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lava [muc] – libertäre Antifa

Alles Verändern, ein anarchistischer aufruf / …

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A-Fahne

 

FAU-Fahne

"Die subversive Page!  - Für subversive Menschen!" Ich bin kein Pessimist. Es wird eine "Revolution" kommen, die größer sein wird als die "Französische Revolution". (Oscar Niemeyer)

 Gedanken über die Utopie einer möglichen anarchistischen Lebensweise und Gesellschaft:

Anarchie bedeutet frei von politischer Korruption! - Frei von Ausbeutung! Und Freiheit von Herrschaft!
In der Utopie der Anarchie gäbe es hoffentlich Gegenseitige Hilfe. - Direktdemokratische Selbstorganisation und Selbstverwaltung und Selbstbestimmung. - Weniger Egoismus & Narzismus, dafür mehr gemeinschaftliches Leben.
Ich bin auch nicht so für Räte. - Eher für anarchistische-mitmenschliche direktdemokratische Selbstverwaltung in allen Stadtteilen, in der Nachbarschaft, den Gemeinden und Betrieben, wo Jeder/Jede mitmachen könnte, wer möchte. Nicht nur Räte.
Wie wollen Wir Leben? - Was und wieviel davon wollen Wir produzieren? - Welche Produktionsweise ist gut für unsere Lebensbedingungen? - Was ist enkeltauglich? Was ist gesund?
Der Begriff “UMWELT” ist mir auch zu abstrakt. - Ich bin selber NATUR und das bedeutet - WIE GEHE ICH MIT DER NATUR um mich herum um?
Die Technologie wird uns nicht retten! - Heutzutage brauchen wir aber Technologie. Aber wieviel Technologie und für was? Mehr Elektroautos bedeuten mehr Kohlekraftwerke und womöglich wieder Atomkraftwerke? Mehr Handy und Computer bedeuten mehr Bürgerkriege und mehr technologischen Müll. Mehr Flugzeuge bedeuten mehr Tourismus und mehr Tourismus bedeutet Klimakriege und Klimaflüchtlinge. Mehr medizinische Technologie bedeutet Organdiebstähle von den Reichen bei den Armen.
Mehr Rüstungstechnologie bedeutet mehr Tote und mehr Kriege. usw.
Wie setzt mensch also Technologie so ein das Sie der Menschheit und dem kleinen Planeten Erde nicht schadet und eher nützlich wäre?
Weniger und gezielt nachhaltige Technologie wäre da eher mehr. - Mensch sollte aber auch die Reboundeffekte bedenken.
Institutionen bräuchten WIR in einer anarchistischen Gesellschaft auch wesentlich weniger.
Für was Versicherungen? - Für was Finanzämter? - Für was Alterheime und Kindergärten? - Für was Banken?
Wenn WIR doch wieder mehr Zeit hätten uns um unsere wichtigsten Angelegenheiten wie Freunde, Kinder und ältere und kranke Menschen wieder selber zu kümmern.
Weil die reichen Zeitdiebe des Kapitalismus in einer Anarchie ja abgeschafft wären. Tja. G.F.

 

Durch untätige Akzeptanz korrumpierst du alles, was gut ist, zerstörst alles, was atmet. Indem du ihnen diesen Alptraum aufhalst, willigst du ein, die künftigen Ungeborenen zu verbrennen.

