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lava [muc] – libertäre Antifa

Alles Verändern, ein anarchistischer aufruf / …

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Spirituelles

Der Punkt an der WIR die Wahl haben.

Werden WIR vertrauen oder nicht?

Wenn WIR nicht vertrauen,  können WIR

enttäuscht werden, und das, was UNS

enttäuschen könnte, sind WIR selbst.

- Unsere eigene Natur und die gesamte Natur,

die UNS umgibt. Sicher werden Fehler vor-

kommen, doch wenn WIR gar nicht vertrauen,

ersticken WIR uns selbst.

WIR umgeben UNS dann mit Regeln und Bestim-

mungen und Gesetzen und Vorschriften und Poli-

zisten und Wächtern - und mit Wächtern, die die

Wächter bewachen.

Um leben zu können, müssen WIR vertrauen

haben. WIR müssen UNS dem völlig Unbekannten

anvertrauen und einer Natur, die keinen Chef hat.

Ein Chef ist ein Teil eines Systems des Misstrauens;

deshalb liebt und nährt Laozis DAO alle Dinge, ohne

über sie zu herrschen.

ALan WATTS - Das Tao der Philosophie

Seite 62.

 

Don Juan sagt zu Carlos Castaneda:

 

Du nimmst dich zu ernst. Du bist in deinen Augen zu verdammt wichtig. Das muss sich ändern. Du bist so gottverflucht wichtig, dass du glaubst, das Recht zu haben, an allem Anstoß zu nehmen. Du  bist so verdammt wichtig, dass du es dir leisten kannst, abzuhauen , wenn nicht alles so läuft, wie du willst.

Du beklagst dich, du hast dich dein Leben lang beklagt, weil du nicht die Verantwortung für deine Entscheidungen übernimmst.

Es kommt nicht auf die Art der Entscheidung an, nichts ist ernster oder weniger ernst als das übrige. In einer Welt , wo der Tod der Jäger ist, gibt es keine kleinen oder großen Entscheidungen.

Wir haben nur zwei Alternativen; entweder halten wir alles für gesichert und real, oder wir tun es nicht. Wenn wir das erstere tun, dann enden wir in tödlicher Langeweile an uns selbst und der Welt. Wenn wir das letztere tun und unsere persönliche Geschichte auslöschen, dann schaffen wir einen Nebel um uns her, einen sehr erregenden und geheimnisvollen Zustand, bei dem niemand weiß, wo der Hase hervorspringen wird.

Es gibt keine Krankheiten, es gibt nur ein  Sich-gehenlassen.

Was du tun musst, wenn du ungeduldig bist, ist dies: Wende dich nach links und frage deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dir dein Tod ein Zeichen gibt, wenn du einen Blick auf ihn werfen kannst, oder, wenn du einfach das Gefühl hast,  dass dein Begleiter da ist und dich beobachtet.

Unerreichbar sein bedeutet, dass man die Welt um einen her nur wohldosiert berührt. Man isst nicht fünf Wachteln, man isst nur eine. Man zerstört nicht die Pflanzen, um eine Barbecuegrube zu machen. Man setzt sich nicht der Kraft des Windes aus, wenn es nicht unumgänglich ist. Man benutzt und presst Menschen nicht aus, bis sie zu einem nichts schrumpfen, besonders nicht Menschen, die man liebt.

Um ein Jäger zu sein, musst du die Routine deines Lebens unterbrechen. Du hast die Gewohnheiten der Tiere in der Wüste beobachtet. Sie fressen und trinken an bestimmten Plätzen, sie bauen an bestimmten Plätzen ihr Nest, sie hinterlassen auf bestimmte Art ihre Spuren. Tatsächlich kann ein guter Jäger alles, was sie tun vorhersehen oder rekonstruieren.

wie ich dir schon sagte, verhältst du dich meiner Meinung nach wie deine Beute. Wir alle verhalten uns wie die Beute, der wir nachstellen. Das macht uns natürlich auch zur Beute für jemand oder etwas anderes. Nun muss ein Jäger, der dies weiß, sich bemühen, nicht mehr Beute zu sein.

Mach dich für die Kraft erreichbar; befass dich mit deinen Träumen. Du nennst sie Träume, weil du keine Kraft besitzt. Ein Krieger, der Kraft sucht, nennt sie nicht Träume, er nennt sie Wirklichkeit. Das TRÄUMEN ist für einen Krieger wirklich, denn er kann darin gezielt handeln, er kann das eine wählen und das andere verwerfen, er kann aus einer Vielzahl von dingen diejenigen auswählen, die zu Kraft führen, er kann sie manipulieren und benutzen, während er in einem normalen Traum nicht gezielt handeln kann.

TUN ist das, was den Stein zu einem Stein und den Busch zu einem Busch macht. TUN ist das, was dich zu dir selbst und mich zu mir selbst macht.

Nimm diesen Stein zum Beispiel. Ihn anschauen ist TUN. Ihn sehen ist NICHT-TUN. Dieser Stein ist ein Stein durch all das, was du in Bezug auf ihn zu tun weißt. Die Welt ist die Welt, weil du weißt, welches TUN erforderlich ist, sie dazu zu machen. Würdest du sie nicht durch TUN zu dem machen, was sie ist, dann wäre die Welt anders.

Ich will dir sagen, worüber wir mit uns sprechen. Wir sprechen über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt mit unserem inneren Gespräch aufrecht. Die Welt ist so und so, bloß weil wir uns sagen, dass sie so und so ist. Wann immer wir aufhören, mit uns zu sprechen, ist die Welt stets so, wie sie sein sollte."

die Zitate sind entnommen aus "Reise nach IXTLAN", Carlos Castaneda, Fischer Verlag (ein gutes Einstiegsbuch!)

 

 

Das Tao

Ein guter Wanderer läßt keine Spur zurück.
Der Weise wandert dort, wo es kein Tor und
kein Haus gibt.
Er geht ohne Absicht. Und er geht nirgends hin.
Er geht ohne Richtung. Er verschmilzt ganz mit
dem Weg, der seinerseits nirgends hin-führt.
Nur im Sein entstehen Spuren. Es geht aber auf
dem Weg(DAO) nicht um das Sein, sondern um den
Weg. Dem Weg fehlt jede Festigkeit des Seins
und des Wesens, die Spuren entstehen ließe.
                                          Laozi

Dort sind alle Unterschiede verschwunden.
Mein Wille hat kein Ziel, und ich weiß nicht,
wohin ich komme. Ich gehe und komme und weiß
nicht, wohin ich komme. Ich gehe und komme und
weiß nicht, wo ich Halt mache. Ich wandere hin
und her und weiß nicht, wo es endet.
Der Wanderer wohnt nirgends.
Der Weise ist namenlos. Er ist ohne ich.
Nur wer sich zu einem Niemand entleert, vermag
zu Wandern. Der Wanderer ist ohne ich,
ohne Selbst, ohne Namen.
So vergißt er sich selbst. Er begehrt nichts
und hält an nichts fest. Darum läßt er auch
keine Spur zurück.
Nur im Sein bilden sich Spuren als Abdrücke
des Begehrens und Festhaltens. Der Weise aber
berührt das Sein nicht.
Ruhe, Gelassenheit, Abwesenheit, Leere und
Nicht-Tun: das ist das Gleichgewicht von Himmel
und Erde.
"Wer gut die Feinde zu besiegen weiß, kämpft
nicht mit ihnen. Wer in der Lage ist den Feind
zu besiegen kämpft nicht mit ihm. Er sorge
lediglich dafür, daß sich keine Angriffsfläche
für den Feind bilde."
Der höchste Mensch gebraucht sein Herz wie einen
Spiegel. Er geht den Dingen nicht nach und geht
ihnen nicht entgegen; er spiegelt wieder, aber
hält sie nicht fest. (...)
Bis auf´s letzte nimmt er entgegen, was der
Himmel spendet, und hat doch, als hätte er nichts.
"Die Dinge der Welt vemögen sein Herz nicht zu
stören, darum ist er still.
Ist das Wasser still, so spiegelt es jedes Härchen.
(...) Ist also stilles Wasser klar, wie viel mehr
der Geist! Das Herz des Berufenen ist still;
darum ist es der Spiegel von Himmel und Erde."

Wer an kein bestimmtes Ding, an keinen bestimmten
Ort gebunden ist, wer wandert und nirgends wohnt,
ist auch über jeden Verlust erhaben.
Wer nichts Bestimmtes besitzt, verliert auch nichts:
In-der-Welt-sein ist Sorge. - Welt-Sein ist dagegen
ohne Sorge sein.
                 Zhuangzi

Neben den vier Elementen - Luft, Erde, Wasser und Feuer...
soll es nach Meinung vieler Esoteriker und anderen Querdenkern noch ein wichtiges
fünftes Feld geben...Das GELD.
Ich behaupte das es noch mindestens zwei Felder mehr gibt...
nämlich die MACHT und den SEX...vielleicht auch noch die GENE?
Ein mögliches, weiters Feld wäre auch die ANARCHIE. Tja.
Manche Physiker denken auch das fünfte Feld wäre der GEIST...???...
also das es keine Materie gibt...nur Geist. - Das wäre schön.
Der GEIST als URSUPPE und von mir aus auch ohne URKNALL, aber nicht ohne bewußt manipulierten Sternenstaub!!!
Ich hab sowieso wenige Freunde... da ich ein satirischer Zyniker bin...
Ein demütiger, dekadenter, destruktiver Vertreter der "Ironie und des Sarkasmus".
Aber das ist mir wurscht. - Ich bin gerne alleine...da hat "mensch"
seine Ruhe...und überhaupt im wirklichen Leben bin ich ein anti-individualistischer Kyniker.

Erstmals widmet sich der großen Physiker im Dialog einem Vergleich seiner Erkenntnisse mit den Einsichten der mystischen Traditionen in den großen Weltreligionen. Dabei zeigen sich unglaublich verblüffende Parallelen zwischen christlich-jüdischen oder hinduistisch-buddhistischen Einsichten und den neuesten Erkenntnissen der modernen Quantenphysik.
Aufgrund seiner zahlreichen Gespräche und Begegnungen mit Vertretern der mystischen Traditionen in Ost und West ist Hans-Peter Dürr wie kaum ein zweiter Naturwissenschaftler dazu berufen, Grenzen zu überschreiten und scheinbar Unvereinbares zu verbinden. Die Grenzen des Denkens verlaufen an der Oberfläche - in der Tiefe ist ALLES LEBEN EINS.
Eine außerordentlich spannende Begegnung zwischen Mystik und Physik, die neue, bisher ungeahnte Parallelen der beiden so unterschiedlichen Welten aufzeigt.

Prof., PhD, Dr. phil, h.c. Hans-Peter Dürr, geb. am 7.10.1929 in Stuttgart, Physiker, Schüler und Freund von Werner Heisenberg, war bis Herbst 1997 Direktor des Werner-Heisenberg-Instituts am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München. 1987 wurde er mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. 1995 erhielt er als Mitglied von Pugwash International den Friedensnobelpreis. Dürr ist Begründer der Initiative 'Global Challenges Network', einer Organisation, die ein Netz aus Projekten und Gruppen knüpft, die konstruktiv und gemeinsam an der Bewältigung der Probleme arbeiten, die uns und damit unsere natürliche Umwelt bedrohen. Zahlreiche Veröffentlichungen. Träger des Alternativen Nobelpreises.

Frieden – innen und außen By rr Posted 2. März 2015 In Politik (Ausland), Politik (Inland), Spiritualität 1 1 Befreundet: Der Autor des “Willy” und Zen-Meister Bernie GlassmanDie Kluft ist uralt. Schon als Diogenes zum Griechenherrscher Alexander...
hinter-den-schlagzeilen.de

