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Kunsttheorie & Kulturkritik

Die Kunst hat keine Identität, die stärker wäre als die Umgebung, in der sie stattfindet. Sie ist ein kleiner Teil, der im Garten der Gegenwart die Zeit umbricht, ein dienlicher und mitarbeitender Teil, der es ermöglicht, etwas zu kompostieren in der Identität des Gegenwärtigen, um es bereit zu machen für eine Zukunft. Die Kunst ist eigentlich nur ein Agent, ein Pulver, das im viel wichtigeren Vorgang des Waschens zur Wirkung kommt. Nicht über seine Identität oder Sichtbarkeit, sondern eben über seine Funktion, sein bloßes Wirken. Michel Foucault

 

 

"Ich glaube, es ist die Rolle des Künstlers,
sich an den sozialen Kämpfen seiner/ ihrer Zeit zu beteiligen,
alle Fragen rund um die Menschheit
und was ihn/sie sonst noch umgibt
auf ehrliche und mutige Art zu porträtieren
so, dass Fehler sic
h nicht wiederholen,
und vor allem, dass die Leinwände durch die Zeit hinweg
jene Lehren und Wahrheiten festhalten,
die niemals vergessen werden (sollten).
Das ist es, woran ich glaube."

***
"I believe it is the role of the artist to be engaged
in the social struggles of his/her time
and to portray in a true and courageous way
all issues concerning mankind and all that surrounds him/her,
so that mistakes are not repeated, and above all
for the canvas to hold the lessons and truths,
that will (should) never be forgotten.
This is what I believe. “

***
"Acredito ser papel do artista, estar engajado
nas lutas sociais do seu tempo e retratar de
forma verdadeira e corajosa todas as questões
do homem e de tudo aquilo que o cerca, para
que erros não sejam repetidos e principalmente
para que as telas guardem em seu conteúdo ao
longo do tempo, lições e verdades que jamais
serão esquecidas, é nisto que acredito."

Joao Evangelista Souza , Curitiba, Brazil
Plastic Artist | Maler | Artista Plástico
 

Seit jeher behaupte ich, daß es die Kunst nicht gibt, sondern nur die Künstler, die übrigens keine Kunst machen, sondern etwas tun, daß ihnen Vergnügen bereitet, die gar nicht anders können, selbst wenn es für manche ein schmerzhafter Prozeß ist: glückliche Masochisten. JEAN LOUP SIEFF

Kunst und Utopie.
Die Chance, Freiheit und Utopie wahrzunehmen, ist fast die Pflicht
der Kunst heute, um der Verengung der Phantasie und die Umstrukturierung
der Gefühle mit Brüchen zu konfrontieren, die Ausdruck einer Welt sind,
die auch sein könnte.
In diesem Sinne ist Kunst stets Verwandlung des vorgefundenen Materials.
Desto entwicklelter die Ebene der Überhöhung/Übertreibung(Verfremdung)
desto geringer ist ihr konservatives Element.
Die Überhöhung ist ein Mittel, um die Wirklichkeit bis an die Grenze
von Täuschung und Trugbild künstlerisch neu zu produzieren, -
deren scheinbare Objektivität und die statischen Gesetzmäßigkeiten,
die sich nur als Wirklichkeit ausgeben, zu entlarven.
Wirksam arbeitet sie mit vermeintlicher Sinnestäuschung.
Die Übertreibung macht nicht Halt vor den Grenzen der Unberechenbarkeit
- der Ratlosigkeit - der Irritation.
Im Gegenteil, sie entwickelt Haltungen in vielfältiger Weise für anders,
um dem Knast der Eindimensionalität ein Schnippchen zu schlagen.
Die Übehöhung als Methode vertraut oder verstößt in einer Zeit maßloser
Überreizung der Sinne den künstlerischen Schein, sie entwickelt ein
Verhältnis zu Elementen individueller oder kollektiver Rebellion in
der Kunst.
Sie verarbeitet Erfahrungen oder verwirft sie.
Das Experiment findet nicht im luftleeren Raum (Elfenbeinturm) statt,
sondern korrespondiert ständig mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit,
um sie im gleichen Moment wieder verlassen zu können.
Die Verbindung von Kunst und Utopie beruht wesentlich auf dem weiten
Spielraum der eigenständig entstandenen Assoziationen im Verhältnis
Künstler/Publikum zu der ungeheuren Mnege an künstlerischen Möglichkeiten,
die die Welt der Wirklichkeit um Vieles  übertrifft.
Überhöhung  bezeichnet Vorgänge detalliert; setzt der Willkür und
Beliebigkeit eine Haltung und damit den Weg der produktiven Aneignung
des Materials entgegen.
Der Zuwachs des Materials durch Vision bestimmt die Qualität des
künstlerischen Produkts. Das Maß ist die die Bildung neuer Wirklichkeiten,
die dem Abbild - der Nachahmung - entgegensteht
In der Überhöhung wächst die Wirklichkeit.
Die Harmonisierung der Welt durch bloße Nachahmung vergrößert die
Geschwindigkeit des Vernichtungsprozesses von Bewegung und Experiment.
Den tödlichen Generalisierungen fällt die Überhöhung als Methode
zum Opfer, sie erzwingen die Trennung von Kunst ihrer fiktiven Elemente,
werden beschreibende Ästehtik, entgestalten die Kunst und liquidieren
ihren verwandelnden Charakter.

