur langsam und oft zu spät, aber wenn sie sich in Bewegung setzt, ist sie groß und überwältigend wie es selbst, handelt rasch und erbarmungslos.

Die Stunde der Wahrheit nähert sich, das Ende des zweiten Millenniums wird aud das Ende der Gemütlichkeit sein. Heleno Sana

 

 Gleichheit?


Gleichheit besteht darin, niemanden zu erniedrigen,


zu benachteiligen und zu demütigen.


Die Menschen sollten einander nicht einmal durch den Schatten


irgendeiner äußerlichen, formalen Überlegenheit kränken.


Weiter impliziert Gleichheit, niemanden das Recht auf ein materiell


gesichertes und würdiges Dasein streitig zu machen.


Gegen das Prinzip der Gleichheit zu verstoßen


bedeutet Macht über andere Menschen ausüben,


sei es direkt durch politische oder sonstige Ämter


oder indirekt durch den Besitz von Dingen.


Gleichheit, wie wir sie begreifen,


bedeutet, die von der Natur bedingte Ungleichheit


durch die Gesellschaft auszugleichen.


Gleicheit hat wenig mit einer von oben verordneten Gleichmacherei,


aber viel mit Menschenwürde


und sozialer Gerechtigkeit zu tun.


Eine Freiheit, die diese berechtigten Forderungen ausklammert,


ist eine abstrakte, fiktive und letzendlich verlogene Freiheit.


Denn wie frei sind eigentlich Menschen, die zwar ihre politischen Vertreter wählen können, aber trotzdem hungern und frieren?


Welchen Wert hat Konsumfreiheit, wenn man nicht das Geld hat, um das zu erwerben was man zum Leben braucht? Und was bedeuten die mit allen möglichen Waren gefüllten Schaufenster und Regale für die Parias und Entrechteten, die keinen Cent in der Tasche haben? Und was die Werbung die zum Einkauf solcher Waren auffordert? Ein Hohn? Dort, wo das gesellschaftliche und private Vermögen einer kleinen Minderheit gehört, ist Freiheit vor allem Freiheit der Reichen zur Unterdrückung der Armen.


 


 

 

Freiheit erreicht man in erster Linie nur, mit sozialer Verantwortung, Solidarität und Mitmenschlichkeit. Eine Freiheit, die sich dieses moralischen Imperativs glatt entledigt und keine Augen für die Bedürfnisse der Benachteiligten und der in Not geratenen Menschen hat, ist keine wahre Freiheit, sondern eine Variante der Rücksichtslosigkeit.


Ein Reich des Egoismus und des Materialsimus, in dem der Wert des Einzelnen durch die Höhe seines Bankkontos gemessen wird. Freilich: Damit kann man vielleicht die Habgier und andere niedrige Triebe des Menschen befriedigen, aber langfristig keine wirkliche freie und rationale Gesellschaftsordnung aufbauen, wie schon jetzt der besorgniserregende Zustand der Welt ahnen läßt. Daß es noch schlimmer werden kann, läßt sich unschwer voraussehen. Heleno Sana

 

 Der Hyperindividualismus der Postmoderne geht einher mit dem Hass auf die universale Vernunft und auf die Kategorie der Totalität, vertritt einen rein ästhetischen "Pseudo-Anarchismus", der keinen kohärenten Ausweg aus der Sackgasse bietet, in der sich die Welt als Ganzes befindet. Heleno Sana ...oder wie Vittorio Hösle in seiner Abrechnung mit den Postmodernisten schreibt: "Die Kritik an den totalitären Momenten der eigenen Vergangenheit schlägt bei ihnen um in den vollkommenen politischen Indifferentismus, ja, in den offenen ethischen Nihilismus und Zynismus.

Die Kritik an der Moderne ist berechtigt. - Aber man darf nicht aus den Augen verlieren, dass alle Systeme, die, aus welchen Gründen auch immer, versucht haben, auf die Grundwerte der Moderne zu verzichten, kläglich gescheitert sind und einen Trümmerhaufen hinter sich gelassen haben, wie der Faschismus und zuletzt der bürokratische Sozialismus.)..Heleno Sana

 

 

Warum Selbstverwaltung? Weil dies das einzige Modell ist, das es schaffen kann, eine fruchtbare, repressionsfreie und sinnvolle Synthese zwischen den individuellen und den kollektiven Interessen herbeizuführen. Eine auf der Grundlage von Selbstverwaltung bestehende Gesellschaftsordnung würde in der Tat die harmonische Objektivierung zweier Grundtriebe des Menschen ermöglichen, die unter dem Kapitalismus sich in antithetischer Form artikulieren und einen unversöhnlichen Dualismus bilden: der Individual- und der Gesellschaftstrieb.

 

Der Begriff Selbstverwaltung geht unter anderem von folgenden Prinzipien aus: a) Selbstbestimmung des Individuums sowohl als Einzelsubjekt wie als Sozialwesen; b) das Recht aller Menschen, an den kollektiven Belangen unter gleichberechtigten Bedingungen teilzunehmen; c) Solidarität als selbstverständliche Norm der zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Beziehungen.. Modo negativo ausgedrückt: in einer auf dem Prinzip Selbstverwaltung organisierten Geselllschaft kann es keine Gesellschaftsgruppe oder Schicht geben bzw. kann keine solche entstehen, die in der Lage ist, sich zum Nachteil der anderen Gesellschaftsmitglieder Vorteile oder Privilegien zu verschaffen. 

 

Selbstverwaltung, wie wir sie verstehen, ist nur ein anderer Name für direkte Demokratie oder Herrschaft des Volkes, wobei von Herrschaft im Zusammenhang mit einer selbstverwalteten Gesellschaft zu sprechen, ein Widerspruch in sich wäre. - Jedes Mal in der Tat, dass das Volk die Möglichkeit gehabt hat, frei zu handeln, hat es sich für die direkte Demokratie und das Rätesystem als Organisationsformen entschieden und gegen Zentralismus, Bürokratie, Elitenbildung, Hierarchisierung und andere Formen von vertikaler Bevormundung Stellung genommen.) Heleno Sana

 

Flucht nach Innen

Gerade, weil sich das Leben draußen als zunehmend ungeignet erweist, die Erfüllungssehnsüchte der Menschen zu befriedigen, ziehen sie sich immer mehr in ihren Innenraum zurück. Die Abgeschiedenheit zu suchen, muss im Prinzip nicht als negativ bewertet werden. Die Welt der Kultur in ihren verschiedenen Dimensionen hätte nicht entstehen können, wenn es nicht Menschen gegeben hätte, die stark oder verzweifelt genug waren, um sich vom gesellschaftlichen Betrieb zu entfernen und das Alleinsein zu wählen. Künstler, Philosophen, Literaten und Intellektuelle haben oft bewußt die Einsamkeit bevorzugt. Sie war dann Antriebskraft ihres Schaffensdrangs und ihrer schöpferischen Tätigkeit.

 

Aber das Eintauchen in den inneren Raum ist heute in erster Linie nicht durch das Bedürfnis nach poetischer Aktivität, Selbstläuterung oder geistiger Vervollkommnung bestimmmt, wie es in anderen Zivilisationsphasen häufig der Fall war, als das menschliche Dasein auf das engste mit moralischen und religiösen Kategorien zusammenhing. Der Drang nach Innen besteht heute im wesentlichen aus existentiellem Überdruss und seelischer Not. Mehr als Selbstbefreiung ist sie Zwangseinkerkerung und Flucht vor den immer unerträglicher, feindseliger und trostloser werdenden Gesellschaftsverhältnissen. Die Menschen ziehen sich zurück in ihre Subjektivität, weil sie sich von ihren Mitmenschen unverstanden, verlassen oder bedroht fühlen. Oder einfach, weil sie der abstrakten, unpersönlichen und allgegenwärtigen Nähe der Massen überdrüssig sind. Wenn der Mensch der Konsumgesellschaft seinen Blick nach außen richtet, findet er nichts weiter als ein immenses Vakuum. Die Suche nach innerer Einkehr verwandelt sich in eine Überlebensfrage. Daher das Bedürfnis, eine entgültige Schutzzone zu finden.