Jiddu Krishnamurti “Die Wahrheit ist ein pfadloses Land” 
In seiner Erklärung von 1929 fasste Krishnamurti den Kern seiner Lehre in den Satz: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land.“ Der Mensch kann weder durch irgendeine Organisation noch durch irgendeinen Glauben, irgendein Dogma, weder durch Priester oder Rituale noch durch philosophisches Wissen oder eine psychologische Methode zur Wahrheit gelangen. Er muss sie durch den Spiegel seiner Beziehungen entdecken, durch das Verstehen der Inhalte seines eigenen Geistes, durch Beobachtung und nicht durch intellektuelle Analyse oder ein Zergliedern seines Innenlebens. Der Mensch hat sich zu seiner Sicherheit einen Schutzwall aus religiösen, politischen und persönlichen Bildern errichtet. Diese manifestieren sich als Symbole, Ideen und Glaubensinhalte. Die Last dieser Bilder beherrscht das Denken, die Beziehungen und das tägliche Leben des Menschen. Sie sind die Ursachen unserer Probleme, denn sie trennen den Menschen vom Menschen. Seine Wahrnehmung des Lebens wird von den Vorstellungen geformt, die sich bereits in seinem Geist festgesetzt haben. Der Inhalt seines Bewusstseins ist sein ganzes Dasein. Dieser Inhalt ist der ganzen Menschheit gemeinsam. Die Individualität ist der Name, die Form und die oberflächliche Kultur, die ihm aus seiner Tradition und Umwelt vermittelt wurde. Die Einzigartigkeit des Menschen besteht jedoch nicht in Äußerlichkeiten, sondern in der vollkommenen Freiheit vom Inhalt jenes Bewusstseins, das allen Menschen gemeinsam ist. Somit ist er kein Individuum. Freiheit ist keine Reaktion; Freiheit ist nicht Wahl. Der Mensch bildet sich ein, frei zu sein, weil er eine Wahl hat. Freiheit ist reine Beobachtung ohne Richtung, ohne Angst vor Strafe oder Belohnung. Freiheit ist ohne Motiv. Freiheit steht nicht am Ende der Evolution des Menschen, sie liegt vielmehr im ersten Schritt seines Daseins. In der Beobachtung beginnt man das Fehlen der Freiheit zu entdecken. Freiheit finden wir im unvoreingenommenen Gewahrsein unseres täglichen Lebens und Handelns. Denken ist Zeit. Denken wird aus Erfahrung und Wissen geboren, die untrennbar von der Zeit und der Vergangenheit sind. Die Zeit ist der Feind der menschlichen Psyche. Unser Handeln gründet sich auf Wissen und somit auf Zeit, und so ist der Mensch immer ein Sklave der Vergangenheit. Das Denken ist immer begrenzt, daher leben wir in ständigem Konflikt und Kampf. In der Psyche gibt es keine Evolution. Wenn der Mensch sich seiner eigenen gedanklichen Vorgänge bewusst wird, dann wird er die Trennung zwischen dem Denker und dem Gedanken, dem Beobachter und dem Beobachteten, dem Erfahrenden und der Erfahrung erkennen. Er wird entdecken, dass diese Trennung eine Illusion ist. Erst dann kommt es zu der reinen Beobachtung, die Einsicht ist, ohne einen Schatten der Vergangenheit oder der Zeit. Diese zeitlose Einsicht bewirkt eine tiefe, radikale Transformation des Geistes. Totale Negation ist die Essenz des Positiven. Nur aus der Verneinung all der Dinge, die das Denken in der Psyche erzeugt hat, geht die Liebe hervor, die Mitgefühl und Intelligenz ist. Auszug aus “Vollkommene Freiheit – Das große Krishnamurti Buch” erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag Zitate: Krishnamurti, Das Buch des Lebens Ohne sich selbst zu kennen, können Sie machen, was Sie wollen, aber der Zustand der Meditation ist unmöglich. Weisheit ist etwas, das jeder Einzelne von uns entdecken muss, aber sie ist nicht das Ergebnis von Wissen. Wissen und Weisheit haben nichts miteinander zu tun. Keine Autorität kann Ihnen Kenntnisse über sich selbst vermitteln. Und ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Befreiung von Unwissenheit und Leid. Die meisten von uns sind auf Ergebnisse aus, wollen Ziele erreichen; wir wollen ständig die Oberhand gewinnen und uns durchsetzen. Auf diese Art ist echtes Zuhören nicht möglich. Nur wenn man zuhört, vernimmt man das Lied der Worte. Besteht die Aufgabe der Erziehung also lediglich darin, euch dabei zu helfen, euch nach dem Muster dieser verdorbenen Gesellschaftsordnung zu richten, oder besteht sie darin, euch Freiheit zu geben - die vollständige Freiheit zu wachsen und eine andere Gesellschaft, eine neue Welt zu schaffen? Krishnamurti, Das Wesentliche ist einfach Um sich zu erkennen, wie man ist, braucht es eine außerordentliche geistige Beweglichkeit, denn das, was ist, verändert sich ständig, und wenn der Geist fähig sein soll, ebenso geschwind zu folgen, darf er nicht an irgendein Dogma, einen Glauben oder ein Handlungsschema gebunden sein. Krishnamurti, Das Licht in dir Man muß sich selbst ein Licht sein; dieses Licht ist das Gesetz. Alle anderen Gesetze sind Produkte des Denkens und daher fragmentarisch und widersprüchlich. Sie haben keinen inneren Raum, wenn Ihr Geist vollgestopft ist mit Vorlieben und Bindungen, mit Ängsten und Wünschen, mit dem Verlangen nach Vergnügen, Macht und Status. Dann herrscht in Ihrem Geist drangvolle Enge. Meditation hat überhaupt nichts mit Bewegung zu tun. Das heißt, der Geist ist absolut still, er bewegt sich in gar keiner Richtung. Meditation bedeutet, bei allem, was man tut, völlig aufmerksam zu sein - beispielsweise darauf zu achten, wie man mit jemandem spricht, wie man geht, wie man denkt, was man denkt. Güte kann nur auf dem Boden totaler Achtsamkeit aufblühen, da, wo es keinerlei Autoritäten gibt. Schönheit ist dort, wo Ordnung ist - in einem klaren, nicht verwirrten Geist, in dem absolute Ordnung herrscht. Liebe ist Freiheit von Bindungen. Wo Bindungen bestehen, existiert Angst. Um das Heilige, das Namenlose, Zeitlose erforschen zu können, darf man zweifellos keiner Gruppe, keiner Religion, keinem Glaubenssystem angehören, weil Glaubenssysteme Dinge als wahr akzeptieren, die vielleicht überhaupt nicht existieren. Konzentration ist einschränkend, auf einen bestimmten Bereich begrenzt, während Achtsamkeit grenzenlos ist. Lernen ist eine ständige Bewegung; es beruht nicht auf Wissen. Meditation bedeutet Freiheit vom Bekannten, Meßbaren. Indem man das Unechte verwirft, findet man das Echte. Es ist ein seltsames Phänomen, daß das Denken Götter erfindet und sie dann anbetet. Das ist Selbstanbetung. Wenn das Gehirn durch ständiges Gewahrsein von den sich ansammelnden Erinnerungen gereinigt wird, verschwindet das zielorientierte "Ich", das in Konflikte verstrickte "Ich", denn Sie haben Ihr Haus in Ordnung gebracht. Meditation ist das totale Erfassen der Gesamtheit des Lebens, dem rechtes Handeln entspringt. Glaubenssysteme sind eigentlich völlig unnötig, aber wenn man eines hat, wenn man an Gott, Jesus, Krishna oder was auch immer glaubt - fühlt man sich beschützt, man fühlt sich wie im Schoß Gottes, aberdas ist eine Illusion. Nur der chaotische Geist ist auf der Suche nach der Freiheit. Wenn vollkommene Ordnung herrscht, dann ist diese Ordnung Freiheit. Wo auch nur ein Funke der Selbstsucht herrscht, kann der andere nicht existieren. Und der Prozeß des Registrierens ist die Essenz der Selbstsucht. Wenn Sie versuchen zu meditieren, ohne Ordnung in Ihrem Leben geschaffen zu haben, werden Sie in die Falle der Illusionen tappen. Raum bedeutet also Leere, das Nichts. Und weil da nichts vom Verstand Ausgedachtes ist, ist in diesem Raum ungeheure Energie vorhanden. Das Denken hat Unordnung hervorgebracht, weil es einen Konflikt zwischen dem, "was ist", und dem, "was sein sollte", zwischen Wirklichkeit und Theorie erzeugt hat. Alles, was manifest ist, kann zerstört werden, aber was nicht manifest ist, existiert außerhalb der Zeit. Krishnamurti, Das Licht in dir Und das ist Meditation: nicht im Lotussitz sitzen oder auf dem Kopf stehen, sondern das Wahrnehmen der Ganzheit und Einheit des Lebens. Das ist nur möglich, wenn Liebe und Mitgefühl da sind. Nur wenn Mitgefühl da ist, existiert jene Intelligenz, die der Menschheit Sicherheit und Stabilität, ein ungeheures Gefühl der Stärke gibt. Wirkliche Stille kann nur eintreten, wenn auf der psychischen Ebene nichts registriert oder gespeichert wird. Bei den meisten Menschen ist der Geist gespalten, fragmentarisch, und alles Fragmentarische ist korrupt. Aufmerksamkeit ist also gleichbedeutend mit völliger Konfliktfreiheit, einem geistigen Zustand, in dem Zielgerichtetheit und Willen keinen Platz haben. Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung. Religion ist die Auflösung des "Ich" und ein Handeln, das dieser Stille entspringt. Ein solches Leben ist ein sinnvolles, ein heiliges Leben. Weder durch Drogen noch durch Fasten noch durch irgendein Meditationssystem können Sie jemals auf das Ewige, das Zeitlose stoßen. Auf der materiellen Ebene braucht man natürlich Zeit, um von hier nach dort zu gelangen, aber auf der psychischen Ebene existiert keine Zeit. Das ist eine ungeheuerliche Wahrheit, eine ungeheuer wichtige Tatsache, und wenn man sie entdeckt hat, hat man sich von allen Traditionen freigemacht. Wenn Sie wirklich zuhören, dann geschieht dabei ein Wunder. Das Wunder besteht darin, daß Sie ganz bei dem sind, was gesagt wird, und gleichzeitig Ihren eigenen Reaktionen lauschen. Ein Leben ohne Vergleichen und Messen ist Meditation. Ein Geist, der nach Erfahrungen verlangt, lebt also eigentlich in der Vergangenheit und kann deshalb nie etwas Neues, Ursprüngliches sehen. Wenn Sie irgendetwas als Ganzes beobachten können, sich selbst oder Ihr Bewusstsein, dann existiert kein Motiv und deshalb auch keine Richtung. Das ist wahre Meditation. Ganz von vorne anfangen, ohne etwas zu wissen. Wenn Sie mit Ihrem Wissen beginnen, enden Sie beim Zweifel. Wenn das Denken sagt, daß es sich auf die Suche nach etwas Echtem, Ursprünglichen machen will, kann es das, was es als echt betrachtet, projizieren, aber das ist nur eine Illusion. Das ist Meditation. Das heißt, es geht bei der Meditation darum, die Wahrheit in jedem Augenblick zu sehen - nicht die absolute Wahrheit, sondern in jedem Moment das Wahre und Unwahre. Und das ist das einzig Heilige - nicht die Bilder und Rituale, die Erlöser, Gurus und Visionen. Nur das ist heilig, worauf der Geist, ohne es zu wünschen, gestoßen ist, weil er innerlich vollkommen leer ist. Nur wo Leere ist, kann etwas Neues geschehen. Krishnamurti, Der Spiegel der Liebe Beziehung ist der Spiegel, in dem wir uns selbst so sehen, wie wir sind. Nur wenn es keine Bilder gibt zwischen zwei Menschen, gibt es eine Beziehung. Wenn vollständige Aufmerksamkeit besteht, gibt es keine Gedankenbewegung. Nur in einem unaufmerksamen Geist steigen Gedanken auf. Krishnamurti, Du bist die Welt Die Computer sind sehr gelehrt. Gelehrsamkeit hat nicht das geringste mit Intelligenz zu tun. Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat. Jiddu Krishnamurti - Fragen und Antworten Jede Form von Ehrgeiz, sei sie spirituell oder weltlich, bringt Furcht und Angst hervor. Ehrgeiz hilft deshalb nicht, einen Geist hervorzubringen, der klar, einfach, direkt und infolgedessen intelligent ist. Organisierte Religion ist keine Religion. Dieser ganze Unsinn aus Ritualen, Dogmen, Theorien und den Theologen, die sich neue Theorien ausdenken, ist keine Religion. Wirklichkeit ist das, was geschieht, in dem alle Reaktionen und Ideen, aller Glaube und Meinungen, die man hat, eingeschlossen sind. Wenn ein Guru aus dem Osten oder ein Mann im Westen sagt: «Ich habe Erleuchtung erlangt», dann können Sie sicher sein, daß er nicht erleuchtet ist. Erleuchtung ist nicht etwas, das man erreichen kann. Sie lösen die Teilung auf, sobald Sie erkennen, daß der Denker Gedanke ist, daß das, was herrscht, das ist, was beherrscht wird. Die Größe der Freiheit, der wahren Freiheit, ihre Würde, ihre Schönheit liegen in einem selber, wenn man in vollkommener Ordnung lebt. Und diese Ordnung entsteht nur dadurch, daß wir uns selber Licht sind. Jiddu Krishnamurti - Freiheit und wahres Glück Über die Wirklichkeit kann man nicht sprechen; wenn man darüber spricht, ist es nicht mehr die Wirklichkeit. Wenn wir nicht bald erkennen, dass Besitzdenken grundlegend falsch ist, dann werden wir weder individuell noch kollektiv eine andere Lebensweise haben können - und daher auch keine andere Zivilisation. Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem. Es gibt keine Gedankenfreiheit, denn jedes Denken ist konditioniert. Intelligenz schafft Ordnung, nicht Disziplin. Einfachheit stellt sich ein, wenn der Geist nicht mehr anhaftet, wenn er nichts mehr erreichen will, wenn er akzeptiert, was ist. Solange der Erfolg unser Ziel ist, können wir unsere Ängste nicht loswerden, denn der Wunsch, erfolgreich zu sein, bringt unweigerlich die Angst zu versagen hervor. Die Suche nach dem Jenseits ist nichts als eine Flucht vor dem, was ist. Wenn du dem Hier und Jetzt entfliehen möchtest, dann ist Religion oder Gott eine ebenso gute Ablenkung wie der Alkohol. Freiheit ist kein fernes Ziel, Befreiung nicht das angestrebte Ergebnis. Freiheit muss am Anfang stehen, sonst kannst du nichts entdecken. Ein glücklicher Mensch folgt niemandem. Nur die Unglücklichen, Verwirrten, folgen eifrig anderen, in der Hoffnung, bei ihnen Zuflucht zu finden. Und sie werden Zuflucht finden, aber diese Zuflucht ist ihre Finsternis, ihr Untergang. Die untrennbare Einheit von Denker und Gedanke muss erfahren werden, man kann über sie nicht spekulieren. Diese Erfahrung ist Befreiung; in ihr liegt unaussprechliches Glück. Um die höchste Realität zu entdecken, die der Mensch seit Abertausenden von Jahren Gott nennt, musst du frei von Glauben, frei von aller Autorität sein. Nur dann kannst du selbst herausfinden, ob es so etwas wie Gott gibt. Nur wenn der Geist frei von allen Ideen und allen Glaubenssätzen ist, kann er richtig handeln. Es ist nicht so, dass zuerst das Verstehen kommt und dann das Handeln. Wenn du verstehst, dann ist dieses Verstehen bereits Handeln. Ein Ideal ist eine Flucht vor dem, was du bist. Ist dir schon einmal aufgefallen, dass sich Inspiration genau dann einstellt, wenn du nicht nach ihr suchst? Sie kommt, wenn alle Erwartungen aufgegeben wurden, wenn das Geist-Herz still ist. Gier nach einem Ergebnis verhindert das Erblühen der Selbsterkenntnis. Die Suche an sich ist Hingabe, sie selbst ist die Inspiration. Intelligenz, die voll erwacht ist, ist Intuition, und Intuition ist die einzig wahre Führung im Leben. Es gibt keine «gute» Konditionierung oder «schlechte» Konditionierung, es gibt nur Freiheit von jeder Konditionierung. Nur wenn ein Becher leer ist, kann er gefüllt werden. Nur wenn Geist und Herz vollkommen leer sind, können sie verstehen. Liebe hat keine Beweggründe, sie ist ihre eigene Ewigkeit. Wenn du etwas verstehen möchtest, dann ist es nicht gut, eine Meinung dazu zu haben. Wahre Religion ist keine Frage von Dogmen, Orthodoxien und Ritualen, sie ist kein organisierter Glaube. Der organisierte Glaube tötet die Liebe und Güte. Religion ist ein Gefühl von Heiligkeit, Mitgefühl und Liebe. Das Ego kann einen edlen Zweck wählen und ihn als Mittel seiner eigenen Ausdehnung benutzen. Ignorant ist nicht der Ungebildete, sondern der Mensch, der sich selbst nicht kennt. Das Verlangen nach Sicherheit bringt Trägheit hervor, es macht das Geist-Herz unflexibel und dumpf, es verhindert, dass wir offen für die Wirklichkeit sind. Die Wahrheit offenbart sich nur in großer Unsicherheit. Wir können die Gesellschaft nicht verändern, nur das Individuum kann sich verändern. Nur ein Individuum, das nicht in gesellschaftliche Zwänge eingebunden ist, kann einen tief greifenden Einfluss auf die Gesellschaft ausüben. Um die Gesellschaft zu verändern, musst du dich von ihr lösen. Du musst aufhören, wie die Gesellschaft zu sein: besitzgierig, ehrgeizig, neidisch, machthungrig und so weiter. Solange es einen Suchenden gibt, kann es keine Stille geben. Ideen verwandeln die Menschen nicht. Es ist die Freiheit von Ideen, die Transformation bewirkt. Je größer das Gewahrsein der bewussten Schichten ist, desto mehr kommen die verborgenen Schichten an die Oberfläche. Ohne die Einmischung der Vergangenheit zu sehen bedeutet, in völliger Stille zu schauen. Aus dieser Stille heraus entsteht eine Umwandlung, die nicht erdacht, nicht geplant und nicht konditioniert ist. Nur eine solche Umwandlung kann der Welt Ordnung bringen. Verstehen kann sich nur dann einstellen, wenn direkte Wahrnehmung da ist und keine logische Schlussfolgerung. Unsere Visionen sind das Ergebnis unserer Konditionierung - der religiösen wie der nicht religiösen. K Solange wir die Wahrheit nicht entdecken, gibt es keinen Ausweg aus unseren Problemen und unserem Leiden. Die Lösung ist die direkte Erfahrung der Wahrheit in der Stille des Geistes, in der Ruhe vollkommener Aufmerksamkeit, in der Offenheit äußerster Empfindsamkeit. Wahrheit kann es nur in der Gegenwart geben, in jenem Zustand, in dem es keine Zeit gibt. Wahrheit ist immer neu. Sie bedeutet, dasselbe Lächeln zu sehen doch mit neuen Augen zu sehen, denselben Menschen zu sehen und diesen Menschen mit neuen Augen zu sehen, die Palmblätter im Wind neu zu sehen, dem Leben immer neu zu begegnen. Wahrheit ist immer neu, vollkommen unbekannt und unerkennbar. Der Geist muss zu ihr ohne Forderungen, ohne Wissen und ohne Wünsche kommen; er muss vollkommen leer und nackt sein. Nur dann geschieht die Wahrheit. Weisheit ist nicht gespeicherte Erinnerung, sondern die höchste Form der Offenheit gegenüber dem Realen. Weisheit ist ein Zustand von Spontaneität, der kein Zentrum hat, kein Wesen, das sammelt und speichert. Zeitloses Sein besteht nicht darin, Dinge anzusammeln, sondern jeden Tag und jede Minute zu sterben. Stille des Geistes kann nicht durch eine Willensanstrengung erreicht werden. Stille tritt dann ein, wenn kein Wille mehr da ist. Ist Wirklichkeit nicht immer das Ungeformte? Muss nicht der Geist aufhören zu erschaffen und sich auszudrücken, bevor er das Ungeformte erfahren kann? Strebe danach zu verstehen, nicht zu wissen, denn im Verstehen endet der dualistische Prozess von Wissendem und Gewusstem. Diese außergewöhnliche Kommunion ohne Objekt, ohne den Denker und das Denken, ohne das Objektund seine Erfahrung, dieses Gefühl unendlichen Raumes, das ist Schönheit. Der Beobachter ist das Beobachtete. Diese Tatsache zu beobachten ist extrem schwierig, rechte Meditation ist der Weg, dies zu erreichen. Meditation ist ohne Selbsterkenntnis nicht möglich und ohne meditative Bewusstheit kann es keine Selbsterkenntnis geben. Eine radikale Transformation kann es nur geben, wenn wir unsere eigene Konditionierung verstehen undfrei davon sind. Die Wahrheit allein macht frei, nicht irgendeine Willensanstrengung. Die Vorstellungskraft hat keinen Platz in der Meditation. Sie muss vollkommen beiseite bleiben, denn ein Geist, der sich seiner Einbildungskraft bedient, kann nur Selbsttäuschungen hervorbringen. Der Geist muss klar und ohne Bewegung sein. Im Licht dieser Klarheit offenbart sich das Zeitlose. Du bist eine Sekunde lang vollkommen bewusst und in der nächsten bist du vielleicht unachtsam. Aber sei dir bewusst, dass du unachtsam bist. Sage nicht: «Unachtsamkeit muss zur Achtsamkeit werden.» Dadurch erzeugst du nur einen Konflikt und in diesem Konflikt hören Bewusstheit und Achtsamkeit vollkommen auf. Du willst Visionen haben, und wenn du irgendeine Droge nimmst oder ausreichend durch eine bestimmte Religion konditioniert bist, dann wirst du auch Visionen haben. Ein Mensch, der ständig an Christus, Buddha oder wen auch immer denkt, wird früher oder später diese Erfahrungen und Visionen haben, aber diese entsprechen nicht der Wahrheit. Sie haben nichts, aber auch gar nichts mit der Realität zu tun. Sie sind lediglich selbst projizierte Phänomene; sie sind das Ergebnis deines Verlangens nach Erfahrungen. Deine eigene Konditionierung projiziert das, was du sehen willst. Ein Mensch, der ein neues Leben, eine neue Art zu leben, entdecken möchte, muss die außergewöhnliche Qualität der Stille erforschen. Aber Stille kann es nur geben, wenn die Vergangenheit gestorben ist - ohne jedes Argumentieren, ohne jedes Motiv, ohne zu sagen: «Ich werde eine Belohnung dafür bekommen, dass ich die Vergangenheit aufgebe. Ein Mensch, der glücklich ist und liebt, sehnt sich nicht nach Besitz. Er lässt sich nicht durch Macht, Status oder Autorität verführen. Nur die Unglücklichen, die Leidenden, streben nach Macht und Erfolg, um ihrer eigenen Unzulänglichkeit zu entfliehen. In Momenten vollkommenen Alleinseins, das sich nur dann einstellen kann, wenn alle Fluchtmöglichkeiten und deren eigentliche Bedeutung wahrhaft erkannt worden sind, tritt das Glück des Augenblicks zutage. Karma ist keine ewig bindende Kette, es ist eine Kette, die jederzeit durchbrochen werden kann. Was gestern getan wurde, kann heute aufgehoben werden, es gibt keine ständige Kontinuität von irgendetwas. Konflikt ist nichts weiter als das Leugnen dessen, was ist, oder das Davonlaufen vor dem, was ist. Einen anderen Konflikt gibt es nicht. Unser innerer Konflikt wird immer komplexer und unlösbarer, weil wir uns weigern, uns dem zu stellen, was ist. Sinnliches Vergnügen hat eine Kontinuität, Freude hingegen nicht. Wenn wir sagen: «Ich bin froh, ich bin glücklich», dann ist es bereits vorbei, aber das Vergnügen kann andauern. Daher ist Vergnügen die Fortsetzung dessen, was war, was dir gestern Vergnügen bereitet hat und was du durch den Denkprozess heute und morgen aufrechterhalten kannst. Freude hingegen ist etwas, das sich spontan und ganz natürlich einstellt und wieder vergeht, und wenn du dich an ihr festhältst, dann ist es bereits zum Vergnügen geworden, zur Erinnerung. Was ist Wille? Ist nicht Wille eine Methode, den Geist zu konditionieren? In der Willensanstrengung stellt sich ein dominierendes Verlangen über alle anderen Verlangen, setzt sich ein Wunsch gegen andere Motivationen und Triebe durch. Da dieser Prozess unvermeidlich innere Gegenwehr erzeugt, leben wir ständig im Konflikt. Der Wille kann uns nicht helfen, den Geist zu befreien. Wenn der Geist künstlich zur Ruhe gebracht wird, ist die obere Schicht des Geistes nicht nur in der Lage, Mitteilungen von seinem eigenen Unbewussten zu erhalten, sondern auch vom kollektiven Unbewussten. Krishnamurti 100 Jahre - Evelyne Blau (Hrsg.) Liebe ist nicht möglich, wenn das Denken vorherrscht. Nur ein Gast bin ich in dieser Welt vergänglicher Dinge, durch nichts in ihr gebunden. Keinem Land gehöre ich an. keine Grenzen schließen mich ein. Wahres Mitgefühl ist immer stark, und die wahrhaft Starken sind voller Zärtlichkeit. Diejenigen unter euch, die immer noch zögern, die immer noch tastend suchen, die dieses Getümmel von Schmerz und Leid, Angst und Kleinlichkeit gefangen hält, mögen Bücher lesen, Schulen besuchen, die besondere Philosophien lehren, wo es Zeremonien und Einschränkungen gibt. Für jene aber, die sich einzig und allein nach Befreiung sehnen, gibt es keine Schule. Aus der Flamme bist du gekommen, zur Flamme wirst du zurückkehren und somit Anfang und Ende vereinen. Ich habe mich immer vor Organisationen, Gesellschaften,und Orden gefürchtet, da sie alle dazu neigen, ihre besondere Wortwahl, ihren Wortlaut als einzige Wahrheit zu betrachten. Man muß den Schlüssel finden, der alle Himmelstore, alle Gärten der Verzückung, öffnet. Und dieser Schlüssel ist deine Intuition. Ich habe immer wieder betont, daß es keine Rolle spielt, aus welcher Quelle Sie das Wasser schöpfen, solange es rein ist und solange das Wasser den Durst der Menschen löscht. Religion ist meiner Ansicht nach der eingefrorene Gedanke des Menschen, aus dem er Tempel und Kirchen gebaut hat. Weil der Mensch zur Selbsttäuschung neigt, sich gern in den komfortablen Mantel der Religionen hüllt, versteht er nicht, und deshalb gibt es Leid und immerwährenden Streit. Die Transformation der Welt kommt, wenn wir uns selbst ändern. Weil du die Welt bist, werden deine Taten die Welt beeinflussen, in der du lebst, die Welt deiner Beziehungen. Aber die Schwierigkeit liegt darin, die Bedeutung der individuellen Transformation zu erkennen. Wir möchten, daß sich die Gesellschaft um uns herum ändert, aber wir sind blind und wollen uns selbst nicht ändern. Wenn der Verstand leicht verwundbar ist, wenn er alle Unterstützung, alle Erklärungen verloren hat, wenn er nackt ist, dann wird er die Glückseligkeit der Wahrheit erfahren. Wenn ein Mensch in sich keinen Streit kennt, erzeugt er auch nach außen keinen Streit. Der innere Streit, projiziert nach außen, wird zum Weltchaos. Nach allem ist der Krieg das Ergebnis unseres täglichen Lebens, und ohne Änderung unseres Lebens wird es immer mehr Soldaten, Drill und Fahneneide geben und all den Unrat, der damit einhergeht. Die Wahrheit ist gefährlich für die Gesellschaft. In der Liebe gibt es weder "Du" noch "Ich". Die Revolution, diese psychologische, kreative Revolution, in der das "Ich" nicht mehr existiert, entsteht nur, wenn der Denker und das Gedachte eins werden, wenn es keine Dualität mehr gibt, in der der Denker das Denken kontrolliert. Wir möchten die Welt verändern - in ökonomischer, sozialer Hinsicht, aber es scheint mir, daß eine wesentliche äußere Veränderung nicht möglich sein wird, wenn es keine radikale psychologische Revolution, eine Transformation gibt. Um weit zu kommen, muß man in der Nähe beginnen, und der nächste Schritt ist der wichtigste. Wahre Erziehung bedeutet zu lernen, wie man denkt, nicht was man denkt. In dir selbst ist die ganze Welt verborgen, und wenn du weißt, wie man schaut und lernt, dann ist die Tür da und der Schlüssel ist in deiner Hand. Niemand kann dir diesen Schlüssel geben oder die Tür zeigen, nur du bist dazu in der Lage. Die vornehmste Aufgabe der Erziehung ist es, einen Menschen hervorzubringen, der fähig ist, das Leben in seiner Ganzheit zu erfahren. Wahre Liebe ist deshalb ein Geisteszustand der eintritt, wenn die Zeit, wenn "Beobachter" und "Beobachtetes" nicht existieren. Wenn du ein Gefangener bist, werde ich nicht beschreiben, was Freiheit ist. Mein wesentliches Anliegen ist es zu zeigen, wie ein Gefängnis gebaut wird und wie du es wieder einreißen kannst, wenn du es möchtest. Es ist die Wahrheit, die dich frei macht, nicht deine Anstrengung, frei zu sein. Nur jemand, der weiß, was Schönheit ist, blickt einen Baum oder die Sterne oder das funkelnde Wasser eines Flusses mit völliger Hingabe an, und wenn wir wirklich sehen, befinden wir uns im Zustand der Liebe. So haben sie eine künstliche Trennung zwischen dem Analytiker und dem Analysanden geschaffen, doch in Wirklichkeit ist der Analytiker der Analysand. Wenn Sie ohne jegliches Urteil schauen, ohne irgendeine Wahl, nur einfach beobachten, dann ist in dieser Beobachtung kein Beobachter. In dem Augenblick, in dem der Beobachter hinzukommt, beginnt das Vorurteil, beginnen die Vorlieben und Abneigungen. Krishnamurti, Vollkommene Freiheit Ideologien sind Erfindungen des Denkens, die von der Kultur konditioniert wurden, in der sie sich entwickelt haben. Nur wenn der Geist glückselig, still, ohne jegliche eigene Regung ist, ohne Projektion des Denkens, bewußt oder unbewußt - nur dann tritt das Ewige ins Sein. Das Denken ist immer alt, denn das Denken ist die Reaktion der Erinnerung als Wissen und Erfahrung. Das Denken ist Materie. Es gibt keinen Denker, wenn Sie nicht denken. Das Denken hat den Denker geschaffen. Das ist das erste, was man verstehen muß. Die Systeme, die Methoden und ihre Lehrer und all die Komplikationen ihrer Rivalitäten, Lockmittel, Versprechungen und Täuschungen bewirken Trennungen im Leben, die uns als Sekten und Kulte bekannt sind. Die Systeme, die Methoden und ihre Lehrer und all die Komplikationen ihrer Rivalitäten, Lockmittel, Versprechungen und Täuschungen bewirken Trennungen im Leben, die uns als Sekten und Kulte bekannt sind. Selbstdisziplin ist nur da, wo keine Intelligenz ist. Wo Intelligenz ist, da ist Verstehen, frei von Einflüssen, von Kontrolle und Herrschaft. Durch richtige Bewußtheit in bezug auf alle unsere Aktivitäten werden die Gewohnheiten des Denkens und Fühlens offen-gelegt und transzendiert. Sie suchen immerfort Unsterblichkeit für dieses "Ich". Mit anderen Worten, das Falsche versucht, das Wahre, das Ewige zu werden. Nun sind in meinen Augen das Chaos, das Ziel und das "Selbst" das gleiche; es gibt keine Trennung. Diese Trennung ist künstlich, und sie wird durch Besitzgier verursacht, durch das Anhäufen von Besitz als Folge der eigenen Unzulänglichkeit. Es gibt keine Technik des Denkens, sondern nur ein spontanes, kreatives Funktionieren der Intelligenz, die sich in der Harmonie von Verstand, Gefühl und Handeln manifestiert, die nicht voneinander getrennt sind. Sicherheit und Selbstschutz sind das Ergebnis der Unzulänglichkeit, in der keine Intelligenz ist, in der es kein kreatives Denken gibt, in der ein ständiger Kampf zwischen dem "Selbst" und der Gesellschaft stattfindet und in dem gerissene Menschen Sie skrupellos ausbeuten. Es ist verhängnisvoll, dem Leben mit der Last der Gewißheit zu begegnen, mit dem Stolz des Wissens, denn schließlich ist Wissen nur etwas Vergangenes. Moralische Normen sind bloße Erfindungen der Gesellschaft, um das Individuum zu unterjochen. Doch ist der Beobachter überhaupt verschieden? Oder ist er im Grunde dasselbe wie das Beobachtete? Wenn er dasselbe ist, dann ist kein Konflikt vorhanden, oder? Das zu verstehen ist Intelligenz. Um sich miteinander zu verständigen, muß man nicht nur auf den Sprecher hören, sondern auf den Akt des Zuhörens selbst. Wenn Ihnen diese Einsicht kommt und Sie als Wahrheit erkennen, daß der Beobachter das Beobachtete ist, dann hört der Konflikt ganz und gar auf. Dann tritt eine Energie völlig anderer Art in Kraft. Der Geist der meisten Menschen sucht nach einem bestimmten Ziel, mit diesem bestimmten Wunsch, etwas zu finden, und wenn dieser Wunsch sich einmal festgesetzt hat, dann werden Sie auch etwas finden. Doch es wird nichts Lebendiges sein. Jeder Führer, den wir wählen, wird sein wie wir; wir werden keinen Führer wählen, der völlig verschieden von uns ist. Meditation ist das Reinigen des Geistes und Herzens vom Egoismus; durch diese Reinigung entsteht das richtige Denken, das allein den Menschen vom Leid befreien kann. Der Inhalt des Bewußtseins ist Bewußtsein. Die Wahrheit ist ein pfadloses Land. Sobald Sie einem Menschen folgen, hören Sie auf, der Wahrheit zu folgen. Bloßes Wissen wird zu einer Sucht, einer anderen, subtileren Form der Zerstreuung. In der Liebe eines anderen Menschen fühlen wir uns seltsam gestärkt, schöpferisch, glücklich; der andere wird zu unserem Glück notwendig, und daraus wachsen Abhängigkeit und Gebundenheit. Nur durch Selbst-Bewußtheit, die Selbsterkenntnis und das richtige Denken bewirkt, gewinnen Geist und Herz an Tiefe und Weite. Wenn wir zu schlechten Methoden greifen, um das Schlechte zu besiegen, dann sind oder werden wir selbst schlecht und verewigen das Schlechte. Wenn der Geist von einem Prinzip geleitet wird, wird er ein Sklave seiner eigenen Schöpfung, und in dieser Sklaverei ist kein Frieden, kein kreatives Verstehen und keine Freude. Wenn Liebe da ist, dann hört alle Gewalt auf; da sie wertfrei ist, ist sie unendlich. In Dingen, in Beziehungen, in Wissen findet man ein vorübergehendes Glück. Was vorübergehend ist, das ist leidvoll, und nur mit der Entdeckung dessen, was ohne Anfang und Ende ist, kommt eine zeitlose Ekstase. Das Ziel ist inspirierend, wenn die Gegenwart nicht ihre Unermesslichkeit offenbart, wenn sie nicht verstanden wird. Beschränktheit verwandelt sich nicht in Weisheit durch den Prozeß der Zeit, durch die Inspiration eines Ziels. Sie muß in der immerwährenden Gegenwart aufgelöst werden. Ansammeln erzeugt ein sich selbst einschließendes Zentrum - das trennt, ausschließt -, und was eingeschränkt ist, ist niemals frei, daher kann der Erfahrende niemals verstehen. Je größer und mächtiger die Organisation ist, sei sie nun religiös oder weltlich, um so weiter ist sie von der Wirklichkeit entfernt. Sie können im Geist das Modell einer idealen Beziehung entwerfen, aber das ist nur eine Flucht vor der Wirklichkeit. Doch die meisten von uns vermeiden oder verdrängen die Spannung in einer Beziehung und bevorzugen die Leichtigkeit und Bequemlichkeit einer befriedigenden Abhängigkeit. Das Unermeßliche, das Unerkennbare wird nur in der Liebe erkannt, niemals durch die tiefen, subtilen Abwehrmechanismen des Intellekts. Es ist außerordentlich schwierig und anstrengend, sich der inneren und äußeren Ablenkungen voll bewußt zu werden; doch nur durch das Verstehen ihrer Natur und ihrer Wirkungsweise und nicht, indem man sie ablehnt, findet man jene umfassende Konzentration. Jeder Kanon von Dogmen und Glaubenslehren kommt mit einer Reihe von Ritualen, einer Reihe von Zwängen, die den Geist binden und den Menschen vom Menschen trennen. Wenn ihr glaubt, Gott ist Liebe, Gott ist gut, Gott ist dieses oder jenes, dann ist es eben dieser Glaube, der euch daran hindert zu verstehen, was Gott ist, was wahr ist. Der wahrhaft religiöse Geist ist frei von allen Gurus. Der Wahrheit kann man nicht folgen, sie muß entdeckt werden. Das Wort, das Symbol, das Bild, die Idee ist nicht die Wahrheit; aber wir beten das Bild an, wir verehren das Symbol, wir schreiben dem Wort eine große Bedeutung zu, und das alles ist sehr destruktiv; denn dann wird das Wort, das Symbol, das Bild wichtiger als alles. Gewohnheit ist ein äußerst destruktiver Faktor, denn wenn ihr kreativ denken wollt, dann schiebt sich die Gewohnheit dazwischen. Übernehmt nicht einfach das Wort "Pflicht", denn wo "Pflicht" ist, da ist keine Liebe. Die Idee, daß ihr eine Pflicht gegenüber euren Eltern, euren Verwandten, eurem Land habt, macht euch zu Opfern. Der kriegerische Geist macht euch gehorsam, er macht euch körperlich sehr diszipliniert, aber innerlich wird euer Geist allmählich zerstört, weil ihr imitiert, folgt, nachahmt. Krieg hat nie eines unserer wirtschaftlichen oder sozialen Übelstände geheilt, noch hat er zu einer Verständigung in menschlichen Beziehungen geführt, und doch bereitet sich die ganze Welt ununterbrochen auf Kriege vor. Die Alten haben immer die Jungen geopfert. Lernen bedeutet die Liebe des Verstehens und die Liebe, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Lernen ist nur möglich, wenn es keinen Zwang irgendwelcher Art gibt. Vergleichen führt zu Enttäuschungen und ermutigt nur den Neid, den man als Wettbewerb bezeichnet. Die Ordnung des Denkens wird nicht durch Disziplin in Form dogmatischer Wiedergabe von Wissen herbeigeführt, sondern sie ergibt sich ganz natürlich, wenn der Erzieher versteht, daß bei der Entwicklung der Intelligenz eine Atmosphäre der Freiheit herrschen muß. Disziplin führt zur Unterwerfung unter eine Autorität. Sie taugt, um innerhalb eines Gesellschaftsmodells zu funktionieren, das zweckgerichtete Fähigkeiten verlangt, doch sie weckt nicht die Intelligenz, die ihre eigene Fähigkeit mit sich bringt. Der Geist, der nichts als die Kapazität des Gedächtnisses kultiviert, ist wie der Moderne elektronische Computer, der, obwohl er mit erstaunlicher Leistungsfähigkeit und Präzision funktioniert, doch nur eine Maschine ist. Wenn es keinen Vergleich gibt, dann steht die höchste Befähigung des Gärtners auf der gleichen Stufe wie die höchste Befähigung des Wissenschaftlers. Ein Vergleich darf nützlichen Zwecken dienen, doch es steht dem Erzieher nicht zu, die Fähigkeiten seiner Schüler zu vergleichen und bessere oder schlechtere Beurteilungen abzugeben. Die meisten Eltern interessieren sich nur für die Entwicklung oberflächlichen Wissens, das ihren Kindern angesehene Stellungen in einer korrupten Gesellschaft sichert. Für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen ist das Alleinsein unbedingt notwendig, um seine Sensibilität zu wecken. Liebe verschenkt sich im Überfluß, wie eine Blume ihren Duft verströmt; doch immer messen wir die Liebe in unseren Beziehungen, und damit zerstören wir sie. Liebe kann nicht durch Wissen erkauft werden; und ein Geist, der ohne Liebe nach Wissen strebt, ist ein Geist, der rücksichtslos handelt und dem es nur um Leistungsfähigkeit geht. Bei der Förderung der geistigen Entwicklung sollte nicht die Konzentration, sondern die Aufmerksamkeit im Mittelpunkt stehen. Konzentration kann man lehren, doch Aufmerksamkeit kann nicht gelehrt werden, ebenso wie es nicht möglich ist, Freiheit von Angst zu lehren. Schönheit ist jener Zustand, in dem der Geist in der Leidenschaft der Einfachheit den Mittelpunkt des Selbst verlassen hat. Einfachheit hat kein Ziel; Einfachheit kann nur in jener Nüchternheit bestehen, die nicht das Ergebnis berechnender Disziplin und Selbstverleugnung ist. Nur wenn der Geist das Oberflächliche und das Verborgene versteht, kann er über seine eigene Begrenztheit hinausgelangen und jene Glückseligkeit entdecken, die nicht an die Zeit gebunden ist. Eines der schwierigsten Dinge der Welt ist, irgend etwas ganz einfach zu betrachten. Und wenn Sie etwas in Freiheit anschauen, dann ist es immer neu. Ein Mensch mit Überzeugungen ist ein toter Mensch. Das bloße Verlangen nach der Wiederholung des Vergnügens ruft Schmerz hervor, denn es ist nicht mehr das gleiche wie gestern. Freude ist etwas Unmittelbares, und wenn Sie über sie nachdenken, dann verkehren Sie sie in Vergnügen. Wenn Sie Liebe kennen, werden Sie niemandem folgen. Liebe gehorcht nicht. Wo Liebe ist, da ist keine Pflicht und keine Verantwortung. Leid und Liebe können nicht zusammenleben, doch in der christlichen Welt hat man das idealisierte Leiden, das man an ein Kreuz gehängt und angebetet hat. Wenn Sie Disziplin und den Willen zur Liebe üben, dann fliegt die Liebe zum Fenster hinaus. Schönheit existiert nur, wenn Ihr Herz und Ihr Verstand wissen, was Liebe ist. Ganz sein, nicht fragmentiert in unseren Handlungen, im Leben, in jeder Art von Beziehung, das ist das eigentliche Wesen geistiger Gesundheit. Wo der Denker ist, da ist die Wahrheit nicht. Der Denker und sein Gedanke müssen an ein Ende gelangen, damit die Wahrheit sein kann. Wenn der Kontrollierende das Kontrollierte ist, [...] dann entsteht eine vollkommen andere Art von Energie, die das, was ist, verwandelt. Zeit ist der Beobachter, der den Abstand zwischen sich und den Bäumen, zwischen sich und dem was ist, herstellt. Die Verwandlung dessen, was ist, findet nur statt, wenn keine Trennung, keine Zeit zwischen dem Seher und dem Gesehenen existiert. Liebe kennt keinen Abstand. Was jenseits des Denkens, jenseits des Wissens liegt, das kann man sich nicht vorstellen oder in einen Mythos oder ein Geheimnis für die Wenigen verwandeln. Es ist da, man muß es nur sehen. Das, was ganz beständig ist, stirbt nie; das Verderbliche liegt im Werden. Meditation ist das Entleeren des Bewußtseins von seinem Inhalt. Jede Herausforderung muß immer neu sein, und solange der Geist konditioniert ist, reagiert er auf Herausforderungen entsprechend seiner Konditionierung; deshalb ist die Reaktion niemals angemessen. Nur der religiöse Mensch kann eine fundamentale Revolution herbeiführen, doch der Mensch, der einen Glauben, ein Dogma hat, der zu einer besonderen Religion gehört, ist kein religiöser Mensch. Unser Denken ist gegenwärtig nur eine Reaktion, die Reaktion eines konditionierten Geistes, und jedes Handeln, das auf einem solchen Denken basiert, muß unvermeidlich in einer Katastrophe enden. Die Zivilisation, in der wir leben, ist das Produkt des kollektiven Willens, der vielen gewinnsüchtigen Wünsche, und deshalb haben wir eine Kultur, eine Zivilisation, die ebenfalls gewinnsüchtig ist. Solange wir der kollektiven Kultur, der kollektiven Zivilisation angehören, kann es keine Kreativität geben. Es ist die Wahrheit, die eine neue Gesellschaft hervorbringen wird, nicht die Kommunisten, die Christen, die Hindus, die Buddhisten oder die Muslime. Für die meisten von uns besteht die Schwierigkeit darin, daß uns unsere Fluchtwege nicht bewußt sind. Wir sind so gebunden, so gewöhnt an unsere Fluchtwege, daß wir sie für das Wirkliche halten. Das individuelle Problem steht in direkter Beziehung zum Weltproblem, und ich glaube, daß wir der Macht des individuellen Denkens und Handelns nicht genügend Bedeutung beimessen. Ein Geist, der wirklich demütig ist, hat eine unermeßliche Fähigkeit des Untersuchens, während der Geist, der unter der Last des Wissens steht, der von Erfahrung verkrüppelt ist, von seiner eigenen Konditionierung, der kann niemals richtig untersuchen. Ein Geist, der sagt "Ich weiß nicht" und der nicht etwas werden will, hat vollkommen aufgehört, neidisch zu sein. Der Geist, der anhäuft, fürchtet sich zu sterben, und ein solcher Geist kann nie entdecken, was Wahrheit ist. Doch für einen Geist, der jede Minute allem stirbt, das er erfahren hat, zu dem kommt eine erstaunliche Vitalität, weil jeder Augenblick neu ist, und nur dann ist der Geist fähig zu entdecken. Der Mensch, der blüht, ist der Mensch, der ist, nicht der Mensch, der wird. Der Prozeß des Davonlaufens vor dem Problem ist das Entstehen der Hoffnung. Der Geist, der ein Problem verstehen will, darf sich nicht mit dem Problem selbst befassen, sondern damit, wie sein eigener Mechanismus der Urteilsbildung funktioniert. Solange also der Geist unfähig ist, das Problem zu betrachten, solange er nicht fähig ist, das Problem zu lösen, muß er verschiedene Wege der Flucht vor dem Problem finden, und die Fluchtwege sind Hoffnungen, sie sind der Abwehrmechanismus. Wir denken, daß der Mensch, dessen Geist sich mit Gott beschäftigt, heiliger ist als der Mensch, der an Geld denkt, doch sie sind praktisch beide das gleiche; beide wünschen Ergebnisse, beide möchten beschäftigt sein. Nur wenn der Geist vollkommen frei ist, nur dann besteht die Möglichkeit unermesslicher, tiefer Stille; und in dieser Stille entfaltet sich das, was ewig ist. Das ist Meditation. Zu beobachten, ohne irgendeine Frage, die eine Antwort erwartet, bedeutet unendliche Wachsamkeit. Intelligenz hat nicht das geringste mit Denken zu tun. Die Intelligenz kommt zur Wirkung, wenn der Geist das Ganze sieht, das endlos Ganze - nicht mein Land, meine Probleme, meine kleinen Götter, meine Meditationen. Das Denken also schafft sich die äußere Form und denkt, daß diese Form, dieses Bild, dieser Prototyp nicht materiell ist. Doch diese Form ist das Produkt des Denkens, also ist es immer noch materiell. Wo eine Ursache ist, da ist Zeit. Die Ursache ruft eine Wirkung hervor, und diese Wirkung wird wiederum zur Ursache. Gibt es eine Möglichkeit, ohne Grund zu leben? Denn in dem Moment, in dem Sie einen Grund haben, wird das Leben relativ. Wenn ich einen Grund habe, Sie zu lieben - weil Sie mir Trost geben, psychisch und physisch, sexuell, moralisch -, dann ist es nicht Liebe. Wo das Vergnügen, das Verlangen nach Vergnügen beharrlich verfolgt wird, ist die Angst sein unvermeidlicher Begleiter. Wenn der Geist total in der materiellen Welt lebt, dann existiert nichts als Materie, die Denken, Bewußtsein und Willen ist. Wenn der Geist dort lebt, wird die Angst weitergehen, denn dort ist nichts anderes als das Verlangen nach materieller Sicherheit und Beständigkeit. Meditation ist das, worin keine Erfahrung ist. In ihr ist kein Element der Zeit, die Bewegung und Richtung bedeutet. Erleuchtung ist da, wo Sie sind. Und wo Sie sind, da müssen Sie sich selbst verstehen. Stille kommt nur, wenn der Inhalt des Bewußtseins vollkommen verstanden und hintangelassen wurde, und das heißt, daß der Beobachter und das Beobachtete eins sind, und niemand da ist, der kontrolliert. Das Wort Disziplin bedeutet lernen, nicht kontrollieren, unterwerfen, nachahmen und anpassen. Mit-Leiden bedeutet, Leidenschaft für alle Dinge zu haben, nicht nur die Leidenschaft zwischen zwei Menschen, sondern für die ganze Menschheit, für alle Wesen auf der Erde, Tiere, Bäume, alles, was die Erde trägt. Denn eine der Ursachen, daß diese Gesellschaft, in der wir leben, zerfällt, ist, daß wir autoritätsgläubig sind; wir akzeptieren die spirituelle Autorität, den Mittler, den Priester, den Analytiker als unseren Berater in spirituellen Angelegenheiten. Wenn ein Kind mit einem anderen verglichen wird, ist das eine Verletzung. Jede Form des Vergleichens verletzt. Denn wenn Aufmerksamkeit da ist, wenn ein Gewahrsein da ist, in dem keine Wahl, kein Urteil ist, nur Beobachtung, dann werden Sie sehen, daß Sie nie wieder verletzt sein werden, und die vergangenen Verletzungen sind weggewischt. Eine echte menschliche Beziehung zu haben heißt, absolut keine Vorstellung, kein Bild, keine Schlußfolgerung zu haben. Wir handeln, wir leben nach bestimmten Mustern, die bewußt oder zutiefst unbewußt vom Denken vorgeschrieben werden. Es ist außerordentlich wichtig, das Denken zu verstehen, denn das Denken hat die Menschen getrennt, national, geographisch, nach ihren Glaubensvorstellungen, nach ihren Dogmen. Wenn das Denken das Ganze sehen könnte, dann wäre es das Ganze, es würde sich nicht bemühen, das Ganze zu sein - das Ganze, das nicht trennend, sondern gesund, vernünftig und heilig ist. Wenn es nur noch die Beobachtung der Tatsache gibt, dann wird sich die Tatsache radikal verändern. So ist also das "Ich", an das wir uns klammern, frei erfunden. Das könnte die tiefste Ursache der Angst sein -, daß man sich an etwas klammert, das nicht existiert. Die reine Beobachtung ist die Energie, die das, was ist, verwandelt. Wenn Sie das verstehen, dann werden Sie sehen, daß Sie vollkommen frei von psychischen Ängsten sind. Sie können etwas Schönes betrachten, die Bäume und die Wolken und das Licht. Doch wenn das Denken hinzukommt und sagt: "Das war wunderschön", dann ist es bereits vorbei. Wenn Sie ohne eine einzige Bewegung des Denkens bei dem verweilen, was Sie Leid nennen, dann verwandelt sich das, was Sie Leid genannt haben. Es wird zur Leidenschaft. Ist also Gebundensein Liebe? Wo ein Gebundensein besteht, da muß auch Ausbeutung sein. Und wir benutzen dieses Wort "Liebe", um das alles zu vertuschen. Individualität impliziert eine Ganzheit, eine unteilbare Wesenheit, und Sie sind nicht dieses unteilbare Wesen. Sie sind gespalten, zersplittert; deshalb sind Sie nicht wirklich unteilbar, kein Individuum. Das, was wir zu verlieren fürchten, wenn der Tod eintritt, ist die Struktur, die das Denken als "Ich" aufgebaut hat, die Form, der Name und die Gebundenheit an die Form und an diesen Namen. Und wenn dieser Strom, der unser Bewußtsein samt seinem Inhalt ist, ans Ende gelangt, dann steht die Zeit still, und dann ist da eine total andere Dimension. Wenn Sie das verstehen, [...] dann werden Sie sehen, daß der Tod eine vollkommen andere Bedeutung hat. Energie sammelt sich an, wenn eine Beobachtung ohne den Beobachter stattfindet. Eine Nation kann eine Mauer um sich her errichten, doch diese Mauer wird niedergerissen werden. Wenn wir Angst haben, werden wir gewalttätig. Wir wollen vernichten im Namen Gottes, im Namen der Religion, im Namen einer sozialen Revolution, und so weiter und so weiter. Die Angst ist verschwunden, wenn Sie ihr Ihre volle Aufmerksamkeit gewidmet haben. Sie können Erleuchtung nicht erfahren. Die bloße Idee, sie zu erfahren, ist eine Torheit. Wenn Sie sterben, wird Ihr Bewußtsein, das von der Menschheit geteilt wird, fortdauern. Und dieses Bewußtsein manifestiert sich in irgendeiner Person, und dann sagt sie: "Es ist mein", "Ich bin ein Individuum", "Atman", "Seele" und so weiter. Meditation kann nur stattfinden, wenn keine bewußte Anstrengung unternommen wird. Wenn Sie eine Reise in sich selbst hinein unternehmen, sich all des Inhalts entledigen, den Sie angesammelt haben, und ganz, ganz tief eindringen, dann ist da dieser weite Raum, die sogenannte Leere, die voller Energie ist. Wir müssen das Buch lesen, das wir selbst sind. Der Denker denkt, der Gedanke sei verschieden vom Denker, und so versucht der Denker immer, das Denken zu kontrollieren oder zu unterdrücken. Sie jagen dem nach, was Sie erfreut hat, woran Sie Vernügen hatten. Es ist die Fortsetzung der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Das ist die ständige Triebkraft des Lebens: Verlangen und Vergnügen. Ein Geist, der leidet, flüchtet sich in Fantasievorstellungen. Ein Geist, der leidet, hat keine Beziehung zu einem anderen Menschen, ganz gleich, wie intim man auch miteinander lebt. Leid führt zur Vereinsamung. Doch jemand, der nach der Wahrheit forscht, kann offensichtlich nicht zu einer organisierten Religion gehören, sich zu irgendeinem Glauben, den Göttern irgendeiner Sekte oder nur einem einzigen Gott bekennen. So bewegen wir uns immer vom Bekannten zum Bekannten und handeln aus dem Bekannten heraus, wie der Computer. Unser Geist funktioniert mehr oder weniger genauso. Erleuchtung hat nichts mit Zeit zu tun. Erleuchtung kommt nicht durch jahrelange Übung, durch jahrelange Entsagung, durch jahrelange Askese. Solange Sie ein Bild [von sich selbst] haben, ein erhabenes oder minderwertiges oder was auch immer, werden Sie verletzt. Das "Wie", die Methoden, die Systeme, sie alle sind Erfindungen des Denkens, daher sind sie begrenzt, daher taugen sie nichts. Wenn Sie das aber verstehen und die Wahrheit erkennen, daß kein System jemals den Geist befreien kann, dann ist die Freiheitaugenblicklich da. Das alles ist Meditation: Ihr Haus in vollkommene Ordnung zu bringen, so daß es keinen Konflikt, kein Messen gibt, und dann ist in diesem Haus Liebe, dann kann der Inhalt des Geistes, der sein Bewußtsein ist, vollkommen von dem "Ich", vom "Ego", vom "Du" entleert werden. Wenn Sie zuerst die psychischen Ängste verstehen, dann können Sie mit den physischen Ängsten fertig werden, nicht umgekehrt. In der Konzentration wird der Geist immer durch eine Grenze eingeengt, doch wenn es uns darum geht, die Totalität des Geistes zu verstehen, dann wird die bloße Konzentration ein Hindernis. Aufmerksamkeit ist grenzenlos, ist ohne die Grenzen des Wissens. Ich behaupte, daß die WAHRHEIT ein pfadloses Land ist, und Sie können sich ihr auf keinem Pfad nähern, durch keine Religion, durch keine Sekte. Es ist viel wichtiger, den Irrglauben zu vertreiben, als irgendeinen Glauben, einen Plan oder eine Technik zu dessen Erfüllung zu akzeptieren. Sie sind daran gewöhnt, daß man Ihnen sagt, welche Fortschritte Sie gemacht haben, was Ihr spiritueller Status ist. Wie kindisch! Wer außer Ihnen selbst kann Ihnen sagen, ob Sie innerlich schön oder hässlich sind? Krishnamurti, Über die Liebe Wenn in einer Beziehung Unordnung herrscht, fehlt die Liebe, und diese Unordnung herrscht da, wo man sich anpasst. Das Wort Unschuld bezeichnet einen Geist, der weder Kränkungen empfängt, noch solche austeilt. Was ist dann die Liebe? Sie kann sich offensichtlich erst dann einstellen, wenn alles, was nicht Liebe ist, - wie Ehrgeiz, Wettstreit, das Verlangen, etwas werden zu wollen - nicht mehr ist. Freude stellt sich ganz natürlich ein. Sie geschieht, sie kommt wie das Glück. Doch in dem Augenblick, in dem man sagt; "Oh, ich bin sehr glücklich!" ist man es nicht mehr. Kluge Leute, die listig sind, wissen nicht, was Liebe ist, weil ihr Verstand so scharf ist, weil sie so gerissen sind, weil sie so oberflächlich sind. Wenn Vater und Mutter ihre Kinder lieben, vergleichen sie sie nicht mit einem anderen Kind. Krishnamurti, Über die Liebe Wenn ich jemanden besitze, will ich nicht, daß diese Person einem anderen nachschaut. Wenn ich diesen Menschen als "mein" betrachte, ist das Liebe? Wir sind nicht mehr als Schallplatten, die immer wieder abspielen, und wir bezeichnen diese Wiederholungen als Wissen. Es ist anstrengend, etwas Neues zu entdecken. Also ziehen wir es vor, zu bleiben, wie wir sind. Und da liegt dieeigentliche Schwierigkeit. Liebe ist die einzige Revolution. Der spirituell oder auf anderem Gebiet ehrgeizige Mensch kann niemals problemlos sein, weil die Probleme erst in der Selbstvergessenheit enden, wenn das Ich abwesend ist. Sie machen aus Sex ein Problem, weil Ihnen die Liebe fehlt. Nur da, wo die Liebe fehlt, gibt es die vielen und den einen - Exklusivität. Selbsterkenntnis ist der Anfang von Weisheit, die das Ende der Angst bedeutet. Alleinsein kann es erst geben, wenn die Einsamkeit aufgehört hat. Der Wunsch, sich zu erfüllen ist eine Flucht vor dem, was wir Einsamkeit nennen. Einsamkeit ist das Gewahrwerden totaler Isolation. Man ist an Besitz gebunden, an eine Person gebunden, an einen Glauben gebunden, einem Dogma, Christus, Buddha verbunden. Ist das Liebe? Lust ist sinnlich, sexuell, sie ist voller Begehren, Bildern, der Jagd nach dem Vergnügen und so weiter. Nicht so die Leidenschaft. Sie brauchen Leidenschaft, um erschaffen zu können. Mitgefühl bedeutet Leidenschaft für alle. Wenn im Herzen die Schönheit fehlt, gehen wir in die Museen und in Konzerte. Nur weil wir den Kontakt mit der Natur verloren haben, nehmen Malerei, Museen und Konzerte so einen wichtigen Platz ein. Liebe ist offensichtlich nur reine Freude, welche kein Vergnügen ist. Der Mangel an Selbsterkenntnis ist die Essenz der Ignoranz, und das führt zu diesem unermesslichen Leiden, das überall in der Welt ist. Sie können die Gita rückwärts aufsagen, aber Sie sind ein Mensch aus zweiter Hand. Sie haben nichts Originelles. Es gibt nichts in Ihnen, das spontan, wirklich ist [...]. So bleibt nur eines: Hunger, Appetit auf Essen und Sex. Es ist nur der eitle Mann, der darum kämpft, demütig zu werden. Entweder Sie sind es, oder Sie sind es nicht, gut nämlich. Da man uns verletzt hat, errichten wir eine Mauer um uns herum, damit man uns nie wieder verletzt; und wenn man eine Mauer um sich herum errichtet, [...] wird man nur noch mehr verletzt. Analyse ist eine Form der Lähmung und kann nicht die Kränkungen auflösen. Im Westen verdrängt man das Leiden in einen Menschen oder in ein Bild, das man anbetet - das Leiden der Menschheit wird in ein Individuum projiziert. Diese Liebe hat nichts mit "meiner" oder "deiner" Liebe zu tun. Es ist Liebe. Wenn Sie das erfahren haben, werden Sie Ihre Kinder niemals zur Ausbildung in die Armee schicken, um getötet zu werden. Dann werden Sie eine ganz andere Art von Zivilisation hervorbringen, eine andere Kultur, andere Menschen, Männer und Frauen. Im Psychologischen entsteht das Leiden durch Verhaftet-sein: an eine Idee, an Ideale, an Meinungen, an Glauben, an Personen, an Konzepte. In der Liebe zum Ganzen tritt das Individuelle in Erscheinung. Also entsteht Einsamkeit durch meine alltägliche Aktivität im Eigeninteresse, und das erkenne ich alles, wenn ich aller Aspekte der Einsamkeit gewahr werde. Also sind wir Menschen im Innern verletzt, und aus diesen Verletzungen entstehen neurotische Aktivitäten - aller Glaube ist neurotisch, Ideale sind neurotisch. Alleinsein ist keine Isolation, es ist nicht das Gegenteil von Einsamkeit, es ist ein Seins-zustand, wenn alle Erfahrung, alles Wissen ein Ende haben. Wenn der Verstand still ist, dann ist alles, was geschieht, ein Akt der Liebe und nicht ein Akt des Wissens.


Betrachtungen zu einem spirituellen Phänomen Alles was du denkst oder tust hinterlässt eine kleine Spur, eine leichte Kräuselung im Akashafeld des Universums. Du telegraphierst unbewusst deine Geda...
transinformation.net

Hagia Chora - Forum für Geomantie auf geomantie.net

www.geomantie.net/
Forum zum Austausch rund um das Thema Geomantie, Auszüge aus der Zeitschrift für Geomantie Hagia Chora und ein Verzeichnis mit vielen relevanten ...

