https://lavamuc.noblogs.org/
lava [muc] – libertäre Antifa

Alles Verändern, ein anarchistischer aufruf / …

https://www.crimethinc.com/tce/deutsch

 

FdA-Logo

A-Fahne

 

FAU-Fahne

Untergrund-Blättle | Online Magazin

 
www.untergrund-blättle.ch

Artikel, Reportagen und Analysen aus dem politischen und kulturellen Untergrund. Rezensionen, Essays und linke ...

Über uns – HINTER DEN SCHLAGZEILEN

hinter-den-schlagzeilen.de/ueber-uns

„Die erste Pflicht aller Journalisten müsste doch sein, nicht gegen irgendeinen Feind, sondern gegen den Krieg mobil zu machen!“,

Von der Geldgier zum Wachstum an Verbundenheit.

Die Arbeitsteilung und die Vermittlung des sozialen Miteinanders
durch das Geld haben die Gemeinsamkeit der Menschen zerrissen
und damit die eigentliche Quelle von Glück zerstört.
Das Glück, das in der Arbeit nicht oder nur sehr selten zu finden
ist, sucht man im Konsum. Doch im passiven, einsam genossenen
Konsumieren blitzt das Glück immer nur vorübergehend auf, um dann
rasch seinen Reiz zu verlieren.
Geldgier wandelt sich zum Konsumrausch, verlangt immer mehr,
den immer neuen Kick.
Das Marketing antwortet darauf immer mit dem Schein des Neuen.
Außerdem sollen niedrige Preise dazu verlocken, möglichst viel
an Sinnlosem zu kaufen. Ermöglicht wird der niedrige Preis jedoch
durch niedrige Kosten, erreicht durch immer neue Techniken,
durch steigende Arbeitsbelastung oder schlichte Ausbeutung von
Billigarbeit. Gerade dies aber prägt wieder das Erleben der Menschen,
reduziert sie auf passive Erfüllungshilfen der Unternehmensziele
und lenkt noch mehr Glücksstreben auf den Konsum um.
Dieses Modell der Konsumgesellschaft frisst sich wegen des exponentiell
wachsenden Rohstoffverbrauchs und durch die Inanspruchnahme von
immer größeren Umweltkapazitäten in die Natur hinein und zerstört
dort die natürliche Vernetzung.
Vermeintlich belohnt wird eine solche unter der Regie der Geldgier
geführte weltweite Produktion durch immer mehr Konsumgüter und die
fiktiven Welten, die in Kinos oder Erlebnisparks für einige Stunden
Glück vorgaukeln.
Die reale Gemeinschaft der Menschen, ihre kommunikativen Beziehungen,
die gegenseitige Hilfe, die Arbeit in einem überschaubaren lokalen
Umfeld, das sich noch mit der Natur verbunden weiß - all dies wird
durch die Märkte und die Abstraktion des Geldes immer weiter ausgehöhlt.
Es treibt die Menschheit zu einem Wachstum an, das die Erde längst
nicht mehr tragen kann. In den Städten gehen mit dem Konsumrausch
die Einsamkeit und die psychischen Krankheiten einher, die aus der
Entfremdung von den anderen und von einer erfüllenden Tätigkeit
erwachsen. Glück wird zu einem Traum oder zu etwas, das man mit Pharma-
zeutika künstlich herzustellen versucht.
Wirkliches Glück kann nur in einer Umkehr, im Weniger, in der Bescheiden-
heit liegen. Die Raserei des Wachstums, für die letzlich die Geldgier
die Motivation liefert, ist auf einem endlichen Planeten eine tödliche
Sackgasse.
Das kapitalistische Modell ist nicht für die ganze Erde universalisierbar.
Deshalb müssen Bescheidenheit im Konsum, die Rückkehr zu lokalen Formen
der Produktion, das Zurückdrängen von Geldbeziehungen durch Gemein-
schaftsarbeit zuerst in den entwickelten Ländern mit dem höchsten Ver-
brauch beginnen. Diese Bescheidenheit bedeutet nicht Verzicht, sondern
kann in einer neuen, kreativen Verbundenheit der Menschen ungeahnte
Quellen für ein neues Glück erschließen.
Das hierbei auch unser Verhältnis zur Natur, das bislang ausschließlich
in der berechnenden Herrschaft durch Technik besteht, neu zu über-
denken sein wird, steht außer Frage. Wir behandeln die Natur so, wie
wir miteinander umgehen: Als eine Feindin, die wir durch technische
Mittel bezwingen wollen.
Aus der Konkurrenz untereinander entsteht keine Lösung, sondern nur
neues Unglück. Der Weg besteht nicht im Ergreifen von Mehr, sondern im
Lassen des Vielen. Je mehr wir von den alten Irrtümern, die aus der
Geldabstraktion hervorgegangen sind, aufgeben, unseren Geist von ihnen
befreien, je weniger wir Menschen und Natur in berechnend-distanzierter
Haltung begegnen, desto weniger Leiden wird es geben.
Karl-Heinz Brodbeck