 

Die Bindung an unsere Mitmenschen wid immer seltener, wir fliehen ständig vor ihnen, versuchen immer krampfhafter ohne sie auszukommen, ein Unterfangen, das sich freilich als zwecklos entpuppt. Die anderen sind nicht nur weiterhin da; wir können auch nicht auf sie verzichten, sind auf sie nach wie vor auf Gedeih und Verderb angewiesen.

 

Wir können sie laufend verfluchen, dennoch brauchen wir sie. Ohne sie tritt der Tod ein, der Tod unserer Seele, ein Vorgang, der unter Umständen zur physischen Selbstvernichtung oder zum Suizid führen kann. Suizid ist die erste Ursache eines gewalttätigen Todes. Irgendwo in der Welt nimmt sich alle 40 Sekunden ein Mensch das Leben. Die Zahl der Selbstmordopfer beträgt rund 800.000 pro Jahr. Nach wie vor trifft zu, was Karl Barth mit einfachen, aber bestechenden Worten zum Ausdruck gebracht hat. "Man kann nicht Mensch sein, außer zusammen mit anderen Menschen. - Ähnlich Gabriel Marcel: Das letzte Wort gehört der Beziehung zwischen Mensch und Mensch.

 

Eines steht fest: solange der Mensch an die heutigen gesellschaftlichen Strukturen gefesselt bleibt, wird er es nicht schaffen, seinen inneren Frieden zu finden. Dieses Ziel zu erreichen, setzt eine Aufhebung des herrschenden Systems voraus. Eine auf mörderischen Wettbewerb, Erfolgssucht, Geldgier und Machtbesessenheit ausgerichtete Gesellschaft kann nicht friedensstiftend sein. Sie ist vielmehr dazu verdammt, im Zustand des Krieges aller gegen alle zu leben.

 

Wahre Selbstverwirklichung ist mehr als Erfolg, Macht, Ruhm und sonstige Spielarten des gesellschaftlichen Glanzes. Sie ist per se mit der Wahl eines höheren Wertesystems verbunden. Die Menschen sind heute weitgehend unglücklich - auch wenn sie dies verdrängen oder nicht zugeben. -, weil sie wissen oder zumindest ahnen, dass sie ein Ersatz-Dasein führen, ein belangloses Dasein ohne Tiefe und ohne jegliche Transzendenz. Dies gilt nicht nur für die einfachen Menschen, sondern auch für die Oberschichten, die die Gesellschaft verwalten und führen.

Die Eindimensionalität, nicht die vielgepriesene Mannigfaltigkeit, ist das Hauptmerkmal der spätkaptitalistischen Gesellschaft. Das bürgerliche Zeitalter hat dem Menschen seine Illusionen genommen, hat ihm die Möglichkeit des Träumens entzogen. Auch wenn man Träumen will, stößt man trotzdem auf die Gitter des goldenen Käfigs und auf den erbarmungslosen Blick der Aufseher.

 

Das Spontane ist die Freiheit selbst, und wenn jene erstickt wird, bleibt auch diese auf der Strecke, mögen die Medien und die Politiker das Gegenteil behaupten und vor Liberalismus, permissiver Gesellschaft und anderen hochtrabenden Begriffen sprechen. Unfreiheit und nicht Freiheit ist aus dem Wesen des bürgerlichen Zeitalters hervorgegangen. Repression statt Befreiung, Sterilität statt Erfüllung, Bestrafung und nicht Eros.

 

Die natürlichen Bedürfnisse und Triebe des Menschen können zwar unterdrückt, aber nicht abgeschafft werden, und dort, wo jenes geschieht, melden sie sich früher oder später in irrationaler Fassung als Gewalt, Sadismus, Verfolgungswahn und andere neurotische Erscheinungen.

DER GEDEMÜTIGTE MENSCH

Der Mensch int ein Gefangener des bürgerlichen Wertesystems geworden, Gefangener der urbanen Massengesellschaft, der Technik, der Wissenschaft, der Produktion und des Konsumterrors. Er existiert nur als Zuchtprodukt einer Entwicklung, die ihm Lebensfülle, Freiheit und Selbstverwirklichung verspricht, die aber in Wirklichkeit seinem Lebensdrang und sein ursprüngliches Sein kastriert.

 

Das stolze und überlebensgroße abendländische Ich hat sein einstiges Selbstbewußtsein verloren und ist vom System zu einem abstrakten, jederzeit austauschbaren Funktionsträger degradiert worden: Leistungsmensch, Wähler, Verbraucher etc. Das ist das Ergebnis des von der Bourgeoisie eingeleiteten und durchgeführten Verdinglichungsprozesses, das Produkt von 500 Jahren borgeoiser und kapitalistischer Dressur.

Denn dies ist die letzte Form der Demütigung: dem Menschen das Bedürfnis nach Selbstwehr zu entreißen und ihn in ein resigniertes und demoralisiertes Opferlamm zu verwandeln. - "Das Gefühl der Machtlosigkeit ist die tiefste Form der Entfremdung, die unsere Kultur herstellt.

 

Es hat gegen den Verwertungs- und Verdinglichungsprozeß der Moderne viele Aufstände gegeben, sowohl kulturgeschichtliche wie sozialpolitische: die Romantiker, die "poetes maudits", die Surrealisten, die sozialistischen Revolutionen. Aber das System hat bisher alles überstanden, die verschiedenen Revolten der Künstler, Einzelgänger und Unangepaßten entweder mit Geld korrumpiert oder unterdrückt. Aber auch das politisch motivierte Aufbegehren hat ausgespielt, wie zuletzt der real existierende Sozialismus

 

Durch einen massiven Gehirnwäscheprozeß ist es dem System gelungen, den Menschen einzuhämmern, daß das Lebens- und Gesellschaftsmodell des westlichen Kapitalismus das Reich des Guten verkörpert. die "Good Society". Diese Gehirnwäsche ist freilich nicht mit terroristischen Methoden durchgeführt worden. Es gab keinen Big Brother, der von oben Befehle erteilte, wie unter Hitler oder Stalin. ES IST ZIEMLICH FRIEDLICH UND HARMLOS ZUGEGANGEN IN DEN LETZTEN FÜNFZIG jAHREN; EBEN DURCH DIE rEDUZIERUNG DES eINZELNEN ZUM kONSUMENTEN UND aUTOMATEN DES rEALEN.

Kein physischer Zwang, kein Terror im herkömmlichen Sinn wurde ausgeübt. Nein, die Menschen der "affluent society" werden nicht verhaftet und in einen dunklen Keller geworfen, es gibt keine pausenlose Verhöre. Die Zustimmung zum System folgt auf freiwilliger Basis, und eben dadurch kann man für das Ganze niemanden verantwortlich machen.