 Sicherheit?
Dieses Leben wird nie ein sicherer Ort sein. So sehr wir uns das auch wünschen. Sicherheit ist
nicht die Mustersprache des Lebens. Das Leben ist stetiger Wandel, stetiges Wachsen und
Vergehen - nichts bleibt, wie es ist. Unsere wissenschaftlichen Konzepte und gesellschaftlich
verankerten Vorsichten können uns da nicht weiterhelfen. Unser rationales Denken ist hilfreich,
aber in individuell isolierter Form nicht umfassend genug. Es ist weder flexibel noch fließend genug,
um Antworten zu finden in einer Welt, die so komplex vernetzt ist wie die unsere. Wir können
diese Welt in unserem Kopf allein nicht fassen. Wir müssen Fähigkeiten verfeinern, die wir
lange vernachlässigt haben: Einfühlungsvermögen und Intution. Wir brauchen die Weisheit und
gesunde Bescheidenheit, uns wieder als Teil eines größeren Ganzen zu begreifen.
Kosha Anja Joubert (Aus dem Buch - Die Kraft der kollektiven Weisheit)

Ein seelisch ausgeglichener Mensch ist ein Mensch,
der seine Segnungen zählt. Er möchte prosperieren
und er weiß, das Prosperität in ihm selbst steckt.
Er ist nicht zufrieden mit dem, was er erreicht hat
und doch ist er gleichzeitig nicht unzufrieden; er
ist dankbar für das, was er hat. Er zählt seine Seg-
nungen. Glück wird durch eine Einstellung gezeugt,
die sagt,, heute erging es mir schlecht, morgen wird
es besser werden.
Die Ndebele sagen:
Hoffnung bringt nicht um. Wir leben und bewegen uns
aufgrund von Hoffnung. In der dunkelsten Nacht muß
ich irgendwo hin, aber ich sehe nicht meinen Weg.
Ich hoffe den Weg zu finden und ich finde ihn, mit
meinen Füßen, selbst wenn ich Schuhe trage.
Ich sage, es gibt Schlangen, die mich beißen, oder
Menschen, die mich überfallen könnten. So eine Ein-
stellung zeugt und erhält Glück.
Du siehst jemanden, dem es in einem bestimmten Feld
besser ergeht als dir, aber auf einem anderen Gebiet
geht es ihm nicht so gut.
Mir war Reichtum nie wichtig, denn ich wünschte mir
Wohlergehen und das kommt nicht mit Geld.
SCHWARZER FADEN 1/96 - Seite 33
Begegnungen mit den Ältesten Simbabwes
Ilja Trojanow & Chenjerai Hove

Die Krisen unserer Zeit - Egoismus, Vereinsamung,
Materialismus, Nord-Süd-Gefälle - scheinen sich
als fait accompli zu etablieren, im Hauptsatz
benannt und im Nebensatz, mit Resignation oder
Achselzucken abgetan. Wir Denken und Handeln,
als gäbe es für die Menschheit nur eine Geburt,
als seien wir Zeugen der Vergangenheit, nicht
Akteure der Zukunft,
Wir verstehen unsere Väter und Vorväter immer
weniger, und mißverstehen damit auch uns selbst,
unseren Instinkt. Unsere Erinnerung (die gelebte,
nicht die akademische) leidet an Magersucht.
Seit Anbeginn der Moderne beklagen, beschwören
und besingen wir, daß die Natur und die Menschen
sich nicht mehr viel zu sagen haben.
Die Worte der Ältesten vermitteln etwas  von der
Kraft und dem Zauber einer Verwurzelung in der
Natur. Sie führen uns in unsere Vergangenheit
zurück. "Viele Menschen sind schwach", weil sie
nicht wissen, wie man zu Stein wird, zu Baum.
Wahrscheinlich werden die Europäer diese Fähigkeit
nicht wieder erlangen, aber sie könnten zumindest
ihre Begrenztheit erkennen, und etwas Demut lernen.
Denn in den robotronisierten Welten, die wir gerade
über den ganzen Globus spannen und vernetzen,
bietet die geistige Welt Afrikas noch einen der
Horte von Menschlichkeit.
Aime Cesaire
SCHWARZER FADEN 1/96 - Seite 28

Der vorbildliche Mensch ist ein Mensch, der nicht
für sich selbst allein lebt. Er ist stets Teil
eines Teams, Teil einer Gemeinschaft.
Er achtet die Übereinkunft in der Gemeinschaft.
Er ist ein Mensch der nicht abtrünnig wird,
ein Mensch, der mit den anderen fühlt,
ein Mensch der weiß, daß unsere Gemeinschaft aus
zwei Teilen besteht, die getrennt und doch un-
zertrennlich sind: den Lebenden und den Toten.
Er ist ein Mensch, der niemanden Schaden zufügen
will.
Das ist der Rahmen der Kraft, die den Menschen
Gutes tun läßt. Höflichkeit ist der Schlüssel zu
den Herzen der Menschen.
Jeder ist ein Hüter des Wohls der Gemeinschaft.
Das "Kin-Ship-System" bedeutet, daß alle aus einer
Genaration Brüder und Schwester sind.
Jeder aus der nächsten Generation ist ein Sohn
oder eine Tochter. Das bestimmt auch das Verhältnis
zwischen den Menschen: Es herrscht eine Für-
sorge und ein Respekt wie zwischen Eltern und
Kindern. Dadurch entsteht ein umfassendes soziales
Denken und Handeln.
Die Weißen sind verrückt, nur die engen Verwandten
zu zählen. Wir stammen alle von einem Bullen ab.
Denn nur im Einklang mit anderen erkennt der Ein-
zelne den Unterschied zwischen richtig und falsch,
und handelt danach.
Du mußt reden, beraten, führen, empfehlen.
Du mußt Gedanken austauschen.
Wenn du dir all das vergegenwärtigst und darüber
nachdenkst, muß dir bewußt werden, daß du nur
ein winziges Stückchen Leben im Universum bist.
Du magst intelligenter als ein Tier sein, aber
wohl kaum wichtiger.
Du lebst vom Universum, du lebst darin, aber das
Universum lebt nicht von dir. Es existiert, ob du
da bist oder nicht.
Die Natur sorgt für unser Auskommen, aber wir sor-
gen nicht für die Natur, es sei denn wir respek-
tieren und erhalten sie für die Nachwelt.
Das Universum in seiner angebrachten Form zu be-
wahren. Harmonie aufrechtzuerhalten.
Tabus lehren Bescheidenheit. Sie vermitteln dem
Menschen, daß er Teil eines unendlichen Ganzen ist.
Mike Matsosha Hove
SCHWARZER FADEN 1/96 - Seite 33-34

 " Der Müßiggänger"


Er hat kein Handy, in der Brusttasche, keinen Bleistift im Ohr, keinen Organizer in der Tasche, keinen Steuerknüppel in der Hand, oder eine sonstige der Steigerung des Wirkungsgrades dienende Gerätschaft, überhaupt erscheint er wenig elektrifiziert, digitalisiert oder motorisiert.


Nimmt er Drogen? - Nein, er hat Zeit.


Zeit zu leben. - Schaut einfach so aus dem Fenster... Ein Taugenichts - für Seele, Raum und Frieden.


Das Gewebe der Muße:


Sie ist Kontemplation, das ungeteilte Sich-Vertiefen, der Zugang zu den ewigen Wahrheiten, Meditation, Sammlung und Einkehr, Schweigen und Empfänglichkeit. Die Zeit, in der wir das tun, was uns wertvoll ist, am Herzen liegt.


Das einfache Nichtstun. Das Leben im Hier und Jetzt.

 

Art & Nature (30)


Die satte Trägheit, ja Faulheit, die Siesta unter kühlen weißen Laken. Die verdöste Stunde, das Treibenlassen der Gedanken, Musik und Träumerei, die Poesie des Augenblicks.


 


Wo wären wir? Wenn alle Denker, Mönche, Dichter, Grübler, Narren, Künstler, die über die Jahrzehnte und Jahrhunderte ihre müßigen Spinnereien gelebt haben, einer sinnvollen Arbeit nachgegangen wären? Was wäre aus unserer Kultur geworden, ohne die Taugenichtse?


Alle Menschen! ...zerfallen, wie zu allen Zeiten - so auch jetzt noch, in Sklaven und Freie; denn wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave, er sei übrigens, was er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Handwerker, Arbeiter, Gelehrter.


Was wäre dann? ...wenn alle nur soviel arbeiten würden, wie sie nötig haben, um ihre Vorstellungen vom Leben zu realisieren? Wenn Ihnen Zeit wichtiger wäre als Geld? Freiheit wichtiger als Status? Lebensfreude wichtiger als Erfolg? Wäre die Welt dann schlechter?Lächeln


Die Lebenszeit...wird solange gegen Geld verkauft, bis sie vorüber ist...


"Nicht alles, was sich zählen läßt zählt." - "Nicht alles was zählt...läßt sich zählen!"

 Unsere Heilung wird von den Rändern kommen. Wie könnte

es anders sein, wenn doch das Zentrum zerfällt?


>Sie wird von Menschen und Orten kommen, die von der voll-

ständigen Teilhabe an der alten Geschichte von den Men-

schen ausgeschlossen waren und die so ein Stück des Wissens

bewahrten, wie wir als Interbeings leben können.


>Sie wird von den Ideen und Technologien kommen, die mar-

ginalisiert wurden, weil sie den vorherrschenden Paradigmen

widersprechen. Das umfasst Technologien für Landwirt-

schaft, Heilung, Energie, Geist, Wiederherstellung der Um-

welt und Entsorgung von giftigen Abfällen.


>Sie wird auch von den marginalisierten oder fast vergessenen

sozialen und politischen Techniken kommen: konsensbasier-

ter Entscheidungsfindung, nicht-hierarchischer Organisation,

direkter Demokratie, Restorative Justice und gewaltfreier

Kommunikation, um ein paar zu nennen.


>Sie wird sich der Fähigkeiten bedienen, die unser gegenwärti-

ges System unterdrückt oder nicht fördert. Menschen, die au-

ßerhalb unserer dominanten wirtschaftlichen Institutionen

darbten und für sehr wenig Geld arbeiteten, um tun zu kön-

nen, was sie lieben, werden als Pioniere einer neuen Geschich-

te ihre Fähigkeiten und Erfahrungen als hochgeschätzt erle-

ben.


>Sie wird die marginalisierten Anteile in den Menschen befrei-

en, die ihre wahren Fähigkeiten und Leidenschaften unter-

drückten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder nor-

mal zu sein. Diese Kategorie schließt zu einem gewissen Grad

jedes Mitglied der modernen Gesellschaft ein. Wir können die

Regungen dieser unterdrückten Fähigkeiten jedes Mal fühlen,

wenn wir denken: "Ich wurde nicht in diese Welt gesetzt, um

das hier zu tun."


>Sie wird die marginalisierten Aspekte des Lebens verkörpern

und wertschätzen, die Dinge, die wir in der Hektik und unter

dem Druck der Moderne vernachlässigen: Qualitäten wie

Spontanität, Geduld, Langsamkeit, Sinnlichkeit und Spiel.

Hüten Sie sich vor jeder Revolution, die diese Qualitäten

nicht mit sich bringt: Sie wird wahrscheinlich überhaupt kei-

ne Revolution sein.


Charles Eisenstein - Die schönere Welt, die unser Herz kennt,

ist möglich - Seite 331-332

Detailansicht
Interbeing


>Wenn man mit einer dienenden Haltung im Einklang ist, sind

Taten, die für andere außerordentlich mutig erscheinen, eine

Selbstverständlichkeit.


>Wenn man die Welt als reich erfährt, dann sind Taten der

Großzügigkeit natürlich, weil es keinen Zweifel daran gibt,

dass kontinuierlich etwas nachkommt.


>Wenn man andere Menschen als die Spiegelbilder seiner

selbst betrachtet, wird Versöhnlichkeit zur zweiten Natur,

wenn man feststellt "Aber um Himmels willen, das bin ja ich."


>Wenn man die Ordnung, Schönheit, das Mysterium und die

Verbundenheit des Universums wertschätzt, entstehen eine

tiefe Freude und Heiterkeit, die nichts erschüttern kann.


>man Zeit als reichlich vorhanden betrachtet und das

Leben als unendlich, entwickelt man eine übermenschliche

Geduld.


>Wenn man die Begrenzungen des Reduktionismus, der Ob-

jektivität und des Determinismus aufgibt, werden Technolo-

gien möglich, welche die Wissenschaft der Seperation nicht

tolerieren kann.


>Wenn man die Geschichte vom atomisierten und abgeschnit-

tenen Selbst aufgibt, erwachen erstaunliche intuitive Fähig-

keiten und Wahrnehmungen aus ihrer lebenslangen Latenz-

zeit.


Diese und viele andere Wunder sind die Grenzsteine zum Terri-

torium des Interbeing.

Charles Eisenstein - Die schönere Welt, die unser Herz kennt,

ist möglich - Seite 305.

Charles Eisenstein - Scorpio-Verlag

www.scorpio-verlag.de/default.asp?Autor=54
Charles Eisenstein, Jahrgang 1967, graduierte an der renommierten Yale University in Philosophie und Mathematik. Vertiefte Studien in Wirtschaftstheorie und ...

 Detailansicht

Charles Eisensteins Buch 'Die Renaissance der Menschheit' in deutschem Volltext. Es beschreibt die Geschichte und die Zukunft unserer Zivilisation, den kommenden Zusammenbruch und die sich zuspitzenden Krisen, die den Übergang in ein neues Zeitalter einleiten.
kanope.de

 

 Spiele das Spiel. Gefährde die Arbeit noch mehr.

 Sei nicht die Hauptperson.

 Such die Gegenüber-stellung. Aber sei absichtslos.

 Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts.

 Sei weich und stark. Sei schlau,

 lass dich ein und verachte den Sieg.

 Beobachte nicht, prüfe nicht,

 sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen.

 Sei erschütterbar. Zeig deine Augen,

 wink die andern ins Tiefe,

 sorge für den Raum und betrachte einen jeden in seinem Bild.

 Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig.


Vor allem hab Zeit und nimm Umwege.

 Lass dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub.

 Überhör keinen Baum und kein Wasser.

 Kehr ein, wo du Lust hast,

 und gönn dir die Sonne.

Vergiss die Angehörigen,

 bestärke die Unbekannten,

 bück dich nach Nebensachen,

weich aus in die Menschenleere,

 pfeif auf das Schicksals-Drama,

 zerlach den Konflikt.

Beweg dich in deinen Eigenfarben,

 bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird.

 Geh über die Dörfer.

 Ich komme dir nach.

 Peter Handke - "Über die Dörfer"

 

 

 

 Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,

die sich über die Dinge ziehn.

Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,

aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,

und ich kreise jahrtausendelang;

und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm

oder ein großer Gesang.

Rainer Maria Rilke

 

 

Ich möchte dich inständig bitten
So sehr ich kann
All dem gegenüber,
was in deinem Herzen ungelöst ist,
geduldig zu sein und zu versuchen
die Fragen an sich zu lieben,
wie verschlossene Räume,
wie Bücher, die in einer sehr
fremden Sprache geschrieben sind.

Suche jetzt nicht nach den Antworten,
Die dir jetzt nicht gegeben werden können,
weil du noch nicht fähig wärst
sie zu leben.

Und es geht darum alles zu leben
Jetzt lebe die Fragen!
Vielleicht wirst du allmählich,
ohne es zu bemerken
eines fernen Tages
in die Antwort hineinwachsen

R. M. Rilke

 

 Grausamkeit entgegenwirken.
Für einen Bodhisattva gibt es vier abgestufte Formen
erleuchtenden Handelns.
Die erste Option ist die Besänftigung; man versucht,
mit Worten, mit Vernunft, mit Trost oder was auch
immer, die Situation zu beruhigen.
Wenn das nicht hilft, kommt die zweite Option, eine
etwas stärkere Form des Handelns. Man läßt den
anderen sich ausdehnen oder wachsen, indem man ihm
etwas gibt. Man macht ihm ein Geschenk.
Man gibt ihm etwas, das dazu beiträgt, die Wogen zu
glätten. Es kann sogar Wissen sein oder etwas Materiel-
les, wenn es nur die Situation klärt und das Problem
löst.
Wo das nicht möglich ist, geht man zur dritten Option
über, zu Herrschaft und Macht. Man unterwirft den an-
deren - sei es eine Person, ein Land oder was auch
immer - mit seiner größeren Macht.
Manchmal funktioniert auch das nicht, und dann greift
man zur letzten Option, zu Heftigkeit oder Zorn - auch
Gewalt ist denkbar.
Unter den sechsundvierzig sekundären Vorschriften für
einen Bodhisattva ist eines das Gelöbnis, in einer
Situation, die  altruistisch motivierte Gewalt erfordert,
energisch einzuschreiten.
Es gibt also von zornigen Mitgefühl diktierte Gewalt.
Theoretisch ist Gewalt zulässig, wenn es aus Mitgefühl
geschieht.
Doch in der Praxis ist das sehr schwierig, und es ge-
schieht nur, wenn der grausamen Haltung eines schäd-
lichen Menschen auf anderer Weise  nicht beizukommen ist.
Denn wenn wir einmal zur Gewalt gegriffen haben, wird die
Situation vollkommen unberechenbar, und Gewalt erzeugt
widerum Gewalt - es könnten viele unerwartete Dinge ge-
schehen. Es ist sehr viel sicherer, erst einmal abzu-
warten. Man kann es unter diesen Umständen mit Gebeten
versuchen oder mit einem Fluch - wenn man gar nichts
ausrichten kann, genügt es vielleicht, ein paar Worte
herauszubrüllen! fügte er lächelnd hinzu. (Dalai Lama)
(Quelle - Aus dem Buch: DIALOG MIT DEM DALAI LAMA - Wie
wir destruktive Emotionen überwinden können von Daniel
Goleman - Seite 412-413

 

 

12 Schritte zum BewusstSeinswandel

Joanna Macy weltweit bekannte Gemeinschafts-Fördererin und Autorin stellte folgende Fragen und Antworten zusammen:

 

 (Danke an Ruppert und Svenja)

„Wenn sich ein holonischer Wandel ereignen könnte, welche Wege wären hilfreich? Wie können wir ihn als Individuen unterstützen und an ihm teilhaben? Die folgenden Richtlinien sind in Zusammenarbeit mit den Kollegen in der tiefenökologischen Arbeit entstanden und sind eine Einladung, sie weiter zu entwickeln und praktisch umzusetzen.“

 

<p>Der oben angeführte englische Text lässt sich in Kurzform wie folgt übersetzen:</p>

Der Holonische Wandel (Holonic Shift) dient als Metapher für die Entwicklung unseres kollektiven Bewusstseins, mit dem wir Menschen uns als Bewohner der Erde, ja als Mitgeschöpfe im Universum, begreifen lernen. Dieser Bewusstseinswandel findet jetzt statt. Wir müssen uns fragen, was dies für uns als Individuen bedeutet und was unsere Aufgabe dabei ist. Die „12 Schritte des holonischen Wandels“ können uns helfen, diesen Wandel zu unterstützen und dabei aktiv mitzuwirken:

 

1.        Finde eine gemeinsame Intention, die als Grundlage für die gemeinsame Arbeit dient. Diese Intention ist weder ein Ziel noch ein Plan, den wir präzise formulieren können. Es ist ein Anspruch dessen Ende offen ist: Wir brauchen neue Wege der Zusammenarbeit, um unsere gemeinsamen Bedürfnisse, jene allen Lebens auf unserer Erde, erfüllen zu können.

 

2.       Heiße Vielfalt willkommen. Die Selbstorganisation des Ganzen erfordert die Unterschiedlichkeit seiner Teile. Jeder ist willkommen, der auf dieser sich immer weiter entfaltenden Reise eine Aufgabe übernimmt.

 

3.       Bedenke, dass nur das Ganze sich selbst heilen kann. Du kannst die Welt nicht retten, aber du kannst ihre Selbstheilung unterstützen. Die Heilung der Wunden in uns und in unseren Beziehungen sind integraler Bestandteil dieser Selbstheilung der Welt.

 

4.       Du bist nur ein kleiner Teil innerhalb eines sehr viel größeren Prozesses, wie eine Nervenzelle in einem neuronalen Netz. Lerne deshalb dem größeren Ganzen zu vertrauen. Vertrauen heißt, an dem Prozess teilzunehmen und Risiken in Kauf zu nehmen, auch wenn du den Prozess nicht steuern oder das Ergebnis nicht voraussehen kannst.

 

5.       Öffne dich für den Informationsfluss des größeren Systems. Schotte dich nicht von den leidvollen Informationen über die Lebensbedingungen in unserer Welt ab. Erkenne, dass dein Schmerz für die Welt der wechselseitigen Verbundenheit mit allem Leben entspringt und deine Offenheit dafür die Rückmeldungen aus dem größeren System am Fließen hält. Dies ist wichtig für das Wohlbefinden allen Lebens.

 

6.       Sprich aus, wie du die Welt erlebst – was deine Wahrheit ist - und teile deine Erfahrungen mit. Wenn sich die Antworten auf deine Fragen zu den gegenwärtigen Bedingungen auf der Erde nicht verändern, das heißt, auch deine Lebensumstände gleich bleiben, dann kannst du davon ausgehen, dass es anderen ähnlich ergeht wie dir oder sie die selben Erfahrungen machen wie du. Lass alte Rollenklischees und alte Antworten los, und wage jene Fragen zu stellen, die dich tief in deinem Innern bewegen. 

 

7.       Glaube niemandem, der sagt, er habe die ultimative Antwort gefunden. Solche Aussagen sind Zeichen von Ignoranz und einem begrenzten, egozentrischen Bewusstsein.

 

8.       Arbeite in Gruppen und an gemeinsamen Projekten, mit gemeinschaftlicher Intention. Schaffe ein Gefühl der Zusammengehörigkeit durch gemeinsame Aufgaben und Rituale.

 

9.       Teile deine eigenen Kräfte und Fähigkeiten großzügig mit anderen – sie sind nicht dein privater Besitz. Sie wachsen dadurch, dass du sie verschenkst. Sie beinhalten sowohl dein Wissen wie auch dein Nicht-Wissen sowie die Geschenke der Ahnen und aller Lebewesen.

 

10.    Öffne dich den Kräften der Anderen, in dem du sie anerkennst und willkommen heißt. Beurteile nie vorschnell, was eine andere Person beitragen kann, aber mache dich auf Überraschungen und frische Synergieeffekte gefasst.

                                                                                                                  11.     Du wirst die Ergebnisse deiner Arbeit vielleicht nie selber erleben. Deine Handlungen haben unerwartete und weitreichende Wirkungen, die in deiner Lebenszeit für dich vielleicht nicht mehr sichtbar werden.

 

12. Bedenke, dass bei all deinen Bemühungen und deinem Schaffen Gelassenheit und Gemütsruhe hilfreich sind. Sie erwachsen aus deinem Vertrauen, dass du in das Netz des Lebens eingebettet bist. In jenes Netz des Lebens in dem Ströme von Energie und Intelligenz fließen, die weit über jene deiner eigenen Person hinausreichen.

Macy

 

 

 

Es gibt Weisheiten und  Lösungsstrategien für Probleme ...

 

Eine Weisheit der Dakota Indianer lautet:

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wir handeln ...

... wir besorgen uns eine stärkere Peitsche !!!

... wir wechseln die Reiter !!!

... wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten !!!

... wir gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren !!!

... wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet !!!

... wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde !!!

... wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben !!!

... wir kaufen Leute von ausserhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können !!!

... wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen !!!

... wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an !!!

... wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist !!!

... wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden !!!

... wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht mehr reiten kann !!!

... wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt !!!

... wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde !!!

... wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden !!!

... wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein !!!

... wir vergrössern den Verantwortungsbereich des toten Pferdes !!!

... wir entwickeln ein Motivations-Programm für tote Pferde !!!

... wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt!!!

 

 

 Es gibt keine Welt ohne Gewalt; die Natur ist auch zer-
störerisch, und der Mensch muß sich ihren Launen anpas-
sen. Die Weißen haben versucht; die Natur dazu zu brin-
gen, sich ihren Launen anzupassen, indem sie die künst-
liche Welt der Stadt geschaffen haben. Aber selbst dabei
versagten sie. Die Politiker sprechen jetzt schon von
Sicherheitskorridoren in den Städten.
Das sind Haupttransportwege, wo die Gefahr, beraubt oder
überfallen zu werden, weitgehend verringert ist.
Überall sonst herrscht rücksichtslose Gewalttätigkeit.

Der städtische Mensch hat einen küstlichen Dschungel ge-

schaffen, in dem nur die Stärksten oder die am meisten

vom Glück Begünstigten überleben.

Mit zunehmender Kriminalität werden auch diese Sicher-

heitskorridore verschwinden. Die Leute werden sich in

den Stadtgebieten nur noch in Banden bewegen können -

Stämme könnte man sagen.

Die Schlußfolgerung für die amerikanische Gesellschaft

wird sein, daß es selbst im Hinblick auf die persönliche

Sicherheit viel besser und humaner zuging, als die In-

dianer noch den ganzen Kontinent beherrschten.

Es bleibt nur der Ausweg, die indianische Lebensweise

wiederaufzuehmen, um zu überleben. Das hätten die Wei-

ßen eigentlich tun sollen, als sie in dieses Land kamen,

und das werden sie tun müssen, bevor sie es wieder ver-

lassen.

VINE DELORIA - Nur Stämme werden überleben. - Indianische

Vorschläge für eine Radikalkur des wildgewordenen Westens

Seite 146-147

http://www.langelieder.de/lit-deloria96.html

 Der Stamm ist die Gruppe, in der der Mensch
sich selbst zum Ausdruck bringen und sich
dessen bewusst werden kann, dass er wirklich
Mensch ist. Die Art, wie Stammesmenschen zu
anderen Personen Beziehung aufnähmen, sei
gewöhnlich bestimmt von tiefem Respekt gegen-
über der Andersartigkeit jedes Menschen, statt
von dem Versuch, Ähnlichkeiten zu suchen.
Der Sozialstatus hängt (hier) davon ab, wie
jemand sich am Gemeinschaftsleben beteiligt.
(Dies) reduziert den Wettbewerb auf den Zwi-
schenmenschlichen Bereich, statt ihn auf wirt-
schaftliche Bereiche loszulassen.
VINE DELORIA - (Nur Stämme werden überleben)
OYA-Magazin 25 Seite 52

 

 Beduinen, können stundenlang in der Wüste sitzen
und den Lauf der Zeit beobachten, ohne Langeweile
zu verspüren.

 

 Warum sollen wir uns mit der beschränkten Freiheit zufrieden geben, die uns das Internet bieten kann, wenn es so viel mehr Erfahrungen und Gefühle hier draussen in der realen Welt zu erleben gibt? Wir sollten laufen, tanzen, Kanu fahren, das Leben in vollen Zügen geniessen und neue Welten entdecken. Was für neue Welten? Wir müssen unseren eigenen Körper wiederentdecken, unsere Sinne und den Raum um uns herum.

 

 

Es ist Dein Leben.
Tu was Du liebst und tue es oft.
Wenn Dir etwas nicht gefällt, ändere es.
Wenn Dir Dein Job nicht gefällt, kündige.
Solltest Du auf der Suche nach der Liebe
Deines Lebens sein, Lass es;
Sie wird Dich finden, wenn Du anfängst
die Dinge zu tun, die Du liebst.
Hör auf alles zu analysieren,
das Leben ist einfacher als es aussieht.
Alle Gefühle sind wertvoll, wenn Du isst;
Geniesse jeden Bissen.
Öffne Deinen Geist, Deine Arme und
Dein Herz für neue Menschen und
Dinge; Unsere Unterschiede einen uns Alle.
Reise viel ,sich zu verirren wird Dir helfen
Dich zu finden.
Manche Gelegenheiten bieten sich nur ein mal;
ergreife sie.
Das Leben dreht sich um die Menschen die Du
triffst und die Dinge die Du mit ihnen erschaffst.
Also zieh los und erschaffe etwas.
Das Leben ist kurz; also lebe Deinen Traum
und teile Deine Leidenschaft.

 

 Die Entfaltung der Verbundenheit - Interview mit Ervin Laszlo

Ervin Lazlo und Tom SteiningerTOM STEININGER: Seit der Aufklärung hat der Siegeszug der Wissenschaft dazu geführt, dass wir unseren Blick vor allem auf die äußere Dimension des Sichtbaren und Messbaren gerichtet haben. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Gegenbewegungen, die den Wert des Innerlichen hervorhoben – von der Romantik bis zur modernen Psychologie und vielen spirituellen Strömungen. Es scheint heute, dass eine neue Synthese des Äußeren und Inneren möglich und notwendig ist, um unseren Weg als Menschheit des 21. Jahrhunderts zu gehen. Diese Integration ist ein Kernstück Ihrer Arbeit. Als Systemtheoretiker beschäftigen Sie sich schon seit Langem mit der Frage, wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Systemtheorie und anderer Disziplinen mit der Tiefendimension der Wirklichkeit, die wir vielleicht als Bewusstsein bezeichnen können, zusammenhängen. Worum geht es Ihnen dabei?

ERVIN LASZLO: Ein System ist für mich eine Einheit, die in der Natur erscheint und sich weiterentwickelt. Diese Entwicklung vollzieht sich in einer Abfolge mit immer größeren Ebenen der Komplexität: Teilchen, Atome, Kohlenstoffverbindungen, Organismen, Biotope, ganze Biosphären, Galaxien und so weiter. Das sind alles zusammengesetzte, komplexe Systeme, die in der Natur erscheinen.
Mich interessieren hauptsächlich natürliche Systeme, die in der Natur entstehen und sich entwickeln, also einen evolutionären Prozess durchlaufen. Diese Systeme können wir nicht rein mechanistisch erfassen, denn das wäre nur dann möglich, wenn wir die ganze Welt lediglich als einen Mechanismus begreifen. Aber es gibt Phänomene, die zeigen, dass sich viele Systeme untereinander verständigen, dass sie Informationen verarbeiten können. Diese Systeme haben nicht nur eine rein materielle, physikalische Perspektive. Sie haben auch Aspekte wie Wahrnehmung.
Für mich haben alle Systeme beide Aspekte.
Von außen betrachtet sind es nur physikalische, biologische, biochemische oder biophysische Systeme. Wenn wir beispielsweise das Bewusstsein des Menschen untersuchen, erkennen wir von außen betrachtet nur Neuronen, die im Gehirn aktiv sind. Von außen betrachtet ist jeder Mensch also ein physikalisch-biologisches System.
Aber von innen betrachtet sind unsere mentalen Vorstellungen keine materiellen Phänomene. Sie erscheinen im Bewusstsein. Ich nehme an, dass ich ein Bewusstsein habe, aber ich nehme gleichzeitig an, dass auch Sie ein Bewusstsein haben und dass jeder Mensch ein Bewusstsein hat. Ich kann Bewusstsein aber nicht nur auf den Menschen beschränken. Was ist mit meinem Hund? Oder der Pflanze in meinem Garten? Oder mit der ganzen Biosphäre? Überall, wo es ein System gibt, muss auch eine bewusstseinsartige Perspektive vorhanden sein.
Die beste und einfachste Vorstellung über die Welt, die mit wenig Spekulation auskommt, ist, dass der ganze Kosmos ein psycho-physisches System ist. Von außen betrachtet ist es ein physikalisches System, von innen betrachtet hat jedes System, jedes Atom, jede Biosphäre auch diesen inneren Bewusstseinsaspekt.
Dieser Bewusstseinsaspekt artikuliert sich, wird immer komplexer und bildet immer größere Einheiten, zugleich wird das System selbst immer komplexer. Bei lebenden Systemen mit einem Nervensystem, bei komplexen Systemen wie dem Gehirn ist auch das Bewusstsein komplexer. Beides, Komplexität der Systeme und Bewusstsein, entwickelt sich zusammen.

 

TS: Das heißt, die Frage von Materie und Bewusstsein ist mehr eine Frage der Perspektive, also ob ich das Ganze der Welt aus einer Innenperspektive oder einer Außenperspektive sehe. Und Sie sind der Ansicht, dass aus einer Innenperspektive heraus von Anfang an in allem auch ein Bewusstsein vorhanden ist?

EL: Genau, es sind komplementäre Perspektiven. Ungefähr so wie in der Quantenphysik die Perspektive bestimmt, ob man eine Einheit, ein Quant, als ein Partikel oder als eine Welle sieht. Nils Bohr hat festgestellt, dass beides möglich ist. Ähnlich ist es mit der Erfahrung. Für mich selbst bin ich Bewusstsein, ein Bewusstseinsfluss, und alles, was in der Welt erscheint, ist Teil dieses Bewusstseins. Von außen gesehen, von jemand anderem aus gesehen, bin ich ein biologischer Mechanismus mit einem Gehirn.

TS: Sie haben in ihren Büchern von einem Feld gesprochen, dem Sie verschiedene Namen geben: das fünfte Feld, das Psi-Feld oder auch das Akasha-Feld. Meinen Sie damit diese Innenperspektive, die in dem bekannten und wunderschönen Rilke-Gedicht meines Erachtens auch so treffend „der Weltinnenraum“ genannt wird? Das wäre dann auch ein anderes Verständnis von Bewusstsein. Normalerweise denke ich, wenn ich Bewusstsein wahrnehme, dass ich ein Bewusstsein habe und von dort aus von außen auf alles andere blicke. Aber Sie sagen, es gibt eine andere Perspektive, in der wir in einem gemeinsamen Weltinneren leben?

EL: Dieses Bewusstseinsverständnis ist ein Teil dessen, was ich als fünftes Feld beschreibe. Es ist eine Metapher. Nehmen wir einen Computer. Der Computer ist eine Hardware, aber er hat auch eine Software, eine Logistik. Die Logistik ist der Teil, der die Information beinhaltet, der Teil, der den Computer steuert. Ebenso ist es in der Natur. Die Software sind die Naturgesetze.
Warum ist es so und nicht anders? Warum ist es überhaupt erfassbar? Einstein hat gesagt, dass es ein großes Wunder sei, dass die Welt so gestaltet ist, dass man sie begreifen kann. Diese Feld-Idee betont die Bedeutung von Information. Information ist in der Natur, in jedem einzelnen Wesen. Die ganze Welt ist durchdrungen von Information. Das Eigentliche und Wirkliche in dieser Welt ist nicht die Materie. Materie ist eine Zusammensetzung von informierter Energie. Diese Welt ist eine Einheit von Energie und Information, noch besser gesagt, es sind mit Information durchsetzte Energiefelder. Diese Information ist für mich Teil einer Felderscheinung, eines holografischen Feldes, in dem alle Informationen jedes einzelnen Teils wie in einem Hologramm enthalten sind. Das fünfte Feld ist nicht nur eine materielle, physikalisch reduktionistische Perspektive auf die Welt, sondern eine informierte Welt, in der alles mit allem durch Information, also Verbundenheit und Kommunikation, verbunden ist.

TS: Dieses Feld umfasst natürlich auch uns als Menschen, und die Informiertheit, die Sie ansprechen, hat sicher auch mit der Perspektive zu tun, unter der wir als Menschen dieses Ganze, diesen Kosmos wahrnehmen. Würden Sie sagen, dass uns als Menschen in der Evolution dieses Informationsfeldes eine besondere Rolle zukommt?

EL: Bestimmt nicht in der Hinsicht, dass wir einzigartig sind. Alles auf der Welt hat ein Bewusstsein, alles ist Teil des Bewusstseins. Aber unsere Verantwortung begründet sich auf der Tatsache, dass in dieser Biosphäre, in dieser Ecke des Kosmos, wir die am weitesten evolvierten und komplexesten Wesen sind. Wir haben aufgrund unseres Gehirns das komplexeste Bewusstsein. Unsere Verantwortung beruht auf der Tatsache, dass wir fast die einzigen Wesen sind, die imstande sind, die Folgen der eigenen Handlungen vorauszusehen. Andere Wesen wie höhere Affen können einiges voraussehen, aber meistens nur kurze Perioden. Wir können die Folgen unseres Handelns längerfristig auch in komplexeren Zusammenhängen überblicken. Wir haben nicht nur ein Bewusstsein, das die äußere Welt wahrnimmt, wir nehmen auch uns selbst wahr, wir haben ein sogenanntes reflexives Bewusstsein. Aufgrund dieser Selbstwahrnehmung können wir Zusammenhänge erfassen und uns in der Welt positionieren. Das bedeutet Verantwortung. Wir haben eine sehr mächtige Rolle in dieser Biosphäre. Wir könnten diese Biosphäre völlig zerstören. Wir können sie aber auch erhalten und ihr helfen, sich weiterzuentwickeln. Das ist die Verantwortung. Wir sind in der Lage, ethisch-moralisch als ein verantwortungsvoller Teil dieses Systems zu handeln.

TS: Einerseits ist das menschliche Bewusstsein dasjenige, das die größten Zusammenhänge erfassen und eine große Komplexität halten kann, andererseits sind wir jene Spezies, die in einer gewissen Weise auch in den größten Gegensatz zu diesem Ganzen gerät. Wie erklären Sie sich diese Widersprüchlichkeit, wie kann man damit verantwortlich umgehen?

EL: Das ist eine Frage der Freiheit. Freiheit heißt, dass wir nicht daran gebunden sind, so zu handeln, wie es uns unsere Umgebung aufgibt. Einfachere Organismen haben dieses große Maß an Freiheit nicht. Teil dieser Freiheit ist auch, dass wir uns sehr unterschiedlich verstehen können. Wir können uns als ein Mechanismus oder als biologisch konditioniert definieren, wir können uns aber auch spirituell begreifen. Es gibt also völlig verschiedene Weltsichten und jeder dieser Auffassungsmöglichkeiten entsprechen andere Werte. Und diese Werte steuern, wie wir uns selbst sehen, welche Verantwortung wir annehmen – wenn überhaupt. Wir als ein komplexes System können die Welt in verschiedener Art und Weise konstruieren.
In den letzten Jahrhunderten dominierte besonders in der westlichen Welt die Auffassung, die Welt sei eine rein mechanistische, passive Einheit, die man für die Umsetzung der eigenen Interessen beliebig manipulieren kann. Das hatte zur Folge, dass die feineren Zusammenhänge, die die innere Balance ausmachen, nicht wahrgenommen wurden. Man hat so gehandelt, als wären wir das einzige Wesen, das ein Bewusstsein hat, und als ob alles andere existierte, um uns zu dienen. Wir haben uns aus diesem subtilen Zusammenhang mit den anderen Lebewesen gelöst. Wir haben uns als über dieser Welt stehend verstanden, als ob die Welt uns gehörte und wir mit ihr machen könnten, was wir wollen.

TS: Wir laufen offensichtlich auf einen sehr kritischen Punkt zu. Sie haben diesen Punkt als Chaos-Punkt bezeichnet. In der Systemtheorie wird er auch Bifurkationspunkt genannt, an dem sich wirklich entscheidet, ob sich das ganze System als solches weiterentwickeln kann oder nicht. Das System kann ja auch implodieren. Wenn wir jetzt einfach optimistisch bleiben – so wie Sie in all ihren Büchern letzten Endes auch optimistisch sind – und annehmen, dass wir durch diesen Chaos-Punkt positiv hindurchkommen: Was ist Ihrer Vermutung nach der Bewusstseinssprung, der uns hier als Spezies gelingen muss, um auf eine nächste evolutionäre Stufe kommen zu können?

EL: Der Bewusstseinssprung, den wir brauchen, ist nicht ein Zurückgehen, ein Zurückfallen auf eine frühere Bewusstseinsebene, aber durchaus ein Bewusstsein von Erkenntnissen, die wir früher schon gehabt haben. Ein Bewusstsein davon, dass wir in der Welt ganz eng verbunden sind. Dass wir alles, was wir tun, uns selbst antun. Alles kommt wieder auf uns zurück. Traditionelle Kulturen haben diese Verbundenheit instinktiv gespürt. Jetzt müssen wir wieder begreifen, dass es diese Verbindungen gibt, dass wir uns mit unserer Natur vereint fühlen können. Wenn wir das tun, tun wir uns selbst einen großen Gefallen. Wenn wir es nicht tun, zerstören wir die Natur und damit unsere eigenen Lebensmöglichkeiten. Dann verhalten wir uns wie eine Krebszelle, die nur an der eigenen Vermehrung interessiert ist und damit auch den Organismus zerstört, in den sie eingebunden ist.

TS: Sie haben gesagt, dass wir einerseits nicht zurück können, aber andererseits wieder zu einer Wahrnehmung der Einheit kommen müssen, die wir teilweise schon hatten. Wie würden Sie die Qualität beschreiben, die auf eine neue Art und Weise diese Einheit wieder erfassen kann?

