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Über uns – HINTER DEN SCHLAGZEILEN

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„Die erste Pflicht aller Journalisten müsste doch sein, nicht gegen irgendeinen Feind, sondern gegen den Krieg mobil zu machen!“,

"Das Ziel der pseudokonservativen Mentalität [...] ist die Errichtung einer Diktatur der wirtschaftlich stärksten Gruppe. Sie ist mit Hilfe einer Massenbewegung zu erreichen, die dem sogenannten 'kleinen Mann' - das heißt, den verstörten Angehörigen der mittleren und unteren Schichten des Mittelstandes, die sich noch an ihren Status und ihre vermeintliche Unabhängigkeit klammern -, Sicherheit und Vorrechte verspricht, wenn sie sich den richtigen Leuten zur richtigen Zeit anschließen. Diese Sehnsucht erscheint in der gesamten pseudokonservativen Anschauung als Spiegelreflex" (Adorno 1995, 219).


Nahezu prophetisch für die heutige Zeit schreibt Adorno: "Diese objektiven Bedingungen werden nicht gesteigert durch mächtige wirtschaftliche und soziale Kräfte, die, bewusst oder selbsttätig, die Menschen in Unwissenheit halten. Allein die Tatsache, dass unser Gesellschaftssystem sozusagen in der Defensive ist, dass der Kapitalismus, anstatt wie früher zu expandieren und den Menschen immer neue Möglichkeiten zu erschließen, sich selbst mühsam behaupten und kritische Einsichten blockieren muss, die vor hundert Jahren als 'progressiv' galten, heute aber als potentiell gefährlich angesehen werden, begünstigt eine einseitige Darstellung der Fakten, manipulierte Information und gewisse Akzentverschiebungen, welche die allgemeine Aufklärung hemmen, die sonst durch den technologischen Fortschritt des Kommunikationswesens vorangetrieben würde. Wieder einmal, wie schon zur Zeit des Übergangs vom Feudalismus zur bürgerlichen Gesellschaft, erhält Zuviel-Wissen einen subversiven Beigeschmack. Dieser Tendenz kommt die 'autoritäre' Mentalität großer Teile der Bevölkerung auf halben Wege entgegen" (Adorno 1995, 186).


Der rassistische Moralismus "räumt [wie Adorno in seinen Studien zum Antisemitismus analysierte, A.L.] das letzte Hindernis auf dem Weg zum psychischen Totalitarismus beiseite. Keine Hemmungen halten das assoziative Crescendo [allmähliche Ansteigen, A.L.] destruktiver Ideen noch in Schranken. Hass wird in nahezu automatisierter und zwanghafter Weise produziert und gesteigert, vollkommen ich-fremd und ohne Beziehung zum empirischen Objekt. Soziologisch betrachtet zeigt das Missverhältnis zwischen Schuld und Strafe, dass für den extremen Antisemiten die Idee eines rationalen Gesetzes hinfällig geworden ist, mag er auch noch so viel von Ordnung und formalistischen Spitzfindigkeiten reden. Er ist bereit, seine Ideologie der gleichen Rechte zu opfern, sobald er die Macht errungen hat, sich selbst den Löwenanteil zu sichern" (Adorno 1995, 144).


Steuern sind wahrscheinlich das Thema, an dem sich die aufgespeicherte Wut über die soziale Ordnung entlädt. [...] Der Mann, der mit der Faust auf den Tisch schlägt und sich über die hohen Steuern beschwert, ist der 'natürliche Anwärter' für totalitäre Bewegungen. Steuern rufen nicht nur die Assoziation von angeblich verschwenderischen demokratischen Regierungen hervor, die Millionen Müssiggängern und Bürokraten verschenken, sie sind eben der Punkt, an dem das Volk erkennt, [...] dass diese Welt nicht wirklich dem Volk gehört. Hier spüren sie unmittelbar, dass Opfer von ihnen verlangt werden, für dies sie kein sichtbares Äquivalent erhalten [...]. Die indirekten Vorteile, die der Einzelne durch gezahlte Steuern haben mag, bleiben ihm dunkel. Er sieht nur, dass er zahlen muss, ohne etwas zurückzubekommen, was mit dem Austauschprinzip im Widerspruch steht, auf dem die liberalistische Idee des freien Marktes aufbaut" (Adorno 1995, 264).



"Wir haben Grund anzunehmen, dass jene Entwicklungstendenzen unserer Gesellschaft, die mehr oder weniger in Richtung einer faschistischen staatskapitalistischen Organisation zielen, bisher verborgene ideologische Tendenzen zu Gewalttätigkeit und Diskriminierung zum Vorschein bringen. Alle faschistischen Bewegungen bedienen sich offiziell traditioneller Ideen und Werte, geben ihnen jedoch in Wirklichkeit eine völlig andere, antihumane Bedeutung" (Adorno 1995, 206).



"Ein Mensch, der sich mit der Welt wie sie ist, a priori identifiziert, wird wenig Anreiz fühlen, sie geistig zu durchdringen und zwischen Wesen und äußerem Schein zu unterscheiden [180]. Die Unkenntnis von der heutigen komplexen Gesellschaft führt zu einem Zustand allgemeiner Unsicherheit und Unruhe, der den idealen Nährboden für reaktionäre Massenbewegungen modernen Typs abgibt. Solche Bewegungen sind immer 'völkisch' und hämisch anti-intellektuell" (Adorno 1995, 180 + 181).