 

Die Regierungen haben seit jeher das Volk mittels Festen, Veranstaltungen, Luxus, Exhibitionismus, Eitelkeit und Komfort betäubt, mit Leere gefüllt und mit Bagatellen bei guter Laune gehalten. Die in jeden Haushalt eingedrungene Unterhaltungsindustrie hat die Funktion übernommen, den Einzelnen von der tatsächlichen Trostlosigkeit seines Alltags abzulenken und ihm die Illusion zuvermitteln, daß er in einer zauberhaften Welt lebt. Die pausenlos ausgestrahlten Fernsehprogramme erlauben den Menschen, für einige Stunden ihrer grauen Wirklichkeit zu entfliehen und auf dem Bildschirm voyeurhaft zu erleben, was ihnen selbst in ihrem realen Dasein verweigert wird.

Durch diese Instrumentalisierung der elektronischen Massenmdien als herrschaftserhaltende Instanz verwandeln sich die Freizeit und die Privatsphäre zu einer weiteren Möglichkeit, die unerfüllten Bedürfnisse des Menschen zugunsten des Systems umzufunktionieren.

Die Existenz des Einzelnen ist heute im wesentlichen Sein-für-Anderes geworden, umfassende, tiefgreifende Fremdbestimmung, Der Hauptwiderspruch des bürgerlichen Systems besteht darin, eine angeblich optimale Ordnung auf der Grundlage der ständigen Bevormundung und Erniedrigung des Menschen sichern zu wollen.

Die von den Apologeten des Systems bis zum Überdruß propagierte These, daß die bürgerliche Gesellschaft die Lebensbedingungen des Menschen enorm erleichtert und bereichert hat, ist im tieferen Sinn unhaltbar geworden. Sie gilt höchstens für bestimmte Aspekte des physischen und materiellen Daseins (Arbeitswelt, Komfort, Autos), aber keineswegs in psychischer, seelischer, humaner Hinsicht.

Zu fragen wäre: Wenn das Leben so toll geworden ist, wie erklärt sich dann, daß es mehr psychosomatische Kranke wie nie zuvor gibt und daß der Mensch sich zunehmend außerstande sieht, die Herausforderungen seines Daseins heil zu überstehen?

 

Die bürgerliche Ideologoe beruht auf zwei grundsätzlichen Momenten: Lust als Endziel, Leistung als Endziel, Leistung als Mittel. Daher der Eifer, mit dem die Bourgeoisie daran geht, die äußeren Bedingungen der Welt von Grund auf zu veränden.

Um aber das Leben in vollen Zügen genießen zu können, muß man zuerst die nötigen Güter herstellen, Geld verdienen und sich im Gesellschaftsbetrieb gegen die anderen als leistungs- und konkurrenzfähiges Subjekt bewähren. Es fängt also alles mit der Selbstbestrafung des Leistungsdrucks an, mit dem Zwang, produktiv und erfolgreich zu sein.

 

Während tatsächlich die Bourgeoisie in materieller Hinsicht die Weltverhältnisse unentwegt verändert (Produktion, Technologie), verwandelt sie sich gesellschaftspolitisch in eine statisch-regressive Klasse, die als Hauptziel nicht die Emanzipation des Menschen vor Augen hat, sondern die Sicherung ihrer Klassenherrschaft.

Durch Warenaustausch und friedlichen Wettbewerb wollte die Bourgeoisie die Eintracht in der Welt herbeizaubern. In Wirklichkeit hat sie nichts anderes getan, als neue, immer raffiniertere Formen der Gewalt und der Zwietracht einzuführen.

 

Wir haben zwar eine operativ immer besser funktionierende Technik, aber zugleich eine immer schlechter funktionierende Gesellschaft. Wir besitzen mehr Maschinen und technische Apparate als je zuvor, und trotzdem sind wir zunehmend unfähig, dieses technologische Potential für eine rationale Gestaltung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens einzusetzen.

Die mit den raffiniertesten informationstechnischen Geräten und Datensystemen ausgestatteten Massenmedien liefern der Gesellschaft eine nie dagewesene Nachrichtenflut, und trotzdem wachsen Verunsicherung und Orientierungslosigkeit.

DAS BÜRGERLICHE ICH: eine Neurose

Der Motor der bürgerlichen Gesellschaft ist die Angst. Daher die von ihr betriebene Planung des Schicksals und die Abtötung alles Spontanen. Angst vor dem Unerwarteten, vor dem von der bürgerlichen Ideologie selbst verherrlichten Fortschrittsprozeß. Deshalb hat das letzte Stadium der bürgerlichen Ära einen Menschentypus hervorgebracht, der sich durch innere Verunsicherung und nervöse Unruhe auszeichnet:

 

Der hastende Mensch ist sicher nicht nur von Gier gelockt, die stärksten Lockungen würden ihn nicht zu so energischer Selbstbeschädigung veranlassen können, er ist getrieben, und was ihn treibt, kann nur Angst sein.

 

Der ganze technisch-wissenschaftliche und produktive Aktivismus der Neuzeit ist nichts anderes als der unbewußte Ausdruck einer tiefgreifenden Angstneurose, die der abendländische Mensch durch Leistung und Konsumfülle zu verdrängen versucht. Konsumfieber ist in Wirklichkeit nichts anders als Angst. U.a. die Angst etwas zu verpassen.

 

Die Dinge sind so eingerichtet, daß 90 Prozent der Bevölkerung - die Arbeiter - den restlichen 10 Prozent als Lasttier dienen.

Es ist wichtig, sich diese Wahrheit einzuprägen, bevor man das Volk über Gleichheit, Freiheit, demokratische Institutionen und andere Utopien belehrt, deren Verwirklichung eine vollständige Revolution der Arbeitsbedingungen voraussetzt. Daß die Benachteiligten sich ihre permanente Degradierung durch die Bevorzugten gefallen lassen, läßt erkennen, wie gründlich die "Umwertung aller Werte" in die Psyche des spätkapitalistischen Menschen eingedrungen ist und wie tief die Entfremdung in den unteren Schichten sitzt.

 

WAS KULTUR SEIN SOLLTE

In einer Zeit, in der überall die elementarsten Regeln der Humanität mißachtet und mit Füßen getreten werden, muß eine Kultur, die dieses Namens würdig ist, eine Kultur der "rücksichtslosen Kritik alles Bestehenden" sein. Alles andere ist erbärmliche Flucht in den vertrauten Elfenbeinturm und Komplizenschaft mit der herrschenden Misere.

DAS REICH DES TODES

Das Leben: ein monotones, standardisiertes Ritual von materiellem Wohlstand und tief sitzender Frustration, eine Mischung aus Lustgarten und Strafkolonie. Der von der Werbung und den Marketingstrategien verordnete Zweckoptimismus als Ausgleich für das täglich erlebte existentielle Vakuum und als Therapie gegen den sich immer wieder meldenden Schmerz. Die Parole lautet: sich mit möglichst vielen Surrogaten zu betäuben, um den Schrei der Seele zu überhören.

"Zu suchen haben wir nichts mehr - das Herz ist satt - die Welt ist leer. Novalis

 

Das bürgerliche Zeitalter neigt sich seinem entgültigen Ende zu, wir wohnen jetzt seinen letzten Atemzügen bei.

 

"Der "homo oeconomicus marschiert gegen die letzten Menschen, bekämpft die letzten Lebenden und will sie zum Tode bekehren. Danach werden nur die Stille der Friedhöfe, der graue Anbblick der verödeten Städte und die mit Abfall und Müll überlagerten Landschaften bleiben. Wir bewohnen schon das Reich der Toten, trotz der hektischen Betriebsamkeit, die wir zur Schau stellen." Paul Nizan

Man kann das gängige Leben mit voller Inbrunst genießen und trotzdem innerlich tot sein. Gerade weil der heutige Mensch seelisch am Ende ist, stürzt er sich in das Pseudo-Leben des Alltags, unternimmt Reisen, übt seinen Beruf aus, versucht, Karriere zu machen und Geld zu verdienen. Nur wenn die Nacht hereinbricht und er schlaflos in der Dunkelheit seines Zimmers Bilanz über sein Leben zieht, ahnt er vielleicht, wie es wirklich um ihn steht, auch wenn er am nächsten Tag wieder ritualmäßig sein Auto in Gang setzt und zu seiner instrumentellen Welt zurückkehrt.