EL: Ein Bewusstsein, das die Welt nicht als materielles, kausales, mechanistisches Gewebe sieht, sondern als eine von Information durchdrungene, sehr fein aufeinander abgestimmte Einheit. Wenn Sie das wahrnehmen, dann sehen Sie, dass das, was uns umgibt, auch etwas Lebendiges ist. Nennen Sie es Gaia-System oder wie auch immer. Um uns herum gibt es weitere Systeme, größere und kleinere, und wir sind eng an diese Systeme gebunden. Es ist ein hierarchisches System, aber nicht von oben gesteuert. Es ist ein gleichzeitig von unten und oben beeinflusstes System. Wie Arthur Koestler schon so schön gesagt hat: Wir sind Holons. Ein Holon ist wie ein Janus-Gesicht. Es ist eine Ganzheit, wenn man nach innen schaut, zu den eigenen Teilen, als Organ oder Zelle, und wir sind Teile von größeren Einheiten. Wir sind beides. Wir müssen uns so verhalten, als wären wir in dieses System als Holons eingebettet. Ein solches Bewusstsein ermöglicht uns dann, uns so zu verhalten, dass dieses System erhalten bleibt. Das ist Nachhaltigkeit. Die Nachhaltigkeit wird gefährdet, wenn wir nicht verstehen, dass wir Teile von größeren Systemen sind. Ein neues Bewusstsein muss erkennen, dass das ganze Universum ein System von Systemen innerhalb von Systemen ist – alles ist ein riesiges Super-System, das sich selbst entwickelt. Auch das eigene Bewusstsein. Wenn wir uns diese Weltsicht zu eigen machten, würden wir nicht so unverantwortlich handeln. Wir würden sehen, was wir anderen antun und was wir unserer Umwelt antun.

TS: Würden Sie sagen, dass hierzu auch die Erkenntnis gehört, dass sich dieses holonische Ganze in einer dynamischen Entwicklung befindet und dass die Verantwortung, die Sie angesprochen haben, auch beinhaltet, aus unserer Freiheit heraus für diese Dynamik Verantwortung zu übernehmen?

EL: Ja. Diese Systeme entwickeln sich nicht linear. In einer gegebenen Zeitspanne können die Systeme relativ stabil sein, meta-stabil, d. h., sie können sich erhalten. Ein gesunder Organismus wird sich erhitzen, wenn es kalt wird, er schwitzt, wenn es heiß wird, d. h., es gibt homöostatische Prozesse. Aber es gibt auch Perioden, in denen die Umweltbedingungen sich verändern, sodass das System nicht mehr den gleichen Zustand erhalten kann. Dann stellt sich die große Frage: Kommt es zum Zusammenbruch oder zur Veränderung? Wenn ein lebendiger Organismus an einen kritischen Punkt gelangt, kann er sich ja nicht völlig neu programmieren. Wir sind sterbliche Organismen. Aber eine Gesellschaft, ein Öko-System, ein soziales System hat die Möglichkeit, sich wieder neu zu erschaffen. Wenn wir also in eine kritische Situation geraten, in eine Situation der Irreversibilität, wie es der Chemiker und Philosoph Ilya Prigogine genannt hat, dann können wir bewusst versuchen, einen neuen stabilen Zustand zu finden, ein neues Fließgleichgewicht. Das ist die große Herausforderung. Leider wird das nur von sehr wenigen Leuten verstanden, besonders wenig von den Führungskräften. Wir wollen oft auf das zurückgreifen, was früher war. Wenn wir aber an diesen kritischen Punkt kommen, den sogenannten Bifurkationspunkt, dann müssen wir uns neu gestalten.

TS: Ist das Erwachen zu diesem neuen Bewusstsein der Verantwortung ein individueller Schritt?

EL: Es ist zunächst ein individueller Schritt, aber er ist ansteckend. Wir sind ein Teil von größeren Einheiten. Was ein Individuum tut, wird die anderen Menschen beeinflussen. Jeder muss dieses Erwachen selbst verwirklichen. Gandhi hat das schön gesagt: „Sei du selbst die Wandlung, die du sehen möchtest.“ In der Krisensituation, wenn alles instabil wird, gibt es Schmetterlingseffekte, also auch Individuen haben Macht zur Veränderung. Eine kleine Gruppe von Individuen kann die Welt verändern. Die Anthropologin Margaret Mead hat gesagt, dass besonders in Krisensituationen der Einzelne eine riesengroße Verantwortung hat. Durch seine eigene Verwandlung kann er andere Leute in seiner Umgebung und sogar überall auf der Welt beeinflussen. Wir müssen eine kritische Masse von erwachenden Menschen werden, die sich möglichst vernetzen, damit diese Bewusstseins-Wandlung schneller in die Welt kommt.

Bio:

Ervin LazloProf. Erwin Laszlo ist einer der führenden Vertreter der Systemtheorie und der allgemeinen Evolutionstheorie. Er lehrte Philosophie, Systemwissenschaften und Zukunftsforschung an den Universitäten Yale und Princeton, war wissenschaftlicher Berater des Generaldirektors der UNESCO, Mitglied des Club of Rome, Rektor der Berliner Akademie für Zukunftsfragen und wurde 2004 für den Friedensnobelpreis nominiert. Er ist Gründungsrektor der Frankfurter Akademie für evolutionäres Management, Mitbegründer des Club of Budapest, seit September 2011 Mitbegründer der Giordano Bruno Global Shift University und Autor zahlreicher Bücher.
WebSite: www.ervinlaszlo.com

 

Das Universum ist ein riesiges Gehirn | Sein Redaktion

www.sein.de/geist/weisheit/.../das-universum-ist-ein-riesiges-gehirn.html
Wissenschaftsphilosoph Ervin Laszlo ist sich sicher, dass dem so ist. ..... da fühlen sich ne Menge Leser berufen einen seitenlangen Text abzugeben, in jedem ...

Ja da sitz ich wieder mal und weiß dass alles an einer Feuerstelle begonnen hat vor tausenden von Jahren und es wird in ein paar tausend Jahren wieder an einer Feuerstelle enden.Ich habe hier in den letzten Tagen mehr Wahrheiten und Lachen gehört als in den letzten 10 Jahren Bundestagsdebatten über Familien oder Sozialpolitik. Hier treffen wir uns,hier hören und sehen wir uns und lernen uns lieben und respektieren. Das ist der erste und wichtigste Grund warum wir am Feuer sitzen den essen können wir auch daheim.Ich hoffe das Jahr hat gut begonnen und ich freu mich auf den Schnee.Alles Gute und viel Glück. Hans Söllner

 

 Propaganda und Esoterik und eine möglichst freie Kommunikation?

 Grundlage einer freien Gesellschaft ist eine möglichst freie Kommunikation.

Diejenigen, denen zu selbstständiger Entscheidung fähige Menschen ein Greuel

sind, waren deshalb stets bemüht, die Voraussetzungen freier Kommunikation

zu untergraben. Sie kontrollierten die Bildungseinrichtungen oder entielten

ganzen Bevölkerungsgruppen (die nach sozialen, sexistischen oder rassistischen

Kritierien ausgewählt wurden) Bildung völlig vor.

Die Kirchen und später die Staaten errichteten ausgeklügelte Zensurapparate.

Und als die  Öffentlichkeit mit Verboten allein nicht mehr zu kontrollieren

war, wurden die Menschen mit Propaganda überzogen.

Bis in die Neuzeit hinein handelten die Herrschenden nach der Devise:

Auf hohlen Köpfen ist gut trommeln.

Das Wissen war einer schmalen Oberschicht vorbehalten, die Zugangsmöglichkeiten

nahmen sinkendem Sozialstatus rapide ab. Spätestens im 19.Jahrhundert zeigte

sich dann aber, daß im industriellen Zeitalter Arbeitskräfte mit bestimmten

Kenntnissen benötigt wurden.

Da Ausbildung und (politische) Bildung sich nicht völlig trennen ließen, sahen

sich die Herrschenden mit dem Problem konfrontriert, daß immer breitere Kreise

der Gesellschaft in der Lage waren, ihre Interessen zu formulieren und zu ver-

folgen. Die Reaktion darauf waren Bestrebungen, das Denken der Untertanen in

bestimmte Richtungen zu lenken: Emotionen auslösende Ideologien, allen voran

der Nationalismus, sollten die Menschen von ihren eigentlichen Interessen

ablenken. Durch den Nationalsozialismus wurde dieses Modell (zumindest in der

westlichen Welt) weitgehend diskreditiert; die "totale Propaganda" wurde durch

subtilere Mittel ersetzt.

Zum Ende des Jahrhunderts zeichnet sich immer deutlicher ein anderer Trend ab:

in der Flut der Reize, Meldungen und Sensationen fällt es dem Individuum

immer schwerer, relevante Informationen von irrelevanten zu trennen.

Hinzu kommt, daß diese Form "diffuser Propaganda" nicht mehr allein vom Staat

oder staatstragenden Gruppeirungen ausgeht, selbst von gezielter Beeinflussung

kann kaum noch geredet werden; zu viele Stimmen ohne unmittelbares politisches

Interesse tragen zum großen Stimmengewirr bei.

"Gegen Vernunft, Kritik und Streitkultur".

Propapanda kommt immer eine Doppelfunktion zu: sie soll die jeweils propagierten

Inhalte den Menschen eintrichtern und zugleich bestimmte Diskursformen durchsetzen

und andere diskreditieren.

Etwas verallgemeinernd läßt sich sagen, daß der Appell an die großen (kollektiven)

Gefühle eher zu den herrschschaftlichen Kommunikationsstrategien gehört, während

der rationale, auf Argumente gestützte Diskurs eher eine subversive Wirkung

entfaltet. Früher waren die Institutionen der organisierten Religionen die

natürlichen Verbündeten der Herrschenden; Thron und Altar knechteten die Unter-

tanen gemeinschaftlich und die Kirchen waren dabei zuständig für die emotionale

Konditionierung. Heute ist zumindest in der westlichen Welt die ideologische

Alleinherrschaft der einstigen Dominanzreligion Christentum gebrochen, die

Situation im religiösen (oder ideologischen) Supermarkt ist komplexer geworden.

Doch auch die immer besser ins Geschäft kommenden Esoterik-Anbieter haben ein

Interesse daran, Rationalität zu zerstören.

Die institutionelle Verquickung von einst gibt es nicht mehr und trotzdem wirken

die gebetsmühlenartig wiederholten "Weisheiten" der Nirvana-Laller gegen emanzi-

patorische Bestrebungen. Sie geben eine willkommene "Hintergrundmusik" ab zur

neoliberalen Politik und ihren Folgen, die schließlich immer mehr Menschen

mitsummen.

Bei aller Verschiedenheit der esoterischen Lehren eint die Obskuranten ein in

vielen Fällen schon paranoider Haß auf Vernunft, Kritik und Streitkultur.

Diese ist teilweise auf die vormodernen gesellschaftlichen Vorstellungen, in

der tatsächlich existierende Interessengegensätze nicht vorkommen, zurückzu-

führen, teilweise darin begründet, daß die Gurus und ihre Anhänger selten über

gute  Argumente verfügen.

Der Angriff auf den rationalen Diskurs gehört derzeit zu den gefährlichsten

Angriffen auf die Demokratie (hier nicht verstanden als fdgo, sondern als Mög-

lichkeit zur Selbstbestimmung.) Die Vorstellungen der meisten esoterischen

Gruppierungen zielen auf eine Auflösung des politschen Raums, in dem gesell-

schaftliche Konzepte als Alternativen diskutiert und einander widersprechende

Interessen artikuliert werden.

Während das Christentum noch den Anspruch hatte, alle Menschen mit der Heils-

botschaft von Jungfrauengeburt und Wiederauferstehung zu beglücken

(und Millionen von Menschen massakrierte, wenn sie nur den Mund vor Staunen

über soviel Blödsinn nicht schnell zu bekamen), verzichten die allermeisten

der esoterischen Zirkel und Gemeinschaften darauf, die Durchsetzung ihrer Ideen

für die gesamte Gesellschaft in Angriff zu nehmen. Sie begnügen sich damit,

möglichst viel der spirituell Suchenden zu erreichen, bestreiten zugleich

jedoch die Notwendigkeit, konkurrierende Ideen anhand intersubjektiv nach-

vollziehbarer und allgemein akzeptierter Kriterien zu vergleichen und zu

bewerten.

Wer nun die Gruppen, ihre Ideologien und ihr Verständnis von Kommunikation

kritisiert, sieht sich genau damit konfrontriert: auf Argumente wird selten

entgegnet, dafür wird die Debatte sofort emotionalisiert und dadurch polari-

siert. Hinzu kommt der Versuch, ein Klima der Angst zu erzeugen; der Gegner

wird mit juristischen Klagen überzogen, neutrale Medien werden mit Gegen-

darstellungen bombardiert, Autoren erhalten Schmäh- und Drohbriefe.

Zugute kommt den Okkult-Gruppierungen dabei ein allgemeiner Trend: Zensur

verlagert sich zunehmend weg von direkten staatlichen Eingriff auf die

zivelrechtliche Ebene und die Gerichte spielen mit.

Für die Betroffenen bedeutet dies eine größere finanzielle Belastung, da

Zivilprozesse deutlich höhere Anwalts- und Gerichtskosten produzieren als

Strafverfahren. Und da jede noch so absurde Kleinigkeit Gegenstand der

Auseinandersetzung sein kann, wird es auch schwieriger Öffentlichkeit

herzustellen (wer interessiert sich schon für Privatfehden, denen auf den

ersten Blick keine politische Bedeutung zukommt?)  Gunnar Schedel

(Ein von mir gekürzter Beitrag aus dem SCHWARZEN FADEN Nr.69)

 

 

 Es ist etwa so: es gibt Luftlinien an jeder Seite deines Kopfes, deines Blickes, - Zonen, die deine Augen, deinen Geruchssinn, deinen Geschmack anhalten, - das heißt, daß du von außen begrenzt wirst, und über diese Grenze kannst du nicht hinausgelangen, wenn du glaubst, du hättest etwas vollständig wahr genommen, so hat dieses Etwas doch nur, wie der Eisberg, ein Stückchen draußen und zeigt es dir, während der ungeheure Rest jenseits deiner Grenze liegt..." aus: Rayuela Himmel und Hölle von Julio Cortazar

 

Der Cybertribe


Der Cybertribe ist eine ferne Utopie & gelebte Praxis zugleich.

Er ist ein Fantasiegebilde & dennoch ist er konkrete Realität.

Spürbar als pulsierender Rhythmus, erlebbar als verändernde Kraft,

die unzählige kleine, oftmals losen Gemeinschaften,

Gruppen & Projekte verbindet.


Der Cybertribe kennt als moderner Stamm keine Grenzen.

Seine Heimat ist der gesamte Erdball. Er ist überall & nirgendwo zu Hause.

Wer die Augen öffnet wird die Zeichen erkennen,

wird die Sprache verstehen.


Der Cybertribe verbindet das Wissen alter Kulturen

mit dem Verständnis der Entwicklungen der Gegenwart.

Er verknüpft die Erfahrungen & Erkenntnisse von Hexen & Schamanen,

von Widerstandskämpfern & Revolutionären, von Hippies

& Kommunardinnen, von Hackern & Cybernautinnen,

um sie in der Gegenwart zu nutzen & für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Persönliche & gesellschaftliche Veränderung, innere & äußere Entwicklung

werden dabei zu einer neuen Einheit.


Der Cybertribe entsteht überall dort, wo der Manipulation

ein neues Bewußtsein & der Eingeschränktheit

neue Dimensionen gegenübergestellt werden.

Überall dort wo dem Prinzip der Konkurrenz, das Prinzip der Solidarität,

dem Prozeß der Zerstörung ein Prozeß der Heilung & der Politik der

Unterdrückung eine Politik des Widerstandes entgegengesetzt wird.

Manchmal entsteht er völlig unerwartet,

An einigen Orten wächst er kontinierlich Schritt für Schritt

& an anderen besteht er schon seit einer kleinen Ewigkeit.


Der Cybertribe kennt keine Zugehörigkeit im herkömmlichen Sinne.

Es ist nicht möglich & auch gar nicht notwendig ihm

in irgendeiner Weise formal beizutreten.

Es bedarf nicht einmal der Kenntnis des Begriffs oder der damit

verbundenen Idee, um dem Cybertribe anzugehören.

Die Zugehörigkeit ergibt sich von alleine, manifestiert in den

Energien & Handlungen der entsprechenden Person.


Der Cybertribe in all seinen Ausprägungen ist ein Aufbäumen

& ein Aufschrei gegen die allgegenwärtige Zerstörung.

Er ist ein Versuch, ein Ansatz diesen Prozeß aufzuhalten & zu überwinden,

um auf den Trümmern des alten Systems eine neue Kultur aufzubauen.


Die Sterne sind erreichbar, aber nur wenn wir es wirklich wollen.

Wolfgang Sterneck

Cybertribes
www.alice-project.de

 

 



 

Spirituelles

 Gottkosigkeit-Atheismus? oder Heiligkeit-Religion? - Beides ist gleichermaßen gefährlich.
Am besten, wir geben keinem dieser beiden gefährlichen  Extreme eine Chance uns zu
schaden!
Vergessen wir nie, dass wir uns eigentlich im innersten Wesen von allen fanatischen
und kategorischen Gedanken, nach Wahrheit zu streben und Lügen zu entlarven,
fernhalten müssen.
Wir müssen nichts dergleichen!
Wir müssen die Pest meiden und uns am Leben freuen.
Wenn man sich erstmal auf die Sache einlässt, ist es sehr schwer, ihr wieder zu ent-
kommen. In dem Augenblick, in dem wir anfangen, die Religion zu attackieren, oder
zu verteidigen, drängen sicch all unsere gemeinsten, unsere boshaftesten, die stolzesten,
eitelsten und hochmütigsten Impulse, die wir haben, alle Grausamkeiten, Morbiditäten,
Phobien und Manien, die uns in unseren dunkelsten Momenten heimsuchen, scharen-
weise in unsere Gedanken und lassen unsere Nervenbahnen vibrieren.
Es gibt nur eins, wie sehr uns auch angesehene Atheisten und spitzfindige Jesuiten
wegen unserer lasterhaftigen Gleichgültigkeit verfluchen - und das ist loszulassen!
Glücklich ist der Mensch, der den Unterschied zwischen Orthodoxie und Häresie
gar nicht kennt.
John Cowper Powys

 

 So lernten wir wirklich das unsere Kinder nicht unsere Kinder sind. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. (...) Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern. KHALIL GIBRAN

 

 "Es wird immer klarer, dass nicht Umweltprobleme, Hungertod und Armut oder die allgemeine Ungerechtigkeit das eigentliche Anliegen sind, sondern die Tatsache, dass die Menschen selber mehr und mehr zum Terror dieser Welt werden. Es sind Menschen, die einander zerstören. Sie spalten sich durch zerstörerische trennende Vorgänge in Klassen und Nationalitäten. [...] Wir sind zu einer gegenseitigen Gefahr geworden; denn uns trennen die organisierten Religionen, die Glaubensbekenntnisse und Dogmen mit ihren Ritualen, dieser ganze Unsinn. Kriege, Kriegsvorbereitungen und Atombomben Sie alle kennen den Schrecken dieser Welt. [...] Warum sind wir nach Jahrmillionen der Evolution, in denen wir enormes Wissen und Erfahrung gesammelt haben, immer noch dieselben? Warum leiden wir immer noch, hassen einander immer noch, leben in persönlichen Illusionen? Warum sind wir stammesgebunden, setzen uns für Nationalitäten ein? Wo liegt die Ursache hierfür?" (jiddu krishnamurti)

 

Wisse um das Männliche,

Sei das Weibliche!

Fließe wie der Strom des Universums!

Als Strom des Universums

Allzeit tugendhaft und standhaft,

Sei wieder wie ein Kind.

 

Wisse um das Helle,

Sei das Dunkle!

Handle wie ein Vorbild für die Welt!

Allzeit tugendhaft und unerschütterlich,

Kehre noch einmal zurück ins Leere.

 

Wisse um Ruhm,

Sei das Bescheidene!

Sei das Tal der Erde!

Als Tal der Erde,

Allzeit tugendhaft und zufrieden,

Kehre noch einmal zum unbehauenen Block zurück.

 

Wenn ein Block aufgebrochen wird,

Wird ein Gefäß daraus gemacht.

Die Weisen nutzen es, um zu regieren.

Ein guter Schneider schneidet wenig.

Lao Tse (Tao te King)

 

 Ich zähle mich nicht zu den Esoterikern, das gleich vorneweg. - Religion ist auch nicht mein Ding. - Außer eben die Essenz jeder Religion, oder besser ausgedrückt, daß was die Essenz jeder Religion sein sollte. - Mitmenschlichkeit, Empathie, Nächstenliebe. - Quantenphysiker die, die kleinsten Teilchen bis es einfach nicht mehr geht beobachtet haben, sind zu der Erkenntnis gelangt, daß es keine Materie mehr gibt. Nur noch Geist. Kreativer schöpferischer Geist, sich nicht  seiner selbst bewußt, ist nach diesen Erkenntnissen der Urquell aller Materie.  - Der Mensch jedoch solle sich nicht als das höchste Maß der sogenannten Evolution betrachten. Die Welt auf der wir Leben, gleicht einem Kartenhaus, ziehen wir einige Karten heraus, bricht es in sich Zusammen. Die Erde, oder die Natur macht dann auch ohne uns Menschen weiter, so gut es eben dann nach der Zerstörung noch möglich ist. Der Mensch ist also nicht das Maß aller Dinge. Nein. - Der Mensch ist sich nur seiner Selbst bewußt und deswegen hätte der Mensch nicht nur die Verantwortung für diesen Planeten und seine Nachkommen, sondern der Mensch müßte sich und sein Umwelt erhalten und schützen. Tut er das nicht, wird "mensch" verschwinden. Das prophezeihe ich. G.F.


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Achte gut auf diesen Tag.

Denn er ist das Leben -

Das Leben allen Lebens.

In seinem kurzen Ablauf

Liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,

Die Wonne des Wachsens,

Die Größe der Tat,

Die Herrlichkeit der Kraft -


Denn das Gestern ist nichts als ein Traum

Und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch - recht gelebt -

Macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück

Und jedes Morgen zu einer Vison voller Hoffnung.


Drum achte gut auf diesen Tag!

 (Sinnspruch aus dem Sanskrit)

 

 "Meine jungen Männer werden niemals arbeiten, Menschen die arbeiten - können nicht träumen und Weisheit kommt aus Träumen. (Smohalla)

 

 

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Wir reden unentwegt mit uns selbst über unsere Welt. Tatsächlich halten wir unsere Welt durch unsere innere Rede in Gang. Und wenn wir aufhören, mit uns selbst über uns und unsere Welt zu reden, ist die Welt noch immer, wie sein sollte. Wir
erneuern sie, wir entflammen sie mit Leben, wir halten sie mit unserer inneren Rede in Gang. Nicht nur das, wir wählen unsere Wege, indem wir mit uns selbst reden. So wiederholen wir die gleichen Entscheidungen immer wieder bis zu dem Tag, da wir sterben, weil wir immer wieder die gleiche innere Rede führen, bis zum Tag unseres Todes. Ein Krieger ist sich dessen bewusst und strebt danach, seine innere Rede abzustellen.
 
Das Ziel auf dem Weg der Krieger ist, die Selbstgefälligkeit vom Thron zu stürzen. Alles, was Krieger tun, ist aufs Erreichen eben dieses Zieles gerichtet.
Nature & Art (5)
 

  „Das Land verkaufen? Warum nicht auch die Luft und

das Meer?

Hat nicht der Große Geist all das zum Wohl seiner

Kinder erschaffen?‘‘

Tecumseh, in: Weisheit der Indianer, a.a.O., S. 30.

 
Ein Krieger ist ein Jäger. Er kalkuliert alles. Das ist seine Kontrolle. Sobald er seine Kalkulation abgeschlossen hat, handelt er. Er lässt los. Das ist seine Hingabe. Ein Krieger ist kein Blatt im Wind. Niemand kann ihn herumstoßen; niema

nd kann ihn zwingen, etwas gegen seinen Willen oder gegen seine bessere Einsicht zu tun. Ein Krieger ist auf Überleben eingestellt, und er überlebt auf die bestmögliche Art. (Die Lehren des Don Juan)
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 Es gibt keine Leere im Leben eines Kriegers. Alles ist voll bis zum Rand. Alles ist randvoll, und alles ist sich gleich. (Carlos Castandeda)

 

 

 

 Steht nicht an meinem Grab und weint. - Ich bin nicht da, ich schlafe nicht. - Ich bin in tausend wehenden Winden. - Ich bin der glitzernde Diamant auf dem Schnee. - Ich bin die Sonne auf dem reifen Korn. - Ich bin der weiche Septemberregen. - Wenn du erwachst in der Stille des Morgens, - Bin ich im huschenden Flug eines Vogelschwarms. - Ich bin das zärtliche Licht der Sterne, - die leuchten des Nachts. - Steht nicht an meinem Grab und weint; - Ich bin nicht da, - ich bin nicht gestorben. (Unbekannter Autor des Makah-Stammes

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 „Unser Land ist wertvoller als euer Geld. Es wird immer da sein. Nicht einmal Feuer
kann es zerstören. Solange die Sonne scheint und Wasser fließt, wird dieses Land
bestehen und Menschen und Tieren Leben spenden. Wir können das Leben von
Menschen und Tieren nicht verkaufen, daher können wir auch das Land nicht
verkaufen. Der Große Geist hat es für uns erschaffen, und wir dürfen es nicht verkaufen,
denn es gehört uns nicht. Ihr könnt euer Geld zählen und es verbrennen, und ihr braucht
dazu nicht länger als ein Büffel, der mit dem Kopf nickt, aber nur der Große Geist kann
die Sandkörner und Grashalme dieser Ebenen zählen. Als Geschenk werden wir euch
alles geben, was wir haben - alles, was ihr forttragen könnt; aber unser Land - niemals.“
Ein Häuptling der Blackfoot, in: Weisheit der Indianer, a.a.O., S. 31.

 

Heile Dich und Dein Selbst und hilf die Familie zu heilen; die Familie hilft die Gemeinde zu heilen; die Gemeinde hilft das Land zu heilen; das Land hilft die Erde zu heilen.

Indianisches Sprichwort

  „Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig (...), denn die Erde ist des roten Mannes
Mutter. (...) Wir wissen, daß der weiße Mann unsere Art nicht versteht. Er behandelt
seine Mutter, die Erde, und seinen Bruder, den Himmel, wie Dinge zum Kaufen und
Plündern, zum Verkaufen wie Schafe oder glänzende Perlen. Sein Hunger wird die Erde
verschlingen und nichts zurücklassen als eine Wüste. (...) Die Erde ist unsere Mutter.
Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde. (...) Denn das wissen wir: die
Erde gehört nicht den Menschen. Der Mensch gehört zur Erde. Alles ist miteinander
verbunden. (...) Die Erde verletzen, heißt, ihren Schöpfer verachten.“
Aus: Rede des Häuptlings Seattle

 

 

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 "DER ERDE EINE STIMME GEBEN!

Der Gedanke einer egalitären Gesellschaft ist ein indianischer Gedanke. Unsere egalitären Stammesgesellschaften, insbesondere der Völkerbund der Houdenoshaunee, der sechs Nationen der Irokesen, beeinflußte europäisches Denken. Nicht-hierarische Gesellschaften existieren auf diesem Kontinent seit ungezählten Generationen.

Das moderne Europa entwickelte sich unter dem Einfluß unserer Ideen. Impulse aus dem indianischen Amerika halfen mit, das göttliche Recht der Könige & des Adels in Frage zu stellen. Die Aufzeichnungen der Jesuiten gaben der Intelligenzia in Frankreich neue Nahrung, und unser Demokratiebegriff beeinflußte die Französische Revolution. Ob Jean-Jacques Rosseau oder ein Jahrhundert später Friedrich Engels, sie erhielten geistige Anstöße von uns.

Im Großen Gesetz des Friedens, der Verfassung der Houdenoshaunee, ist die Freiheit der individuellen Meinungsäußerung eine der tragenden Prinzipien.

 
Ihr solltet euch besser zusammennehmen, ihr seid auf dem falschen Weg. Und wenn ihr nicht dazu bereit seid, müssen wir euch zur Einsicht bringen.
 

 

Die heutige Pressefreiheit in Nordamerika & Europa ist eine Fortsetzung der Redefreiheit, die es vor eurer Entdeckung Amerikas nicht gab. Ebensowenig gab es bei euch Religionsfreiheit.

Diese Gedanken der Freiheit kommen nicht nur aus dem Langhaus der Houdenoshaunee, sie waren Bestandteil aller indianischen Stammesgesellschaften, sie waren an vielen Plätzen der Welt zu finden, nur nicht im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts.

Es war der europäisch-indianische Kontakt, der eure Gesellschaften unterwanderte.

Ein Krieger muss lernen, an der richtigen Wegbiegung erreichbar oder unerreichbar zu sein. Für einen Krieger ist es nutzlos, ungewollt jederzeit erreichbar zu sein, wie es für ihn nutzlos ist, sich zu verstecken, wenn jedermann weiß, dass er sich versteckt.

 

Wenn indianisches Gedankengut Europa beeinfluße, warum geht dann soviel Zerstörung vom modernen Europa aus? Mit Recht kann man sich die Frage stellen. Ich behaupte, daß unsere Ideen nicht vollständig verarbeitet sind. Die moderne westliche Welt ist noch nicht erwachsen; sie hat sich schon früh verirrt & die Übersicht verloren. Vielleicht fehlt euch die Fähigkeit, die Ganzheit unserer Ideen zu begreifen.

Doch mir geht es hier weniger um unsere Einflüsse auf eure Zivilisation, sondern mehr darum, was ihr übersehen habt, was ihr nicht erkannt habt, was ihr verloren habt.

Euch fehlt ein Verhältnis zur natürlichen Welt, die ihr Umwelt nennt. Bei euch signalisiert der Begriff "Natur" eine Ideologie. Kaum fällt unter Weißen das Wort "Natur", schon kommt der Vorwurf des Idealismus, der Romantik.

Natur wird nicht als Bestandteil der realen Welt gesehen. Als Realität versteht man im Westen die Geschäftswelt, in der man sich behaupten muß. Natur gehört nicht zur Realität des modernen Menschen. Wer sich mit der Natur identifiziert, wird im Westen als unrealistisch betrachtet.

Ihr vergeßt, daß auch ihr Natur seid!

Ein Krieger ist ein Jäger. Er kalkuliert alles. Das ist seine Kontrolle. Sobald er seine Kalkulation abgeschlossen hat, handelt er. Er lässt los. Das ist seine Hingabe. Ein Krieger ist kein Blatt im Wind. Niemand kann ihn herumstoßen; niema
nd kann ihn zwingen, etwas gegen seinen Willen oder gegen seine bessere Einsicht zu tun. Ein Krieger ist auf Überleben eingestellt, und er überlebt auf die bestmögliche Art. (Die Lehren des Don Juan)
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Ihr seid durchaus zu nicht-menschlichen Bindungen fähig - nur zu den falschen Dingen: Viele von euch haben ein enges durchaus nicht intellektuelles Verhältnis zum Besitz oder zum Staat. Sie gehen für den Staat auf die Straße, sie lassen ihre Kinder für den Staat in Uniformen stecken, sie ziehen für den Staat in den Krieg, sie sind sogar bereit, für den Staat zu sterben.

Doch wo ist dieses Engagement, wenn es um das Leben geht? Um die schlichte Qualität des Lebens: - Um reines Wasser, saubere Luft, gesunde Wälder - um die Natur. Und diese Natur ist weder erfunden , fremd, abstrakt noch romantisch oder anachronistisch. Wenn es um die Erde als Basis allen Lebens geht, dann ist die Bindung verschwunden, die ihr zeigt, wenn es um Besitz & Staat geht. Das Vaterland ist euch wichtiger als die Erde.

Wichtig ist, daß Sie sich jeweils fragen, ob die betreffende Person einen guten Einfluß auf Sie hat, Sie fördert, unterstützt etc,. oder einen negativen Einfluss ausübt, Sie kritisiert, bekämpft, auslaugt u.a. Nach indianischer Anschauung ist es notwendig, sich von all denen zu trennen, die uns nicht förderlich sind.

 

Dabei ist eure Demokratie in unseren Augen gar keine. Auf was stützt sie sich? Die indianische Demokratie beruht auf Einstimmigkeit. Erst wenn in der Ratsversammlung der Houdenoshaunee Consensus herrscht, werden Beschlüsse verabschiedet.

Bei eurer Demokratie bleibt immer eine Minderheit übrig, auf deren Kosten eine Mehrheit ihre Politik macht. Es war ein Merkmal unserer Stammesgesellschaften, sich zu teilen, wenn keine Einstimmigkeit erreicht werden konnte.

Die anders denkende Gruppe suchte sich dann mit ihren Anhängern neuen Lebensraum. Nie aber wurde einer kleinen Gruppe die Ideologie einer großen Gruppe aufgezwungen. Obwohl bei uns jeder einzelne seine Fähigkeiten in den Dienst des ganzen Stammes stellte, war die Freiheit des Individuums dennoch oberstes Gebot.

Selbstverleugnung ist eine Art, sich gehen zu lassen, und zwar die weitaus schlimmste, sie macht uns glauben, wir täten große Dinge, während wir in Wirklichkeit nur auf uns selbst fixiert sind.
 

 

Kein Häuptling konnte einen Krieger zwingen, mit ihm in den Krieg zu ziehen. Euer Demokratiebegriff wurde uns aufgezwungen; seitdem sind die indianischen Nationen gespalten. Das Langhaus der Houdenoshaunee & den großen Rat der sechs Nationen konntet ihr jedoch nicht zerstören.

Unsere Demokratie ist älter als alle westlichen sogenannten Demokratien.

Die westliche Gesellschaft ist blind für die Realität. Wir werden von "Wahnsinnigen" regiert, die nicht sehen, auf welchem Weg sie sich befinden.

Ein Staat,der seine Prioritäten im Militärbereich setzt, ist unmenschlich. Ein Staat der gegen die Interessen der Erde plant, ist unverantwortlich. Die Regierenden der Industrienationen kümmern sich zuerst um die Stabilisierung der Macht, danach um die Lebensqualität ihrer Bürger.www.geroldflock.de

Ein Krieger weiß, dass er wartet und worauf er wartet; und während er wartet, begehrt er nichts, und darum ist das wenige, daß er bekommt, mehr als er annehmen kann. Wenn er essen muss, findet er einen Weg, weil er nicht hungrig ist; wenn e
twas seinen Körper verletzt, findet er ein Mittel, es abzustellen, weil er keine Schmerzen hat. Hungrig zu sein oder Schmerzen zu haben bedeutet, dass der Mensch kein Krieger ist; und die Kräfte seines Hungers und seiner Schmerzen werden ihn zerstören.
 

 

Die Quelle aller wirtschaftlichen Entwicklung ist die Natur: Was immer Menschenhände geschaffen haben, und wenn es ein Geldstück ist, es kommt aus der Natur. Das Geld ist euch Realität, nicht aber jene Vorstufe, die es euch ermöglicht, Geld herzustellen. Nichts auf dieser Welt kommt von außerhalb. Und trotzdem benehmt ihr euch, als seien alle Rohmaterialien Geschenke unbekannter Herkunft.

Der Westen ist irrational. Er folgt einer lebensfeindlichen und irrationalen Ideologie. Innerhalb dieser Ideologie finden sich kaum Lösungen.

Politische & wirtschaftliche Entscheidungen geschehen in einem Umfeld der Angst. Über Fernsehen werden die Wähler von den Kandidaten gewarnt: Wenn ihr mich nicht wählt, wird es mit der Wirtschaft bergab gehen; wenn ihr die anderen wählt, werden wir einen Atomkrieg erleben. Angst verhindert klare Entscheidunngen. Eure Angst verhilft jenen Politikern an die Macht, die widerum Angst erzeugen & zu deren Politik das Geschäft mit der Einschüchterung gehört.

JOHN MOHAWK SOTSISOWAH

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Wir alle müssen uns selbst als einen Teil der Erde sehen; nicht als einen Feind von ausserhalb, der versucht, ihr seine Willen aufzunötigen. Wir, die wir die Bedeutung der heiligen Pfeife kennen, wissen auch, daß wir - als Teil der Erde - keinen Teil von ihr verletzen können, ohne uns selbst zu verletzen. John Fire Lame Deer/Lakota
Die Schamanen haben die Selbstgefälligkeit demaskiert und herausgefunden, dass sie nur Selbstmitleid ist, getarnt als etwas anderes.
 
 

 „Wenn wir der Erde etwas wegnehmen, müssen wir ihr auch etwas zurückgeben. Wir

und die Erde sollten gleichberechtigte Partner sein. Was wir der Erde zurückgeben,

kann etwas so Einfaches - und zugleich so Schwieriges - wie Respekt sein.

Die Suche nach Öl, Kohle und Uran hat der Erde bereits großen Schaden zugefügt, aber

noch kann dieser Schaden wiedergutgemacht werden - wenn wir es wollen. Beim

Abbau von Bodenschätzen werden Pflanzen vernichtet. Es wäre recht und billig, der

Erde Samen und Schößlinge anzubieten und dadurch wieder zu ersetzen, was wir

zerstört haben. Eines müssen wir lernen: Wir können nicht immer nur nehmen, ohne

selber etwas zu geben. Und wir müssen unserer Mutter, der Erde, immer so viel geben,

wie wir ihr weggenommen haben.“

Jimmie C. Begay, in: Weisheit der Indianer, a.a.O., S. 9.


 

 
 

 Eine der Techniken der Tolteken-Schamanen ist die des "Nicht-Tuns" und die erste Technik die, die Schüler der Schamanen erlernen, um den Inneren Dialog, das ewige Selbstgespräch, das Denken abzstellen, ist die Technik des Gaffens. - Andere
Techniken sind die des Nicht-Tun des Schlafens, im Träumen auf die Hände zu sehen, das Horchen auf die Geräusche der Welt, das richtige Gehen, die Kunst des Pirschens, die Gangart der Kraft, das Suchen nach dem Kraftort, das Fühlen der Lin

ien der Welt, die Bemeisterung der Absicht usw. - Ich selbst bin ein Steine-Gaffer. Die Übung des Blätter-Gaffens ist nämlich nur ein Einstieg in diese Technik. Trockene Blätter sind ungefährlich für den Anfänger und daher besonders geeeignet für den Start. Wird das Gaffen aber einmal beherrscht, kann der Praktiker quasi alles Angaffen. So gaffte ich über mehrere Jahre kleine Kieselsteine. Bei ihnen blieb der Erfolg, den ich beim Blätter-Gaffen relativ schnell gehabt hatte , leider lange Zeit aus, denn ich fand diese Steine in meinen Träumen einfach nicht wieder. Dies änderte sich rapide, als ich eines Tages einen besonderen Kiesel fand. Ich gaffte diesen Stein besonders intensiv, denn sein feines Linienmuster faszinierte mich vom ersten Augenblick an, und schon kurze Zeit später tauchte dieser Stein auch in meinen Träumen auf. (Die Lehren des Don Juan)

Nature & Art (6)
Wir sind Menschen und es ist unser >Los, zu lernen und in unvorstellbare Welten geschleudert zu werde. Ein Krieger, der Energie sieht, weiß, dass die neuen Welten vor unseren Augen endlos sind.
 