Die Reduktion auf Nachahmung und Illustration des vorgefundenen Materials
als Gegensatz zur Verwandlung ist konservativ. Sie unterscheidet sich
wesentlich von der Überhöhung durch die Vereitelung sozialkritischer
Intentionen. Ihre Mittel sind bedingungsloses Einverständnis und nicht
Konfrontation, Brüche oder Distanz.
Die Nachahmung strebt der Ganzheit entgegen, harmonisiert Wirklichkeit
und mystifiziert das Verhältnis von Kunst und Realität.
Eine Begegnung von Kunst und Politik findet jedoch statt, wenn ein
Mit- und Gegeneinander in einer ständigen Überprüfung des Verhältnisses
möglich ist. Das Verhältnis beider zueinander ist bestimmt durch die
Gleichzeitigkeit der Vorgänge, die der Eigenbewegung der Kunst in
Zusammenhang mit den zu verändernden Verhältnissen bringt.
Dinge der Innen- und Aussenwelt werden beobachtet, montiert, verwandelt,
in die Zukunft projiziert und in die Gegenwart zurückgeworfen.
Der ambivalente Charakter von Kunst und Politik wird, wenn er zu einem
eindeutigen Verhältnis gezwungen sein sollte, den Graben zwischen
Aufbruch und aufrührerischem Drang nach kultureller Zerstörung gegen
die Identifikation zu Gunsten des Letzteren verschieben.
Die ausgegrenzte Seite wird dem Irrtum einer neuen Ordnung und
der Macht der Zwänge über die Utopie mit der Möglichkeit einer freien
selbstbestimmten Wirklichkeit begegnen. Nun wird die Kunst nicht mehr
zur Harmonisierung der Wirklichkeit beitragen, sondern sie kann die
Menschen als ständiger innerer und äußerer Unruheherd auf dem steinigen
Weg in die Freiheit begleiten.
Herby Sachs (in SCHWARZER FADEN Nr.27 - 1/88 Seite 51.)

Jede Kunst und jede Kultur, die sich mit der Macht arrangiert, verwandelt sich in Diener einer Ideologie, einerlei ob dies im Namen des sozialistischen Realismus oder des bürgerlichen Pluralismus geschieht. Beide Haltungen beruhen auf Kriecherei vor der herrschenden Klasse. Ideologisierte Kultur und Kunst betreibt man nicht nur, wenn man einer Ideologie oder einem Machtsystem "expressis verbis" hofiert, die ein ausdrückliches Treuebekenntnis vom Künstler und Kulturschaffenden verlangen, wie es bei den gestürzten Regimen Osteuropas de
r Fall war. Man betreibt sie auch, wenn der Künstler und der Dichter, aus welchen Gründen auch immer, die Widersprüche des Systems schweigend hinnehmen oder gar rechtfertigen. Die Kulturschaffenden werden auch dann zu Claqueueren, wenn sie nicht mit den Händen klatschen und sich in ihre goldene "splendid isolation" zurückziehen. Es genügt ein gleichgültiges oder zynisches Lächeln.

Kunst ist Subversion, Infragestellung der Realität, nuß vom Ziel getragen werden, die Entfremdung, das Elend, den Schmerz und die Destruktion zu enthüllen. Eine Kunst, die im Augenblick des schöpferischen Aktes diese Erscheinungen beiseite schiebt, ist keine Kunst, sondern Ästhetisierung der waltenden Häßlichkeit. Wahre Kunst bedeutet den Versuch, das Menschliche immer wieder in Erinnerung zu bringen, sie ist schon deshalb Widerstand gegen das Unmenschliche und zugleich Offenbarung neuer Daseinsalternativen und utopischer Sehnsüchte. Nur wenn sie sich dieses Telos zu eigen macht, erfüllt sie eine befreiende Funktion,stellt sie sich gegen die von der instrumentellen Vernunft herbeigeführte Brutalisierung des Lebens.