 

"Nicht die Dichter, nicht die Träumer, nicht die Künstler, nicht die Heiligen, Mystiker und Helden haben die moderne Welt errichtet und gestaltet, sondern die Geldleiher und Händler, Fabrikanten und Techniker, die Henker nicht zu vergessen, also das Anti-Poetische und das Häßliche schlechthin. Wer sind diese neuen Aristokraten? - Diejenigen, die Geld und Geld-Gehirne haben. Es spielt keine Rolle, was sie sonst haben: aber sie müssen Geld-Gehirne haben, denn sie herrschen im Namen des Geldes."

 

Das Geld ist der allgemeine, für sich konstituierte Wert aller Dinge. Es hat daher die ganze Welt, die Menschenwelt wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt. Das Geld ist das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dies femde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an. - Ehre wurde im alten Griechenland als der supremste Wert eingestuft sie gehörte auch an erster Stelle zum Verhaltenskodex des mittelalterlichen Adels. Das bürgerliche Zeitalter setzt sich von diesem Ethos ab und führt die Ehrlosigkeit als gängige Haltung ein. Sein Motto lautet: Alles ist käuflich, auch die Ehre des Menschen, also seine Würde.

 

Weil das moderne, bürgerliche Individuum unfähig ist, aus sich selbst etwas wirklich Wertvolles zu machen, strebt es danach, seinen Wert außerhalb von sich selbst zu erreichen, genauer: im Bereich seiner eigenen Entfremdung. Aber die von ihm erreichten Pseudo-Werte - Macht, Erfolg, Geld - sind in Wirklichkeit das Zeugnis seiner eigenen Wertlosigkeit.

 

"Aus dem Mangel eines Wertes an sich erfließt das Bestreben, sich Wert von anderwärts zu verschaffen; so entsteht alles Renommieren, alle Hochstapelei im weiteren Sinne (Über die letzten Dinge). Leben wird hiermit zu reiner Exteriorität, zur äußeren Fassade, zu einem Sich-zur-Schau-Stellen."

Im Zuge dieser Entwicklung wird der Mensch ein Wolf für die Menschen, betätigt sich als Raubtier, Ausbeuter und Mörder seines Nächsten. Dies erklärt, warum die Gestalt Kains zu einer Massen- und Alltagserscheinung geworden ist. Und all diejenigen, die sich gegen den Zeitgeist stemmen und sich nach einer neuen Sinnbestimmmung des Lebens sehnen, werden beiseite geschoben, liquidiert oder als Verrückte und Querulanten gebrandmarkt, wie Foucault in seinem Traktat über den Wahnsinn belegt hat.

Die eigentlichen Schwachen und Kleingeratenen haben es geschafft, sich zu vereinen und zusammen die Stärkeren und Vornehmen zu verdrängen und das von ihnen verkörperte Reich des Quantitativen als das höchste Daseins- und Gesellschaftsmodell planetarisch durchzusetzen. Der "homo triumphans" ist das in Verbänden organisierte Herdentier, und der Feind, den es immer zu verfolgen gilt, ist das Qualitative und Andersartige, das Entgegengesetzte und von der Norm Abweichende.

 

Die bürgerliche Ordnung hat sich in einen riesigen Dauerprozeß verwandelt. Schlaue Winkeladvokaten, korrupte Mandatsträger und ein allgegenwärtiger Apparat von Gerichtsdienern, Bürokraten, Wächtern und anderen Vertretern der Obrigkeit sorgen dafür, uns in Atem zu halten, zu verunsichern und in Angst zu versetzen. Es waltet der eiskalte, reptilartige Geist des Gesetzes und die von ihm unentwegt neu erfunden Paragraphen und Anordnungen, damit die Kontrolle immer effizienter wird. Ja, wir sind frei, aber die Freiheit, die uns vom System zugestanden worden ist, erschöpft sich darin, unsere Richter und andere Wächter zu wählen. Das ist das wahre Antlitz der bürgerlichen Demokratie, die größte und raffinierteste Farce, die je von Menschen erdacht wurde.

Eigenschaften die früher im Mittelpunkt der Erziehung und der Lebensführung des Einzelnen standen - Tugend, Sittlicheit, Nächstenliebe, Ehrlichkeit, Wahrheit etc. -, sind durch wertneutrale Kategorien wie Erfolg, Geld, Macht und ähnlichem weitgehend ersetzt worden.

 

Nicht nach ethischen Vorstellungen und Spielregeln hat sich das Industriezeitalter gerichtet, sondern nach Wettbewerb, Gewinnsucht, Profitmaximierung, Leistung, Effizienz und ähnlichen wertneutralen bzw. moralwidrigen Prinzipien. Schon im genetischen Ausgangspunkt - also bei der Investitions- und Produktionsplanung - wird jede ethische Erwägung ausgeschaltet. Nicht das, was dem Menschen wirklich nützt, und seinen wahren Bedürfnissen entspricht, wird produziert, sondern das, was Aussicht hat, sich als Ware durchzusetzen und verwerten zu lassen.

Das was man gemeinhin "permissive Gesellschaft" nennt, hat sich als ein Paradies für prinzipienlose Karrieremacher herausgestellt. Nichts mehr stimmt, alles, fast alles ist Lug und Trug geworden. Aussicht auf Erfolg haben nur die Verlogenheit und das schamlose Mitmachen, und während der Rest der Welt hungert und vor die Hunde geht, fällt den Menschen im Westen nichts anderes ein, als sich ihren kleinkarierten Egoismen und Lebenszielen zu widmen, über den neuerdings angekratzten Wohlstand zu lamentieren und auf die Politiker zu schimpfen, ohne sich allerdings zu erheben und sie aus ihren Ämtern zu verjagen. Hauptsache ist, daß man weiterhin seinen Komfort, seine Parties, seine Sportveranstaltungen, seine exotischen Auslandsreisen, seine Sexvideos, sein Bier und den täglichen Film im Fernsehen hat. Und die Journaille macht mit, während die Stimmen, die sich gegen den ganzen Schwindel richten, wie lästige Spielverderber und Volksfeinde ausrangiert und mundtot gemacht werden.

Sich für das zustandkommen einer gerechten Weltordnung einzusetzen darf nicht als Last oder Opfergang aufgefaßt werden. Es bedeutet vielmehr eine höhere Form der Selbstfindung und der Selbstverwirklichung, im Grunde ein Privileg, oder: "Gnade ist im Widerstand zu leben."

(Wählt das Leben). Gerade dies muß man den Menschen klarmachen: daß sie mit ihrem egoistischen Verhalten sich selbst schaden und die Chance verpassen, die Erfüllung und die Transzendenz des Edlen und Erhabenen zu erfahren.

Leben bedeutet etwas anderes als Konsumieren, Kopulieren, Feste feiern, Karriere machen oder Geld zusammmenraffen. Damit bleibt man in der erbärmlichen und engherzigen Sphäre des heute waltenden kleinbürgerlichen Individualismus, wählt man ein standardisiertes und miderwertiges Schicksal. Das Leben erreicht erst seine Vollendung, wenn man es in die Dienste eines Ideals stellt, das nicht nur das eigene Wohl, sondern auch das des Mitmenschen anstrebt.