Solange der Mensch glaubt, er sei das Wichtigste auf der Welt, kann er die Welt, die ihn umgibt, nicht wirklich würdigen. Er ist wie ein Pferd mit Scheuklappen; er sieht nur noch sich selbst, getrennt von allen anderen.

 Der gewöhnliche Mensch kümmert sich zu sehr darum, ob er die anderen Leute mag oder selbst von ihnen gemocht wird. Ein Krieger mag einfach, das ist alles. Er mag, was oder wen er will, weil´s ihm Spass  macht. (Carlos Castandeda)

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 Leidenschaft…

Oriah Mountain Dreamer, indianischer Stammesältester


Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich möchte wissen, wonach du innerlich schreist und ob du zu träumen wagst, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.


Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr auszusehen,

um deiner Liebe willen, um deiner Träume willen

und für das Abenteuer des Lebendigseins.


Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.

Ein Krieger übernimmt die Verantwortung für seine Taten, auch für seine banalsten Taten. Ein gewöhnlicher Mensch tut, was ihm passt und übernimmt nie die Verantwortung für das was er tut.
 

Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leids

berührt hast,

ob du geöffnet worden bist von all dem Verrat,

oder ob du zusammengezogen und verschlossen bist aus Angst vor

weiterer Qual.

Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz dasitzen kannst,

ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu

beseitigen.

Ich will wissen, ob du mit Freude dasitzen kannst, ob du mit Wildheit tanzen und dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst,

von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen,

ohne dich zur Vorsicht zu gemahnen, zur Vernunft

und ohne die Grenzen des Menschseins zu bedenken.


Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du erzählst, wahr

ist.

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Ich will wissen, ob du jemand enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu sein.

Ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du vertrauensvoll sein kannst und von daher

vertrauenswürdig.

Ich will wissen, ob du mit dem Scheitern leben kannst

und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst

und zu dem Silber des Mondes rufst: "Ja!"


Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo du lebst und wie viel Geld du hast.

Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers stehen wirst

und nicht zurückschreckst.


Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du gelernt hast.

Ich will wissen, was dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

Sobald der Mensch sich sorgt, klammert er sich aus Verzweiflung an alles; und sobald er sich anklammert, erschöpft er unweigerlich sich selbst oder denjenigen, dasjenige woran er sich anklammert. Ein Jäger-Krieger hingegen weiß, dass ihm das Wild immer wieder in die Falle gehen wird, darum sorgt er sich nicht. Sich sorgen heißt, sich verfügbar, ungewollt verfügbar machen.
 

Die Regenbogenkrieger
Es gab da eine Alte vom Stamme der Cree, die wurde "Feuerauge" genannt. Sie prophezeite eines Tages, dass die Gier des weißen Mannes (Yo-ne-gis') die Welt zerstören würde. Eine Zeit würde kommen, wenn die Fische in den Strömen sterben, die Vögel vom Himmel fallen, die Gewässer schwarz, die Bäume nicht mehr sein würden. Da würde die Menschheit ihrem Ende entgegensehen.

    Das würde die Zeit sein, in denen die Hüter der Legenden und Mythen, der uralten Riten und Weisheiten uns wieder gesunden lassen müssen. Sie werden die "Kämpfer des Regenbogens" genannt. und die Schlüssel zum Überleben sein. Und am Tag des Erwachens werden alle Menschen aller Völkerstämme eine Welt von Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Erkenntnis des großen Geistes herstellen.

    Diese Botschaft werden die Kämpfer des Regenbogens verkünden und allen Völkern der Erde lehren. Sie werden sie lehren, den "Weg des Großen Geist" zu leben. Sie werden allen sagen, dass die Welt heute sich vom Großen Geist abgewandt hat und dass die Erde deshalb krank ist.

 

 

 


    Die Kämpfer des Regenbogens werden allen Völkern zeigen, dass dieses "uralte Wesen" (der Große Geist) voller Liebe und Verständnis ist und ihnen zeigt, wie sie die Erde wieder schön machen können. Die Kämpfer werden den Menschen Prinzipien und Regeln geben für den "richtigen" Weg. Diese Prinzipien werden die der alten Stämme sein. Die Kämpfer des Regenbogens werden den Menschen die uralten Sitten der Gemeinsamkeit, Liebe und Verständnis beibringen. Sie werden Harmonie zwischen die Menschen aller Gebiete der Erde bringen.

    Wie die alten Stämme werden sie die Völker lehren, zu beten mit einer Liebe, die wie ein Quellfluss den ganzen Weg entlang bis zum Ozean des Lebens fließt. Die Menschen könnten wieder Freude empfinden. Sie werden frei sein von Eifersucht und die Menschheit als ihre Brüder lieben, ungeachtet von Hautfarbe, Rasse oder Religion. Sie werden eins werden mit der gesamten Menschheit. Ihre Herzen werden rein sein Wärme, Verständnis und Respekt für die gesamte Menschheit, die Natur, und den Großen Geist ausstrahlen. Sie werden ihr Herz, Hirn, Seele und Taten mit den reinsten Gedanken anfüllen. Sie werden die Schönheit des Meisters des Lebens suchen - den Großen Geist.

 
Die Prophezeihung vom überlebenden Viertel
Ich sehe große Veränderungen kommen, sehe, daß sie notwendig sind. Der Planet beherbergt viele Menschen, die keinerlei Verantwortung für den Planeten übernehmen. Und das muß sich ändern. Wenn es er
forderlich sein sollte, daß während der großen Veränderungen viele Menschen sterben, und die Überlebenden bewußte Leute sind, die für die Erde verantwortlich sind und in Harmonie, Liebe und Respekt darauf leben, dann soll das wohl geschehen...Bis zu einem Viertel der Menschen werden überleben.
 

 

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    Ihre Kinder werden wieder frei herum laufen können und sich an dem Schätzen der Natur und von Mutter Erde erfreuen können. Frei von der Angst vor Giften, verursacht von den Yo-ne-gi und ihren gierigen Praktiken. Die Flüsse werden wieder klar sein, die Wälder reich und schön, die Tiere und Vögel werden wieder da sein. Die Kräfte der Pflanzen und Tiere werden wieder respektiert und die Erhaltung dieser Schönheit wird selbstverständlich sein.

    Die Brüder und Schwestern der Erde sorgen für die Armen, Kranken und Hilflosen. Auch dies wird selbstverständlich sein.

    Die Anführer der Menschen werden nach alter Art gewählt. Nicht wer in der richtigen Partei ist, oder wer am lautesten spricht, die meisten Leute kennt oder mit dem meisten Schmutz wirft wird ausschlaggebend sein, sondern wessen Taten die deutlichste Sprache sprechen. Diejenigen, die ihre Liebe, Weisheit und ihren Mut bewiesen haben und gezeigt haben, dass sie für das Allgemeinwohl arbeiten, die werden die Chiefs sein. Sie werden nach ihrer Qualität ausgesucht, nicht nach dem Geld das sie erwirtschaften. Wie die "alten Chiefs" werden sie die Menschen mit Liebe zu verstehen wissen und darauf achten, dass die Jungen mit Liebe und Weisheit über ihre Umwelt unterrichtet werden. Sie werden ihnen zeigen, dass Wunder geschehen können, um diese Erde von ihren Krankheiten zu heilen und Gesundheit und Schönheit wieder herzustellen.

"Als erstes legte der Schamane ein trockenes Blatt auf den Boden und ließ es mich stundenlang anschauen. Jeden Tag brachte er so ein Blatt und legte es vor mich hin. Zuerst dachte ich, es sei immer dasselbe Blatt, aber dann bemerkte ich, daß es verschiedene Blätter waren. Wenn wir dies erkennen, sagte der Nagual, dann schauen wir nicht mehr, sondern wir beherrschen die Kunst des Gaffens."
Die Lehren des Don Juan
 


    Die Kämpfer des Regenbogens werden es nicht leicht haben. Beängstigende Berge des Unglaubens müssen erklommen werden und sie werden auf Vorurteile und Hass treffen. Sie müssen hingebungsvoll, unerschütterlich und stark in ihrem Herzen sein. Sie werden aber auch willige Herzen finden die ihnen auf der Straße folgen werden, Mutter Erde zu ihrer Schönheit zurückzubringen.

    Der Tag wird kommen. Lang kann es nicht mehr dauern. An diesem Tag werden wir sehen, dass wir unsere gesamte Existenz denen verdanken, die das alte Wissen und Erbe der Kulturen erhalten haben. Denjenigen, die Rituale, Geschichten, Legenden und Mythen lebendig gehalten haben. Mit diesem Wissen werden wir wieder in Harmonie mit der Natur, Mutter Erde und der Menschheit kommen. Mit diesem Wissen werden wir den Schlüssel zum Überleben finden.


Quellennachweis: Njhau der Regenbogenkrieger

 

 "Unser Land ist mehr wert als dein Geld. Es wird ewig bleiben. Es wird nicht in Flammen vergehen. Solange die Sonne scheint und das Wasser fließt, wird dieses Land hier sein und wird Menschen und Tieren Leben spenden. Wir können nicht das Leben von Menschen und Tieren verkaufen. Darum können wir nicht dieses Land verkaufen. Der Große Geist schuf es für uns, wir können es nicht verkaufen, weil es uns nicht gehört." Buffalo Child Long Lance

Meine Kinder, meine Kinder,
Seht! Die Erde bewegt sich gleich,
Seht! Die Erde bewegt sich gleich,
Mein Vater sagt es mir,
Mein Vater sagt es mir,
-Arapaho-Gesang der Geistertanzbewegung
Eine der Techniken der Tolteken-Schamanen ist die des "Nicht-Tuns" und die erste Technik die, die Schüler der Schamanen erlernen, um den Inneren Dialog, das ewige Selbstgespräch, das Denken abzstellen, ist die Technik des Gaffens. - Ander
e Techniken sind die des Nicht-Tun des Schlafens, im Träumen auf die Hände zu sehen, das Horchen auf die Geräusche der Welt, das richtige Gehen, die Kunst des Pirschens, die Gangart der Kraft, das Suchen nach dem Kraftort, das Fühlen der Linien der Welt, die Bemeisterung der Absicht usw. - Ich selbst bin ein Steine-Gaffer. Die Übung des Blätter-Gaffens ist nämlich nur ein Einstieg in diese Technik. Trockene Blätter sind ungefährlich für den Anfänger und daher besonders geeeignet für den Start. Wird das Gaffen aber einmal beherrscht, kann der Praktiker quasi alles Angaffen. So gaffte ich über mehrere Jahre kleine Kieselsteine. Bei ihnen blieb der Erfolg, den ich beim Blätter-Gaffen relativ schnell gehabt hatte , leider lange Zeit aus, denn ich fand diese Steine in meinen Träumen einfach nicht wieder. Dies änderte sich rapide, als ich eines Tages einen besonderen Kiesel fand. Ich gaffte diesen Stein besonders intensiv, denn sein feines Linienmuster faszinierte mich vom ersten Augenblick an, und schon kurze Zeit später tauchte dieser Stein auch in meinen Träumen auf. (Die Lehren des Don Juan)
 

Betrachte jetzt den Stein noch genauer: In den Linien und Schattierungen wirst du eines oder mehrere Tier-, Pflanzen- oder Insektenformen oder gar Gesichter entdecken. Denke nach, was die Formen mit der Beantwortung deiner Frage zu tun haben.
 
 

 Ein Krieger denkt an seinen Tod, wenn die Dinge unübersichtlich werden. Der Gedanke an den Tod kann als Einziges unseren Geist stählen. Nur der Gedanke an den Tod gibt einem Krieger die Losgelöstheit, die ihn befähigt, sich alllem hinzugeben. Er weiß, sein Tod umschleicht ihn und läßt ihm nicht die Zeit, sich an etwas zu klammern. Darum erprobt er alles und jedes, ohne es zu begehren.  "Der Tod ist ein Wirbel; der Tod ist eine leuchtende Wolke über dem Horizont; der Tod bin ich, der zu dir spricht; der Tod bist du mit deinem Schreibzeug; der Tod ist nichts. Nichts! Er ist da, und doch ist er gar nicht da. Der Geist eines Kriegers ist nicht darauf eingestellt, sich gehen zu lassen und zu klagen, auch nicht auf Gewinnen oder Verlieren. Der Geist eines Kriegers ist nur auf Kampf eingestellt, und jeder Kampf ist das letzte Gefecht auf Erden. Der Ausgang bedeutet ihm daher wenig. In seinem letzten Gefecht auf Erden lässt der Krieger seinen Geist frei und klar schweben. Und da er in den Kampf zieht und weiß, dass sein Wollen makellos ist, lacht der Krieger und lacht. Wenn nichts sicher ist, bleiben wir wachsam, stets auf der Hut. Es ist spannender, nicht zu wissen, hinter welchem Busch sich der Hase versteckt, als so zu tun, als wüssten wir alles. Der Tod ist ewig unser Gefährte. Er ist immer zu unserer Linken, eine Spanne weit hinter uns. Der Tod ist der einzige weise Ratgeber, den ein Krieger hat. Immer wenn er glaubt, dass alles schief geht und seine Vernichtung droht, kann er sich an seinen Tod wenden und fragen, ob dem so ist. Sein Tod wird ihm sagen, dass er sich irrt, dass nichts von Bedeutung ist außer der Berührung des Todes. Sein Tod wird ihm sagen: Noch habe ich dich nicht berührt. In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, gibt es keine Zeit für Reue oder Zweifel. Es gibt nur Zeit für Entscheidungen. Welche Entscheidungen, das spielt keine Rolle. Nichts könnte wichtiger oder weniger wichtig sein als alles andere. In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, gibt es keine kleinen oder großen Entscheidungen. Es gibt nur Entscheidungen, die ein Krieger im Angesicht seines unausweichlichen Todes trifft. Ein Krieger stirbt auf schwere Art. Sein Tod muss kämpfen, um ihn zu holen. Ein Krieger überlässt sich dem Tod nicht so leicht. Wenn man nichts zu verlieren hat, wird man mutig. Zaghaft sind wir nur, wenn es etwas gibt, woran wir uns noch klammern können.  Ein Krieger weiß, dass er wartet, und er weiß, worauf er wartet und während er wartet, labt er seine Augen an der Welt. Die höchste Vollendung eines Kriegers ist seine Freude am Unendlichen. (Carlos Castandeda)

 
Iß, iß, wenn du Brot hast;
Trink, trink, wenn du Wasser hast;
An diesem Tag ist die Erde in Staub gehüllt,
An diesem Tag liegt ein Fluch auf dem Antlitz
der Erde,
An diesem Tag erhebt sich eine Wolke,
An diesem Tag erhebt sich ein Berg,
An diesem Tag bemächtigt sich ein starker Mann
des Landes,
An diesem Tag verfällt alles,
An diesem Tag wird das zarte Blatt zerstört,
An diesem Tag werden die brechenden Augen geschlossen,
An diesem Tag sind drei Zeichen auf dem Baum,
An diesem Tag hängen drei Generationen daran,
An diesem Tag wird die Kriegsfahne gehißt,
Und sie sind in den Wäldern verstreut.
 
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 Vieles ist töricht an eurer Zivilisation.

Wie Verrückte lauft ihr weißen Menschen dem Geld

nach,

bis ihr so viel habt,

daß ihr gar nicht lang genug leben könnt,

um es auszugeben.

Ihr plündert die Wälder, den Boden,

ihr verschwendet die natürlichen Brennstoffe,

als käme nach euch keine Generation mehr,

die all dies ebenfalls braucht.

Die ganze Zeit redet ihr von einer besseren Welt,

während ihr immer größere Bomben baut,

um jene Welt, die ihr jetzt habt,

zu zerstören.‘‘

Tatanga Mani

 

 
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Die Menschen die dieses Wissen weitergeben, werden oft angegriffen und als brujo(Teufel) bezeichnet. In vielen kleinen Dörfern in Mexico behaupten die Priester: Der Kerl, der hier lebt, ist ein brujo. Er steht in Verbindung mit Satan. Also lehnen ihn die Leute ab und damit fangen die Probleme an.
 
Die Kunst des Pirschens.
Das erste Gebot der Regel sagt, daß die Welt, die uns umgibt, ein unergründliches Geheimnis ist. - Das zweite besagt, daß wir versuchen müssen, die Geheimnisse der Welt zu enträtseln, ohne jedoch darauf zu hoffen,
daß uns das jemals ganz gelingen wird. Das dritte besagt, daß wir selbst - als Teil der Welt - auch ein solches unergründliches Geheimnis sind, und folglich allem anderen gleichgestellt sind. Auf diesen Geboten der Regel ergibt sich für die Pirscher, daß sie aktiv versuchen müssen, die Welt um sie herum zu verstehen. Es ist die Herausforderung der Pirscher , die Rätsel der sie um gebenden Welt, sowie das eigene Selbst zu lösen. Sie lernen auf jedem Gebiet - und dieses Lernen kann defintionsgemäß kein Ende haben. So kann das Leben und die Welt für den Pirscher niemals zum Ruhekissen werden und gemäß der Regel - auch nicht zur Realitätsflucht.
Die Pirscher sind also trotz ihrer Überzeugung, daß die Welt ein unergründliches Mysterium darstellt, vollkommene Realisten, die sich - aufgrund der Regel - mit allen Dingen der normalen Welt ihres normalen Selbst befassen. So beschäftigen sie sich mit dem menschlichen Verhalten und dem menschlichen Körper, der den Tolteken zufolge der zentrale Ausdruck unserer ersten Aufmerksamkeit ist. Das Wissen über den physischen Körper schließt die Kenntnisse von der richtigen Ernährung und die Heilkunde bzw. die Gesunderhaltung mit ein.
Auch alle anderen Dinge der Alltagswelt, seien es Wissenschaften, Politik, Bücher, Steine, Tiere, Pflanzen oder künstlich hergestellte Gegenstände, sind ein Teil des Myteriums des Seins und gleichsam ein Teil des großen Rätsels, vor das sich der Pirscher gestellt sieht. Florinda, eine Gefährtin des Don Juan, drückt diesen Sachverhalt so aus:
"Folglich ist das Mysterium für den Pirscher ohne Ende, ganz gleich, ob dieses Sein das Sein eines Kiesels, einer Ameise oder des eigenen Selbst ist. Nichts hat Priorität, alles ist allem gleichgestellt und gleich wichtig. Auch wir selbst sind allem anderen gegenüber gleichgestellt." Das Feld der möglichen Beschäftigung ist für die Pirscher also unendlich groß, zumal sich auch die Bedingungen des Lebens und die individuellen Welten der Menschen maßgeblich voneinander unterscheiden.
Seine eigene Welt wird für ihn zum Jagdgrund.

1. Der Pirscher wählt sein Schlachtfeld selbst.
2.Alles Unnötige beiseite lassen.
3.Die letzte Schlacht auf Erden.
4.Entspanne Dich, laß locker, fürchte nichts.
5.Der Kontrollierte Rückzug, wenn ein Pirscher auf Widrigkeiten stößt, mit denen er nicht umzugehen weiß, zieht er sich für eine Weile zurück.
6.Der Pirscher verdichtet die Zeit. Ein Pirscher hetzt sich nie.
7.Ein Pirscher stellt sich nie in den Vordergrund.
(Die Lehren des Don Juan)
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  Meine Vernunft sagt mir, daß Land nicht verkauft werden kann. Der Große Geist gab es
seinen Kindern, daß sie darauf leben und es bebauen, soweit dies für ihren Unterhalt
nötig ist; und solange sie darauf wohnen und es pflegen, haben sie das Recht auf den
Boden, doch wenn sie freiwillig weggehen, dann haben andere Menschen das Recht,
sich da niederzulassen.“
Aus:Autobiography of Black Hawk, in: Worte wie Spuren - Weisheit der Indianer
 
 
Nature & Art (7)

 Alles ist nur einer von Millionen Wegen. Darum muss ein Krieger immer bedenken, dass ein Weg nur ein Weg ist; wenn er spürt, dass er ihn nicht beschreiten sollte, darf er ihm unter keinen Umständen folgen. Seine Entscheidung, diesen Weg weiterzugehen oder ihn zu verlassen, muss frei sein von Furcht oder Ehrgeiz. Er soll sich jeden Weg genau und aufmerksam ansehen. Dann kommt die Frage, die ein Krieger sich unbedingt stellen muss: Ist dies ein Weg mit Herz? Alle Wege sind sich gleich: sie führen nirgendwo hin. Doch ein Weg ohne Herz ist nie erfreulich. Ein Weg mit Herz dagegen ist leicht - der Krieger braucht sich nicht anzustengen, ihn zu lieben; solch ein Weg gewährt eine fröhliche Reise. Solange der Mensch ihm folgt, ist er eins mit ihm. (Carlos Castaneda)

 
 
Wenn nichts sicher ist, bleiben wir wachsam, stets auf der Hut. Es ist spannender, nicht zu wissen, hinter welchem Busch sich der Hase versteckt, als so zu tun, als wüssten wir alles.
Nature & Art (1)

Die Rede des Häuptlings Seattle

auf das Angebot des amerikanischen Präsidenten, das Land seines Stammes zu kaufen


Jener Himmel hat ungezählte Jahrhunderte gnädige Tränen des Mitgefühls über unsere Väter regnen lassen; doch was uns ewig dünkt, mag sich wenden. Heute ist der Himmel klar, morgen mag er mit Wolken bedeckt sein.

Meine Worte sind wie die Sterne, die nie untergehen. Was Seattle sagt, darauf kann sich der Große Häuptling in Washington ebenso sicher verlassen, wie sich unsere bleichgesichtigen Brüder auf die Wiederkehr der Jahreszeiten verlassen können.

 

Der Sohn des Weißen Häuptlings sagt, daß uns sein Vater Grüße der Freundschaft und des guten Willens sendet. Dies ist freundlich von ihm, denn wir wissen, daß er umgekehrt unsere Freundschaft kaum nötig hat, weil seines Volkes viele sind. Sie sind wie das Gras, das die weiten Prärien bedeckt, während meines Volkes wenige sind; sie gleichen den verstreuten Bäumen auf einer vom Sturm leer gefegten Ebene.

Der Große - und wie ich annehme - gute Weiße Häuptling sendet uns Botschaft, daß er unser Land zu kaufen wünscht, aber willens ist, uns zu erlauben genug Land zu behalten, um gut davon leben zu können. Dies erscheint in der Tat großzügig, denn der Rote Mann hat keine Rechte mehr, die da zu respektieren wären. Und das Angebot mag auch weise sein, denn wir benötigen nicht mehr viel Land.

Es gab eine Zeit, zu der unser Volk das ganze Land bedeckte wie die Wellen einer vom Wind bewegten See deren muschelbelegten Boden bedecken, aber diese Zeit ist mit der Größe der Stämme, die jetzt fast vergessen sind, lange dahingegangen. Ich will nicht bei unserem vorzeitigen Niedergang verweilen, weder darüber trauern noch meinen bleichgesichtigen Brüdern vorwerfen, daß sie ihn beschleunigten, denn auch wir mögen einige Schuld gehabt haben.


Die Jugend ist impulsiv. Wenn unsere jungen Männer über einige wirkliche oder eingebildete Ungerechtigkeiten zornig werden und ihre Gesichter mit schwarzer Farbe verunstalten, dann sind ihre Herzen ebenfalls verunstaltet und werden schwarz, und dann sind sie oft grausam und ohne Gnade und kennen keine Grenzen, und unsere alten Männer vermögen sie nicht zurückzuhalten.

Das hat es immer gegeben. So war es, als der weiße Mann begann, unsere Vorväter westwärts zu drängen. Aber laßt uns hoffen, daß die Feindseligkeiten zwischen dem Roten Mann und seinem bleichgesichtigen Bruder niemals wiederkehren mögen. Wir würden alles zu verlieren und nichts zu gewinnen haben.

Es ist wahr, daß die Vergeltung von unseren jungen Kriegern als Gewinn betrachtet wird, sogar auf Kosten ihrer eigenen Leben, aber alte Männer, die in Kriegszeiten zu Hause bleiben, und Mütter, die ihre Söhne zu verlieren haben, wissen das besser.

 
Fühle wie die Kraft der Erde und die Energie der Luft in dir aufsteigen und dich zum Vibrieren bringen. Immer stärker wird diese Kraft in dir. Beobachte, wie dein Körper jetzt langsam die Form eines Adlers annimmt. Strecke deine Arme aus un
d spüre, es sind weite, kraftvolle Flügel. Blicke um dich herum und sei dir bewußt, wie scharf und klar dein Blick geworden ist. Und du spürst, wie die Energie der Erde und des Himmels in dir immer stärker werden. Du bist reine Kraft. Drücke diese Kraft aus. Bewege deine Schwingen. Fühle, wie du langsam und majestetisch vom Boden abhebst. Spüre den Rausch der Energie in dir, während du immer weiter nach oben gleitest. Spüre den sanften Hauch des Windes, der dich trägt. Und dann gleite.

Unser guter Vater in Washington - denn ich nehme an, er ist nun unser Vater ebenso wie eurer, seitdem König Georg seine Grenzen weiter nach Norden verschoben hat - unser großer und guter Vater, sage ich, sendet uns Botschaft, daß er uns beschützen will, wenn wir tun, was er begehrt.

Seine tapferen Kriegerwerden für uns eine wehrhafte Mauer der Stärke sein, und seine großen Kriegsschiffe werden unsere Häfen füllen, so daß unsere alten Feinde fern im Norden - die Sinsiams, Hydas und Tsimpsians - nicht länger unsere Frauen und alten Männer in Schrecken versetzen werden. Dann wird er unser Vater und wir seine Kinder sein.

Doch kann das je eintreten? Euer Gott ist nicht unser Gott! Euer Gott liebt euer Volk und haßt meins! Er schließt seine starken Arme hebend um den weißen Mann und leitet ihn wie ein Vater seinen kindlichen Sohn leitet - aber er hat seine roten Kinder vergessen, wenn sie wirklich seine sind. Unser Gott, der Große Geist, scheint uns auch vergessen zu haben. Euer Gott läßt eure Stämme Tag für Tag stärker werden - bald werden sie das ganze Land füllen.
Mein Volk schwindet dahin wie eine schnell zurückweichende Flut, die nie wieder zurückkommen wird. Des weißen Mannes Gott kann seine roten Kinder nicht lieben, sonst würde er sie beschützen. Wir scheinen Waisen zu sein, die nirgendwo Hilfe finden. Wie können wir dann Brüder werden?
Wie kann euer Gott unser Gott werden und unsere Blütezeit erneuern und in uns die Träume wiederkehrender Größe erwecken? Euer Gott scheint uns parteiisch zu sein. Er kam zu dem weißen Mann. Wir sahen ihn nie, hörten nie seine Stimme. Er gab dem weißen Mann Gesetze, aber er hatte keine Botschaft für seine roten Kinder, deren schwärmende Millionen einst diesen weiten Kontinent füllten gleich wie die Sterne das Firmament füllen.

Nein. Wir sind zwei verschiedene Rassen und müssen es immer bleiben, mit getrennten Ursprüngen und getrennten Schicksalen. Da gibt es wenig Gemeinsames zwischen uns.

Uns ist die Asche unserer Vorfahren heilig und ihre letzte Ruhestätte ist geweihter Grund. Während ihr weit fort von den Gräbern eurer Vorfahren wandert und dies, so scheint es, ohne jedes Bedauern tut.

Eure Religion wurde von einem zornigen Gott mit dem eisernen Finger auf Steintafeln geschrieben, damit ihr sie nicht vergeßt. Der rote Mann konnte das nie begreifen, noch im Gedächtnis bewahren.

Unsere Religion besteht aus den Traditionen unserer Vorfahren - den Träumen unserer alten Männer, ihnen eingegeben vom Großen Geist in den feierlichen Stunden der Nacht, und aus den Visionen unserer Häuptlinge, und sie ist in die Herzen unseres Volkes geschrieben.

Eure Toten hören auf, euch und das Land ihrer Herkunft zu lieben, sobald sie die Pforten der Grabstätte passieren - sie wandern weit hinweg jenseits der Sterne, sind bald vergessen und kehren nie zurück. Unsere Toten vergessen diese schöne Welt, die ihnen das Leben schenkte, nie. Sie lieben immer noch ihre gewundenen Flüsse, ihre großen Berge und ihre einsamen Täler, und sie sehnen sich in zärtlichster Zuneigung hinüber zu den vereinsamten Lebenden und kehren oft zurück, um sie zu besuchen, zu geleiten und zu trösten.

Tag und Nacht können nicht gleichzeitig sein. Der Rote Mann ist immer beim Nahen des weißen Mannes geflohen, wie der wallende Morgennebel am Bergeshang vor der strahlenden Sonne flieht.

Jedoch, euer Vorschlag scheint berechtigt zu sein, und ich denke, daß mein Volk ihn annehmen und sich in das Reservat zurückziehen wird, das ihr ihm anbietet. Dann werden wir getrennt in Frieden wohnen, denn die Worte des Großen Weißen Häuptlings scheinen die Stimme er Natur zu sein, die zu meinem Volk aus einer tiefen Dunkelheit heraus spricht, die sich schnell um diese zusammenballt wie ein dichter Nebel, der von der mitternächtlichen See landeinwärts flutet.

Es bedeutet wenig, wo wir den Rest unserer Tage verbringen. Es sind nicht viele. Der Indianer Nacht verheißt dunkel zu werden. Kein heller Stern schwebt über dem Horizont. Traurig gestimmte Winde klagen in der Ferne. Irgendein grimmiges Schicksal unserer Rasse ist auf des Roten Mannes Fährte. Und wo immer er Zuflucht sucht, wird er noch die unausweichlich näherkommenden Tritte des Fallenstellers hören, so wie das wunde Tier die herannahenden Schritte des Jägers hört, und wird sich darauf vorbereiten, seinem tödlichen Schicksal gefaßt entgegen zu sehen.
Einige wenige Monde mehr, einige wenige Winter mehr - und kein einziger all der mächtigen Stämme, die einst das weite Land füllten oder in glücklichen Heimstätten, beschützt durch den Großen Geist, lebten, und die nun in versprengten Gruppen durch diese weiten Einsamkeiten umherstreifen, wird übrigbleiben, um über den Gräbern unseres Volkes zu weinen, das einst so mächtig und hoffnungsvoll war wie euer eigenes!

Aber warum sollte ich klagen? Warum sollte ich mit dem Schicksal meines Volkes hadern? Stämme bestehen aus Einzelpersonen und sind nicht besser als sie. Menschen kommen und gehen wie die Wellen der See. Eine Träne, eine Totenklage, und sie sind aus unseren liebenden Augen für immer verschwunden. Das ist die Ordnung der Natur. Sogar der weiße Mann, dessen Gott mit ihm wanderte und sprach wie ein Freund zu seinem Freund, ist von dem gemeinsamen Schicksal nicht ausgenommen. Wir könnten Brüder sein, nach alledem. Wir werden sehen.

Wir werden über euern Vorschlag nachdenken, und wenn wir entschieden haben, werden wir euch Nachricht geben. Aber wenn wir annehmen sollten, stelle ich hier und jetzt die erste Bedingung - daß uns nicht das Vorrecht verwehrt werden sollte, ohne Behinderung jederzeit die Gräber unserer Vorfahren, Freunde und Kinder zu besuchen.

Jeder Teil dieses Landes ist für mein Volk geheiligt. Jeder Hügel, jedes Tal, jede Ebene und jeder Hain ist weihevoll erfüllt von einigen lieblichen Erinnerungen oder einigen traurigen Erfahrungen meines Stammes. Sogar die Felsen, welche entlang der stillen Küste in feierlicher Größe dumpf in der Sonne zu brüten scheinen, erschauern voller Erinnerung vergangener Ereignisse, die mit dem Leben meines Volkes verbunden sind.
 

Derselbe Staub unter euren Füßen gibt unsere Fußstapfen zärtlicher wieder als die euren, denn es ist die Asche unserer Vorfahren, und unsere nackten Füße fühlen die freundliche Berührung, denn die Erde ist angereichert mit dem Leben unserer Geschlechter.
Die tapferen Krieger, zärtlichen Mütter, fröhliche, von Herzen glückliche Mädchen und sogar die kleinen Kinder, die hier kurze Zeit lebten und sich freuten, und deren Namen nun vergessen sind, lieben immer noch diese dämmrigen Einsamkeiten und ihre tiefe Abgeschiedenheit, welche zur Abendzeit mit dem Erscheinen der Schattengeister immer dunkler werden.

 

Und wenn der letzte Rote Mann von der Erde verschwunden sein und die Erinnerung an, ihn unter weißen Menschen ein Mythos geworden sein wird, wer den diese Küsten von den unsichtbaren Toten meines Stammes bevölkert sein und wenn eure Kindeskinder denken werden, sie seien allein auf den Feldern, im Lagerhaus, im Laden, auf der Fernstraße oder in der Stille des pfadlosen Waldes, werden sie nicht allein sein. Auf der ganzen Erde ist keine Stelle, die der Einsamkeit vorbehalten wäre.

Zur Nacht, wenn die Straßen eurer Städte und Dörfer still sein werden und ihr glaubt, sie seien verlassen, werden sie gedrängt voll mit den zurückkehrenden Gästen sein, die einst dieses schöne Land füllten und immer noch lieben.

Der weiße Mann wird nie allein sein. Veranlaßt ihn, gerecht zu sein und mein Volk freundlich zu behandeln, denn die Toten sind nicht machtlos.

Tot - sagte ich? Es gibt keinen Tod. Nur einen Wechsel der Welten!

 

     
 
 

 Deine Masken der Angst

Einen wahrhaft Spirituellen, einen Erwachten, erkennt man nicht daran, dass er aurasichtig ist, sich vegan ernährt, eine große Schar von Anhängern ihm folgt, er die meisten Lehren studiert hat, daraus kluge Sprüche zitiert und so tut, als gäbe es da noch ein Geheimnis, das nur er kennt.
Einen wahrhaft Spirituellen, einen Erwachten, erkennt man daran, dass er nichts verbirgt, sich der Welt und den Menschen vollkommen offenbart und schenkt, bereitwillig seine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle teilt, dabei keinem Grundsatz treu bleibt, sondern sich den Widersprüchen hingibt mit einem Lächeln, stets bereit, seine Überzeugungen zu ändern.
Ein wahrhaft spiritueller Mensch verbirgt nichts, denn das Verbergen ist ein Zeichen der Angst. Ein Erwachter aber kennt keine Angst mehr. Er steht dem Leben offen gegenüber wie ein Kind, das Böses nicht kennt. Ein wahrhaft Spiritueller zeigt sich dem Leben völlig authentisch, denn dies ist der einzige Weg, das Leben in seiner ganzen Fülle zu erfahren. Was du vor der Welt verbirgst, das verbirgt die Welt letztlich vor dir.

 

 

 

 Die meisten Menschen befassen sich nur mit den Problemen der Energieversorgung, der Umweltverschmutzung usw. – das sind alles oberflächliche Dinge. Sie machen sich nicht wirklich ernsthafte Sorgen um den menschlichen Geist, den Geist, der die Welt zerstört.
Jiddu Krishnamurti

 

 

 
Dawns Highway
Indians scattered on dawn´s highway bleeding
Ghosts crowd the young child´s fragile eggshell mind.
Me and my - ah - mother and father - and a grandmother and a grandfather - were driving through the desert, at dawn, and a tru
ck load of Indian workers had either hit another car, or just - I don´t know what happened - but there were Indians scattered all over the highway, bleeding to death.
So the car puls up and stop. That was the first time I tasted fear. I musta´been about four - like a child is like a flower, his head is just floatin in the breeze, man. The reaction I get now thinking about it, looking back - is that the souls or the ghosts of those dead Indians...maybe one or two of èm...were just running around freaking out, and just leaped into my soul. And they´re still in there.
Indians scattered on dawn´s highway bleeding
Ghosts crowd the young child´s fragile eggshell mind.
Blood in the streets in the town of New Haven
Blood stains the roofs and the palm trees of Venice
Blood in my love in the terrible summer
Bloody red sun of Phantastic L.A.
Blood screams her brain as they chop off her fingers
Blood will be born in the birth of a nation
Blood is the rose of mysterious union
Blood on the rise, is following me
Indian, Indian whar did you die for?
Indian says, nothing at all.
 

 

An American Prayer
Do you know the warm progress under the stars?
Do you know we exist?
Have you forgotten the keys to the kingdom?
Have you been borne yet & are you alive?
Let's reinvent the gods, all teh myths of the ages
Celebrate symbols from deep elder forests
[Have you forgotten the lessons of the ancient war]
We need great golden copulations
The fathers are cackling in trees of the forest
Our mother is dead in the sea
Do you know we are being led to slaughters by placid admirals
and that fat slow generals are getting obscene on young blood
Do you know we are ruled by T.V.
The moon is dry blood beast
Guerrilla bands are rolling numbers in the next block of green vine
amassing for warfare on innocent herdsman who are just dying
O great creator of being
grant us one more hour to perform our art & perfect our lives
The moths & atheists are doubly divine & dying
We live, we die & death not ends it
Journey we more into the Nightmare
Cling to life Our passion'd flower
Cling to Cunts & cocks of despair
We got our final vision by clap
Columbus groin got filled w/green death
(I touched her thigh & death smiled)

Jim Morrison

 

 

 Verschwendung als Stütze der Gesellschaft?
Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Verschwendung

 
Alljährlich wird im spanischen Städtchen Buñol die Vernunft für eine Stunde beurlaubt. Am jeweils letzten Mittwoch des Monats August treffen sich dort Zehntausende zur kollektiven Tomatenschlacht. Obwohl das Spektakel nur von elf bis zwölf Uhr mittags dauert, ist hinterher der ganze Stadtkern mit rotem Fruchtfleisch bedeckt. Insgesamt werden in Buñol jährlich 120 Tonnen Tomaten zerstört – eine besondere Sorte wird extra für das Event in der Extremadura gezüchtet und von dort über etwa 500 Kilometer Autobahn nach Valencia transportiert. Die Kosten belaufen sich jedes Jahr auf über 90.000 Euro. Es gibt keinen anderen Grund für das aufwendige Ritual als die Lust an der Verschwendung.