"Ohne die UTOPIEN früherer Zeiten würde die Menschheit
immer noch nackt und armselig in Höhlen wohnen.
Es waren Anhänger einer Utopie, die den Umriss der
ersten Stadt zeichneten(...) Aus kühnen Träumen wird
segenreiche Realität.
Die Utopie ist das grundlegende Prinzip allen Fort-
schritts und der Aufbruch in eine bessere Zukunft".
Anatole France
Zu der Zeit, als Anatole France geboren wurde, waren
Utopien offensichtlich so fest im kollektiven Bewußt-
sein und im Alltag verankert, dass ihm eine menschliche
Existenz ohne Utopie nicht nur minderwertig und zutiefst
fehlerhaft, sondern schlicht unvorstellbar erschien.
In erster Linie ist eine Utopie das Bild eines anderen
Universums, das sich von dem unterscheidet, das wir
kennen oder von dem wir gehört haben.
Sie antizipiert außerdem ein Universum, das seinen
Ursprung allein menschlicher Weisheit und Hingabe verdankt.
Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit utopische
Träume das Licht der Welt erblicken konnten.
Erstens das überwältigende (wenn auch diffuse und vorerst
unausgesprochene) Gefühl, dass die Welt aus den Fugen
geraten war und ohne Generalüberholung schwerlich wieder
in Ordnung gebracht werden konnte.
Zweitens die Zuversicht, dass die Menschheit in der Lage
war, dieser Aufgabe gerecht zu werden, der Glaube, dass
"wir Menschen es schaffen können", da wir schließlich
mit Vernunft begabt sind, herauszufinden, was auf der
Welt schiefläuft und wie ihre kranken Teile ersetzt
werden können.
ZYGMUNT BAUMANN - Flüchtige Zeiten Seite 142 & 144.

"Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen..."

Indem du dich weigerst gegen die gemeinen Gefahren vorzugehen,
machst du dich des vorsätzlichen Mordes an unserem Planeten
und der sozialen Zerstörung schuldig.
Bist du so abgehoben von deiner Menschlichkeit, dass du das ge-
schehen lassen würdest? Bist du nur ein hilfloser Mitläufer und
schwenkst deine Fahne in stummer Billigung? Mach die Augen auf
und schau. Mach die Ohren auf und höre. Öffne deinen Verstand und
denke. Nimm dein Leben  in deine Hand und handle.
Es liegt an uns, den verantwortungsbewussten Bürgern dieser Erde,
den Fall der mächtigen Elite herbeizuführen. Sie hat entsetzliches
Elend herbeigeführt. Ihr Wahnsinn schließt von vorneherein alle Ver-
nunft und alles Mitleid aus. Sie lügen, betrügen und manipulieren. Sie
sind Maden im Fleisch der Anständigkeit, Geier, die die Hoffnung von
den Knochen nagen, Bringer von Hungersnöten, Krieg, Pest und Tod.
Man muss ihnen das Handwerk legen. Warum sollten Menschen
für den Irrsinn ihrer Anführer sterben? Warum sollten Menschen un-
ter der Gehässigkeit ihrer Gier leiden? Wir sollten uns nicht von Auto-
ritäten einschüchtern lassen, wie es anderen vor uns ergangen ist. Wir
müssen uns wehren, mit dem Bewusstsein, dass, wenn wir es nicht
tun, wir in unserer Verantwortung für das Leben selber versagt haben.
Wir kämpfen für die gerechte Sache. Es liegt an jedem einzelnen von
uns, sein Bestes zu geben. Wir müssen uns klar machen, dass die ein-
zige Kraft, die die Machthabenden über uns haben, diejenige ist, die
wir ihnen geben.

Du, der untätige Beobachter, hast ihnen die Macht gegeben. Du, und
nur Du, kannst sie auch wieder entziehen. Du wirst gebraucht und
missbraucht, und wirst abgelegt, sobald Du ausgeblutet bist und sie
dann haben, was sie wollen.
Du musst lernen, mit Deinem Gewissen, mit Deiner Moral, mit
Deinen Entscheidungen und mit Dir selbst zu leben. Nur Du kannst
das.
Es gibt keine Autorität außer Dir selbst.
Penny Rimbaud

Vergesst die organisierte Revolution, die ist bestenfalls hy-
potethisch und schlimmstenfalls ein weiterer zynischer, akademischer
Weg, um den einen Gewehrlauf durch einen anderen zu ersetzen. Mit
Träumen von Marx und Mao wird die ausweglose Situation nur noch
schlimmer, und die ganze Zeit dreht Bakuin Pirouetten im Grab.
Wo bleibt dabei der Ausdruck unserer inneren Freude? Wo die Kunst
unserer inneren Sehnsucht?