Nur wer für die Befreiung aller arbeitet, wird sich selbst befreien und seiner Bestimmung als Mensch gerecht werden. Nicht Individualismus ist der Weg der Selbstvollendung, sondern Universalismus.

Der einzig gangbare Weg zur Herbeiführung einer humanen und gerechten Weltordnung ist tatsächlich der unbedingte Verzicht auf alle Ersatz- und Blendwerte, die das bürgerliche Zeitalter berstimmt haben: Macht, Erfolg, Besitz, Beherrschung der Natur und des Mitmenschen.

Den Anfang müssen wir selbst machen, der Kampf für eine Humanisierung der Weltverhältnisse muß mit dem Aufräumen des eigenen moralischen Drecks beginnen.

"Der Mensch lebt nicht nur von ökonomischen und politischen Forderungen; eine ökonomische und politische Umgestaltung schließt immer eine moralische Revolution ein."

Die kulturelle und besonders die moralische Revolution sind nicht weniger wichtig als die politische Rekonstruktion einer Gesellschaft. - Ohne diese persönliche Katharsis wird die Erneuerung der äußeren, gesellschaftlichen Verhältnisse kaum durchführbar sein. Die Revolution muß also im Innern des Einzelnen einsetzen. - Es geht darum einen revolutionären Kampf gegen uns selbst, gegen unsere herrscherlich-ausbeuterische Identität zu führen. (Jenseits bürgerlicher Religion)

 

ICHBEZOGENHEIT:

Wir können den anderen helfen nur in dem Maße, in dem wir uns entprivatisieren und unser Ich nicht als absoluten Wert setzen, wie es die Kapitalisten mit ihrem Eigentum tun oder Max Stirner mit seinem "Einzigen" meinte. Wir gehören uns nur bedingt, und wer davon ausgeht, daß die Freiheit darin besteht, nur für sich selbst zu sorgen, vergißt, daß ohne den Beistand der Gesellschaft kein Individuum in der Lage wäre - auch das mächtigste nicht - überhaupt zu existieren.

Die bürgerliche Ideologie hat die Neigung des Menschen zu Eigendünkel nicht erfunden, aber sie ins Unermeßliche gefördert und dadurch aus der Gesellschaft einen ununterbrochenen Jahrmarkt der Eitelkeiten gemacht. Solange es uns nicht gelingt, diesen tiefsitzenden Atavismus unserer Persönlichkeitsstruktur abzuschütteln, werden wir es auch nicht schaffen, eine halbwegs repressionsfreie Ordnung auf die Beine zu bringen.

 

Es bleibt nur der freiwillige und illusionslose Einsatz für das Humane.

 

Immer siegreich sein zu wollen, oben stehen, nach unbedingtem Erfolg lechzen und Trophäen sammeln, bleibt ein plumpes Ideal für Spießer und Strebernaturen, die diese Schein- und Pseudo-Werte wählen, weil ihre Entfremdung und seelische Abgestumpftheit sie für andere, höhere Werte blind macht.

Wahre Größe erweist man, wenn man sich auf die Seite der Erniedrigten und Entrechteten schlägt, und zwar ohne sich vorher zu fragen, ob dieser Einsatz mit einem Sieg oder einer Niederlage enden wird.

 

Menschen, die helfen, sind heute eine Minderheit, die Regel sind die Egoisten und Zyniker, die hemmungslos und ohne jeglichen Skrupel sich dem eigenen Glück zuwenden, ohne sich zu fragen, was draußen sonst vorgeht.

 

"Der wahre Rebell handelt auf eigene Verantwortung, er beruft sich nicht auf die öffentliche Doxa, sondern ausschließlich auf das eigene Gewissen oder auf sein Schamgefühl, was ein und dasselbe ist. Und diese Entscheidung kann uns von keiner Ideologie, von keinem geschlossenen Ideensystem und keinem politisch gesellschaftlichen Credo abgenommen werden. Sie ist unsere ureigenste Angelegenheit."

 

Die Menschen haben Jahrhunderte hindurch das Heil in Parteien, Massenbewegungen und ideologischen Kollektiven gesucht und geglaubt, daß der Anschluß an solche Mammutorganisationen genügen würde, um Orientierung zu finden. Andere wiederum taten es, weil sie nicht die Kraft aufbrachten, ihre eigene Individualität zu ertragen. - Zu welch kläglichen Ergebnissen dieses Verhalten geführt hat, wird nicht zuletzt durch den Bankrott der linken Ideologien und Parteien belegt.

Wenn wir unser Selbst verlassen, um Parteimenschen zu werden, verwandeln wir uns in Träger ideologischer Etiketten und vergessen bald, daß wir an erster Stelle Menschen sind und immer Menschen bleiben sollten. Und weil wir dieses Gebot aus den Augen verlieren und uns hinter abstrakten Apparaten verstecken, finden wir keine Kommunikation mehr mit den Andersdenkenen.

 

Wir dürfen keiner überpersönlichen subjektlosen Instanz unsere Verantwortung übertragen, sondern müssen Widerstand gegen die entsoldarisierte Gesellschaft aus eigenem Antrieb leisten, ohne uns zu fragen, was der Nachbar, was der Kollege tut. Zu dieser Haltung gehört auch der Mut, notfalls Einzelgänger zu bleiben, ganz abseits zu stehen, dem Beispiel Hölderlins folgend:...in brüderlichem Zusammenwirken bestehe das Beste, doch sei es auch herrlich, allein zu stehen, und sich durchzuarbeiten durch die Nacht, wenn es an Kampfgenossen gebreche. (Hyperion)

Solche Bereitschaft zum einsamen Heroismus bedeutet keineswegs, daß die einzig mögliche Form des Kampfes der strikt individuelle Einsatz ist. Im Gegenteil: Unser Engagement muß immer danach trachten, kollektive Formen anzunehmen, Verbündete zu finden, sich in Gruppenarbeit zu artikulieren, schon deshalb, weil dieses Streben den Kommunikationsbedürfnissen entspricht, die jedem höheren Anliegen innewohnen.

 

Was wir gerade wollen, ist, neue Formen der Gemeinschaft möglich zu machen, den Menschen aus seiner heutigen Vereinsamung herauszureißen und aus ihm nicht eine bezugslose Monade werden zu lassen. - Widerstand hat Aussicht auf Erfolg nur, wenn wir aus der jetzigen Vereinzelung herauskommen und eine neue "religio" in ihrem ursprünglichen Sinn von "religare" (zusammenbündeln) wieder herstellen. Oder wie Henry David Thoreau meinte: "To cooperate means to put our living together". (Walden)

Das Gebot der Stunde ist die Wiederherstellung der Mitmenschlichkeit und der sozialen Bande, aber dieses Anliegen wird nur zu verwirklichen sein, wenn es gelingt, die gegenwärtige aggressionsbeladene und menschenfeindliche Umgangskultur in die Wüste zu schicken und sie durch eine kooperationswillige und gewaltfreie Praxis des Zusammenlebens und der Konfliktlösung zu ersetzen. Das wäre ein entscheidender Schritt, um neue, humane, kommunikationsfähige Formen der Begegnung und des Miteinanders herbeizuführen und das heute herrschende Prinzip des Willens zur Macht nach und nach zu überwinden.

 

 

Ich denke dabei an eine Kultur der Sanftmut, der Rücksichtnahme, der Mildherzigkeit, der Freundlichkeit und der Ritterlichkeit, ein Hauptwort, letzteres, das, wie "Chevalerie" oder "Caballerosidad" schon an sich eine Weltanschauung beeinhaltet und im geraden Gegensatz zu der Härte steht, die die zwischenmenschlichen Beziehungen in unserer Gesellschaft prägt.