Wenn wir über die Vergeudung von Energie und Rohstoffen nachdenken, scheint Buñol weit weg zu sein. Sie wird vorwiegend als ein technisches Problem angesehen. Eine Einsparung hier, eine effizientere Lösung dort sollen genügen, um mit dem Phänomen Schluss zu machen. Doch die Lust an der Verschwendung wird sich nicht von heute auf morgen abschaffen lassen. Das Beispiel Buñol zeigt: Als kulturelle Praxis hat sie einen Selbstwert. Motoren rattern, Scheinwerfer brennen und Soundanlagen dröhnen aus anderen als rationalen Gründen. Das Verschleudern von Energie auf dem Motorrad, beim abendlichen Kicken im Flutlicht oder beim Tanzen im Strobogewitter macht einfach Spaß.

 

Verschwendung unterscheidet den Menschen vom Tier

 

Nicht nur unser Alltag, sondern die menschliche Kultur als Ganze wäre ohne die beabsichtigte Verschwendung nicht denkbar. Sie steht im Zentrum der ältesten Kulte und Zeremonien. Bei rituellen Opfern und opulenten Gelagen handelt es sich um nichts anderes als um die gewollte Vernichtung von Ressourcen. Die Juwelen auf der Krone der Königin, der fette Opferstier im alten Ägypten, Millionen, die für Kunst und Haute Couture ausgegeben werden – seit jeher charakterisiert Verschwendung für den Menschen das, was als mächtig, heilig und erhaben gilt.

Denker wie Georges Bataille behaupten sogar, die Verschwendung sei das, was den Menschen vom Tier unterscheide. Tieren kommt es nicht in den Sinn, Rohstoffe zu anderen als praktischen Zwecken zu verwenden. Nur der Mensch tut oft genug Sinnloses. Und kann eben deshalb – im Unterschied zum Tier - sinnlose und sinnvolle Handlungen auseinanderhalten.

 

Rituelles Opfern in der Religion

 

Der Kult um die Verschwendung findet sich in allen Religionen. In manchen Kulturen werden Tiere geopfert, in anderen gießt man einen Teil der Getränke auf den Boden. Im Alten Testament ist an einer besonders eindrucksvollen Stelle von „tausend Farren, tausend Widdern, tausend Schafen“ die Rede, die als Brandopfer dargebracht werden. Auch auf den griechischen Agoren und römischen Foren befanden sich immer Opferstätten, wurden mitunter „Hekatomben“ - also 100 Rinder oder andere Tiere - geopfert.

Während der Antike war es unter Händlern üblich, Kaufverträge mit einem Opfer zu besiegeln. Dem Soziologen Émile Durkheim zufolge hatten Opfergaben in diesen Zusammenhängen eine soziale Bedeutung. Indem man sich bereit zeigte, Ressourcen zu verschleudern, weil es das Ritual so wollte, bewies man, dass man eine höhere Ordnung als den individuellen Nutzen anerkannte. Gerade weil sich Vernunft und Eigeninteresse schon damals gegen die Verschwendung von Ressourcen sträubten, war das Opfer ein Mittel, um die bedingungslose Unterwerfung unter die sozialen Normen zu demonstrieren. Wer opferte, würde sein Eigeninteresse auch in anderen Situationen im Zaum halten können: Er würde ein pflichtbewusster König, ein fügsamer Untertan und ein vertrauenswürdiger Geschäftspartner sein. Insofern galt die ritualisierte Verschwendung geradezu als eine Schule der Sozialität.

Mit der griechischen Tragödie nimmt auch eines der wichtigsten sozialen Ereignisse der europäischen Kulturgeschichte seinen Ausgangspunkt von Opferkulten. Zur Verehrung des gehörnten Gottes Dionysos wurde in Griechenland in regelmäßigen Abständen ein Bock (Tragos) geopfert. Aus dem rituellen Gesang (Ode) um das Brandopfer bildete sich die Tragodia und mit ihr die Grundlage des europäischen Theaters.

 

Weihrauch-Pomp und Christentum

 

Auf den ersten Blick hat das Christentum mit dem Kult um das Opfer Schluss gemacht. Es war die erste Religion, die das antike Opfer in allen Varianten ablehnte. Der christlichen Theologie zufolge war mit dem Sohn Gottes das denkbar wertvollste Opfer dargebracht worden. Dies machte alle weiteren unnötig und sogar unzulässig. Im Kult verschwendete Ressourcen sollten besser der caritas dienen, für Almosen verwendet werden, forderten die Kirchenväter. In dem christlichen Verzicht auf Verschwendung macht der Religionssoziologe Rodney Stark den Hauptgrund für den beispiellosen Siegeszug der orientalischen Sekte aus. Natürlich waren Almosen ein besseres Mittel als Opfer, um das Wachstum einer Religionsgemeinschaft zu befeuern. Aber auch das Christentum hat es nicht fertig gebracht, ganz mit dem Opfer zu brechen. Der Gold- und Weihrauch-Pomp der katholischen Kirche zeigt noch immer deutlich: Nur wer etwas zu verschwenden hat und das zu inszenieren weiß, wird für wirklich heilig gehalten.

 

Überfluss als Erkennungsmerkmal der Eliten

 

Doch die Verschwendung dient nicht nur zur Abgrenzung des Heiligen vom Profanen, sondern auch zu derjenigen der Mächtigen vom Volk. Mit der Sesshaftwerdung der ersten Gesellschaften entstand eine breite Schicht, die über die Lebensgrundlagen verfügte. Damit wurde der Überfluss zum Kennzeichen derjenigen, die es wirklich geschafft hatten. Wasser, Brot und ein Dach über dem Kopf reichten von da an nicht mehr – es musste schon mehr sein: Kunst, Delikatessen, übermäßig große Paläste und wertvolle Pelze zum Beispiel. Verschwendung macht Besitz sichtbar, der über Grund und Nahrung hinausgeht. Damit ermöglicht sie erst die Einrichtung komplexer sozialer Hierarchien, die nicht mehr einfach auf dem Recht des Stärkeren gründen.

Da die Zurschaustellung des Überflusses durch Luxus- und Kulturgüter Geschmack erfordert, stabilisiert sie außerdem die Eliten. Von dem Zeitpunkt an, in welchem Luxus und Kultur die Insignien der Herrschenden werden, setzt Macht ein gewisses Maß an Bildung voraus und kann damit nicht mehr innerhalb einer Generation erlangt werden. Schon im alten Rom verspottete man die Neureichen. Man nannte sie abschätzig Novi Homines – neue Menschen.

Deutlichstes Zeichen der Bedeutung des Luxus für menschliche Gesellschaften ist der zu allen Zeiten hohe Preis für Edelsteine. Bevor es Laser, Plattenspieler und ähnliches gab, hatten diese überhaupt keinen praktischen Nutzen. Trotzdem waren sie immer teurer als sinnvoll einsetzbare Rohstoffe wie Nahrungsmittel und sogar Eisen. Ihre Seltenheit und gleichzeitige Nutzlosigkeit machte sie zu perfekten Luxusobjekten. Wie kein zweites Material symbolisieren Edelsteine menschliche Hierarchien. In fast allen Kulturen zieren sie die Häupter der Herrschenden.

 

Verschwendung in den Konsumgesellschaften

 

Heute ist Verschwendung nicht mehr das Kennzeichen der Oberschicht oder des Religiösen, sondern weit verbreitet. Die europäische Mittelklasse fliegt nach Asien in den Urlaub und die asiatische besucht Europa. Bei solchen Flügen werden pro Passagier bis zu 3,17 Tonnen CO2 emittiert, das sind 1800 Kubikmeter, welche dem Volumen mehrerer Häuser entsprechen. Eine zentrale Rolle spielt die Verschwendung von Nahrung. McDonalds, Mars und Coca & Cola verdienen ein Vermögen mit dem Verkauf von Lebensmitteln, deren Nährwert gleich null ist – wenn sie überhaupt gegessen werden: Allein in Großbritannien landen jährlich 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, von denen die meisten noch genießbar sind. Das sind 20 Prozent des gesamten Abfalls auf dem Inselreich - ein Geldwert von 11 Milliarden Euro jährlich. Auf den Teil der Weltbevölkerung hochgerechnet, der sich einen vergleichbaren Lebensstil leisten kann, ergibt dies 200 Millionen Tonnen Lebensmittel zu einem Geldwert von über 300 Milliarden, die jährlich im Abfall landen.

Buñol stellt folglich nur die Spitze des Eisbergs dar. Verschwendung mag heute eher die Regel und nicht Ausnahme sein. Sie gilt auch nicht mehr als heilig. Doch wie einst in Israel, Rom oder Griechenland ist sie noch immer der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Es gibt kaum ein verlässlicheres Band als den gemeinsamen Urlaub oder den gemeinsamen Konsum. Und wer einsam ist, dem wird durch Fast Food oder Snacks das Gefühl vermittelt, zu einem größeren Kollektiv zu gehören - der globalen Genussgesellschaft. Die Räumlichkeiten von Ketten wie Burgerking sind voll von ewigen Junggesellen, die ihren Frust kalorienlastig betäuben. – Feel the fire. Angestaute Aggressionen, die man früher auf das Opfertier kanalisierte, entlädt man heute während einer Sonntagsfahrt auf der Autobahn.

Versuche, die Verschwendung von Rohstoffen zu begrenzen, finden sich folglich mit mehr als nur technischen Problemen konfrontiert. Abfallvermeidung und Nachhaltigkeit rütteln an einer der Grundfesten der menschlichen Gesellschaft. Diese hat in der Vergangenheit Gemeinschaften stabilisiert, Hierarchien gestiftet und Kultur ermöglicht. Der praktischen Eindämmung der Verschwendung muss eine symbolgeschichtliche Aufarbeitung des Phänomens an die Seite gestellt werden.

Text: Johannes Thumfart

 

Der gewöhnliche Mensch kümmert sich zu sehr darum, ob er die anderen Leute mag oder selbst von ihnen gemocht wird. Ein Krieger mag einfach, das ist alles. Er mag, was oder wen er will, weil´s ihm Spass macht. (Carlos Castandeda)

 

 

 

 

 „Öffne dich und fließe mein Freund. Fließe in der totalen Offenheit des lebendigen Moments.
Wenn nichts in dir starr ist, lösen äußere Dinge sich von selbst.
In Bewegung: Sei wie Wasser. (Bruce Lee)
In Stille: Sei wie ein Spiegel."

 

 

 ACHTE AUF DEINE GEDANKEN DENN SIE WERDEN WORTE - ACHTE AUF DEINE WORTE DENN SIE WERDEN HANDLUNGEN - ACHTE AUF DEINE HANDLUNGEN DENN SIE WERDEN GEWOHNHEITEN - ACHTE AUF DEINE GEWOHNHEITEN DENN SIE WERDEN DEIN CHARAKTER - ACHTE AUF DEINEN CHARAKTER DENN ER WIRD DEIN SCHICKSAL (TALMUD)

 

Der Weise hat keine Sorge um sich

er hat Sorge um alle Menschen
Er ist gut zu den Guten
er ist gut zu den Schlechten
denn Tugend ist Güte
Er ist ehrlich zu den Ehrlichen
er ist ehrlich zu den Unehrlichen
denn Tugend ist Ehrlichkeit
Der Weise lebt behutsam und demütig
alle richten ihre Herzen auf ihn
er achtet alle wie seine Kinder“
(Lao Tse: Tao Te King)




Der Wesenhafte lebt zu Hause, ohne seinen Geist zu üben, und vollbringt Taten, ohne sich darum zu sorgen. Die Begriffe von Gut und Böse, Lob und Tadel anderer fechten ihn nicht an. Wenn sich innerhalb der vier Meere alle Mesnchen freuen können, empfindet er es als Glück; wenn alle Menschen wohl versorgt sind, fühlt er es als Friede. Bekümmerten Ausdrucks sieht er aus wie ein Kleinkind, das die Mutter verloren hat; töricht scheinend, geht er umher wie einer, der den Weg verloren hat. Er hat viel Geld zum Ausgeben und weiß nicht, woher es stammt. Er isst und trinkt gerade genug und weiß nicht, wo sein Essen herkommt. Solcherart ist  das Benehmen eines wesenhaften Menschen. Chuang tzu





Du kannst nicht auf dem Pfad gehen, bevor Du nicht der Pfad selbst geworden bist. BUDDHA



 Achtsamkeit

Ein Mann kam von weither zu einem Meister - und bat ihn um einen Rat fürs Leben.Daraufhin nahm der Meister ein Blatt und schrieb darauf:  "Achtsamkeit."

Der Mann antwortete: " Das ist zuwenig.  Können Sie nicht noch etwas hinzufügen?"  Da schrieb der Meister: "Achtsamkeit, Achtsamkeit."

Da wurde der Mann ärgerlich und beschwerte sich. "Ich habe so viel Geld ausgegeben, ich komme von weit her, um Sie zu sehen. Fügen Sie bitte noch etwas hinzu!"

Da schrieb der Meister: "Achtsamkeit, Achtsamkeit, Achtsamkeit."

Achtsamkeit ist das Tor zur Erfahrung der Wirklichkeit.







 


David Bohm - DER DIALOG (1917-1992)
Professor Emeritus für Theoretische Physik.

Nur für Facebooker die fähig sind sich zu Konzentrieren!

PARTIZIPIERENDES DENKEN UND DAS UNBEGRENZTE
www.geroldflock.de

Ich denke, einer der grundlegendsten Fehler der Menschheit ist gewesen zu sagen,
daß ein Gedanke fort ist, wenn wir ihn zu Ende gedacht haben. Aber er ist nicht fort
- er hat sich in den REST DES BEWUßTSEINS "zurückgefaltet".
Wir wissen nicht mehr, daß er dort ist, aber er ist es, und vielleicht entfaltet er sich
erneut oder in anderer Form. Oder gibt es einen fortwährenden Prozeß des Entfaltens
aus dem Hintergrund des Bewußtseins in den Vordergrund und wieder zurück.
Auch Gefühle können sich als Gedanken entfalten.. Und dann kehren die Gedanken
in den Hintergrund zurück und lassen weitere Gefühle, Bewegungen des Körpers
und so weiter entstehen. Dies ist ein fortwährender Prozeß. Vielleicht könnten wir
sagen, daß er nie begann und nie enden wird, weil er weit in die Natur zurück-
reicht, soweit zurück, wie man gehen kann. Die Menschheit hat sich, wie alle
lebenden Arten, aus der Umwelt entfaltet.

In diesem Zusammenhang möchte ich drei Dimensionen des Menschen erörtern.
Eine ist die individuelle Dimension. Der individuelle Körper eines Menschen ist
in gewisser Weise deutlich von anderen getrennt, wenn auch nicht gänzlich,
da er mit Luft, Licht und Nahrung verschmilzt. Tatsächlich gibt es keine Stelle,
wo der Körper wirklich endet - die Begrenzung ist relativ. Wir können nicht sagen:
wenn ein Sauerstoffmolekül in den Körper eintritt, wird er plötzlich lebendig,
und wenn es ihn als Kohlendioxid verläßt, ist es tot. Wir müssen sagen, daß wirklich
kein eindeutiges Ende des Körpers existiert. Und vielleicht können wir nicht
einmal mit Bestimmtheit sagen, wo das Leben anfängt und wo es endet, sondern
nur, daß der Körper eine Art "Fokus" des Lebens an einer bestimmten Stelle ist.
Dennoch besitzt jedes Individuum gewisse, nur ihm eigentümliche Merkmale:
physische Merkmale, die zurückzuführen sind auf das Erbgut, die DNA und den Rest,
sowie bestimmte geistig-seelische Merkmale wie Erfahrungen, persönlicher Hintergrund,
bestimmte Fähigkeiten und so weiter. Zusätzlich hat es ein Selbstbild, mit dem es
versucht, seine Identität zu bestimmen.

Dann haben wir die kollektive Dimension des Menschen, in der wir eine beträchtliche
Anzahl von Personen vorfinden - eine Gesellschaft und eine Kultur.Diese Dimension hat
 einen qualitiv neuen Grundzug:  Sie besitzt große Macht, sowohl potentiell als auch
tatsächlich. Im Dialog diskutieren wir darüber, wie wir diese Macht in eine gewisse
Kohärenz und Ordnung bringen können.

Und dann gibt es noch eine dritte Dimension - die kosmische Dimension, die Sphäre
der Versenkung des Menschen in der Natur, die Kosmologie von Wissenschaft und
Religion. Die Menschen haben dies stets im Sinn gehabt, von den frühesten
prähistorischen Zeiten an. Die Natur wird als etwas empfunden, was über das
Individuum oder die Gesellschaft hinausgeht. In der Frühzeit gab es, wie erwähnt,
den Animismus. Alles wurde belebt empfunden, als von einem Geist beseelt, und
die Menschen hatten an allem teil. Aber als sie aus der Natur weg in Städte und
auf Bauernhöfe zogen (selbst ein Bauernhof ist sehr weit von der unberührten Natur
entfernt), begannen sie, das Bedürfnis nach dem Kosmischen zu verspüren, und
wahrscheinlich wurden in dem Versuch, dieses Bedürfnis zu befriedigen, verschiedenste
Wege eingeschlagen. Schon in der allerfrühesten Zeiten gab es die Kunst, die
wahrscheinlich eine Art Verbindung zum Kosmos darstellte, später folgten Religion
und Philosophie, in dem Versuch, auf diese Weise eine Verbindung herzustellen.

Das gilt immer noch, aber eine große Anzahl von Menschen hat aufgehört, an die
Annahmen der Religion zu glauben. Die Religion hat uns verlassen, wir haben uns sehr
weit von der Natur entfernt, und in der Philos0phie herscht Konfusion. In der modernen
Gesellschaft versucht die Naturwissenschaft, uns in gewissem Maße mit dem Kosmos
zu verbinden, aber dieser Kontakt ist sehr begrenzt, und die meisten Menschen verstehen
sowieso nicht allzuviel davon. Daher scheint uns die Beziehung zur kosmischen
Dimension in hohem Grade abhanden gekommen zu sein. Aber ich glaube, der Mensch
hat den Wunsch, in diese kosmische Dimension des Menschen zurückzukehren,
die eine essentielle Dimension des Menschen ist, ebenso wie die individuelle und
die kollektive Dimension.

Wir können sagen: Das Band, das uns mit dem Kosmos verbindet, ist zerrissen.
In der Literatur ist oft angedeutet worden, daß wir am "Ende der Natur" stehen.
Ursprünglich sahen wir die Natur als etwas Gewaltiges, dem Zugriff des Menschen Entzogenes.
Aber jetzt erkennen wir, daß wir an einem Punkt angelangt sind, an dem wir fähig sind,
sie zu zerstören. Die Stammeskulturen sagten: "Die Erde ist unsere Mutter. Wir müssen
achtsam mit der Mutter umgehen" Jetzt meinen die Menschen: "Nein, so ist das
überhaupt nicht. Wir müssen die Erde ausbeuten." Und dieser Wandel in unserer
Beziehung mit der Natur, hat eine weitere Auswirkung. Früher konnten die Leute
denken: Schön, ich weiß, hier sieht´s ziemlich mies aus, aber da draußen ist die Natur,
und die ist heil. Jetzt ist uns der Luxus dieser Sichtweise verlorengegangen.
Wir können uns nicht länger darauf verlassen, daß die Natur grenzenlos ist.

Dieses Bewußtsein bringt eine ungeheure psychische Veränderung mit sich.
Es ist als würde jemand sagen: Du kannst dich nicht mehr auf deine Mutter verlassen.
Du stehst jetzt alleine da. In genau dieser Situation befinden wir uns. Ob die Natur
überlebt oder nicht, kann sehr wohl von uns abhängen. Somit ist hier ein neuer
Orientierungsmaßstab impliziert: daß wir wirklich für den ganzen Planeten
verantwortlich sind. Die Frage lautet dann: Was ist die Basis dieser Verantwortung?
Was sind wir?

Was ist unsere Natur? Aus welchen inneren Ressourcen können wir schöpfen, um
dieser Verantwortung gerecht zu werden? Was ist unser Wesen, das uns in die Lage
setzte, derart verantwortlich zu sein? Was wäre die Basis dieser Möglichkeit?
Wir sehen uns im allgemeinen selbst nicht als solche Wesen. Es ist wie bei jemanden,
der in dem Glauben heranwächst, daß Mutter und Vater für ihn sorgen werden.
Und dann erkennt er: Alles hat sich geändert. Jetzt ist es umgekehrt.

Manche denken, wir könnten überleben, indem wir die Natur gestalten, Baum- und
Pflanzenarten finden, die trotz der Umweltverschmutzung gedeihen, oder durch die
Gentechnik neue Arten herstellen. Sie denken, wir könnten unsere Welt so weit
industriealisieren, daß die Natur selbst industrialisiert wird. Wir könnten sie dann sogar
als "Naturindustrie" bezeichnen. Es gibt längst eine Unterhaltungsindustrie, und
praktisch haben wir auch eine Kultur- und eine Bildungsindustrie, warum nicht auch
Naturindustrie? Wir könnten den Versuch machen, die Natur zu erhalten und sie
gleichzeitig rentabel zu machen. Vielleicht eröffnet uns die Technik diese Möglichkeit;
das können wir nicht wissen. Es scheint zweifelhaft, aber vielleicht ist es ja möglich.
Aber andererseits: was würde aus uns werden? Was für eine Art Leben würden wir
führen? Es wäre durchaus "partizipieren", aber wohl kaum die Art Partizipation, die
wir anstreben.

Wir spielen eine immer größere Rolle bei all dem, und das müssen wir in Betracht
ziehen. Wir müssen bedenken, daß die Natur in unserer Psyche eine fast religiöse
Bedeutung hat und daß das Akzeptieren dieser neuen Einstellung weitreichende
Implikationen für den Menschen hat. Ein Teil der kosmischen Dimension ist also die
Einstellung des Menschen gegenüber der Natur. Aber es gibt etwas, das noch darüber
hinausgeht. Ich meine nicht einfach den Kosmos, wie wir ihn durch ein Teleskop
sehen oder wenn wir den Nachthimmel betrachten. Da ist ein Grund, der über dies
hinausgeht. Ich möchte die These aufstellen, daß es etwas Unbegrenztes gibt,
etwas Unendliches.

Im Leben in der Alltagsgesellschaft ist unsere erste Priorität vielleicht das Geld,
die Nation oder der Beruf. es gibt eine ganze Liste von Dingen, denen wir oberste
Priorität einräumen können und jeder handhabt das anders. Wenn uns jedoch nur
diese Dinge wichtig sind, können wir nicht dem den Vorrang geben, das unbegrenzt
sein könnte. Unser Gehirn sagt uns effektiv, daß es so etwas wie das Unbegrenzte
nicht gibt. Aber in einer partizipierenden Weltsicht ist das Unbegrenzte der Grund
von allem, und unser wahres Sein ist unbegrenzt. Damit taucht die Frage auf, ob die
Möglichkeit besteht, daß das Bewußtsein tatsächlich in Verbindung mit dem wahren
Sein tritt. Ich denke, jeder weiß, was diese Frage bedeutet. Die Menschheit hat sich
seit undenklichen Zeiten mit ihr beschäftigt und zahlreiche verschiedene Antworten
gefunden.

Jedoch scheint es etwas in der Struktur des zivilisatorischen Denkens zu geben, das uns
behaupten läßt, wir würden igendwann alles wissen und alles beherrschen. Aber wir
sollten uns fragen: Liegt es in der Natur des Denkens, fähig zu sein, alles zu wissen -
wo das Denken doch Abstraktion ist, was inhärent Begrenzung impliziert?
Oder, anders ausgedrückt: Ist das ganze Feld des Denkens - Erfahrung, Wissen,
stillschweigendes Denken - unbegrenzt? Unsere Kultur würde größtenteils antworten:
Ja, es ist unbegrenzt. Sie geht von der Annahme aus, daß wir alles bewältigen
können, wenn  wir mit Denken, Wissen und unsere Fertigkkeiten an eine Sache herangehen,
egal was passiert. Diese Annahme geht ins implizite, stillschweigende Denken ein.
Und das bedeutet: ganz egal, was passiert, wir werden denken.

Diese Annahme entfaltet höchste dynamische Aktivität. Es handelt sich um eine
universelle Annahme, eine Annahme über alles. Sie hat außerordentliche Macht,
ihr wird ein extrem hoher Wert zuerkannt, und sie funktioniert. Ihr wird Vorrang vor
fast allem anderen eingeräumt. Daher werden Sie feststellen, daß Sie automatisch
über alles nachdenken, da die Annahme am Werk ist, daß das Denken nicht nur
möglich und zumindest potentiell relevant ist, sondern die einzige Möglichkeit.
Meine These lautet jedoch, daß das Feld des Denkens begrenzt ist; und daß es das
"Unbegrenzte" gibt, welches das Begrenzte einschließt. Dieses "Unbegrenzte" meint
nicht nur das Vordringen in immer größere Entfernungen, hinaus bis zum Ende des
Universums. Ungleich wichtiger, meint es auch ein Hineingehen in immer größere
Subtilität. Wie wir gesehen haben haben, neigt unserer Aufmerksamkeit jedoch dazu,
begrenzt zu werden von den stillschweigenden Gedanken darüber, was von Bedeutung
ist, was es wert ist, beachtet zu werden. Wenn wir etwas nicht beachten, dann
nehmen wir es nicht wahr. Soweit es uns betrifft, existiert es gar nicht. Aber die
Aufmerksamkeit ist nicht an sich eingeschränkt. Sie könnte sich ausweiten und jede Form
annehmen. Es könnte gut sein, daß die Aufmerksamkeit eine Art Brücke zwischen dem
Begrenzten und dem Unbegrenzten  ist - zumindest potentiell.
Vielleicht gibt es eine begrenzte Form der Aufmerksamkeit, wie beispielsweise die
Konzentration, und ebenso eine unbegrenzte Aufmerksamkeit, ihre grundlegende Form.
Durch eine solche Aufmerksamkeit könnten wir zu immer sibtileren Ebenen  der
impliziten , verborgenen Ordnung vordringen, zu den allgemeinen Ebenen des
Gesamtprozesses. Auf diesen allgemeinen Ebenen unterscheidet sich das Bewußtsein
eines Menschen sehr wenig von dem Bewußtsein eines anderen. Diese impliziten,
stillschweigenden Gedanken, die das Fundament des Bewußtseins sind, werden von
allen geteilt.

Es könnte sein, daß eine der Funktionen unseres Gehirns darin besteht, immer subtilere
Ebenen des Seins sensitiv wahrzunehmen. Das Gehirn könnte dann wie eine Antenne arbeiten,
die solche Ebenen empfängt, statt nur der "Initator" von Handlungen zu sein. Solange  das
Gehirn nur seinen eigenen inneren Zielen folgt, ist es vollauf beschäftigt, was in gewissen
Zusammenhängen auch durchaus angebracht ist. Aber wenn wir bedenken, daß es
auch notwendig ist, das Unbegrenzte zu erreichen, mit ihm in Verbindung zu treten,
dann muß Stille im Gehirn herrschen - es darf nicht beschäftigt sein.

Ich denke, daß der Großteil unserer Erfahrung in der impliziten, verborgenen Ordnung
besteht, aber die Gesellschaft hat uns gelehrt, dem keinen Wert beizumessen. Wir
haben gelernt, hauptsächlich Wert auf die explizite, äußere Ordnung zu legen, die
durchaus nützlich ist für die Ziele, die wir gewöhnlich im Sinn haben - das Verdienen
unseres Lebensunterhalts und dieses oder jenes zu tun. Also müssen wir uns irgendwo
einen Raum schaffen, wo wir die Muße haben, leissure, hat die Grundbedeutung "LEERE"
- ein leerer Raum irgendeiner Form. Wir brauchen einen leeren Raum, zeitlich oder räumlich,
wo nichts uns beschäftigt. Wir könnten mit der Betrachtung der Natur anfangen, bei der es
nur minimale Ablenkungen gibt. Ein solcher leerer Raum könnte im Dialog entstehen, wenn
eine Gruppe von Menschen einander wirklich vertraut und den rechten Geist der
Gemeinschaft besitzt.

Wenn eine größere Anzahl von Menschen dies wirklich durchschauen könnte, würde sie
einen Einfluß ausüben, der über das, was einem Einzelnen möglich wäre, weit hinausgeht.
Wir können nicht mit Gewißheit sagen, was für Auswirkungen dies haben könnte, aber es
gibt reale Möglichkeiten. Gegenwärtig ist eine zynische, pessimistische Einstellung
gegenüber dem Menschen weit verbreitet, durchaus mit Berechtigung. Aber dieser Zynismus
kann leicht unberechtigt werden. Die Menschheit hat große Entwicklungsmöglichkeiten, die
durch trivale Dinge zerstört werden.

Es kommt der ganzen Menschheit zu, dem auf den Grund zu gehen: Wir haben etwas,
das potentiell eine REVOLUTION auslösen kann. Das hängt von der Intensität und der Energie
ab. Der Schlüssel scheint zu sein, daß wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf diesen Sachverhalt
richten müssen. Jedoch kommt es vor, daß uns das zunächst recht gut gelingt, aber alles
verlorenzugehen scheint, sobald Schwierigkeiten auftreten. Anstatt uns selbst zu verurteilen,
müssen wir dann herausfinden, inwieweit diese Ablenkung ein Teil desselben Prozesses ist.
Das Studieren der Ablenkungen ist Teil des Lernprozesses. Es ist von entscheidender
Wichtigkeit, dies auch beim Auftauchen von Ablenkungen zu erkennen, nicht nur an einem
ruhigen Ort. Ich denke: Wenn wir sozusagen genug gefestigt werden, auch in einer Umgebung
voller Ablenkungen standzuhalten, sind wir stark genug, mit der Betrachtung des Unendlichen
zu beginnen. Aber das Unendliche könnte so machtvoll sein, daß sein Eindruck uns ablenken
würde, wenn wir es zu rasch ansähen.

Meiner Ansicht nach besteht also die Möglichkeit einer Transformation des individuellen und
des kollektiven Bewußtseins. Es ist wichtig, daß die individuelle und die kollektive Trans-
formation gemeinasm geschehen. beides ist nötig. Und daher ist die ganze Frage der
Kommunikation und der Denkfähigkeit, der Fähikgkeit zur Partizipation in der Kommunikation
so entscheidend. (DAVID BOHM)

 

 

 

Nature & Art (2)


Quantenbewusstsein


               Vortrag von Dr. Deepak Chopra

 


Ich hoffe, in der nächsten Stunde eine kleine Verschie-

bung Ihrer Sichtweise zu bewirken. Was ich Ihnen ver-

ständlich machen möchte, ist das quantenmechanische Modell; nicht nur das Modell des menschlichen Körpers, sondern des Universums, das unser kosmischer Körper ist.


Unser wissenschaftliches Verständnis macht gegenwär-

tig einen Paradigmenwechsel durch. Die Wahrnehmung dessen, was die wirkliche Natur unserer materiellen Welt ist, erfährt eine Verschiebung. Bisher gründete die Interpretation der materiellen Welt, einschliesslich unseres Körpers, buchstäblich auf einem Aberglauben, nämlich dem Aberglauben des Materialismus, gemäss dem die Sinneswahrnehmung dafür massgebend ist, was wir als Wirklichkeit erfahren. Natürlich sagt mir schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht wahr sein kann; schliesslich erfahre ich durch meine Sinne, dass die Erde flach ist, was ich natürlich nicht mehr glaube. Ich erfahre, dass ich auf fixem Boden stehe, dabei wissen wir, dass dieser sich schwindeler-

regend schnell dreht und mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Meilen pro Stune durch den Raum rast. Meine Sinneswahrnehmung sagt mir, dass die Sonne im Osten aufgeht, über den Himmel wandert usw., dabei gibt es bekanntlich dafür eine bessere Erklärung.


 


Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch; sie liessen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h., alle visuellen Reize waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts zu tun mit ihrem ´Glaubenssystem`. Als man ihre Gehirne unter-

suchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizonta-

len Welt. In anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schliesslich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.


Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC = Premature Cognitive Commitment, was so viel bedeutet wie: auf frühkindlicher Sinneserfahrung beru-

hende Festlegung. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten biopsychologi-

schen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert, und Festlegung, da es uns in einer be-

stimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert, in dieser Realität zu leben.


Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Wir können ein einfaches Experiment machen mit Fliegen, die man in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen – ausgenommen einige Pioniere – werden den Topf nicht verlassen kön-

nen, auch wenn er nun offen ist; denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum oben begrenzt ist.


Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten; schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker als ein Weihnachts-

baum sind. Der Elefant ist nicht in der Lage zu ent-

kommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreissbar.


Gehen Sie zu einem Aquarium und reden Sie mit den Leuten, die mit Fischen experimentieren, dann erfahren Sie, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die gros-

sen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit kann man die Trennwände entfernen; die Fische schwimmen so weit, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.


In dieser Weise könnte ich fortfahren und Ihnen viele weitere Beispiele nennen, die zeigen, dass unsere Sinneserfahrung in der Tat strukturiert wird, und zwar so, dass sie sogar die Anatomie und Physiologie unse-

res Nervensystems formt. Demzufolge dient unser Nervensystem letztlich nur einem Zweck: der Wieder-

holung und Festigung dessen, was nun zu einem Glaubenssystem geworden ist.

 


Die Redewendung: Ich glaube nur, was ich sehe, ist daher überhaupt keine physiologische Tatsache. Genau das Gegenteil ist wahr: Wir sehen (erfahren) nur, was wir aufgrund unserer Konditionierung glauben. Somit stellt sich die folgende Frage: Was ist die Welt wirk-

lich, wie sieht sie in Wirklichkeit aus, was ist ihre wah-

re Beschaffenheit? Die Antwort lautet: Es kommt ganz darauf an, wer sie anschaut oder erfährt, und mit wel-

chem Sinnesapparat wir sie betrachten. Die Augen-

zellen einer Honigbiene etwa können Licht in der für Sie und mich normalen Wellenlänge nicht wahrnehmen, dafür jedoch ultraviolettes Licht. Wenn nun eine Honig-

biene von weitem ein Blume ´sieht`, dann nimmt sie nur den Honig wahr, nicht aber die Blume. Eine Schlange würde von derselben Blume nur die infrarote Strahlung wahrnehmen; eine Fledermaus das Ultra-

schall-Echo. Die Augäpfel eines Chamäleons sind an zwei Achsen beweglich aufgehängt. Wir können nicht im entferntesten erahnen, wie dieser Raum hier für ein Chamäleon aussehen würde! Nun also, was ist die Welt in Wirklichkeit, wie sieht sie aus, wie ist ihre wahre Beschaffenheit?


Der Neurophysiologe und Nobelpreisträger Sir John Eckles machte folgende Aussage: In Wirklichkeit gibt es keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Hässlichkeit. Da draussen gibt es nur pure Energiesuppe. Es ist eine im Grund genommen formlose, undefinierbare, fliessende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Diese stoffliche Welt da draussen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, das wir im Prozess der Wahrnehmung zu unsrer vertrauten stofflichen Realität machen, sozusa-

gen kristallisieren.


Wir sind wie der sagenhafte König Midas, der die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht erfahren konnte, da alles, was er berührte, zu Gold wurde. So erfuhr er nie, wie sich eine Rose, eine Liebkosung oder ein Kuss anfühlt.

 


In Wahrheit gibt es also nur diese formlose, fliessende Quantensuppe, die wir im Akt des Wahrnehmens zu unserer gewohnten Realität erstarren lassen.


In unserem gewöhnlichen Bewusstseinszustand können wir die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit nie erfah-

ren, denn wir versuchen, das Ganze anhand einzelner, bruchstückhafter Sinneswahrnehmungen zu verstehen. Da wir ausser diesen bruchstückhaften Sinneserfahrun-

gen nichts haben, werden wir das Ganze nie verstehen. Wir einigen uns mehr oder weniger über unsere subjek-

tiven Erfahrungen und nennen das dann objektive Wissenschaft. Es ist zwar nichts objektives daran, aber wir denken es uns so! Wir nehmen an, dass der menschliche Körper aus Molekülen besteht, aus Mate-

rieteilchen, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund herumschwirren, und dass diese dann ein Folge-

Phänomen erzeugen, dass wir Bewusstsein nennen. Das heisst, unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Emotionen, Leidenschafen, Liebe, Hass, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, Verdammnis, Erlösung, Erleuchtung beruhen auf umherschwirrenden Molekülen. Alles ist ein Tanz der Moleküle!


Aufgrund eben dieses materialistischen Aberglaubens und dieser materialistischen Sichtweise, die das Modell des menschlichen Körpers nur wie eine erstarrte Skulp-

tur darstellt, entstand ein völlig materialistischer therapeutischer Ansatz. Das Resultat sind die Pharma-

zeutika und chirurgischen Verfahren, welche wir Zauberkügelchen nennen können. So hört man Aus-

drücke wie oh, wie tut das gut, etwa wenn man un-

glaublich viel gegessen hat und dann ein paar Alkasel-

tzer nimmt. Nachts, wenn man nicht schlafen kann, nimmt man Schlaftabletten, oder wenn Angstgefühle hochsteigen, nimmt man Beruhigungspillen, das ver-

schafft einem Ruhe. Hat man eine Infektion, dann nimmt man ein Antibiotikum, so wird man die Infektion los; und wenn man Krebs hat, dann gibt es Chemothe-

rapie, Chirurgie und Bestrahlung. Bei Schmerzen in der Brust schluckt man Nitroglycerin, oder noch besser, man lässt eine Bypass-Operation machen.