Penny Rimbaud

Verlass den Boden des Gesetzes, indem du dir dein eigenes machst.
Nur du weißt, was gut für dich ist. Vergiss deine Erziehung, die dich ge-
zwungen hat, dich als inadäquaten Wurm zu betrachten. Übe die Kunst
der Ablehnung, schlage dich nicht auf diese oder jene Seite, sondern auf
keine Seite. Schaffe dir einen eigenen moralischen Kodex: das ist das
einzige moralische Gebot, das irgendwas bedeutet. Trau dir das zu.

Wenn du dich von den Fesseln der auferlegten Autorität befreist,
wirst du im eigenen Interesse handeln statt für jenes Selbst, das vom
Staat definiert und konditioniert wurde. Dann und nur dann wirst du
keine Angst mehr haben zu handeln. Außerdem wirst du als freies
Individuum nicht nur für das Allgemeinwohl handeln sondern auch
als Allgemeinwohl, und nur dann werden deine Handlungen durch die
Lebenskraft gespeist.

Diese Revolution ist allein die deinige, ohne Grund und ohne Fol-
gen. Wir wurden vom Mainstream ausgestoßen und lehnen gemäßigte
Alternativen ab, wir sind Rebellen ohne Anlass. Wir machen keine
hypothetische Revolution. Frei von den Zwängen der Moralisten und
der Lästerer betreiben wir die völlige Rebellion der Seele. Also lasst uns
unsere Revolution "Rebullution" nennen, das klingt viel spaßiger.
Vive la rebullition!
Da stehe ich wieder mit dem Finger am Abzug und wieder muss ich
mich fragen, ob ich abdrücke? Die einfache Antwort ist "Ja", und dann
"Nein". Erwartet ihr wirklich eine eindeutige Antwort? Beurteilt nicht
die Worte, beurteilt die Folgen; dann schaut auf die Massengräber der
Geschichte.
Aber noch immer die verteufelte Frage: Wie kann man die mora-
lischen Folgen einer Handlung einschätzen, die jenseits moralischer
Betrachtungsweisen zu sein scheint? Stimmt, wir könnten den staat-
lichen Henker, die Erschießungskommandos der Geheimdienste fra-
gen, oder gar den Landser, aber ihre Antworten wären einseitig. Wir
sind dazu verdammt, mit dieser verwirrenden, kritischen Frage zu le-
ben, es sei denn, dass auch wir einseitig sind.

In der Zwischenzeit maschiert das Vierte Reich ungehindert wei-
ter, eine Kombination aus multinationalen Konzernen, liberalen kapi-
talistischen Regierungen und einer servilen, unterwürftigen Öffent-
lichkeit: die Armee der Anhänger des globalen Konsumdenkens. Diese
Armee ist für mehr Leid verantwortlich als jede andere Armee, die
je existiert hat. Ihre Taten umfassen Völkermord, politische Folter,
Umweltkatastrophen bis hin zur gedankenlosen Verschwendung von
Ressourcen. So wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist, ist es fast un-
möglich,  nicht eingezogen zu werden.
Jeder, der im Dritten Reich passiv blieb, ist ein Nazi durch Mittäter-
schaft, so wie wir jetzt Mitläufer im Vierten Reich sind. Glaubt mir, sie
sind alle ein und dasselbe, und bis wir einen Weg finden, um uns zu
rehabilitieren, sind wir ein Teil davon.
Penny Rimbaud