Kunst ist Transzendenz in ästhetischer Gestalt, und sie ist Transzendenz, weil sie die Darstellung und das Sichtbarmachen des Schönen, Wahren und Gerechten im umfassenden Sinn zur Aufgabe hat.

Das heißt aber keineswegs, daß sie erbaulich und positiv sein muß. Das Gegenteil ist der Fall. Sie muß auch den Mut zur Negation haben und sich nicht scheuen, das Schreckliche mit aller Kraft zum Ausdruck zu bringen. Ja, in einer entfremdeten Welt wie der unseren kann echte Kunst nur Verneinung der entfremdeten Wirklichkeit sein; sie ist gezwungen, sich mit dem Häßlichen immer wieder auseinanderzusetzen. Letztendlich geht es um die Entmythologisierung jeder Form von falschem Bewußtsein und institutionalisiertem Schein.

Gewiß, Literatur und Kunst sind nicht militant in herkömmlichem, ideologischem Sinn, aber das heißt nicht, daß sie desengagiert sein müssen. Jede große, wahre Kunst und Literatur geht von einer konkreten Weltanschauung aus, und genauso wenig wie es so etwas wie eine wertfreie Wissenschaft gibt, genauso wenig gibt es eine wertfreie Kultur.  (Heleno Sana)

 