Dies alles sind die Zauberkügelchen unseres gegenwär-

tigen medizinischen Systems, das auf dem Aberglau-

ben des Materialismus beruht. Aber sie funktionieren nicht, es sind hauptsächlich Symptombehandlungen. Entweder verschleiern sie die Krankheitssymptome oder sie wirken auf den Krankheitsmechanismus irgendwie ein, während der zugrundeliegende Prozess weitergeht. Der Krankheitsmechanismus ist nicht dasselbe wie der Ursprung einer Krankheit. Dieser hat zu tun mit den elementaren Lebensprozessen wie Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel usw., hauptsächlich jedoch mit den Vorgängen im Bewusstsein, das sich durch eben diese Lebensprozesse ausdrückt. Wir können auf den Krankheitsmechanismus korrigierend einwirken, aber dann findet die Krankheit eben eine andere Art sich auszudrücken. Wir können die Vermehrung von Bakte-

rien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Anti-

biotika-resistente Organismen und riskieren, solche bei einem Spitalaufenthalt aufzulesen. Vor einigen Jahren kam bei einer Studie der California Medical Association heraus, dass in den Vereinigten Staaten jährlich über 100.000 Personen wegen Antibiotika-resistenten Organismen sterben, mit denen sie bei einem Spital-

aufenthalt infiziert wurden. Zu jener Zeit war das mehr als das Zehnfache der durch das HIV- oder AIDS-Virus verursachten Todesopfer.


 


Was ist heute die häufigste Ursache für Drogenabhän-

gigkeit? Es ist nicht der Stoff, den die Drogenbosse in Kolumbien produzieren, sondern das, was die Ärzte ganz legal verordnen. Gemäss einer Schätzung leiden 36% der Patienten in unseren Spitälern an einer soge-

nannten akrogenischen Krankheit, d.h. einer als direkte Folge einer biotechnischen medizinischen Intervention erworbenen Krankheit. Der Besuch beim Arzt als Krank-

heitsursache?


In den USA und in Grossbritannien nehmen 80% aller Leute täglich ein ärztlich verschriebenes Medikament ein. Und trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr Personen in der Krebsforschung tätig waren als es Krebskranke gab, nimmt die Anzahl der Krebsfälle weiter zu. Es muss also etwas falsch sein am Modell. Nicht dass biotechnisches medizini-

sches Eingreifen überhaupt nutzlos wäre, nein, es ist überaus nützlich in akuten Fällen. Aber was die Häufig-

keit des Auftretens von Krankheiten oder die Sterblich-

keitsrate bei Krankheiten in bezug auf eine gegebene Bevölkerung betrifft, erreichen wir mit der heute prakti-

zierten Medizin nichts, wir verändern nur die Art, wie Krankheit in Erscheinung tritt. So haben wir keine Kinderlähmungs-, Pocken-, Masern- oder Diphterie-

Epidemien mehr, dafür sind degenerative oder geistige Störungen, Alzheimer, Krankheiten der Herzkranz-

gefässe, Krebs und verschiedene andere heimtückische Krankheiten an ihre Stelle getreten.


Ärztliches Eingreifen hat das Erscheinungsbild der Krankheiten verändert, aber nichts bewirkt in bezug auf die generelle Morbidität und Mortalität.


Wenn Sie nun den menschlichen Körper so anschauen, wie er in Wirklichkeit ist, dann sehen Sie sofort, wie es schon der griechische Philosoph Heraklit ausdrückte, dass dieser Körper nicht eine in Raum und Zeit fixierte, erstarrte Skulptur ist; er ist eher einem Fluss vergleich-

bar, einem aus Energie und Information bestehenden Fluss. Ein Fluss hat etwas Geheimnisvolles: Wenn Sie ihn betrachten, dann sieht er zu verschiedenen Zeiten immer gleich aus, obwohl er in der Tat jedes Mal neu ist. Heraklit sagte, Du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen.


Ein Fluss ist ein klassisches Beispiel für das, was die indischen Rishis als Maya, Illusion, bezeichnen. Er ver-

schafft Ihnen die Illusion von etwas, was in Wirklich-

keit ganz anders ist. Er verschafft Ihnen die Erfahrung von Nicht-Veränderung, während er sich jedoch laufend verändert. Wie bei einem Fluss, so können Sie auch nicht zweimal in dieselben Gebeine, Gedärme und Hauthüllen steigen, denn in jeder Sekunde Ihrer Exi-

stenz wird Ihr Körper erneuert. Sie wechseln ihn leich-

ter und spontaner, als Sie Ihre Kleider wechseln. Sie benutzen zum Sitzen auf Ihren Stühlen nicht dieselben Körper, mit denen Sie vor kurzem hereinspaziert sind. Sie können eine ganze Anzahl von Vorgängen heran-

ziehen und feststellen, dass das buchstäblich so ist, zum Beispiel Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel, Ausscheidung und auch Bewusstsein. Mit einem einzi-

gen Atemzug nehmen wir 10 hoch 22 Atome unseres Universums auf, das ist eine Zahl mit 22 Nullen. Diese beträchtliche Menge Rohmaterial aus dem Universum verteilt sich bis in die hintersten Ecken und Winkel unseres Körpers, bis in die Gehirnzellen, Herzzellen, Nierenzellen usw. Beim Ausatmen stossen wir 10 hoch 22 Atome aus, welche aus jedem Teil unseres Körpers kommen. Das heisst, dass wir buchstäblich Teile unse-

res Herzens und unseres Gehirns und unseres Nieren-

gewebes usw. ausatmen, und so gesehen teilen wir miteinander andauernd und in intimer Weise unsere Organe – buchstäblich! Das ist nicht bildlich gespro-

chen, wir teilen miteinander im wahrsten Sinne des Wortes andauernd und in intimer Weise unsere Organe.


Der amerikanische Dichter Walt Whitman sagte: Jedes zu dir gehörende Atom gehört auch zu mir. Das ist ganz wörtlich gemeint.


Untersuchungen des menschlichen Körpers mittels radioaktiver Isotopen und gestützt auf mathematische Berechnungen haben zweifelsfrei ergeben, dass jetzt, gerade jetzt, in Ihrem physischen Körper eine Million Atome zu finden sind, die einst im Körper von Christus waren oder in dem von Buddha, Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Saddam Hussein! Nehmen Sie irgendeinen, der je auf diesem Planeten gelebt hat; in Ihrem physischen Körper kommt Rohmaterial vor, das in jenem physischen Körper war. Betrachten wir nur die drei letzten Wochen: 10 hoch 15 (eine Quadrillion) Atome gingen in dieser Zeit durch Ihren Körper, Atome, die früher einmal durch den Körper jeder lebenden Gattung auf diesem Planeten gingen; und innert weni-

ger als einem Jahre ersetzen Sie 98% aller Atome Ihres Körpers. Das bedeutet: Sie machen alle sechs Wochen eine neue Leber, alle drei Monate ein neues Skelett, obwohl es so hart und solid erscheint, monatlich eine neue Haut, alle fünf Tage neue Magenwände. Sogar die Gehirnzellen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauer-

stoff gab es vor einem Jahr noch nicht, und die eben-

falls auf den Rohstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff basierende DNA, welche die Erinnerungen von Jahrmillionen menschlicher Evolution speichert, entsteht und vergeht alle sechs Wochen, wie eine kurzlebige Knospe und Blüte. Und wenn Sie es genau nehmen wie ein Buchhalter, wenn Sie jedes Atom und jedes Stückchen Gewebe und jedes Tröpfchen mit-

zählen, dann kommen Sie darauf, dass in weniger als zweieinhalb Jahren Ihr ganzer Körper, jeder Teil davon, bis zum letzten Atom ersetzt wird. Wenn Sie denken ´ich bin mein Körper`, dann geraten Sie in Verlegen-

heit: Welchen Körper meinen Sie eigentlich? Das dies-

jährige Modell ist nicht dasselbe wie das letztjährige und auch nicht wie das vom letzten Monat. So stehe ich nun vor Ihnen mit meinem 1991er Modell. Jeder Teil dieses Körpers, den ich benütze, um hier zu sein und mich auszudrücken, ist neu verglichen mit letztem Jahr und doch: Etwas davon hat sich anscheinend nicht verändert, nämlich meine Hoffnungen, Erwartungen, Träume, Ideen, Konzepte, Meinungen, meine Philoso-

phie und Ideologie, meine Überzeugungen. Diese hän-

gen hier etwas länger herum als mein physischer Kör-

per, meine Gedanken haben offenbar eine etwas grös-

sere Lebenserwartung als meine Moleküle. Aber auch sie ändern sich natürlich, meine Gedanken wie auch meine Gefühle, sie kommen und gehen von Augenblick zu Augenblick; sie scheinen jedoch die physische Form meines Körpers zu überleben. Vielleicht kann man sagen, das meine Gedanken und Gefühle sich fortwäh-

rend reinkarnieren als mein physischer Körper, im Hier und Jetzt, gerade jetzt. Meine Hautzellen erneuern sich jeden Monat, aber sie vergessen den Unterschied zwi-

schen heiss und kalt nicht; ich habe neue Magenzellen alle fünf Tage, und sie sind in der Lage, Hydrochlorid-

säure zu produzieren; mein Geschmacksknospen wer-

den alle fünf Wochen ausgetauscht, ohne dass sie den Geschmack von Erdbeereis vergessen. Und auch meine DNA, alle sechs Wochen neu, behält die Erinnerung an die ganze evolutionäre Entwicklung der Menschheit. Also ist mein Körper nur der Ort, den meine Erinne-

rungen jetzt gerade  als ´mein Zuhause` bezeichnen. Vielleicht ist DNS überhaupt nicht ein Ding, sondern Leben schlechthin, ein abstraktes Bewusstseinsfeld, das als Materie in Erscheinung tritt, das sozusagen die Materie als Maske trägt. Vielleicht ist der Körper nicht eine physische Maschine, die Denken gelernt hat, vielleicht ist es gerade umgekehrt: Wir sind Intelligenz-

Impulse, Gedanken, die gelernt haben, einen physi-

schen Körper zu bilden. Dasselbe würde für das ganze Universum gelten.


Ist das plausibel? Wenn Sie einer Physikerin die Frage stellen würden, ´Woraus besteht eigentlich das mate-

rielle Universum oder ein Körper?`, was würde sie sagen? Ihre Antwort wäre: Ein Körper besteht aus Atomen und die Atome setzen sich aus Teilchen zu-

sammen; diese sind jedoch nicht feste Objekte, sie sind nur Fluktuationen aus Energie und Information in einer grossen Leere von Energie und Information.


Wenn Sie den Körper mit den Augen eines Physikers anschauen, dann sehen Sie nichts anderes als eine riesige Leere, in der es ein paar verstreute Fleckchen und Pünktchen gibt und dazu einige zufällige elektri-

sche Entladungen. Denn so ist eben der menschliche Körper: 99,999999 Prozent davon wie auch das übrige Universum bestehen vor allem aus leerem Raum. Und das 0,000001 Prozent, das uns als Materie erscheint, besteht ebenfalls aus leerem Raum! Also ist ALLES leerer Raum. Die Frage ist nur, was ist die wahre Natur dieses leeren Raumes? Ist es ein Leersein von Nichts oder könnte es etwa eine Fülle nicht-materieller Intelli-

genz sein? Unser innerer Raum, der mit erstaunlicher Kreativität alles mögliche hervorbringt: Richtig und Falsch, Gut und Böse, Wonne und Schmerz, alles was wir als gegeben hinnehmen und was das Leben lebens-

wert macht, was ist dieser innere Raum eigentlich? Vielleicht ist er nicht ein Leersein von Nichts, sondern in der Tat der Schoss der Schöpfung selbst. Er ist mög-

licherweise teil eines Kontinuums, und zwar derart, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen diesem inneren Raum und dem äusseren Raum.


Die Rishis in Indien untersuchten den menschlichen Körper und nannten ihn Chit-akash. Akash heisst Raum, chit heisst Bewusstsein, Gewahrsein; also voller nicht-

materieller Intelligenz. Die Rishis waren der Meinung, das Bewusstsein sei das Primäre und die Materie sekundär. Das Bewusstsein erzeugt, steuert, konstru-

iert und wird Materie, einschliesslich der Materie, aus der unsere Körper bestehen.


In den vergangenen 25 Jahren haben die Wissenschaft-

ler erstaunliche Entdeckungen gemacht und bewiesen, dass genau dies der Fall sein muss, denn es zeigte sich folgendes: Wenn wir Gedanken und Gefühle ha-

ben, dann erzeugen wir gewisse chemische Stoffe in unserem Gehirn. Mangels eines besseren Ausdrucks nannte man sie Neuropeptide. Wenn wir Gedanken, Gefühle oder Emotionen haben, produziert unser Hirn gewisse chemische Substanzen, Neuropeptide genannt. Neuro, weil sie im Hirn gefunden wurden; Peptide, weil es sich dabei um proteinähnliche Moleküle handelt. Das bedeutet, dass ein Hirnteil mit dem anderen nicht in irgend einer menschlichen Sprache kommuniziert, wohl aber in der sehr präzisen Sprache der Neuropeptide, bei denen es sich um sehr präzise chemische Substanzen handelt. Sie können sich diese Substanzen auch als Schlüssel vorstellen, die nur in gewisse Schlüssellocher passen. In den Zellwänden anderer Neuronen befinden sich kleine Rezeptoren, die diesen Schlüssellöchern entsprechen. Das ist die Art und Weise, wie Neuronen miteinander kommunizieren. Man hat festgestellt, dass solche Rezeptoren nicht nur im Gehirn, sondern überall im Körper vorkommen, zum Beispiel in den Immun-

zellen. Immunzellen beschützen uns vor Infektionen, Krebs und degenerativen Erkrankungen. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die Immunzellen unseren inneren Dialog ständig registrieren. Wir können keinen Gedanken, kein Gefühl, keine Emotion haben, ohne dass die Immunzelle mit Hilfe der spezifischen Rezep-

toren davon weiss. Diese Erkenntnis erhärtet die be-

reits ältere Annahme, dass die Immunzellen eines Menschen, der über eine sehr lange Zeit einen unver-

hältnismässig schweren Kummer zu tragen hat, auch ´kummervoll` sind und dadurch anfälliger für Krebs, degenerative Erkrankungen usw. Diese Immunzellen führen den gleichen inneren Dialog wie die Hirnzellen, nämlich: ´Lasst mich in Ruhe; ich will nicht gestört werden` und unternehmen nichts gegen Infektionen oder Krebs. In den Immunzellen gibt es nicht nur die Rezeptoren für die Neuropeptide; sie sind auch in der Lage, die gleichen chemischen Substanzen zu produzie-

ren wie das denkende Hirn. Diese aufsehenerregende Erkenntnis bedeutet, dass die Immunzellen denken können; ihre Gedanken sind zwar nicht linguistisch strukturiert und können sich deshalb nicht in einer klaren Sprache ausdrücken, trotzdem werden die selben chemischen Codes produziert, wie sie das Hirn her-

stellt, wenn es denkt. Die Immunzelle ist also ein kleines bewusstes Wesen. Fragt man einen guten Neurobiologen nach dem Unterschied zwischen einer Immun- und einer Hirnzelle, so wird er ihn nicht nennen können, weil eine Immunzelle wie ein wandern-

des Neuron aussieht und das Immunsystem wie ein wanderndes Nervensystem. Und in den letzten 10, 15 Jahren hat man herausgefunden, dass dies nicht nur für die Immunzellen zutrifft, sondern auch für andere Zellen. Die Magenzellen produzieren die gleichen chemischen Substanzen wie das denkende Hirn, die Darmzellen, die Dickdarmzellen ... Wenn wir also sagen: ´Mein Bauch sagt mir dieses oder jenes`, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen, weil ja der Bauch die selben chemischen Substanzen erzeugt wie das den-

kende Hirn. Der Bauch kennt noch keine Selbstzweifel: deshalb sind diese ´Bauchgefühle` vermutlich sogar reiner. Jetzt wissen wir also, dass wir einen denkenden Körper haben. Wo man auch hinschaut, findet man das gleiche Phänomen: Herzzellen, Nierenzellen, Haut-

zellen produzieren die selbe chemische Substanz wie das Hirn. Wenn Sie sagen, ´Mein Herz ist schwer vor Kummer`, dann ist Ihr Herz buchstäblich mit traurigen chemischen Substanzen beladen; wenn Sie sagen, ´Ich könnte vor Freude platzen`, dann ist Ihre Haut voll mit sehr glücklichen antidepressiven Molekülen, genannt Imipramin. Der Gehalt an Interlucent und Interferon, beides Antikrebsmittel, steigt bei Freude und Heiter-

keit – und nicht nur in der Haut und im Kreislauf. Auf der anderen Seite steigt bei Angst, Furcht und Zorn der Gehalt an chemischen Substanzen wie Cortison, Adre-

nalin oder Noradrenalin, die das Immunsystem zer-

stören. Unser Körper ist also buchstäblich eine An-

sammlung von Ideen; er ist der physische Ausdruck eines Feldes, das mit sich selbst interagiert. Das Selbst macht Interpretationen für die Zellen, indem es diese chemischen Substanzen generiert, die überall und gleichzeitig im Körper auftreten. Sie breiten sich nicht etwa aufeinanderfolgend aus, sondern simultan im ganzen Körper. Wenn ich zum Beispiel den Wunsch habe, Wasser zu trinken, dann wird, sobald ich auf diesen Gedanken komme, von den Hirnzellen die Sub-

stanz AT2 produziert, die mein Verhalten so beein-

flusst, dass ich nach Wasser Ausschau halte. Gleich-

zeitig produziert ein anderer Gehirnteil, der Hypotha-

lamus, AT2 und löst damit die Ausschüttung des Hor-

mons ADH aus, das bewirkt, dass der Körper Wasser zurückhält. Gleichzeitig produzieren meine Nierenzellen AT2 und halten Wasser zurück. Meine Herzzellen, meine Hautzellen produzieren es; mit anderen Worten, sobald ich die Idee habe, ´ich brauche Wasser`, so breitet sich diese Idee überall und gleichzeitig in meinem ganzen Körper aus, sie ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Während eines einzigen Augen-

aufschlags laufen sechs Trillionen Reaktionen ab, die alle aufeinander abgestimmt sind. Dieses Feld ist nicht lokalisierbar, da das, was wir Geist nennen, allgegen-

wärtig und in allen Zellen gleichzeitig vorhanden ist. Wenn Sie z.B. Ruhe erfahren, dann darum, weil Ihr Körper Valium produziert. Dieses Valium, ein präziser Immuno-Modulator, der in allen Körperzellen gleich-

zeitig produziert wird, macht Sie im Unterschied zu dem von Hoffmann-LaRoche verkauften Produkt nicht zu einem Zombie. Dieses Feld ist im Körper buchstäb-

lich allgegenwärtig. Sie werden sich nun fragen, ob es denn auf den Körper beschränkt ist. Die Antwort lautet:  Nein, es ist nicht auf den Körper beschränkt, es dehnt sich darüber hinaus, es kann nirgendwo isoliert werden, nicht im Hirn und auch nicht im Körper. Es dehnt sich unendlich ausserhalb des Körpers aus; jenseits der Grenzen von Zeit und Raum.


Nach jahrelangem Forschen haben Wissenschaftler im Menschen eine Gruppe von Hormonen nachgewiesen, die sogenannten Pheromone (Duft-, Informations- und Lockstoffe). Vielleicht haben Sie schon von diesen Stoffen gehört; sie sind die genaue chemische Ent-

sprechung unserer Emotionen, nur dass sie nicht auf den Körper beschränkt sind, sondern sich darüber hin-

aus ausdehnen. Es wurde bereits vor dieser Entdeckung mit Pheromonen experimentiert, vor allem an Tieren und Pflanzen. Dabei wurde zum Beispiel folgendes be-

obachtet: Geht man in einen Wald und infiziert einen Baum mit Zigeunermotten, wird der Baum sofort Infor-

mationsstoffe in die Atmosphäre freisetzen, und in ein paar Sekunden wird der ganze Wald wissen, dass da eine Zigeunermotten-Infektion droht und seine Alarm-

bereitschaft erhöhen. Auf diese Weise teilt ein Baum seine Wahrnehmung oder sein Wissen anderen Bäumen mit. Schauen Sie sich das geordnete Benehmen von Ameisen oder Bienenvölkern an, sie steuern es mit den Pheromon-Botenmolekülen. Termiten bauen im Dunkeln perfekte Termitenhügel, oft mit architektonisch perfek-

ten Bogen. Auch sie kommunizieren mittels Pheromo-

nen. In dieses Gebiet fällt auch das besonders grausa-

me Experiment, das Stanford-Wissenschaftler mit Mäu-

sen durchführten. Sie verabreichten ihnen Elektro-

schocks und entfernten sie nach einer Weile aus dem Labor. Dann brachten sie neue Mäuse hinein, die sofort in Panik gerieten und Cortison und Adrenalin produzier-

ten. Sie hatten nämlich die Angst-Pheromone eingeat-

met, welche die Mäuse während der Elektroschocks abgesondert hatten.


Alle Tierarten, einschliesslich der Menschen, scheiden Duftstoffe aus. Diese Pheromone sind tatsächlich das genaue Ebenbild unserer Emotionen, Gefühle und Ge-

danken. Als ich in diesen Raum kam und die gespannte Atmosphäre spürte, war Ihre Botschaft an mich nicht metaphorisch, sondern ausgesprochen direkt, denn im Raum waren Unruhe- und Angstpheromone. Wenn Sie sagen: ´Ich ging in dieses Heiligtum und spürte Friede, Liebe und Mitgefühl`, dann ist das wortwörtlich zu ver-

stehen. Wenn Sie sage, ´Ich weiss nicht so recht, aber wenn ich diesen Kerl sehe, überläuft es mich kalt`, dann ist das eine wörtliche Aussage. Der Philosoph Emerson machten den Ausspruch: Wer Du bist, dröhnt so laut in meinen Ohren, dass ich nicht verstehe, was Du sagst. Jetzt kennen wir die physiologische Ursache dafür. Worauf ich hinaus will, ist, dass dank der For-

schungsarbeit im Bereich Körper-Geist gezeigt werden konnte, dass der Geist nicht-lokal ist. Er ist nicht auf das Hirn begrenzt und nicht auf den Körper; er dehnt sich aus, er ist ein nicht-lokales, überall und jederzeit existierendes Informationsfeld im Raum-Zeit-

Kontinuum. Dieses Feld kann an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich erkenntnisfähig sein; an be-

stimmten Stellen kann das Bewusstsein sehr umfas-

send sein: totale Selbst-Erkenntnis. An anderen Stellen sind dem Bewusstsein Grenzen gesetzt, aber trotzdem ist dieses ganze Universum ein Bewusstseins- und Erkenntnisfeld. Auch das hat Bewusstheit: Wenn man ein Elektron aus seiner Schale springen lässt, wird es vermutlich in diese Schale zurückspringen. Das bedeu-

tet, dass eine limitierte Erkenntnisfähigkeit vorhanden ist, nämlich die Eins-zu-Eins Stimulusreaktion. Je wei-

ter Sie in der Evolutionshierarchie von Leben zu Leben emporklettern, desto vielfältiger werden die Reaktionen auf den gleichen Stimulus; hinauf zur Tierwelt, weiter zum menschlichen Nervensystem und endlich zum selbsterkennenden menschlichen Nervensystem, durch das sich das Universum seiner selbst bewusst wird. Man könnte auch sagen, dass das Universum durch das erleuchtete menschliche Nervensystem seiner selbst bewusst wird. Aber das gesamte Universum ist dieses Feld geistiger Wachheit, das an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich intensiv erkenntnisfähig ist. Bewusstsein kreiert auf diese Weise nicht nur unseren menschlichen Körper, sonder auch den kosmischen Kör-

per, den wir ´Umwelt` nennen. Nur durch das Artefakt unserer sensorischen Wahrnehmung erleben wir uns getrennt vom kosmischen Körper. Ich habe also einen persönlichen Körper und einen kosmischen Körper, die beide von entscheidender Bedeutung für mein Über-

leben sind.


Das ist also das neue, wissenschaftlich fundierte Para-

digma. Es ist auch die Grundlage von Ayurveda, der heutzutage wieder hochaktuell ist. Er sagt folgendes aus: Wie das Atom, so ist auch das Universum; wie der Mikrokosmos, so ist auch der Makrokosmos; wie der menschliche Körper, so ist auch der Kosmische Körper, wie der menschliche Geist, so ist auch der Kosmische Geist.


Wenn sich die Wissenschaftler manchmal vor diesem dummen Kosmischen Geist fürchten, dann beruhigen wir sie, indem wir sagen, dass wir gar keinen Kosmi-

schen Geist brauchen, sondern dass es sich um ein Nicht-lokales Informationsfeld mit auf sich selbst Bezug nehmenden kybernetischen Feedbackschlaufen handelt. Diese Antwort befriedigt die meisten Wissen-

schaftler.


 


Schauen wir also, wie wichtig das Gesagte für uns Lebewesen ist. Bedeutet es den Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Überleben und Tod? Lassen Sie mich über ein paar Experimente be-

richten, von denen ich denke, dass sie Sie faszinieren werden: Vor ein paar Jahren führte ein Wissenschaftler namens Herbert Specter am National Institute of Health ein Experiment durch, bei dem er einigen Mäu-

sen die chemische Substanz Poly-A-c injizierte, die das Immunsystem stärkt; gleichzeitig liess er sie Kampfer riechen. Nach einigen Malen stimulierten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Er nahm eine zweite Gruppe von Mäusen, injizierte ihnen die chemische Substanz Cyclophosphamid, die das Immunsystem zerstört, und liess sie gleichzeitig Kampfer riechen. Nach einigen Malen zerstörten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kam-

pfer rochen. Wir haben also zwei Gruppen Mäuse: Die eine riecht Kampfer und stimuliert das Immunsystem, die andere riecht Kampfer und zerstört das Immun-

system. Wenn man der einen Gruppe ein karzinogen verabreicht, erkrankt sie innerhalb ein paar Wochen an Krebs und stirbt daran; wenn man sie mit Pneumokok-

ken infiziert, so stirbt sie nach ein paar Wochen an einer Lungenentzündung. Die andere Gruppe erkrankt nicht. Was macht also bei diesen Mäusen den entschei-

denden Unterschied zwischen Überleben und Tod aus?


Es ist die Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer. Noch einmal: Der entscheidende Unter-

schied liegt in der Interpretation der Erinnerung and den Geruch von Kampfer.


Ist dieses Forschungsergebnis für uns Menschen rele-

vant? Es ist sogar sehr relevant, weil wir uns gleich diesen Mäusen meistens wie Pavlow´sche Hunde ver-

halten, die beim Bimmeln einer Glocke anfangen zu geifern. Wir sind bestimmten Erinnerungen ausgelie-

fert, verknüpfen diese mit gewissen Stimuli und rufen die selben Reaktionen immer und immer wieder hervor. Wir werden die Opfer unserer Erinnerungen, und die Tragödie dabei ist, dass mein Quälgeist von heute mein Überbleibsel von gestern ist.


Wir haben schätzungsweise 60.000 Gedanken täglich. Das ist nicht weiter überraschend; was uns aber ein wenig beunruhigen könnte, ist die Tatsache, dass 95% der Gedanken, die wir heute haben, identisch sind mit denen von gestern.


Wir werden also buchstäblich zu Bündeln konditionier-

ter Reflexe, die ständig auf irgendwelche Leute und Umstände mit voraussehbaren biochemischen Reaktio-

nen und Verhaltensmustern reagieren.


Wenn wir uns dieser Tatsache bewusst werden, dass sich unser Körper täglich so sehr verändert, jährlich so oft erneuert, alle Atome in uns, weshalb leiden wir dann immer noch unter Arthritis, wieso ist der Krebs immer noch da, warum die Arterie immer noch blockiert? Die Antwort auf diese Frage ist, dass die Quantenströme und die intelligenten Muster, die diese physikalischen Antworten generieren, sich nicht ändern. Wenn Sie wirklich Ihren Krebs loswerden wollen, dann müssen Sie den ´Krebsgeist` austreiben. Der Krebs-

geist ist nichts anderes als das Zellgedächtnis, ein Quantenfluss auf zellulärer Ebene. Sie müssen auf diese tiefe Ebene gehen, den ganzen Prozess beobach-

ten und dann die intelligenten Muster umstrukturieren, die uns unsere physische Erscheinung geben. Wenn Sie wissen, wie es geht, dann können Sie nicht nur Krank-

heiten loswerden, sondern Sie können Ihren Körper neu strukturieren (eigentlich tun Sie dies unbewusst ja so-

wieso die ganze Zeit). Stellen wir uns einmal ein Back-

steinhaus vor, und dass wir jeden Backstein einmal jährlich ersetzen können. Da wir nun in der Vorstellung gefangen sind, das Haus in dieser Form sei das Ein-

zige, was wir hervorbringen können, werden wir immer und immer wieder das gleiche Haus erschaffen. So re-

strukturieren wir zum Beispiel durch die immer gleichen Intelligenzmuster die gleichen Muster einer biochemi-

schen Herzerkrankung. In unsrer Kultur stehen Herzer-

krankungen als Todesursache an erster Stelle, und es scheint, zumindest deutete dieses Experiment darauf hin, dass einfache Dinge wie Streicheln, Berühren, Liebkosen, Küssen und Sprechen den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen kön-

nen. Folgendes Experiment wurde kürzlich von der Universität Miami im Journal of Pediatrics of Florida veröffentlicht. Dabei wurden Neugeborene in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe wurde in Kinder-

bettchen gehalten, die mit Öffnungen versehen waren, durch die ein Forscher das Baby dreimal täglich wäh-

rend jeweils sechs Minuten streicheln konnte. Mann nannte das natürlich nicht streicheln, sondern Kinesthetic-Tactile Petting-Stimulation, was frei übersetzt Streicheleinheiten verabreichen heisst, um ja das Wort ´Liebe` nicht zu verwenden. Jedenfalls nah-

men diejenigen Säuglinge, die dreimal täglich während fünf bis sechs Minuten Streicheleinheiten erhielten, bei gleicher Ernährung täglich 40 – 50% mehr an Gewicht zu als die anderen. Daraus folgerten die Forscher, dass es sich bei der Kinesthetisch-Tactilen-Petting-stimula-

tion um eine kosteneffektive Methode handle, da man damit pro Behandlung dreitausend Dollars sparen kann und die Kinder viel schneller aus der Behandlung ent-

lassen werden können. Es gäbe unzählige weitere ähn-

liche Beispiele. Ich werde es bei diesem bewenden lassen.


Vor nicht allzu langer Zeit, vor ein paar Jahren erst, hat das Gesundheits- und Fürsorgedepartment des Staates Massachusets eine Studie durchgeführt, die sich wieder einmal mit den Risikofaktoren für Herzerkrankungen befasste. Man kann sich natürlich fragen, weshalb eine weitere Studie zu diesem Thema für nötig erachtet wurde. Die Risikofaktoren sind ja längst bekannt: erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Diabetes usw. Der Grund dafür war, dass aus Statistiken hervor-

gegangen war, dass die Mehrzahl der Personen, die ihren ersten Herzinfarkt zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr erleiden, keinen dieser Risiko-

faktoren haben. Was ergab nun diese neue Studie? Man fand heraus, dass der Risikofaktor Nummer eins für Herzerkrankungen Unzufriedenheit bei der Arbeit ist; wenn Menschen also ihre Arbeit nicht mögen. Risikofaktor Nummer zwei ist die innere Unzufrieden-

heit. So ging man auf die Strasse und stellte den Leu-

ten zwei Fragen. Erstens: Magst Du Deinen Job? (In Indien würden wir sagen, bist Du im Dharma?) und zweitens: Bist Du glücklich? Und wenn ein Mensch aufrichtig und ehrlich beide mit ´Ja` beantworten kann, ist er vermutlich nicht gefährdet. Eine der erstaunlich-

sten Statistiken dieser Studie sagt aus, dass in der Westlichen Welt an einem bestimmten Wochentag mehr Menschen sterben als an allen anderen Tagen. Können Sie sich vorstellen, an welchem? Jawohl, am Montag. Und um wie viel Uhr? Genau! Am Montag-

morgen zwischen acht und neun Uhr sterben in unserer Zivilisation mehr Menschen an einem Herzinfarkt als zu jedem anderen Zeitpunkt. Das ist erstaunlich, verblüf-

fend, aussergewöhnlich, einzigartig – eine Leistung, die nur die menschliche Spezies vollbringen kann, denn vermutlich kennt kein anderes Tier den Unterschied zwischen Montag und Dienstag. Und was macht den Unterschied? Eine Idee, ein Begriff, eine Interpretation! Ich hoffe, es ist für alle ersichtlich, dass der Körper aus Ideen besteht und auch das Universum ein Ideenfeld oder Ideenpool ist. Die Frage ist nun: Wer hat diese Ideen? WER oder WAS hat diese Ideen? Wo ist dieses EINE, das diese Ideen hat? Wenn Sie es im Hirn, im Körper suchen würden, wo würden Sie es finden?


Walter Pennfield ist ein kanadischer Wissenschaftler, Neurologe und Nobelpreisträger. Er entfernte operativ Gehirntumore und andere Dinge, und wenn er das Gehirn geöffnet hatte, machte er eine kleine Untersu-

chung, indem er bestimmte Bereiche des Gehirns elek-

trisch stimulierte um herauszufinden, wo sich der Kon-

trollpunkt im Hirn befindet. In einem seiner berühmte-

sten Experimente stimulierte er einen bestimmten Bereich des motorischen Cortex, als sich der Arm des Patienten plötzlich nach oben zu bewegen begann. Er sagte zum Patienten: ´Was ist los?` und der Patient antwortete: ´Mein Arm bewegt sich`. Er fragte den Patienten: ´Bewegen Sie ihren Arm?` und der Patient antwortete: ´Nein, er bewegt sich`. Da sagte er: ´OK, bewegen Sie jetzt Ihren Arm in die andere Richtung` und der Patient bewegte seinen Arm sofort in die an-

dere Richtung. Ganz gleich, was Walter Pennfield auch unternahm, um den Befehlshaber zu lokalisieren, es gelang ihm nicht. Den Ort, wo der Befehl ausgeführt wird, zu finden, ist einfach, das geschieht im motori-

schen Cortex. Jedoch jenen Ort, der den Befehl gibt, im Hirn zu finden, ist unmöglich. Man kann die Stelle loka-

lisieren, wo der Befehl ausgeführt wird, aber der Befehlsgeber kann nicht gefunden werden; er ist nicht lokalisierbar. Er ist zur gleichen Zeit überall und nirgendwo. Er ist der Denker hinter dem Gedanken. Er ist das Selbst, das mit sich selbst interagiert und Ideen generiert. Aber dieses Selbst befindet sich weder im Körper noch im Hirn. Es ist nämlich gleichzeitig überall im Körper, überall im Hirn und gleichzeitig nir-

gendwo. Es ist gleichzeitig überall und nirgendwo – alles zur selben Zeit. Und diese Kraft, die gleichzeitig überall und nirgendwo zur selben Zeit ist, dieses Selbst gehört nicht in den Bereich der Gedanken. Dieses Selbst liegt in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Und es ist dieses Selbst, das Raum, Zeit, Materie und Energie kreiert. Wir denken, dass es dort draussen eine ewige Zeit gibt; aber jeder seriöse Wissenschaftler wird bestätigen, dass noch niemand die unabhängige Existenz der Zeit bewiesen hat. Seit 1913 hat nämlich kein respektabler Physiker mehr das Wort ´Zeit` in den Mund genommen. Der Begriff, der gebraucht wird, ist Raum-Zeit-Kontinuum. Zeit, wie wir sie erleben, ist ein weiteres Artefakt unserer Sinneserfahrung. Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung inter-

pretieren. Wir metabolisieren Zeit genau so, wie wir jede andere Erfahrung umwandeln. Ich gebe dazu ein paar Beispiele:


Vor ungefähr einem Jahr traf ich auf dem Flug von Boston nach London einen alten Freund. Wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Zeit verging wie im Fluge. Man sagte uns, dass der Flug sechs Stunden dauerte, aber für uns verging die Zeit im Nu. Wir ver-

gassen zu essen, auf die Toilette zu gehen und zu schlafen. Bei unserer Ankunft hatten wir nicht einmal einen Jetlag (Ermüdungserscheinungen vom Flug). All diese fixen biologischen Kreisläufe wie Essen, Schlafen, Wachen, Verdauen und Metabolisieren wurden aufgrund unserer individuellen Wahrnehmung, dass die Zeit wie im Flug verging oder dass wir eine schöne Zeit zusam-

men hatten, umstrukturiert.


Bestimmt kennen auch Sie Leute, die ständig sagen ´Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon`, als ob Zeit eine physische Ware wäre, die sie in der Tasche mitnehmen können und die ihnen ständig davonläuft, weil sie ein Loch in der Tasche haben. Sie schauen auf die selbe Uhr wie Sie und ich, aber ihre Uhren gehen viel schneller. Es gibt so viele Termine... usw.usw. Wenn man solche Leute untersucht, sieht man, dass ihre biologische Uhr schneller läuft. Ihr Puls geht schneller, sie haben mehr Arrhythmien pro Minute, ihre Blutplättchen sind nervös, ihr Hormonspiegel (Insulin, Adrenalin, Cortison) ist hoch, und manchmal fallen sie plötzlich wegen eines frühzeitigen Herzversagens tot um, und dann ist ihre Zeit abgelaufen, und sie haben keine Zeit mehr. Diese Menschen setzen das innere Erlebnis von ´Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon` in eine physische Tatsache um. Jemand, der scheinbar alle Zeit der Welt hat, ist biologisch kom-

plett anders. Und natürlich kennen Sie den Ausdruck ´Die Schönheit des Berges war atemberaubend – die Zeit stand still`. Der Ausdruck ´Die Schönheit des Berges war atemberaubend` ist höchst interessant. Weshalb? Wenn die Zeit still steht, dann steht der Atem still, und die Gedanken kommen zum Stillstand. Und wenn die Gedanken zum Stillstand kommen und das Bewusstsein absolut still und ruhig wird, dann er-

leben wir Zeitlosigkeit. Die Zeit ist nämlich nichts anderes als die Bewegung von Gedanken. Zeit ist dasselbe wie jede andere Stimmung, Träumerei, Phan-

tasie oder jede andere Bewusstseinsschwankung. Unser Bewusstsein ersinnt Zeit, gibt sie ans Hirn wei-

ter, und wir metabolisieren sie in den Körper, wo sie sich als Altern manifestiert. Vor einigen Jahren las ich einen Bericht über eine Gruppe von ungefähr sieben deutschen Bergwerkarbeitern, die in einer Mine ver-

schüttet wurden. Nur einer von ihnen hatte eine Uhr. Um seine Kameraden nicht allzu sehr zu beunruhigen, teilte er ihnen alle zwei Stunden mit, eine Stunde sei vergangen. Nach einer Woche wurden sie gerettet, alle lebend, bis auf denjenigen mit der Uhr. Er war zwar in der Lage gewesen, das kollektive subjektive Zeitem-

pfinden zu ändern, sich selbst konnte er jedoch nicht täuschen. Er hatte ganze Zeit nur die Uhr im Kopf. Sie sehen – Zeit ist bloss ein Konzept und nicht die Reali-

tät. Im Vorwort des Bestsellers Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking macht Karl Seger die folgende Aussage: Stephen Hawking hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist Gottes zu verstehen und ist zum Schluss gekommen, dass wir in einem Univer-

sum ohne Anfang, ohne Ende, ohne Zeitbegrenzung und ohne räumliche Begrenzung leben.