Obwohl es kaum Vorbilder gibt, lehnen sich diejenigen, die dem Status
quo die Stirn bieten, entgegen aller Widrigkeiten auf.  Wir bemühen uns,
Alternativen aufzubauen, aber die heimtückische Macht der Medien macht
es einem sehr schwer, Grundlagen zu schaffen. Ihre Lügen und Verdrehungen
sind so extrem, dass dadurch alles vergiftet und korrumpiert wird.
Es stimmt zwar, dass ich mir meinen Weg in den kultruellen Blutkreislauf
erschleichen könnte, um dann aus dem Inneren des Biestes heraus zuzuschlagen,
aber ich weiß, das würde mich teuer zu stehen kommen.
John Lennon sagte: " They hate you when you´re clever and they despise a fool."
Er hatte Recht.
Gesellschaftlich anerkannte Intelligenz benötigt nur Konformismus und Kompromisse.
Und überhaupt, fällt es mir nicht schwer, die Erwartungen anderer Leute zu erfüllen, da
meine eigenen um so viel höher sind.
Kann mir jemand sagen, warum die Freundlichen und Sanften oft der Lächerlichkeit
preisgegeben werden, während die Engstirnigen und Leisetreter an die Macht gehievt
werden? Welche grauenhaften Perversionen haben stattgefunden, dass wir alle von
Narren regiert werden?
Lennon hat auch gesagt "all you need is love", aber genau wie Gandhi ist er jetzt tot.
PENNY RIMBAUD

Freiheit ist nur ein Traum, das erscheint so tragisch, aber die schrecklichen Ungleichheiten
des Lebens sorgen dafür, dass es auch so bleibt. Wie viel Raum gibt es für Selbstver-
wirklichung und persönliche Entfaltung, wenn mehr als die Hälfte der Menschheit am Ver-
hungern ist? Es gibt so viel, was ich hätte tun können, aber mit meiner Sehnsucht nach
Veränderung bin ich an diesem Fleck verwurzelt, sehe und fühle nur das Seufzen und
Sterben unseres trauigen, missbrauchten Planeten. Wenn es nur das Leiden wäre, hätte
ich Anteil daran nehmen können statt abseits zu stehen.
Penny Rimbaud