 

Die Bourgeoisie ist nicht die erste Klasse, die die Macht erobert hat, und sie wird nicht die letzte sein, die sie verliert. Wenn es soweit ist, werden die Bourgeois und ihre Helfershelfer sich wundern, wie schnell totgesagte Überzeugungen und Handlungsweisen die Massen ergreifen können, wie rasch das Volk von totaler Tatenlosigkeit zu resuluter Aktion übergehen kann.

 

Unbestreitbar ist: Die Aneignung des Mehrwerts durch das Privatkapital und den bürgerlich-kapitalistischen Klassenstaat wird immer hemmungsloser. Dadurch kehrt jener primitive Verelendungsprozeß zurück, den die bürgerlichen Ideologen voreilig für überwunden erklärt hatten. Die "Sozialstaatillusion", Zugpferd der sozialdemokratischen Parteien, hat sich im Zuge der Verhärtung des Klassenstaates als unglaubwürdig erwiesen. Die Arbeitskraft, die die einzige Ware ist, die die Lohnabhängigen besitzen, um im spätkapitalistischen Sozialkrieg überleben zu können, wird immer wertloser, reicht immer weniger, um die laufenden Lebenskosten und -bedürfnisse zu decken. Eine solche Entwicklung kann auf Dauer nicht folgenlos bleiben, sie muß irgendwann zu einer offenen Klassenkonfrontation führen.

Die Arbeiterklasse der westlichen Metropolen hat ein paar Jahrzehnte lang von der Ausbeutung der Dritten Welt und von der Hochkonjunktur beträchtlich mit profitiert, Damit ist es ziemlich vorbei, die weltweite Krise des Spätkapitalismus, der Rückgang der Profitraten und die Verschärfung der Konkurrenz auf den Weltmärkten haben diesem vorübergehenden Schlaraffenland ein Ende gesetzt. Die Arbeiter, die schon glaubten, den Status gleichwertiger und emanzipierter Bürger erreicht zu haben, werden wieder zu besitzlosen Proletariern, während die Bourgeoisie, die bis vor kurzem die soziale Partnerschaft predigte, ihren alten Kommandoton wieder findet.

 

Die Fiktion der Interessengemeinschaft läßt sich nicht mehr aufrechterhalten, keine semantischen Tricks werden die immer deutlicher zutage tretende Klassenkluft verwischen oder wegzaubern können. Die widernatürliche Ehe zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist gescheitert, die Trennung von beiden Kontrahenten ist nur eine Frage der Zeit. Man weiß nur nicht, wie sich die Scheidung vollzieht und wie sie endet.

 

Sich gegen das bürgerlich-kapitalistische System zur Wehr zu setzen bedeutet nicht nur Widerstand gegen eine Klasse zu leisten, sondern sich für das Überleben der Menschheit einzusetzen. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte ist der Kampf gegen die herrschende Klasse ein Kampf gegen die Zerstörung der Natur, der Zivilisation und des Menschen selbst.

Die Bourgeoisie verkörpert in zunehmenden Maße den Ungeist des Nihilismus und der Destruktion. Was sie produziert, trägt seit langem die unverkennbare Signatur des Todes.

 

 

Wenn die Weltgeschichte nicht in einem Trümmerhaufen enden soll, dann wird es höchste Zeit, dieser unheilvollen Entwicklung einen Riegel vorzuschieben. Es gibt kein Ausweichen mehr: Entweder die Menschheit stürzt die Bourgeoisie, oder die Bourgeoisie wird die Menschheit zu Grabe tragen und als einzige Erinnerung ihrer Herrschaft einen Planeten voller Asche hinterlassen. Heleno Sana


 

 Den hochverschuldeten Handlanger der Monopolisten den angeblichen Sozialstaat lehne ich total ab. Unter einer repräsentativen Demokratie ist das Volk nur am Wahltag frei.- Ansonsten ist es den Machenschaften und Interessen der Regierenden ausgeliefert. - Die kapitalistische Automation- Kommunikations- & Computerindustrie ist soweit fortgeschritten, daß der kapitalistische Markt eigentlich kaum noch Arbeitskräfte benötigt...

Nur: - Wohin mit dem Menschenballast? - Der Sozialstaat und seine "Maden im Speck" die korrupte Beamten & Politikerkaste - gehören schon lange in den Mülleimer der Psychohistoriker!

Die Umgestaltung der Welt im befreienden, emazipatorischen Sinn kann nur von unten und dezentral vor sich gehen. Anders zu denken, ist Pseudo-Universalismus und politischer Formalismus. - Das erste was man den Menschen gestohlen hat, ist tatsächlich die Zeit, obwohl er nie zuvor so wenig arbeiten musste und so viel Freizeit hatte wie heute. (Heleno Sana)

 

 

 

 

 

Die bürgerliche Moral hat sich der Universalzeit bemächtigt und sie zur Zeit-zum-Banalen und Zeit-zum-Profit herabgesetzt. - Sowohl die Antike wie das Mittelalter standen der Zeit

weitgehend gleichgültig gegenüber. Zwar wurde die Uhr im Spätmittelalter erfunden und auch benutzt, aber mehr als Orientierungszeichen denn als Anstoß zur Leistung. Die moderne Zeitauffassung widerspiegelt das Wesen der Maschine, ist maschinell konzipiert und wie diese auch mit utilitaristischen Zwecken in Verbindung gebracht. - Die Herrschaft der Bourgeoisie beginnt mit der Aneignung sowohl der gesellschaftlichen wie der personalen Zeit. - Die Hoffnung der emazipatorischen Theorie, die Reduzierung der Arbeitszeit würde zu einer sinnvollen Nutzung der Freizeit führen, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: je mehr die Freizeit zunimmt. desto mehr nimmt die Abwendung von Kultur und Bildung zu.

Die überschüssige Zeit des "animal laborans" wird niemals für etwas anderes verbraucht als Konsumieren, und je mehr Zeit ihm gelassen wird, desto begehrlicher und bedrohlicher werden seine Wünsche und sein Appetit.- Das Triviale zu wählen und zu konsumieren, bedeutet nichts anderes als sich die bürgerliche Zeitauffassung zu eigen zu machen, stellt einen Akt der Unterwerfung unter die verdinglichte Welt der Waren dar. - Schon die Kinder werden auf die Uhr dressiert, um einmal leistungsfähig zu sein. Der Urlaub dient bloß der Wiederherstellung der Arbeitskraft. Und selbst beim Essen, beim Trinken und in der Liebe tickt der Sekundenzeiger im

Weigert sich das Individuum sich diesem Diktat zu beugen, wird es automatisch zu einem "Outsider" und Verbannten. - Die Zeitbestimmung der bürgerlichen Ideologie zu akzeptieren, bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als auch ihren Lebensrhythmus und ihr Wertesystem als Ganzes hinzunehmen. Um sich von der Knechtschaft der bürgerlich-kapitalistischen Herrschaft zu befreien, muss sich der Mensch zuerst von dem Zeitverständnis befreien, das ihm das System diktiert. Tertium non datur(  Heleno Sana)

 

Revolution? - Gewiß, der Kampf um eine bessere Welt, ist immer mit großen Enttäuschungen und auch Risiken verbunden, aber viel schlimmer ist letzten Endes die Lage derjenigen, die aus Trägheit oder Mangel an Zivilcourage im Widerspruch mit ihrem Gewissen leben. Menschen, die sich ständig bevormunden, befehlen und demütigen lassen, können nie wirklich glücklich sein, auch keine Selbstachtung vor sich selbst haben.