  1. Anarchismus und Popkultur/Kunst

  2. DIE KUNST DER ZUKUNFT WIRD DER UMSTURZ VON SITUATIONEN SEIN
    ODER
    SIE WIRD NICHTS SEIN

  3. Zum Verhältnis von Anarchie und Kunst heute in 20 Thesen

  4. Nach Gott ist nun auch die Kunst gestorben. Auf daß ihre Pfaffen die Klappe nicht wieder aufmachen.
    GEGEN jedes Überleben der Kunst,
    GEGEN die Herrschaft der Trennung,
    DIREKTER DIALOG
    DIREKTE AKTION
    SELBSTVERWALTUNG DES ALLTÄGLICHEN LEBENS
    Komitee Wütende-Situationistische Internationale
  5. 1. Gegenwärtig gibt es in der BRD eine nur unzureichend entwickelte anarchistische Kunst - im Gegensatz zu Frankreich, Italien und den USA, wo die anarchistische Kultur weitaus vielfältiger ist.
  6. "Zugleich hoffe ich auf die Bereitstellung eines universalen Sozialhaushaltes, so daß jeder Mensch über die Mittel verfügt, die er benötigt, um so zu leben, wie er möchte. In diesem Verlangen nach Utopia bin ich Anarchist. Die einzige Herrschaft, der ich traue, ist meine eigene Selbstbeherrschung."
    John Cage
  7. "Anarchie ist der einzige ... Hoffnungsschimmer."
    Mick Jagger
  8. 4. Das Verhältnis der revolutionären Bewegungen zur Kunst war nie ein besonders glückliches. Belastet durch Vorschriften und Vorurteile wurde es gelegentlich sogar vollständig aufgekündigt. In ihren wechselnden Einschätzungen formulierten die politisch Aktiven nur die Nuancen einer grundsätzlich gleichbleibenden Abwehr. Demnach entziehen sich KünstlerInnen der organisatorischen und moralischen Verantwortung, sie nutzen den ihnen zugestandenen Freiraum nur zugunsten individualistischer Karrieren; sie verraten oder diskreditieren ihr soziales Feld und den Stoff, mit dem sie arbeiten. Ein ähnlich gelagertes Problem bestand und besteht zwischen Theorie und Kunst. Auch hier ist ein hierarchisches Verhältnis zur Gewohnheit geworden. Die Produkte der künstlerischen Arbeit an der Erkenntnis und Gestaltung des Lebens werden darauf reduziert, als Reservoir von Phänomenen zu dienen, in dem man Beispiele zur Anregung sucht; ansonsten hat es keine Bedeutung. Auch wenn die Theoretiker für Kuriositäten und Eskapaden ein gemessenes Verständnis aufbringen, wollen sie die Kunst doch von ihrer Verwicklung in die Sinnlichkeit reinigen, bevor sie einen Rest ihres Wirkens in die höheren Regionen des Denkens und Sehens aufsteigen lassen. In der Politik und in der Theorie besteht also ein gleichermaßen großes Defizit an Wissen über die Praxis der KünstlerInnen, ein geringes Interesse für ihre Strategien und Möglichkeiten. Aber auf der Seite der Kunst hat sich diese Entfremdung nicht weniger unproduktiv ausgewirkt. Die KünstlerInnen meiden den politischen und theoretischen Bereich nicht immer wegen der dort herrschenden Inkompetenz oder weil sie mit ihren eigenen Anliegen schlechte Erfahrungen machen mußten und ihnen nur schlechte Vorbilder als Wegweiser angeboten wurden. Sie meiden ihn auch, weil sie sich bestimmten Realitäten verschließen, sei es aus Furcht vor der eigenen Inkompetenz oder weil sie die Definition ihrer Rolle in der Gesellschaft hinnehmen.
  9. "Nur die Phantasielosen
    flüchten in die Realität;
    und zerschellen dann, wie
    billich, dran."
    Arno Schmidt
  10. "Um heute Künstler zu sein, muß man auch Philosoph sein, nicht in dem Sinne, daß man Platon oder Aristoteles gelesen haben muß, sondern insofern, als man sich die Frage nach dem Einsatz zu stellen hat: Was macht man da eigentlich?
    Lyotard
  11. "Aufgabe von Kunst ist es heute, Chaos in die Ordnung zu treiben."
    Theodor W. Adorno
  12. 8. Die 68er-Revolte war - auch was deren anarchistischen 'Flügel' anbelangt - eindeutig marxismuslastig. Kunst war und ist im Marxismus stets Teil des sog. 'Überbaus' und damit zweitrangig bzw. unwichtig. Dieses distanzierte Verhältnis zur Kunst läßt sich in der bundesrepublikanischen Anarcho-Bewegung (z.B. FAU) bis heute nachweisen.
  13. "Dadaismus ist eine Strategie, wie der Künstler dem Bürger etwas von seiner inneren Unruhe, die ihn nie in Gewohnheit einschlafen läßt, mitteilen, wie er den Erstarrten durch äußere Beunruhigung zu neuem Leben aufrütteln will, um ihm den Mangel an innerer Not und Bewegung zu ersetzen."
    Udo Rukser, Dada Almanach (1920)
  14. "Ich sehe meine Lebensaufgabe im wesentlichen darin, eine Art Reizmittel zu sein - nicht etwas wirklich Destruktives, sondern einer der beunruhigt, der desorientiert. Einer, der den Alltagstrott gerade insoweit unterbricht, daß das Opfer auf den Gedanken kommt, es könnte vielleicht mehr geben, als die bloße Langeweile des Daseins."
    Elvis Costello
  15. "Wir wollen nichts anderes, als die Leute auf Touren bringen, auf eine Fahrt mitnehmen... rücksichtlos."
    Keith Richard