Eine Gesellschaft, die ihre Radikalen erniedrigt, ist eine dekadente
Gesellschaft, in der intellektuelle Selbstgefälligkeit und emotionale
Hohlheit bestimmen das Leben: die nicht sehr kurvenreiche Straße hin
zum Faschismus. Was vor einem Vierteljahrhundert praktische Reali-
tät war, ist nun in "Sperrgebiete", in speziell hergerichtete Zellen und
brutale Unterdrückung durch die Strafjustiz umgewandelt worden.
Auseinander gerissen und in alle Himmelsrichtungen verstreut sind
wir allein. Also warum sollten wir uns durch die gemeinsame Angst
nicht wieder verbunden fühlen? Warum uns durch die Wut vereinzeln
lassen? Soll jeder für sich selbst kämpfen? Da die Bedeutung jeder ein-
zelnen Frage von ihrer Beziehung zum Ganzen abhängt, verliert sie,
vom Ganzen isoliert, an Relevanz. So betrachtet ist Politik, die sich um
einzelne Fragen dreht, konterrevolutionär, eine beschränkte Antwort
auf die universelle Natur der Unterdrückung. Es geht doch um Alles
oder Nichts.
Warum vom Staat erwarten, dass er unsere Probleme löst? Warum
sich beschweren, dass dies und das nicht für uns getan wird? Es reicht
nicht, höflich nachzufragen, ob diese Straße nicht auch woanders ge-
baut werden könnte und dabei die Autotür trotzig zuzuknallen.
Die Heuchelei in unserem Leben ist das dünne Eis unserer Moral.
Wir flattern zielos von einer Möglichkeit aus dem Katalog sozialer
Lügen zur anderen, wir erlauben, dass moralische Fragen von Politi-
kern nach ihrer wirtschaftlichen Zweckmäßigkeit entschieden werden.
Aber Moral kann weder an der Wahlurne noch durch die Konfession
ausgedrückt werden; sie ist das unabdingbare Recht eines jeden Men-
schen, eine persönliche Verantwortung, die tief in der Seele festgelegt
werden muss. Vergiss sie. "Vergiss uns". Schau dich selber an, alles an-
dere ist kulturell bedingtes, stillschweigendes Einverständnis.
Wenn die totale Zerstörung des Staats und seiner Autorität den
einzigen Weg aus der sozial ausweglosen Situation bietet, dann muss
die Vernunft außer Kraft gesetzt werden. Vernunft ist die Domäne der
Akademiker, ein politisches Werkzeug, mit dem die Radikalen gefesselt
werden. Vernünftig mit dem Staat zu diskutieren bedeutet, mit ihm
unter einer Decke zu stecken. Vernunft ist von Natur aus kontrapro-
duktiv, konterrevolutionär und, was noch wichtiger ist, unkreativ.
Welcher wahre Künstler versucht seine Arbeiten zu erklären? Das
Werk ist die Erklärung; alles weitere ist bloße Bewusstmachung. Revo-
lution, analog zur Kunst, passiert oder passiert nicht, sie stellt dar, was
sie darstellt. Keine weiteren Fragen.
Totale Revolution ist nur durch die völlig subjektive Überzeugung
möglich, dass keiner es besser weiß als man selbst. Das ist die einzige
Wahrheit, auch wenn es sich unbegründet und unvernünftig anhören
mag. In diesem Sinne existiert die Revolution jetzt, in der Leere; sie ist
und ist gleichzeitig nicht.
Vergesst die Interpretationen, die sich auf soziale Bedingungen be-
rufen. Was wir mit unseren Augen sehen, ist ein visueller Effekt. Ver-
suche, diesen Effekt zu definieren oder zu rationalisieren sind willkür-
lich, reaktionär und widerlegen sich letztendlich selbst. Dadurch, dass
wir uns vom Auge belügen lassen, werden wir zu Sklaven einer Logik,
die für und von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Überherren
geschaffen wurde. Staatlich kontrollierte Erziehung, ob nun privat
oder öffentlich, bereitet auf die Versklavung vor, sie ist einseitig und
eingleisig, die absolute Antithese von allem, was wir instinktiv wissen.
Indem wir die Angst ablegen, die das Durchbrechen dieses instinktiven
Wissens behindert, werden wir erkennen, dass alles, was wir brauchen,
bereits in uns vorhanden ist: Die moralische Grundlage unseres Seins.
Ohne das sind wir nichts.
Man muss doch wohl keine Gründe für die Ermordung eines SS-
Offiziers suchen? Es hätte ein Gebot sein sollen; und wenn es das so ge-
geben hätte, wäre Europa die Tyrannei des Nazismus erspart geblieben.
Die Nürnberger Prozesse kamen zu spät. Dort wurde das menschliche
Gewissen verhandelt, und das menschliche Gewissen wurde für schul-
dig befunden, denn das allein erhielt dem Henker den Arbeitsplatz.
Lasst euch nicht täuschen, es war nie die Aufgabe des Henkers,
soziale Gerechtigkeit zu sichern, sondern durch Angst jene soziale
Konditionierung zu erhalten, die ihm Arbeit gab. Paradoxe schneiden
einem noch immer besser die Luft ab, als eine Schlinge um den Hals.
Als man die Nazi-Tyrannen Ribbentrop, Keitel, Kaltenbrunner dem
Henker übergab, wurde den meisten Leuten klar, dass ihr mangeln-
des moralisches Gewissen das Geschehene möglich genacht hatte und
dass auch sie noch hätten an die Reihe kommen sollen.
So wie der Vatikan die Flucht der Nazis unterstützt und die ameri-
kanische und britische Regierung ein Auge zugedrückt hatten, als Nazis
Asyl beantragten, so ist auch die Seele all derer befleckt, die nicht aktiv
Widerstand leisteten. Mit diesem schrecklichen Kompromiss hat man
sich nie auseinandergesetzt. Bis das geschieht, was für eine Zukunft
hat unser stranguliertes Bewusstsein?
Die Vorkriegsbarone der deutschen Industrie, Krupp, Farben, mus-
sten ad nauseum nie Rechenschaft ablegen; noch heute dominieren
sie, was wir beschönigend die "westliche Marktwirtschaft" nennen.
Das "heimliche Programm", das auf SS-Informationen beruht, die
im Austausch gegen Amnesie herausgegeben wurden, erhebt sein häss-
liches Haupt, vor allem in Form des Schicksals von Bosnien, aus den
Machenschaften der CIA.
Das amerikanische Weltraumprogramm machte einen Satz nach
vorne durch Wissen, das Nazi-Wissenschaftler geliefert hatten, unter
ihnen Wernher von Braun, der Häftlinge aus Konzentrationslagern für
seine tödlichen Experimente mit Zentrifugalkräften missbraucht hatte,
und damit die Entwicklung des ersten bemannten Raumflugs gefördert
hatte.
Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Sprung (über die Leichen
von Millionen Juden) für die Menschheit.