Was soll man also tun? Soll man auf die Straße gehen und alles in Brand stecken oder Steine gegen die Polizei werfen? Mit solchem unreflektiertem Auktionismus kann man die öffentliche Ordnung zeitwillig stören, nicht aber die Gesellschaft verändern. Auch die ehrgeizigste Befreiungsinitative muß sich ihrer Grenzen bewußt sein, muß sich darüber im klaren sein, daß man die Welt nicht mit großspurigen und bombastischen Umsturzplänen verändern kann, daß ein solches Anliegen, wenn überhaupt, nur durch geduldige Kleinarbeit zu erreichen ist, was wiederum das entschlossene Handeln in bestimmten Momenten keineswegs ausschließt. Man muß zuerst in bescheidenem Rahmen tätig sein, auch wenn diese Form des Engagements nicht so spektakulär ist wie generalstabsmäßig organisierte Aktion.

Jeder sinnvolle Akt, den wir vollziehen, ändert die Welt, in der wir uns befinden, auch dann, wenn es die Welt als Ganzes, als Öffentlichkeit nicht wahrnimmt. Handeln im Stillen ist auch der einzige Weg, um nicht gleich entmutigt zu werden. Jeder Partikel unseres Existenzraums ist wichtig, jeder emanzipatorische Schritt nach vorne - auch der bescheidenste - bedeutet eine Schwächung des Feindes.

Der Kampf um Wahrheit, Recht und Solidarität wird seit langem vor allem von kleinen Gruppen getragen, die Menschen und Organisationen, die etwas für die Humanisierung der Welt tun, bleiben deshalb der Öffentlichkeit verborgen. Wer weiß zum Beispiel, daß es in Deutschland etwa eineinhalb Millionen Menschen gibt, die ehrenamtlich im Bereich der Wohlfahrtspflege tätig sind? Manche linken Weltverbesserer werden einwenden, daß dieser karitative, humanitäre Einsatz nicht zur Revolution führt, sogar hilft, die Widersprüche des Systems zu neutralisieren - ein philisterhaftes Argument, das oft als Rechtfertigung für die eigene Untätigkeit dient. Denn es ist ja für nicht wenige radikale Salon- und Möchtegern-Revolutionäre typisch, das Maximale zu verlangen und andere, weniger anspruchsvolle Formen des emanzipatorischen Engagements ins Lächerliche zu ziehen. Man muß jedenfalls Abschied vom Fetisch der Massenbewegungen nehmen, von der Ansicht, daß nur das quantitativ Imposante etwas bewirken könne. Außerdem: Alles wichtige beginnt erst im kleinen Kreis zu gären, ist am Anfang nur isolierte, machtlose Ausnahme.

Die kulturelle und besonders die moralische Revolution sind nicht weniger wichtig als die politische Rekonstruktion einer Gesellschaft. Auch in der denkbar rationalsten und sinnvollsten Gesellschaft werden die Widersprüche und Antagonismen nicht verschwinden, auch dann wird der einzelne sich immer für diese oder jene Haltung verantworten und entscheiden müssen, wird mit seinen Leidenschaften und egoistischen Trieben fertig werden müssen und in Konflikt mit seinem Gewissen geraten. Die Vision, die Geschichte könnte sich eines schönen Tages in ein entgültiges Eldorado verwandeln, entspricht einer parareligiösen und einer vulgärutopischen Denkweise. Die Geschichte wird nie ein abgeschlossenes Buch sein, der Mensch genausowenig.

Güte wird in unserer Gesellschaft oft mit Naivität, Exzentrik oder gar Dummheit verwechelt. Derjenige, der das Gute wählt, riskiert, dem Spott der Smarten und Besserwisser ausgesetzt zu sein. Weil sein moralischer Einsatz eine unausgesprochene, aber ganz klare Absage an die waltende Ich-Bezogenheit bedeutet, kann er kaum auf die Sympathie der anderen rechnen. Der Spott der Angepaßten und Zyniker ist allerdings nur vordergründig, denn dahinter steckt die ressentimentbeladene Erkenntnis, daß sie entlarvt sind. Wenn die Menschen dem Anderssein in Gestalt von Humanität begegnen, schauen sie meistens weg; sie tun dies instinktiv, um nicht mit dem Spiegelbild ihrer eigenen Niederträchtigkeit oder Nichtigkeit konfrontiert zu werden, ein Sachverhalt, der schon von Diderot durchschaut wurde:

Man lobt die Tugend, aber man haßt sie.

 

Sich für andere einzusetzen ist nicht immer leicht; es erfordert im Gegenteil eine große Kraftaufwendung und führt oft zu Niedergeschlagenheit und Entmutigung, vor allem, wenn der Erfolg ausbleibt. Ich glaube nicht, daß diese Welt einen höheren Sinn hat. Aber ich weiß, daß etwas an ihr einen Sinn besitzt, und dies ist der Mensch, gerade weil er das einzige Wesen ist, das nach einem Sinn verlangt. ( Heleno Sana)

 

 Die 385 reichsten Männer der Welt verfügen über ein Vermögen, das höher ist als das gesamte Einkommen der ärmsten 2,3 Milliarden Menschen der Erde. - (Der neue Guru der "Liberalen Ökonomen" - Roland Baader will dieses tödliche - menschliche Defizit mit "Vater unser" - beten & fundamentalistischen, irrationalen, christlichen Religionswahn ausgleichen. - Dazu kann ich nur mit "Amen" antworten. - Die armen Menschen! - Sind den kapitalistischen - christlichen Heilsbetern ausgeliefert. - Mögen diese noch so "Herzensgut - Scheinheilig" sein...Ihr beten wird niemanden helfen! - Die momentane Finanzkrise ist ein gutes Beispiel für das Versagen der meisten Theorien von Milton Friedman und anderen Neoliberalen.G.F.)



Nur 5 Prozent des weltweiten Militärbudgets würden ausreichen um die gesamte Menschheit mit Nahrung, Wasser, medizinischer Betreuung und Grundausbildung zu versorgen. - Das kapitalistische Europa beteiligt sich weiterhin und an führender Stelle an der Beherrschung und der Ausbeutung der Dritten Welt. - Die altliberale These, die Verbreitung von Wirtschaft und Kommerz würde zu einer Abnahme bzw. Aufhebung von bewaffneten Auseinandersetzungen führen, hat sich spätestens seit dem NATO-Krieg gegen Jugoslawien als weltfremde Illusion erwiesen. ( Heleno sana)



Turbo-, Kasino- und Killer-Kapitalismus und dem von ihm in Gang gesetzten Pandämonium von Monetarismus, verschärfter Konkurrenz, Sozialabbau und Krieg aller gegen alle. - Wir werden die Tragweite der neoliberalen Logik erst richtig verstehen, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass hinter ihr für Millarden von Menschen in aller Welt, so konkrete Erfahrungen wie Repauperisierung, chronische Arbeitslosigkeit existentielle Not, gesellschaftliches Abseits, Hunger- und Dumping-Löhne, Hoffnungslosigkeit, Angst und viele andere Formen der des Leidens und der Entfremdung stehen. - Der Kapitalismus hat abgewirtschaftet. - Die seit ein paar Jahrzehnten herrschende neue "One-World-Economy" spricht laufend von Innovation, Modernisierung, neuen Technologien, Eigeninitiativen, Mut zum Risiko, neuer Kreativität und Wertewandel, besitzt aber keine tragfähige Vision für die Zukunft. ( Heleno Sana)




Fast unser ganzer Erdball befindet sich in den gierigen Händen einer nichtswürdigen Sippschaft von Menschen, die nichts außer Geld machen können. - Alles was nicht Geschäftemacherei ist zu liquidieren oder es von ihr abhängig zu machen. - Leben heißt heute an erster Stelle für das Geld leben...Die Frage die den Menschen bewegt ist nicht mehr das "To be or not to be",

sondern Geld haben oder nicht haben. Die Geschäftemacherei hat die Ontologie und die Metaphysik aus dem Bewußtsein der Menschen weggefegt, das Gute, Wahre und Schöne sind jetzt die Scheckhefte und die Geldscheine. Mammon hat alles in Besitz genommen. - Geist, Bildung, Tugend, Güte, Ethik, Liebe und andere Werte sind ohne Geld keinen Pfifferling wert. - Während die Tempel zunehmend leerer werden, stehen die Leute vor den Bankschaltern und den Geldautomaten Schlange. Kaufen und Verkaufen ist die wahre Dialektik der spätkapitalistischen Gesellschaft, die Kreditkarte die neue Identität. Das Leben ist ein Geschäft. Pure Besitzgier! - Was hier im Gange ist, läuft auf die Degradierung des Menschen zur totalen Ware und auf den entgültigen Ausverkauf sozialer Verantwortung hinaus.