  16. 12. In der anarchistischen Bewegung (das gilt aber sicherlich fast für den gesamten Linksradikalismus) ist Kunst nach wie vor etwas separiertes, der sog. 'politischen' Sphäre untergeordnet. Kultur und Theorie sind voneinander getrennt. Kultur ist Beigeschmack. Hegemonial ist der Bereich der Politik. Die ästhetische Komponente fällt weitgehend aus dieser Rezeption heraus. Die Kulturseiten der meisten anarchistischen Zeitschriften laufen unter 'ferner liefen'. Die politischen AnarchistInnen und die anarchistischen KünstlerInnen bewegen sich fast ausschließlich in ihren jeweiligen Szenen und halten sich voneinander fern.
  17. "Ich halte meine Sehnsüchte für Realität, weil ich an die Realität meiner Sehnsüchte glaube."
    Mai-68-Slogan
  18. REVOLUTION HÖRT IN DEM AUGENBLICK AUF ZU EXISTIEREN WO ES NOTWENDIG WIRD SICH FÜR SIE OPFERN ZU LASSEN ES IST VERBOTEN ZU VERBIETEN WEDER GÖTTER NOCH HERREN NIEDER MIT DEM ABSTRAKTEN LANG LEBE DAS FLÜCHTIGE DURCH DIE KUNST STARB GOTT NIEDER MIT EINER WELT WO DIE GARANTIE DASS WIR NICHT HUNGERS STERBEN MIT DER GARANTIE ERKAUFT WURDE DASS WIR AN LANGEWEILE STERBEN CLUB MED EIN BILLIGER URLAUB IM ELEND ANDERER LEUTE WECHSELT NICHT DIE ARBEITGEBER WECHSELT DIE TÄTIGKEIT DES LEBENS ARBEITET NIE DER ZUFALL MUSS SYSTEMATISCH ERFORSCHT WERDEN LAUF GENOSSIN DIE ALTE WELT IST DIR AUF DEN FERSEN JE MEHR MAN KONSUMIERT DESTO WENIGER LEBT MAN LEBE OHNE TOTE ZEIT GENIESSE UNGEHINDERTE LEIDENSCHAFT WER ÜBER REVOLUTION UND ANARCHIE REDET OHNE SICH AUSDRÜCKLICH AUF DAS TÄGLICHE LEBEN ZU BEZIEHEN OHNE ZU BEGREIFEN WAS AN DER LIEBE SUBVERSIV UND WAS AN DER ABLEHNUNG VON ZWÄNGEN POSITIV IST HAT LEICHEN IM MUND UNTER DEM PFLASTER LIEGT DER STRAND
    Situationistisches
  19. 15. Dem 'Punk' Ende der siebziger Jahre ist es gelungen, die Trennung von 'Kunst' und 'Politik' für einen Moment aufzuheben. 'Punk' ist antipolitisch und gegen jegliche Professionalisierung. Punk als direkte Lebensäußerungen von Menschen ist Teil einer anarchistischen Kunst, die in ihrer 'Verrücktheit' die Phantasie belebt.
  20. "Revolution ist die Bewegung zwischen zwei Zuständlichkeiten. Hierbei stelle man sich nicht das Bild einer sich langsam drehenden Rolle vor, sondern eines ausbrechenden Vulkans...
    Alle Revolution ist aktiv, singulär, plötzlich und ihre Ursachen entwurzelnd.
    Revolution entsteht, wenn ein Zustand unhaltbar geworden ist: mag dieser Zustand in den politischen oder sozialen Verhältnissen eines Landes, in einer geistigen oder religiösen Kultur oder in den Eigenschaften eines Individuums stabilisiert sein.
    Die treibenden Kräfte der Revolution sind Überdruß und Sehnsucht, ihr Ausdruck ist Zerstörung und Aufrichtung.
    Zerstörung und Aufrichtung sind in der Revolution identisch. Alle zerstörende Lust ist eine schöpferische Lust (Bakunin).
    Einige Formen der Revolution: Tyrannenmord, Absetzung einer Herrschergewalt, Etablierung einer Religion, Zerbrechen alter Tafeln (in Konvention und Kunst), Schaffen eines Kunstwerks; der Geschlechtsakt.
    Einige Synonyma für Revolution: Gott, Leben, Brunst, Rausch, Chaos.
    Laßt uns chaotisch sein!"
    Erich Mühsam
  21. 17. Ziel einer anarchistischen Kultur sollte es sein, die Risse innerhalb der bestehenden hierarchischen, patriarchalen Industriegesellschaft zu vertiefen, auf keinen Fall zu ihrer Harmonisierung beizutragen, sondern sozialer und kultureller Unruheherd sein und Gedanken praktischer Verweigerung beinhalten.
  22. "Wacht auf, denn eure Träume sind schlecht!
    Bleibt wach, weil das Entsetzliche näher kommt.
    ...
    Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
    Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
    Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
    Tut das Unnütze, singt Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
    Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!"
    Günther Eich
  23. KATZEN und PFAUEN
    baubo sbugi ninga gloffa
  24. siwi faffa
    sbugi faffa
    olofa fafamo
    faufo halja finj
  25. sirgi ninga banja sbugi
    halja hanja golja biddim
  26. ma ma
    piaupa
    mjama
  27. pawapa baungo sbugi
    ninga
    gloffalor
    Hugo Ball
  28. 20. Umherschweifen, Vagabondage, Rausch, individuelle Provokation, Provokation des marginalen Konsenses, Interaktion zwischen den revolutionären Bewegungen und der Kunst, soziale Individualität, Förderation, Kommune, Vernetzung. Frage: Wenn Kunst stets etwas separiertes ist, kann es Kunst dann noch in der Anarchie geben?
  29. "In Zukunft wird die Verwirklichung des reinen Gestaltungsausdrucks in der greifbaren Realität unserer Umwelt das Kunstwerk ersetzen. Aber um das zu erreichen, ist eine Orientierung zu universeller Vorstellung und Lösung vom Druck der Natur notwendig. Dann werden wir keine Bilder und Skulpturen mehr nötig haben, weil wir in der verwirklichten Kunst leben. Kunst wird verschwinden in dem Maße, als das Leben selbst an Gleichheit gewinnt. Zur Zeit ist Kunst noch von größter Wichtigkeit, weil sie gestalterisch auf direktem Wege, frei von individuellen Vorstellungen die Gesetze des Gleichgewichts demonstriert."
    Piet Mondrian
  30. FORUM 'COME TOGETHER' (ANTI-)POLITIK UND (ANTI-)KUNST