Während der Staat tötet, foltert, raubt und lügt, müssen wir wirklich
über richtige und falsche Reaktionen darauf diskutieren? Es sollte uns
doch auffallen, dass die moralischen Befindlichkeiten, mit denen wir
diese Debatte führen, auf staatlicher Indoktrination beruhen. Wie
können wir darauf hoffen, uns jemals befreien zu können, wenn wir so
weitermachen?
Manchmal müssen Denkmäler fallen, und wenn wir merken, dass
einige davon aus Fleisch und Blut bestehen, jedoch so unbewegbar wie
Stein sind, sollten sie dann nicht auch fallen?
So wie die meisten Leute bedauern, dass Stauffenbergs Bombe
Hitler nicht tötete, tut es mir trotz meiner ambivalenten Einstellung
zur IRA Leid, dass die Bombe von Brighton nicht Margaret Thatcher,
Norman Tebbit und den Rest der NeuREICHen ausgelöscht hat. Empö-
rung? Nein, nur ein weiterer Hauch der Geschichte, ein bloßer Punkt
in der Zeit, so folgenlos wie der Tod Cäsars, ein gerechter Tod für die
Despoten dieses Planeten. Wie viele namenlose Seelen haben sie in den
Tod geschickt? Inter-ethischer Völkermord ist zur täglichen Norm ge-
worden, die passiv zusammen mit Toast, Marmelade und, wenn ihr
Manns genug seid, Müsli verdaut wird. Entweder sind wir alle das Glei-
che wert oder alle gleich unwichtig.
PENNY RIMBAUD

Von allen Kunstbewegungen, die sich bereits vor CRASS bemüht ha-
ben, die Grundsätze der uns aufgezwungenen Realität zu unterwan-
dern, kamen die Dadaisten ihrem Ziel am nächsten. Nackt und stolz
haben sie sich auf die Kristallleuchter der Bourgeoisie geschwungen
und dem "guten Geschmack" ins Gesicht gepisst. Sie haben die distin-
guierte Moral auf den Müll geworfen und jenen Krieg, der angeblich
alle Kriege beenden sollte und es dann doch nicht tat, auf ihre Weise
einen Sinn gegeben: Der Horror der Gräben, der Gestank des Senfgases,
der Stoß der Bajonette sind durch Marcel Duchamps "Pissoir" besser
erklärt worden als durch all die patriotisch-selbstgerechten Geschichts-
bücher. Die Dadaisten bewiesen die geistige Gesundheit des Wahn-
sinns. Gott war tot, Nietzsche auch - woran also sollte man sich noch
orientieren, wenn nicht an der Hitze des Bewusstseins und an dem
Potential, das in einem Selbst steckte? Die Nazis hätten womöglich nie
eine Chance gehabt, wenn die Gesellschaft die Lektion des Dadaismus
gelernt und verinnerlicht hätte. Aber sie wurde nicht gelernt, nicht
einmal beachtet. Der Wahnsinn des Krieges, die gesellschaftliche Un-
gleichheit und die seelische Selbstgefälligkeit wurden nie in Frage ge-
stellt. Die Bourgeoisie etablierte nach dem Ersten Weltkrieg lieber
wieder eine neue illusorische Ordnung, anstatt nach dem Ursprung
ihres Leidens zu forschen. Ein weiterer Krieg, noch schlimmer als der
vorige, war somit garantiert. Nietzsche wurde (sicherheitshalber) mit
einem Knebel im Mund beerdigt und Dada von den neuen Stimmen
der Psychologie geplündert, die sich den Interessen ihrer militärisch-
industriellen Herren unterordneten und alles daransetzten, die feurigen
Pfeile einer Revolte abzustumpfen. Mit anderen Worten: Alles ging sei-
nen gehabten Gang. Heute hängen die Dadaisten in den Museen wie
Jesusfiguren vor den Kirchen, sind ein Anlagewert wie die Rolex oder
die Treter von Nike geworden. Nietzsche wurde derweil in die kusche-
lige postmoderne Sicht der Dinge integriert: Gott ist tot, lang lebe Gott!
PENNY RIMBAUD