Die Führungsrolle des Weltkapitals findet auf zweifache Weise statt: einerseits durch den Einfluss auf den Nationalstaat, andererseits durch die Inbesitznahme bzw. Instrumentalisierung der internationalen Einrichtungen und Institutionen, die die westlichen Industrieländer der internationalen Einrichtungen unter Federführung der USA nach dem Zweiten Weltkrieg zu dem Zweck ins Leben riefen, ihre ökonomischen, ideologischen, geopolitischen, soziokulturellen und militärischen Interessen gemeinsam zu sichern. UNO, NATO, Europäische Union, Weltbank, Internationaler Währungsfond, GATT, OECD und etliche mehr. Es gibt keine unter diesen Organisationen, in denen die "pressure groups " ihre Handlanger und Strohmänner nicht untergebracht hätten.

Gewiss: es gibt Welthilfsorganisationen, die positive Arbeit leisten, aber ihr Samaritertum erschöpft sich im wesentlichen darin, die Schäden zu begrenzen, die das System in allen Winkeln der Erde mit seinem rücksichtslosen Verhalten tagtäglich anrichtet. Mehr bringen sie nicht zustande, am allerwenigsten die Allmacht der Großkonzerne und Großbanken in Frage zu stellen, die sie lediglich als ihre Reperaturwerkstatt tolerieren.
 

Aber die Tentakeln und Krallen des Großkapitals sind mittlerweile auch bis ins innere Mark der militärischen Entscheidungsstellen vorgedrungen,die nahtlose Verflechtung zwischen Wall Street und dem Pentagon dient als Paradebeispiel dieses weltweiten Tatbestandes. Um die Interessen der transnationalen Firmen zu sichern, werden Kriege vom Zaun gebrochen. Menschen zu Tausenden getötet und ganze Länder in Schutt und Asche gelegt, wie es zuletzt in Jugoslawien, Afghanistan und Irak geschah. Diese und andere Verbrechen müssen natürlich von der öffentlichen Meinung irgendwie gerechtfertigt werden, und dafür stehen die sich in den Händen des Weltkapitals befindlichen Massenmedien zur Verfügung. Ihre Funktion besteht tatsächlich darin, die schmutzigen Geschäfte und die schmutzigen Kriege, die das System auf dem Kerbholz hat, als humanitäre und befreiende Feldzüge zu verklären.

Nur Geld zu verdienen, reicht dem heutigen Kapitalismus nicht mehr. Er will darüber hinaus die Menschen gänzlich beherrschen und ihnen seine flache Erfüllungs- und Selbstverwirklichungsmodelle unbedingt aufnötigen. Deshalb produziert er nicht nur Waren, sondern auch den Menschentypus, der diese Waren kauft und konsumiert. Nicht nur das Portmonnaie des Einzelnen beansprucht er, sondern seine ganze Seele. - Sein Endziel ist kein anderes als die nahtlose Instrumentalisierung und Unterwerfung der ganzen Welt. - Die reale Macht ist heute die der multinationalen Konzerne.


Über die Entscheidungen des Managements einer multinationalen Firma können wir nicht abstimmen. Das heißt, auf die Entscheidungen der Multis, die heute von größter Tragweite sind, existiert heute keine demokratische Einflussnahme. Deshalb sage ich, wir haben keine Demokratien im eigentlichen Sinne des Wortes. Denn unsere Regierungen sind, salopp ausgedrückt, die politischen Kommissare der Wirtschaftsmächte. - Was sich vor unseren Augen tatsächlich abspielt, ist nichts anderes als die allmähliche Liquidierung der herkömmlichen Demokratie durch die Errichtung einer weltumfassenden Oligarchie, oder, was auf dasselbe hinausläuft, die Liquidierung des klassischen Liberalismus durch einen Imperialismus neuer Art. ( Heleno Sana)

 Die Entscheidungsmöglichkeiten des Nationalstaates nehmen in finanzieller und ökonomischer Hinsicht immer mehr ab, aber dies heißt nicht, daß er seine Macht verlieren wird. Die multinationalen Konzerne und die supranationalen Organisationen sind die ersten, die den Staat brauchen, um die Widersprüche des neoliberalen Kapitalismus in den Griff zu bekommen. Sie brauchen ihn auch als Repressionsinstrument gegen Unzufriedenheit und soziale Revolte. Dies  ist die Rolle, die jetzt der Staat übernimmt, auch innerhalb der Europäischen Union, die sich im übrigen in zunehmenden Maße als ein Superstaat entwickelt, der sich als noch zentralistischer, bürokratischer und interventionistischer erweist als der klassische Nationalstaat. (Quelle - Heleno Sana)

 

Freiheit erreicht man in erster Linie nur, mit sozialer Verantwortung, Solidarität und Mitmenschlichkeit. Eine Freiheit, die sich dieses moralischen Imperativs glatt entledigt und keine Augen für die Bedürfnisse der Benachteiligten und der in Not geratenen Menschen hat, ist keine wahre Freiheit, sondern eine Variante der Rücksichtslosigkeit.

Ein Reich des Egoismus und des Materialismus in dem der Wert des Einzelnen durch die Höhe seines Bankkontos gemessen wird. Freilich: Damit kann man vielleicht die Habgier und andere niedrige Triebe des Menschen befriedigen, aber langfristig keine wirkliche freie und rationale Gesellschaftsordnung aufbauen, wie schon jetzt der besorgniserregende Zustand der Welt ahnen läßt. Daß es noch schlimmer werden kann, läßt sich unschwer voraussehen. (Quelle -Heleno Sana)

 

 Ich bin nicht geboren, um mein Schicksal in die Hände von Sadisten, Betrügern, Lügnern und Machtmenschen zu legen, die aus mir ein willenloses Partikel ihres Herrschaftswahns machen wollen. Was ich bin oder werden will, entscheide ich, nicht sie. Ich bin geboren, um meine Freiheit, meine Selbstachtung und mein angeborenes Recht auf ein von mir gewähltes Leben bis zu meinem Tode zu verteidigen. 

 

 "Das was Huntington Kampf der Kulturen" genannt hat, hat zuerst im Schosse des Abendlandes selbst stattgefunden. Die von den gegenwärtigen Machteliten der USA und Westeuropa emsig betriebene Eliminierung aller Wertvorstellungen, Gesellschaftsmodelle und Lebensweisen, die ihren Expansionsinteressen zuwiderlaufen, kann nur deshalb auf Weltebene durchgeführt werden, weil die kulturelle GLEICHSCHALTUNG im Innern der westlichen Gesellschaft schon vollzogen worden ist. Heleno Sana