Wenn Sie versuchen, das zu begreifen, sich das vorzu-

stellen, werden Sie merken, dass es unmöglich ist, weil man etwas, was nie begonnen hat, weder begreifen noch visualisieren kann. Nehmen wir einmal an, dass ein Anfang existiert, und sofort taucht die Frage auf, was denn vor dem Anfang war. Wenn wir annehmen, dass es ein Ende gibt, müssen wir uns fragen, was denn nach dem Ende sein wird. Wir können auch davon ausgehen, dass das Universum irgendwo aufhört, dann müssen wir uns sofort die Frage stellen, was nach die-

ser Grenze kommt. Quantenphysik ist nicht nur sonder-

barer als wir denken, sie ist sonderbarer, als wir den-

ken können! Unsere linguistisch strukturierte, soge-

nannte rationale und logische Denkweise ist ein Denk-

system, das auf der sensorischen Wahrnehmung des Universums beruht. Und diese sensorische Wahrneh-

mung ist inkorrekt. In den Klauen dieser Art von Ratio-

nalität gefangen zu sein, ist das schlimmste Schicksal, das einem menschlichen Wesen widerfahren kann. Was Stephen Hawking beschreibt, ist die Natur des Seins. Sein kennt keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende, es ist nirgendwo und überall. Es drückt sich durch unseren Geist, unseren Körper und unsere Erfahrungen im Leben aus, aber man kann es mit den Sinnen nicht berühren. Man kann es jenseits der Gedanken erha-

schen. Es gehört aber nicht zur Welt der Gedanken, sonder ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken, der Stille zwischen unseren Gedanken.


Es gibt zu diesem Thema einen wunderbaren Ausspruch von Rumi, dem grossen Mystiker aus dem Mittleren Osten. Er sagt: Jenseits der Idee von Gut und Böse liegt eine Wirklichkeit – dort werde ich Dich treffen. Rumi spricht also buchstäblich von diesem EINEN Feld jenseits der Gedanken. Es befindet sich in der Lücke zwischen unseren Gedanken, und manche Menschen gelangen zum Beispiel während der Meditation dorthin. Es gibt auch andere Methoden, bei denen eine einfache Verschiebung der Aufmerksamkeit ein Erleben der Einheit von Beobachter und Beobachtetem ermöglicht. Wenn wir nämlich diese Einheit zwischen Beobachter und Beobachtetem und den Prozess des Beobachtens erfahren, erleben wir, dass sie in Wirklichkeit ein ein-

ziges ist. Normalerweise ist das unmöglich, weil unsere Wahrnehmung durch Erinnerungen, Interpretationen, Klassifizierungen, Beschreibungen, Definitionen, Ana-

lysen, Evaluationen und Werturteile getrübt ist. Wir können nicht durch ´Neugeborenenaugen` sehen. In den Shiva-sutras, einer der ältesten Schriften der Welt, finden wir den Ausspruch: Schau die Welt mit frischen Augen an, schau einen gewöhnlichen Gegenstand an, als ob Du ihn zum ersten Mal sehen würdest.


Wenn wir ein Objekt wie zum ersten Mal anschauen würden, so könnten wir sehen, dass eigentlich der Beobachter beobachtet wird, dass der, der schaut, eigentlich der ist, welcher angeschaut wird. Manchmal machen Leute diese Erfahrung sogar zufällig.


Vor einigen Jahren hatte ich einen Patienten, der auf einem Nachbarhaus die Antenne reparierte. Dabei hob er ein Stück Kabel auf, das er für nicht geladen hielt, durch das aber 12000 Volt flossen. Er starb auf der Stelle. Und wie stirbt man, wenn 12000 Volt durch das Herz fliessen? Ein Phänomen, genannt ´ventrikuläre Fibrillation`, wird ausgelöst. Das Herz fibrilliert. Er fiel also vom Dach; aber wie es das Schicksal wollte, fiel er auf seine Brust, genau in dem Winkel, genau auf die Stelle, genau mit der Wucht, die es brauchte, um sein Herz zu defibrillieren. Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte, so als ob Gott ihn gerufen und dann plötz-

lich seine Meinung geändert hätte. Das Ganze dauerte nur ein paar Sekunden. Der Mann wurde vom Unfallort ins Spital transportiert, und er sagte: `Mein Geist ging immer wieder zu dieser Lücke zurück.` Er nennt diesen kleinen Vorfall, dieses kleine Zeitintervall, die Lücke. Wir fragten: ´Was war in dieser Lücke?` und er ant-

wortete: ´Dort war reine, grenzenlose Freude. Es war reine Glückseligkeit.` Wir sagten: ´Sie waren es sich bewusst?` Er sagte: ´Oh ja, ja, ich war es mir be-

wusst.` Wir fragten: ´Wessen waren Sie sich be-

wusst?` Er sagte: ´Ich war mir bewusst, dass ich be-

wusst war.` Wir fragten: ´Können Sie das etwas spezi-

fischer erklären?` Er antwortete: Ja, es war reines Gewahrsein. Das einzige, was ich sagen konnte, war: ICH BIN. Ich bin nicht dies, ich bin nicht jenes, ein-

fach ICH BIN. Es war die Erfahrung meiner eigenen Unsterblichkeit, die Erfahrung von Ewigkeit. Es war die Erfahrung von Glückseligkeit, von reiner Freude. Ich ging dermassen darin auf, dass ich realisierte, dass alles andere nur ein Konzept ist. Und ich wurde ein für alle Mal, total und gänzlich dieses Ding los, das die Menschen Angst nennen.


Das erstaunliche an der Geschichte des Mannes war, dass der Oberschenkel dort, wo der elektrische Strom aus seinem Bein ausgetreten war, total verbrannt war. Sein Oberschenkelknochen lag frei, alles was man sehen konnte, waren zerfetzte Blutgefässe und Kno-

chen. Im Spital dachte man, dass nicht nur sein Körper, sondern auch sein Hirn durchgebrannt sei. Er weigerte sich nämlich, sein Bein amputieren lassen, was die einzig angemessene Massnahme bei dieser Art von Verletzung gewesen wäre. Aber er sagte, dass er jetzt jederzeit in die Lücke gehen könne und zwar durch einen einfachen Dreh der Aufmerksamkeit. Er würde seine Aufmerksamkeit auf die Lücke richten und in sie hineingleiten. Dort würde er wieder diese reine Freude erleben und von dort aus seine Aufmerksamkeit auf das Bein richten, wo er anstatt des grauenhaften Schmer-

zes ein angenehmes Kitzeln wahrnähme. Und so ist ihm im Laufe zweier Jahre ein neues Bein gewachsen. Weshalb? Weil er an den selben Ort ging, von dem aus die Natur alles kreiert. Dieser EINE Ort ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist der nichtlokalisierte Geist, aus dem die Natur alles gebiert. Die Natur geht zu diesem Ort, um eine Galaxie, einen Regenwald oder einen neuen Gedanken zu kreieren.


Mit diesem Wissen können wir jetzt die eigentliche Frage stellen: Wer sind wir? Sind wir lediglich ein Ego, eingesperrt in einen Beutel aus Haut und Knochen, oder ist da noch etwas Beständigeres und Umfassen-

deres? Der Rishi, der Seher, sagt: Durch das Artefakt der sensorischen Interpretation habt Ihr Euch selber begrenzt, Euch buchstäblich auf Euren Körper be-

schränkt. Ihr habt Euch auf das Volumen eines Körpers und die Zeitspanne eines Lebens begrenzt und Euch Beschränkungen auferlegt, die völlig konzeptuell sind. Ihr habt Probleme kreiert wie Geburt und Tod, Freude und Schmerz, Richtig und Falsch etc. Will man diese Beschränkungen hinter sich lassen, muss man sich er-

fahren, wie man wirklich ist. Und dann realisiert man, dass man nicht im Geist ist, sondern der Geist in uns ist. Dass wir nicht im Körper sind, sondern der Körper in uns ist. Dass wir nicht in dieser Welt sind, son-

dern die Welt in uns ist. Körper, Geist und Welt pas-

sieren uns, weil wir uns zufälligerweise dafür inter-

essieren.


Ein Schüler fragte einmal seinen Meister: ´Leben wir in der gleichen Welt? Du scheinst in einer ganz anderen Welt zu leben.` Der Meister antwortete:Ja, wir leben in der genau gleichen Welt. Der einzige Unterschied ist, dass Du Dich in der Welt siehst und ich die ganze Welt in mir sehe.


Diesen Teil in uns zufinden, bedeutet, das Feld selber zu finden. Und das Feld ist reine Potentialität. Das Feld ist kein Kontinuum oder ein Modell von Raum-Zeit-

Ereignissen; das Feld ist reine Potentialität. Es ist das Kontinuum aller möglichen Energie- und Informations-

stadien, die sich später als Raum-Zeit-Ereignisse mani-

festieren. Und dieses Feld, ich möchte das noch einmal betonen, ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist in der Lücke der Stille, die nicht lokalisierbar ist.


Wenn ich mit Euch spreche, befindet sich zwischen jedem Wort und jedem Gedanken eine Lücke. Ich könnte zum Beispiel sagen: ´Ich werde jetzt diesen Raum verlassen.` Oder ich könnte sagen: ´Ich werde meine Schuhe ausziehen.` Oder: ´Ich werde Wasser trinken.` Zwischen dem ´werde` und dem nächsten Wort gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Unendliche Möglichkeiten zwischen jedem einzelnen Wort. Stellen Sie sich vor: unbeschränkte Möglichkeiten! Aus diesem Grund ist es ein nicht lokales Feld reiner Potentialität. Das Feld aller Möglichkeiten, das Kontinuum aller mög-

lichen Raum-Zeit-Ereignisse.


Hier noch ein weiteres Beispiel dafür, was der Zugang zu dieser Lücke bewirken kann. Die Geschichte ist einem meiner Freunde, einem englischen Anthropolo-

gen, zugestossen. Er arbeitete an einem Buch über Wale und war auf der Suche nach einer bestimmten Walart auf die Indonesischen Inseln gereist, um sie dort zu fotografieren. Nach drei oder vier Wochen erfolgloser Suche erzählte er einmal einem Dorfälte-

sten, was er suchte. Der Dorfälteste sagte: ´Kein Problem, wir haben hier ein zwölfjähriges Mädchen, das dir den Wal beschaffen kann.`


Am nächsten Tag setzte er sich also mit dem Mädchen an den Strand, und es schloss seine Augen. Nach etwa zwanzig Minuten sah der Anthropologe mit Herzklopfen den Wal seiner Wahl am Horizont auftauchen. Und dann, so erzählte er mir, raste sein Herz, denn der Wal kam näher und näher und strandete schliesslich zu Füssen des Mädchens. Sie mussten die Dorfbewohner holen, um den Wal wieder ins Meer zurückzubefördern. Mein Freund suchte das Mädchen und fragte es: ´Was hast Du gemacht? Wie hast Du das gemacht?` Es ant-

wortete: Oh, es war wirklich ganz einfach. Ich ging an den Ort, wo wir alle die gleiche Sprache sprechen und bat den Wal zu kommen.


Was ist das für ein Ort, an dem wir alle die selbe Sprache sprechen? Es ist der Raum der Stille; unaus-

sprechlich, erhaben, noch viel abstrakter; aber in Wirk-

lichkeit sind wir dieses unaussprechliche, erhabene, fühlende Wesen. Und die sogenannte ´materielle Realität` ist nur ein kleines Fragment dieses gewalti-

gen, erhabenen, unaussprechlichen, abstrakten, fühlenden Wesens.


Die Geschichte des Anthropologen geht noch weiter: Am nächsten Tag ging er mit dem Mädchen fischen. Sie nahmen ein Boot, fuhren hinaus, und alle paar Minuten steckte das Mädchen den Kopf ins Wasser und sagte: ´Fahren wir zehn Meilen in diese Richtung` oder ´fahren wir dorthin`, und so fanden sie alle Fische, die sie suchten. Letztendlich konnte mein Freund nicht anders, er musste es ebenfalls probieren. Er steckte also seinen Kopf ins Wasser, bis er fast erstickte, tauchte wieder auf und sagte: ´Ich habe nichts gehört.` Und das Mädchen, dieses kleine, zwölf Jahre alte Mädchen erwiderte: Eben das ist der Trick, die Stille zu hören. In der Stille ist der Raum aller Möglichkeiten.


Ich möchte meinen Vortrag an dieser Stelle mit einem kleinen Zitat von Kafka schliessen. Kafka war ja im allgemeinen ein sehr deprimierender Schriftsteller, aber einmal brachte er eine brillante Beschreibung des Weges zur Erleuchtung zu Papier:


Du brauchst Dein Zimmer nicht zu verlassen, bleib einfach an Deinem Tisch sitzen und horche.

Du brauchst nicht einmal zu horchen, warte einfach.

Du brauchst nicht einmal zu warten, werde einfach still – und die Welt wird sich Dir offenbaren; sie hat gar keine andere Wahl.


 


Besten Dank!

 

 

 

 

 
David Cooper:

MEDITATION UND BEFREIUNG

Politisch aktive Leute denken oft, Meditation sei eine Art orientalischen Quietismus und habe daher nichts mit revolutionärer Arbeit zu tun oder sei gar das Gegenteil davon. Das ist weit entfernt von der Wahrheit, wie ich über die Erfahrung von Gruppen-Meditation in verschiedenen Städten, darunter auch Buenos Aires, mitzuteilen oder zumindest anzudeuten können hoffe. Buenos Aires scheint mir besonders wichtig, weil man hier viele Berührungspunkte in der Problematik der Zivilisation in der Dritten und der Ersten Welt findet. Leider sind meine Erfahrungen im wesentlichen auf Intellektuelle der Mittelschicht bezogen, dabei kurz auch auf eine Gruppe beruflicher Therapeuten. Es kann aber gut sein, daß gerade die politisch Bewußten aus diesem Sektor der Gesellschaft zur Zeit aus Meditation den größten Nutzen ziehen können.

Es ist weder wünschenswert noch möglich, Formen der Meditation im Osten in Kulturen mit vollständig anderen sozio-ökonomischen Lebensformen zu verpflanzen; Ich ging jedoch davon aus, daß es in einer experimentellen Einführungsphase möglich sein könnte, eine ursprüngliche Ausdrucksweise gewissermaßen in eine neue Tonart zu transponieren.

Es ging uns darum, die Ablösung von eingebildeten Problemen zu erreichen, besonders solchen der versklavenden Zeit-Geld-Gleichung, um fähig zu werden, sich freier wichtigeren Problemen widmen zu können, die Handeln erforderten. Die Meditationserfahrung destrukturiert die Uhr- Zeit wie auch subjektive Zeit-Empfindung. Aufgrund dieser Zeit-Veränderung kann man Zeitzonen für Handeln, das nicht bloß Tätigkeit fürs Geldverdienen ist, entdecken. Das ist besonders wichtig für Leute, die Zeit für politische Arbeit freimachen können, wenn es ihnen gelingt, übertriebene Konsumbedürfnisse weitgehend zu reduzieren. Über die politische Analyse hinaus ist die persönliche Veränderung notwendig. Meditation kann bei der radikalen Umwälzung des gesamten bürgerlichen Lebensstils eine Rolle spielen.

Unsere Sitzungen schwankten zwischen einmal und dreimal die Woche für die jeweiligen Gruppen, zu festgelegten Zeiten. Gewöhnlich gab ich eine kurze Einführung, erklärte das Ziel, die Fähigkeit zu erlangen, sein Bewußtsein ”abzudrehen” und durch diesen ”bewußt-losen” Zustand sich der Möglichkeit zu nähern, mit der Leere zu verschmelzen. Das führt zunehmend zu Möglichkeiten der Ablösung von systematisierten Serien von Illusionen, die wir als ”Wirklichkeit” anzusehen konditioniert wurden. Sich von dieser Illusionshaltung zu befreien, ermöglicht einem, freier zu handeln und Befreiung auf alle möglichen menschlichen Sphären auszudehnen, ja sogar auf die ganze Natur, die wir zum Gegenstand ökologischer Zerstörung machen. Ich sprach dann noch die Angst an, die einige vielleicht in dieser Situation empfinden könnten und sagte, es stehe jedem natürlich frei, ruhig zu gehen; ich bat aber darum, nicht zu spät zu kommen.

Wir trafen uns in einem ruhigen dunklen Raum, groß genug für zwanzig Leute, ohne daß körperliche Berührung untereinander zum ablenkenden Problem werden konnte. Glimmende Räucherstäbchen gaben einen einheitlich-neutralen Geruch. Zu Beginn und Ende der Meditationsstunde gab ich mit einer Glocke ein Zeichen. Allein der Verzicht auf Zeit-Kontrolle ist schon wichtig, wenn auch schwierig, wenn man gewohnt ist, die Zeit anderer zu kontrollieren. Der Fußboden war mit Teppich ausgelegt, es gab jedoch keine Stühle, alle saßen mit gekreuzten Beinen auf dem Boden, manche mit etwas Erfahrung nahmen eine halbe Lotus-Stellung ein. Nach einer Weile ruft diese Haltung bei vielen Leuten Unbehagen im Rücken und in den Beinen hervor; wenn man auch seine Haltung verändern durfte, empfahl ich doch, diese Erfahrung des Unbehagens zu machen, um dann in den Schmerz hineinzukommen zu suchen. Gelingt es einem, in den Schmerz hinein zu gelangen, ohne sich ihm zu widersetzen, kann der Schmerz nicht mehr in uns sein.

Die Meditation selbst verlief natürlich in gänzlichem Schweigen. Und um den Vorgang der Leerung des Bewußtseins zu unterstützen, zündete ich an einem Ende des Raums in meiner Nähe eine Kerze an und machte den Vorschlag, sich auf die Flamme dieser ”äußeren” Kerze zu konzentrieren. Später könnte man dann Aufmerksamkeit einer ”inneren” Kerze zuwenden, bis, zuletzt, auch diese Kerze ”gelöscht” werden kann.

War die Stunde um, sprachen diejenigen, deren Erfahrung über die Meditation hinausgereicht hatte, etwa fünfzehn Minuten miteinander über diese Erfahrungen. Einige hatten beispielsweise ziemlich zwanghaft versucht, irgendein Problem ihres Lebens anzupacken; wenn das Problem ihnen als zu groß entgegentrat, schlug ich ihnen vor, sich dem Problem nicht zu verweigern, sondern sich (wie beim Schmerz) darauf zu konzentrieren, ohne zu versuchen, das Problem zu verstehen oder anzugehen. So konnten sie eher in das Problem eindringen, anstatt das Problem in sie eindringen zu lassen. ”Probleme lösen” gehört in eine andere Situation, nicht in die Meditation.

Andere wieder erfuhren merkwürdige Veränderungen in ihren Körpervorstellungen, so erfuhren sie z.B. einige Teile ihres Körpers als riesengroß, andere als absurd klein oder gar nicht vorhanden. Einige erfuhren sich als über unendliche Entfernung hinweg flutend, andere machten ängstigendere Erfahrungen, so eine Frau, die fühlte, wie sich ihre Vagina in einen scheußlichen purpurn-braunen Gegenstand verwandelte. Erst nachdem es ihr gelang, diese Erfahrung auszuhalten und sie trotz Angst und Widerstreben zu akzeptieren, kehrte ihr Körper in seinen Normalzustand zurück. Die Parallelen zu ”psychedelischen” Erfahrungen sind offensichtlich.

Das Ergebnis mehrerer Sitzungen war dann, daß die meisten eine größere Beweglichkeit beim Eintreten in ihr Bewußtsein und beim Verlassen ihres Bewußtseins erfuhren und auch die gewöhnliche mechanistische Gegenüberstellung von ”innen” und ”außen” überwanden, die der Verstand der Erfahrung aufbürdet. Bei einigen drückte sich auch ein Gleiten nach unten, von den zerebralen zu tieferliegenden Kraftzentren in größerer genitaler Beweglichkeit aus.

Nach einigen Sitzungen gab es weniger über Meditation zu reden und der Austausch entwickelte sich weitgehend non-verbal. Jemand machte z.B. eine Geste zu mir hin (oder zu jemand anderem hin) oder nahm eine bestimmte Stellung ein und man antwortete spontan darauf mit einer Geste oder Haltung, die ihr zu entsprechen schien. Es konnte aber auch ein subtiler Augenkontakt sein, oder ein Austausch von Tönen, die in gewöhnlichen gesellschaftlichen Situationen kaum wahrnehmbar wären, die aber in dieser Situation höchster Sensibilisierung Formen der Begegnung und des Wiedererkennens darstellten, die man auch in andere gesellschaftliche Situationen hinaustragen kann.

Verstehen und Interpretieren der ”Gruppendynamik” oder ”Übertragung” kommt für das nach- meditative Zusammensein nicht in Frage (das konnten die professionellen Therapeuten in unserer Gruppe erst schwer begreifen). Spontane Antworten öffnen neue Bereiche gesellschaftlicher Erfahrung und neue Formen der Begegnung.

Eine beträchtliche Gefahr liegt darin, daß, was in der Meditationsstunde oder gleich danach gewonnen wurde, gleich wieder verlorengeht. Die Rückkehr in entfremdete Arbeits- und Beziehungssituationen ist eine Bedrohung, der nicht ausgewichen werden kann. Das stellte ich nach etwa zweiwöchentlichen Meditationsperioden mit Meditation zweimal täglich (wo zwischen den Perloden immer Monate lagen) im tibetanisch-buddhistischen Kloster in Schottland fest. Arbeitet man aber nach einem Plan von einer bis drei Meditationsübungen pro Woche, den man über viele Monate aufrechterhält, dann verringert sich das Risiko des Verlusts - selbst in einem hektischen großstädtischen Zentrum. Das wichtigste ist Regelmäßigkeit, einer in der Gruppe sollte den erforderlichen großen Raum regelmäßig für die Gruppe verfügbar machen (natürlich muß niemand fürs Meditieren bezahlen!). Allmählich fängt man an, in der Zwischenzeit zwischen den Sitzungen aus der Gruppenerfahrung heraus selbst allein zu meditieren. Es wird dann möglich, jederzeit sehr kurze Momente von Bewußtlosigkeit herzustellen, auf der Straße gehend, im Restaurant, usw. Für einen Augenblick kann man sich von seinem Körper lösen und erfährt ein tiefes Vertrauen vor der anoia, daß der Körper automatisch wieder funktionieren und reaktionsfähig sein wird.

Annäherung an gänzliche Leere heißt noch nicht äußerste Verschmelzung mit dem Nichts. Man muß versprechen, in die Welt zurückzukehren, mit weniger Angst vor dem Tod, vor Orgasmus und Wahnsinn. Dann wird es möglich, auf jeder Ebene des persönlichen und des gesellschaftlichen Seins freier zu handeln und die Welt zu verändern.

Uns aus dem aufgezwungenen Bewusstsein herauszubegeben ist der erste wirkliche Schritt auf dem Weg zur Befreiung.

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"Moving out of our minds, which are really their minds, is the truest first step that leads us into and through liberated struggle."
David Cooper

 

 

 

 

 

 

 

 

"Der Terror von morgen"

Niemand, der sich auf der weltzentrischen Ebene moralischen Bewußtseins befindet, würde diese Bombe frohgemut zum Einsatz bringen. Doch könnte jemand auf einer präkonventionellen, egozentrischen Bewußtsseinsebene - durchaus keine Skrupel haben, alles in Grund und Boden zu bomben, was ihm in den Weg kommt.


Wir könne Liebe und Mitgefühl nicht einfach per se empfehlen, denn sie entfalten sich aus dem Egozentrischen über das Ethnozentrische zum Weltzentrischen - und wollen wir etwa einen Anstieg der ethnozentrischen Liebe?

Ist sie nicht gerade die Ursache vieler unserer Probleme? - Die "Nazis" liebten ihre Familie, ihre Rasse, ihren erweiterten Stamm. Das ist der Grund, warum die meisten zentrierten Religionen Kriege verursacht und nicht verhindert haben. - Religionen haben nicht nur häufiger als jede andere Kraft im Verlauf der Geschichte Kriege verursacht, sie haben das auch noch im Namen heißer Liebe zu Gott und Vaterland getan. - Ihre Liebe war ethnozentrisch, sie wurde den Gläubigen und dem auserwählten Volk frei gewährt, brachte jedoch allen anderen im Namen eben jener Liebe und jenes Mitgefühls den Tod.

 

 

 

Zweifellos sind die "Liebe und das Mitgefühl", die der Dalai Lama und andere führende Persönlichkeiten gegenwärtig fördern, postkonventionelle, weltzentrische, universale Liebe und universales Mitgefühl. Sie entsprechen jedoch einer Entwicklungsstufe, die zur Zeit weniger als 30 Prozent der Weltbevölkerung erreicht haben, während beinahe 100 Prozent der Weltbevölkerung bald Zugang zu global zerstörerischen Technologien haben wird!

 

Selbst wenn wir durch ein "So sei es!" alle Kernwaffen von der Erde verbannen könnten, würde man damit doch nicht einer Generation von Physikern das Gehirn wegoperieren. Man könnte also den gesamten Prozeß des Rüstungswettlaufs von vorn beginnen.

 

Wie aber verändert man die Seele von Menschen? - Man muß dahin gehen, wohin uns Gesetze nicht bringen können. - Das heißt, man muß zum Wachstum der Seele gehen, zum Wachstum von Weisheit und Bildung, von Bewußtsein, einem inneren Wachstum das mit dem Wachstum von Technologien Schritt halten kann. - Und es spielt einfach keine Rolle, daß dies eine unglaublich schwierige Aufgabe ist - die drohende Alternative läßt uns keine andere Wahl.

 

Wie die Lösungen dieser Probleme auch aussehen mögen, die Diskussion muß ohne Frage auf eine integrale Ebene verlagert werden, weil wir sonst fundamentale Dimensionen der Krise aussparen, so daß die Situation sehr schnell außer Kontrolle geraten und uns auf eine Rutschbahn in den Tod führen könnte.

 

"INTEGRAL" - dieses Wort bedeutet integrieren, zusammenführen, vereinigen, vernetzen, umfangen. - Es geht darum eine umfassende Sicht, eine Theorie von Allem zu finden, die der Kunst, Moral, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Alltagsleben und Religion usw. - den ihnen jeweils zustehenden Raum läßt und nicht bloß versucht, alles auf ein jeweiliges Lieblingsstück aus der kosmischen Torte zu reduzieren. - Eine wahrhaft holistische oder integrale Sichtweise der Welt. Ken Wilber

 

Integrale Medizin, integrale Psychologie, integrale Spiritualität, integrales Geschäftsleben, integrale Ökologoie, integrale Erziehung, integrale Kunst, integrale Politik, integrale Medien, integrale Diplomatie, integrales Recht, usw. "KEN WILBER" - (Ganzheitlich handeln - Eine integrale Vision für Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Spiritualität - arbor Verlag - ISBN: 3-924195-69-2)

Würden wir die Erdbevölkerung auf ein Dorf von nur 100 Einwohnern schrumpfen lassen, dann würde das etwa folgendes Bild ergeben:

 



 

Es würden dort leben:

57 Asiaten

21 Europäer

14 Nord- Südamerikaner

8 Afrikaner

30 Weiße

70 Farbige

6 Menschen würden 59 Prozent des Reichtums der Welt besitzen,

und alle 6 kämen aus den Vereinigten Staaten

80 würden in ärmlichen Behausungen leben

70 würden nicht lesen können

50 würden an Unterernährung leiden

1 würde eine akademische Bildung haben

1 würde einen Computer besitzen

Ken Wilber

 

 

 


Selbstorganisation ist eine, wenn nicht die Grundfunktion des Lebens. Leben entwickelt sich von unten nach oben. Leben entwickelt sich nicht alleine, sondern immer im System, im Zusammenhang mit sich selbst, mit gleichartigem und verschiedenem Leben, mit der Umwelt. Das Leben entwickelt nicht nur sich sondern auch seine Umwelt, die seine Lebensgrundlage ist.

Die Entwicklung des Lebens, die Selbstorganisation, die Evolution ist nicht nur Wettbewerb und Ausmerze, Sieg des Stärkeren über den Schwächeren, den Versager. Wenn es so wäre, denn böte die Natur schon lange den gleichen öden tristen, einförmigen und mechanischen Anblick wie heute unsere "Zivilisation". Evolution ist vor allem Gemeinschaft im Unterschied, Sensibilität, vorsichtiges Versuchen und Erspüren, Kreativität und dauernde Verwandlung. Zeiten langer, scheinbarer Bewegungslosigkeit sind Vorbereitung auf ein (scheinbares?) Wunder, wenn sich das Leben plötzlich in neuer Gestalt zeigt und alles in einem neuen Licht erscheint. Wir staunen über die spontane Intelligenz der Schöpfung, denn nur sie schafft etwas wirklich neues.

Lebensgrundlage ist auch die entwickelte Umwelt, die Kultur. Lebensgrundlage ist für Menschen unter anderem die Gemeinschaft, die Sprache, der Austausch, die Organisation und die Produktion, die Liebe und das Spiel, aber auch die Sicherheit, Gerechtigkeit und Verteidigung.

Auch die Entwicklung des Lebens in der Kultur braucht die lebendige, selbstorganisierte Gemeinschaft mit den Grundlagen des Lebens. Sie braucht Zeit, Geduld, Gefühl, Abstand damit die spontane Intelligenz erwachen kann und etwas "Gutes" geschieht.

 

 

 Systemiker Ervin Laszlo über kollektives Bewußtsein

Sich gestern verändern, um die Krise von Morgen zu verhindern...

Ervin Laszlo: "Hier werden mehrere Fragen aufgeworfen. Eine ist die Frage nach der Geschwindigkeit, mit der die Veränderung stattfinden kann. Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang, die mich immer fasziniert hat und im Laufe der Zeit sogar immer mehr  fasziniert, ist die Möglichkeit, dass wir als Individuen keine Gefangenen unseres Schädels und auch nicht eingeschlossen in unsere Haut sind, sondern dass wir auf eine intime Weise miteinander verbunden sind und vielleicht nicht nur mit den Menschen sondern mit dem gesamten Leben auf diesem Planeten. Auf diese Weise wäre es möglich, dass in einer Situation wie der, in der wir uns heute befinden, in der wir einer echten Gefahr ins Auge blicken, dass da etwas in den Menschen erwacht, dessen sich die meisten nicht bewußt sind, etwas, das in ihr Bewußtsein durchdringt, Warnschilder aufstellt, den Fokus auf Veränderung einstellt und einen Anstoß zum Handeln gibt.

Vielleicht ist es nicht völlig übertrieben zu sagen, dass es so etwas wie einen Geist der Menscheit gibt, so etwas wie eine Noosphäre, ein kollektives Unterbewußtsein, das in uns allen wirksam ist und das jetzt beginnt, im Bewußtsein von Individuen aufzutauchen. Wenn dem so ist, dann gibt es noch andere Kräfte, die hinter den üblichen ökonomischen, politischen und sozialen Faktoren wirksam sind. Das ist wichtig für unser Überleben, denn die Situation sieht beinah hoffnungslos aus, wenn man nur die gewohnten Faktoren in Betracht zieht. Wenn wir innerhalb dieser Begrenzungen denken, wird die Veränderung niemals rechtzeitig stattfinden.

Die Zeitverzögerungen, die der Dynamik unserer Welt innewohnen, sind nicht zu unterschätzen. Wir hätten uns sozusagen schon gestern verändern müssen, um die Krise von Morgen zu verhindern. Aber wenn es etwas in unserem kollektiven Unterbewußtsein gibt, das in das individuelle Bewußtsein durchdringen kann, dann wachsen unsere Chancen."

 

 

 

 

Er kommt.
Er kommt.
Er kommt aus dem Osten.
Er kommt mit Macht.
 

 

Nach einer alten Legende wurden die Seelen Verstorbener von einer Krähe in das Reich der Toten gebracht. Wenn allerdings etwas sehr Tragisches mit den Verstorbenen passiert war und die Seelen keine Ruhe fanden, konnte die Krähe die Toten auch wieder ins Diesseits zurückbringen.

 
 
Ehrlich, die Erde ist nicht die Wirklichkeit.
Man muß irgendwo anders hingehen;
darüber hinaus, wo Glück herrscht.
Oder sind wir umsonst auf die Welt gekommen?
Bestimmt ist unser Aufenthaltsort irgendwo anders.
Atzekische Philosophie
 

 

 
 
 

 
 

 

 
Anarchist History

 

" Der Spaziergänger"

Umwege und Abwege. Wir könnten uns verlieren in dem grenzenlosen, unbekannten Terrain abseits der großen Straßen, in dem die Zeit so anders fließt, nicht eingedämmt von Terrain-

, Fahr- oder Stundenplänen, nicht kanalisiert und kontrolliert, vom Sekundenzeiger zerhackt, Minute für Minute der Nutzung zugeteilt - nein, wild, unvorhersehbar, träg mal und dann wieder turbulent, bewegungslos und dann wieder wie wahnsinnig tosend, unberechenbar, ziellos.

Einfach so. Den Augenblick genießen, den Verheißungen in der Luft nachspüren, empfänglich sein für das Leben ringsum.

Einer Sehnsucht folgen. Sich treiben lassen.

...ich hätte mir notieren sollen, wer das geschrieben hat. G.F.

 

 

 

Von Machtmissbrauch über Profitmaximierung bis hin zu Kriegen

und Massenmorden vom Ego geführte Menschen sind wie gefährliche

Waffen.

Erst wenn der Mensch seinen Verstand  durch sein Herz ausdeutet,

wird sich unsere Welt verbessern.

Unsere Gedanken erschaffen unsere Realität. Doch unsere Gedanken

sind nicht die Realität.

Der richtige Einsatz unseres Gehirns als selbsttätiger Kontrollmechanismus

wird uns dabei helfen zu anderen Ebenen oder Dimensionen des Daseins

überzuwechseln.

Wahrheit, Intelligenz, Einsicht und Barmherzigkeit, also Dinge, die Platons

"höchsten Werten"  vergleichbar sind: Das Wahre , Gute und Schöne.

All das können wir erfahren und wahrnehmen, wenn wir uns öffnen,

wenn wir Verstand und Ego in uns zum Schweigen bringen.

Wir sind vernetzter als wir denken.

Selbst im Alltag kann es durchaus nützlich sein, auf seine Intuition zu hören.

Unser Gehirn kann mehr leisten als die Reproduktion von erlernten.

Neurowissenschaftler gehen davon aus, daß wir nur 10 % Prozent unseres 

Gehirns überhaupt nutzen.

Eine Trennung von Geist und Materie existiert lediglich in unserer Vorstellung.

Kein noch so versierter Physiker und kein noch so spitzfindiger Philosoph 

wird uns mit Sicherheit sagen können, wo die bloße Materie endet und wo

das Geistige beginnt.

So ist es nicht verwunderlich das selbst herausragende Physiker sich zu der 

Aussage hinreißen ließen:

Wer die Quantenphysik verstanden hat, kann sie nicht wirklich verstanden 

haben.

Die Wirkmächte des Kosmos verändern uns sowohl auf der primär materiellen

Ebene unseres Körpers als auch auf der Bewußtseinsebene.

Das Paradigma der gnadenlosen Konkurrenz wird durch eine Sichtweise abge-

löst, die auf Flexibilität und Harmonie der Lebewesen basiert.

Plötzliche evolutionäre  Veränderungen treten zwischen langen Perioden relativer

Stabiltät auf.

Dadurch springt ein Organismus in überraschendem Tempo auf eine deutlich 

höhere Entwicklungsstufe .

Womöglich ist es ebendas, wonach unsere krankende Gesellschaft verlangt.

Die Fähigkeit zur Selbstorganisation findet durch eine Hyperraumkommunikation

statt. Wissenschaftler konnten feststellen, daß beispielsweise bei einem 

chemischen System unzählige Milliarden von Molekülen in ihrem Verhalten

synchronisiert werden.

Der grundsätzliche Antriebsmotor der Evolution ist die Fähigkeit zur Selbst-

schöpfung und Selbsttranszendenz.

Dissipative Strukturen zeigen auf, dass das Leben grundsätzlich als ein selbst-

organisierender kreativer Prozess zu verstehen ist; sie bezeichnen Strukturen 

die offene System bilden können, welche Energie austauschen. (Ilya Prigogine)

Die von Prygogine untersuchten Prinzipien zeichnen sich nicht erst bei Zellen

oder höheren Lebewesen ab, sondern haben nahezu universelle Gültigkeit.

Studien zeigten das Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis durch 10-Hertz-Felder

beeinflusst wurden.

Diese Erkenntnis dürfte von ungeahnter Tragweite sein, da wir im zeitnahen

Bereich mit Feldern konfrontriert  werden, die durch unsere Sonne hervor-

gerufen werden.

Auch wenn viele kognitive Prozesse im Menschen bewusst sind, haben

"Kognition" und Bewusstsein nicht die die gleiche Bedeutung.

Sie können bestimmte Prozesse im Menschen unbewusst  und dennoch

kognitv sein - ein Beispiel hierfür ist das unbewusste Lernen.

Zu den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen zählen zum Beispiel  die

Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen,

die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, der Wille, das Glauben,

um nur die wesentlichsten Fähigkeiten zu nennen.

Das Denken eines Organismus muss weit in die Zukunft und die Vergangenheit

reichen, wenn das "Gib-jetzt-und-empfange-deinen-Lohn-später" -Prinzip

des Altruismus aufgehen soll. Nur das in Symbolen denkende Gehirn des

Menschen ist bewusst dazu fähig.

Überdies setzt Zusammenarbeit Vertrauen voraus..

Menschen müssen sich ständig des anderen versichern, damit jeder gleicher-

maßen dem Wohle der Allgemeinheit verpflichtet ist.

Das Gehirn hat in den letzten zehn Jahren mehr über sich selbst gelernt als

in seiner ganzen Geschichte zuvor. Von nun an wird sich die Evolution der

Intelligenz in Quantensprüngen vollziehen.

 

 

Keine Macht für Niemand!