Wo aber liegt übehaupt so etwas wie Substanz? Von existentiellen Fragen
einmal abgesehen, bedeutet Substanz im Grunde nichts weiter als Schicksal,
ist ein Rezept der Versklavung, ein selbst auferlegtes Märtyrertum, um uns
als Götzen des Materialismus zu unterjochen.
Penny Rimbaud

Die schlimmste Form der Dummheit besteht darin, Dinge zu verdrängen.
Aber Verdrängung wurde zum Schlüsselwort, als die Menschen anfingen, sich
in einen völlig unreflektierten Materialismus zu flüchten. Das Zeitalter des
Konsumdenkens hatte begonnen. Wenn man keinen inneren Frieden finden
konnte, dann konnte man doch zumindest einen Cadillac haben. Wenn das
Leben seinen Sinn verloren hatte, könnte ja vielleicht eine Luxuswaschma-
schine Abhilfe schaffen. Das Streben nach Besitz meins, meins, meins -
hatte Hochkonjunktur, genauso wie das Streben nach einer Sicherheit, die es
in Wahrheit nicht gab. Kaufen, kaufen, kaufen. Haben. Behalten. Absichern.
Das Fernsehen hatte Besitz von uns ergriffen - was ist die reale Welt? Diese
hier? Oder jene? Geistloser Schwachsinn für die Armen im Geiste. Kauf dies,
kauf das. Wer kennt sich da noch aus? Die grausamen Tatsachen eines Lebens
in der nuklearen Welt, begraben unter einem Haufen Schrott.
Penny Rimbaud  - Last Of The Hippies

Was gut wäre?

Gegenseitige Hilfe...Selbstverwaltete Basisdemokratie in allen Betrieben, Gemeinden und Stadtteilen wo die Menschen dann selbst darüber Abstimmen könnten wieviel sie Arbeiten wollen, was sie Herstellen wollen, wie sie selbstbestimmt Leben wollen...???...Wie sie Wohnen wollen? - Was für Lebensbedingungen und Lebensmöglichkeiten wirklich wichtig sind? - Freundschaften, Liebe, Gemeinschaft, Menschenwürde, Mitmenschlichkeit, Fremdenfreundlichkeit, Geselligkeit nicht nur vorm Laptop, Empathie. - Wirkliche Vielfalt...(Nicht nur diese oberflächlichen Äußerlichkeiten & individuelle Konsumvielfalt, die nur Konformismus ist!) - Bewußter Leben! - Kreativität! - Selbstbewußtsein stärken! Potentialentfaltung. - Permakultur & Selber Anbauen! - Mit Freunden feiern! - Frieden...Harmonie...Anarchie...Libertärer Kommunalismus...Selbstorganisation ....Nachhaltiges Wirtschaften und so weiter! G.F.

"Vielleicht wart ihr hart, aber verliert nicht eure Zärtlichkeit.
Vielleicht müßt ihr die Blumen abschneiden, aber das wird
den Frühling nicht aufhalten." (Che Guevara)